Europäische Union

97/277/EG: Entscheidung der Kommission vom 20. November 1996 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlußvorhabens mit dem Gemeinsamen Markt (Sache IV/M.784 - Kesko/Tuko) Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31997D0277. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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esko-Großhandel, wovon rund [. . .] % über Kesko verrechnet wurden (die Rolle von Kesko im Verrechnungssystem wurde in den Randnummern 51 bis 53 besprochen). Obwohl Kesko keine genauen Zahlenangaben machen konnte, ist deutlich, daß bei trockenen Lebensmitteln und sonstigen Gebrauchsartikeln die Großhandelseinheit von Kesko die Hauptlieferquelle ist, während die Rechnungsstellung überwiegend die Frischerzeugnisse umfaßt. Tuko (73) Nach dem jüngst vollzogenen Umbau sind die Tuko-Einzelhändler in drei Hauptgruppen unterteilt. (74) Die wichtigste der drei Gruppen ist die Spar-Kette, die aus 125 Sparstores, 216 Sparmarkets und 34 SuperSpar-Geschäften besteht. Die Sparstores verkaufen auf einer Durchschnittsfläche von [. . .] m² [. . .] Artikel und erzielen damit durchschnittliche Umsätze von [. . .] ECU. Die entsprechenden Zahlen für die Sparmarkets sind [. . .] m², [. . .] Artikel und [. . .] ECU und für die SuperSpar-Läden [. . .] m², [. . .] Artikel und [. . .] ECU. (75) Tuko ist auch Eigner und Betreiber der 30 Anttila-Warenhäuser. Deren Abteilungen für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs haben eine Durchschnittsverkaufsfläche von [. . .] m², auf denen [. . .] Artikel verkauft werden, mit denen ein Durchschnittsumsatz von [. . .] ECU erzielt wird. (76) Die kleinsten Verkaufsstätten innerhalb der Tuko-Gruppe sind die Tarmo-Läden. Diese Gruppe besteht aus Geschäften, für die Tuko-Einzelhändlervereinbarungen bestanden, die jedoch für die Umwandlung gemäß dem Spar-Konzept ungeeignet waren. Ihr Verhältnis zu Tuko ist durch das "Tarmo-Konzept" geregelt, wonach Tuko den Geschäften das von ihm entwickelte Tarmo-Konzept unentgeltlich zur Verfügung stellt. Als Gegenleistung müssen die Geschäfte u. a. ein Grundsortiment auf Lager halten, an gemeinsamen Absatzmaßnahmen teilnehmen und das von Tuko ausgewählte Werbematerial verwenden. Es gibt insgesamt 565 Tarmo-Läden in Finnland mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von [. . .] m², auf denen zwischen [. . .] Artikel verkauft werden. Sie erzielen einen Durchschnittsumsatz von [. . .] ECU. ii) Genossenschaften (77) Auf dem finnischen Markt der täglichen Verbrauchsgüter gibt es drei Einzelhandelsgenossenschaften: Suomen Osuuskauppojen Keskuskunta (SOK), Tradeka Oy (Tradeka) und Osuusliike Elanto (Elanto). Eigentümer dieser Genossenschaften sind im Grundsatz die Mitglieder/Verbraucher. Jede Genossenschaft betreibt Einzelhandelsketten, die sich in ihrem Eigentum befinden. Die Leiter der Verkaufsstätten sind Angestellte der jeweiligen Gruppe. SOK (78) SOK betreibt drei landesweite Ketten von Verkaufsstätten: Prisma, S-market/Citysokos und Sale/Alepa. Die Verkaufsstätten arbeiten in 23 Regionalgenossenschaften landesweit und regional zusammen. Die regionalen Direktorien, zu denen zumindest jeweils ein Vertreter von SOK gehört, entscheiden für alle Ketten in Absatz- und Preisfragen. Die Preisunterschiede zwischen den Regionen sind überwiegend auf unterschiedliche Transportkosten zurückzuführen, was in der Praxis bedeutet, daß die Preise in Nordfinnland höher sind. Konflikte zwischen den regionalen Genossenschaften sind sehr selten, können aber vom SOK-Direktorium beigelegt werden. SOK ist auch für die Planung und den Bau neuer Verkaufsstätten zuständig. Rund 85 % sämtlicher Läden wurden von SOK errichtet, der Rest besteht überwiegend aus kleineren und älteren Läden. (79) Die Prisma-Kette besteht aus 28 großflächigen Läden. Deren durchschnittliche Verkaufsfläche und die Anzahl der von ihnen verkauften Artikel ist zwar etwas geringer als bei den Kesko-Citymärkten, ihr Durchschnittsumsatz liegt jedoch bei einer vergleichbaren Größenordnung. (80) Die S-Market-Kette besteht aus 260 Geschäften. Diese sind hinsichtlich Verkaufsfläche, Anzahl der Artikel und Durchschnittsumsatz derselben Kategorie wie die KK-Shops zuzuordnen. (81) Die dritte von SOK betriebene Kette sind die 220 Discountläden Alepa. Sie sind etwas kleiner als die Rimi-Läden von Kesko, gehören jedoch derselben Kategorie an. (82) Neben seinen Aktivitäten im Bereich des Einzelhandels mit Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs ist SOK mit 50 % an Inex Partners Oy beteiligt. Die übrigen 50 % dieser Gesellschaft, die im Bereich des Großhandels mit täglichen Verbrauchsgütern tätig ist, werden von Tradeka gehalten (siehe unten). SOK ist auch im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig. Tradeka und Elanto (83) Sowohl Tradeka als auch Elanto sind Genossenschaften. Während Tradeka in Gesamtfinnland vertreten ist, konzentriert Elanto seine Tätigkeiten auf den Großraum Helsinki. Wegen finanzieller Schwierigkeiten werden beide Gruppen bis zum Jahr 2003 einer Umorganisierung gemäß dem finnischen Gesetz über die Unternehmenssanierung (47/1993) unterzogen. (84) Auch als Ergebnis ihres Umstrukturierungsprogramms haben Tradeka und Elanto im Jahr 1996 eine weitreichende Zusammenarbeit vereinbart, die sich auf die Koordinierung der Geschäftsstätten, den Einkauf, die Auswahl, Kundentreueprogramme, Personal und die Verwaltung der Informationstechnik erstrecken. Wegen dieser Zusammenarbeit ist es angemessen, beide Gesellschaften als Teil derselben Gruppe zu bewerten. (85) Tradeka betreibt drei verschiedene Ketten für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs. Deren größte Verkaufsstätten sind die 21 Euromarkets. Diese sind hinsichtlich Verkaufsfläche, Anzahl der verkauften Artikel und Durchschnittsumsatz etwas kleiner als die KKK-Läden von Kesko. Die 147 Valintatalo-Märkte, von denen 28 von Elanto betrieben werden, sind kleinere Einheiten überwiegend in derselben Kategorie wie die Tuko-Sparmärkte, während die 479 Siwa-Läden, von denen 45 von Elanto betrieben werden, derselben Kategorie wie die Tarmo-Läden angehören. Drei der Tradeka-Märkte werden auf Gewerbeflächen betrieben, die sich im Eigentum von Tuko befinden. (86) Neben den Valintatalo und Siwa-Märkten im Großraum Helsinki betreibt Elanto darüber hinaus drei Maxi-Hypermärkte und 23 Marketta-Märkte. Letztere sind geringfügig kleiner als die K-Shops von Kesko. iii) Stockmann, Wihuri und Sentra (87) Eines der größten Privatunternehmen im Bereich der Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs ist Oy Stockmann Ab (Stockmann), das 15 Warenhäuser und 17 Sesto-Discountläden in Südfinnland betreibt und mit dem Verkauf von täglichen Verbrauchsgütern rund 200 Mio. ECU erzielt. Obwohl Stockmann nicht das Kesko-Schriftzeichen führt, hat es mit Kesko-Einzelhändlervereinbarungen geschlossen und Kesko zum Hauptlieferanten gewählt. Stockmann verkauft auch Eigenmarkenprodukte von Kesko und Tuko. Außerdem besteht eine Vereinbarung zwischen Kesko und Stockmann über Überkreuzbeteiligung. (88) Wihuri Oy (Wihuri) ist eine weitere Gesellschaft in Privateigentum. Sie betreibt zwei große Eurospar-Märkte und 114 kleinere Ruokavarasto-Läden in Südwestfinnland. Im Jahr 1995 belief sich der Gesamtumsatz dieser Geschäfte auf zwischen 150 bis 200 Mio. ECU. Wihuri zählte zu den Gesellschaften, die Tuko gegründet hatten, weshalb es einen großen Aktienanteil an Tuko hielt, der im Rahmen des vorliegend geprüften Zusammenschlusses an Kesko verkauft wurde. Obwohl Wihuri auch im Großhandel tätig ist, ist Tuko sein Hauptlieferant für die Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs, weshalb Wihuri einen langfristigen Liefervertrag mit Tuko geschlossen hat. (89) Sentra Oy (Sentra) betreibt in der Region Uusimaa in Südfinnland einen großflächigen Eurospar-Markt und 27 kleinere Prima- und Rabatti-Geschäfte für tägliche Verbrauchsgüter. Sein Gesamtumsatz beträgt rund 100 Mio. ECU. Ebenso wie Wihuri war Sentra ein Großaktionär von Tuko. Tuko ist weiterhin der Hauptlieferant von Sentra für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs einschließlich Eigenmarkenerzeugnisse, weshalb Sentra einen langfristigen Liefervertrag mit Tuko geschlossen hat. Außerdem hat Sentra beinahe die Hälfte seiner Gewerbeflächen von Tuko gemietet. Die entsprechenden Pachtverträge sind mit dem vorgenannten Liefervertrag verbunden. (90) Sentra und Wihuri sind gemeinsam mit Tuko und Oy Hallman (eine Gesellschaft, deren Läden Bestandteil der von Tuko betriebenen Spar-Kette sind) Eigentümer von Eurospar Oy, der in Finnland der Franchisegeber des Eurospar-Warenzeichens ist. (91) Die Untersuchung hat ergeben, daß Stockmann als ein Bestandteil der Kesko-Gruppe und daß Wihuri und Sentra ihrerseits als Bestandteile der Tuko-Gruppe angesehen werden (siehe Randnummer 97). iv) Sonstige auf dem Markt vertretene Gesellschaften (92) Gemäß Nielsen Finnland (Newsletter 1/96) gab es im Jahr 1995 in Finnland 1 286 weitere Geschäfte für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs. Viele der Geschäfte dieser Kategorie greifen auf Tuko und in gewissem Maße auch auf Kesko als Hauptlieferanten zurück. Der gemeinsame Marktanteil dieser Gruppe belief sich auf etwas über 6 %, was einem Rückgang um 0,7 Prozentpunkte seit 1994 entspricht. II. Marktanteile a) Landesweit (93) Schon vor dem Erwerb von Tuko durch Kesko zählte der finnische Einzelhandelsmarkt mit Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs zu den am stärksten konzentrierten Märkten in der Gemeinschaft. Lediglich in den Niederlanden, in Dänemark und Schweden verfügt jede Gruppe von Einzelhändlern von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs über einen nationalen Marktanteil von über 30 %, während die Durchschnittszahl für sämtliche Mitgliedstaaten rund 18 % beträgt (7). Nach dem Zusammenschluß würde auf den Kesko-Block zumindest 55 % (siehe Randnummer 98) sämtlicher Verkäufe von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs in Finnland entfallen. Der landesweite Umsatz mit Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs im Jahr 1995 ist in Tabelle 1 aufgeführt. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (94) Wie aus der vorstehenden Tabelle ersichtlich, war der landesweite Umsatz von Kesko und Tuko zusammengenommen fast dreimal größer als der Umsatz des wichtigsten Wettbewerbers SOK. Nach dem Nielsen-Register ist der Marktanteil der in Tabelle 1 genannten Unternehmen und insbesondere der von Kesko in den letzten zehn Jahren konstant geblieben. Die vier Hauptgruppen haben ihre Umsätze mit Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs der Kommission gemeldet. Aus diesen Angaben geht hervor, daß der Umfang des Marktes rund 15 % kleiner sein müßte als die von Nielsen angegebene Größe, was wiederum darauf schließen läßt, daß in den Nielsen gemeldeten Zahlen Umsätze mit anderen Artikeln enthalten sein könnten. Da jedoch sämtliche vier Unternehmen der Kommission niedrigere Zahlen genannt haben, würde sich auch bei der Verwendung dieser Zahlen die relative Stellung von Kesko bzw. Tuko gegenüber SOK und Tradeka/Elanto nicht ändern. i) Keskos Auffassung zu den Marktanteilen (95) In seiner Antwort auf die Feststellung der Kommission nach Artikel 18 der Fusionskontrollverordnung hat Kesko vorgebracht, daß der gemeinsame Marktanteil von Kesko und Tuko auf der Einzelhandelsebene nicht 60, sondern 49 % betragen würde. Es hat sich dabei auf die jüngsten Zahlenangaben von Nielsen zu den Einzelhandelsumsätzen in den ersten 34 Wochen des Jahres 1996 gestützt, jedoch den Marktanteil der vier Einzelhandelsorganisationen Stockmann, Sentra, Wihuri und Tarmo abgezogen, die zwar in den Nielsen-Angaben für Kesko und Tuko enthalten sind, aber weniger starke Bindungen zu beiden Gruppen unterhalten. ii) Angemessener Bezugszeitraum (96) Erstens liegt den Nielsen-Daten, auf die Kesko seine Behauptungen stützt, eine unterschiedliche Vorgehensweise (z. B. Einbeziehung von Kiosken) gegenüber den Nielsen-Daten zugrunde, die der Kommission vorgelegt wurden. Kesko hat hierfür keine Begründung angegeben. Zweitens kann man Zahlenangaben über 34 ausgewählte Wochen nicht dieselbe Zuverlässigkeit wie Zahlenangaben für ein ganzes Jahr beimessen, bei denen jahreszeitliche Schwankungen berücksichtigt werden können. Hinzu kommt, daß der von Kesko ausgewählte Zeitraum keine normale Periode für das Unternehmen war, da es zu jener Zeit in Umstrukturierung begriffen war. Auch für Tuko erbringt der von Kesko ausgewählte Zeitraum unnatürliche Ergebnisse, da es sich um die Zeit der Übernahme durch Kesko handelt. Deshalb muß jegliche Bewertung der möglichen Auswirkungen einer Ausschließung der vier vorgenannten Einzelhandelsorganisationen die vorgenannten Zahlenangaben für 1995 zum Ausgangspunkt haben. iii) Einbeziehung von Stockmann, Wihuri und Sentra (97) Gemäß den Angaben von Nielsen wurden diese Daten über Telefonbefragungen zusammengetragen, wobei jede Verkaufsstätte angeben mußte, ob sie einer der vier Hauptgruppen angehörte oder der Gruppe "Sonstige" zugeordnet werden sollte. Dies macht deutlich, daß sämtliche vier Gruppen in dem Nielsen-Register gemäß ihren eigenen diesbezüglichen Äußerungen aufgeführt wurden. Da jedoch Kesko wie auch Tuko im Beratenden Ausschuß für das Nielsen-Register der Einzelhändler für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs vertreten sind, ist verständlich, daß es Kesko und Tuko für angemessen angesehen haben, die vier Einzelhandelsorganisationen in ihre jeweilige Zahlenangaben einzubeziehen. (98) In Anbetracht dieses Sachverhalts und der Verbindungen zwischen Kesko/Tuko und jeder einzelnen der vier Einzelhandelsgruppen (die Kesko-Einzelhändlervereinbarung mit Stockmann und die Überkreuzbeteiligung mit Kesko (Randnummer 87), Tukos Eigentum an den von Sentra genutzten Gewerbeflächen (Randnummern 89 bis 90), die aktive Rolle von Tuko bei den Geschäften der Tarmo-Kette (Randnummer 76), ist die Kommission weiterhin der Auffassung, daß Kesko auch nach dem Zusammenschluß einen erheblichen Einfluß auf diese Einzelhandelsgruppen ausüben würde, insbesondere weil ihre Möglichkeit der Auswahl eines Großhandelslieferanten, der bisher überwiegend aus Kesko und Tuko bestand, mit der Übernahme gänzlich wegfallen würde. Es ist jedoch nicht erforderlich, in dieser Frage endgültig zu befinden, da gemäß den von Stockmann, Wihuri und Sentra für 1995 vorgelegten Absatzzahlen (8) sogar bei Herausnahme dieser Gesellschaften aus den Marktanteilen von Kesko und Tuko deren gemeinsamer Marktanteil weiterhin mehr als 55 % landesweit betragen würde. Somit würde, selbst wenn diese Unternehmen aus dem Marktanteil von Kesko nach dem Zusammenschluß herausgenommen würden, dieser weiterhin mehr als dreimal so groß sein als der des nächstfolgenden Wettbewerbers SOK. Außerdem hätte die Ausschließung dieser vier Gruppen nur sehr begrenzte Auswirkungen auf regionaler Ebene (siehe Randnummer 101). b) Regionale Ebene (99) Wird der Umsatz auf die 16 Gebiete aufgeschlüsselt, die Nielsen für statistische Zwecke zur Erhebung des Einzelhandelsumsatzes in Finnland verwendet, so schwankt der gemeinsame Marktanteil von Kesko und Tuko zwischen [40-90] %. In allen genannten Gebieten überschneiden sich die Aktivitäten von Kesko und Tuko, dessen Umsatzanteil zwischen [10-30] % liegt, beträchtlich. Auf SOK entfällt in diesen Gebieten ein Umsatz von [0-40] %, während sich die gemeinsamen Umsätze von Tradeka/Elanto zwischen [0-20] % bewegen. Der Anteil der "Anderen" liegt zwischen [0-20] %. (Diese regionalen Statistiken stehen im Anhang 1 (9)). (100) Die vier Hauptgruppen haben ihre gegenwärtigen Umsatzzahlen für jedes der von Nielsen verwendeten 16 Gebiete übermittelt. Auch diese Zahlen liegen unter den von Nielsen angegebenen Werten. Die Ergebnisse sind jedoch sehr ähnlich. Obwohl der Kommission keine Angaben über die gegenwärtigen Umsätze der "Sonstigen" vorliegen, scheint der Ausschluß dieser Gruppe den gemeinsamen Marktanteil von Tesko und Tuko gegenüber SOK und Tradeka/Elanto allenfalls zu erhöhen. (101) Wie in Randnummer 95 ausgeführt, hat Kesko behauptet, daß die Umsätze von Stockmann, Sentra, Wihuri und Tarmo aus seinem Anteil am Einzelhandelsmarkt ausgeklammert werden sollten. Obwohl die Kommission nach wie vor die Auffassung vertritt, daß Kesko im Anschluß an die Fusion einen erheblichen Einfluß auf diese Unternehmen hätte, braucht diese Frage nicht beantwortet zu werden, da der Ausschluß ihrer Umsätze die Beurteilung nicht wesentlich verändern würde. Auf regionaler Ebene sind die drei ersten vorerwähnten Einzelhandelsorganisationen nur in fünf von 16 Gebieten Finnlands aktiv. Ihre Nichtberücksichtigung könnte sich also nur in diesen Gebieten auswirken. Doch selbst in diesen fünf Gebieten würde sich der gemeinsame Marktanteil von Kesko und Tuko immer noch auf [50-70] % belaufen, würde der Umsatz der drei Organisationen nicht berücksichtigt. Außerdem wäre in den fünf Gebieten der Marktanteil von Kesko nach der Fusion mindestens dreimal größer als der Marktanteil des zweitgrößten Wettbewerbers. Auch der Ausschluß der Tarmo-Kette hätte ebenfalls sehr geringe Auswirkungen, da diese Kette nach Angaben von Kesko über einen Marktanteil von [. . .] % verfügt, der sich auf über 500 Filialen in ganz Finnland verteilt. c) Lokale Ebene (102) Die Nielsen-Statistik ist auch auf einer rein lokalen Ebene verfügbar, auf der Finnland in 439 Gebiete aufgeteilt wird. Nach Auffassung von SOK sind diese Gebiete zu klein, um - zumindest für größere Geschäfte - Einzugsgebiete darzustellen. Die Kommission hat keinen Zugang zu einschlägigen Umsatzzahlen auf dieser Ebene für Stockmann, Wihura und Sentra, da diese Zahlen in die Angaben von Kesko bzw. Tuko einbezogen wurden. Wegen der weiter oben beschriebenen (siehe Randnummer 97 bis 98 und 101) begrenzten Tätigkeit der drei Unternehmen kann angenommen werden, daß die Zuverlässigkeit der nachstehenden Zahlen hierdurch nicht wesentlich beeinträchtigt wird. (103) Aus der Nielsen-Statistik geht hervor, daß der gemeinsame Anteil von Kesko und Tuko am Umsatz in 294 (67 %) der 439 Gebiete über [. . .] % beträgt und der gemeinsame Umsatz in 49 dieser Gebiete [. . .] % überschreitet. Diese Statistik weist außerdem darauf hin, daß entweder Kesko oder Tuko in 104 Gebieten keine Umsätze erzielten. In 44 dieser 104 Gebiete erzielt Kesko oder Tuko allein über [. . .] % des Umsatzes. Die Statistik macht schließlich auch noch deutlich, daß in 12 Gebieten weder Kesko noch Tuko irgendeinen Umsatz erzielten. Wegen der weiten Streuung ihrer Geschäfte kann angenommen werden, daß die Gebiete, in denen sich Kesko und Tuko nicht überschneiden, einen sehr geringen Teil der finnischen Bevölkerung ausmachen. (104) Welche Funktion diese Lokalstatistiken erfuellen, soll anhand eines Beispiels verdeutlicht werden: Das Uusimaa-Gebiet, das Helsinki umgibt, zerfällt statistisch in 35 verschiedene Gebiete. Diese 35 Gebiete sind selbstverständlich zu klein, um Einzugsgebiete in dieser Region darzustellen, da sie u. a. nicht der Tatsache Rechnung tragen, daß ein Großteil der Bevölkerung in Uusimaa in Helsinki arbeitet und folglich Gelegenheit hat, seine Käufe in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes oder auf dem Arbeitsweg zu tätigen. Da diese lokalen Einheiten aber einen Hinweis für die gemeinsame Stärke von Kesko und Tuko auf einer rein lokalen Ebene liefern, werden die statistischen Zahlen für Uusimaa weiter unten genannt. Das Uusimaa-Gebiet dürfte die Stellung von Tesko und Tuko allenfalls schwächen, da Helsinki das am dichtesten besiedelte Gebiet ist, in dem am meisten Wettbewerber vorhanden sind (Elanto ist z. B. nur in diesem Gebiet tätig). (105) Im Uusimaa-Gebiet bewegt sich der gemeinsame Umsatzanteil von Kesko und Tuko bei über [. . .] % in 29 von 35 lokalen Einheiten. Dieser Anteil beträgt über [. . .] % in 23 und über [. . .] % in 17 Gebieten. In 12 Gebieten schließlich beläuft sich ihr Anteil auf über [. . .] % und in drei Gebieten auf über [. . .] %. III. Andere Faktoren (106) Der gemeinsame Marktanteil von Kesko und Tuko von mindestens 55 %, ob auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene, läßt ernsthaft eine beherrschende Stellung vermuten. Gestützt wird diese Vermutung durch die Position von Kesko und Tuko im Bereich der großen Einzelhandelsgeschäfte, der Kontrolle eines wesentlichen Teils aller für Einzelhandelsgeschäfte in Finnland geeigneten Gewerbeflächen, der Kundenprogramme und Eigenmarken sowie der Vertriebssysteme und nicht zuletzt durch die Position ihrer Zentralorgane als Käufer von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs. All diese Faktoren, die zur Errichtung bedeutender Marktzugangsschranken zu den finnischen Einzel- und Großhandelsmärkten für Güter des täglichen Bedarf beitragen, werden im weiteren Verlauf untersucht. i) Große Einzelhandelsgeschäfte (107) Die größten Einzelhandelsgeschäfte, nämlich Verbrauchermärkte, liegen in der Regel nicht zentral und bieten ihren Kunden kostenlos Parkplätze an. Verbrauchermärkte haben im allgemeinen wesentlich größere Einzugsgebiete als kleinere Geschäfte. Ihnen kommt eine besondere Bedeutung zu, weil sich ihre Tätigkeit im Gegensatz zu der kleinerer Geschäfte wettbewerblich auf eine größere Anzahl anderer Geschäfte auswirken kann. (108) Im finnischen Einzelhandelsmarkt für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs zeichnet sich eine klare Entwicklung ab, bei der Verbrauchermärkte die Umsätze kleinerer Einzelhandelsgeschäfte beschneiden. 1995 ist der Umsatz der Verbrauchermärkte um 140 Mio. ECU gestiegen, wie die vom Kesko-Einzelhandelsverband veröffentlichte Zeitschrift "Kehittyvä Kauppa" berichtet. Dabei ist bemerkenswert, daß zwei Drittel des gesamten Umsatzzuwachses der Verbrauchermärkte auf Kesko und Tuko entfielen. Gleichzeitig ist der Umsatz sämtlicher anderer Geschäfte generell zurückgegangen, wobei Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 400 m² wertmäßig die größten Einbußen erlitten (minus 194 Mio. ECU). (109) In der Zeitschrift "Kehittyvä Kauppa" werden Verbrauchermärkte als Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von über 2 500 m² definiert. In einer vom Managementberatungsbüro KPMG Management Consulting (10) durchgeführten Untersuchung über den finnischen Einzelhandelsmarkt für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs werden Verbrauchermärkte in Finnland als Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von über 1 000 m² definiert. (110) Kesko behauptet, daß die Definition großer Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von über 1 000 m² wahrscheinlich nicht mehr aktuell ist und daß eine Verkaufsfläche von 2 500 m² eher zutrifft. Aber selbst Kesko war in diesem Punkt nicht konsequent und stützte sich bei der größenmäßigen Aufteilung der Geschäfte auf verschiedene Zahlen. In einer der Antwort von Kesko auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte der Kommission beigefügten Preisstreuungsstudie nimmt Kesko auf 1 000 m² Bezug. Bei der Anhörung, die in der vorliegenden Sache am 8. Oktober 1996 stattfand, wurden in den von Kesko unterbreiteten Unterlagen Geschäfte für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs mit einer Verkaufsfläche von 1 500 m² als Verbrauchermärkte bezeichnet. Außerdem sieht Kesko in seinem Jahresbericht 1994 (Seite 33) sowohl Kesko-Supermärkte als auch "Citymarkets" als "große Einzelhandelsgeschäfte" an. (111) Außerdem hat die Kommission Angaben über die durchschnittliche Verkaufsfläche der Geschäfte der verschiedenen von Kesko, Tuko und ihren Wettbewerbern betriebenen Ketten erhalten. Demnach hat keine der Einzelhandelsketten in Finnland eine durchschnittliche Verkaufsfläche von über 2 500 m² (die Citymarket-Kette von Kesko kommt diesem Wert mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von [. . .] m² am nächsten). (112) Aus den vorerwähnten Gründen und aufgrund der Tatsache, daß die finnische Bevölkerung relativ klein und verstreut ist, scheint es vernünftig, bei der Beurteilung der Vorteile im Zusammenhang mit einer starken Stellung im Bereich der großen Einzelhandelsgeschäfte von einer Verkaufsfläche von 1 000 m² auszugehen. (113) Im Bereich der Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von über 1000 m² verfügen Kesko und Tuko über eine sehr starke Stellung. Dies geht aus der nachstehenden Tabelle 2 hervor. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (114) Abgesehen von der Tatsache, daß die durchschnittliche Verkaufsfläche sämtlicher in der Tabelle 2 genannten Geschäfte über 1 000 m² beträgt, tragen diese Geschäfte andere gemeinsame Merkmale in bezug auf die durchschnittliche Zahl der verkauften Artikel ( > 5 000) und den durchschnittlichen Jahresumsatz ( > 5 Mio. ECU). Die Kette,

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.