Europäische Union

2014/738/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 9. Oktober 2014 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf das Raffinieren von Mineralöl und Gas (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen C(2014) 7155) Text von Bedeutung für den EWR

Konsolidierte Fassung

Konsolidierungsdatum: 2014-10-28

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iehe Abschnitt 1.20.2 Bedarf an zusätzlicher Wäscherkapazität. Ozonerzeugung und das damit zusammenhängende Risikomanagement sind zu berücksichtigen. Die Anwendbarkeit kann durch die notwendige zusätzliche Abwasserbehandlung und damit zusammenhängende medienübergreifende Auswirkungen (z. B. Nitratemissionen) sowie durch eine unzureichende Versorgung mit flüssigem Sauerstoff (zur Ozonerzeugung) eingeschränkt sein. Die Anwendbarkeit kann aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 4. Tabelle 4 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen in die Luft aus dem Regenerator im katalytischen Krackprozess Parameter Anlagenart/Verbrennungsart BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 NOx, angegeben als NO2 Neue Anlage/alle Verbrennungsarten < 30-100 Bestehende Anlage/vollständige Verbrennung < 100-300 (1) Bestehende Anlage/partielle Verbrennung 100-400 (1) (1)   Bei Eindüsung von Antimon (Sb) zur Metallpassivierung können NOx-Werte bis zu 700 mg/Nm3 auftreten. Der niedrigere Wert kann durch Einsatz des SCR-Verfahrens erzielt werden. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. BVT 25. Die BVT zur Verringerung der Staub- und Metallemissionen in die Luft beim katalytischen Kracken (Regenerator) besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. I. Primär- oder prozessbezogene Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Verwendung eines abriebbeständigen Katalysators Wahl eines Katalysatorstoffs, der abrieb- und zerfallsbeständig ist, um Staubemissionen zu verringern. Allgemein anwendbar, sofern Aktivität und Selektivität des Katalysators ausreichend sind. ii.  Verwendung schwefelarmer Einsatzstoffe (z. B. durch entsprechende Wahl oder durch Hydrotreatment der Einsatzstoffe) Bei der Wahl der Einsatzstoffe Bevorzugung schwefelarmer Stoffe unter den möglichen Quellen zur Verarbeitung in der Anlage. Hydrotreatment dient der Reduzierung des Schwefel-, Stickstoff- und Metallgehalts des Einsatzgutes. Siehe Abschnitt 1.20.3 Erfordert ausreichende Verfügbarkeit schwefelarmer Einsatzstoffe, sowie Kapazitäten für Wasserstofferzeugung und Schwefelwasserstoff-(H2S)-Behandlung (z. B. Aminwäsche- und Claus-Anlagen). II. Sekundäre oder nachgeschaltete Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Elektrostatischer Abscheider (ESA) Siehe Abschnitt 1.20.1 Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. ii.  Mehrstufige Zyklonabscheider Siehe Abschnitt 1.20.1 Allgemein anwendbar iii.  Blowback-Filter der dritten Stufe Siehe Abschnitt 1.20.1 Anwendbarkeit kann eingeschränkt sein. iv.  Nasswäsche Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann in Trockengebieten sowie in Fällen eingeschränkt sein, in denen die bei der Behandlung anfallenden Nebenprodukte (darunter z. B. Abwasser mit hohem Salzgehalt) nicht wiederverwendet oder auf geeignete Weise entsorgt werden können. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 5. Tabelle 5 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen in die Luft aus dem Regenerator im katalytischen Krackprozess Parameter Anlagenart BVT-assoziierte Emissionswerte (Monatsmittelwert) (1) mg/Nm3 Staub Neue Anlage 10-25 Bestehende Anlage 10-50 (2) (1)   Ausgenommen Rußblasen im CO-Boiler und durch den Gaskühler. (2)   Der niedrigere Wert kann mit einem vierfeldrigen ESA erzielt werden. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. BVT 26. Die BVT zur Vermeidung oder Verringerung der SOx-Emissionen in die Luft beim katalytischen Kracken (Regenerator) besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. I. Primär- oder prozessbezogene Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Verwendung von SOx-reduzierenden Katalysatorzusätzen Verwendung eines Stoffes, der den Schwefel zusammen mit Koks vom Regenerator zurück zum Reaktor überträgt. Siehe Beschreibung in 1.20.3 Anwendbarkeit kann durch die Auslegung der Regeneratorbedingungen eingeschränkt sein. Erfordert geeignete Kapazitäten für die Minderung von Schwefelwasserstoff (z. B. SRG). ii.  Verwendung schwefelarmer Einsatzstoffe (z. B. durch entsprechende Wahl oder durch Hydrotreatment der Einsatzstoffe) Bei der Wahl der Einsatzstoffe Bevorzugung schwefelarmer Stoffe unter den möglichen Quellen zur Verarbeitung in der Anlage. Hydrotreatment dient der Reduzierung des Schwefel-, Stickstoff- und Metallgehalts des Einsatzgutes. Siehe Beschreibung in 1.20.3 Erfordert ausreichende Verfügbarkeit schwefelarmer Einsatzstoffe, sowie Kapazitäten für Wasserstofferzeugung und Schwefelwasserstoff-(H2S)-Behandlung (z. B. Aminwäsche- und Claus-Anlagen). II. Sekundäre oder nachgeschaltete Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Nicht regenerative Wäsche Nasswäsche oder Meerwasserwäsche. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann in Trockengebieten sowie in Fällen eingeschränkt sein, in denen die bei der Behandlung anfallenden Nebenprodukte (darunter z. B. Abwasser mit hohem Salzgehalt) nicht wiederverwendet oder auf geeignete Weise entsorgt werden können. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. ii.  Regenerative Wäsche Einsatz eines speziellen SOx-absorbierenden Reagens (z. B. Absorptionslösung), das generell die Rückgewinnung von Schwefel als Nebenprodukt eines Regenerationszyklus ermöglicht, bei dem das Reagens wiederverwendet wird. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit ist auf den Fall beschränkt, dass regenerierte Nebenprodukte verkauft werden können. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit durch die vorhandene Schwefelrückgewinnungskapazität sowie durch den Platzbedarf eingeschränkt sein. BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 6. Tabelle 6 BVT-assoziierte Emissionswerte für SOx-Emissionen in die Luft aus dem Regenerator im katalytischen Krackprozess Parameter Anlagenart/Verbrennungsart BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 SO2 Neue Anlagen ≤ 300 Bestehende Anlagen/vollständige Verbrennung < 100-800 (1) Bestehende Anlagen/partielle Verbrennung 100-1 200  (1) (1)   Bei Wahl von schwefelarmen (z. B. < 0,5 Gew.-%) Einsatzstoffen (oder Hydrotreatment) oder Wäsche ist für alle Verbrennungsarten der obere Bereich der BVT-assoziierten Emissionswerte ≤ 600 mg/Nm3. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. BVT 27. Die BVT zur Verringerung der Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) in die Luft beim katalytischen Kracken (Regenerator) besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Steuerung des Verbrennungsvorgangs Siehe Abschnitt 1.20.5 Allgemein anwendbar ii.  Katalysatoren mit CO-Oxidationspromotoren Siehe Abschnitt 1.20.5 Allgemein anwendbar nur für vollständige Verbrennung iii.  CO-Boiler Siehe Abschnitt 1.20.5 Allgemein anwendbar nur für partielle Verbrennung BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 7. Tabelle 7 BVT-assoziierte Emissionswerte für Kohlenmonoxidemissionen in die Luft aus dem Regenerator im katalytischen Krackprozess für den partiellen Verbrennungsbetrieb Parameter Verbrennungsart BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 Kohlenmonoxid, angegeben als CO Partielle Verbrennung ≤ 100 (1) (1)   Ist u. U. nicht erreichbar, wenn CO-Boiler nicht unter Volllast betrieben wird. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. 1.6.    BVT-Schlussfolgerungen für das katalytische Reformieren BVT 28. Die BVT für die Verringerung der Emissionen von Polychlordibenzodioxinen/-furanen (PCDD/F) in die Luft aus der katalytischen Reformieranlage besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Wahl des Katalysatorpromotors Verwendung eines Katalysatorpromotors zur Minimierung der Bildung von Polychlordibenzodioxinen/-furanen (PCDD/F) während der Regenerierung. Siehe Abschnitt 1.20.7 Allgemein anwendbar ii.  Behandlung des Regenerierungsrauchgases a)  Recyclingkreislauf für Regenerierungsgas mit Adsorptionsbett Abgas aus der Regenierungsstufe wird behandelt, um chlorierte Verbindungen (z. B. Dioxine) zu entfernen. Allgemein anwendbar bei neuen Anlagen. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit von der derzeitigen Auslegung der Regenerierungsanlage abhängen. b)  Nasswäsche Siehe Abschnitt 1.20.3 Nicht anwendbar bei semiregenerativen Reformern. c)  Elektrostatischer Abscheider (ESA) Siehe Abschnitt 1.20.1 Nicht anwendbar bei semiregenerativen Reformern. 1.7.    BVT-Schlussfolgerungen für den Verkokungsprozess BVT 29. Die BVT zur Verringerung der Emissionen in die Luft aus den Verkokungsprozessen besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken: Primär- oder prozessbezogene Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Sammlung und Recycling von Koksstaub Systematische Sammlung und Wiederverwertung von Koksstaub, der während des gesamten Verkokungsprozesses anfällt (Bohren, Umschlag, Zerkleinern, Kühlen usw.) Allgemein anwendbar ii.  Umschlag und Lagerung von Koks nach BVT 3 Siehe BVT 3 Allgemein anwendbar iii.  Verwendung eines geschlossenen Blowdown-Systems Rückhaltesystem zur Druckentlastung aus den Koksbehältern Allgemein anwendbar iv.  Gasrückgewinnung (einschließlich Entlüftung vor Öffnung des Behälters zur Atmosphäre) als Bestandteil des Raffinerieheizgases Leitung der Abluft vom Koksbehälter zum Gaskompresser zur Verwertung als Raffinerieheizgas statt Abfackelung. Beim Flexicoking-Prozess ist vor der Behandlung des Gases aus der Verkokungsanlage ein Umsetzungsschritt (zur Umsetzung des Carbonylsulfids (COS) zu H2S) erforderlich. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit der Techniken durch den Platzbedarf eingeschränkt sein. BVT 30. Die BVT zur Verringerung der NOx-Emissionen in die Luft aus der Kalzinierung von Grünkoks besteht im Einsatz der selektiven nichtkatalytischen Reduktion (SNCR). Beschreibung Siehe Abschnitt 1.20.2. Anwendbarkeit Die Anwendbarkeit des SNCR-Verfahrens (insbesondere im Hinblick auf Verweilzeit und Temperaturfenster) kann aufgrund der Spezifik des Kalzinierungsprozesses eingeschränkt sein. BVT 31. Die BVT zur Verringerung der SOx-Emissionen in die Luft aus der Kalzinierung von Grünkoks besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Nicht regenerative Wäsche Nasswäsche oder Meerwasserwäsche. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann in Trockengebieten sowie in Fällen eingeschränkt sein, in denen die bei der Behandlung anfallenden Nebenprodukte (darunter z. B. Abwasser mit hohem Salzgehalt) nicht wiederverwendet oder auf geeignete Weise entsorgt werden können. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. ii.  Regenerative Wäsche Einsatz eines speziellen SOx-absorbierenden Reagens (z. B. Absorptionslösung), das generell die Rückgewinnung von Schwefel als Nebenprodukt eines Regenerationszyklus ermöglicht, bei dem das Reagens wiederverwendet wird. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit ist auf den Fall beschränkt, dass regenerierte Nebenprodukte verkauft werden können. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit durch die vorhandene Schwefelrückgewinnungskapazität sowie durch den Platzbedarf eingeschränkt sein. BVT 32. Die BVT zur Verringerung der Staubemissionen in die Luft aus der Kalzinierung von Grünkoks besteht in einer Kombination der folgenden Techniken. Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Elektrostatischer Abscheider (ESA) Siehe Abschnitt 1.20.1 Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. Bei der Kokskalzinierung für Graphit und Anoden kann die Anwendbarkeit aufgrund des hohen Widerstands der Kokspartikel eingeschränkt sein. ii.  Mehrstufige Zyklonabscheider Siehe Abschnitt 1.20.1 Allgemein anwendbar BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 8 Tabelle 8 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen in die Luft aus einer Anlage für die Kalzinierung von Grünkoks Parameter BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 Staub 10-50 (1) (2) (1)   Der niedrigere Wert kann mit einem Vier-Feld-ESA erzielt werden. (2)   Ist ein ESA nicht anwendbar, können Werte von bis zu 150 mg/Nm3 auftreten. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. 1.8.    BVT-Schlussfolgerungen für den Entsalzungsprozess BVT 33. Die BVT zur Verringerung des Wasserverbrauchs und der Emissionen in Gewässer aus dem Entsalzungsprozess besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Wasserrückführung und Optimierung des Entsalzungsprozesses Verschiedene gute Entsalzungspraktiken mit dem Ziel, den Wirkungsgrad des Entsalzers zu steigern und die Waschwassermenge zu reduzieren, z. B. durch „Low-Shear“-Mischer, niedrigen Wasserdruck. Dazu gehört das Management von Schlüsselparametern für die Schritte Waschen (z. B. gute Mischung) und Trennung (z. B. pH-Wert, Dichte, Viskosität, Potenzial elektrischer Felder für Koaleszenz). Allgemein anwendbar ii.  Mehrstufige Entsalzer Mehrstufige Entsalzer arbeiten mit Wasserzugabe und Entwässerung, die über zwei oder mehr Stufen wiederholt wird, um einen höheren Wirkungsgrad der Abtrennung und somit weniger Korrosion in nachgelagerten Prozessen zu erreichen. Anwendbar bei neuen Anlagen iii.  Zusätzlicher Abtrennungsschritt Eine zusätzliche, verbesserte Öl/Wasser- und Feststoff/Wasser-Trennung zur Reduzierung des Öleintrags in die Abwasserbehandlungsanlage und zu dessen Rückführung in den Prozess. Dazu gehören z. B. ein Absetzbehälter und die Nutzung optimaler Phasengrenzregler. Allgemein anwendbar 1.9.    BVT-Schlussfolgerungen für die Feuerungsanlagen BVT 34. Die BVT zur Vermeidung oder Verringerung von NOx-Emissionen in die Luft aus den Feuerungsanlagen besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. I. Primär- oder prozessbezogene Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Brennstoffauswahl oder -behandlung a)  Verwendung von Gas anstelle von Flüssigbrennstoff Gas enthält generell weniger Stickstoff als Flüssigbrennstoff, und seine Verbrennung hat niedrigere NOx-Emissionen zur Folge. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann durch Einschränkungen im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von schwefelarmen Gasbrennstoffen eingeschränkt sein, die sich aus der Energiepolitik des Mitgliedstaats ergeben. b)  Verwendung von stickstoffarmem flüssigem Raffineriebrennstoff (RFO), z. B. durch RFO-Auswahl oder durch Hydrotreatment von RFO Bei der Auswahl des flüssigen Raffineriebrennstoffs für die Verwendung in der Anlage erhalten stickstoffarme Brennstoffe den Vorzug. Hydrotreatment dient der Reduzierung des Schwefel-, Stickstoff- und Metallgehalts des Brennstoffs. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit ist eingeschränkt durch die Verfügbarkeit stickstoffarmer flüssiger Brennstoffe sowie Kapazitäten für Wasserstofferzeugung und Schwefelwasserstoff-(H2S)-Behandlung (z. B. Aminwäsche- und Claus-Anlagen). ii.  Modifizierung der Verbrennung a)  Gestufte Verbrennung: — Luftstufung — Brennstoffstufung Siehe Abschnitt 1.20.2 Für die gestufte Brennstoffzugabe bei Misch- oder Flüssigbrennstofffeuerung ist möglicherweise eine spezielle Auslegung des Brenners erforderlich. b)  Optimierung der Verbrennung Siehe Abschnitt 1.20.2 Allgemein anwendbar c)  Rauchgasrezirkulation Siehe Abschnitt 1.20.2 Anwendbar durch Einsatz spezieller Brenner mit interner Rückführung des Rauchgases. Die Anwendbarkeit kann auf die Nachrüstung einer externen Rauchgasrückführung bei Anlagen mit Sauggebläse/Gebläse beschränkt sein. d)  Einspritzen eines Verdünnungsmittels Siehe Abschnitt 1.20.2 Allgemein anwendbar für Gasturbinen, bei denen geeignete inerte Verdünnungsmittel zur Verfügung stehen. e)  Verwendung von Low-NOX-Brennern (LNB) Siehe Abschnitt 1.20.2 Allgemein anwendbar bei neuen Anlagen unter Berücksichtigung der brennstoffspezifischen Einschränkung (z. B. für Schweröl). Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit durch die Komplexität aufgrund standortspezifischer Bedingungen, z. B. Ofenauslegung, umgebende Vorrichtungen, eingeschränkt sein. In ganz speziellen Fällen können erhebliche Umbauten erforderlich sein. Die Anwendbarkeit kann bei Prozessöfen im Delayed-Coking-Prozess aufgrund der möglichen Kokserzeugung in den Öfen eingeschränkt sein. Bei Gasturbinen ist die Anwendbarkeit auf Brennstoffe mit niedrigem Wasserstoffgehalt (im Allgemeinen < 10 %) beschränkt. II. Sekundäre oder nachgeschaltete Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Selektive katalytische Reduktion (SCR) Siehe Abschnitt 1.20.2 Allgemein anwendbar bei neuen Anlagen. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund der Anforderungen hinsichtlich eines erheblichen Platzbedarfes und einer optimalen Einspritzung der Reaktionspartner eingeschränkt sein. ii.  Selektive nichtkatalytische Reduktion (SNCR) Siehe Abschnitt 1.20.2 Allgemein anwendbar bei neuen Anlagen. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund der Anforderung an das Temperaturfenster und der mit der Einspritzung der Reaktionspartner zu erreichenden Verweilzeit eingeschränkt sein. iii.  Niedertemperatur-Oxidation Siehe Abschnitt 1.20.2 Die Anwendbarkeit kann durch die notwendige zusätzliche Wäscherkapazität sowie dadurch eingeschränkt sein, dass Ozonerzeugung und das damit zusammenhängende Risikomanagement entsprechend berücksichtigt werden müssen. Die Anwendbarkeit kann durch die notwendige zusätzliche Abwasserbehandlung und damit zusammenhängende medienübergreifende Auswirkungen (z. B. Nitratemissionen) sowie durch eine unzureichende Versorgung mit flüssigem Sauerstoff (zur Ozonerzeugung) eingeschränkt sein. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. iv.  Kombiniertes SNOx-Verfahren Siehe Abschnitt 1.20.4 Nur anzuwenden bei hohem Rauchgasstrom (z. B. > 800 000  Nm3/h) und wenn eine kombinierte NOx- und SOx-Minderung notwendig ist. BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 9, Tabelle 10 und Tabelle 11. Tabelle 9 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen in die Luft aus einer Gasturbine Parameter Anlagenart BVT-assoziierter Emissionswert (1) (Monatsmittelwert) mg/Nm3 bei 15 % O2 NOx, angegeben als NO2 Gasturbinen (einschließlich Gas- und Dampfturbinen-Anlagen (GuD)) und Gas- und Dampfturbinenanlagen mit integrierter Kohlevergasung (IGCC) 40-120 (bestehende Turbine) 20-50 (neue Turbine) (2) (1)   Der BVT-assoziierte Emissionswert bezieht sich auf kombinierte Emissionen aus der Gasturbine und dem zusatzbefeuerten Abhitzekessel, sofern vorhanden. (2)   Bei Brennstoffen mit hohem H2-Gehalt (d. h. über 10 %), beträgt der höhere Wert 75 mg/Nm3. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. Tabelle 10 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen in die Luft aus einer gasbefeuerten Feuerungsanlage, ausgenommen Gasturbinen Parameter Verbrennungsart BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 NOx, angegeben als NO2 Gasfeuerung 30-150 für bestehende Anlage (1) 30-100 für neue Anlage (1)   Bei einer bestehenden Anlage mit hoher Luftvorwärmung (d. h. > 200 °C oder mit einem H2-Gehalt von mehr als 50 % im Heizgas beträgt der höhere Wert der BVT-assoziierten Emissionswerte 200 mg/Nm3. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. Tabelle 11 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen in die Luft aus einer Mehrstofffeuerungsanlage, ausgenommen Gasturbinen Parameter Verbrennungsart BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 NOx, angegeben als NO2 Mehrstofffeuerungsanlage 30-300 für bestehende Anlage (1) (2) (1)   Bei bestehenden Anlagen < 100 MW und Einsatz von Flüssigbrennstoff mit einem Stickstoffgehalt von mehr als 0,5 Gew.-% oder Flüssigfeuerung > 50 % oder Luftvorwärmung können Werte von bis zu 450 mg/Nm3 auftreten. (2)   Die unteren Werte können durch Einsatz des SCR-Verfahrens erzielt werden. Die zugehörige Überwachung ist in BVT 4 angegeben. BVT 35. Die BVT zur Vermeidung oder Verringerung der Staub- und Metallemissionen in die Luft aus Feuerungsanlagen besteht in einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken. I. Primär- oder prozessbezogene Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Brennstoffauswahl oder -behandlung a)  Verwendung von Gas anstelle von Flüssigbrennstoff Die Verbrennung von Gas anstelle von Flüssigbrennstoff hat niedrigere Staubemissionen zur Folge. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von schwefelarmen Brennstoffen wie z. B. Erdgas eingeschränkt sein, die sich aus der Energiepolitik des Mitgliedstaats ergeben. b)  Verwendung von schwefelarmem flüssigem Raffineriebrennstoff (RFO), z. B. durch RFO-Auswahl oder durch Hydrotreatment von RFO Bei der Auswahl des flüssigen Raffineriebrennstoffs für die Verwendung in der Anlage erhalten schwefelarme Brennstoffe den Vorzug. Hydrotreatment dient der Reduzierung des Schwefel-, Stickstoff- und Metallgehalts des Brennstoffs. Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann durch die Verfügbarkeit schwefelarmer flüssiger Brennstoffe sowie Kapazitäten für Wasserstofferzeugung und Schwefelwasserstoff-(H2S)-Behandlung (z. B. Aminwäsche- und Claus-Anlagen) eingeschränkt sein. ii.  Modifizierung der Verbrennung a)  Optimierung der Verbrennung Siehe Abschnitt 1.20.2 Allgemein anwendbar bei allen Verbrennungsarten. b)  Zerstäubung von Flüssigbrennstoff Einsatz von hohem Druck zur Verringerung der Tröpfchengröße von Flüssigbrennstoff. Die Auslegung der neuesten optimierten Brenner umfasst generell eine Dampfzerstäubung. Allgemein anwendbar bei Flüssigbrennstofffeuerung. II. Sekundäre oder nachgeschaltete Techniken, wie z. B.: Technik Beschreibung Anwendbarkeit i.  Elektrostatischer Abscheider (ESA) Siehe Abschnitt 1.20.1 Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. ii.  Blowback-Filter der dritten Stufe Siehe Abschnitt 1.20.1 Allgemein anwendbar iii.  Nasswäsche Siehe Abschnitt 1.20.3 Die Anwendbarkeit kann in Trockengebieten sowie in Fällen eingeschränkt sein, in denen die bei der Behandlung anfallenden Nebenprodukte (darunter z. B. Abwasser mit hohem Salzgehalt) nicht wiederverwendet oder auf geeignete Weise entsorgt werden können. Bei bestehenden Anlagen kann die Anwendbarkeit aufgrund des Platzbedarfs eingeschränkt sein. iv.  Zentrifugalwäscher Siehe Abschnitt 1.20.1 Allgemein anwendbar BVT-assoziierte Emissionswerte: Siehe Tabelle 12. Tabelle 12 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen in die Luft aus einer Mehrstofffeuerungsanlage, ausgenommen Gasturbinen Parameter Verbrennungsart BVT-assoziierter Emissionswert (Monatsmittelwert) mg/Nm3 Staub Mehrstofffeuerung 5-50 für bestehende Anlage (1) (2) 5-25 für neue Anlage < 50 MW (1)   Der untere Wert

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.