Europäische Union

2001/418/EG: Entscheidung der Kommission vom 7. Juni 2000 in einem Verfahren nach Artikel 81 EG-Vertrag bzw. Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/36.545/F3 — Aminosäuren) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 1565)

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Quellenkennung: 32001D0418. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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t für das Jahr 1993. Es wurde wiederum der Mechanismus der Erlangung und Überwachung einer Vereinbarung über Verkaufsmengen erörtert. ADM war der Auffassung, dass die Kommunikation über einen Unternehmensverband erfolgen sollte. Als Beispiel führte es die monatlichen Meldungen seines Zitronensäureabsatzes an einen Verband an, die von der Schweizer Treuhandgesellschaft überprüft würden. Auf ähnliche Weise könnten die Lysinverkäufe Ajinomoto gemeldet werden, das wiederum diese Zahlen allen Teilnehmern mitteilen könnte. Von besonderer Bedeutung sei hierbei die Vertraulichkeit des Berichtsmechanismus. (101) Ajinomoto berichtete Kyowa über die Zusammenkunft mit ADM in Tokio. Beide Hersteller kamen darin überein, dass die Mengenzuteilungsforderung von ADM für das Jahr 1993 unzumutbar war, und dass Sewon in die Mengenerörterungen einbezogen werden sollte. (102) Am 27. Mai 1993 trafen Ajinomoto und Kyowa mit Sewon zusammen und informierten Sewon über die Mengenforderung von ADM für das Jahr 1993. Ajinomoto bezog sich auf die guten Ergebnisse der Zusammenarbeit in der Vergangenheit, wies jedoch darauf hin, dass der Marktzutritt von ADM Schwierigkeiten geschaffen habe. Sewon bekräftigte seine Bereitschaft, mit Ajinomoto und Kyowa Gespräche zu führen und zu verhandeln. Die Teilnehmer sahen das Erfordernis, auf einer Zusammenkunft zwischen den fünf Herstellern die Verkaufsmengen anzupassen. Ajinomoto wollte die Initiative ergreifen, um mit ADM zu verhandeln, während Sewon sich bemühen wollte, Cheil von diesem Vorgehen zu überzeugen. (103) Am 1. Juni 1993 wurde Kyowa von ADM mitgeteilt, dass es beschlossen habe, den Rückgang des Lysinpreises in Europa aufzuhalten, weshalb es am Tag zuvor eine Preiserhöhung auf 0,81 USD/lb angekündigt habe. (104) Am 18. Juni 1993 kamen Ajinomoto, Kyowa, Sewon und Cheil im Hotel Sankei-Kaikan in Tokio zusammen, um das Vorgehen auf der nächsten Zusammenkunft der fünf Hersteller zu besprechen, die am 24. Juni 1993 in Vancouver stattfinden sollte. Die Teilnehmer tauschten Angaben über Preise und Verkaufsmengen für die einzelnen Regionen aus. Anhand des ersten Vorschlags von Ajinomoto (54000 t für ADM) und der Forderung von ADM (65000 t) erörterten sie verschiedene Regelungen für die Zuteilung der Verkaufsmengen. Es bestand der Plan, auf der Zusammenkunft mit ADM auf 54000 t zu bestehen, um zu einer Vereinbarung über 60000 t zu gelangen. Die endgültige Zuteilung wäre dann folgende: Ajinomoto 81200 t, ADM 60000 t, Kyowa 44400 t, Sewon 32900 t und Cheil 13500 t. Ajinomoto schlug vor, vierteljährliche Zusammenkünfte für jede Region und ein Kommunikationssystem einzuführen. Die Preissteigerungen für die einzelnen Regionen wurden von den Teilnehmern bestätigt. Für Europa wurde der Preis auf 3,20 DEM/kg festgesetzt (gestützt auf den bestätigten Preis von 0,81 USD/lb) bzw. auf 4,20 DEM/kg, als der amerikanische Preis auf 1,05 USD/lb stieg. d) Zusammenkunft vom 24. Juni 1993 in Vancouver (105) Die Zusammenkunft fand im Hotel Hyatt Regency in Vancouver statt. Vertreten waren die Unternehmen ADM, Ajinomoto/Eurolysine, Kyowa, Sewon und Cheil. (106) Folgende Punkte standen auf der Tagesordnung: 1. Überprüfung der jüngsten Marktentwicklungen, 2. Anpassung der Produktions-/Absatzmengen für jedes Land, 3. Zeitplan für Preiserhöhungen, 4. Kommunikationssystem (insbesondere regionale Zusammenkünfte) und 5. Aufbau einer Organisation für die Zusammenarbeit der Lysinhersteller. (107) Es wurde festgestellt, dass die Preiserhöhungen in den USA und in Europa erfolgreich waren, während die Vereinbarungen für Mittel- und Südamerika sowie für Asien nicht korrekt umgesetzt würden. Die Teilnehmer sahen eine stufenweise Erhöhung der Preise von 0,81 USD/lb auf 0,95 USD/lb, 1,10 USD/lb und möglicherweise auf schließlich 1,20 USD/lb vor. (108) Ajinomoto legte eine Tabelle der Mengenzuteilungen vor, auf der ADM mit 54000 t eingetragen war. ADM bestand auf der Aufrechterhaltung seines damaligen Produktionsumfangs von 65000 t. (109) In Bezug auf das Kommunikationssystem waren die japanischen Hersteller an örtlichen Zusammenkünften interessiert, was auf den Widerstand von ADM stieß, das die direkte Verbindung zu der Zentrale verlangte. (110) Mit Ausnahme von Cheil kam man überein, eine offizielle von Ajinomoto und ADM zu verwaltende Lysin-Organisation zu bilden. - Folgemaßnahmen (111) Ajinomoto und ADM vereinbarten, am 5. Oktober in Paris eine von Ajinomoto zu organisierende Zusammenkunft abzuhalten. Haupttagesordnungspunkte sollten Preise und Mengen sowie der Zusammenschluss sein. ADM teilte Ajinomoto mit, dass sein Produktionsumfang in den vergangenen neun Monaten einem Jahresertrag von 65000 t entsprach, was für ADM eine akzeptable Mindestmenge darstellte. Die Parität mit Ajinomoto bei den Marktanteilen könnte gemäß ADM für weitere zwei oder drei Jahre hinausgeschoben werden. e) Zusammenkunft vom 5. Oktober 1993 in Paris (112) Die Zusammenkunft fand unter Beteiligung von Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa, Sewon und Cheil im Grand Hotel in Paris statt. Sie wurde von Ajinomoto organisiert, das auch die Tagesordnung vorbereitet hatte und den Vorsitz führte. Gegenstand des Treffens war die Gründung eines Verbandes der Aminosäurehersteller unter dem Dach von Fefana, eine Vereinbarung über Preise für das vierte Quartal 1993 und die Zuteilung der Verkaufsmengen für das kommende Jahr. (113) Ajinomoto berichtete über den Stand bei der Gründung eines Herstellerverbandes. (114) Zur Marktentwicklung stellten die Teilnehmer fest, dass die Überflutung des Mississippi im Sommer 1993 die Sojabohnenernte in den Vereinigten Staaten vernichtet hatte, was zur Steigerung der Getreidepreise, jedoch gleichzeitig zu überschüssigen Lysinvorräten geführt hatte. Sie erwarteten deshalb einen Rückgang bei den Bestellungen, weshalb die Lieferungen verringert werden müssten, um einen Preisrückgang zu verhindern. Hinsichtlich Europa war eine Senkung um 40 bis 50 % vorgesehen. (115) Bei der Überprüfung der Preise nach Regionen wurde festgestellt, dass der auf einer regionalen Zusammenkunft für Europa vereinbarte Preis von 5,30 DEM je kg wesentlich über den Preisen in anderen Regionen lag. Es wurde vereinbart, den europäischen Preis auf dieser Höhe zu halten. (116) Für den Zeitraum Oktober 1993 bis September 1994 wurde von jedem Unternehmen der entsprechende Produktionsumfang gemeldet. Dabei wurde von Cheil eine Menge von 22000 t beansprucht, was sich von dem Betrag unterschied, der von diesem Unternehmen bei der Zusammenkunft in Vancouver vom 24. Juni 1993 angegeben worden war. ADM konnte zu jener Zeit nicht eine Verringerung des Produktionsumfangs zusagen, weshalb beschlossen wurde, dass die Unternehmensspitzen von ADM und Ajinomoto unmittelbar in die Mengendiskussion einbezogen werden würden. - Folgemaßnahmen (117) Am 25. Oktober 1993 kamen die Unternehmensspitzen von ADM und Ajinomoto in Irvine zusammen, um die Aufteilung der Verkaufsmengen für jeden Lysinhersteller für das Jahr 1994 zu erörtern. Nach einer Untersuchung der von den einzelnen Herstellern bis Ende 1993 abzusetzenden Lysinmenge schlug ADM vor, anhand dieser Zahlen die Zuteilung der Verkaufsmengen für das Jahr 1994 für jeden Hersteller zu errechnen. Sie besprachen das Marktwachstum für das Jahr 1994 und die Aufteilung dieses Wachstums auf die einzelnen Hersteller. ADM war damit einverstanden, dass alle übrigen Lysinhersteller in diesem Jahr 2000 t mehr verkaufen könnten, als sie im Jahr 1993 abgesetzt hatten und dass ADM und Ajinomoto das verbleibende Wachstum bei den weltweiten Lysinverkäufen im Jahr 1994 unter sich aufteilen würden. ADM stimmte mit diesem Plan überein und wurde beauftragt, bei den übrigen Herstellern für die Zustimmung zu dieser Zuteilungsregelung zu sorgen. (118) Nach der Zusammenkunft von Irvine wurde der dort vereinbarte Mengenvorschlag von den asiatischen Herstellern besprochen. Sowohl Cheil als auch Sewon waren an einem größeren Anteil interessiert, weshalb Cheil nicht an der nächsten Zusammenkunft teilnahm, die am 8. Dezember 1993 in Tokio stattfand. f) Zusammenkunft vom 8. Dezember 1993 in Tokio (119) Die Zusammenkunft, an der Vertreter von Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa und Sewon teilnahmen, fand im Hotel Palace in Tokio statt. (120) Die Lysinpreise wurden für die einzelnen Regionen überprüft, und es wurde festgestellt, dass die am 5. Oktober 1993 in Paris vereinbarten Preise nicht voll umgesetzt worden waren. In Europa betrug der damalige Preis 5,00 DEM je kg anstatt wie vereinbart 5,30 DEM je kg, obwohl alle Hersteller ihre Verkäufe eingeschränkt hatten. Es wurde vereinbart, für das erste Quartal 1994 den europäischen Preis bei 5,30 DEM je kg zu halten. (121) Außerdem wurde der von ADM und Ajinomoto in Irvine entwickelte Mengenzuteilungsplan verfeinert. Die Verkaufsmengen wurden den Herstellern weltweit und nach Region einschließlich Europas zugeteilt. Weltweit erhielt ADM eine Menge von 67000 t (zuzüglich eines Teils des Wachstums von 1994), Ajinomoto 84000 t und Kyowa 46000 t. ADM, Ajinomoto und Kyowa stimmten einzeln der Mengenzuteilungsregelung zu. Sewon sollte entweder 34000 oder 37000 t abhängig davon erhalten, ob Ajinomoto und Kyowa einer Überprüfung ihrer Absatzmengen für 1992 zustimmen würden. Sewon war mit diesem Vorschlag einverstanden. (122) ADM benannte Ajinomoto als das Büro, dem jeder Lysinhersteller seine monatlichen Absatzzahlen zu melden hatte. Es war die Aufgabe von Ajinomoto, die eingehenden Zahlen zu überwachen, damit die Hersteller ihren Absatz anpassen konnten, um ihren Jahresverkauf gemäß den vereinbarten Hoechstbeträgen zu begrenzen. Hinsichtlich der Vorlage ihrer monatlichen Absatzzahlen gab ADM den übrigen Herstellern die Vorsichtsregel "ihr Telefon zu überwachen und sehr umsichtig vorzugehen". Außerdem schlug ADM vor, dass die Hersteller an den vierteljährlichen Zusammenkünften ihres Berufsverbandes teilnehmen, um ihre Preise und Absatzmengen gemäß ihren Vereinbarungen anzupassen. Es erläuterte, warum die Gründung eines Berufsverbandes eine äußerlich legitime, jedoch künstliche Veranlassung für Zusammenkünfte wäre, mit der die Tatsache verdeckt werden könnte, dass eigentliche Wettbewerber im Geheimen zusammenkommen, um Preise und Absatzmengen zu besprechen. ADM erläuterte das Zusammenspiel von "offiziellen" und "inoffiziellen" Zusammenkünften. So könnte bei der offiziellen Zusammenkunft eines Berufsverbandes eine Hotelsuite gebucht und die Kartellteilnehmer geheim darüber in Kenntnis gesetzt werden, damit sie zusammentreffen und die Preise und Absatzmengen abseits von der offiziellen Zusammenkunft besprechen könnten. Die Teilnehmer waren mit dieser Vorgehensweise einverstanden. - Folgemaßnahmen (123) Die Überprüfung der Absatzzahlen wurde von den asiatischen Herstellern erörtert. (124) Am 1. Februar 1994 traten ADM Ingredients und Eurolysine zusammen. Sie erörterten die damaligen Preise und beschlossen, die Lieferungen zu verlangsamen, um die Preishöhe zu halten. Dies war die erste Zusammenkunft der europäischen Lysinhersteller nach den "trilateralen Zusammenkünften" im ersten Halbjahr 1992 (Ziffern 75 und 76), für die direkte Unterlagen im Besitz der Kommission sind. Aus den in Bezug auf andere Zusammenkünfte (27. August 1992, 1. Oktober 1992 und 5. Oktober 1993) vorliegenden indirekten Beweismitteln wird deutlich, dass während des gesamten von dieser Untersuchung erfassten Zeitraums Vertreter der europäischen Lysinhersteller die auf weltweiter Ebene getroffenen Entscheidungen verfeinert haben. (125) Am 26. Januar 1994 fand die erste offizielle Zusammenkunft der Aminosäuren-Arbeitsgruppe von Fefana im Fefana-Büro in Brüssel statt. Am 15. Februar 1994 lud Eurolysine die übrigen Lysinhersteller zu einer simulierten Zusammenkunft der Fefana-Taskforce in Honolulu ein. g) Zusammenkunft vom 10. März 1994 in Honolulu (126) Die Zusammenkunft unter Teilnahme von Vertretern von Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa, Sewon und Cheil fand in dem Hotel Sheraton Makaha Resort unter Vorsitz von Kyowa statt. (127) Die Zusammenkunft in Hawaii war das erste Treffen nach dem Beschluss von Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa und Sewon, ihre monatlichen Absatzzahlen Ajinomoto zu melden. Während des Vormittags erörterten Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa und Sewon ihre Absatzzahlen in Bezug auf die auf der Zusammenkunft von Tokio vom 8. Dezember 1993 vereinbarten Zielverkaufsmengen. Daraufhin wurde die Frage erörtert, ob diese Zahlen im Rahmen eines Audits überprüft werden sollten. Da in dieser Frage kein Fortschritt erzielt werden konnte, wurde vereinbart, dass die Unternehmensleitung der asiatischen Hersteller über die Auditfrage auf einer späteren Zusammenkunft befinden sollten. (128) Am Nachmittag erhielt Cheil, das am morgendlichen Treffen nicht teilgenommen hatte, da es eine größere Absatzmengenzuteilung wie zuvor mit den übrigen Herstellern vereinbart verlangte, ein Quotenangebot von 17000 t. Cheil stimmte diesem Angebot und der monatlichen Vorlage der Absatzzahlen zu. (129) Die Teilnehmer einschließlich Cheil erörterten und vereinbarten daraufhin die Lysinpreise für das zweite Quartal 1994 für die einzelnen Länder der Regionen Nordamerika, Mittel- und Südamerika, Europa, Naher Osten, Afrika und Asien. (130) Auf dem europäischen Markt wurde festgestellt, dass der Preis unter 5,00 DEM/kg lag und dass die Endabnehmer offenbar einen weiteren Rückgang erwarteten. Außerdem waren die Vorratsmengen offensichtlich aufgrund von Manipulationen des Handels gesunken. Es wurde beschlossen, den Preis für Europa mit unverzüglicher Wirkung auf 5,20 DEM/kg festzusetzen. (131) ADM und Ajinomoto schlugen vor, die nächsten offiziellen Zusammenkünfte der Arbeitsgruppe Aminosäuren als "Deckmantel" für geheime Zusammenkünfte der Hersteller zu benutzen. - Folgemaßnahmen (132) Am 15. März traten Ajinomoto, Kyowa und Sewon im Royal Hotel in Tokio zusammen, um ein Treuhandunternehmen zur Prüfung der Absatzzahlen auszuwählen. Während die japanischen Unternehmen auf ihre eigenen Rechnungsprüfer zurückgreifen wollten, schlug Sewon die Ernennung einer einzigen Treuhänderfirma zur Überprüfung aller Unternehmen vor. Es wurde vereinbart, die Diskussion auf der nächsten Zusammenkunft fortzuführen. Die Verkaufsmengenzuteilung von 1994 für Sewon wurde erneut besprochen. Während sich die japanischen Unternehmen auf der Grundlage des Absatzumfangs von 1992 auf 34000 t bezogen, beanspruchte Sewon 37000 t. Sollten die Auditergebnisse jedoch Absatzmengen für Ajinomoto und Kyowa im Jahr 1992 von 84000 t bzw. 46000 t ergeben, wäre Sewon einverstanden, im Jahr 1994 zwar nur 34000 t, im Jahr 1995 jedoch 37000 t auf den Markt zu bringen. h) Zusammenkunft vom 19. Mai 1994 in Paris (133) Anlässlich der zweiten offiziellen Zusammenkunft der Fefana-Arbeitsgruppe Aminosäuren vom 19. Mai 1994 in Paris traten die fünf Lysinhersteller inoffiziell im Grand Hotel zusammen. (134) Sie erörterten und analysierten ihre Ajinomoto gemeldeten Absatzzahlen in Bezug auf die Zielmengen, die auf der Zusammenkunft vom 8. Dezember 1993 in Tokio vorgegeben wurden. Ajinomoto stellte fest, dass Sewon seinen Anteil an der Gesamtjahresmenge von 34000 t überschritten hatte, und dass sie die restliche Menge von anderen Unternehmen zum Ende des Jahres aufkaufen müssten. Sewon erwiderte, dass es einer Jahresmenge von 34000 t nur unter der Bedingung zugestimmt hatte, dass für die Jahreszahlen 1992 von jedem der übrigen Hersteller ein unabhängiges Audit vorgenommen würde. Da für ADM, Ajinomoto und Kyowa andere als die von den Herstellern gegenwärtig beauftragten Rechnungsprüfer nicht akzeptabel waren, bestand Sewon auf 37000 t. ADM warnte vor einem Druck auf die Preise, falls Sewon seine Verkäufe nicht einschränken würde. (135) Die Teilnehmer erörterten daraufhin die Preise für die einzelnen Regionen. Für Europa wurde ein Mindestpreis von 5,10 DEM/kg ab 25. Mai jenes Jahres vereinbart. Man ging davon aus, dass diese Preise bis zur nächsten Zusammenkunft gehalten werden könnten. - Folgemaßnahmen (136) Auf einer internen Zusammenkunft Ende Mai/Anfang Juni 1994 in St. Louis setzte ADM seine Verkaufsziele und seine Zielpreise fest. Der europäischen Vertriebsabteilung wurde auferlegt, einen Zielpreis von 5,10 DEM/kg einzuhalten. (137) Anlässlich einer offiziellen Zusammenkunft von Fefana kamen ADM Ingredients, Eurolysine, Kyowa Europa und Cheil am 16. Juni 1994 in Düsseldorf inoffiziell zusammen. Eurolysine erläuterte die Marktlage in Europa einschließlich der Preise für jedes einzelne Land. Nachdem festgestellt wurde, dass die Preise unter 4,70 DEM/kg gefallen waren, wurde vereinbart, die Preishöhe von 5,10 DEM/kg zu halten. (138) Am 30. Juni 1994 traten Eurolysine und Sewon Europa zusammen, wobei Eurolysine Erläuterungen zu der Zusammenkunft in Düsseldorf vom 16. Juni gab. Sewon stellte fest, dass die tatsächlichen Marktpreise nach der Ankündigung von Preiserhöhungen stets gefallen waren, da Eurolysine seine Preiserhöhungen erst mitgeteilt hatte, nachdem es Aufträge von Großabnehmern zum alten Preis erhalten hatte. Hieraus schloss Sewon, dass der damalige Preis nicht erhöht werden konnte. Es wurden auch Ansichten über die Marktlage in verschiedenen Ländern ausgetauscht. (139) Am 19. Juli 1994 kamen auf Einladung von Eurolysine, das eine Fefana-Tagesordnung simuliert hatte, ADM Ingredients, Eurolysine, Sewon Europa und Cheil im Hotel Hyatt Regency zusammen. Es wurde vereinbart, bis Ende des Jahres für jedes Land folgende Preise je Kilogramm einzuhalten: Deutschland 5,10 DEM, Frankreich 17,50 FRF, Belgien 105 BEF, Niederlande 5,70 NLG, Vereinigtes Königreich 2,10 GBP, Spanien und Portugal 430 ESP (mindestens 425), Italien 5200 ITL und Österreich 36 ATS. Es wurde auch vereinbart, das Vorgehen gegenüber bestimmten Kunden zu koordinieren, zu denen einzelne Lieferanten einen schwierigen Zugang hatten. Erwähnt wurden auch amerikanische Einfuhren nach Europa zu einem Preis von rund 4,60 DEM und die Auswirkungen des niedrigen Dollarkurses. i) Zusammenkunft vom 23. August 1994 in Sapporo (140) Die Zusammenkunft fand unter Teilnahme von Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa, Sewon und Cheil im Hotel Hiroshima Prince in Sapporo statt. Eurolysine hatte die übrigen Hersteller zu einer simulierten Zusammenkunft einer Fefana-Arbeitsgruppe eingeladen. (141) Die Teilnehmer erörterten und analysierten die Ajinomoto gemeldeten Verkaufszahlen in Bezug auf die auf der Zusammenkunft von Tokio vom 8. Dezember 1993 vereinbarten Absatzziele. (142) Es wurde wiederum die Mengenzuteilung von Sewon für das Jahr 1994 besprochen. Ajinomoto ging davon aus, dass die Quote für Sewon von 37000 t auf das Jahr 1994 beschränkt war und nicht die Grundlage für die Zuteilung des Jahres 1995 sein könnte. Sewon erwiderte, dass es nicht die Absicht habe, weitere Verhandlungen über Verkaufsmengen zu führen, wenn seine Zuteilung für das Jahr 1995 nicht 50000 t betrage. Da die von Sewon beantragte Menge jenseits der Erwartungen der übrigen Unternehmen war, wurde die Zusammenkunft zu Konsultierungszwecken unterbrochen. (143) Nach der Wiederaufnahme der Zusammenkunft drohte ADM den übrigen Teilnehmern mit einem neuen Preiskrieg und sah für Sewon erhebliche Schwierigkeiten nicht nur in den überseeischen Märkten, sondern auch auf dem koreanischen Markt voraus. Kyowa erinnerte die übrigen Teilnehmer daran, dass durch Zusammenarbeit und gegenseitiges Bemühen hohe Preise aufrecht erhalten werden könnten. Kyowa fragte Sewon, ob sie gedachten, einen neuen Preiskrieg anzustrengen. Sewon erwiderte, dass es mit den übrigen Unternehmen nicht bei den Produktionsmengen, aber bei der Preisgestaltung zusammenarbeiten könnte. Hieraus wurde gefolgert, dass Sewon in Zukunft zwar als Beobachter, jedoch nicht als Teilnehmer bei der Mengenzuteilungsregelung fungieren könnte. Es wurde beschlossen, diese Frage auf einer Zusammenkunft der Unternehmensleitungen zu klären. (144) Daraufhin wurden die derzeitigen und zukünftigen Preisstrategien und die Marktentwicklungen für jede einzelne Region erörtert. In Bezug auf Europa wurde beschlossen, den Preis wegen der Aufwertung der Deutschen Markt gegenüber dem US-Dollar nicht zu erhöhen. - Folgemaßnahmen (145) Am 7. September 1994 kamen ADM Ingredients, Eurolysine, Sewon Europa und Cheil im Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt am Main zusammen. Nach der Überprüfung der Ergebnisse der Zusammenkunft von Sapporo vom 23. August 1994 äußerten ADM Ingredients, Eurolysine und Cheil Bedenken hinsichtlich der Verkaufsmengenforderung von Sewon. Außerdem erörterte und analysierte man die Absatzzahlen in Bezug auf die vereinbarten Verkaufsmengen. ADM Ingredients schlug vor, die Gesamtverkaufsmenge für 1994 in Europa von 91400 t auf 80000 t zu senken. Eurolysine schloss sich dem Vorschlag an, da die Nachfrage in Europa hauptsächlich wegen der Verfügbarkeit von billigem Sojabohnenmehl zurückging. Cheil und Sewon Europa waren jedoch gegen den Vorschlag, da nach ihrer Auffassung 80000 t eine zu geringe Menge für den europäischen Markt wäre. Die Teilnehmer einigten sich schließlich auf folgenden Lysin-Kilopreis: Vereinigtes Königreich 2,10 GBP bis 2,25 GBP, Spanien mindestens 5,10 bis 5,20 DEM, übrige Länder zwischen 5,00 und 5,10 DEM. (146) Am 13. Oktober kamen ADM und Ajinomoto in dem Hotel Four Seasons in Chicago zusammen. Gegenstand ihrer Gespräche war die Ankündigung von Sewon, die Kapazität seines Lysinwerks im Jahr 1995 zu vergrößern. Ajinomoto teilte ADM mit, dass es die Meldung seiner Absatzzahlen an Sewon eingestellt habe. j) Zusammenkunft vom 26. Oktober 1994 in Zürich (147) Im Grand Hotel Dolder in Zürich traten zu dieser Zusammenkunft Vertreter von Ajinomoto/Eurolysine, ADM, Kyowa, Sewon und Cheil zusammen. (148) In Abweichung von der Tagesordnung wurde Sewon zu Beginn der Sitzung von Ajinomoto befragt, ob seine auf der Zusammenkunft von Sapporo am 23. August 1994 angekündigte Mengenstrategie sich geändert habe und was sein Absatzziel für das Jahr 1995 sei. Sewon erwiderte, dass sein Absatzziel unverändert 50000 t betrage. Daraufhin machte Ajinomoto einen Vorschlag für die Mengenzuteilung, der alle Teilnehmer mit Ausnahme von Sewon zustimmten. Sewon konnte diesem Vorschlag nicht zustimmen, da es sich für das Jahr 1995 ein Verkaufsziel von 50000 t und einen Marktanteil von 20 % gesetzt habe. Es teilte den übrigen Teilnehmern mit, dass sein Preisansatz für das Jahr 1995 2,20 USD/kg betrage. Die übrigen Teilnehmer erwiderten, dass sie ihre Verkäufe ebenfalls steigern würden, wenn Sewon darauf bestehe, seinen Absatz zu erhöhen. Außerdem drohte ADM, seine Verkäufe auf dem koreanischen Markt von 1000 t auf 5000 t jährlich zu steigern, wenn Sewon auf einer Erhöhung seines weltweiten Absatzes auf 50000 t bestehe. ADM zog ausdrücklich in Erwägung, den Lysin-Standardpreis auf 1,30 USD/kg zu senken, um Sewons Rückkehr zum Verhandlungstisch zu erzwingen. ADM fügte hinzu, dass Sewon das finanziell schwächste Unternehmen sei, das leicht zum Ziel einer Übernahme werden könnte. Auch Kyowa schlug einen Aufkauf für den Fall vor, dass Sewon auf einer Kapazität von 50000 t bestehen sollte. Außerdem stellte es die Frage, wer der zweitgrößte Anteilseigner des Unternehmens sei. Sewon schlug vor, die Preise ohne weitere Mengenverhandlungen zu erörtern. Die übrigen Teilnehmer widersetzten sich diesem Vorschlag, da Preisverhandlungen ohne eine vorherige Mengenvereinbarung bedeutungslos seien. Die Zusammenkunft wurde aufgelöst, nachdem ADM sie verlassen hatte. - Folgemaßnahmen (149) Am 23. und 24. November 1994 traten Ajinomoto und Sewon in Seoul zusammen, um die Lage nach der Zusammenkunft vom 26. Oktober in Zürich zu klären und die nächste Zusammenkunft vorzubereiten. Sewon erläuterte, dass es ein neues Werk für den chinesischen Markt errichte und die Absicht habe, seine Kapazität bis 1995/96 auf 50000 t zu erhöhen, so dass es angesichts dieser Investitionen der in Zürich vorgeschlagenen Verkaufsmenge von 39000 t nicht zustimmen könne. Es wurde jedoch vereinbart, dass

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