Bremen

Bremische Verordnung eines verbindlichen Lehrplans für die Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann, zur Pflegefachperson, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegefachperson, zur Altenpflegerin, zum Altenpfleger oder zur Altenpflegefachperson nach dem Pflegeberufegesetz (Bremische Pflege-Lehrplan-Verordnung - BremPflLPV)

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Quellenkennung: 269634. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Drucken Senden zur Inhaltsübersicht Veröffentlichungsdatum:20.12.2022 Inkrafttreten04.04.2025 Zuletzt geändert durch:§ 2 geändert sowie Überschrift, § 3 und Anlage neu gefasst durch Verordnung vom 03.04.2025 (Brem.GBl. S. 124) Fundstelle Brem.GBl. 2022, S. 1034 Zitiervorschlag: "Bremische Verordnung eines verbindlichen Lehrplans für die Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann, zur Pflegefachperson, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegefachperson, zur Altenpflegerin, zum Altenpfleger oder zur Altenpflegefachperson nach dem Pflegeberufegesetz (Bremische Pflege-Lehrplan-Verordnung - BremPflLPV) vom 20. Dezember 2022 (Brem.GBl. 2022, S. 1034), zuletzt § 2 geändert sowie Überschrift, § 3 und Anlage neu gefasst durch Verordnung vom 3. April 2025 (Brem.GBl. S. 124)"

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schland) - evtl. auch EACH-Charta, UN-Kinderrechtskonvention --> ggf. auch erst in LF 11 • Grundlegende Einführung in die Pflegewissenschaft (Historische, nationale und internationale Entwicklung, Ziele, Vorgehen) • Entnahme, Weitergabe von und Arbeit mit Informationen aus pflegewissenschaftlichen Texten (zitieren / zusammenfassen) <-- anknüpfend an LF 3A • Nährstoffbedarf und Ernährung des Kindes in der Säuglingsphase - Unterschiede zwischen Muttermilch und Flaschennahrung - Doppelung mit LF 4 abhängig von der zeitlichen Reihenfolge --> Fortführung im weiteren Entwicklungsverlauf in LF 11   Kompetenzaufbau I-Pflegeprozess / -diagnostik ... II-Kommunikation / Beratung III-Intra- / interprof. Handeln IV-Gesetze / Leitlinien V-Pflegewiss. / Berufsethik I.1.a-h I.2.a-c/f/g I.3.b I.5.a/c I.6.a/b/e 40 h II.1.a-e/g II.2.a/b II.3.a/b/c 16 h III.1.d III.2.a-d 12 h IV.1.a/b. IV.2.c/d 8 h V.1.a V.2.a 14 h   Bezug zum Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG Anlage 1 für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht CE Nr. Titel h von ges.h in Anl. 1 CE 01 Ausbildungsstart - Pflegefachfrau/Pflegefachmann werden 4 v. 70 CE 02 Zu pflegende Menschen in der Bewegung und Selbstversorgung unterstützen 28 v. 180 CE 03 Erste Pflegeerfahrungen reflektieren - verständigungsorientiert kommunizieren 32 v. 80 CE 07 Rehabilitatives Pflegehandeln im interprofessionellen Team 4 v. 80 CE 10 Entwicklung und Gesundheit in Kindheit und Jugend in pflegerischen Situationen fördern 10 v. 120   Stunden zur Verfügung 12 v. 140   Summe 90 h   Vorschläge für Lerneinheiten / Lernsituationen, z. B. aus dem „Nationalen Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz in der Pflege“ (NaKomm) • Ls - Mund nicht geöffnet (28 h) - Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme bei stark verlangsamtem Essverhalten und / oder (vermeintlicher) Ablehnung von Speisen und Getränken. • Ls - Herr Eppendorf hat aber auch abgebaut (22 h) (nicht Teil des Mustercurriculums) - Einführung in den Pflegeprozess und seine Bedeutung an einem Fallbeispiel aus der stationären Langzeitversorgung. • Ls - Ein paar Tüten Zucker (20 h) - Versorgung eines Säuglings (Rota-Vireninfektion) und die Interaktion mit der Familie. 1. AUSBILDUNGSJAHR - LF 4 Lernfeld 4 60 Std. Neugeborene und ihre Eltern bei einem gesunden Start ins Leben unterstützen Voraussetzungen: LF 1 A / LF2 / LF 3A / LF 1B Hinweis zur Planung: Bezüglich der Säuglingspflege muss eine sorgfältige Abstimmung mit LF 3B erfolgen. Wenn der Orientierungseinsatz für einige Auszubildende auch in pädiatrischen Versorgungsbereichen durchgeführt wird, kann es außerdem sinnvoll sein, entsprechende Skills bereits in LF 2 und 3 zu vermitteln. Hinweise zur Rahmung möglicher Lernsituationen Zielgruppe Setting • Neugeborene • Familien • Hebammen • Eltern-Kind-Station / Geburtsklinik / Mutter-Kind-Station • Geburtshaus • Integrative Geburtshilfe Kompetenzen Die Auszubildenden nehmen die Neugeborenen-Station als einen Arbeitsbereich der Pflege wahr, in dem vor allem gesunde, physiologische Prozesse im Vordergrund stehen werden und die Versorgung auf die Erhaltung von Gesundheit gerichtet ist. Die Auszubildenden verstehen die jeweils individuellen Situationen in den Familien rund um Schwangerschaft und Geburt, ermitteln Unterstützungsbedarf, setzen Pflegeziele, fördern Resilienz und unterstützen bei der Bewältigung von „ganz normalen“ Herausforderungen im Lebenszyklus. Sie beobachten fachgerecht sowohl die Neugeborenen als auch die Mütter, ordnen ihre Beobachtungen ein, schätzen Risiken ein und reagieren bei Veränderungen angemessen. Sie wirken an der Durchführung von ärztlich angeordneten diagnostischen, prophylaktischen und therapeutischen Maßnahmen mit. Sie unterstützen die Mütter und Väter etwa durch sach- und situationsbezogene Information und Instruktion bei der Versorgung eines Neugeborenen, führen die Körperpflege / Nabelpflege durch, wenden das korrekte Handling bei der Versorgung von Neugeborenen an und berücksichtigen dabei hygienische Aspekte. Unterrichtsziele Die Auszubildenden beschreiben die Physiologie von Schwangerschaft und Geburt und kennen die zentralen physischen und psychischen Entwicklungsprozesse zum Lebensbeginn und im ersten Lebensjahr. Des Weiteren kennen sie mögliche Komplikationen der Schwangerschaft, der Geburt, der Nachgeburtsphase sowie des Wochenbetts. Auch kennen sie Anpassungsstörungen und Komplikationen beim Neugeborenen und erklären die notwendigen diagnostischen und prophylaktischen Maßnahmen in der Neugeborenen Periode sowie Behandlungsansätze bei Komplikationen. Die Auszubildenden begründen die Grundsätze der Körperpflege/Nabelpflege sowie der Ernährung eines Neugeborenen, kennen das korrekte Handling und die notwendigen hygienische Aspekte. Sie üben und vertiefen ihre Kompetenzen zu Information/Instruktion bezogen auf die spezifischen Anforderungen der Neugeborenen Periode. Anknüpfend an LF 1B und 3B erleben die Auszubildenden in diesem Bereich vertiefend die pflegerische Interaktion in einer triadischen Struktur (Kind - Eltern - Pflegende) und verdeutlichen sich die damit verbundenen zusätzlichen Anforderungen an die Situationsgestaltung. Sie ordnen die mit der Schwangerschaft und der Geburt zusammenhängenden Veränderungen als „ganz normale“ Herausforderungen im Lebenszyklus ein und erklären daraus resultierende mögliche Unterstützungsbedarfe von Familien.   Inhalte, die den Situationsrahmen weiter ausdifferenzieren Handlungsmuster (Pflegerische Aufgaben / Konzepte) Pflegeanlässe (Phänomene / Bedürfnisse / Erkrankungen) • Familiäre Konstellationen und Übergangssituationen aufgrund von Veränderungen der Lebenssituation bzw. in den Lebensentwürfen der einzelnen Familienmitglieder (Lebenskrise) durch Schwangerschaft, Geburt und das Leben mit einem neugeborenen Kind erfassen und in der Strukturierung und Umsetzung des Pflegeprozesses berücksichtigen ○ Anwendung von Begriff und Konzept der Salutogenese als theoretisches Bezugsmodell zur Erklärung von Phänomenen der Familiengesundheit ○ Anwendung eines systemisch begründeten Models der familienbezogenen Pflege (z. B. Calgary Familienmodell n. Wright & Leahey od. Theorie des systemischen Gleichgewichts n. Friedemann & Köhlen) zur Erklärung von Phänomenen und Unterstützungsbedarf in der Begleitung junger Familien <-- anknüpfend an LF 1B und in Abstimmung mit LF 3B --> wird u. a. in LF 11, 19, 21 und 24 aufgenommen • Unsicherheiten und Ängste von Eltern im Umgang mit dem neugeborenen Kind und der veränderten Lebenssituation wahrnehmen und in der pflegerischen Interaktion darauf eingehen • Hygienehandeln unter den besonderen Bedingungen des Kreißsaals und der Geburtshilfestation - Aufbau von Handlungsketten zur Minimierung der Keimverschleppung bei der Durchführung einzelner Pflegeinterventionen <-- anknüpfend an LF 3A / 3B --> wird im weiteren Verlauf für verschiedene Versorgungsbereiche aufgenommen, z. B. in LF 5, LF 7, LF 10, LF 17, LF 18 • Aufgaben der Pflege im Rahmen der diagnostisch-präventiven Maßnahmen während des Schwangerschafts- und Geburtsverlaufs übernehmen • mögliche Komplikationen und potenzielle Risiken im Schwangerschafts- und Geburtsverlauf beobachten und ggf. weiterleiten bzw. erforderliche Pflegeinterventionen durchführen --> wird in LF 11, 21 u. 24 vertieft • pflegerische Aufgaben in der Erstversorgung eines Neugeborenen im Kreißsaal und im Rahmen der Überwachung und Versorgung von Mutter und Kind auf der Geburtshilfestation übernehmen • Zusammenarbeit im Team der Geburtshilfe, eigene Berufsperspektive wahrnehmen - auch in Abgrenzung und Überschneidung von Aufgabenbereichen, insbes. mit der Berufsgruppe der Hebammen • körperliche Entwicklung, Bewegungs- und Verhaltensmuster (nonverbale, paralinguistische und leibliche Äußerungsformen) eines Neugeborenen / Säuglings beobachten und mögliche Abweichungen erkennen und weitergeben • Phototherapie begründet einsetzen • kinästhetische Prinzipien beim Aufnehmen, Ablegen, An- und Auskleiden eines Säuglings sowie beim Windelwechsel anwenden (Doppelung mit LF 3B, abhängig von der zeitlichen Reihenfolge) • (Bewegungs-)Interaktion mit dem Säugling gestalten (Infant Handling z.B. Kinästhethik) - Eltern und Kind in ihrer Interaktion unterstützen - Doppelung mit LF 3B bzw. Erweiterung, abhängig von der zeitlichen Reihenfolge • kapillare Blutentnahme durchführen • Schlaf und Schlafbedürfnis von Neugeborenen und Säuglingen einschätzen und fördern - hier nur situations-/handlungsbezogen --> Schlaf wird grundlegend in LF 10 aufgenommen • Gestaltung der Schlafumgebung des Kindes - Prävention des plötzlichen Kindstodes (SIDS) • Pflegerische Unterstützung und Begleitung von kindlichen und mütterlichen Anpassungsprozessen --> hier: pflegerische Begleitung der Wöchnerin ○ Erhebung der Unterstützungs- und Informationsbedarfe der Wöchnerin --> gezielte Gesprächsführung ○ Mütter und Väter zu gesundheitsbezogenen Fragen im Zusammen-hang mit Schwangerschaft und Geburt informieren ○ spezielle Pflegemaßnahmen beim Neugeborenen und der Mutter • Abstriche zur Infektionskontrolle • tgl. Urinkontrolle / Sammelurin • Blutungskontrolle und Information hinsichtlich der Einhaltung der Bettruhe bei Blutungen • Mutter und Kind beim Stillen unterstützen und ggf. anleiten --> wird in LF 21 im Sinne von Stillberatung aufgenommen • Körper- und Hautpflege bei Neugeborenen -- Abstimmung mit LF 3B erforderlich • Eltern in der Pflege ihres Kindes anleiten und in ihrer elterlichen Kompetenz fördern und stärken <-- anknüpfend an LF 1B--> die Kompetenz der informierenden und anleitenden Gesprächsführung wird in nahezu allen Lernfeldern aufgenommen und durch Anwendung kontinuierlich erweitert, vertieft und gefestigt ○ z. B. zur Versorgung des neugeborenen Kindes anleiten ○ z. B. Informationen zu Risiko und Prävention von SIDS situations- und adressatengerecht weitergeben • Reflexion der eigenen Einstellung gegenüber Familiengründung, Elternschaft und Geburt • Wahrnehmung der emotionalen Reaktionen gegenüber Neugeborenen / Säuglingen / Kleinkindern (Kindchenschema als Schlüsselreiz) • Reflexion der besonderen Form des beruflichen Agierens in der Triade (Pflegende - Kind - Eltern) - erste Annäherung --> wird im weiteren Ausbildungsverlauf aufgenommen, z. B. in LF 5, LF 11, LF 16, LF 19, LF 21 • familiäre Übergangssituationen infolge von Schwangerschaft, Geburt und Leben mit einem neugeborenen Kind • Schwangerschaft - Verlauf und Nachsorge (auch typische / häufige Komplikationen wie ...) ○ Präeklampsie (Erscheinungsformen und Beobachtungskriterien, nicht Pathophysiologie) • natürliche Geburt • Geburtsrisiken ○ Frühgeburtlichkeit ○ Mangelgeburtlichkeit ○ Sauerstoffunterversorgung während der Geburt • (einfache) geburtshilfliche Interventionen bei häufigen Komplikationen ○ Künstliche Fruchtblasensprengung ○ Episiotomie und Naht ○ Kaiserschnitt (klassische Sectio caesarea) • Erkrankungen in der Phase der Geburtshilfliche Nachsorge ○ postpartale Blutungen /Hämorrhagien ○ Wochenbettfieber ○ Lochialstau ○ Mastitis • mögliche situations- und/oder hormonell bedingte Stimmungsschwankungen bei der Wöchnerin (Babyblues) • Risiken oder Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung und der damit verbundene Versorgungs- und Präventionsbedarf eines neugeborenen Kindes, typische ○ Anpassungsstörungen des Neugeborenen, exempl.: • Neugeborenen Ikterus / Hyperbilirubinämie (Gelbsucht bei Neugeborenen) einschließl. Kernikterus als mögliche Folge • Hypoglykämie bei Kindern von Müttern mit Diabetes • Phenylketonurie ○ Infektionsgefahr ○ Risikofaktoren des plötzlichen Kindstodes (SIDS) ○ Nabelanomalien Situative Rahmenbedingungen • Gesetzliche Grundlagen zum Schutz von Mutter und Kind • Elterngeld und staatliche Unterstützungssysteme für junge Familien • Organisationskonzepte: Integrative Geburtshilfe / Stillfreundliches Krankenhaus (WHO), Babyfreundliches Krankenhaus • Förderprogramme: KoKi (Koordinierende Kinderschutzstellen) Ergänzende Wissensgrundlagen • Anatomie/Physiologie des männlichen/weiblichen Urogenitalsystems (Genitalorgane und Blase / ableitende Harnwege, weibliche Brust --> Niere / Wasser- und Elektrolythaushalt --> in LF 6 u. 8! --> die Genitalorgane werden in LF 20 aufgenommen und können dort ggf. vertieft werden • Anatomie/Physiologie der Zelle - Zellteilung und Entwicklung / Mitose und Meiose / Überblick zur Genetik / Vererbung und Fortpflanzung <-- Vertiefung zu LF 3A --> wird in LF 21 und LF 24 ggf. fallbezogen aufgenommen und exemplarisch vertieft • Biologie der embryonalen und fetalen Entwicklung • Verlauf der Neugeborenen Periode • Apgar-Score und Neugeborenen Screening im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung • Entwicklung (und Entwicklungsaufgaben) des Kindes im ersten Lebensjahr (psychisch, mental, physisch - ggf. Abstimmung mit LF 3B erforderlich --> wird in LF 10 (Erwachsenenalter) und LF 11 (Jugendalter) aufgenommen, Begriff der Entwicklungsaufgaben ggf. erst dann einführen • Bedeutung von Bindung / Bonding und der Eltern-Kind-Interaktion (Ainsworth, Bowlby) --> wird in LF 11 und v. a. LF 21 aufgenommen und vertieft • Nährstoffbedarf und Ernährung des Kindes in der Säuglingsphase - Unterschiede zwischen Muttermilch und Flaschennahrung - Doppelung mit LF 3B abhängig von der zeitlichen Reihenfolge --> Fortführung im weiteren Entwicklungsverlauf in LF 11 und/oder LF 21 • Gesellschaftliche Entwicklungen der Geburt bzw. Geburtshilfe (z. B. in Bezug auf Stillförderung / Kaiserschnitt vs. physiologische Geburt)   Bezug zum Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG Anlage 1 für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht CE Nr. Titel h von ges.h in Anl. 1 CE 04 Gesundheit fördern und präventiv handeln 10 v. 80 CE 10 Entwicklung und Gesundheit in Kindheit und Jugend in pflegerischen Situationen fördern 50 v. 120   Summe 60 h   Kompetenzaufbau I-Pflegeprozess / -diagnostik ... II-Kommunikation / Beratung III-Intra- / interprof. Handeln IV-Gesetze / Leitlinien V-Pflegewiss. / Berufsethik I.1.a-f/h I.2.a-d/f/g I.3.b I.6.d/e 36 h II.1.a-e II.2.a 8 h III.1.a III.2.a/b III.3.a 6 h IV.2.c 4 h V.2.a 6 h   Vorschläge für Lerneinheiten / Lernsituationen, z. B. aus dem „Nationalen Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz in der Pflege“ (NaKomm) • LF - Auf der Eltern-Kind-Station - (umfasst das gesamte Lernfeld = 56-58 h) - Gesamtes Lernfeld zu vier verschiedenen Familiensituationen im Handlungsfeld, ausgehend von der Übernahme der Familien aus dem Kreißsaal. Im Vordergrund stehen komplikationsarme Geburten bzw. komplikationsarme Entbindungen per Kaiserschnitt. 1. AUSBILDUNGSJAHR - LF 5 Lernfeld 5 120 Std. Prä- und postoperative Pflege von Menschen in allen Altersstufen Voraussetzungen: LF 1A / LF 2 / LF 3A / LF 1B (zumindest: Familie als System / Informationen geben / Gefühlswirrwarr aufdröseln) / LF 3B / LF 4 (zumindest Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr für die pädiatrischen Aspekte in diesem Lernfeld) Hinweise zur Rahmung möglicher Lernsituationen Zielgruppe Setting • Menschen aller Altersstufen • interprofessionelles Team • Krankenhaus - Chirurgische bzw. Integrative Stationen mit chirurgischen Versorgungsbereichen   Kompetenzen Die Auszubildenden nutzen den Pflegeprozess bei der Planung der unkomplizierten stationären prä- und postoperativen pflegerischen Versorgung von Menschen aller Altersstufen. Sie beobachten und interpretieren die Pflegephänomene und medizinischen Symptome in Folge von Operationen, geben ihre Erkenntnisse weiter und wirken entsprechend ihrem Kenntnisstand an der Durchführung der erforderlichen medizinisch-diagnostischen und -therapeutischen Maßnahmen mit. Sie schätzen den Zustand akuter chirurgischer Wunden ein und wenden Grundprinzipien der Versorgung von Wunden an. Sie begleiten Klein- und Schulkinder mit ihren Bezugspersonen wie auch ältere Menschen und ihre Bezugspersonen durch den Krankenhausaufenthalt, unterstützen sie bei der Bewältigung von mit der Operation sowie dem Krankenhausaufenthalt verbundenen Herausforderungen und stimmen die Interaktion sowie den Pflegeprozess auf den physischen, emotionalen und kognitiven Entwicklungsstand ab. Sie beteiligen sich an einer effektiven interprofessionellen Zusammenarbeit in der Versorgung und Behandlung von chirurgischen Patientinnen und Patienten. Durch ihre fachlich begründete, verantwortungsvolle Mitwirkung im Versorgungsprozess tragen sie zur Gewährleistung der Patientensicherheit sowie zur Stärkung von Selbstmanagementfähigkeiten und Gesundheitskompetenz der zu pflegenden Menschen bei. Unterrichtsziele Die Auszubildenden planen anhand unterschiedlicher Fallbeispiele die unkomplizierte stationäre prä- und postoperative pflegerische Versorgung von Menschen aller Altersstufen. Sie bearbeiten hierfür sowohl die Krankheitslehre zu ausgewählten Erkrankungen als auch mögliche Pflegephänomene, insbesondere Angsterleben sowie akuten Schmerz. Sie erläutern grundlegende Anforderungen der prä- und postoperativen Versorgung. Die Auszubildenden beschreiben das strukturierte Handeln orientiert an Abläufen von der Aufnahme bis zur Entlassungsplanung bei elektiven Eingriffen und die erforderlichen Schritte zur Integration von individuellen Bedürfnislagen in den Pflegeprozess. Die Formen einer strukturierten Pflegeprozessplanung in standardisierten Versorgungsabläufen vergleichen sie mit den Anforderungen an die Patientinnen und Patienten und das medizinisch-pflegerische Team in ungeplanten Akut- oder Notfallsituationen und erläutern mögliche Anlässe, davon ggf. auch abzuweichen. Die Auszubildenden beschreiben die Bedürfnisse und Ängste von Kindern und ihren Familien, analysieren am Beispiel von Fallsituationen den kindlichen Entwicklungsprozess und ggf. Kommunikationsbarrieren, wählen geeignete pflegerische Interventionen der prä- und postoperativen Pflege aus und erproben ein altersgerechtes Kommunikationsverhalten. Sie kennen die komplexen Zusammenhänge zwischen physischer, mentaler und psychischer Entwicklung und die Bedeutung des familiären Umfeldes. Die im Rahmen des Lernfeldes gewonnenen gesundheitsbezogenen Kenntnisse fügen die Auszubildenden unter dem Aspekt der präoperativen Vorbereitung sowie der postoperativen Versorgung zusammen, gestalten formelle sowie informelle Informationsgespräche mit den zu pflegenden Menschen und/oder ihren Bezugspersonen und erweitern, üben und festigen so ihre Fähigkeiten in der pflegerischen Kommunikation, der Informationsgabe sowie der Instruktion / Anleitung zu gezielten Handlungen. Des Weiteren vergleichen die Auszubildenden die Kompetenzen und Aufgaben verschiedener Berufsgruppen im Krankenhaus sowie die Strukturen und Interessen in der Institution und kennen die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen im Zusammenhang mit Operationen. Ebenfalls bezogen auf Operationen erläutern sie exemplarisch relevante gesundheitsökonomische Aspekte und bewerten diese aus der Perspektive der zu pflegenden Menschen, der pflegerischen Profession und der Institution. Sie reflektieren das Spannungsfeld zwischen dem theoretisch und fachlich begründeten Anspruch eines am Prinzip der Vollständigkeit ausgerichteten, strukturierten und personenorientierten Pflegeprozesses und der Erfahrung einer diskontinuierlich und funktionsorientiert erlebten Pflegewirklichkeit. Insgesamt gelangen sie - unter Einbeziehung von LF 6 und 7 - zu einer begründeten, realistischen Einschätzung ihrer im ersten Ausbildungsdrittel erworbenen Kompetenzen, die sie mit Rückgriff auf die entsprechenden rechtlichen Regelungen sicher argumentativ gegenüber der Pflegedienstleitung und den Kolleginnen und Kollegen vertreten können.   Inhalte, die den Situationsrahmen weiter ausdifferenzieren Handlungsmuster (Pflegerische Aufgaben / Konzepte) Pflegeanlässe (Phänomene / Bedürfnisse / Erkrankungen) • Pflegeprozessplanung in der chirurgischen klinischen Akutversorgung mit Bezug zu einem theoretischen Modell als Begründungsrahmen (z. B. Roper / Orem) • Prinzipien des pflegerischen Entlassungsmanagements --> wird in LF 11 weitergeführt und z. B. auch mit Blick auf den Expertenstandard vertieft • Standardisierung pflegerischer Abläufe - Clinical Pathways - Pflegesysteme und Ablauforganisation im klinischen Alltag --> wird in LF 8 aufgenommen und mit Blick auf Abläufe in der Inneren Medizin erweitert • Nutzung und Integration eines weiteren Expertenstandards als wissenschaftliche Fundierung der klinischen Praxis ○ „Schmerzmanagement in der Pflege“ • Aufnahme von Patientinnen und Patienten im chirurgischen Fachbereich (elektiv geplant / Akutaufnahme) <-- anknüpfend an Aufnahmegespräche in LF 1A • Planung des pflegerischen Versorgungsablaufs anhand der erhobenen Daten • Formelle Kommunikationssituationen mit den Patientinnen und Patienten und ihren Bezugspersonen im Umfeld von chirurgischen Eingriffen ○ Abstimmung der Planung mit dem zu pflegenden Menschen ○ Durchführung eines formellen / informellen Informationsgesprächs zur geplanten Operation ○ Altersentsprechende Information von Kindern ○ Information der Bezugspersonen - Vorgehen / Verpflichtungen / Grenzen <-- anknüpfend an LF 1B und LF 3B • Interventionen der präoperativen Versorgung • Begleitung von Patientinnen und Patienten zum OP • Übernahme aus dem Aufwachraum - Patientensicherheit gewährleisten - Übergabeinformationen aufnehmen und weiterleiten • Angst und Schmerz bei Erwachsenen / Kindern erkennen - durch pflegerische Beobachtung und mit Hilfe von standardisierten Instrumenten • Interventionen zur Angstreduktion bei Angst in Verbindung mit einem chirurgischen Eingriff („medical fear“) ○ bei erwachsenen Menschen ○ bei Kindern in unterschiedlichen Entwicklungsphasen ○ bei den Bezugspersonen <-- anknüpfend an die emotionspsychologischen Grundlagen aus LF 3A, LF 1B • Interventionen der postoperativen Versorgung ○ Beobachtung (Bewusstsein, Nachwirkungen der Narkose, Schmerz ...), sachgerechte Dokumentation und Weitergabe von Problemsituationen ○ Mobilisation ○ Nahrungskarenz, Kostaufbau ○ Drainagesystem, Drainagehandling ○ Nutzung technischer Hilfsmittel, z. B. Motorschiene • Verstehen und Verständigung bei Verwirrtheitssymptomen in Folge eines postoperativen Delirs - kurze Einführung --> wird in LF 18 erweitert und vertieft • Interventionen bei akuten Schmerzsituationen - pflegerisches Schmerzmanagement im Umfeld von Operationen ○ Wechselwirkung von Angst- und Schmerzreaktionen ○ nichtmedikamentöse Interventionen zur Reduktion von Schmerzen ○ gendermedizinische Aspekte • Verabreichung von Medikamenten - Grundprinzipien der Pharmakologie ○ orale Medikamentengabe (z. B. Schmerzmedikation) ○ s. c. Injektion (z. B. Heparin) • Planung und Durchführung der Ganzkörperwäsche am 1. postoperativen Tag mit liegenden Zu- und Abgängen sowie in Verbindung mit einer Infektion mit multiresistenten Erregern ○ Strukturierung des Handlungsablaufs in komplizierten Situationen <-- Vertiefung von LF 3A ○ Blasenverweilkatheter (legen und) versorgen --> kann ggf. auch in LF 8 eingeführt / vertieft werden • Grundlegende Prinzipien des Wundmanagements und Pflege von Menschen mit Wunden nach einem chirurgischen Eingriff ○ Beschreibung, Beurteilung und Versorgung chirurgischer Wunden ○ Unterscheidung von Wunden ○ begründete Auswahl der Wundauflage ○ Risiko der Chronifizierung, Beschreibung, Beurteilung und Versorgung einfacher chronischer Wunden

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.