Europäische Union

1999/173/EG: Entscheidung des Rates vom 25. Januar 1999 über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration auf dem Gebiet "Ausbau des Potentials an Humanressourcen in der Forschung und Verbesserung der sozioökonomischen Wissensgrundlage" (1998-2002)

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orschungseinrichtungen, Sammlungen, besondere Biotope, Bibliotheken, Datenbanken, integrierte Netze kleiner Forschungsanlagen sowie Fachzentren, die breiten Kreisen von Wissenschaftlern unterschiedlichste Techniken und Know-how als Dienstleistung zur Verfügung stellen. Da die meisten Forschungsinfrastrukturen in Europa von nationalen Stellen für inländische Forscher betrieben werden, ist der Zugang hierzu häufig weitgehend oder sogar ausschließlich nationalen Forschungsteams vorbehalten. Dies hat zur Folge, daß es zahlreichen Forschern nicht möglich ist, diejenigen Infrastrukturen zu nutzen, die für ihre Arbeit besonders wichtig sind. Darüber hinaus befinden sich einige seltene Einrichtungen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen, im Besitz von Industrieunternehmen und sind in der Regel firmenfremden Forschern nicht zugänglich. Ein weiteres Charakteristikum der europäischen Forschungsinfrastrukturen ist die Tatsache, daß in vielen Bereichen die Betreiber nur in relativ geringerem Maße länderübergreifend kooperieren. Ein weitergehender gemeinschaftlicher Zusatznutzen könnte sich ergeben, wenn zwischen den Infrastrukturbetreibern die gleiche Kooperationsbereitschaft geweckt werden könnte, wie sie derzeit bei den europäischen Forschern entsteht. Da Bau und Betrieb von Infrastrukturen in die Zuständigkeit nationaler Stellen fallen, besteht die allgemeine Zielsetzung der Aktion "Verbesserung des Zugangs zu Forschungsinfrastrukturen" darin, - neue Möglichkeiten für den grenzüberschreitenden Zugang zu den wichtigsten Forschungsinfrastrukturen zu schaffen, die von gemeinschaftsweitem Interesse sind; - die Betreiber und Nutzer der Infrastrukturen zur Zusammenarbeit anzuregen, damit die Forschungsinfrastrukturen effizienter genutzt und somit die Leistungen, die sie für die Wissenschaft erbringen, verbessert werden; - Maßnahmen zur Koordinierung, Unterstützung und Betreuung vorzusehen, um die Kohärenz mit ähnlichen Aktionen im Rahmen von anderen spezifischen Programmen zu gewährleisten. Die Aktion steht für Infrastrukturen in allen Bereichen der wissenschaftlichen Forschung offen, die einen Beitrag zu den Gemeinschaftszielen im Bereich Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration leisten, sofern entsprechende Maßnahmen nicht an anderer Stelle innerhalb des Rahmenprogramms durchgeführt werden. Vor allem geht es darum, Forschern beim grenzüberschreitenden Zugang zu größeren Forschungsinfrastrukturen behilflich zu sein. Darüber hinaus sind zwei ergänzende Aktionen geplant: Kooperationsnetze zwischen Infrastrukturen und auf die Forschungsinfrastrukturen bezogene FTE-Projekte. Grenzüberschreitender Zugang zu größeren Forschungsinfrastrukturen Ziel ist die Schaffung neuer Möglichkeiten, Forscherteams (und einzelnen Forschern) Zugang zu denjenigen größeren Forschungsinfrastrukturen zu verschaffen, die für ihre Arbeit besonders wichtig sind, unabhängig davon, wo in den Mitgliedstaaten oder in den assoziierten Staaten deren Standort und der Sitz der Teams ist. Für eine Förderung durch die Gemeinschaft kommen Infrastrukturen in Betracht, die folgende Voraussetzungen erfuellen: Sie müssen den für die Durchführung von Spitzenforschung unerläßlichen Service von höchstem internationalen Standard bieten, sie müssen in Europa selten sein, die Investitions- oder Betriebskosten müssen im Vergleich mit den üblichen fachspezifischen Kosten relativ hoch sein, und sie müssen externen, insbesondere erstmaligen Nutzern angemessene wissenschaftliche, technische und logistische Unterstützung bieten. Die Gemeinschaftsförderung wird ausgewählten Infrastrukturbetreibern gewährt, damit sie Nutzern aus anderen Ländern kostenlosen Zugang zu ihren Einrichtungen gewähren. Von jedem ausgewählten Infrastrukturbetreiber wird erwartet, daß er die angebotenen Möglichkeiten einem breiten Kreis bekannt macht und die wissenschaftliche Qualität der eingereichten Vorschläge durch unabhängige Sachverständige bewerten läßt, wobei erstmaligen Nutzern sowie Nutzern aus Ländern, in denen keine vergleichbare Einrichtung existiert, Vorrang einzuräumen ist. Generell erhalten Nutzer, die Forschung auf kommerzieller Grundlage betreiben, im Rahmen dieser Maßnahmen keine Unterstützung. Hiervon sind jedoch KMU, die eine spezielle Infrastruktur erstmalig nutzen möchten, ausgenommen. Vernetzung der Infrastrukturbetreiber Diese Maßnahme soll als Katalysator für die Selbstkoordinierung mehrerer Infrastrukturbetreiber und die gemeinsame Nutzung ihrer Ressourcen wirken, und zwar mit folgenden Zielen: Förderung einer Kultur der Zusammenarbeit, Erzeugung einer kritischen Masse für die Erforschung von Hochleistungsverfahren, -instrumenten und -technologien, Verbreitung bewährter Methoden, Förderung von gemeinsamen Protokollen und Interoperabilität, Anregung zur Komplementarität und zur Schaffung "virtueller" und "dezentraler" Großeinrichtungen. Eine Förderung durch die Gemeinschaft wird für die Koordinierung gemeinsamer Aktivitäten gewährt, mit denen eine effizientere Inanspruchnahme und Nutzung der für das Netz relevanten bestehenden und künftigen Infrastrukturen erzielt werden könnte. Als Teilnehmer an den Netzen kommen in Betracht: Betreiber von Forschungsinfrastrukturen, Forscherteams an Hochschulen, in Forschungszentren und in der Industrie, Vertreter der Infrastrukturnutzer sowie Gerätehersteller. Jedes Netz wird bestimmten Aspekten der europäischen Forschungsinfrastrukturen gewidmet sein. Auf die Forschungsinfrastrukturen bezogene FTE-Projekte Ziel ist die Unterstützung kooperativer Forschungsarbeiten, denen auf Gemeinschaftsebene große Bedeutung für die Verbesserung des Zugangs zu den Infrastrukturen und für die Verbesserung des von den Infrastrukturen erbrachten Service in bestimmten Bereichen zukommt. Derartige FTE-Projekte werden insbesondere dann gefördert, wenn sie die Arbeit der Kooperationsnetze zwischen Infrastrukturen im Rahmen dieses Programms oder der vorbereitenden konzertierten Aktionen des früheren Programms "Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern" unterstützen. 3. Förderung wissenschaftlicher und technologischer Spitzenleistungen Forscher und Forschungseinrichtungen, die wissenschaftliche und technologische Spitzenleistungen erbringen, sind unerläßliche Voraussetzungen dafür, daß Europa in dem vom Wettbewerb geprägten Umfeld der internationalen Forschung und wissenschaftlichen Entwicklung erfolgreich bestehen kann. Durch die Förderung von herausragenden Spitzenleistungen sollen die besten Einzelpersonen und Teams angehalten werden, sich in der europäischen Forschung zu engagieren, und die von europäischen Forschern erzielten hervorragenden Forschungsergebnisse sollen stärker ins Blickfeld gerückt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, das Verständnis der Öffentlichkeit für Wissenschaft und Forschung in der Gesellschaft zu verbessern, um ein günstiges Umfeld für Forschung und technologische Entwicklung zu schaffen, insbesondere auch für Aktivitäten, die im Rahmen der gemeinschaftlichen Rahmenprogramme durchgeführt werden. Wissenschaftliche Aktivitäten und Forschung können nur dann erfolgreich sein und die erhofften positiven Wirkungen erbringen, wenn die Bürger ein grundlegendes Verständnis für Wissenschaft und wissenschaftliche Themen entwickeln und den betreffenden Aktivitäten sowie ihren Ergebnissen insgesamt positiv gegenüberstehen. Die Maßnahmen sollen so weit wie möglich nationale Aktivitäten ergänzen und erweitern. Hochrangige wissenschaftliche Konferenzen Hochrangige wissenschaftliche Konferenzen sollen vor allem durch Förderung des wissenschaftlichen Austauschs zur Weiterentwicklung der Wissenschaft beitragen und erfahrenen, in der wissenschaftlichen und technologischen Spitzenforschung tätigen Forschern ein Forum bieten, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben. Darüber hinaus bieten hochrangige wissenschaftliche Konferenzen auch europäischen Wissenschaftlern, die außerhalb Europas tätig sind, Gelegenheit, ihr Netz an Kontakten und wissenschaftlichen Beziehungen zu Kollegen in Europa zu knüpfen und zu pflegen. Wissenschaftliche Konferenzen können als Konferenzen, Kurse, Workshops oder Sommerkurse auf europäischer Ebene organisiert werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Veranstaltungen mit kleinerem Teilnehmerkreis. Größere Veranstaltungen können Unterstützung erhalten, um Nachwuchsforschern die Teilnahme zu erleichtern. Auch neuartige Formen wissenschaftlicher Konferenzen, wie zum Beispiel elektronische Konferenzen, können gefördert werden. Wissenschaftliche Konferenzen können in allen Bereichen der wissenschaftlichen Forschung zu Themen stattfinden, die die Forscher frei auswählen. Auszeichnungen für herausragende Forschungsarbeiten Diese Auszeichnungen stellen eine öffentliche Anerkennung für Forscher dar, die im Rahmen europäischer kooperativer Forschungsvorhaben erfolgreich herausragende wissenschaftliche oder technologische Ergebnisse erarbeitet haben. Auszeichnungen für junge Menschen, die bereits in weiterführenden Schulen oder während des Studiums hervorragende wissenschaftliche Arbeit geleistet haben, sollen die Preisträger motivieren, ihre Bemühungen im Interesse der wissenschaftlichen und technologischen Zukunft Europas fortzuführen, und ihre Altersgenossen anregen, sich ebenfalls aktiv für Wissenschaft und Forschung zu interessieren. Folgende Auszeichnungen sind vorgesehen: der "Descartes-Preis" für herausragende wissenschaftliche und technologische Leistungen, die durch europäische kooperative Forschungsvorhaben möglich wurden, ein "Preis für Hochschulstudenten", die originelle Ideen oder Konzepte in Bereichen entwickelt haben, die für den Fortschritt der europäischen Wissenschaft relevant sind, und schließlich der "EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler", der sich an wissenschaftliche Talente der Altersgruppe zwischen 15 und 20 Jahren wendet und dessen Durchführung mit den Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit verzahnt wird. Sensibilisierung der Öffentlichkeit Das Hauptziel dieser Aktivität besteht darin, das Interesse der Öffentlichkeit an wissenschaftlicher Forschung und technologischer Entwicklung zu wecken, insbesondere an Aktivitäten, die im Rahmen von europäischen Forschungsprogrammen unternommen werden, um so die zwischen der Wissenschaft in ihrer europäischen Dimension und der Öffentlichkeit bestehende Kluft zu überwinden. Auf diese Weise sollen den Bürgern Europas die positive Wirkung von Wissenschaft und Technologie auf ihr tägliches Leben, aber auch die Grenzen und mögliche Folgen der Forschung und der technologischen Entwicklung besser vermittelt werden. Die Maßnahme zielt aber auch darauf ab, diejenigen Probleme stärker ins Bewußtsein der Forscher zu rücken, die für die breite Öffentlichkeit von Bedeutung sind. Die Gemeinschaft gewährt Unterstützung für folgende Tätigkeiten: Vernetzung von Aktivitäten und Transfer der Ergebnisse besonders gelungenere Projekte und Initiativen auf nationaler und regionaler Ebene; Organisation regelmäßiger Treffen zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftsmittlern; Förderung der Mitwirkung von Frauen in der Wissenschaft; Organisation einer Europäischen Wissenschafts- und Technologiewoche als öffentliches Forum zur koordinierten und konzertierten Darstellung der europäischen Bestrebungen in den Bereichen Wissenschaft und Forschung; Öffentlichkeitsarbeit zu aktuellen wissenschaftlichen und technischen Themen mit Hilfe elektronischer Netze und anderer geeigneter Mittel in einer für wissenschaftlich interessierte Laien verständlichen Sprache. B. Leitaktion: Verbesserung der sozioökonomischen Wissensgrundlage Die Stärke der Europäischen Union beruht sowohl auf den gesellschaftlichen und kulturellen Unterschieden zwischen ihren Mitgliedern als auch auf vergleichbaren Erfahrungen und gemeinsamen Werten. Die Gemeinschaft verfügt außerdem über eine solide Forschungstradition in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wie auch in den Geisteswissenschaften. Diese gilt es zu nutzen, um derzeitige und künftige wirtschaftliche und soziale Entwicklungen und Erfordernisse zu erkennen und dadurch zur Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft und zur Lebensqualität ihrer Bürger beizutragen. In einer Zeit sich mehrender Herausforderungen - unannehmbar hohe Arbeitslosigkeit, Überalterung, Globalisierung der Wirtschaft, zunehmende Ungleichheiten und prozentual sinkender Beitrag zur Weltwirtschaft - muß Europa einen Richtungswechsel vollziehen hin zu einer nachhaltigen sozioökonomischen Entwicklung und einer Verbesserung der Lebensqualität für alle Bürger bei gleichzeitiger Erhaltung und Verbesserung seiner Wettbewerbsposition in der Welt. Deshalb müssen die Gesellschaftswissenschaften in der Lage sein, auf diese Herausforderungen zu reagieren, sich von einengenden nationalen Grenzen zu befreien, indem sie die Zusammenarbeit verstärken, ihre Fähigkeit zur Analyse zu verbessern und so zur politischen Entscheidungsfindung beizutragen. Darüber hinaus ist mit dem Prozeß der europäischen Integration selbst ein neues Studienobjekt entstanden: die europäische Gesellschaft, die nicht lediglich die Summe ihrer Teile ist, obwohl sie ohne Zweifel von diesen abhängt. Diese Leitaktion zielt darauf ab, das Verständnis für den in der europäischen Gesellschaft stattfindenden strukturellen Wandel zu verbessern und somit Möglichkeiten zu seiner Bewältigung und zur aktiven Einbeziehung der Bürger Europas in die Gestaltung ihrer Zukunft aufzuzeigen. Dies beruht auf einer Analyse der wichtigsten Tendenzen, die zu diesem Wandel führen, und der Beziehungen zwischen Technologie, Beschäftigung und Gesellschaft sowie der Auswirkungen der neuen Technologien auf die Arbeitsbedingungen, einer Neubewertung der Mitwirkungsmechanismen für ein kollektives Tätigwerden auf allen Ebenen sowie der Ausarbeitung neuer Entwicklungsstrategien zur Förderung von Wachstum, Beschäftigung und wirtschaftlichem und sozialem Zusammenhalt. Diese Leitaktion deckt eine Reihe von Themen ab, die mit den allgemeinen Zielen des Rahmenprogramms in Zusammenhang stehen. Ihr Ziel ist die Schaffung geeigneter Grundlagen für eine beschäftigungswirksame soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung und für den Aufbau einer europäischen Wissensgesellschaft. Diese Themen sind nicht isoliert zu betrachten, sondern als miteinander verknüpfte Elemente eines kohärenten und umfassenden Systems. Mit der Unterstützung wird bezweckt, auf der Grundlage empirischer, komparativer und vorausschauender Studien, die auch die Erstellung und Einbeziehung von Daten und Indikatorensystemen und den Aufbau einer gemeinsamen Forschungsinfrastruktur umfassen, ein konzeptionelles Verständnis der oben beschriebenen Prozesse zu entwickeln. Diese Aktivitäten sollen daher dazu beitragen, daß politische Entscheidungen sich auf eine eingehende Kenntnis der vor Europa liegenden Herausforderungen, ihrer wichtigsten Auswirkungen und der Optionen für ihre Bewältigung stützen können. Gesellschaftliche Tendenzen und struktureller Wandel Vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden strukturellen, demographischen und sozialen Wandels wird die Forschung in diesem Bereich darauf abzielen, unter Berücksichtigung der regionalen Unterschiede in Europa die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den gesellschaftlichen Entwicklungen, den Lebensperspektiven des einzelnen, den veränderten Familienstrukturen, den wirtschaftlichen Veränderungen, der Organisation des Arbeitsmarkts, den kulturellen Modellen und den Wertsystemen zu erhellen. Die Phänomene Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Migration werden in die Analyse einbezogen. Berücksichtigung finden auch die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung, die soziale Integration, die soziale Sicherung und die Faktoren für soziale Unterschiede und Diskriminierung. Die Untersuchung dieser Wechselbeziehungen wird zum einen ein besseres Verständnis dafür ermöglichen, wie sich Arbeits- und Zeitgestaltung verändern, wie neue Formen atypischer Beschäftigung wie Teilzeitarbeit und befristete Beschäftigungsverhältnisse entstehen und wie allgemeine und berufliche Bildung geeignet sind, die Menschen ein Leben lang auf den Wandel vorzubereiten, und zum anderen das Problem der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in der europäischen Gesellschaft verstärkt ins Blickfeld rücken. In diesem Sinne werden die Forschungsarbeiten eine fundierte Wissensgrundlage bereitstellen und zur Konzipierung und Entwicklung der entsprechenden europäischen Politiken beitragen. Technologie, Gesellschaft und Beschäftigung In diesem Bereich zielen die Forschungsarbeiten auf ein besseres Verständnis der gegenseitigen Abhängigkeit und Verflochtenheit zwischen Technologie und Gesellschaft sowie darauf ab, zu einem integrierten Planungs- und Entwicklungskonzept beizutragen. Zwar wird mittlerweile die Notwendigkeit anerkannt, soziale, institutionelle und ökologische Fragen in den Prozeß der technologischen Entwicklung einzubeziehen, aber dafür bestehen je nach den verschiedenen Technologietypen, ihrem Entwicklungsstand und ihrer Verbreitung in der Gesellschaft unterschiedliche Möglichkeiten. Erforscht werden sollen die Verfahren der Interaktion zwischen den verschiedenen Beteiligten: Anbieter, Nutzer, beratende Institutionen, politische Entscheidungsträger und öffentliche Verwaltung. Darüber hinaus geht es um die weitere Erforschung des Einsatzes und der Auswirkungen der Technik unter unterschiedlichen sozioökonomischen, geographischen, institutionellen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen in der Union. Weitere Forschungsgegenstände sind die Rolle des öffentlichen Sektors im Innovationsprozeß und die verschiedenen Arten der Wechselbeziehung zwischen den Behörden und sonstigen Akteuren. Zu beachten sind dabei die Beziehungen zwischen Technologie und Beschäftigung, insbesondere die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und die neuen Organisationsformen für Produktion und Arbeit, einschließlich der neuen Berufsbilder, der geographischen Verteilung der Arbeitsplätze sowie des Wandels in den Arbeitsbedingungen und den beruflichen Qualifikationen. Untersucht werden soll ferner die Bedeutung der Innovation für allgemeine und berufliche Bildung, das Konzept des lebenslangen Lernens sowie die Frage, wie allgemeine und berufliche Bildung Innovationen anregen und Beschäftigung, soziale Integration und Chancengleichheit fördern kann. Steuerungssysteme für öffentliche Angelegenheiten ("Governance") und die Rolle der Bürger ("Citizenship") In Zusammenhang mit der europäischen Integration sollte die Rolle der verschiedenen Entscheidungsebenen in Europa überdacht werden (lokal, regional, national und supranational). Dabei soll untersucht werden, wie die Verantwortung und die Pflicht, Rechenschaft abzulegen, auf allen Ebenen zum Ausdruck kommen und wie sie zu echten Triebkräften des Wandels werden können, wobei gleichzeitig die Entwicklung von Gesprächs-, Reflexions- und Entscheidungsmechanismen möglich sein muß, um eine effiziente Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu gewährleisten. Die Forschung soll aufzeigen, inwieweit die verschiedenen Arten wirtschaftlicher und sozialer Steuerung in Europa die Folgen einer spezifischen sozio-institutionellen und kulturellen Struktur sind, so daß bessere Strategien für die europäische Integration festgelegt werden können. Dabei sollen sowohl die Steuerung durch Staat und private Initiativen als auch Gruppierungen wie politische Parteien, Interessenvereinigungen und die Sozialpartner Berücksichtigung finden. Die Untersuchung der staatlichen Stellen soll auch eine Neubewertung ihrer Aufgaben und die Überprüfung der Konzepte des "öffentlichen Dienstes" und des "öffentlichen Interesses" einschließen. Dabei wird der Analyse der Entwicklung der Systeme der sozialen Sicherheit eine Schlüsselfunktion zukommen. Bei diesen Analysen der Steuerungssysteme für öffentliche Angelegenheiten wird auch der Begriff der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Macht berücksichtigt. Parallel zu diesen Arbeiten sollen die in Europa bestehenden Vorstellungen über die Rolle der Bürger und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Bürgermitbestimmungs- und Steuerungssysteme untersucht werden. Analysiert werden soll ferner der Einfluß der verschiedenen kulturellen Komponenten (Tradition, Sprache, Geschichte, Erbe, Religionen, Wanderungsbewegungen) und der Bildungsmodelle auf die Entwicklung von Wertvorstellungen. Gegebenenfalls können die Forschungsarbeiten durch Analysen auf individueller Ebene ergänzt werden. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand wird die Rolle der Medien in einer global ausgerichteten Wirtschaft sein, in der internationale audiovisuelle Kulturprodukte mehr und mehr präsent sind. Untersucht werden ferner die Wechselbeziehungen zwischen den Steuerungssystemen für öffentliche Angelegenheiten und der Rolle der Bürger. Neue Entwicklungsmodelle zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung Mit diesen prospektiven Studien sollen neue Modelle einer nachhaltigen Entwicklung erforscht werden, mit denen Wachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen, Chancengleichheit, Abbau von Ungleichheiten und Verbesserung der Lebensqualität gefördert werden können. Es soll untersucht werden, wie sich in einer globalen Wirtschaft, in der "immaterielle" Faktoren und Dienstleistungen überwiegen, die Dynamik der Bildung und die Verteilung von Wohlstand und die Rolle des öffentlichen Sektors hierbei gestalten. Dies beinhaltet die Entwicklung von Indikatoren und Methoden zur Bewertung des sozioökonomischen Mehrwerts der verschiedenen Produktionsmodelle, zur Bestimmung der Faktoren, von denen die Wettbewerbsfähigkeit abhängt, einschließlich des Humankapitals, und zur Konzipierung der Politiken, die für den europäischen Wirtschaftsraum unter Berücksichtigung der regionalen Unterschiede in Europa und für die Zukunft eines in weltweite Wirtschaftsbeziehungen eingebundenen Europas am besten geeignet sind. Die Forschung wird sich unter anderem auf folgende Themen konzentrieren: Innovationen im Bereich der Organisation, neue Formen der Arbeit und Beschäftigung, einschließlich des Arbeitspotentials älterer Bevölkerungsschichten, Reaktionen auf die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen, Entwicklung von Selbsthilfegruppen und -vereinen sowie Innovationen bei der Zusammenarbeit von Sozialpartnern und Wirtschaftsakteuren. Analysiert werden sollen auch die sozioökonomischen und demographischen Unterschiede in Europa und die Auswirkung der Entwicklungsmodelle auf den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt. C. Beitrag zur Konzipierung der Wissenschafts- und Technologiepolitik in Europa Um die Aufgaben erfuellen zu können, die ihr im Bereich der Forschung und Innovation durch den Vertrag übertragen wurden, muß die Europäische Union ihre Fähigkeit verbessern, frühzeitig zu berücksichtigen, was Wissenschaft und Technologie für Europa leisten können, indem sie die ihr zur Verfügung stehenden einschlägigen Quellen effektiver nutzt. Auf einzelstaatlicher und auf europäischer Ebene liegen zahlreiche Forschungsarbeiten, Studien und Indikatoren vor, die für die Entwicklung einer Wissenschafts- und Technologiepolitik von Interesse sind. Die mangelnde Abstimmung zwischen den sehr unterschiedlichen einzelstaatlichen Konzepten, die Komplexität und der oft länderübergreifende Charakter der in diesen Arbeiten behandelten Fragen sprechen dafür, diese in ein Netz einzubinden und ihre Ergebnisse auf europäischer Ebene zusammenzuführen und zu nutzen, damit bestimmte politisch bedeutsame Fragen rechtzeitig geklärt werden. Diese Tätigkeiten zielen in einem flexiblen Rahmen auf die Beschaffung, Zusammenstellung und Auswertung strategischer Informationen, um bei der Entwicklung der spezifischen Wissensgrundlage über Fragen der Wissenschafts- und Technologiepolitik behilflich zu sein, die die Entscheidungsträger und sonstige Nutzer in den Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft benötigen. Diese Tätigkeiten, d

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.