Europäische Union

2001/432/EG: Entscheidung der Kommission vom 12. Juli 2000 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache Nr. COMP/M.1813 — Industri Kapital (Nordkem)/Dyno) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 1988)

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Quellenkennung: 32001D0432. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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rdischen Raum hinaus. (84) Die Abnehmer haben bestätigt, dass die Transportkosten den Radius des Gebiets, in dem Materialhandhabungssysteme beschafft werden, einschränken. Sie halten die räumliche Nähe des Anbieters für einen wichtigen Faktor. Leere Behälter verzeichnen auch dann ein relativ hohes Volumen im Verhältnis zu Wert und Gewicht, wenn sie zusammengefaltet oder ineinander geschachtelt werden. Wiederverwendungsverpackungen sind nicht dazu gedacht, über größere Strecken transportiert zu werden, sondern zwischen dem Hersteller der zu verpackenden Güter und dem Empfänger dieser Güter wie dem Einzelhändler. Außerdem wird im Falle von Kreislaufsystemen das Produkt normalerweise speziell auf dieses System zugeschnitten, das lediglich in einem eng umgrenzten Gebiet genutzt wird. Schlussfolgerung (85) Aus diesen Gründen reicht der geographisch relevante Markt für sämtliche Materialhandhabungssysteme nicht über Schweden, Finnland und Norwegen hinaus und ist möglicherweise sogar national. 5. Behälter aus Kunststoff (86) Nach Auffassung von Industri Kapital ist der EWR der geographisch relevante Markt für Kunststoffbehälter. (87) Die Untersuchung der Kommission zeigt, dass leere Kunststoffbehälter ein geringes Gewicht bei hohem Volumen aufweisen. Die daraus resultierenden relativ hohen Transportkosten begrenzen den Radius, innerhalb dessen die Beschaffung von Kunststoffbehältern noch wirtschaftlich ist. Auf der anderen Seite wurde der Kommission gegenüber angegeben, dass die hohen Transportkosten durch Skalenerträge aufgehoben werden können. Die Untersuchung hat ergeben, dass große Anbieter einen übernationalen und manchmal gar EWR-weiten Markt bedienen und große Abnehmer übernational und/oder EWR-weit ihre Behälter beschaffen. Schlussfolgerung (88) Aus diesen Gründen kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass die räumlichen Märkte für Kunststoffbehälter mindestens einen größeren regionalen Umfang haben. Da sich die Tätigkeiten von Superfos und Polimoon in der nordischen Region (Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark) überschneiden, wird diese Region im Sinne dieser Entscheidung als geographisch relevanter Markt eingestuft. C. BEWERTUNG 1. Formaldehydharze Tatsächlicher Wettbewerb (89) Industri Kapital hat Marktanteilszahlen für Formaldehydharze sowohl mit als auch ohne Eigenbedarfsproduktion vorgelegt. Seine Angaben der Marktanteile ohne Eigenproduktion unterscheiden sich jedoch nicht wesentlich von den Marktanteilen, die auf der Grundlage des Gesamtvolumens errechnet wurden. (90) Industri Kapital hat die Marktanteilsangaben zu Phenol- und Harnstoffformaldehydharzen aus der Anmeldung überprüft und geändert. Die neuen Angaben beruhen angeblich auf genaueren Berechnungen und bieten ein exakteres Abbild der Stellung von Dyno und Neste auf diesen Märkten. In den nordischen Ländern ändert sich bei der neuen Berechnung die Marktstellung der fusionierten Einheit jedoch nicht wesentlich. a) PF/P(R)F-Harze (91) Gestützt auf die Angaben von Industri Kapital zu den nationalen Märkten würden Dyno und Neste auf dem Markt der PF/P(R)F-Harze in Finnland und Norwegen hohe Anteile erzielen. Auf dem finnischen Markt würde auf sie ein Anteil von zusammen [ >70](38) % (Dyno [ >20](39) % und Neste [ >50](40) %) und auf dem norwegischen Markt von [ >60](41) % (Dyno [ >55](42) % und Neste [ >5](43) %) entfallen. Gemäß Industri Kapital entfällt auf Perstorp in Finnland ein Marktanteil von [< 10](44) % und in Norwegen von [< 20](45) % sowie auf Casco von [< 5](46) %. Bei Einstufung von Norwegen und Schweden als einen regionalen Markt würden, wie die Kommission anhand der von Industri Kapital vorgelegten Zahlen ermittelt hat, auf Dyno und Neste gemeinsam [ >20](47) % des Marktes der PF/P(R)F-Harze (Neste [ > 10](48) % und Dyno [ > 10](49) %) entfallen. Auf Perstorp entfielen [ >30](50) % und auf Casco [ >20](51) %. Da Neste und Dyno vor allem Harze für die holzverarbeitende Industrie produzieren, läge der Marktanteil der Parteien noch höher, wenn man lediglich diese eine Endanwendung zugrunde legen würde. (92) In Finnland blieb die Marktstellung von Dyno und Neste in den vergangenen drei Jahren relativ unverändert. Demgegenüber hat Neste in Norwegen seinen Marktanteil von [< 5](52) % im Jahr 1997 auf [< 5](53) % im Jahr 1999 erhöht. In diesem Zeitraum ist der Marktanteil von Dyno um 10 Prozentpunkte von [ >60](54) % im Jahr 1997 auf [< 60](55) % im Jahr 1999 gefallen. Hieraus wird deutlich, dass der Großteil des Marktanteilsrückgangs von Dyno von Neste aufgefangen wurde. (93) In Schweden würden auf Dyno und Neste [ >20](56) % des Marktes der PF/P(R)F-Harze (Dyno [< 10](57) % und Neste [< 30](58) %) entfallen, auf Casco [ >20](59) %. b) UF/(M)UF-Harze (94) Bei UF/(M)UF-Harzen würden Dyno und Neste gemeinsam sehr hohe Marktanteile in Finnland mit [ >80](60) % (Dyno [ >40](61) %, Neste [ >30](62) %) und in Norwegen mit [ >80](63) % (Dyno [ >80](64) %, Neste [< 10](65)) erzielen. Wenn man Norwegen und Schweden als einen einzigen regionalen Markt zugrunde legt, hätten Dyno und Neste gemeinsam einen Anteil von [ >30](66) % bei UF/(M)UF-Harzen (Dyno [ >30](67) %, Neste [< 10](68)). Anhand der von Industri Kapital vorgelegten Zahlen hat die Kommission für Casco einen Anteil von [ >40](69) % und für Elf Atochem von [< 20](70) % an diesem Markt ermittelt. Da Neste und Dyno vor allem Harze für die holzverarbeitende Industrie produzieren, läge der Marktanteil der Parteien noch höher, wenn man lediglich diese eine Endanwendung zugrunde legen würde. (95) In Finnland und Norwegen wäre die neue Einheit ihren Wettbewerbern weit überlegen. Nach den Angaben von Industri Kapital hätte Casco in Finnland einen Anteil von [< 10](71) % und in Norwegen als größter Wettbewerber von [ > 10](72) %, während auf Borden weniger als [< 10](73) % dieses Marktes entfallen würden. (96) Demnach würden Neste und Dyno in Finnland und Norwegen, wo nur wenige Wettbewerber vorhanden sind, gemeinsam eine sehr starke Marktstellung einnehmen. Potentieller Wettbewerb (97) Die nachstehenden Ausführungen gelten gleichermaßen für PF/P(R)F- und für UF/(M)UF-Harze. (98) Industri Kapital macht geltend, dass ein Neueintritt in den nordischen Markt leicht möglich wäre. Es führt dazu an, dass der Markt für PF/P(R)F-Harze ein höheres Wachstum als der europäische Durchschnittswert verzeichnen konnte. Bei UF/(M)UF-Harzen habe dieses Wachstum jedoch unterhalb des europäischen Durchschnitts gelegen. Je nach Anwendungsgebiet würde sich auch das zukünftige Wachstum spürbar unterscheiden. Wachstumsaussichten bestuenden auf dem finnischen Faserplattenmarkt, bei der Herstellung von verleimten Holzbalken und in der MDF-Industrie. Hinzu kämen die neuen Werke, die in der Spanplattenindustrie gebaut werden oder deren Bau angekündigt worden sei. Zu den Gewinnspannen führt Industri Kapital an, dass diese sich nicht erheblich von den Spannen in anderen Mitgliedstaaten unterschieden. Die Wahrscheinlichkeit eines Marktzutritts nach dem Zusammenschluss würde zunehmen, weil die Kunden mit einer Diversifizierung ihrer Lieferquellen reagieren würden. Außerdem könnten die Harzabnehmer einen neuen Anbieter auffordern, in den Markt einzusteigen. (99) Die Kommission bemerkt hierzu, dass in den vergangenen fünf Jahren kein Neueintritt in den nordischen Markt der Formaldehyd-Harze insgesamt bzw. in Finnland oder Norwegen erfolgt ist. Aus den nachstehend dargelegten Gründen hat ihre Untersuchung ergeben, dass in absehbarer Zukunft ein Neuzutritt keine Erfolgsaussichten hätte. (100) Dieser Befund leitet sich aus der Tatsache her, dass der Markt für Industrieharze als gesättigt und Angebot und Nachfrage als ausgeglichen angesehen werden. Die Kapazitätsauslastung in den finnischen und norwegischen Werken von Neste und Dyno liegt bei [ >40](74) % (PF/P(R)F-Harze) bzw. [ >30](75) % (UF/(M)UF-Harze). Angesichts dieser überschüssigen Kapazität könnten Dyno und Neste eine vorübergehend höhere Kapazitätsauslastung als Drohung verwenden, um Neuabieter abzuschrecken. Industri Kapital hat in der Anmeldung eingeräumt, dass zur Errichtung einer neuen Anlage für Formaldehyd-Harze 12 bis 24 Monate und [ >5](76) Mio. EUR anzusetzen wären, die Erweiterung bestehender Kapazitäten jedoch weniger teuer (rund [< 5](77) Mio. EUR) wäre und in einem wesentlich kürzeren Zeitraum von 6 bis 12 Monaten durchgeführt werden könnte. (101) Der Marktzutritt wird auch dadurch erschwert, dass die Kunden keinen Zugang zu den Rezepturen der Harze und keine Kenntnis der besonderen Mixturen des von ihnen jeweils bezogenen Harzes haben. Deshalb müssten bei einem Neueintritt die Harze jeweils von Anfang an neu entwickelt werden, es sei denn, der Anbieter verfügt bereits über geeignete Rezepturen. Die Untersuchungen der Kommission haben ergeben, dass es für einen Neuzugänger schwierig wäre, in den Markt einzutreten und Harze z. B. für die Sperrholzindustrie umgehend zu entwickeln, da hierfür besondere Kenntnisse des jeweiligen Produkts und der verschiedenen bei der Herstellung verwendeten Holzarten erforderlich sind. In ihren Erwiderungen auf die Fragebögen der Kommission haben die Kunden und Wettbewerber angegeben, dass ein erfahrener Anbieter zwei bis drei Jahre benötigen würde, um ein marktfähiges Harz zu entwickeln. Dabei benutzen einige Kunden bis zu 50 verschiedene Harze, von denen einige nur bei Dyno und andere nur bei Neste bezogen werden können. Sogar ein erfahrener Harzehersteller wäre kaum in der Lage, unverzüglich sämtliche nachgefragten Harze z. B. für die Hersteller von Sperrholz oder Papier zu liefern. Aus diesen Gründen wäre auf der Angebotsseite nicht mit einer unverzüglichen umfassenden Reaktion auf einen Neueintritt zu rechnen. (102) Ferner hat die Untersuchung ergeben, dass in Anbetracht des geringen Umfangs des nordischen Marktes, der isolierten geographischen Lage, der erforderlichen hohen Kapitalaufwendungen und der langen und schwierigen Zulassungsverfahren ein Marktzutritt wenig Anziehungskraft besitzt. (103) Industri Kapital hat selbst eingeräumt, dass die Herstellung von Industrieharzen von den Größenvorteilen insbesondere beim Einkauf der Rohstoffe, der Logistik, der Produktion und der Forschung und Entwicklung abhängt. Außerdem seien der Rohstoffumfang, die Nähe zum Kunden, führende Produktionstechnik und gute Anwendungsdienstleistungen ausschlaggebende Erfolgsfaktoren. Unter diesen Voraussetzungen wäre es für einen Neuzugänger schwierig, den Wettbewerb gegen einen beherrschenden Anbieter zu bestehen. (104) Industri Kapital behauptet ferner, dass Kunden, die gegenwärtig nicht für ihren Eigenbedarf produzieren, in relativ kurzer Frist ihre eigenen Produktionsanlagen für die Herstellung von Formaldehyd-Harzen errichten könnten. Das Unternehmen führt dazu an, dass einige seiner Kunden bereits ihren Bedarf aus Eigenproduktion decken. Mit Ausnahme von zwei Herstellern von Isolierstoffen haben jedoch keine anderen Kunden im nordischen Gebiet die Möglichkeit, die von ihnen bezogenen Harze selbst herzustellen. (105) Alle von der Kommission angesprochenen Kunden haben angegeben, dass sie bei einer Preissteigerung zwischen 5 und 10 % eine Eigenherstellung von Formaldehyd-Harzen nicht in Erwägung ziehen würden. Die Antworten auf die Fragen der Kommission zeigen, dass für ein Harzwerk nicht nur erhebliche finanzielle Investitionen, sondern auch Know-how und Erfahrungen in der Entwicklung von Harzen erforderlich wären. Bei Harzen für die Imprägnierung von Papier z. B. ist das Know-how nicht leicht zugänglich, außerdem sind die Kunden sehr zögerlich, sich auf Tätigkeiten außerhalb ihres Kerngeschäftes einzulassen. Auch wäre nach ihrer Auffassung eine derartige Produktion nicht rentabel, da sie nur relativ geringe Eigenbedarfsmengen herstellen würden. Hieraus schließt die Kommission, dass die Aufnahme einer Eigenproduktion keine wirtschaftlich sinnvolle Reaktion der Kunden auf eine Preiserhöhung wäre. (106) Die Kunden haben auch angeführt, dass sie im Wesentlichen aus den im Zusammenhang mit dem räumlich relevanten Markt angesprochenen Gründen bei einer Preiserhöhung nicht auf Einfuhren aus Russland, den baltischen Staaten oder aus Ost- und Mitteleuropa zurückgreifen würden. Sie sehen die Hersteller in diesen Ländern nicht als realistische Alternative an, was u. a. auf die hohen Transportkosten, die beschränkte Produktpalette, die niedrige Qualität und die fehlende Liefersicherheit zurückzuführen ist. (107) Hieraus ist zu schließen, dass Wettbewerbsdruck durch potentiellen Wettbewerb aus Russland oder dem Baltikum oder durch einen Neueintritt in den nordischen Markt unwahrscheinlich ist. Angesichts der Sachzwänge bei der Eigenbedarfsproduktion kann man darauf schließen, dass der potentielle Wettbewerb nicht ausreicht, um die Macht der neuen Einheit auf dem Markt der Formaldehyd-Harze in Finnland und Norwegen auszugleichen. Stellungnahmen anderer Unternehmen (108) Die Kunden in den nordischen Ländern haben ausgesagt, dass der Wettbewerb zwischen Dyno und Neste auf den beiden Märkten der UF/(M)UF- und PF/P(R)F-Harze lebhaft gewesen ist. Dies wird auch durch einen Vergleich der von den Kunden dieser beiden Hersteller in den vergangenen drei Jahren bezogenen Mengen bestätigt, der auch gezeigt hat, dass die bei jedem Hersteller bezogenen Mengen von Jahr zu Jahr stark schwankten, was auf die Unterschiede bei den Preisen und sonstigen Lieferbedingungen zurückzuführen ist. (109) Insbesondere die Hersteller von Sperrholz, Isolierstoffen und harzgetränktem Papier haben ernsthafte Bedenken zu dem Fusionsvorhaben geäußert. Die Kunden haben geltend gemacht, dass das Vorhaben in seiner angemeldeten Form zu Preiserhöhungen, möglichen Marktabschottungen, Verkleinerungen der gegenwärtigen Produktpalette und einem Abbau von Forschung und Entwicklung führen würde. (110) Nach dem Zusammenschluss würde Industri Kapital zum beherrschenden Anbieter von Formaldehyd-Harzen in Finnland und Norwegen. In Finnland würde es ein De facto-Monopol genießen. Wenn man bedenkt, dass es nur wenige alternative Anbieter gibt, die wesentlich kleiner sind als die zusammengeschlossene Einheit, und dass potentieller Wettbewerb fehlt, könnte Industri Kapital unabhängig auf dem Markt vorgehen und seine Preise erhöhen. Schlussfolgerung (111) Aus diesen Gründen kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss zur Begründung einer beherrschenden Stellung in Finnland führen wird. Ob der norwegische Markt isoliert zu betrachten ist oder der relevante räumliche Markt auch Schweden einschließt, kann offen bleiben, da die zugesagte Veräußerung eines der finnischen Werke etwaige Wettbewerbsprobleme in Norwegen ausräumt. 2. Formaldehyd Tatsächlicher Wettbewerb (112) Die Tätigkeiten von Neste und Dyno bei der Herstellung und dem Verkauf von Formaldehyd überschneiden sich nur in Finnland, wo sie die einzigen beiden Hersteller sind. Deshalb würden nach dem Zusammenschluss Neste und Dyno ein Defacto-Monopol bei der Lieferung von Formaldehyd an Dritte in Finnland haben. Industri Kapital hat vorgebracht, dass neben Neste und Dyno auch Bang & Bonsomer Formaldehyd an Kleinabnehmer als unabhängige Vertriebshändler liefert. Die Kommission hat jedoch festgestellt, dass Bang & Bonsomer gegenwärtig nur das von Neste hergestellte Formaldehyd vertreibt und deshalb nicht als Wettbewerbsalternative gegenüber der neuen Einheit angesehen werden kann. (113) Industri Kapital hat vorgebracht, dass Caldic Nederland, Synthite, Elf Atochem und Degussa Wettbewerber bei der Lieferung von Formaldehyd an Dritte seien. Die Untersuchung der Kommission hat jedoch nicht ergeben, dass einer dieser Hersteller in Finnland tätig ist. Potentieller Wettbewerb (114) Industri Kapital hat ferner vorgebracht, dass im nahen Ausland ansässige Hersteller überschüssige Kapazitäten hätten und Formaldehyd an finnische Abnehmer innerhalb einer kurzen Frist liefern könnten. Zu diesen Unternehmen zählten Casco Products in Schweden, Viru Keemia Grupp in Estland und Akron in Russland. (115) Aus den Untersuchungen der Kommission und den Bemerkungen von Kunden geht jedoch hervor, dass diese Hersteller wegen der Transportkosten höhere Preise als die ortsansässigen Hersteller verlangen. Die Untersuchung hat ergeben, dass Formaldehyd überwiegend innerhalb eines Radius von 320 km befördert wird. In den vereinzelten Fällen, bei denen, wie von Industri Kapital angeführt, Neste Formaldehyd aus seinem Werk in den Niederlanden und von Perstorp in Schweden bezogen und Dyno Formaldehyd von Casco in Schweden nach Finnland eingeführt hat, hat es sich überwiegend um Einzellieferungen gehandelt. Generell beschaffen die Abnehmer kein Formaldehyd im Ausland. Die Kunden in Finnland haben angegeben, dass sie wegen der Transportkosten Casco nicht als eine plausible Alternative zu Dyno und Neste ansehen. Die Untersuchung hat ergeben, dass diese Kunden kein Formaldehyd von Casco bezogen haben. Es ist hinzuzufügen, dass einige Kunden in der Vergangenheit versucht hatten, Formaldehyd aus Russland zu beziehen, was insbesondere wegen technischer Schwierigkeiten jedoch erfolglos geblieben war. (116) Im Lichte dieser Erkenntnisse und angesichts der hohen Beförderungskosten sieht die Kommission die Einfuhren aus Russland oder den baltischen Staaten für die Abnehmer in Finnland nicht als eine Wettbewerbsalternative an. (117) Die Untersuchung hat ferner gezeigt, dass in den vergangenen fünf Jahren kein Neuzutritt zum finnischen Markt erfolgt ist und dass potentielle Wettbewerber offenbar auch nicht bereit sind, in naher Zukunft in den finnischen Formaldehydmarkt zu gehen. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass für die Errichtung eines neuen Werkes sehr viel Zeit und erhebliche Investitionen erforderlich wären. Außerdem werden die Verwaltungsverfahren für die Zulassung als aufwendig angesehen. Schließlich halten Dritte wegen der niedrigen Gewinnspannen bei Formaldehyd als klassischer Chemikalie und in Anbetracht der starken Stellung der fusionierten Einheit einen neuen Markteintritt für unwahrscheinlich. (118) Zu der Frage, ob die Kunden bereit wären, die Eigenerzeugung von Formaldehyd aufzunehmen, hat die Untersuchung eindeutig ergeben, dass dies aus den gleichen Gründen wie bei Formaldehydharzen keine realistische Alternative ist. Die Formaldehydabnehmer haben angegeben, dass ihr Bedarf an Formaldehyd relativ klein sei, eine wirtschaftlich sinnvolle Produktion aber einen Mindestumfang von 20000 bis 25000 t jährlich erfordern würde. Um Formaldehyd wirtschaftlich rentabel herstellen zu können, müssten sie deshalb ihre überschüssigen Kapazitäten auf dem freien Markt im Wettbewerb zu der wesentlich stärkeren neuen Einheit absetzen. In der Erwiderung auf die Beschwerdepunkte hat Industri Kapital geltend gemacht, dass es eine auf Reaktoren beruhende Formaldehyd-Technik gäbe, mit der eine Produktion von lediglich 6000 t jährlich möglich sei, und dass mit dieser Technik Formaldehyd in wesentlich kleineren Jahresmengen wirtschaftlich gewinnbringend hergestellt werden könnte. Dies hat sich jedoch in der Untersuchung der Kommission nicht bestätigt. (119) In seiner Erwiderung auf die Beschwerdepunkte hat Industri Kapital vorgebracht, dass Wettbewerbsdruck seitens der Hersteller von Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat (UFC) ausgehe. Demnach könne Formaldehyd in UFC weiterentwickelt werden, ein in Formaldehydwerken hergestelltes Zwischenerzeugnis, dass durch die Hinzufügung von Harnstoff in der Formaldehyd-Wasserabsorptionssäule hergestellt wird. UFC könne als Rohstoff bei der Herstellung von UF/(M)UF-Harzen in der Kondensationsstufe verwendet werden. Bei UFC handele es sich um ein sehr stabiles Produkt mit einem hohen Harzgehalt, das verglichen mit einer üblichen 37 %-Formaldehydlösung nur einen geringen Wasseranteil enthalte. Dadurch erhöhe sich die Transportfähigkeit von UFC gegenüber einfachem Formaldehyd. Die Untersuchungen der Kommission haben jedoch nicht das von Industri Kapital vorgebrachte Argument eines von UFC ausgehenden Wettbewerbsdrucks erhärtet. Keines der von der Kommission befragten Unternehmen würde im Falle einer Preissteigerung bei Formaldehyd zu UFC überwechseln. Stellungnahmen anderer Unternehmen (120) Die Abnehmer von Formaldehyd haben ernsthafte Bedenken zu dem Vorhaben geäußert. Erstens haben sie vorgebracht, dass nach dem Zusammenschluss die Beteiligten ein De-facto-Monopol bei der Lieferung von Formaldehyd an Dritte in Finnland haben würden und damit in der Lage wären, unabhängig auf dem Markt vorzugehen und die Preise zu erhöhen. Zweitens bestuende die potentielle Drohung, dass diejenigen Abnehmer, die gegenwärtig das billige Produkt für ihre eigene Harzherstellung beziehen, von der neuen Einheit gezwungen werden könnten, die teureren Fertigharze mit höherer Gewinnspanne zu kaufen. Drittens wurden auch Bedenken hinsichtlich eines möglichen Kapazitätsabbaus geäußert. Teilweise wurde gegenüber der Kommission die Besorgnis geäußert, dass die neue Einheit ihre Formaldehydverkäufe an Dritte verringern würde. Das Vorhaben könnte damit zur Abschottung des Marktes führen. Schlussfolgerung (121) Hieraus schließt die Kommission, dass das Vorhaben in seiner angemeldeten Form zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem Markt des in Finnland an Dritte verkauften Formaldehyds führen würde. 3. Methanol (122) Nachteilige Wettbewerbswirkungen sind bei der Herstellung und dem Vertrieb von Methanol nicht zu erwarten. Neste und Dyno haben zusammen einen Anteil von weniger als 5 % auf dem EWR-Markt. Vertikal gesehen wäre der Marktanteil von Methanor im EWR mit rund 14 % kaum groß genug, um den Wettbewerb zu beeinträchtigen und z. B. den Markt abzuschotten. 4. Materialhandhabungsstysteme (123) Arca und Polimoon sind in den nordischen Ländern und insbesondere in Finnland, Schweden und Norwegen die wichtigsten Hersteller von Kunststoffhandhabungssystemen. Dyno übt gemeinsam mit CVC die Kontrolle über Polimoon aus(78). Nach dem Zusammenschluss wird Industri Kapital nicht nur Arca, sondern über Dyno auch Polimoon kontrollieren. Beide Unternehmen fertigen die gesamte Palette an Materialhandhabungsprodukten mit Ausnahme von faltbaren Kunststoff-Palettenbehältern, die von Polimoon nicht hergestellt werden. Das Vorhaben würde zu einer erheblichen Marktanteilsaddition führen, unabhängig davon, ob der Produktmarkt als ein sämtliche Arten von Handhabungssystemen umfassender Markt oder ein je nach Einzelprodukt getrennter Markt definiert wird. Die Marktanteile von Arca und Polimoon bei Handhabungssystemen sind für das Jahr 1999 wertmäßig in den nachstehenden Tabellen 1 bis 7 angeführt. Die Zahlen beruhen auf Schätzungen von Industri Kapital, wobei der Begriff "nordische Region" die Länder Finnland, Schweden und Norwegen umfasst. Tabelle 1 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 2 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 3 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 4 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 5 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 6 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 7 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (124) Das Vorhaben führt möglicherweise zur Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung bei stapel-/verschachtelbaren Behältern, Stapelbehältern und Flaschentragen aus Kunststoff in Finnland, Schweden und Norwegen, wo die Parteien Marktanteile zwischen [70-100](79) % halten. Außerdem würden die Parteien Marktanteile von mehr als [ >60](80) % bei Kunststoffpaletten in Finnland, Schweden und Norwegen und von über [ >70](81) % bei Kleinteile-Lagersystemen aus Kunststoff in Schweden und Norwegen erlangen. Wenn man einen Produktmarkt bestehend aus sämtlichen Material-Handhabungsprodukten zugrunde legt, würden die Parteien in Finnland, Schweden und Norwegen mit Marktanteilen [60-80](82) % ebenfalls eine beherrschende Stellung erlangen. Selbst wenn man in den räumlichen Markt Dänemark und Island einbezieht, würden die Parteien weiterhi

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.