KfSachvV
Anlage 1(zu § 1 Absatz 3 Nummer 2) Anforderungen an amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr nach § 15 der Fahrerlaubnis-Verordnung (Fahrerlaubnisprüfungen)
Verordnung zur Durchführung des Kraftfahrsachverständigengesetzes
- a)
- Befähigung, die Fahrleistung eines Bewerbers zu bewerten, der eine Fahrerlaubnis der Klasse erhalten möchte, für die die Fahrprüfung stattfindet.
- b)
- Kenntnisse und Verständnis in Bezug auf das Führen eines Fahrzeugs und Bewertung
- aa)
- der Theorie des Fahrverhaltens,
- bb)
- der Gefahrenerkennung und Unfallvermeidung,
- cc)
- der Anforderungen an die Fahrprüfung,
- dd)
- der einschlägigen Straßenverkehrsvorschriften einschließlich der einschlägigen gemeinschaftlichen und nationalen Rechtsvorschriften und Auslegungsleitlinien,
- ee)
- der Theorie und Praxis der Bewertung,
- ff)
- des defensiven Fahrens.
- c)
- BewertungsfähigkeitenBefähigung, die Leistung des Bewerbers insgesamt genau zu beobachten, zu kontrollieren und zu bewerten, und zwar insbesondere in Bezug auf
- aa)
- das richtige und umfassende Erkennen gefährlicher Situationen,
- bb)
- die genaue Bestimmung von Ursache und voraussichtlicher Auswirkung derartiger Situationen,
- cc)
- das Tauglichkeitsniveau und die Erkennung von Fehlern,
- dd)
- die Einheitlichkeit und Kohärenz der Bewertung,
- ee)
- zügige Aneignung von Informationen und Herausfiltern von Kernpunkten,
- ff)
- vorausschauendes Handeln, Erkennung potenzieller Probleme und Entwicklung von entsprechenden Abhilfestrategien,
- gg)
- rechtzeitige und konstruktive Rückmeldungen.
- d)
- Persönliche FahrfähigkeitenFahrerlaubnisprüfer müssen in der Lage sein, Kraftfahrzeuge des betreffenden Typs mit beständig hohem Fahrniveau zu führen.
- e)
- Qualität der DienstleistungDie Dienstleistung des Fahrerlaubnisprüfers hat insbesondere zu umfassen:
- aa)
- eine Festlegung und Vermittlung der Prüfungsinhalte,
- bb)
- eine klare Kommunikation, wobei Inhalt, Stil und Wortwahl der Zielgruppe entsprechen müssen und auf Fragen der Bewerber einzugehen ist,
- cc)
- eine klare Rückmeldung in Bezug auf das Prüfungsergebnis,
- dd)
- eine nichtdiskriminierende und respektvolle Behandlung aller Bewerber.
- f)
- Fahrzeugtechnische und physikalische KenntnisseFahrerlaubnisprüfer müssen über folgende Kenntnisse verfügen:
- aa)
- Fahrzeugtechnische Kenntnisse, z. B. über Lenkung, Reifen, Bremsen, Scheinwerfer und Leuchten, insbesondere bei Motorrädern und Lastkraftwagen,
- bb)
- Kenntnisse der Ladungssicherung,
- cc)
- Kenntnisse der Fahrzeugphysik wie Geschwindigkeit, Reibung, Dynamik, Energie,
- dd)
- Kenntnisse über die Kraftstoff (Energie) sparende und umweltfreundliche Fahrweise.
- a)
- die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge sämtlicher Fahrerlaubnisklassen besitzen; die Fahrerlaubnis der Klasse D ist nur dann erforderlich, wenn er Fahrerlaubnisprüfungen für die Klasse D abnimmt; in diesem Fall genügt es, dass er mindestens einmal die Fahrerlaubnis der Klasse D oder die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung für Kraftomnibusse nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung erworben hat.
- b)
- amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr im Sinne des § 1 sein und anschließend die Qualitätssicherung und die regelmäßigen Weiterbildungsmaßnahmen gemäß Nummer 4 absolviert haben.
- a)
- Fahrerlaubnisprüfer müssen im Rahmen der Qualitätssicherungssysteme nach § 11 Absatz 1a des Kraftfahrsachverständigengesetzes mindestens einmal im Jahr überwacht werden.
- b)
- Zusätzlich muss jeder Fahrerlaubnisprüfer einmal innerhalb von fünf Jahren für einen Mindestzeitraum von insgesamt einem halben Tag bei der Abnahme von Fahrerlaubnisprüfungen beobachtet werden. Die Überwachung erfolgt durch die Qualitätsmanagementbeauftragten der Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr.
- a)
- an einer regelmäßigen Weiterbildung von insgesamt vier Tagen in einem Zeitraum von zwei Jahren teilnehmen, um die erforderlichen Kenntnisse und die Prüfungsfähigkeiten zu erhalten und aufzufrischen, neue Befähigungen, die zur Ausübung des Berufs erforderlich geworden sind, zu entwickeln, dafür zu sorgen, dass ein Fahrerlaubnisprüfer die Prüfungen nach wie vor nach fairen und einheitlichen Anforderungen durchführt;
- b)
- an einer regelmäßigen Weiterbildung von insgesamt fünf Tagen Dauer in einem Zeitraum von fünf Jahren teilnehmen, um die erforderlichen praktischen Fahrfähigkeiten zu entwickeln und zu erhalten.
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 477 V v. 31.8.2015 I 1474
Quelle: Gesetze im Internet · Abruf: 04.10.2026
Konsolidierter, nicht amtlicher Text. Maßgeblich ist die jeweilige Verkündung.
Herkunft und Textnachweis
Quellenkennung: BJNR008540972
Prüfsumme des Quellarchivs (SHA-256): 531009e0d4a885376eb4d4d21508602b80d53317029f472fdcdf7c4d6b0ddbbe