Europäische Union

2002/365/EG: Entscheidung der Kommission vom 11. Juli 2001 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2314 — BASF/Eurodiol/Pantochim) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 1856)

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Quellenkennung: 32002D0365. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Amerika nach Europa importiert, aber nur geringe Mengen in die Vereinigten Staaten exportiert. Bei THF belief sich der Handelsstrom auf rd. [1-5 kt]* in beide Richtungen. Nicht die gesamte importierte Ware wurde jedoch auf dem freien Markt abgesetzt; ein Teil wurde im Rahmen konzerninterner Transfers für den Eigenbedarf genutzt. (47) Schätzungen der BASF zufolge beliefen sich die Ausfuhren von Europa nach Asien im Jahr 2000 bei BDO auf [1-5 kt]*, bei GBL auf [1-5 kt]*, bei NMP auf [1-10 kt]* und bei THF auf [1-10 kt]*. Umgekehrt gab es im gleichen Zeitraum [...]*. Außerdem war von dritter Seite zu erfahren, dass die Preise der Produkte aus Asien nicht konkurrenzfähig seien, was ebenfalls darauf schließen lässt, dass von diesen Herstellern kein Wettbewerbsdruck ausgeht. Sie wurden daher in den weiteren Überlegungen außer Acht gelassen. (48) Obwohl es zwischen Osteuropa und dem Europäischen Wirtschaftsraum keine größeren Importschranken gibt, beschränken sich die Importe auf geringe Mengen, wie sowohl von der BASF als auch von der Kommission bei ihrer Marktuntersuchung festgestellt wurde. In Osteuropa werden die Produkte von drei Firmen hergestellt: [...]*. Mehrere Kunden gaben im Verlauf der Marktuntersuchung an, dass die osteuropäischen Produkte qualitativ schlechter seien und die Hersteller die Lieferungen zudem nicht garantieren könnten. Den meisten Kunden waren überhaupt keine osteuropäischen Herstellerfirmen bekannt oder sie erklärten, noch nie ein Angebot von einem osteuropäischen Unternehmen erhalten zu haben. Bis jetzt wurden nur geringe Mengen an GBL und NMP eingeführt [...]*. Die BASF macht geltend, im EWR seien [...]* gewisse Mengen an THF aus Osteuropa abgesetzt worden, doch wurde im Verlauf der Marktuntersuchung nicht ein Kunde ausfindig gemacht, der THF aus Osteuropa verwendet. (49) Zwar mag es rein formal nur geringfügige Handelsschranken geben, doch hat die Kommission nur wenig Belege dafür, dass von osteuropäischen Herstellern ein Wettbewerbsdruck auf die EWR-Märkte für BDO, GBL, NMP und THF ausgeht. Die Kommission betrachtet daher Osteuropa nicht als einen räumlich relevanten Markt. Angesichts der hohen Einfuhren aus den USA hat sie jedoch stattdessen geprüft, ob der relevante Markt eventuell über den EWR hinausreicht. In diesem Zusammenhang war besonders die Frage interessant, ob die Wettbewerbsbedingungen in den USA deutlich anders sind als im Europäischen Wirtschaftsraum. (50) In den Jahren 1999 und 2000 wurden die EWR-Märkte für BDO, GBL, NMP und THF von den vier Unternehmen BASF, SISAS, ISP und Lyondell geprägt, die gleichzeitig auch auf den US-amerikanischen Märkten vertreten waren. Ein erheblicher Teil des EWR-Bedarfs an GBL und NMP [ > 30 %]* wird in den USA hergestellt; bei BDO und THF hingegen beträgt der aus den USA stammende Anteil nur [1-10 %]*. (51) 1999, als die Eurodiol-Produktionsstätte in Feluy voll betriebsbereit wurde und dort alle vier Produkte (BDO, GBL, NMP und THF) hergestellt werden konnten, kam es im EWR zu einem Preissturz. Die Importeure konnten mit den stark gesunkenen Preisen nicht mithalten; ihre Produkte waren nicht mehr so konkurrenzfähig, so dass die Absätze der US-Hersteller 1999 zurückgingen. Im Jahr 2000 lagen die GBL-Importpreise zwischen [1 % und 30 %]* über denen der BASF, THF war um [5-15 %]* und NMP [1-10 %]* teurer. Bei BDO konnte kein nennenswerter Preisunterschied zwischen europäischer und Importware festgestellt werden. (52) Bei Importen aus den USA und Asien fallen außerdem erhebliche Transportkosten und Zölle an, wodurch die Einfuhren in die Gemeinschaft gebremst werden. Derzeit wird auf BDO ein Zoll von 7,8 % und auf GBL, NMP und THF von 6,5 % erhoben. Der Marktuntersuchung zufolge können sich die transport- und zollbedingten Mehrkosten auf bis zu 20 % des Endpreises summieren (wobei der Preisrückgang in Europa natürlich zu einem weiteren Anstieg der relativen Mehrkosten geführt hat). In letzter Zeit sind die Importe nach Europa darüber hinaus auch durch den höheren Dollarkurs teurer geworden. (53) Trotz dieser Preisunterschiede nahmen die Einfuhren im Jahr 2000 wieder zu. Nach eigener Aussage ziehen es die Kunden aus Gründen der Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit bei Ausfall einer Lieferung vor, zwei Bezugsquellen zu haben. Dennoch wäre wohl ein noch stärkerer Rückgang der Importe zu erwarten gewesen, wenn auf dem Markt bei BDO und sämtlichen BDO-verwandten Produkten derzeit nicht Engpässe bestuenden und ein Wechsel des Anbieters aufgrund langfristiger Verträge und Geschäftsbeziehungen auf anderen Produktmärkten nicht erschwert würde. b) Preise (54) Der Preisrückgang im EWR ist nicht auf den US-amerikanischen Markt durchgeschlagen. Tabelle 2 zeigt den prozentualen Preisrückgang bei BDO, GBL, NMP und THF im Zeitraum 1998 bis 2000. Tabelle 2 Relativer Preisrückgang im EWR und in den USA im Zeitraum 1998-2000 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (55) Tabelle 2 zeigt, dass die Preise in den USA nur wenig von der Preisentwicklung im EWR beeinflusst wurden. Vieles spricht daher dafür, dass die Preise im EWR für BDO und BDO-verwandte Produkte keinem Preisdruck aus den USA ausgesetzt sind. (56) Bevor der Preisrückgang für BDO und BDO-verwandte Produkte einsetzte, unterschieden sich die Preise für NMP und GBL im EWR und in den USA nur geringfügig; bei THF betrug die Preisdifferenz ca. 10 bis 20 %. Im Jahr 2000 wurde das Preisgefälle größer; die größten Preisunterschiede wurden bei GBL beobachtet [...]*, am geringsten war das Preisgefälle bei BDO [...]* und THF [...]*. (57) Nach Auffassung der Kommission deutet der Umstand, dass der drastische Preisrückgang im Europäischen Wirtschaftsraum bei keinem der vier Produkte nennenswerte Auswirkungen auf die Preisentwicklung in den USA hatte, darauf hin, dass die genannten Produktmärkte in den USA und im EWR nicht denselben Wettbewerbsbedingungen unterliegen. Deshalb sollten die US-amerikanischen Märkte von den EWR-Märkten räumlich abgegrenzt und im weiteren Verlauf dieser Untersuchung nicht weiter berücksichtigt werden. Für diese Schlussfolgerung sprechen auch das zunehmende Preisgefälle bei allen vier Produkten und die zwischen den USA und dem EWR bestehenden Importschranken. c) Schlussfolgerung (58) Dies lässt den Schluss zu, dass für die Produkte BDO, GBL, NMP und THF der EWR der räumlich relevante Markt ist. C. WÜRDIGUNG DES ZUSAMMENSCHLUSSVORHABENS (59) Im vorliegenden Fall wurden zur Bewertung der Wettbewerbslage vorwiegend Daten aus dem Jahr 1999 herangezogen, da Eurodiol im zweiten Halbjahr 2000 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wodurch die Produktionsleistung stark beeinträchtigt wurde (siehe Tabelle 3). Tabelle 3 Eurodiol-Produktion 2000 in Tonnen >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (60) Am drastischsten war der Produktionsrückgang im zweiten Halbjahr 2000 gegenüber dem ersten Halbjahr bei NMP, aber auch bei GBL und THF war er immer noch beachtlich. Es wäre daher irreführend, sich auf die Zahlen des Jahres 2000 zu beziehen, da diese die eigentliche Marktposition von Eurodiol nicht richtig widerspiegeln. 1. PA (61) Die Tätigkeiten der Parteien überschneiden sich bei der Herstellung von PA, das hauptsächlich zur Produktion von Phthalaten sowie für gesättigte und ungesättigte Polyesterharze verwendet wird. Einige große PA-Hersteller sind mit Unternehmen auf nachgeordneten Märkten verflochten. Deshalb sind auch ca. 50 % der Gesamtproduktion im EWR für den Eigenbedarf bestimmt. 1999 benutzte die BASF das von ihr hergestellte PA zu rund 87 % als Ausgangsstoff für die Herstellung anderer Produkte; bei SISAS waren es 36 %, die zu anderen Produkten weiterverarbeitet wurden. (62) Auf dem freien Markt hätten die Parteien bei PA nach der Fusion einen Marktanteil von 14 % (BASF 4 %, Pantochim 10 %). Die Wettbewerber der Parteien sind Atofina (15 %), Atmosa (11 %) und Lonza (11 %). (63) Da der Marktanteil der BASF auch nach der Fusion noch relativ gering ausfallen würde und ihr von einigen Herstellern starke Konkurrenz gemacht wird, kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben bei PA keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt gibt. 2. PHTHALATE a) Phthalat-Markt (64) Die BASF stellt sowohl kurzkettige als auch Standardphthalate her, Pantochim dagegen nur Standardphthalate. Überschneidungen in den Geschäftstätigkeiten der Parteien gibt es daher nur bei den Standardphthalaten. (65) Bei kurzkettigen und Standardphthalaten hätte die BASF nach der Fusion im EWR insgesamt einen Marktanteil von 26 % (BASF 19 %, Pantochim 7 %). Die Hauptkonkurrenten sind Exxon (28 %) und Oxeno/Degussa (10 %). Eine Reihe weiterer Hersteller (Atofina, BP, Lonza und Neste) haben Marktanteile zwischen 5 % und 7 %. (66) Nach der Fusion hätte die BASF auf dem Phthalat-Markt insgesamt einen Marktanteil in mehr oder weniger derselben Größenordnung wie Exxon. Daneben gibt es noch eine Reihe großer weltweit tätiger Konzerne wie Atofina, Degussa, Lonza und Neste, die nach der Fusion auf dem Markt für Wettbewerb sorgen können. (67) Die Kommission kommt deshalb zu dem Schluss, dass der Phthalatmarkt insgesamt keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. b) Markt für Standardphthalate (68) Bei den Standardphthalaten überschneiden sich die Tätigkeiten der Parteien. Da ca. 98 % aller Phthalate Standardphthalate sind, ist die Situation auf diesem Markt ähnlich der auf dem Gesamtphthalat-Markt. (69) Bei den Standardphthalaten allein hätte die BASF nach der Fusion im EWR einen Marktanteil von 26 % (BASF 19 %, Pantochim 7 %). Hauptkonkurrenten sind Exxon (28 %) und Oxeno/Degussa (10 %); eine Reihe weiterer Hersteller (Atofina, BP, Lonza und Neste) haben Marktanteile zwischen 5 % und 7 %. Nach der Fusion wird daher vor allem wegen der starken Stellung von Exxon und Oxenon/Degussa auf dem Markt für ausreichend Wettbewerb gesorgt sein. (70) Die Kommission gelangt daher zu dem Schluss, dass der Markt für Standardphthalate aus wettbewerbsrechtlicher Sicht keinen Anlass zu Bedenken gibt. c) Markt für kurzkettige Phthalate (71) Auf dem kleineren Markt der kurzkettigen Phthalate verfügt die BASF über einen Marktanteil von 18 %. Da in Feluy nur Standardphthalate hergestellt werden, kommt es auf diesem Markt zu keiner Überschneidung der Geschäftstätigkeiten der Parteien. (72) Die Kommission schließt daraus, dass auf dem Teilmarkt für kurzkettige Standardphthalate kein Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken besteht. 3. BDO (73) Nach dem Zusammenschluss würden die Parteien im EWR auf einen Marktanteil von [35-45 %]* kommen (BASF [20-30 %]*, SISAS [15-25 %]*). Marktführer mit dem höchsten Marktanteil [45-55 %]* bleibt jedoch ISP. Daneben sind noch Lyondell ([5-15 %]*) und DuPont ([< 5 %]*) auf dem Markt tätig. Wegen der starken Stellung von ISP dürfte der Zusammenschluss daher nicht zu einer Monopolstellung der BASF führen. (74) Die Begründung eines Duopols durch den Zusammenschluss dürfte ebenso unwahrscheinlich sein, auch wenn die BASF und ISP zusammen einen Marktanteil von > 80 % hätten und sich die Zahl der namhaften Hersteller durch die Übernahme von SISAS damit von vier auf drei reduzieren würde. Der BDO-Markt weist einige Besonderheiten auf, die gegen die Wahrscheinlichkeit einer kollektiven Marktbeherrschung durch BASF und ISP sprechen. (75) In den vergangenen drei Jahren haben der harte Preiswettbewerb und der Eintritt von SISAS in den Markt im Jahr 1998 die Preise deutlich gedrückt. Die Marktanteile von BASF und ISP variierten ständig. Während ISP kontinuierlich Marktanteile einbüßte ([...]*), gab es bei den Marktanteilen der BASF starke Schwankungen ([...]*). Aufgrund des Preiswettbewerbs gingen die Gewinnspannen bei BDO erheblich zurück, so dass sich SISAS nach hohen Verlusten vom Markt zurückziehen musste. (76) Nach Aussagen Dritter hängt das Preisniveau weitgehend von den verfügbaren Mengen ab. Obwohl mit einem deutlichen Wachstum des Marktes gerechnet wird, ist die Anpassung an kurzfristige Veränderungen in der Nachfrage nach BDO für die Hersteller problematisch. Die (neuen) Anlagen haben eine bestimmte Mindestgröße. Da die Produktionskapazitäten in einigen wenigen Anlagen konzentriert sind, hat jede vorübergehende Stilllegung von Kapazitäten, zum Beispiel bei einem Unfall, erhebliche Auswirkungen auf die Preise. Auf der anderen Seite gehen Dritte davon aus, dass die Schaffung neuer Kapazitäten auf dem Markt den Preiswettbewerb verschärfen wird. Sie bestätigten die Angaben der Parteien, wonach Lyondell im ersten Halbjahr 2002 in den Niederlanden eine neue Produktionsanlage mit einer Kapazität von rund 125 kt in Betrieb nehmen will. Der Marktuntersuchung zufolge gehen die Abnehmer aufgrund der Investitionen von Lyondell in neue Produktionsanlagen von einer Fortsetzung des Preiswettbewerbs aus. (77) Für die gewerbliche Herstellung von BDO werden vier verschiedene Verfahren angewandt. Bei ISP und der BASF (in Ludwigshafen) wird Acetylen mit Formaldehyd verdichtet und anschließend hydriert. In Feluy wird [...]* (ein anderes Verfahren eingesetzt). (78) Die vorstehenden Ausführungen lassen daher den Schluss zu, dass das angemeldete Vorhaben in Bezug auf BDO keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. 4. BDO-VERWANDTE PRODUKTE (GBL, NMP UND THF) (79) Sowohl die BASF als auch Eurodiol stellen GBL, NMP und THF her und erzielen damit hohe Umsätze. Vor dem geplanten Zusammenschluss war die BASF bei GBL, NMP und THF bereits Marktführer innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes. (80) Bei BDO bestehen aufgrund der wachsenden Nachfrage, die mit einer hinter den Erwartungen zurückbleibenden Produktionsleistung von Eurodiol [...]* zusammenfällt, Engpässe. Diese Engpässe haben jedoch die Produktion von GBL, NMP oder THF offenbar kaum beeinflusst. Obwohl GBL bei den meisten Herstellungsprozessen ein BDO-Derivat ist, gibt es keine Anzeichen dafür, dass das für die Herstellung von GBL oder THF bestimmte BDO auf den freien Markt umgelenkt wurde. (81) GBL und NMP sind beides relativ ungiftige und zu nahezu 100 % wiederverwertbare Lösungsmittel. Beide bieten ein hohes Lösevermögen bei Harzen in Verbindung mit einer guten chemischen und thermischen Widerstandsfähigkeit und einer 100 % Wasserlöslichkeit. THF ist ein Lösungsmittel mit hohem Lösevermögen bei PVC und Polyurethan. Wie GBL und NMP ist es zu nahezu 100 % wiederverwertbar. a) GBL (82) Nach Schätzungen der BASF wurde GBL 1999 weltweit am häufigsten in Agrochemikalien und Pharmazeutika ([...]*) sowie in der Elektronikindustrie ([...]*) eingesetzt. In Europa ist die Gewichtung etwas anders: hier geht die GBL-Produktion vorwiegend in die pharmazeutische Industrie ([...]*). Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Schwerpunkt der Elektronikindustrie in Asien und in den USA liegt, während bestimmte Pharmazeutika und Agrochemikalien hauptsächlich in Europa hergestellt werden. (83) GBL wird vornehmlich ([...]*) für die Herstellung von Pyrrolidonen (VP, PVP und vor allem NMP) verwendet. [...]*.(6)(7). (84) Die BASF geht in der Anmeldung davon aus, dass 1999 auf dem freien Markt im EWR [5-10 kt]* GBL im Wert von [10-20 Mio. EUR]* abgesetzt wurden. Tabelle 4 gibt einen auf den Angaben der BASF beruhenden Überblick über die weltweiten Produktionskapazitäten, den Absatz im EWR und die mengen- und wertmäßigen Marktanteile für GBL im Jahr 1999. Tabelle 4 Weltweite GBL-Produktionskapazitäten, Absatzmenge im EWR und Marktanteile auf dem freien Markt (Schätzungen der BASF für 1999) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (85) Die BASF schätzt ihren Marktanteil 1999 auf [35-45 %]* (gemessen an der Menge) bzw. [35-45 %]* (gemessen am Verkaufswert). Der Marktanteil von Eurodiol belief sich auf [25-35 %]* (Menge) bzw. [20-30 %]* (Verkaufswert). Dies würde bedeuten, dass bei einer Fusion die beiden führenden Hersteller von GBL mit einem mengen- und wertmäßigen gemeinsamen Marktanteil von [60-70 %]* zusammengingen. (86) Die von der Kommission durchgeführte Marktuntersuchung hat die in Tabelle 4 gemachten Angaben der BASF zu den Produktionskapazitäten weitgehend bestätigt. Sie zeigte auch, dass die Kapazitäten in den vergangenen drei Jahren nicht gestiegen, sondern gleich geblieben sind. Der Absatz und damit der Marktanteil von Eurodiol ist von der BASF hingegen etwas zu hoch angesetzt worden; den Schätzungen der Kommission zufolge betrug der gemeinsame Marktanteil 1999 (gemessen an der Menge) nur etwa [50-60 %]*. Die Zahlen für 2000 verzeichnen einen leichten Rückgang des gemeinsamen Marktanteils auf ca. [50-60 %]*. Der nächstfolgende Wettbewerber setzt noch nicht einmal halb so viel GBL auf dem freien Markt ab. Laut BASF zeigt sich bei Betrachtung der Absatzzahlen im Zeitraum 1997 bis 2000, dass Eurodiol seinen Marktanteil zulasten von Konkurrenten der BASF hat ausbauen können. Die Kommission fand diesen Trend in ihrer Marktuntersuchung weitgehend bestätigt. (87) Nach dem Zusammenschluss wäre das fusionierte Unternehmen der einzige GBL-Hersteller im Europäischen Wirtschaftsraum, der das Produkt auch auf dem freien Markt anbietet. Die BASF würde [40-50 %]* der weltweiten GBL-Produktionskapazitäten kontrollieren, wobei ihre Hauptwettbewerber hauptsächlich den Bedarf der US-amerikanischen Märkte decken. Zwar verfügt Osteuropa über einige wenige Produktionskapazitäten ([...]*), doch fehlen bisher die Belege dafür, dass GBL aus Osteuropa in den EWR importiert worden ist. Die BASF konnte keine Verkäufe in Richtung EWR nachweisen und war auch nicht in der Lage anzugeben, inwieweit das dort produzierte GBL zur eigenen Herstellung von NMP verwendet wird. Keiner der befragten Abnehmer hat angegeben, dass er GBL von osteuropäischen Herstellern bezieht. Sie erklärten außerdem, dass die osteuropäischen Produkte qualitativ schlechter seien und die Hersteller keine fristgerechte und zuverlässige Lieferung garantieren könnten. (88) Die Marktuntersuchung hat außerdem gezeigt, dass die Produktionskapazitäten aller Hersteller mit Ausnahme von Eurodiol vollständig oder nahezu vollständig ausgelastet sind. Eine baldige Aufstockung der GBL-Produktionskapazitäten in Europa zeichnet sich nicht ab. [...]* wo im Jahr 2002 mit der BDO-Produktion begonnen werden soll. Offiziell wurde jedoch verlautbart, dass Lyondell den geplanten Ausbau seiner Anlage zur Herstellung von BDO-verwandten Produkten erst einmal aufgeschoben hat. Lyondells eigenen Aussagen zufolge dürfte, selbst wenn grünes Licht für die Produktion gegeben würde, bis zur Kommerzialisierung der Produkte noch geraume Zeit vergehen. Deshalb kann nicht mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sich Lyondell auf dem Markt betätigt und einen Wettbewerbsdruck auf das fusionierte Unternehmen ausüben wird. (89) Die BASF geht zudem davon aus, dass das Mitsubishi-Werk in Japan Anfang 2002 darangehen wird, seine Produktionsengpässe bei GBL zu beseitigen. Laut BASF sollen die Kapazitäten der Anlage von jährlich [...]* aufgestockt werden. Im Jahr 2000 gab es jedoch keine Einfuhren aus Asien, wohingegen Europa und Amerika im gleichen Zeitraum Nettoexporteure nach Asien waren. Außerdem ist nicht bekannt, ob diese Kapazitäten zur Deckung des Eigenbedarfs genutzt oder auf dem asiatischen Markt abgesetzt werden sollen. Schließlich hat die BASF die Vermutung angestellt, DuPont könnte auf dem GBL-Markt aktiv werden. DuPont stellt jedoch GBL nicht für den Absatz auf dem freien Markt her. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sich DuPont demnächst auf dem GBL-Markt als Anbieter betätigen könnte. (90) Bei der Marktuntersuchung war von den Herstellern zu hören, dass eine rasche Steigerung der Produktion nicht ohne erhebliche zusätzliche Investitionskosten möglich sei. Deshalb wurde die Bereitschaft der Hersteller zur Umlenkung ihrer für den Eigenbedarf bestimmten Produktion auf den freien Markt geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass auch bei einem dauerhaften 10%igen Anstieg der relativen Preise die Hersteller ihre Eigenproduktion weder auf den freien Markt umlenken noch die Gewichte bei der Produktion verschieben würden (sofern dies angesichts fehlender überschüssiger Kapazitäten überhaupt möglich ist). Deshalb dürfte der Schluss nahe liegend sein, dass Produkte, die derzeit für die eigene Produktion verwendet werden, zukünftig wohl kaum auf dem freien Markt angeboten werden. Die GBL-Marktpreise werden daher durch die für den Eigenbedarf bestimmte Produktion nicht beeinflusst. (91) Die GBL-Produktionskapazitäten von Eurodiol waren im Februar und März 2001 nur zu etwas mehr als [50-70 %]* ausgelastet. Die BASF prognostiziert für die Produktionsanlagen in Feluy bis zum Jahr 2003 einen Ausstoß von [35-50 kt/p. a.]*, womit die Kapazitäten voll ausgelastet wären. Davon sollen [20-30 kt/p.a.]* intern zur Herstellung von NMP und der Rest in Ludwigshafen zur Herstellung von Pyrrolidon verwendet werden, d. h. die gesamte Produktion ist wohl für den Eigenbedarf bestimmt. (92) Die Kommission hat im Verlauf der Untersuchung versucht herauszufinden, inwieweit damit zu rechnen ist, dass die BASF im Anschluss an die Fusion die Gewichte bei der Produktion anders verteilt. Mit dem Eurodiol-Herstellungsverfahren müsste bei effizientem Betrieb GBL billiger herzustellen sein als an anderen BASF-Produktionsstandorten, [...]*. Umgekehrt wäre die BDO-Produktion nach dem Eurodiol-Verfahren kostspieliger als in Ludwigshafen. Es kann daher sein, dass die BASF nach der Fusion die Herstellung von BDO-verwandten Produkten in Feluy und die Herstellung von BDO in Ludwigshafen konzentriert. [...]* könnte die BASF jedoch durch den Erwerb einer anderen Technologie besser auf Schwankungen der Nachfrage nach BDO und BDO-verwandten Produkten reagieren. (93) Die von der Kommission durchgeführte Marktuntersuchung hat gezeigt, dass es den Kunden relativ gleichgültig ist, woher sie das GBL beziehen, soweit es sich nicht um osteuropäische Hersteller handelt. Außerdem sollen bei GBL im EWR derzeit Engpässe bestehen. Nach Ansicht der BASF stammen alle Importe aus Amerika und beliefen sich im Jahr 2000 auf [1-10 kt]*. Auf die BASF entfielen davon allein [1-5 kt]*, die für die eigene NMP- und Pyrrolidon-Herstellung in Ludwigshafen eingesetzt wurden. Die BASF setzte im Jahr 2000 selber [1-5 kt]* auf dem freien Markt ab. (94) Auf Importe aus den USA und Asien werden jedoch hohe Einfuhrzölle erhoben. Aussagen Dritter zufolge machen die Transportkosten und Zölle bis zu 20 % des Endpreises aus. Die von Importeuren gemachten Preisangaben zeigen jedoch, dass 1999 ihre Produkte höchstens 15 % über dem BASF-Preis für GBL lagen. Im Jahr 2000 bestand praktisch kein Preisunterschied mehr. (95) Gleichzeitig war den Stellungnahmen Dritter jedoch auch zu entnehmen, dass der Eintritt in den Markt schwierig und zudem mit Risiken verbunden sei und dass der Bau einer neuen Produktionsanlage erhebliche Investitionen sowie das Vorhandensein einer erprobten Technologie, die ebenfalls kostspielig sei, erfordere. Damit sich eine solche Anlage lohne, müssten die Kapazitäten außerdem weitgehend ausgelastet sein. Da die meisten wichtigen Kunden von ihren Lieferanten eine interne Zulassung verlangten, lasse sich jedoch so schnell kein Kundenstamm aufbauen. In den letzten fünf Jahren war Eurodiol innerhalb des EWR der einzige Neuzugang auf dem Markt. Dritten zufolge wurden die Probleme von Eurodiol dadurch verursacht, dass sein Marktanteil letztlich nicht ausreichte, um kostendeckend zu produzieren. (96) Die BASF führt an, dass das Kundenspektrum bei Speziallösungsmitteln abgesehen von einigen weltweit tätigen Großabnehmern breit gestreut ist. Sie unterteilt ihre Kunden in Kunden der Kategorie A, B und C. Kunden der Kategorie A sind weltweit tätige Unternehmen mit mehreren Produktionsstätten in Europa/in der ganzen Welt, die große Mengen in Form von Massengutlieferungen benötigen. Ein Kunde der Kategorie A verbraucht mehr als [...]* Lösungsmittel jährlich. 1999 gehörten nur [...]* des BASF-Kundenstammes zur Kategorie A. Kunden der Kategorie B haben einen räumlich besch

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.