Europäische Union

94/359/EG: Entscheidung der Kommission vom 21. Dezember 1993 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Sache IV/M.358 - Pilkington-Techint/SIV) Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31994D0359. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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speziell für die Automobil-Industrie gegründet. Laut Vereinbarung der Gründerunternehmen soll das Endprodukt, ein Verbundsicherheitsglas, von den Parteien unabhängig hergestellt, vermarktet und verkauft werden. Dieser Fall ist kürzlich von der Kommission gesondert beurteilt worden (17). iv) Produktionskosten und Produktheterogenität Kosten (41) Die Floatglasherstellung ist in hohem Masse kapitalintensiv. Nach Schätzungen der Parteien machen die festen Kosten den grössten Teil (annähernd 65 %) der Gesamtkosten aus. Bedenkt man, daß die Kapitalkosten gleich sind und die Produktionsmethoden sich im wesentlichen entsprechen, dürften die Produktionskosten für Floatglas vergleichbar sein. Hinzu kommt, daß die Floatglashersteller fast einheitlich der Ansicht sind, daß eine Floatglasanlage eine Mindestkapazität von annähernd 150 000 Tonnen bei Kapitalkosten von rund 100 Millionen ECU haben muß, um wirtschaftlich zu sein. Was die variablen Kosten betrifft, so räumt die Kommission ein, daß Inputfaktoren wie Arbeitskraft, Energie und Rohstoffe (Kosten der Rohstoffe und Transport bis zum Werk) unterschiedlich sind. Ihre Auswirkung auf die Gesamtkosten wird jedoch durch den vergleichsweise geringen Anteil der variablen Kosten an den Gesamtkosten verringert. Als Folge dessen dürfte kein Floatglashersteller einen wesentlichen Kostenvorteil gegenüber anderen Herstellern haben. Produktheterogenität (42) Obgleich klares Floatglas ein homogenes Massenprodukt ist, werden annähernd 70 % des Rohfloatglases in der "allgemeinen Industrie" weiterverarbeitet. Forschung und Entwicklung spielen eine zunehmend wichtige Rolle, da die Hersteller bemüht sind, die Palette der Mehrwerterzeugnisse zu erweitern. Dies hat zu Innovationen bei der Online-Beschichtung und zur Entwicklung neuer Glasarten mit Wärme- und Sonnenlichtdämmeigenschaften geführt. Produktinnovation führt zu Produktdifferenzierung, wodurch die Entstehung eines wettbewerbsfeindlichen Parallelverhaltens schwieriger wird. Obgleich alle Floatglashersteller die Grundvoraussetzungen für die Herstellung von Verbund- und thermisch gehärtetem Sicherheitsglas mitbringen, verlangt das moderne Automobil-Design nach einem Glas, das immer höheren Anforderungen genügen muß. So entsteht eine Nachfrage nach Sicherheitsglas mit zunehmend komplexer Formgestaltung und Biegung sowie hohen Wärmedämmungseigenschaften. v) Bestehender und potentieller Wettbewerb - Marktzugangsschranken Vorhandener Wettbewerb (43) Die Kommission konnte nur einen einzigen weiteren bedeutsamen Floatglashersteller feststellen, der in die Gemeinschaft liefert, nämlich das türkische Unternehmen TSCF. Sein Marktanteil ist mit ungefähr 1 % unbedeutend. Ausserdem arbeitet diese Firma derzeit mit beinahe 100 % Kapazitätsauslastung. Potentieller Wettbewerb (44) Ein potentieller Markteintritt in den Floatglasmarkt der Gemeinschaft erscheint unwahrscheinlich. - Die Herstellung von Floatglas ist extrem kapitalintensiv, und die Kosten für eine Floatglasanlage mit einer minimalen Wirtschaftlichkeit werden auf 100 Millionen ECU geschätzt. Ausserdem stellen die Investitionen in eine Floatglasanlage beträchtliche Istkosten der Vergangenheit dar, die sich nicht wieder hereinholen lassen, wenn der Markteintritt fehlschlägt. - Die allgemein bestehende Überkapazität und die erwartete Zunahme des Kapazitätsüberhangs sind an sich schon ein gewichtiger Hemmschuh für einen neuen Markteintritt. - Für einen wirtschaftlichen Betrieb einer Floatglasanlage sind Technologie und Know-how erforderlich. Neue Wettbewerber besitzen diese Kenntnisse möglicherweise nicht. - Selbst wenn ein Investor die notwendigen finanziellen Mittel, die technologischen Kenntnisse und die Risikobereitschaft zum Markteintritt mitbringt, ist ein solcher Markteintritt kein kurzfristiges Unterfangen. Allein der Bau der Anlage beansprucht zwei Jahre. Noch gravierender aber ist, daß sich die Erteilung der Baugenehmigung wegen Umweltbedenken verzögern kann oder daß sie möglicherweise ganz verweigert wird. Unter diesen Umständen ist ein potentieller neuer Markteintritt mittelfristig nicht wahrscheinlich. So haben die Parteien in ihrer Anmeldung selbst ausgeführt, daß ein neuer Markteintritt zumindest für die nächsten drei Jahre unwahrscheinlich ist und daß Pilkington nicht damit rechnet, daß die anderen grossen unabhängigen Floatglashersteller in Fernost einen eigenständigen Eintritt in den Gemeinschaftsmarkt versuchen werden. Auswirkungen der Einfuhrzölle (45) Auf die Einfuhr von Floatglas wie auch von Verbund- und thermisch gehärtetem Glas, Mehrscheiben-Isolierglas und verspiegeltem Glas werden in der Regel Zölle (zwischen 3,8 und 6,5 %) erhoben. Für die EFTA-Länder und für die Türkei, Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei beträgt der Zollsatz Null. Auf Importe der Gemeinschaft aus anderen Drittländern als den EFTA-Ländern, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Polen und der Türkei (Importe aus diesen Ländern sind in die von der Kommission vorgenommene Berechnung der abgeleiteten Marktanteile einbezogen worden) wäre deshalb Zoll zu entrichten. vi) Stabilität eines möglichen wettbewerbsfeindlichen Parallelverhaltens Anreiz für das Ausscheren aus einem stillschweigenden Parallelverhalten (46) Bei der gegebenen Struktur der Floatglasproduktion - relativ niedrige veränderliche Kosten mit der Folge hoher Grenzerlöse aus zusätzlichen Verkäufen - besteht für den einzelnen Hersteller eine grosse Versuchung, die Preise seiner Wettbewerber zu unterbieten, um so seinen Marktanteil zu erhöhen. Da sich ein solches Verhalten nicht ohne weiteres sofort aufdecken lässt, wird ein paralleles Verhalten unterhöhlt, da jeder Hersteller weiß, daß für die anderen ein Anreiz besteht, stillschweigende Preisabsprachen zu unterlaufen. Obwohl die Preiselastizität der Nachfrage im Hinblick auf das Gesamtmarktniveau gering ist, scheint die Preiselastizität bezogen auf individuelle Nachfrager viel höher zu sein. Asymmetrische vertikale Integration (47) Der Umfang der vertikalen Integration ist sehr unterschiedlich. Von den verbleibenden fünf Herstellern weist Saint-Gobain den höchsten Grad vertikaler Integration auf, gefolgt von Pilkington und Glaverbel. PPG und Guardian sind nur in vergleichsweise geringerem Umfang vertikal integriert. In Anbetracht der grossen Zahl von Weiterverarbeitungsbetrieben und der vielgliedrigen Lieferkette hat Parallelverhalten die besten Erfolgsaussichten auf Ebene 1. In diesem Fall aber wird die Möglichkeit eines Parallelverhaltens durch den unterschiedlichen Grad der vertikalen Integration unterhöhlt. Unabhängige Weiterverarbeitungsbetriebe dürften eher von PPG und Guardian beziehen, da sie mit diesen beiden Betrieben nicht über nachgeordnete Tochtergesellschaften in Konkurrenz stehen, wie dies bei Saint-Gobain und Pilkington der Fall ist. Auswirkungen neuer Kapazität (48) Guardian hat in Tudela, Navarra (Spanien), eine neue Floatglasanlage errichtet. Diese relativ grosse Anlage sollte im November 1993 ihre Produktion aufnehmen. Die Inbetriebnahme der Anlage wird dazu führen, daß der Kapazitätsüberhang in der Floatglasproduktion der Gemeinschaft weiter ansteigt. Die sich daraus für Guardian ergebende Notwendigkeit, die zusätzliche Produktion zu verkaufen, läuft der Versuchung zu wettbewerbsfeindlichem Parallelverhalten erheblich zuwider. vii) Das Gemeinschaftsunternehmen Flovetro (49) Flovetro ist das kleinste der drei SIV-Werke, seine Produktion macht 2 % der Floatglasverkäufe in der Gemeinschaft aus. Das Werk arbeitet nach der Saint-Gobain-Technologie. Die zwei SIV-Vertreter in dem vierköpfigen Flovetro-Vorstand sind durch eine Vertraulichkeitserklärung verpflichtet, diese Technologie nicht offenzulegen. In Anbetracht der relativen Inflexibilität der Floatglasherstellung dürften Marketing-Überlegungen im Produktionsprozeß keine grosse Rolle spielen. Im Prinzip funktioniert das Gemeinschaftsunternehmen strikt nach einem 50: 50-Verhältnis, wobei beide Gründerunternehmen einen gleich hohen Produktionsanteil übernehmen. Flovetro finanziert sich selbst mit den Gewinnen aus den Verkäufen an die beiden Gründerunternehmen. Das Unternehmen hat begrenzte Lagermöglichkeiten, und der Output wird getrennt organisiert und per Lastwagen für die Gründerunternehmen abtransportiert. Die ursprüngliche Vereinbarung über das Flovetro-Gemeinschaftsunternehmen zwischen SIV und Saint-Gobain wurde bei der Kommission am 31. Januar 1978 angemeldet und mit einem Verwaltungsschreiben ( "comfort letter") vom 9. August 1979 beschieden. Die mit einem solchen Verwaltungsschreiben bescheinigte Unbedenklichkeit hat keine unbegrenzte Gültigkeit. Die Kommission ist befugt, den Status der erteilten Unbedenklichkeit jederzeit zu überprüfen, wenn sich die Umstände des Falles erheblich ändern. Beurteilung auf Ebene 2 - Allgemeine Industrie Marktmerkmale (50) Die Lieferkette zum Endverbraucher ist äusserst kompliziert. Dies liegt daran, daß das Glas bestimmte Versorgungsketten durchläuft und dabei auf verschiedenen Ebenen weiterverarbeitet werden kann. Das beste Beispiel liefert unverarbeitetes Glas, das thermisch gehärtet oder zu Verbundglas weiterverarbeitet werden kann; alle drei Glastypen wiederum können anschließend für die Herstellung von Mehrscheiben-Isolierglas verwandt werden. Die Komplexität der Analyse wird durch die grosse Anzahl von Marktteilnehmern in der Zuliefererkette erschwert. Nach den Feststellungen der Kommission gibt es mindestens mehrere tausend unabhängige (d. h. nicht mit den Floatglasherstellern verbundene) Hersteller von Mehrscheiben-Isolierglas in der Gemeinschaft, mehr als 100 für vorgespanntes (thermisch gehärtetes) Glas und 20 oder mehr für sowohl Verbundglas als auch verspiegeltes Glas. Es ist schwer, den genauen Marktanteil aller Akteure zu ermitteln, aber die gemeinsame Marktposition der Floatglashersteller ist auf Ebene 2 im allgemeinen erheblich weniger stark als auf Ebene 1. Dies wird durch die durch die Kommission gesammelten Informationen bestätigt, wonach die sechs Floatglashersteller in der Gemeinschaft über gemeinsame Marktanteile von etwa 30 % für Mehrscheiben-Isolierglas, 65 % für gehärtetes Glas, 60 % für Verbundglas und 80 % für verspiegeltes Glas verfügen. Zuwachs von Marktanteilen (51) Aufgrund des Zusammenschlusses zwischen Pilkington und SIV kommt es zu keinem bzw. lediglich zu einem unbedeutenden Zuwachs von Marktanteilen dieser Hersteller, ausgenommen die Verbundglasproduktion in Deutschland. Erstens stellt SIV kein verspiegeltes oder thermisch gehärtetes Glas für die "allgemeine Industrie" her. Zweitens verfügt SIV in Italien bei Mehrscheiben-Isolierglas lediglich über einen Marktanteil von weniger als einem Prozent, wohingegen Pilkington auf dem italienischen Markt überhaupt nicht tätig ist. Im Hinblick auf den Verkauf von Verbundglas und unverarbeitetem Glas an den Endverbraucher ergibt sich schließlich der vermutete Anstieg von Marktanteilen aus der nachstehenden Tabelle: Verbundglas (22) "" ID="1">Frankreich> ID="2">< 5> ID="3">5 15> ID="4">5 15> ID="5">25 50> ID="6">5 15> ID="7">25 50"> ID="1">Deutschland> ID="2">25 50> ID="3">5 15> ID="4">25 50> ID="5">25 50> ID="6">5 15> ID="7">5 15"> ID="1">Italien> ID="2">< 5> ID="3">15 25> ID="4">15 25> ID="5">25 35> ID="6">25 50> ID="7">15 25"" > Unverarbeitetes Glas, das an den Endverbraucher verkauft wird (23) "" ID="1">Frankreich> ID="2">< 5> ID="3">< 5> ID="4">5 15> ID="5">25 50> ID="6">25 50"> ID="1">Deutschland> ID="2">25 50> ID="3">< 5> ID="4">25 50> ID="5">25 50> ID="6">< 5"> ID="1">Italien> ID="2">< 5> ID="3">25 50> ID="4">25 50> ID="5">25 50> ID="6">25 50"" > Mit Ausnahme von Verbundglas in Deutschland ist der Marktanteilzuwachs unbedeutend. Obwohl Pilkington nach dem Zusammenschluß in Deutschland einen geschätzten Marktanteil von [ . . . ] % (18) für Verbundglas erreichen wird, wird sie Wettbewerb seitens Saint-Gobain und Glaverbel sowie insbesondere seitens der unabhängigen Hersteller ausgesetzt sein. Pilkington/SIV werden eindeutig keine gemeinsame marktbeherrschende Stellung erlangen. Gemeinsame marktbeherrschende Stellung (52) Grundsätzlich ist die Schaffung einer gemeinsamen marktbeherrschenden Stellung auf Ebene 2 schwieriger; sie ist zudem unwahrscheinlich, da zusätzlich unabhängige Hersteller mit bedeutenden Marktanteilen auf dem Markt präsent sind, deren Marktzutritt mühelos ist. Darüber hinaus wird diese Situation sich nicht verändern, solange die Versorgung mit Rohfloatglas von Ebene 1 wettbewerblich strukturiert bleibt. Aufgrund der bei der Analyse der Ebene 1 genannten Gründe dürfte in der Zukunft eine wettbewerblich strukturierte Versorgung erhalten bleiben. Insbesondere im Hinblick auf die Verkäufe von unverarbeitetem Glas an Endverbraucher in Deutschland, bei denen Pilkington und Saint-Gobain einen gemeinsamen Marktanteil von über [ . . . ] % (19) erreichen, sind PPG, Glaverbel und Guardian (letzterer mit einem Marktanteil von etwa [ . . . ] %(20)) ebenfalls auf dem deutschen Markt vertreten und werden die Möglichkeit für Saint-Gobain und Pilkington, höhere Preise durchzusetzen, beschränken. Pilkington und Saint-Gobain waren in der Vergangenheit allein aufgrund struktureller Gegebenheiten nicht in der Lage, in Deutschland höhere Preise durchzusetzen. Zudem wird der Marktanteil von Pilkington durch den Erwerb von SIV nur geringfügig erhöht. Beurteilung auf Ebene 2 - Automobilglas Marktmerkmale (53) Der Handel mit Automobilglas unterscheidet sich dadurch erheblich vom Handel mit der "allgemeinen Industrie", daß auf der Ebene 1 eine geringere Anzahl unabhängiger Verarbeiter vertreten ist, insbesondere im ÖM/ÖS-Bereich. Dies bedeutet einerseits, daß das Verkaufsvolumen auf Ebene 1 für die Weiterverarbeitung begrenzt ist, daß aber andererseits sich die wettbewerbliche Beurteilung auf Ebene 1 nicht erheblich von der Beurteilung auf Ebene 2, insbesondere bezogen auf den ÖM/ÖS-Sektor, unterscheidet. Obwohl alle sechs Floatglashersteller im Bereich Automobilglas tätig sind, ist der relative Konzentrationsgrad erheblich höher, und Guardian ist erst vor kurzem in den Markt eingetreten. In Anbetracht der besonderen Anforderungen von Automobilherstellern im Hinblick auf Qualität und Entwicklung, Volumen und Just-in-time-Lieferung ist der einzige bedeutende Lieferant für den ÖM/ÖS-Bereich ausserhalb der Floatglashersteller das unabhängige Familienunternehmen Soliver aus Belgien. Im unabhängigen Anschlußmarkt (IAM) gibt es erheblich mehr unabhängige Lieferanten, wie Duglaß und Rioglaß (Spanien), Heywood Williams Group (Vereinigtes Königreich), Trösch (Schweiz), Vetro-Sud (Italien), Irda Safety Glaß (Griechenland), W-Laminated AB (Schweden), Lamil AB (Norwegen), Lipponen Tarnglaß und Jaakko-Tuote (beide Finnland). Marktanteile (54) Nach den von den Parteien unterbreiteten Unterlagen stellen sich die Marktanteile (berechnet auf der Grundlage der produzierten Einheiten) für 1991 wie folgt dar (21): """ ID="1">5 15> ID="2">5 15> ID="3">25 50> ID="4">15 25"> ID="1">15 25> ID="2">15 25> ID="3">5 15> ID="4">5 15"> ID="1">25 50> ID="2">25 50> ID="3">25 50> ID="4">25 50"> ID="1">25 50> ID="2">25 50> ID="3">25 50> ID="4">25 50"> ID="1">5 15> ID="2">5 15> ID="3">5 15> ID="4">5 15"> ID="1">< 5> ID="2">< 5> ID="3">< 5> ID="4">< 5"> ID="1">5 15> ID="2">5 15> ID="3">< 5> ID="4">< 5"> ID="1">< 5> ID="2">< 5> ID="3">15 25> ID="4">15 25"> ID="1">100> ID="2">100> ID="3">100> ID="4">100"> Diese Marktanteile sind weitgehend mit den Zahlen vergleichbar, die die Kommission auf der Grundlage von Preisen errechnet hat, wobei allerdings die Marktanteile von Pilkington und SIV im unabhängigen Anschlußmarkt (IAM) etwas zu gering bzw. etwas zu hoch angegeben wurden. Weiterhin ist Guardian bereits sowohl in den ÖM/ÖS-Bereich als auch in den IAM-Sektor eingetreten und erzielt im letzteren bedeutende Verkäufe. Durch den Zusammenschluß wird Pilkington seine Marktposition insbesondere im ÖM/ÖS-Bereich sowohl für Verbundglas als auch für thermisch gehärtetes Glas verbessern, jedoch weiterhin eindeutig an zweiter Marktposition hinter dem Marktführer Saint-Gobain bleiben. Gemeinsame Marktbeherrschung ÖM/ÖS-Bereich (55) Der gemeinsame Marktanteil von Saint-Gobain und Pilkington/SIV wird nach dem Zusammenschluß im ÖM/ÖS-Bereich annähernd [ . . . ] % (24) betragen. Die Kommission ist aus folgenden Gründen nicht der Ansicht, daß hierdurch ein Duopol entsteht: Nachfrageseite - Nachfragemacht (56) Automobilhersteller verfügen über erhebliche Marktmacht. Einerseits ist ihre Nachfragemacht durch einen gewissen Trend dahin gehend verstärkt, einzelne Glaskomponenten nur von einem einzigen Lieferanten zu beziehen. Dies hat zur Folge, daß die Lieferanten nicht mehr wie bisher verschieden hohe Anteile an den Aufträgen der Automobilhersteller erhalten. Vielmehr erhalten sie entweder den Gesamtauftrag oder gar keinen Auftrag, so daß sie unter grösserem Druck stehen, den Gesamtauftrag zu erhalten. Dieser Wettbewerbsdruck wird dadurch verstärkt, daß die Kfz-Hersteller mit Leichtigkeit den Lieferanten wechseln können. Selbst wenn der gegenwärtige Hersteller über die entsprechenden gewerblichen Schutzrechte verfügt, ist die Nachfragemacht der Kfz-Hersteller so stark, daß sie den Hersteller verpflichten können, diese Rechte neuen Herstellern zugänglich zu machen. Andererseits können sie mit Hilfe ihrer gut arbeitenden Einkaufsabteilungen die Produktionskosten und die Preise der Floatglashersteller überprüfen. Keiner der von der Kommission angesprochenen Autohersteller hat im Hinblick auf den geplanten Zusammenschluß Bedenken geäussert. In Anbetracht des starken Rückgangs beim Verkauf von Kraftfahrzeugen in der Gemeinschaft (1993 etwa 20 %) waren die Autohersteller in der Lage, bestehende Verträge neu zu verhandeln und neue Langzeitverträge mit sinkenden Preisen abzuschließen. Dies ist ein Beispiel für die neue agressive Einkaufspolitik, die der Sektor entwickelt hat, aufgrund deren die Einkaufspreise während der Vertragslaufzeit sogar nominal sinken. Solche Verträge werden jetzt immer üblicher. Überkapazität (57) Im ÖM/ÖS-Bereich ist Überkapazität auf Ebene 2 viel grösser als im Bereich der Rohfloatglasproduktion auf Ebene 1. Basierend auf den Kapazitätsauslastungszahlen, die die Kommission ermittelt hat, beträgt die Überkapazität für die sechs bestehenden Floatglashersteller und Soliver ungefähr 20 bis 35 % für Verbundglas und 15 bis 40 % für thermisch gehärtetes Glas. Insbesondere im Vergleich zu Saint-Gobain und Pilkington/SIV haben Glaverbel und PPG relativ hohe Überkapazitäten. Dies gilt auch für Guardian, der erst vor kurzem dem ÖM/ÖS- und dem IAM-Markt der Gemeinschaft beigetreten ist und dessen neues Werk in Grevenmacher, Luxemburg, die Produktion im Februar 1993 aufgenommen hat. IAM-Bereich (58) Obwohl Pilkington/SIV und Saint-Gobain im unabhängigen Anschlußmarkt über einen gemeinsamen Marktanteil von über [ . . . ] % (25) sowohl für Verbundglas als auch für vorgespanntes Glas verfügen, ist die Kommission aus folgenden Gründen nicht der Ansicht, daß in diesem Bereich ein Duopol entsteht: Zahl der unabhängigen Lieferanten (59) Zusätzlich zu den ÖM/ÖS-Lieferanten ist eine relativ grosse Anzahl unabhängiger Lieferanten aktiv, die wirksamen Wettbewerb aufrechterhalten. Notwendigkeit, den unabhängigen Anschlußmarkt zu erhalten (60) Durch die Expansion von Firmen wie Auto-Windscreens (26) und Carglaß, die den Vertrieb von Ersatzglas mittels nationaler und internationaler Vertriebsnetze sowie durch ein Netz von Einbauunternehmen organisieren, ist ein bestimmter Anstieg der Nachfragemacht zu verzeichnen. Diese erreicht jedoch nicht die Nachfragemacht, über die die Autohersteller im ÖM/ÖS-Bereich verfügen. Dennoch liegt es nicht im Interesse der Floatglashersteller, die Position der IAM-Verkaufsstellen des unabhängigen Anschlußmarkts zu schwächen. Um mit den bevollmächtigten ÖS-Händlern konkurrieren zu können, müssen die IAM-Verkaufsstellen dem Endverbraucher bereits geringere Preise berechnen. Folglich würde eine Schwächung des IAM-Bereichs lediglich zu einer Verlagerung der Nachfrage nach Ersatzglas vom IAM- zum ÖS-Bereich führen. Dies wäre für die Floatglashersteller unvorteilhaft, da die Einkaufspreise im IAM-Bereich höher sind als im ÖS-Bereich. Ausserdem würde dadurch die erhebliche Nachfragemacht der Autohersteller weiter erhöht. VI. SCHLUSSFOLGERUNGEN (61) Unter Berücksichtigung der Marktanteile und der Marktstärke anderer Hersteller wird der Erwerb von SIV durch Pilkington/Techint nicht zu einer Position führen, in der ein einziges Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Dessenungeachtet wird der geplante Zusammenschluß den Grad der Konzentration in einer Branche, die bereits stark konzentriert ist und hohe Zugangsschranken aufweist, noch weiter erhöhen. Die wirtschaftlichen Merkmale der Floatglasindustrie bieten starke Anreize zu einem wettbewerbsfeindlichen Parallelverhalten, und in der Branche hat es bereits früher Fälle von Kartellverhalten gegeben. (62) Der Floatglasmarkt der Gemeinschaft leidet unter einem zunehmenden Kapazitätsüberhang als Folge eines relativen Nachfragerückgangs in den beiden wichtigsten Verwendungsbereichen, nämlich Bauglas für die Bauwirtschaft und Sicherheitsglas für die Kfz-Industrie. Dies hat in den letzten drei Jahren zu einem Preisrückgang um mehr als 30 % geführt. In den nächsten Jahren wird mit einem weiteren Anwachsen des Kapazitätsüberhangs gerechnet. (63) Auf der Grundlage der von der Kommission gewonnenen Erkenntnisse und deren Analyse ist nicht ausreichend nachgewiesen, daß die nach dem Vollzug des geplanten Zusammenschlusses entstehende Marktstruktur wettbewerbsfeindliches paralleles Verhalten zulässt. In der Marktposition der verbleibenden fünf Floatglashersteller bestehen Ungleichheiten, die ein paralleles Verhalten erschweren, und die Marktstruktur ist nicht transparent genug, um ein solches Verhalten zu ermöglichen. Im allgemeinen Handel mit weiterverarbeiteten Produkten gibt es eine grosse Anzahl von unabhängigen Verarbeitern und Lieferanten. Im Automobilbereich können die Kfz-Hersteller durch ihre Kaufkraft, die noch zuzunehmen scheint, beträchtlichen Druck ausüben. Insbesondere Guardian hat sich in der Vergangenheit als aggressiver Wettbewerber erwiesen und wird über erhebliche zusätzliche Kapazitäten verfügen, die abzusetzen sein werden. Gleichzeitig sind die derzeitigen Überschußkapazitäten der Branche und die bei zusätzlichen Verkäufen winkenden hohen Grenzerlöse wie auch die ungenügende Markttransparenz starke Anreize, um aus einem etwaigen stillschweigenden wettbewerbsfeindlichen Parallelverhalten auszuscheren. Damit wird die Einrichtung und Stabilität eines möglichen wettbewerbsfeindlichen Parallelverhaltens ständig bedroht. VII. GESAMTBEURTEILUNG (64) Die Kommission ist deshalb zu der Schlußfolgerung gelangt, daß der geplante Zusammenschluß keine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt, als deren Folge wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen Markt oder in einem wesentlichen Teil desselben spürbar behindert würde - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN: Artikel 1 Der geplante gemeinsame Erwerb der Società Italiana Vetro S.p.A. durch Pilkington plc und Techint Finanziaria S.r.l. ist mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar. Artikel 2 Diese Entscheidung ist gerichtet an: Pilkington plc, Prescot Road, Saint Helens, UK-Merseyside - WA10 3TT; Techint Finanziaria S.r.l., Corso Venezia 48, I-20121 Milano. Brüssel, den 21. Dezember 1993 Für die Kommission Karel VAN MIERT Mitglied der Kommission (1) ABl. Nr. L 395 vom 30. 12. 1989, S. 1, berichtigte Fassung im ABl. Nr. L 257 vom 21. 9. 1990, S. 13.

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.