Europäische Union

2003/292/EG: Entscheidung der Kommission vom 9. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2568 — Haniel/Ytong) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1396) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32003D0292. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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bestimmte Bauunternehmer oder bestimmte Bauprojekte gebunden sein können. Die Bauunternehmer sind im Übrigen jedoch weit gestreut und nicht in der Lage, selbst Nachfragemacht auszuüben. - Die von Haniel vorgebrachten Argumente zum Fehlen von Marktzutrittsschranken sind nicht stichhaltig. Den von Haniel vorgelegten Investitionskosten stehen die Aussagen von Wettbewerbern gegenüber, die von der Kommission im Rahmen der Marktuntersuchung befragt worden sind und die durchgehend angeben, dass sie nur unter größten Schwierigkeiten ihre bestehenden Produktionskapazitäten erweitern könnten oder gar in die Herstellung eines anderen Wandbaustoffes einsteigen könnten. Auch Cementbouw hat im Rahmen der Marktuntersuchung die Investitionskosten deutlich höher eingeschätzt als Haniel. Es gab nur eine geringe Anzahl von Markteintritten, die allerdings auf den Bereich Beton beschränkt sind. Eintritte im Bereich Kalksandstein waren nicht zu beobachten. - Nach den der Kommission vorliegenden Informationen ist CVK in der Lage, bei ihrer Preisgestaltung zu berücksichtigen, ob ihre Produkte in tragenden oder in nicht tragenden Wänden Verwendung finden. Wie bereits ausgeführt wurde, findet Kalksandstein im Wesentlichen in tragenden Wänden Verwendung. Hinsichtlich der konkreten Verwendung ihrer Produkte ist CVK nicht nur über ihre Kenntnis der zu beliefernden Baustelle informiert. Darüber hinaus hat CVK hinsichtlich der Kalksandsteinelemente Zugang zu den Architektenplänen für die von ihr belieferten Bauprojekte. Haniel hat darüber hinaus angegeben, dass die Dicke eines wesentlichen Teiles der Kalksandsteinprodukte auf ihre Verwendung in tragenden oder nicht tragenden Wänden schließen lässt. (111) Der Kommission liegen keine Anhaltspunkte für eine Schwächung der Marktposition der CVK zugunsten ihrer Wettbewerber vor. Haniel hat hingegen in seinem Schriftwechsel mit der Kommission mehrfach darauf hingewiesen, dass die Marktpositionen der Marktteilnehmer sich im Laufe der vergangenen Jahre kaum geändert haben. Es gibt ebenfalls keine Anhaltspunkte dafür, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern würde. (112) Im Übrigen kann die Kommission den Ausführungen von Cementbouw nicht folgen, wonach dieses Unternehmen als von CVK unabhängiger Wettbewerber anzusehen sein soll. Zum einen hat die Kommission bereits ausführlich dargelegt, dass Cementbouw die CVK gemeinsam mit Haniel kontrolliert, so dass Cementbouw bereits aus diesem Grund nicht als unabhängiger Wettbewerber angesehen werden kann. Selbst wenn, wie von den intervenierenden Parteien behauptet, Cementbouw keine Kontrolle über CVK ausüben würde, so ist eine Beteiligung von 50 % an einem Unternehmen mit einem Marktanteil von [50-60]* % als Erlösquelle so bedeutend, dass es unwahrscheinlich ist, dass Cementbouw dies bei seinem Verhalten bezüglich seiner anderen Aktivitäten nicht berücksichtigen wird. cc) Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung von Haniel (CVK) durch den Zusammenschluss (113) Die Kommission ist der Auffassung, dass der Zusammenschluss die beherrschende Stellung von Haniel (CVK) auf dem niederländischen Markt für Wandbaustoffe für tragende Wände verstärken wird. Folgende Gründe sind hierfür maßgeblich: 1. Erwerb von Ytong (114) Unter der Annahme, dass Haniel lediglich Ytong erwirbt, erhöht sich durch den Zusammenschluss zwar der Marktanteil von Haniel nur um rund [0-2]* % auf [50-60]* %. Sofern Ortbeton nicht Teil des Marktes für Wandbaustoffe für tragende Wände wäre, würde sich der Marktanteil von Haniel um [0-2]* % auf [60-70]* % erhöhen; für den Fall, dass lediglich Ortbeton in der Tunnelbauweise aus dem relevanten Markt herausgerechnet würde, betrüge die Addition [0-2]* % und der gemeinsame Marktanteil [60-70]* %. Hinzu kommt, dass CVK mit Kalksandstein den wichtigsten Wandbaustoff in den Niederlanden allein kontrolliert. Es ist aufgrund der dargestellten hohen Marktzutrittsschranken nicht zu erwarten, dass andere Anbieter in diesen Produktbereich einsteigen werden. Alle Wettbewerber von Haniel bieten andere Produkte für Wandbaustoffe für tragende Wände an. Der einzige Anbieter auf dem relevanten Markt mit einem Marktanteil von knapp [2-5]* %, Cementbouw, ist selbst kontrollierender Anteilseigner von CVK und kann damit nicht als unabhängiger Wettbewerber angesehen werden. Der Rest der Wettbewerber ist weit gestreut, und keiner von ihnen verfügt über mehr als [2-5]* % Marktanteil. Keiner der Wettbewerber verfügt damit über eine wesentlich größere Bedeutung auf diesem Markt als Ytong. Das bedeutet, dass der niederländische Markt bereits so stark vermachtet ist, dass nur in begrenztem Maße dort noch Wettbewerb stattfindet. Unter diesen Umständen kann selbst ein geringer Zuwachs der Marktposition von Haniel in Verbindung mit anderen Faktoren zu einer bedeutenden Verschlechterung der noch verbleibenden Chancen für Wettbewerber führen. (115) Die Verstärkung der bestehenden marktbeherrschenden Stellung von Haniel (CVK) durch den Erwerb von Ytong ist nicht allein aufgrund der Höhe des Marktanteilszuwachses zu beurteilen. In dem Gesamtsektor für Wandbaustoffe ist Ytong der größte unabhängig von Haniel operierende Wettbewerber ohne strukturelle Verbindungen mit Haniel. Ytong ist ausserdem in den Niederlanden der führende Anbieter für Porenbeton, einem Material, das sowohl in tragenden als auch in nicht tragenden Wänden Verwendung findet. Mit rund [...]* m3 hat Ytong im Jahr 2000 in den Niederlanden mehr als fünfmal soviel Porenbeton abgesetzt wie der einzige andere Anbieter Fels. Durch den Zusammenschluss würde Haniel mit Ytong daher den bedeutendsten Hersteller von Porenbeton erwerben. In einem differenzierten Produktmarkt würde Haniel damit nicht nur Alleinanbieter des in den Niederlanden mit Abstand wichtigsten Wandbaustoffes, Kalksandstein, sein, sondern mit [ > 80]* % des Absatzes auch der bedeutendste Anbieter von Porenbeton werden. Zwar steht Porenbeton grundsätzlich mit Kalksandstein und den anderen dem Markt für tragende Wandbaustoffe angehörenden Produkten im Wettbewerb. In einem differenzierten Produktmarkt wie dem vorliegenden, in dem unterschiedliche Produkte für dieselben Verwendungszwecke miteinander im Wettbewerb stehen, kann jedoch auch die Möglichkeit, ein bestimmtes, möglicherweise von bestimmten Verbrauchern oder für bestimmte Verwendungen besonders geschätztes Produkt anzubieten, für die Marktstellung eines Unternehmens von Bedeutung sein. (116) Im Rahmen der Marktuntersuchung befragte Abnehmer haben angegeben, dass sie die Gefahr von nennenswerten Preissteigerungen für den Fall befürchten, dass Ytong als selbständiger aktiver Anbieter von Porenbeton aus dem Markt ausscheide. (117) Die Marktuntersuchung hat gezeigt, dass Ytong insbesondere bei den größten Baustoffhandelsgruppen in den Niederlanden gut eingeführt ist. Der andere Anbieter von Porenbeton in den Niederlanden, Fels, hat Schwierigkeiten, diese ebenfalls zu beliefern. Fels ist daher gegenwärtig auf die sogenannten freien Händler angewiesen, die weniger Absatz haben und weniger finanzstark sind. Ferner besitzt Ytong im Gegensatz zu Fels in den Niederlanden eigene Produktionsstätten und ist nicht lediglich durch Importe am Markt tätig. (118) Diese starke Position von Ytong findet ihre Grundlage in der starken Stellung dieses Unternehmens auf dem benachbarten Markt für nicht tragende Wandbaustoffe. Wie bereits dargelegt, handelt es sich bei Porenbeton um den einzigen wichtigen anderen Wandbaustoff neben Kalksandstein, der sowohl für tragende als auch für nicht tragende Wände Verwendung findet. Der niederländische Markt der Wandbaustoffe für nicht tragende Wände hatte 2000 ein Volumen von 1,7 Millionen m3 und einen Wert von 282 Millionen EUR. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Marktanteile (nach Volumen) der Parteien und ihrer wichtigsten Wettbewerber unter Einbeziehung aller nicht tragenden Wandbaustoffe(19): Wandbaustoffe, nicht tragend >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (119) Nach Haniel ist Ytong auf dem Markt für nicht tragende Wandbaustoffe der stärkste Wettbewerber. Als einziger Anbieter von Kalksandstein ist Haniel (CVK) auch hier der stärkste Wettbewerber mit einem Marktanteil von mehr als [15-20]* %. Ytong ist mit Porenbeton der zweitstärkste Wettbewerber mit fast [15-20]* %. Durch einen Zusammenschluss würden Haniel (CVK)/Ytong damit rund [2-5]* mal so groß werden wie der nächstgrößte Wettbewerber. Dieser Wettbewerber, GIBO, verfügt über einen Marktanteil von [10-15]* %. Fels als der einzige alternative Anbieter von Porenbeton hat einen Marktanteil von rund [2-5]* %. Alle anderen Wettbewerber bieten ausschließlich Gipsprodukte an. (120) Diese starke Stellung von Ytong auf dem Markt für nicht tragende Wandbaustoffe hat unmittelbaren Einfluss auf die Stellung dieses Unternehmens auf dem Markt für tragende Wandbaustoffe. Der Umsatz im Markt für nicht tragende Wandbaustoffe ermöglicht Ytong den Zugang zu den Kunden auch für tragende Baustoffe, da diese in beiden Märkten dieselben sind. Die Marketingstruktur und das Vertriebssystem können daher in beiden Märkten gleichermaßen Verwendung finden. Andere Anbieter, die - bis auf Haniel und Fels - jeweils nur in einem der beiden Märkte tätig sind, verfügen nicht über diese Möglichkeit. Ähnliches gilt für die Investition in Produktionsstätten; auch diese sind für die Belieferung der beiden Märkte dieselben. (121) Vor dem Zusammenschluss konnte Haniel (CVK) lediglich einen einzigen Wandbaustoff - Kalksandstein - anbieten. Infolge des Zusammenschlusses wird Haniel (CVK) mit Ytong in der Lage sein, durch sein Angebot an Kalksandstein und Porenbeton den überwiegenden Teil des Bedarfs der Baustoffhändler an Wandbaustoffen für tragende Wände und darüber hinaus auch für nicht tragende Wände abzudecken. Dadurch erweitert sich Haniels Verhaltensspielraum im Verhältnis zu den Anbietern von mit Kalksandstein konkurrierenden Materialien auch auf dem Markt für Wandbaustoffe für tragende Wände erheblich, denn keiner seiner Wettbewerber ist in gleicher Weise in der Lage, den Bedarf seiner Abnehmer derart umfassend zu decken. (122) Unter diesen Umständen ist zu erwarten, dass Haniel durch die Übernahme von Ytong in die Lage versetzt wird, in nennenswertem Umfang Abnehmer dazu zu bewegen, sämtliche benötigten Wandbaustoffe aus einer Hand von sich zu beziehen und damit die Reaktionsmöglichkeiten anderer Anbieter weiter einzuschränken. Dies hätte zur Folge, dass der von anderen Anbietern von Wandbaustoffen für tragende Wände ausgehende Wettbewerbsdruck sich weiter verringert und zu höheren Preisen führen würde. 2. Erwerb von Ytong und Fels (123) Sofern aufgrund einer Freigabe durch die Kommission und das Bundeskartellamt Haniel neben Ytong auch Fels übernehmen kann, würden Wettbewerber einem aus Haniel/Ytong/Fels bestehenden Marktführer noch weniger entgegenzusetzen haben. Im Markt für tragende Wandbaustoffe würde der Marktanteil Haniels (CVK)/Fels in Höhe von [50-60]* % (bzw: [50-60]* % oder [60-70]* %)(20) durch den Erwerb von Ytong um rund [0-2]* % erhöht werden. Im Markt für nicht tragende Wände würde sich der Marktanteil von Haniel (CVK)/Fels von [20-30]* % durch Ytong auf [40-50]* % erhöhen. (124) Unter diesen Voraussetzungen würde Haniel damit nicht nur den einzigen Kalksandsteinanbieter in den Niederlanden kontollieren, sondern auch sämtliche Porenbetonhersteller. Dadurch würde der noch verbleibende, durch Porenbeton auf Kalksandstein ausgeübte Wettbewerbsdruck vollständig verschwinden. Haniel würde damit über die einzigen beiden wichtigsten Wandbaustoffe allein verfügen, die sowohl in tragenden als auch in nicht tragenden Wänden Verwendung finden können. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass Haniel durch Fels dann auch den gegenwärtig bedeutendsten Wandbaustoff für nicht tragende Wände, d. h. Gips, anbieten kann. Haniel ist damit als einziger Wettbewerber in der Lage, diese drei wichtigen Wandbaustoffe aus einer Hand anbieten zu können. 3. Anhörung nach Versendung der Mitteilung der Beschwerdepunkte Standpunkt der Parteien (125) In seiner Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte und in der mündlichen Anhörung machte Haniel geltend, dass der Erwerb von Ytong jedenfalls nicht zu einer Verstärkung einer marktbeherschenden Stellung führt. Haniel stützte seine Auffassung im Wesentlichen auf drei Gesichtspunkte. - Haniel weist darauf hin, dass ein Marktanteilszuwachs von [0-2]* % zu gering sei, um eine Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung begründen zu können. Haniel verweist dabei auf eine Reihe von Entscheidungen der Kommission, bei denen Marktanteilsadditionen in dieser Größenordnung für eine Verstärkung nicht als ausreichend angesehen wurden. Haniel sieht in der Haltung der Kommission im vorliegenden Fall auch einen Wertungswiderspruch zu ihrer Entscheidung in der Sache COMP/M.2495 - Haniel/Fels. Die Kommission hatte den Erwerb von Fels durch Haniel freigegeben, da ihr die Marktposition von Fels für eine Verstärkung nicht ausreichend schien. Fels verfügt über einen Marktanteil von [0-2]* %. - Die Stellung von Ytong auf dem benachbarten Markt für nicht tragende Wandbaustoffe sei nicht geeignet, Ytongs Stellung auf dem Markt für tragende Wandbaustoffe zu beeinflussen. Ytong habe wie die Hersteller anderer Wandbaustoffe bereits seit Jahrzehnten Zugang zu dem Vertriebssystem des Baustoffhandels. Haniel sei bereits durch seinen beträchtlichen Marktanteil im Bereich Kalksandstein auf dem benachbarten Markt für Wandbaustoffe für nicht tragende Wände vertreten, so dass etwaige Vorteile, die durch die gleichzeitige Präsenz auf beiden Märkten entstuenden, bereits vorlägen und durch den Erwerb von Ytong nicht vergrößert würden. Im Übrigen sei Porenbeton neben Kalksandstein nicht der einzige Wandbaustoff, der sowohl in tragenden als auch in nicht tragenden Wänden Verwendung finde, da dies auch für Ziegel, Betonsteine und Betonfertigteile gelte. - Haniel könne keinen Vorteil daraus erzielen, neben Kalksandstein auch Porenbeton anbieten zu können, da ein Komplettangebot im Baustoffhandel viel mehr Produkte als Wandbaustoffe erfasse. Im Übrigen bestuende kein wirtschaftlicher Anreiz für eine solche Kombination, da Verkäufe von CVK Haniel nur mit 50 % des Gewinnes zugute kämen, Verkäufe von Ytong hingegen mit 100 %. Bewertung (126) Die von den Parteien vorgebrachten Argumente haben die Gründe, die die Kommission zur Annahme der Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung von CVK veranlasst haben, nicht widerlegen können. Folgende Gesichtspunkte sind dafür maßgeblich: - Die geringe Größe des Marktanteilszuwachses ist nicht ausschlaggebend, um die Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung ausschließen zu können. Haniel verweist in seiner Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte selbst darauf, dass die Marktposition nicht schematisch aus den Marktanteilen abgeleitet werden kann. Auch die Kommission hat sich, wie oben detailliert ausgeführt, von diesem Gesichtspunkt bei ihrer Beurteilung leiten lassen. Sie hat dabei auf alle Faktoren abgestellt, die die Marktposition von Ytong ausmachen, und hat in diesem Zusammenhang ebenfalls detailliert dargelegt, warum sich die Marktposition von Ytong und Fels derartig unterscheiden, dass die Kommission in einem Fall eine Verstärkung ausschließen und im anderen Fall eine solche annehmen kann. Zu den genannten Faktoren gehört u. a. die Tatsache, dass Ytong der führende Anbieter von Porenbeton in den Niederlanden ist und fünfmal sovie Porenbeton verkauft wie Fels. Im Übrigen ist bei der Berücksichtigung der Höhe der Marktanteile und ihrer Geeignetheit zur Verstärkung einer bereits bestehenden Marktbeherrschung die Größe der anderen Marktteilnehmer zu berücksichtigen. Keiner der Wettbewerber ist wesentlich größer als Ytong. Ytongs Marktanteil ist doppelt so groß wie der von Fels, und es gibt eine Vielzahl wesentlich kleinerer Anbieter von Wandbaustoffen, deren Marktanteile sehr niedrig sind und weitgehend unter [0-2]* % liegen. Der vorliegende Fall ist darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem relevanten Markt um einen differenzierten Produktmarkt handelt. Jeder Wandbaustoff hat besondere Eigenschaften, die bereits im Einzelnen dargelegt worden sind, und die einen Wandbaustoff für einige Verwendungszwecke als geeigneter erscheinen lassen als für andere. Ortbeton und insbesondere solcher in der Tunnelbauweise ist beispielsweise eher für größere Projekte geeignet, während Porenbeton bei tragenden Wänden in den Niederlanden in erster Linie in Einzelhäusern und damit kleineren Projekten Verwendung findet. Auf einer Skala der Größenordnung der Projekte würde Ortbeton in der Tunnelbauweise daher ganz oben rangieren, gefolgt von anderen Ortbetonbauweisen. Porenbeton würde am unteren Ende der Skala rangieren, während Kalksandstein fast die ganze Skala ausfuellen würde. Der Erwerb von einem Produkt wie Porenbeton kann daher sehr wohl eine bestehende beherrschende Stellung, die sich auf ein einziges Produkt wie Kalksandstein gründet, durch das Hinzukommen eines weiteren Produktes verstärken. - Durch die von den intervenierenden Parteien vorgebrachten Argumente werden die Ausführungen, mit denen dargelegt wird, dass Ytongs Stellung auf dem benachbarten Markt für nicht tragende Wandbaustoffe durchaus geeignet ist, Ytongs Stellung auf dem Markt für tragende Wände zu beeinflussen, nicht widerlegt. Die Tatsache, dass Haniel über CVK auf diesem benachbarten Markt mit Kalksanstein bereits über einen beträchtlichen Marktanteil verfügt, steht der genannten Schlussfolgerung nicht entgegen. Durch den Erwerb könnte Haniel mit Porenbeton ein weiteres Produkt auf beiden Märkten anbieten. Ytongs etablierter Zugang zu den großen Baustoffhändlern, über die - wie Haniel ausführt - fast der gesamte Porenbeton in den Niederlanden vertrieben wird, wurde von der Kommission ausdrücklich hervorgehoben, während Fels diesen Zugang offenbar nicht besitzt. Dieser Zugang ist jedoch für den Vertrieb in beiden Märkten nutzbar, so dass die starke Stellung in einem der beiden Märkte die Stellung in dem anderen Markt durchaus verstärkt. Im Gegensatz zu anderen Wandbauprodukten wie Ziegeln oder Beton handelt es sich bei Porenbeton um einen der drei bedeutenden Wandbaustoffe für nicht tragende Wände neben Kalksandstein, der allein von Haniel angeboten wird, und Gips. Diese drei Produkte zusammen machen mehr als [ > 80]* % der im Bereich nicht tragende Wände verwendeten Wandbaustoffe aus. Nur Kalksandstein und Porenbeton werden davon auch in tragenden Wänden verwendet. - Auch die Tatsache, dass der Baustoffhandel eine Vielzahl von Podukten anbietet steht den genannten Vorteilen nicht im Wege. Im Gegenteil, der Erwerb des größten Porenbetonherstellers in den Niederlanden verschärft die bereits bestehende Abhängigkeit der Baustoffhändler von CVKs Kalksandsteinprodukten weiter, da sie nunmehr auch bei dem Vertrieb von Porenbeton weitgehend auf CVK angewiesen sind. Da Betonprodukte, wie bereits dargelegt, nicht über den Baustoffhandel vertrieben werden, müsste der Baustoffhandel einen wesentlichen Teil der durch ihn vertriebenen Wandbaustoffe von Haniel (CVK) beziehen. Ein wirtschaftlicher Anreiz für die Beteiligten ist dadurch gegeben, dass die insgesamt zu erzielenden Erlöse durch die Kombination beider Produkte in einer Hand vergrößert werden können. 4. Ergebnis (127) Die Kommission kommt somit zu der Schlussfolgerung, dass durch den Zusammenschluss die bestehende beherrschende Stellung von Haniel (CVK) auf dem Markt für Wandbaustoffe für tragende Wände in den Niederlanden verstärkt wird. Dies gilt noch in stärkerem Maße, wenn Haniel zugleich auch Fels erwirbt. c) Der Markt für Wandbaustoffe für nicht tragende Wände (128) Haniel verfügt in den Niederlanden über seine indirekte Beteiligung an CVK, dem einzigen Hersteller von Kalksandstein, auf dem Markt für Wandbaustoffe, die in nicht tragenden Wänden Verwendung finden, über eine starke, wenn auch nicht beherrschende Stellung, wie aus den obigen Ausführungen in Randnummer 115 hervorgeht. Der Erwerb von Ytong führt nicht zu einer Schaffung einer marktbeherrschenden Stellung auf diesem Markt. Sofern Haniel darüber hinaus auch noch Fels erwerben würde, gilt dies ebenfalls. Die folgenden Gründe sind für diese Schlussfolgerung maßgeblich. (129) Haniel (CVK) ist mit einem Marktanteil von [15-20]* % Marktführer auf dem Markt für Wandbaustoffe für nicht tragende Wände und - wie bereits dargelegt - der einzige Anbieter von Kalksandstein, dem wichtigsten Baustoff für tragende wie für nicht tragende Wände. Jedoch kommt Ytong als führender Porenbetonhersteller bei nicht tragenden Wänden mit [15-20]* % Marktanteil sehr nah an die Marktposition von Haniel (CVK) heran, und auch die drei wichtigsten Gipshersteller GIBO, Lafarge und Gyproc erreichen erhebliche Marktanteile zwischen [5-10]* % und [10-15]* %. Bei dieser Marktstruktur kann ausgeschlossen werden, dass Haniel (CVK) vor dem Zusammenschluss über eine beherrschende Stellung verfügt. (130) Durch den Zusammenschluss mit Ytong - einem Anbieter von Porenbeton mit einem nicht unbedeutenden Marktanteil von [15-20]* % - vergrößert sich Haniels Marktanteil auf [30-40]* % und entsprechend auch der Abstand zu den nachfolgenden Wettbewerbern. Haniel erweitert seine Produktpalette um das für nicht tragende Wände wichtige Produkt Porenbeton. Angesichts der Existenz starker Wettbewerber, insbesondere im Gipsbereich, ist aber nicht zu erwarten, dass Haniel durch die Übernahme von Ytong seinen wettbewerblichen Verhaltensspielraum in einem Ausmaß erweitern kann, dass durch den Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung entstehen würde. (131) Dieselben Gesichtspunkte gelten weiterhin, wenn Haniel darüber hinaus noch Fels erwerben würde. Der Marktanteil von Haniel würde sich dann zwar auf [40-50]* % erhöhen und seine Produktpalette um Gips erweitern. Haniel würde damit nicht nur seine Stellung als Marktführer festigen, sondern auch der einzige Wettbewerber sein, der alle drei wesentlichen Wandbaustoffe für nicht tragende Wände anbieten kann. Gleichwohl lässt die im vorgehenden Absatz erläuterte Marktstruktur den Schluss zu, dass auch unter diesen Umständen eine marktbeherrschende Stellung von Haniel auf dem Markt für wandbildende Baustoffe für nicht tragende Wände nicht entsteht. 2. ANDERE NATIONALE MÄRKTE (132) Außer in Deutschland, dessen Märkte nicht der Prüfung der Kommission im vorliegenden Verfahren unterliegen, und den Niederlanden führt der Zusammenschluss noch in Belgien, Frankreich und, sofern Haniel Fels übernehmen würde, in Österreich zur Addition von Marktanteilen. (133) In Belgien ist Haniel mit einem Kalksandsteinwerk tätig. Ytong besitzt dort ein Porenbetonwerk. Der gemeinsame Anteil von Haniel und Ytong am Absatz von Mauerwerksbaustoffen beträgt [2-5]* %, bei Einbeziehung sämtlicher Wandbaustoffe (einschließlich Betonfertigteile und Ortbeton) weniger als [2-5]* %. Fels (Hebel) verkauft dort Wandbaustoffe, ohne über eigene Produktionsstätten zu verfügen. Der gemeinsame Anteil von Haniel, Ytong und Fels am Absatz von Mauerwerksbaustoffen beträgt [5-10]* %, bei Einbeziehung sämtlicher Wandbaustoffe (einschließlich Betonfertigteile und Ortbeton) weniger als [2-5]* %. Auch bei einer denkbaren Unterscheidung zwischen Baustoffen für tragende und für nicht tragende Wände kann angesichts der genannten Marktanteile ausgeschlossen werden, dass die Marktanteile wettbewerbliche kritische Schwellen erreichen. (134) In Frankreich ist Haniel an Transportbetonwerken beteiligt. Ytong besitzt dort ein Porenbetonwerk. Zu Marktanteilsadditionen kommt es nur unter der Annahme eines größeren Marktes für Wandbaustoffe unter Einschluss von Betonfertigteilen und Ortbeton. In diesem Fall beträgt der gemeinsame Marktanteil etwa [0-2]* %. Fels (Hebel) ist in diesem Land mit drei Porenbetonwerken tätig. Der gemeinsame Anteil von Haniel, Ytong und Fels am Absatz von Mauerwerksbaustoffen beträgt weniger als [2-5]* %, bei Einbeziehung sämtlicher Wandbaustoffe (einsc

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.