Sachsen

SächsSozVmDAPVO

Lesefassung aus dem Landesportal

Quellenkennung: 4186. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Fundstelle und systematische Gliederungsnummer SächsGVBl. 2000 Nr. 14, S. 452 Fsn-Nr.: 245-x.8/2 · Gültigkeitszeitraum Fassung gültig ab: 1. September 2005

Zur amtlichen Quelle ↗

Originaldateien und Anlagen

Durchsuchbarer Text in vereinfachter Darstellung. Tabellen, Abbildungen und verbindliche Gestaltung bitte anhand der Originaldateien prüfen.

Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales über die Ausbildung und Prüfung für den mittleren nichttechnischen Dienst in der Sozialverwaltung (SächsSozVmDAPVO)1 Vom 15. September 2000 Rechtsbereinigt mit Stand vom 1. September 2005 Aufgrund von § 18 Abs. 2 Satz 1 und 2 sowie § 38 Abs. 3 des Beamtengesetzes für den Freistaat Sachsen (Sächsisches Beamtengesetz – SächsBG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. Juni 1999 (SächsGVBl. S. 370, 2000 S. 7) wird im Einvernehmen mit dem Staatsministerium des Innern und dem Staatsministerium der Finanzen verordnet: Inhaltsübersicht Abschnitt 1 Allgemeine Vorschriften §   1 Geltungsbereich §   2 Ziel der Ausbildung Abschnitt 2 Vorbereitungsdienst §   3 Einstellungsvoraussetzungen, Auswahlverfahren §   4 Einstellungsbehörde §   5 Rechtsstellung §   6 Ausbildungsbehörden, Ausbildungsstätte §   7 Dienstaufsicht §   8 Gliederung des Vorbereitungsdienstes §   9 Verlängerung des Vorbereitungsdienstes § 10 Ausbildungsplan Abschnitt 3 Fachtheoretische Ausbildung § 11 Fachlehrgänge § 12 Lehrgebiete § 13 Aufsichtsarbeiten § 14 Lehrgangszeugnis, Lehrgangsnote Abschnitt 4 Berufspraktische Ausbildung § 15 Inhalte § 16 Ausbildungsleiter, Ausbilder § 17 Berufspraktische Ausbildung § 18 Stationszeugnis, Abschnittszeugnis Abschnitt 5 Laufbahnprüfung § 19 Prüfungsbehörde, Zulassung § 20 Prüfungsorgane § 21 Bestellung und Zusammensetzung des Prüfungsausschusses § 22 Aufgaben des Prüfungsausschusses und seines Vorsitzenden § 23 Aufgabensteller und Gutachter § 20 Schriftliche Prüfung § 25 Prüfungskommission, mündliche Prüfung § 26 Fernbleiben, Rücktritt § 27 Nachträgliche Geltendmachung von Mängeln im Prüfungsverfahren § 28 Unlauteres Verhalten im Prüfungsverfahren § 29 Wiederholung der Prüfung bei Nichtbestehen § 30 Bildung der Gesamtprüfungsnote § 31 Festsetzung der Platzziffer § 32 Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses Abschnitt 6 Übergangs- und Schlussvorschriften § 33 Übergangsvorschriften § 34 In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten Abschnitt 1 Allgemeine Vorschriften § 1 Geltungsbereich Diese Verordnung regelt die Ausbildung und Prüfung für die Laufbahn des mittleren nichttechnischen Dienstes in der Sozialverwaltung des Freistaates Sachsen. § 2 Ziel der Ausbildung Ziel der Ausbildung ist es, durch die Vermittlung von praxisbezogenen Fachkenntnissen und berufspraktischen Fähigkeiten Beamte heranzubilden, die durch ihr Verständnis für gesellschaftspolitische und soziale Zusammenhänge sowie durch bürgernahes Verhalten für den Dienst in der Sozialverwaltung geeignet sind. Abschnitt 2 Vorbereitungsdienst § 3 Einstellungsvoraussetzungen, Auswahlverfahren (1) In den Vorbereitungsdienst kann eingestellt werden, wer die Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf erfüllt und in einem Auswahlverfahren nach Absatz 2 zugelassen wurde. (2) 1In einem Auswahlverfahren wird festgestellt, ob der Bewerber aufgrund seiner Kenntnisse, Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften in den Vorbereitungsdienst der Laufbahn eingestellt werden kann. 2Das Sächsische Staatsministerium für Soziales setzt zuvor jährlich die Anzahl der Anwärter fest, die zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden können. 3Die Auswahlentscheidung trifft das Sächsische Landesamt für Familie und Soziales.2 § 4 Einstellungsbehörde Das Sächsische Landesamt für Familie und Soziales (Einstellungsbehörde) stellt die Anwärter ein. § 5 Rechtsstellung (1) Der zugelassene Bewerber wird unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf zum „Regierungssekretäranwärter“ oder zur „Regierungssekretäranwärterin“ ernannt. (2) Das Beamtenverhältnis auf Widerruf endet mit Ablauf des Tages, an dem dem Anwärter schriftlich bekannt gegeben wird, dass er die Laufbahnprüfung bestanden oder endgültig nicht bestanden hat. (3) Mit Erwerb der Laufbahnbefähigung wird die Berechtigung erworben, die Bezeichnung „Verwaltungswirt“ oder „Verwaltungswirtin“ zu führen. (4)  (aufgehoben)3 § 6 Ausbildungsbehörden, Ausbildungsstätte (1) 1Die Einstellungsbehörde weist den Anwärter der Ausbildungsbehörde zu. 2Ausbildungsbehörden für die berufspraktische Ausbildung sind die Ämter für Familie und Soziales. (2) Ausbildungsstätte für die fachtheoretische Ausbildung ist das Ausbildungszentrum Bobritzsch.4 § 7 Dienstaufsicht Vorgesetzte des Anwärters sind 1. der Ausbildungsleiter und die jeweiligen Ausbilder sowie die Lehrkräfte, 2. für die Zeit der fachtheoretischen Ausbildung der Leiter der Ausbildungsstätte, die von ihm Beauftragten und die Lehrkräfte. § 8 Gliederung des Vorbereitungsdienstes (1) 1Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre und schließt mit der Laufbahnprüfung ab. 2Er gliedert sich in die fachtheoretische Ausbildung von 9 Monaten Dauer und die berufspraktische Ausbildung von 15 Monaten Dauer. 3Zeiten der fachtheoretischen Ausbildung wechseln mit Zeiten der berufspraktischen Ausbildung ab. (2) 1Die fachtheoretische Ausbildung erfolgt in Fachlehrgängen. 2Diese gliedern sich in einen Einführungslehrgang, einen Zwischenlehrgang und einen Abschlusslehrgang. 3Die berufspraktische Ausbildung gliedert sich in Ausbildungsabschnitte. 4Ein Ausbildungsabschnitt gliedert sich in mehrere Stationen, wenn der Anwärter innerhalb des Ausbildungsabschnitts verschiedene Sachgebiete zu absolvieren hat. 5Eine Station umfasst die Ausbildung in einem Sachgebiet. (3) Abweichungen von Absatz 1 Satz 2 und 3 und von Absatz 2 bedürfen der Zustimmung des Staatsministeriums für Soziales.5 § 9 Verlängerung des Vorbereitungsdienstes Die Einstellungsbehörde kann den Vorbereitungsdienst auf Antrag des Anwärters um bis zu einem Jahr verlängern, wenn 1. die berufspraktische Ausbildung um mindestens zwei Monate oder die fachtheoretische Ausbildung um mindestens einen Monat unterbrochen wurde oder 2. der Stand der fachtheoretischen oder berufspraktischen Ausbildung unzureichend ist. § 10 Ausbildungsplan (1) Die Einstellungsbehörde regelt im Einvernehmen mit den Ausbildungsbehörden und der Ausbildungsstätte und im Benehmen mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales die Ausbildung in einem Ausbildungsplan. (2) Dieser beinhaltet einen fachtheoretischen und einen berufspraktischen Teil.6 Abschnitt 3 Fachtheoretische Ausbildung § 11 Fachlehrgänge 1In den Fachlehrgängen werden insgesamt mindestens 800 Unterrichtsstunden erteilt. 2Sie werden zentral durch das Ausbildungszentrum Bobritzsch durchgeführt.7 § 12 Lehrgebiete (1) Innerhalb der Fachlehrgänge erfolgt die Ausbildung in den Lehrgebieten Sozialrecht, Allgemeines Recht, Staatliche und Kommunale Finanzwirtschaft und Verwaltungslehre. (2) Die dazugehörigen Lehrfächer mit den jeweiligen Schwerpunkten sind im fachtheoretischen Teil des Ausbildungsplans aufzuführen. § 13 Aufsichtsarbeiten (1) Der Anwärter hat 1. im Einführungslehrgang je eine Aufsichtsarbeit aus dem Lehrgebiet Sozialrecht und aus dem Lehrgebiet Allgemeines Recht, 2. im Zwischenlehrgang drei Aufsichtsarbeiten aus dem Lehrgebiet Sozialrecht und je eine Aufsichtsarbeit aus dem Lehrgebiet Allgemeines Recht und Staatliche und Kommunale Finanzwirtschaft und 3. im Abschlusslehrgang drei Aufsichtsarbeiten aus dem Lehrgebiet Sozialrecht und je eine Aufsichtsarbeit aus dem Lehrgebiet Allgemeines Recht und Staatliche und Kommunale Finanzwirtschaft anzufertigen. (2) Für die Aufsichtsarbeiten beträgt die Bearbeitungszeit drei Stunden. (3) 1Anwärter dürfen einer Aufsichtsarbeit nur aus wichtigem, nicht von ihnen zu vertretendem Grund fernbleiben. 2In diesem Fall ist die Aufsichtsarbeit unverzüglich nachzuholen. 3Das Vorliegen eines wichtigen Grundes ist gegenüber dem Prüfungsausschuss unverzüglich geltend zu machen. 4Nimmt ein Anwärter an einer Aufsichtsarbeit ohne wichtigen Grund nicht teil, wird diese mit „ungenügend“ bewertet. (4) 1Die Aufsichtsarbeiten sind mit folgenden Noten zu bewerten: Noten Lfd. Nr.  Prädikat entspricht (=) Leistung 1. „sehr gut“ (1) = eine Leistung, die den Anforderungen im besonderen Maße entspricht; 2. „gut“ (2) = eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht; 3. „befriedigend“ (3) = eine Leistung, die im Allgemeinen den Anforderungen entspricht; 4. „ausreichend“ (4) = eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht; 5. „mangelhaft“ (5) = eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können; 6. „ungenügend“ (6) = eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten. 2Besteht eine Aufsichtsarbeit aus zwei inhaltlich verschiedenen Lehrfächern, wird die Leistung in jedem Lehrfach nach Satz 1 bewertet. 3Die Gesamtnote der Aufsichtsarbeit ergibt sich in diesem Fall aus dem Durchschnitt der beiden Einzelnoten. § 14 Lehrgangszeugnis, Lehrgangsnote (1) 1Die Ausbildungsstätte erstellt aus den Einzelnoten der Aufsichtsarbeiten 1. das Lehrgangszeugnis I nach dem Einführungs- und Zwischenlehrgang und 2. das Lehrgangszeugnis II nach dem Abschlusslehrgang. 2Die Lehrgangszeugnisse sind dem Anwärter zu eröffnen. (2) Die Lehrgangsnote ergibt sich 1. für das Lehrgangszeugnis I aus dem Durchschnitt der Noten für die Aufsichtsarbeiten nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 und 2. 2. für das Lehrgangszeugnis II aus dem Durchschnitt der Noten für die Aufsichtsarbeiten nach § 13 Abs. 1 Nr. 3. (3) 1Die Lehrgangsnote ist auf zwei Dezimalstellen gerundet zu berechnen. 2Es erhalten: Lehrgangsnote Lfd. Nr.  Anwärter Prädikat 1. Anwärter mit einer Note bis 1,5 „sehr gut“; 2. Anwärter mit einer Note von 1,51 bis 2,50 „gut“; 3. Anwärter mit einer Note von 2,51 bis 3,50 „befriedigend“; 4. Anwärter mit einer Note von 3,51 bis 4,50 „ausreichend“; 5. Anwärter mit einer Note von 4,51 bis 5,50 „mangelhaft“; 6. Anwärter mit einer Note über 5,50 „ungenügend“. (4) Der Lehrgang ist bestanden, wenn der Anwärter jeweils mindestens die Note „ausreichend“ erhält. Abschnitt 4 Berufspraktische Ausbildung § 15 Inhalte (1) 1Der Anwärter soll die wesentlichen Tätigkeitsbereiche der Ausbildungsbehörde und die dabei zu beachtenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften kennen lernen. 2Die in der fachtheoretischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse sollen vertieft und in der Praxis angewendet werden. 3Der Anwärter ist zur selbständigen Erledigung der Arbeit zu befähigen. (2) Die berufspraktische Ausbildung umfasst 1. die Ausbildung in der Ausbildungsbehörde, 2. mindestens 120 Unterrichtsstunden dienstbegleitende Übungen einschließlich Ausbildung in der Datenverarbeitung und 3. ein zweimonatiges Praktikum in einer Kommunalbehörde. (3) Dem Anwärter ist in den dienstbegleitenden Übungen Gelegenheit zu geben, sein Fachwissen bei der Lösung praktischer Fälle anzuwenden und sich Arbeits- und Entscheidungstechniken anzueignen. § 16 Ausbildungsleiter, Ausbilder (1) Bei jeder Ausbildungsbehörde ist durch die Einstellungsbehörde ein Beamter des höheren oder gehobenen Dienstes oder ein vergleichbarer Angestellter zum Ausbildungsleiter zu bestellen. (2) 1Der Ausbildungsleiter betreut die Anwärter und hat deren ordnungsgemäße berufspraktische Ausbildung sicherzustellen. 2Das Nähere bestimmt die Einstellungsbehörde. (3) Der Leiter der Ausbildungsbehörde bestimmt die Ausbilder und die Lehrkräfte für die dienstbegleitenden Übungen. § 17 Berufspraktische Ausbildung 1Der Ausbildungsleiter erstellt für jeden Anwärter und jeden Ausbildungsabschnitt einen Plan; dieser ist dem Anwärter bekannt zu geben. 2Der Anwärter führt Beschäftigungsnachweise. § 18 Stationszeugnis, Abschnittszeugnis (1) 1Die Leistungen in jedem Ausbildungsabschnitt werden in einem Ausbildungsabschnittszeugnis mit einer Note nach § 13 Abs. 4 bewertet. 2Ein Ausbildungsabschnitt ist bestanden, wenn die Leistung mindestens mit der Note „ausreichend“ bewertet worden ist. 3Das Ausbildungsabschnittszeugnis erstellt der Ausbildungsleiter am Ende eines jeden berufspraktischen Ausbildungsabschnittes. 4Es ist dem Leiter der Ausbildungsbehörde vorzulegen und dem Anwärter vor der Vorlage an die Einstellungsbehörde zu eröffnen. 5Dem Anwärter ist Gelegenheit zu geben, sich zu dem Ausbildungsabschnittszeugnis schriftlich zu äußern. 6Die Äußerung ist dem Abschnittszeugnis beizufügen. (2) 1Wenn eine Station innerhalb eines Ausbildungsabschnittes mindestens vier Wochen dauert, erstellt der Ausbilder hierfür ein Stationszeugnis. 2Absatz 1 Satz 1 gilt entsprechend. 3Besteht der Ausbildungsabschnitt aus mehreren Stationen, ergibt sich die Note des Ausbildungsabschnitts aus dem Durchschnitt der Noten der Stationszeugnisse. 4Besteht der Ausbildungsabschnitt aus einer Station und weiteren Zeiten, die nicht die Länge von vier Wochen erreichen, so ist die Stationsnote gleichzeitig Ausbildungsabschnittsnote; die in den weiteren Zeiten erbrachten Leistungen werden in diesem Falle nicht bewertet. 5Das Stationszeugnis ist dem Anwärter zu eröffnen und dem Ausbildungsleiter vorzulegen. Abschnitt 5 Laufbahnprüfung § 19 Prüfungsbehörde, Zulassung (1) Prüfungsbehörde ist das Staatsministerium für Soziales. (2) 1Zur Laufbahnprüfung wird zugelassen, wer in der berufspraktischen Ausbildung die Ausbildungsabschnitte bestanden hat und die Fachlehrgänge bestanden hat. 2Anwärter, die das Ziel des ersten Ausbildungsjahres erreicht haben, sollen grundsätzlich zur Laufbahnprüfung zugelassen werden. 3Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet die Prüfungsbehörde. (3) 1Schwerbehinderten und Gleichgestellten gemäß § 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch ( SGB IX) – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen – (Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Juni 2001, BGBl. I S. 1046, 1047), das zuletzt durch Artikel 30 des Gesetzes vom 23. Juli 2002 (BGBl. I S. 2850, 2860) geändert worden ist, kann auf Antrag entsprechend der Schwere der nachgewiesenen Prüfungsbehinderung in der schriftlichen Prüfung eine Arbeitszeitverlängerung bis zur Hälfte der normalen Arbeitszeit gewährt werden. 2Neben oder an Stelle einer Arbeitszeitverlängerung können auch andere angemessene Erleichterungen gewährt werden, soweit diese den Wettbewerb nicht beeinträchtigen. 3Für die mündliche Prüfung können auf Antrag des Schwerbehinderten und Gleichgestellten ebenfalls angemessene Erleichterungen gewährt werden. (4) Absatz 3 gilt auch für Prüfungsteilnehmer mit vorübergehenden körperlichen Beeinträchtigungen nach Vorlage eines ärztlichen Gutachtens. (5) Die Laufbahnprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.8 § 20 Prüfungsorgane Prüfungsorgane sind 1. der Prüfungsausschuss, 2. der Vorsitzende des Prüfungsausschusses und 3. die Prüfungskommission. § 21 Bestellung und Zusammensetzung des Prüfungsausschusses (1) 1Die Prüfungsbehörde bestellt einen Prüfungsausschuss für jeweils drei Jahre. 2Die Mitglieder sind in Prüfungsangelegenheiten unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. (2) 1Dem Prüfungsausschuss müssen ein Beamter des höheren nichttechnischen Dienstes als Vorsitzender und zwei Bedienstete des höheren oder gehobenen Dienstes als Beisitzer angehören. 2Für jedes Mitglied ist durch die Prüfungsbehörde ein Stellvertreter zu bestimmen. (3) 1Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn der Vorsitzende oder sein Stellvertreter und mindestens ein weiteres Mitglied beziehungsweise dessen Stellvertreter anwesend sind. 2Beschlüsse des Prüfungsausschusses werden mit Mehrheit gefasst. 3Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden beziehungsweise die seines Stellvertreters. 4Unaufschiebbare Entscheidungen trifft der Vorsitzende beziehungsweise sein Stellvertreter; er berichtet dem Prüfungsausschuss unverzüglich hierüber. § 22 Aufgaben des Prüfungsausschusses und seines Vorsitzenden (1) 1Der Prüfungsausschuss trifft alle für die Durchführung der Laufbahnprüfung erforderlichen Entscheidungen, soweit in dieser Verordnung kein anderes Prüfungsorgan bestimmt ist. 2Er hat insbesondere 1. die Aufgabensteller zu bestimmen, 2. die von den Aufgabenstellern eingeholten Aufgabenentwürfe begutachten zu lassen, 3. die Prüfungsaufgaben auszuwählen, 4. die Erst- und Zweitprüfer für die Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten zu bestimmen und 5. über Anträge auf Prüfungserleichterung nach § 19 Abs. 3 zu entscheiden. (2) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat insbesondere die Prüfung zu leiten und für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung zu sorgen. § 23 Aufgabensteller und Gutachter Aufgabensteller und Gutachter können Bedienstete des höheren, gehobenen oder mittleren nichttechnischen Dienstes oder solche mit der Befähigung zum Richteramt sein.9 § 24 Schriftliche Prüfung (1) In der schriftlichen Prüfung sind zu fertigen: 1. drei Prüfungsarbeiten aus dem Lehrgebiet Sozialrecht, 2. eine Prüfungsarbeit aus dem Lehrgebiet Allgemeines Recht und 3. eine Prüfungsarbeit aus dem Lehrgebiet Staatliche und Kommunale Finanzwirtschaft. (2) 1An einem Prüfungstag darf nur eine Prüfungsarbeit geschrieben werden. 2Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils drei Stunden. 3Die zugelassenen Hilfsmittel bestimmt der Prüfungsausschuss rechtzeitig vorher in einer Bekanntmachung. 4Der Prüfungsausschuss kann weitere Hilfsmittel zulassen; diese sind als Anlage der Prüfungsaufgabe beizufügen. 5Die Prüfungstermine sind mindestens sechs Wochen vor Beginn der ersten Prüfung bekannt zu geben. (3) 1Die Prüfungsteilnehmer geben anstelle ihres Namens auf den Prüfungsarbeiten nur die Nummer ihres vor der schriftlichen Prüfung ausgelosten Arbeitsplatzes an. 2Prüfern darf keine Einsicht in das Verzeichnis mit den Nummern der Arbeitsplätze gewährt werden. 3Prüfungsarbeiten ohne Angabe der Arbeitsplatznummer sind mit „ungenügend“ zu bewerten. (4) 1Jede Prüfungsarbeit ist von zwei Prüfern getrennt zu begutachten und zu bewerten. 2Bei einer abweichenden Beurteilung sollen sich die beiden Prüfer einigen. 3Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Rahmen der Bewertung der Prüfer. (5) Gibt der Anwärter eine Arbeit nicht oder nicht rechtzeitig ab, erhält er die Prüfungsnote „ungenügend“. (6) Die einzelnen Prüfungsleistungen sind nach § 13 Abs. 4 zu bewerten. § 25 Prüfungskommission, mündliche Prüfung (1) 1Zur Abnahme der mündlichen Prüfung bildet der Prüfungsausschuss eine Prüfungskommission. 2Diese setzt sich aus einem Bediensteten des höheren nichttechnischen Dienstes als Vorsitzenden und zwei weiteren Prüfern des höheren oder gehobenen nichttechnischen Dienstes zusammen. 3Die Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. 4Der Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die mündliche Prüfung. (2) 1Die mündliche Prüfung kann sich auf alle Lehrgebiete nach § 12 erstrecken. 2Sie soll als Gruppenprüfung mit in der Regel drei Teilnehmern abgenommen werden. 3Die Prüfungszeit für jeden Anwärter beträgt 30 Minuten. (3) 1Die Gesamtnote der mündlichen Prüfung ergibt sich aus dem Durchschnitt der von den Mitgliedern der Prüfungskommission vergebenen Einzelnoten nach § 13 Abs. 4 Satz 1. 2Sie ist auf zwei Dezimalstellen gerundet zu berechnen. 3Die Gesamtnote ist dem Anwärter am Ende der mündlichen Prüfung bekannt zu geben. 4§ 30 Abs. 2 gilt entsprechend.10 § 26 Fernbleiben, Rücktritt (1) Bleibt der Anwärter der Prüfung ganz oder teilweise fern oder tritt er von ihr zurück, gilt diese vorbehaltlich der Absätze 2 und 4 als nicht bestanden. (2) 1Genehmigt der Prüfungsausschuss das Fernbleiben oder den Rücktritt, gilt die Prüfung als nicht unternommen. 2Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn wichtige Gründe vorliegen. 3Besteht der wichtige Grund in der Krankheit des Anwärters, soll der Prüfungsausschuss die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses verlangen. (3) Hat ein Anwärter in Kenntnis seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung oder eines anderen Rücktrittsgrundes am schriftlichen oder mündlichen Teil der Prüfung teilgenommen, so kann ein nachträglicher Rücktritt wegen dieses Grundes nicht genehmigt werden. (4) Wenn ein Anwärter durch Krankheit oder andere wichtige Gründe vorübergehend verhindert ist, an der mündlichen Prüfung teilzunehmen, ist diese zum nächstmöglichen, vom Prüfungsausschussvorsitzenden zu bestimmenden Termin nachzuholen. (5) Die Einstellungsbehörde bestimmt in den Fällen der Absätze 2 und 4 auf Vorschlag des Prüfungsausschusses, ob und welchen weiteren Vorbereitungsdienst der Anwärter zu leisten hat. § 27 Nachträgliche Geltendmachung von Mängeln im Prüfungsverfahren (1) Mängel im Prüfungsverfahren muss der Anwärter unverzü

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.