Bremen

Bremische Verordnung eines verbindlichen Lehrplans für die Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann, zur Pflegefachperson, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegefachperson, zur Altenpflegerin, zum Altenpfleger oder zur Altenpflegefachperson nach dem Pflegeberufegesetz (Bremische Pflege-Lehrplan-Verordnung - BremPflLPV)

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Quellenkennung: 269634. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Drucken Senden zur Inhaltsübersicht Veröffentlichungsdatum:20.12.2022 Inkrafttreten04.04.2025 Zuletzt geändert durch:§ 2 geändert sowie Überschrift, § 3 und Anlage neu gefasst durch Verordnung vom 03.04.2025 (Brem.GBl. S. 124) Fundstelle Brem.GBl. 2022, S. 1034 Zitiervorschlag: "Bremische Verordnung eines verbindlichen Lehrplans für die Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann, zur Pflegefachperson, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegefachperson, zur Altenpflegerin, zum Altenpfleger oder zur Altenpflegefachperson nach dem Pflegeberufegesetz (Bremische Pflege-Lehrplan-Verordnung - BremPflLPV) vom 20. Dezember 2022 (Brem.GBl. 2022, S. 1034), zuletzt § 2 geändert sowie Überschrift, § 3 und Anlage neu gefasst durch Verordnung vom 3. April 2025 (Brem.GBl. S. 124)"

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, Vorurteilen, Klischees, Stigmatisierungen zu begegnen und mit Differenzen umzugehen ○ z. B. wenn sie von angeborenen Behinderungen, von Fehlbildungen oder chronischen Erkrankungen betroffen sind <-- anknüpfend an LF 3B, LF 7, LF 14, LF 15, LF 17 und LF 20 • Verschiedenen familiären Konstrukten und Konstellationen (z. B. gleichgeschlechtliche Familienkonstellationen, Adoptionen etc.) vorurteilsfrei und wertschätzend begegnen und unterstützen • Beratungssituationen mit Eltern, Kindern oder Jugendlichen gestalten und in den Versorgungsalltag einer Klinik integrieren ○ zu Fragen der Versorgung eines neugeborenen Kindes in überschaubaren, auf Kenntnis- und Informationsvermittlung beruhenden Fragestellungen - z. B. Stillberatungen ○ zu komplexen gesundheitlichen und/oder psychischen Problematiken, die das Kind bzw. den Jugendlichen betreffen <-- anknüpfend an LF 20 und die dort angegebenen Grundlagen als zunehmend komplexer werdende Situationen --> wird in LF 23/24 gefestigt, vertieft und hinsichtlich der Begrenzungen kommunikativer Interventionsstrategien im Pflegealltag und im Rahmen der Erstausbildung reflektiert • Auf Jugendliche zugehen und sie auf Probleme im Gesundheitsverhalten ansprechen - Adhärenz fördern • Interprofessionelle Zusammenarbeit ○ mit dem Team der Geburtshilfe <--anknüpfend an LF 4 und LF 11 ○ mit Stillberater/-innen ○ mit Heilpädagog/-innen --> wird ggf. in LF 24 aufgenommen und an anderen Fallsituationen weiterentwickelt ○ mit Ernährungsberater/-innen ○ mit Logopäd/-innen • Interprofessionelle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Krankenhausapotheke und den verordnenden Ärztinnen/Ärzten • Mitwirkung bei einer Leberpunktion • Information, Anleitung und Beratung von neuen Teammitgliedern, Pflegeauszubildenden bzw. Kolleginnen und Kollegen mit einer anderen beruflichen Qualifikation zu ausgewählten pflegerischen Interventionen und zur Übernahme von (Teil)Aufgaben im Pflegeprozess <-- anknüpfend an grundlegende didaktische Prinzipien aus LF 2, LF 1B, LF 3B, LF 11 und LF 14 --> in Abstimmung mit bzw. Fortsetzung von LF 20 - sollte in LF 24 durch wiederholende Übung gefestigt werden • Versorgung von Frühgeborenen (! Zielsetzungen der Erstausbildung beachten!) ○ Mitwirkung bei der Erstversorgung des Frühgeborenen im Kreißsaal ○ Beobachtung und Einschätzung der Vitalität des Frühgeborenen - Erhebung des Pflegebedarfs ○ Mitwirkung bei präventiven Maßnahmen bei Frühgeborenen ○ Pflege eines Frühgeborenen bei Phototherapie (anknüpfend an LF 4) ○ besondere Stillanleitung und -förderung vor dem Hintergrund der frühgeburtlichen Entwicklungsproblematik / Trinkschwäche ○ familienbezogene und diversitätssensible professionelle Beziehungsgestaltung unter Berücksichtigung von u.a. Bildungsstand, sozioökonomischen, milieuspezifischen und umweltbezogenen Bedingungen ○ Aushandlung von Rollen und Aufgaben mit den verschiedenen Familienmitgliedern ○ Eltern/Bezugspersonen in der Pflege des Frühgeborenen anleiten und ihre Kompetenz fördern und stärken ○ ethische Entscheidungsprozesse mitgestalten ○ Im geburtshilflichen Team zusammenarbeiten und die jeweiligen Aufgaben und Verantwortungsbereiche abgrenzen • reduziertes Geburtsgewicht und fehlende Reifezeichen beim Neugeborenen • Trinkschwäche • Brustentzündung • Wärmeverlust, Vitalitätsschwankungen, Atemstörungen, Probleme bei der Nahrungsaufnahme und bei der Ausscheidung • frühkindliche Regulationsstörungen • Beratungsbedarf von Müttern und Vätern, Familien • Beratungsbedarf von Kindern und Jugendlichen • familiäre Widerstandsfaktoren und Risiken • Gefahr eines beeinträchtigten familiären Copings • beeinträchtigte Familienprozesse bzw. Entwicklungsphasen • Gefahr der Überforderung der Familie durch Entwicklungsaufgaben und Management der chronischen Erkrankung / situatives Gesundheitsmanagement • gesundheits- und entwicklungsbedingte Pflegeerfordernisse eines Kindes mit einer angeborenen Behinderung, chronischen Erkrankung oder Fehlbildung im Entwicklungsverlauf von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter <-- anknüpfend an LF 11 (Situation einer perinatalen hypoxischen Hirnschädigung), sowie an LF 18 (Intensivversorgung bei einem Kind nach Herz-OP) • Gesundheitsrisiken durch Beeinträchtigung der elterlichen Fürsorge und Beziehung, z. B.: ○ durch mangelnde Förderung aufgrund mangelnder Erziehungskompetenz, beeinträchtigter Familienprozesse. • vertiefende Auseinandersetzung mit Pflegediagnosen und Gesundheits- und Entwicklungsrisiken in Kindheit und Jugend und zur familiären Situation, z. B. ○ Frühgeburtlichkeit - familiäre Krisen infolge von Frühgeburtlichkeit ○ Gefahr des Kindeswohls ○ Risiken oder Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung ○ mangelnde körperliche Aktivität ○ beeinträchtigte soziale Interaktion ○ beeinträchtigtes Ernährungs- und Essverhalten ○ mangelnde Bewältigung von psychischen und sozialen Herausforderungen ○ depressive und aggressive Stimmungsschwankungen ○ Individualität versus soziale Integration ○ fehlende außerfamiliäre Betreuung von Kindern ○ Leistungsprobleme in der Schule oder während der Transition ○ Risikoverhalten z. B. unkontrollierbares Kick-Erlebnis in Phasen der Transition ○ Beratungsbedarf von Kindern und Jugendlichen ○ familiäre Übergangssituationen ○ beeinträchtigte Bindung ○ beeinträchtigte Elternkompetenzen --> Gefahr einer beeinträchtigten elterlichen Fürsorge ○ veränderte Lebenspläne und familiäre Anpassungsaufgaben ○ beeinträchtigte Familienprozesse bzw. -entwicklungsphasen ○ Entwicklungsbedingte Anforderungen infolge von angeborener Behinderung <-- aus Rahmenlehrplan, Anlage 3 - z. T. erfolgt eine Bearbeitung auch bereits ausführlich in den nicht kursiv gesetzten Lernsituationen • Realität eines plötzlichen Kindstodes / verwaiste Eltern <-- aus Rahmenlehrplan, Anlage 3 • Intoxikation in Folge von Substanzmissbrauch (z. B. Nikotin- oder Alkoholabusus) - Gefährdung des Lebens beim ungeborenen Kind / Neugeborenes mit Drogenentzugssyndrom --> wird in LF 24 mit Blick auf Gesprächsführung und Adhärenzförderung aufgenommen • Angeborene Behinderungen, Erkrankungen und Fehlbildungen ○ Trisomie 21 <-- ggf. anknüpfend an LF 3A und LF 11 Entwicklung der Sexualität --> vgl. auch LF 24 Fallsituation Barbara ○ Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ○ Autismus ○ Gastroschisis ○ Ösophagusatresie ○ Morbus Hirschsprung • Cystische Fibrose • Erkrankungen der Leber im Kindesalter, z. B.: ○ Entzündungen / Leberzirrhose ○ akutes und chronisches Leberversagen ○ Entzündungen der Leber, z. B. • chronische Hepatitis B nach Mutter-Kind-Übertragung <-- ggf. anknüpfend an LF 17 ○ Gallenwegserkrankungen / Fehlanlagen der Gallenwege / Gallenverschluss, z. B. • Cholestase im Neugeborenenalter • Adipositas im Kindes- und Jugendalter ○ Gefahr einer Aktivitätsintoleranz ○ beeinträchtigtes Ernährungs- und Essverhalten <-- ggf. Wiederaufnahme aus LF 11 weitere von den Kolleginnen der Kinderklinik ergänzte Pflegeanlässe, die in den Rahmenlehrplänen nicht erwähnt werden: ○ Frühgeborene < 32 SSW • Atemnotsyndrom (ANS) • nekrotisierende Enterokolitis (NEC) • Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) Hinweis im Rahmenlehrplan zu CE 10, Anlage 3, S. 219 beachten !!! Situative Rahmenbedingungen • Das Berufsbild der Kinderkrankenpflege in seiner historischen Entwicklung und die Gegenwart und Zukunft der Aufgaben in der Gesundheitsförderung und Pflege von Neu- und Frühgeborenen, Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und ihren Familien im Tätigkeitsspektrum von Pflegefachfrauen, -fachmännern und -fachpersonen ausleuchten - Konfliktfelder um das neue Berufsbild in seinen unterschiedlichen Dimensionen (CE O5/3) <-- anknüpfend an LF 11 • Epidemiologie und Versorgung in der Kinderkrankenpflege ○ Aufgabenspektrum in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege - Spezielle Fachweiterbildungen in der pädiatrischen Pflege - insbesondere: Möglichkeiten der Weiterbildung / Studiengänge zur Fundierung von Kenntnissen und Kompetenzen in der Intensivpflege bei Frühgeborenen Ergänzende Wissensgrundlagen • Spezifische Entscheidungsmodelle für ethische Dilemmasituationen in der Pädiatrie • Organspende aus Sicht der Spendenempfänger - Kriterien für die Aufnahme auf die Warteliste <-- anknüpfend an LF 18 • Genetik - Wiederholung, Festigung und anwendungsbezogene Vertiefung, Pränataldiagnostik und die damit verbundene ethische Problematik <-- anknüpfend an LF 4 • Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie der Leber und anderer Sekret bildender Organe <-- fallbezogene Vertiefung und Systematisierung, anknüpfend an LF 3A • Medikamentenmanagement auf einer pädiatrischen Station und Medikationsmanagement mit besonderer Berücksichtigung der Pharmakokinetik in verschiedenen Phasen der kindlichen Entwicklung bis zur Adoleszenz   Kompetenzaufbau I-Pflegeprozess / -diagnostik ... II-Kommunikation / Beratung III-Intra- / interprof. Handeln IV-Gesetze / Leitlinien V-Pflegewiss. / Berufsethik I.1.a-e/g/h I.2.a-c/e/f I.3.b/c I.5.a I.6.b/e 50 h II.1.a/c/d/g II.2.a/b II.3.a 10 h III.1.a/e III.2.a-d/f III.3.a/b/e/f 20 h           Bezug zum Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG Anlage 2 für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht CE Nr. Titel h von ges.h in Anl. 2 CE 04 Gesundheit fördern und präventiv handeln 10 v. 80 CE 05 Menschen in kurativen Prozessen pflegerisch unterstützen und Patientensicherheit stärken 30 v. 140 CE 10 Entwicklung und Gesundheit in Kindheit und Jugend in pflegerischen Situationen fördern 40 v. 60   Vorschläge für Lerneinheiten / Lernsituationen, z. B. aus dem „Nationalen Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz in der Pflege“ (NaKomm) • Ls - Diesmal wird es anders - Lernsituation zur Stillproblematik, - Lernsituation ist nicht im NaKomm enthalten. • Ls - Versorgung eines Kindes mit einer angeborenen, genetisch bedingten Behinderung (z. B. Trisomie 21) - Unterstützung der Eltern bei der Bewältigung der Krisensituation, der Annahme des Kindes und im Umgang mit Vorurteilen und Stigmatisierungen. • Ls - Neugeborenes einer substanzabhängigen Mutter, das zur Adoption freigegeben wurde --ggf. mit chronischer Hepatitis z. B nach Mutter-Kind-Übertragung, - Lernsituation ist nicht im NaKomm enthalten. • Ls - Adhärenzprobleme im Jugendalter bei chronischer Erkrankung an cystischer Fibrose - eine mögliche Organspende steht langfristig zur Diskussion - besorgte Eltern bitten um Unterstützung - Lernsituation ist nicht im NaKomm enthalten. 3. AUSBILDUNGSJAHR - LF 22 Lernfeld 22 60 Std. Zukunftswerkstatt Pflege und Gesundheit Voraussetzungen: die ersten beiden Ausbildungsdrittel - in diesem Lernfeld neu erarbeitete Kenntnisse werden nicht für die schriftliche Prüfung vorausgesetzt Hinweise zur Rahmung möglicher Lernsituationen Zielgruppe Setting • Menschen aller Altersgruppen • Pflegende und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen • Gesellschaft • Gesundheitssystem • Verschiedene Versorgungseinrichtungen Kompetenzen Die Auszubildenden verstehen für ausgewählte aktuelle Fragestellungen die Zusammenhänge zwischen den gesellschaftlichen, politischen, soziodemografischen, ökonomischen und technischen Veränderungen und der gesundheitlichen Situation sowie der Lebenswelt von Menschen in ihrem historischen Kontext. Sie antizipieren zukünftige Veränderungen im Gesundheitswesen, im Pflegeberuf sowie in den damit verbundenen Arbeits- und Versorgungsprozessen. Sie verstehen die Chancen, Herausforderungen und Risiken von digitalen Pflegedokumentationssystemen und bereits vorhandenen oder noch in der Entwicklung befindlichen technischen Assistenzsystemen für die Gestaltung von Pflegeprozessen in den verschiedenen Versorgungssystemen. Dabei berücksichtigen sie auch die ethischen Implikationen. Die Auszubildenden überprüfen kritisch die derzeitige pflegerische Praxis und ziehen Schlussfolgerungen hinsichtlich möglicher wissensbasierter Innovationen zur Sicherstellung und Verbesserung der Versorgungsqualität und bringen diese in die Qualitäts- und Konzeptionsentwicklung in den Pflegeeinrichtungen ein. Aus dieser systemischen Perspektive heraus reflektieren sie ihre persönliche Entwicklung als professionell Pflegende und ihr im Ausbildungsverlauf entwickeltes Pflegeverständnis. Unterrichtsziele Die Auszubildenden nehmen die Beschäftigung mit der Entwicklung ihrer beruflichen Erfahrungen und Perspektiven, die sie u. a. z. B. in LF 15 in Projektform geführt haben, auf und reflektieren Entwicklungen des Berufsfeldes, der Profession und der Arbeitswelt insbesondere auf der Meso- und Makroebene. Indem sie exemplarisch Forschungs- bzw. Studienergebnisse zu einer ausgewählten Fragestellung bezüglich zukünftiger Entwicklungen im Gesundheitswesen rezipieren (z. B. „Leben mit Demenz im Jahr 2030“), vergegenwärtigen sie sich ein mögliches, gesundheits- und sozialwissenschaftlich fundiertes Vorgehen bei der Entwicklung von Zukunftsszenarien und Prognosen und diskutieren die erarbeiteten Ergebnisse und die damit verbundene Fragestellungen, Befürchtungen und Hoffnungen für ihre persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Perspektiven. Im weiteren Verlauf des projektartig angelegten Lernfeldes erarbeiten die Auszubildenden vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Erfahrungen und von aus der Literatur gewonnenen Anregungen weitere Fragestellungen, wählen gezielt eine andere, auf die zukünftige Entwicklung im Berufsfeld bezogene Fragestellung aus, bestimmen Aspekte und Informationen, die zu deren Klärung erforderlich sind und entwickeln Kriterien zur Überprüfung sowie zur Absicherung von Informationen. Sie recherchieren, ordnen und bewerten die Ergebnisse ihrer Recherche. Auf der Grundlage der Rechercheergebnisse entwickeln sie begründet und plausibel kontrastierende Zukunftsszenarien und stellen diese zur Diskussion. In beiden Erarbeitungs- und Diskussionsprozessen decken die Auszubildenden Spannungsfelder im Gesundheits- und Sozialsystem bzw. in der Arbeitswelt der Pflege-, Sozial- und Gesundheitsberufe auf, entwickeln hierzu eigene, begründete Standpunkte, z. B. zum „Spannungsverhältnis zwischen den Erwartungen der Bevölkerung an das Gesundheits- und Sozialsystem bei Eintritt von Pflegebedürftigkeit und den gesellschaftlichen Erwartungen an persönliche / familiale Pflegebereitschaft“ sowie zum Spannungsverhältnis zwischen „Unterstützungsbedarfen von Bezugspersonen und sozialen Netzen in der Bewältigung und Gestaltung von Lebens- und Pflegesituationen sowie dem Risiko der sozialen Isolation des Einzelnen und des Familiensystems in der Lebenswelt / im Quartier, im Sozialraum“ (Rahmenlehrplan) oder zur Zukunft der Arbeit in den Gesundheitsberufen zwischen Arbeitsentlastung durch Digitalisierung und Robotisierung, umfassender Überwachung und Kontrolle der Mitarbeitenden bzw. drohender Entlassung, Dequalifizierung und Arbeitslosigkeit.   Inhalte, die den Situationsrahmen weiter ausdifferenzieren Handlungsmuster (Pflegerische Aufgaben / Konzepte) Pflegeanlässe (Phänomene / Bedürfnisse / Erkrankungen) • Pflege und Sorge in der Zivilgesellschaft - „Sorgende Gemeinschaften“ als gesellschaftliche Zukunftsaufgabe sehen und mögliche Ansatzpunkte für die Integration in den Pflegealltag identifizieren • Reflexion der institutionellen und gesellschaftlichen Ebenen von Gesundheitsförderung und Prävention • In die Familiengesundheitspflege, die Schulgesundheitspflege und die frühen Hilfen spezifische Kompetenzen der Pflege einbringen und verantwortlich daran mitwirken • Entwicklung von Zielvorstellungen für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik (auch Klimapolitik) ○ Schaffung gesundheitsförderlicher Lebenswelten ○ Möglichkeiten gesundheitspolitischer Einflussnahme aus der Berufsgruppe der Pflegenden heraus • Zusammenarbeit mit Institutionen und Netzwerken im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention ○ geeignete Kooperationspartner ausfindig machen, Austausch anbahnen, eigene Kompetenzen einschätzen • Laien in ihrer Gesundheitskompetenz fördern ○ Schulungsprogramme zum persönlichen Gesundheitsschutz konzipieren und flächendeckend verbreiten ○ Förderung der Reanimation durch Laien - Nutzung von Defibrillatoren an öffentlichen Orten • „Kollege Pflegeroboter“ / „Kollege Computer“ - Technische Angebote für den Pflegealltag nutzen, Nutzungsmöglichkeiten und Begrenzungen reflektieren • ausgewählte Bedarfe der Gesellschaft an Pflege- und Unterstützungsleistungen in Gegenwart und Zukunft Situative Rahmenbedingungen • Demenz als gesellschaftliches Phänomen • weitere gesellschaftliche Phänomene der Gegenwart mit erheblicher Zukunftsbedeutung im Bereich der Pflege- und Gesundheitspolitik, z. B. Soziale Ungleichheit, Generationskonflikte, Pandemien, Klimawandel, Digitalisierung / Robotisierung und die Veränderungen der Arbeitswelt, Finanzierung der Pflege, Fachkräftemangel, Katastrophen • Unterschiedliche Dimensionen von Lebenswelt systematisieren und in ihrem Bezug zu Pflege und Gesundheit einschätzen ○ Lebenslagen und gesundheitliche / pflegerische Versorgung --> z.B. Lebenslagen und Zugangsverhalten, Zugangsbarrieren zur Gesundheitsversorgung von Menschen mit Migrationshintergrund, Generationenunterschiede • Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik ○ Gegenwart der Primärversorgung und Modelle für eine zukünftige Gestaltung / Konzeption von integrierter Versorgung bzw. Case- und Caremanagement <-- anknüpfend an LF 13, LF 16, LF 19 --> wird in LF 24 aufgenommen ○ Vergleich von Gesundheitssystemen im internationalen Kontext <-- anknüpfend an LF 13 und LF 15 - hier auf eine eher übergeordnet, makrostrukturell-vergleichende systemische Ebene bezogen --> beide Aspekte können in LF 24 fallorientiert in Bezug auf Fragestellungen der Gegenwart aufgenommen werden • Resilienz und Sicherheitskonzepte (Risikoschutz) für die Bevölkerung, z. B. freiwillige soziale Notfallgemeinschaften • Rechtliche Rahmenbedingungen ○ zu Gesundheitsförderung und Prävention / Präventionsgesetz <-- Erweiterung / Vertiefung zu LF 7 / LF 8 / LF 9 • Arbeitsbedingungen in der Pflege - vor dem Hintergrund rechtlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen <-- anknüpfend an LF 15 - stärker auf die Makroebene fokussiert • (Weiter-)Entwicklung des Berufsbildes - neue pflegerische Berufe und neue Formen der Verteilung von Aufgaben und Verantwortung zwischen den Berufsgruppen, Akademisierung der Pflege, Bildungsarchitektur in der Pflege • Strukturelle Angebote zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen / Bezugspersonen, z. B. von Menschen mit Demenz - gegenwärtige Situation und Perspektiven / Visionen der künftigen Entwicklung im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Unterstützung und staatlicher Kontrolle - Sorgerechtsentzug und Inobhutnahme --> wird in LF 23 fallbezogen aufgenommen • Strukturelle und politische Initiativen - z. B. Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz, Nationales Zentrum früher Hilfen, Nationaler Hitzeaktionsplan, Hitzeaktionsplan Bremen - Bremerhaven • Grundbegriffe der Epidemiologie, Sozialepidemiologie: soziale Ungleichheiten / Armut und Gesundheit / Migration und Gesundheit / Geschlecht und Gesundheit (Gendermedizin) • Gesundheitsberichterstattung (darin: gesundheitliche Risikofaktoren und Risikoverhalten, Gesundheitskosten, Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, Screening), Ergebnisberichte Gesundheitskompetenz in Deutschland, KIGGS (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen) • Reflexion der Schwellenproblematik hinsichtlich der Nutzung von Angeboten der Gesundheitsförderung und Prävention und Konzepte zur Senkung der Schwellen • Arbeits- und Gesundheitsschutz - Fürsorgepflicht des Arbeitgebers --> geeignete betriebliche Maßnahmen und strukturelle und gesellschaftspolitische Möglichkeiten ihrer Um- und Durchsetzung auf der Makroebene <-- ggf. anknüpfend an LF 15 • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention, Weiterbildungsordnungen - bspw. Pflegefachfrau/Pflegefachmann / Pflegefachperson für Schulen und Betriebe • Struktur der Zusammenarbeit in Institutionen und Netzwerken im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention • Handlungsfelder der Pflege, auch Schulen und Kindertagesstätten als mögliche Institutionen zukünftiger Professionsausübung im Bereich von Gesundheitsförderung und Prävention - ausgewählte historische und gesellschaftliche Zusammenhänge • Bedeutung von sozialen Systemen und Sozialräumen ○ Kommunen, Quartiere ○ ländliche und städtische Lebensräume ○ Familien in den Lebenswelten der Gegenwart <-- anknüpfend an LF 1A, LF 4, LF 11, LF 19, LF 21 • (Pflege-)unterstützende Einrichtungen des Sozialraumes - (sozial-)rechtliche Grundlagen, finanzielle Förderung und Kostenträger - Qualitätsmerkmale und Auswahlkriterien ○ z. B. Pflegestützpunkte, Pflegeberatung ○ z. B. Digitalen Netzwerke, geeignete Internet-Foren und Telefonische Beratungsstellen (z. B. „Alzheimer Telefon“) ○ z. B. Freiwilligendienste, Lotsensysteme ○ z. B. Wohnberatung <-- anknüpfend an LF 19 --> als Überblick und im Systemverständnis auf der Metaebene, werden in LF 23 und 24 fallspezifisch aufgenommen • gesellschaftliche Probleme der Verteilungsgerechtigkeit in Bezug auf vorhandene Ressourcen z. B. ○ hinsichtlich der Kindergesundheit ○ hinsichtlich der Möglichkeiten von Umwelt- und Milieubedingungen Ergänzende Wissensgrundlagen • Auskunftsquellen für Epidemiologie und Bevölkerungs-/Gesundheitsstatistik • Medizintechnologische und gesundheitsbezogene digitale Entwicklungen und ihre finanziellen und ethischen Implikationen ○ Telenursing, Telemedizin, z. B. Videosprechstunde ○ technikgestützte Systeme zur Risikoerkennung, z. B. Sensorsysteme zur Bewegungs- und Sturzerkennung, digitale Begleiter, Smart Home Technik   Kompetenzaufbau I-Pflegeprozess / -diagnostik ... II-Kommunikation / Beratung III-Intra- / interprof. Handeln IV-Gesetze / Leitlinien V-Pflegewiss. / Berufsethik I.1.a/f/i I.6.b-d 4 h II.3.a/b 2 h III.1.a/b/e/f III.2.a/b III.3.a/b/e/f 4 h IV.1.a-d IV.2.a-e 20 h V.1.a-d V.2.a/d-g 30 h   Bezug zum Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG Anlage 2 für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht CE Nr. Titel h von ges.h in Anl. 2 CE 04 Gesundheit fördern und präventiv handeln 10 v. 80 CE 09 Menschen bei der Lebensgestaltung lebensweltorientiert unterstützen 30 v. 50   Stunden zur Verfügung 20 v. 60   Vorschläge für Lerneinheiten- / Lernsituationen, z. B. aus dem „Nationalen Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz in der Pflege“ (NaKomm) • Ls - Zukunftswerkstatt (nicht im NaKomm aufgenommen) 3. AUSBILDUNGSJAHR - LF 23 Lernfeld 23 60 Std. Macht und Ohnmacht erkennen, Gewalt vermeiden - Menschen in der Pflege schützen Voraussetzungen: die ersten beiden Ausbildungsdrittel - in diesem Lernfeld neu erarbeitete Kenntnisse werden nicht für die schriftliche Prüfung vorausgesetzt Hinweise zur Rahmung möglicher Lernsituationen Zielgruppe Setting • zu pflegende Menschen aller Altersgruppen • pflegende Angehörige / Bezugspersonen • Pflegeauszubildende • Pflegende • Ambulante Pflege • stat. Langzeitpflege ○ Gerontopsychiatrie • Krankenhaus ○ Geriatrie • Häusliches Umfeld • Pflegeschule (wenn nicht bereits in LF 15 / 22) Kompetenzen Die Auszubildenden reflektieren Phänomene von Macht und Machtmissbrauch im pflegerischen Alltag, sowohl in der formellen und informellen Pflege als auch in interdisziplinären Teams sowie in der Institution und erfassen in die

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.