Europäische Union

2001/418/EG: Entscheidung der Kommission vom 7. Juni 2000 in einem Verfahren nach Artikel 81 EG-Vertrag bzw. Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/36.545/F3 — Aminosäuren) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 1565)

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Quellenkennung: 32001D0418. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Kyowa ausging. b) Zusammenkunft vom 18. Februar 1991 (56) Am 18. Februar 1991 kamen Vertreter von Ajinomoto, Kyowa und Sewon zusammen, um den Weltmarktpreis von Lysin und insbesondere den Preis für Europa festzusetzen, der zu jener Zeit dem Verkaufspreis von Eurolysine entsprach (d. h. 4,70 DEM/kg). (57) Hinsichtlich der Mengen war Sewon bereit, seinen Absatz auf den Umfang des Vorjahres so lange zu beschränken, bis ADM den für April bzw. Mai 1991 erwarteten vollen Produktions- und Absatzumfang erreicht, um die Preishöhe zu halten. Kyowa bestand auf dem Inlandsmarktgrundsatz. Die Teilnehmer vereinbarten, im Jahr 1991 ihren Absatz auf die Ausfuhrmengen des Jahres 1990 zu beschränken. c) Zusammenkunft vom 12. März 1991 in Tokio (58) Die Zusammenkunft fand in dem Hotel Okura zwischen Vertretern von Ajinomoto, Kyowa und Sewon statt. Die Tagsordnung war von Ajinomoto erstellt, das auch die Zusammenkunft organisiert hatte. (59) Bei dieser Gelegenheit erteilte Kyowa folgende Informationen über ADM: Die 24 Fermentoren von ADM würden bis Mitte April normal laufen, ADM würde mit dem Absatz Anfang Mai beginnen, sein Produktionsplan sah 27000 t im ersten, 45000 t im zweiten und 60000 t im dritten Jahr vor; ADM plane, eine Hälfte seiner Produktion auf dem US-amerikanischen Markt abzusetzen und die zweite Hälfte dem Export vorzubehalten. Außerdem habe es die Absicht, den Verkaufspreisen der übrigen Hersteller zu folgen. (60) Ajinomoto unterbreitete auch Informationen über die Produktionsanlage von Cheil in Indonesien, die auf einer Geschäftsreise nach Indonesien zusammengetragen wurden. (61) Daraufhin erörterteten die Teilnehmer ihr eigenes Marktverhalten. Sewon teilte den übrigen Anwesenden mit, dass es im Jahr 1991 in den USA die gleiche Menge wie im Vorjahr zu verkaufen gedachte und auf jeden Fall den Grundpreis aufrechterhalten würde. Die übrigen Teilnehmer beschwerten sich über Sewon, das sein Produkt in Europa unter dem vereinbarten Preis von 4,70 DEM je kg verkaufte. Sewon wurde aufgerufen, nicht unter dem vereinbarten Preis zu verkaufen, und die Absatzmenge des Vorjahres beizubehalten. Es wurde festgestellt, dass der europäische Preis auf den örtlichen Europazusammenkünften besprochen würde. Die Teilnehmer versprachen, die auf dieser Zusammenkunft getroffenen Vereinbarungen über Verkaufsmengen und Preise einzuhalten, bis ADM und Cheil ihre Verkäufe auf dem Markt in spürbarem Umfang aufnehmen. Im Fall von Verstößen gegen die Vereinbarung erklärte sich jedes Unternehmen bereit, unverzüglich Verbindung mit den übrigen Teilnehmern mittels einer von Ajinomoto vorgeschlagenen "Hotline" aufzunehmen. d) Zusammenkunft vom 4. Juli 1991 in Tokio (62) Die Zusammenkunft fand im Firmengelände von Ajinomoto statt. Vertreten waren die Unternehmen Ajinomoto, Kyowa und Sewon. (63) Es kam zu einem Informationsaustausch über die Produktionskapazitäten und das Verkaufsvolumen von ADM und Cheil. Einige Tage vor der Zusammenkunft hatte Cheil Einzelheiten über seine Produktionskapazitäten und Verkaufsmengen Ajinomoto telefonisch mitgeteilt. (64) Die Teilnehmer tauschten daraufhin Informationen über ihre eigenen Preise und Verkaufsmengen aus. Sie bezogen sich auf eine regionale Zusammenkunft vom 3. Juli 1991, auf der ein Preis für Europa von 4,30 DEM je kg angekündigt wurde. Der Preis für die Vereinigten Staaten und für Europa wurde entsprechend dieser Preisankündigung auf 4,30 DEM je kg festgesetzt. Die Preise für Asien und Ozeanien sollten in einem späteren Stadium erörtert werden. Hinsichtlich Verkaufsmengen gelangte man zu der Schlussfolgerung, dass "die Überwachung der Verkaufsmengen ein schwieriges Unterfangen darstelle". e) Folgemaßnahmen (65) Nachdem ADM damit begonnen hatte, erhebliche Mengen zu niedrigen Preisen zu verkaufen, kamen Ajinomoto, Kyowa und Sewon am 11. Februar 1992 in Seoul zusammen. Sie erörterten das Marktpotenzial von ADM und Cheil und deren Preise. Am 10. März 1992 vereinbarten Ajinomoto und Kyowa, sich den Preisen von ADM anzupassen, um ihre Marktanteile halten zu können. Am 12. März 1992 traten die asiatischen Hersteller erneut zusammen, um den bevorstehenden vollen Eintritt von ADM in den Lysinmarkt zu erörtern. In diesem Zeitraum wurden die Preise auch telefonisch besprochen. (66) Am 30. März 1992 berichtete Sewon Europa der Hauptverwaltung in Korea über eine "trilaterale Zusammenkunft", die offenbar einige Tage zuvor stattgefunden hatte. Dabei wurde von Ajinomoto, Kyowa und Sewon die Lage des Lysinmarktes in Europa erörtert und festgestellt, dass die Preise in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Luxemburg und Frankreich, die mit rund 3,24 DEM je kg relativ niedriger waren als in anderen Ländern, um 5 % gestiegen waren. Es wurde vereinbart, den Preis für den europäischen Markt bei 3,76 DEM je kg aufrechtzuerhalten. Die nächste Zusammenkunft wurde für den 30. April 1992 in Basel anberaumt. In seinem Bericht an die Zentrale äußerte Sewon Europa Zweifel, ob der erörterte Preis gehalten werden könnte, "da die beteiligten Unternehmen unterschiedlicher Auffassung waren und ADM und Cheil nicht an den Gesprächen teilnahmen". (67) Am 5. Mai 1992 berichtete Sewon Europa der Zentrale in Korea über eine weitere "trilaterale Zusammenkunft" (die wahrscheinlich am 30. April 1992 in Basel stattfand), auf der Ajinomoto, Kyowa und Sewon den Lysinmarkt in Europa bewertet hatten. Insbesondere wurde von allen Teilnehmern vereinbart, den Preis für den europäischen Markt bei 3,76 DEM je kg zu halten. Die nächste Zusammenkunft sollte am 3. Juni 1992 an einem von Sewon zu bestimmenden Ort stattfinden. In dem Bericht machte Sewon Europa offenbar deutlich, dass es seiner Meinung nach sinnlos wäre, Preiserhöhungen in Zusammenkünften zu besprechen, an denen ADM und Cheil nicht teilnahmen. (68) Am 19. Juli 1992 kamen Ajinomoto, Kyowa und Sewon zusammen und gelangten zu der Schlussfolgerung, dass die Möglichkeit einer Preiserhöhung durch Verringerung des Absatzvolumens jedes Unternehmens geprüft werden sollte. Es herrschte Einigkeit darüber, dass das Problem einer Preiserhöhung dadurch zu lösen wäre, dass ADM darin einwilligt, seine Kapazität nur zu 80 % auszulasten. Außerdem forderten Ajinomoto und Kyowa Sewon auf, seine Verkäufe nach den USA und Europa gemäß dem Grundsatz spürbar zu verringern, dass ein möglichst großer Teil der Produktion im eigenen Land abgesetzt wird. 2. Weltweites Kartell a) Hintergrund (69) Mit dem ADM-Werk hatte sich die weltweite Kapazität zur Lysinherstellung verdoppelt. Bereits vor und kurz nach seinem Markteintritt hatte ADM den vorhandenen Herstellern zu verstehen gegeben, dass es zwar beabsichtige, zu einem führenden Anbieter auf dem Lysinmarkt zu werden, es jedoch vorziehe, seine Marktanteile durch Koordination und nicht über einen Preiskrieg zu erringen. Zu diesem Zweck trat ADM am 12. Dezember mit Ajinomoto und am 13. Dezember 1991 mit Kyowa zusammen. Am 11. Februar 1992 berichteten Ajinomoto und Kyowa Sewon über ihre jeweiligen Zusammenkünfte mit ADM. (70) Um die bestehenden Hersteller über die Ernsthaftigkeit seiner Absichten und die Nachteile bei einer Nichtzustimmung zu überzeugen, erhielten Ajinomoto, Kyowa und Sewon Gelegenheit, die Produktionsanlagen von ADM zu besichtigen; außerdem begann ADM mit seinen Verkäufen zu niedrigen Preisen. Dies veranlasste die alten Lysinhersteller, ab Anfang 1992 ihre Lysinpreise spürbar zu senken, um ihre Marktanteile zu halten. In Erwiderung darauf vereinbarten Ajinomoto und Kyowa am 10. März 1992, dass sie eine Zusammenarbeit mit ADM und Zusammenkünfte veranstalten sollten, um eine Vereinbarung über Preise und Verkaufsmengen auszuarbeiten (Zusammenkünfte vom 14. April 1992 zwischen ADM und Ajinomoto in Tokio, vom 16./17. April 1992 zwischen ADM und Kyowa in Hawaii und vom 19. Juni 1992 - demselben Tag, an dem Ajinomoto, Kyowa und Sewon zusammenkamen - zwischen ADM und Sewon in Decatur). (71) Diese Gespräche führten zu der Zusammenkunft vom 23. Juni 1992 in Mexiko, die den Beginn der Teilnahme von ADM an dem Asien-/Europakartell darstellte. b) Zusammenkunft vom 23. Juni 1992 in Mexiko (72) Auf dieser von Kyowa organisierten Zusammenkunft kamen unter dessen Vorsitz Vertreter von ADM, Ajinomoto/Eurolysine und Kyowa zusammen. Es wurde beschlossen, dass die Vertreter von Ajinomoto und Kyowa Sewon und Cheil über die Ergebnisse der Zusammenkunft in Kenntnis setzen würden. (73) Das Hauptziel von ADM bestand darin, den gleichen Produktionsanteil wie sein größter Wettbewerber zu erlangen, so dass ein Drittel der Weltnachfrage an ADM, ein weiteres Drittel an die Gruppe Ajinomoto und das übrige Drittel an Kyowa und die koreanischen Hersteller gehen würde. Kyowa und Ajinomoto waren mit diesem Vorschlag zumindest hinsichtlich des Zeitplans nicht einverstanden. ADM schlug daraufhin vor, dass es seinen Quotierungsvorschlag erst im zweiten Jahr umsetzen würde, indem es sich das zusätzliche Marktwachstum solange aneignet, bis es den Marktanteil von Ajinomoto erreicht. Für 1992 wurde folgende Quotenregelung vorgeschlagen: Ajinomoto 66000 t, ADM 48000 t, Kyowa 34000 t, Sewon 18000 t und Cheil 6000 t. Ajinomoto war bereit, einer Quote von 48000 t für ADM im Jahr 1992 zuzustimmen, sofern Wachstumsaussichten bestanden. ADM gab bekannt, dass es seinen Mengenvorschlag auf jeden Fall ab 1. Oktober 1992 umsetzen werde. (74) Es wurden ebenfalls die Mechanismen der Mengenaufteilung erörtert. ADM erläuterte, dass die Wettbewerber in der Zitronensäureindustrie die Verkaufszahlen sowohl auf förmlichem als auch informellem Wege verfolgten. (75) Es wurde Einigkeit über folgende Lysinpreise bis Oktober erzielt: 1,05 USD/lb franco (zu jener Zeit 0,7 USD/lb) für Nordamerika (für Europa wurde ein "etwas höherer" Preis für angemessen gehalten). Vorbehaltlich einer endgültigen Einigung über den Vorschlag zur Absatzzuteilung wurde der Preis auf 1,2 USD/lb bis Jahresende festgesetzt. Für die übrigen Gebiete betrug der Zielpreis 2,3 USD cif (zu jener Zeit unter 2 USD/kg cif). - Folgemaßnahmen (76) Am 2. Juli 1992 wurde Kyowa telefonisch mitgeteilt, dass ADM einer Produktionsquote von 48000 t für das Jahr 1992 zustimmte, sofern es mit Ajinomoto innerhalb von drei Jahren gleichziehen würde. (77) Am 10. Juli 1992 kamen Ajinomoto und Kyowa mit den beiden koreanischen Lysinherstellern auf dem Betriebsgelände von Ajinomoto in Tokio zusammen. Ajinomoto setzte die koreanischen Hersteller von den Gesprächen mit ADM vom 23. Juni 1992 über die Zuteilung der Verkaufsmengen in Kenntnis. Ajinomoto und Kyowa legten einen Zuteilungsplan vor, der auf der Marktmacht und der Investitionshöhe jedes einzelnen Anbieters beruhte. Es wurden folgende Zuteilungen für die einzelnen Hersteller vorgeschlagen: Ajinomoto 73000 t, Kyowa 37000 t, ADM 48000 t, Sewon 20000 t und Cheil 6000 t im ersten Jahr. Für Europa wurden von insgesamt 58000 t folgende Zuteilungen vorgeschlagen: Ajinomoto 34000 t, Kyowa 8000 t, ADM 5000 t, Sewon 13500 t und Cheil 5000 t. Eine Zunahme der Nachfrage in Nordamerika würde ADM zufließen, jegliche zukünftige Absatzzunahme in Europa würde an Eurolysine gehen. Ajinomoto kündigte an, dass bei einer Einigung zwischen den Teilnehmern die endgültigen Zuteilungen mit ADM Ende Juli vereinbart würden. Zur Überwachung der Verkaufsmengen sollten alle Unternehmen vierteljährlich zusammenkommen, um die Angaben über den Produktionsumfang und den Absatz jedes einzelnen Unternehmens zu überprüfen und zu sammeln. Sewon sprach sich gegen ein "örtliches auf der Wettbewerbsfähigkeit beruhendes Quotensystem" aus. Es schlug vor, bei der zukünftigen Zuteilung den Anteil jedes Teilnehmers an den Verkäufen des vergangenen Jahres auszurichten. Cheil verlangte eine weltweite Mengenzuteilung von 15000 t. Da keine Einigung erzielt werden konnte, wurde vereinbart, dass die Teilnehmer diese Fragen mit ihrer Unternehmensleistung besprechen und Ajinomoto die Ergebnisse dieser Überprüfungen bis 17. Juli mitteilen würden. Daraufhin erläuterte Ajinomoto ADM den Inhalt der Zusammenkunft betreffend Preise insbesondere im Hinblick auf die Anpassung des Preises auf 1,05 USD/lb sowohl in Europa als auch in Amerika bis 30. September 1992 und daraufhin eine weitere Anpassung auf 1,20 USD/lb bis 30. Dezember 1992. (78) Am 7. August 1992 kamen die asiatischen Hersteller erneut auf dem Betriebsgelände von Ajinomoto in Tokio zusammen. Sie führten ihre Gespräche fort, um eine Einigung hinsichtlich der Verringerung des Produktionsumfangs von Lysin zu erzielen. Ajinomoto teilte den übrigen Teilnehmern mit, dass ADM bereit wäre, die Wettbewerber zu einem Besuch seiner Produktionsanlagen in Decatur einzuladen, um ihnen seine Produktionskapazität vorzuführen. Sewon schlug einen allgemeinen Abbau des Produktionsumfangs um 20 % und eine geänderte Mengenzuteilung wie folgt vor: Ajinomoto 64800 t, ADM 48000 t, Kyowa 33600 t, Sewon 26600 t und Cheil 12000 t. Auch diesem geänderten Plan wurde nicht zugestimmt, da Ajinomoto nicht mit dem ihm zugeteilten Betrag einverstanden war und Cheil auf 15000 t bestand. Es wurde jedoch vereinbart, die Gespräche hinsichtlich der Verringerung des Produktionsumfangs fortzuführen. Die vorgeschlagene Preiserhöhung wurde zwar begrüßt, man beschloss jedoch, diese Frage auf der nächsten Zusammenkunft mit ADM eingehender zu erörtern. Ajinomoto hielt es für besser, vor der nächsten Zusammenkunft einen Plan mit verschiedenen Szenarien auszuarbeiten, was von allen Teilnehmern begrüßt wurde. Ajinomoto schlug auch vor, eine weitere Zusammenkunft in Seoul vorzusehen. (79) Am 27. August 1992 trafen die asiatischen Hersteller auf dem Firmengelände von Cheil in Seoul zusammen und führten ihre Gespräche vom 10. Juli und 7. August 1992 fort. Man gelangte zu keiner Schlussfolgerung zu den nächsten Schritten in den Gesprächen mit ADM betreffend die Zuteilung der Verkaufsmengen für Lysin. Die Teilnehmer definierten, was ihrer Ansicht nach der Zweck der Zusammenkunft mit ADM sein sollte: nicht ein Beschluss über die Mengenzuteilung, sondern die Bestätigung der Preiserhöhung und Gespräche über deren praktische Umsetzung. Sie stimmten dem Plan von ADM zu, den amerikanischen Preis auf 1,05 USD/lb ab 31. August 1992 zu erhöhen. Die Teilnehmer stellten fest, dass ADM diesen Preis seinen Kunden bereits angeboten hatte. Die amerikanischen Tochtergesellschaften von Ajinomoto und Kyowa beabsichtigten, den neuen Preis ab Mitte September anzukündigen. Eine Preisanpassung für Europa sollte auf einer Zusammenkunft in Europa beschlossen werden. (80) Am 8. September 1992 trafen ADM und Ajinomoto in Chicago zusammen. Ajinomoto schlug vor, die Lysin-Verkaufsmengen nicht weltweit zuzuteilen, sondern die Produktion nach Maßgabe der örtlichen Marktbedingungen einzuschränken. ADM stimmte zu, bestand jedoch auf einer Produktionsquote von insgesamt 48000 t. Beide Teilnehmer bestätigten die Preiserhöhung auf 1,05 USD/lb, die ursprünglich von ADM und den japanischen Herstellern auf der Zusammenkunft von Mexiko vom 23. Juni 1992 vereinbart wurde und der die koreanischen Hersteller auf der Zusammenkunft in Seoul vom 27. August 1992 zugestimmt hatten. c) Zusammenkunft vom 1. Oktober 1992 in Paris (81) Auf dieser Zusammenkunft im Pullman Windsor Hotel in Paris waren ADM, Ajinomoto/Eurolysine, Kyowa, Sewon und Cheil vertreten. Ajinomoto/Eurolysine, die auch die Veranstaltung organisierten, hatten eine Fefana-Tagesordnung simuliert. Die Teilnehmer erörterten ausschließlich die Preise. Die fünf Unternehmen bewerteten die Auswirkungen der vereinbarten Preishöhen und tauschten Informationen über die Zustimmung zu den Preiserhöhungen in den einzelnen Regionen aus. (82) Die Teilnehmer bezogen sich auf die Preiserhöhungen in Europa, die zuerst auf 3,50 DEM/kg und daraufhin auf 3,75 DEM/kg auf der Zusammenkunft vom 27. August 1992 in Seoul festgesetzt worden war. Die Hersteller hatten zu jener Zeit einen Preis von 4,00 DEM/kg angekündigt. Sämtliche Teilnehmer gestanden jedoch ein, dass dieser Preis in der Praxis noch nicht angewandt wurde. Es wurde insbesondere festgestellt, dass der europäische Preis zu jener Zeit um 22 % über dem US-amerikanischen Preis lag. Auch wurde die Befürchtung geäußert, dass bei einer Zunahme des Preisabstands Paralleleinfuhren angelockt würden, was eine Erhöhung des europäischen Preises zu jenem Zeitpunkt unmöglich machte. Deshalb einigte man sich darauf, den Preis bei 4,00 DEM/kg zu halten und eine mögliche weitere Preiserhöhung auf der nächsten Zusammenkunft zu erörtern. (83) ADM plädierte für weniger Teilnehmer an den Preiszusammenkünften für Europa und schlug vor, an den Europatreffen nicht teilzunehmen. Für Ajinomoto/Eurolysine waren die Zusammenkünfte der örtlichen Betriebsleiter die wirksamsten Foren. Deshalb sollten diese Zusammenkünfte fortgeführt werden und ADM vom Präsidenten von Eurolysine direkt auf dem Laufenden gehalten werden. (84) Die Preise für die übrigen Regionen wurden ebenfalls festgesetzt. (85) Es wurde außerdem die Möglichkeit der Errichtung einer Arbeitsgruppe für Aminosäuren innerhalb von Fefana erörtert. Ajinomoto wurde beauftragt, dieser Möglichkeit nachzugehen. - Folgemaßnahmen (86) Am 29.Oktober 1992 erörterte Kyowa mit Ajinomoto/Eurolysine die Lysinpreise für Europa. (87) Am 2. November 1992 trafen Ajinomoto/Eurolysine und Sewon in Seoul zusammen, um das Verhalten von ADM auf dem Lysinmarkt zu erörtern. Ajinomoto teilte Sewon mit, dass ADM versuchen würde, den Preis so lange zu erhöhen, bis die Marktnachfrage zurückgeht, und dass es zu jener Zeit mit der Zuteilung einer Verkaufsmenge von 48000 t einverstanden war. Aus diesem Grund erwähnte ADM auf der Zusammenkunft in Paris vom 1. Oktober 1992 keine Mengenzuteilungen. Ajinomoto ging davon aus, dass ADM im Jahr 1993 die Hoechstmenge und Ende 1993 eine nochmals größere Menge fordern würde. Das Fehlen einer umfassenden Vereinbarung über Produktionsquoten wurde als Destabilisierungsfaktor in den Beziehungen zwischen den Herstellern angesehen. Dies wurde dadurch abgemildert, dass alle Unternehmen einschließlich ADM Zurückhaltung bei ihren Verkäufen übten, wobei Übereinstimmung darin bestand, dass mehr Zusammenarbeit bei den Quoten erforderlich wäre. Sewon war bereit, einem Abbau von sogar 40 % zuzustimmen. (88) Auf dieser Zusammenkunft wurde Sewon von Ajinomoto/Eurolysine aufgefordert, seinen Absatz in Europa in den folgenden beiden Wochen einzustellen, den Preis bei 4,25 DEM zu halten und die Verkaufsmengen auf 6000 t jährlich zu begrenzen. Falls Sewon seine Verkaufsmengen in Europa nicht verringert, würde Eurolysine eine Antidumpingklage gegen Sewon erheben. Sewon bekräftigte seine Bereitschaft, die vereinbarten Preise anzuwenden und seinen Absatz in Europa auf 6000 t jährlich zu beschränken. Es wurde vereinbart, sich auf höchster Ebene offen und direkt zu verständigen, falls die Vereinbarung von den Angestellten nicht eingehalten würde. (89) Am 4. November 1992 besprachen ADM und Ajinomoto ihre Vorgehensweisen beim Lysinverkauf telefonisch. Die Preise für Asien, Nordamerika und Ozeanien wurden gemäß der Zusammenkunft vom 1. Oktober 1992 in Paris bestätigt. Der Preis für Europa wurde auf 4,25 DEM/kg festgesetzt. Es wurde bemerkt, dass Sewon von den vereinbarten Preishöhen in mancher Hinsicht abwich. Nach Auffassung der Teilnehmer sollte ADM Lysin in Korea verkaufen, "so dass Sewon in anderen Regionen Wohlverhalten an den Tag legt". (90) Am 2. und 5. November 1992 traf Ajinomoto mit Cheil in Seoul zusammen. Cheil teilte mit, dass aufgrund der Zusammenarbeit die Lysinpreiserhöhung ein großer Erfolg war, weshalb es die Absicht habe, die Zusammenarbeit bei den Lysinpreisen fortzusetzen. Hinsichtlich der Verkaufsmengen bestanden jedoch die Meinungsunterschiede fort. (91) Nach den Zusammenkünften von Mexiko und Paris wurden die Preise in einigen Orten Nordamerikas und Europas, jedoch nicht flächendeckend erhöht. Dabei beschuldigten sich die von dieser Entscheidung betroffenen Unternehmen gegenseitig der Nichteinhaltung der Preisvereinbarungen. Im Folgenden kam es zu einer Verschlechterung in den Beziehungen zwischen den Herstellern. (92) Am 30. November 1992 traten Ajinomoto, Kyowa, Sewon und Cheil auf dem Betriebsgelände von Cheil in Seoul zusammen. Gesprächsthema waren die von ADM verlangten, sehr niedrigen Preise. Die Kontakte mit ADM waren wegen einer Durchsuchung des FBI bei ADM unterbrochen (die den damaligen Präsidenten von ADM Bioproducts veranlasste, mit dem FBI in der Lysin-Untersuchung zusammenzuarbeiten). Die Teilnehmer stellten fest, dass sie keine andere Wahl hatten, als abzuwarten, bis ADM die Kontakte wiederherstellt. (93) Da die Hersteller davon ausgingen, dass ihre Unfähigkeit, eine umfassende Vereinbarung über Verkaufsmengen zu erzielen, dazu beitrug, die Rückkehr zu niedrigen Preisen einzuleiten und zu verlängern, wurden die Gespräche über eine Zuteilung der Verkaufsmengen wieder aufgenommen. ADM und Ajinomoto hatten die Absicht, Zusammenkünfte über den "weltweiten Lysinmarkt" Mitte Januar 1993 abzuhalten. Am 21. Januar 1993 wurde Kyowa von ADM eine regionale Mengenzuteilung vorgeschlagen. (94) Am 26. Februar 1993 kamen Ajinomoto, Kyowa, Sewon und Cheil auf dem Betriebsgelände von Ajinomoto in Tokio zusammen. Da keine Tagesordnung vorlag, schlug Ajinomoto vor, die Meinungen über den Rückgang des Lysinpreises auf dem Weltmarkt auszutauschen und Möglichkeiten einer Preiserhöhung zu erkunden. Die Teilnehmer hielten fest, dass der Preis aufrechterhalten wurde, da Ajinomoto und Sewon ihre Verkaufsmengen eingeschränkt hatten. Zur Weltlage kamen sie zu der Schlussfolgerung, dass kein Fortschritt erzielt werden könne. (95) Um die Quotendiskussion wiederaufleben zu lassen, vereinbarten leitende Angestellte von ADM und Ajinomoto eine Zusammenkunft, um das Verhältnis zwischen den beiden Marktführern auszubauen und den Prozess der Entwicklung hin zu einer umfassenden Mengenvereinbarung zu beschleunigen. Da Kyowa und Eurolysine ihre Meinungen vor einer Zusammenkunft zwischen ADM und Ajinomoto austauschen wollten, wurden Zusammenkünfte zwischen ADM und Kyowa am 15. April 1993 und zwischen ADM und Eurolysine am 28. April 1993 durchgeführt. (96) Auf der Zusammenkunft mit ADM vom 15. April 1993 vertrat Kyowa die Auffassung, dass sämtliche Wettbewerber ihre Verkaufsmengen einschränken sollten. (97) Auf der Zusammenkunft vom 28. April 1993 besprach Eurolysine mit ADM die Möglichkeit, die Verkaufsmengen nur in den Regionen aufzuteilen, in denen die Preisfestsetzungsvereinbarung tatsächlich zu Preiserhöhungen im Jahr 1992 geführt hatte. Hinsichtlich Europa stimmten ADM und Eurolysine darin überein, dass mögliche Preiserhöhungen auf die in Mexiko am 23. Juni 1992 getroffene Vereinbarung zurückzuführen wären, und dass diese Vereinbarung nur in Europa vollständig umgesetzt worden sei. (98) Am 30. April 1993 traten Ajinomoto und ADM auf dem Betriebsgelände von ADM in Decatur zusammen. Die Zusammenkunft diente der Wiederherstellung des Verhältnisses zwischen den leitenden Angestellten der beiden größten Lysinhersteller und der Einleitung des Prozesses zur Entwicklung einer umfassenden Mengenvereinbarung. ADM machte deutlich, dass die Unternehmen unbedingt ihr Verkaufspersonal kontrollieren müssten, um ein hohes Preisniveau aufrechtzuerhalten, da sein Verkaufspersonal sich tendenziell wettbewerbsgerichtet verhalte und weil Preisunterbietungsprobleme entstuenden, wenn die Hersteller nicht ihre Verkaufsleute streng kontrollierten. Ajinomoto machte deutlich, dass die Notwendigkeit einer Anpassung des Angebots von allen Anbietern gesehen werde. Ein weiteres Treffen zwischen den beiden Unternehmen fand am 14. Mai 1993 in Tokio statt. (99) ADM und Ajinomoto setzten Kyowa über ihre Zusammenkunft in Decatur in Kenntnis. (100) Am 14. Mai 1993 kamen ADM und Ajinomoto/Eurolysine in Tokio zusammen, um die in Decatur angefangenen Gespräche fortzuführen. Sie tauschten ihre Meinungen über den damaligen Marktumfang und den Anteil von ADM an diesem Markt aus. ADM verlangte 65000

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.