Europäische Union

94/215/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 16. Februar 1994 in einem Verfahren nach Artikel 65 des EGKS- Vertrags betreffend Vereinbarungen und verabredete Praktiken von europäischen Trägerherstellern (Nur der spanische, deutsche, englische, französische und italienische Text sind verbindlich)

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Quellenkennung: 31994D0215. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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r Presider (*), Novasider, Sidercomit Kat. 2b:460 000 Lit frei Norditalien abzuegl. Agentenprovision von maximal 2 % Kat. 2c:500 000 Lit frei Norditalien abzuegl. Agentenprovision von maximal 2 % (*) Die vorgenannten Preise erhöhen sich um 15 000 Lit frei Lager in Mittelitalien. (2) Andere Händler Vorgenannte Preise erhöhen sich um 15 000 Lit frei Norditalien. (3) Verbraucher Kat. 2b: 500 000 Lit Basis Kat. 2c: 550 000 Lit Basis." (157) In einem Schreiben des Vorsitzenden der Träger-Kommission an Ferdofin vom 23. Oktober 1987 werden die allgemeinen Linien der von Peine-Salzgitter auf dem italienischen Markt verfolgten Verkaufspolitik erläutert: "Wir begleiten die von Ihnen in den jeweiligen Sitzungen genannten Preise bzw. die Marktpreise, die unter Umständen in anderen Kreisen, z. B. Ihr Gespräch mit den deutschen Vertretungen, festgelegt werden." In ihrer Erwiderung vom 27. Oktober 1987 führte Ferdofin Klage darüber, daß sich Peine-Salzgitter (und British Steel) nicht an die für das dritte Quartal 1987 vereinbarten Preise hielt. (158) In einem Fernschreiben von Peine-Salzgitter an Ferdofin vom 17. November 1987 heisst es: "Wir haben in der Vergangenheit jeweils die Preise begleitet, die mit Ihnen abgestimmt worden sind. Wir werden uns auch an die Beschlüsse halten, die am 25. 11. 1987 in Düsseldorf gefasst werden." (159) In einem von Peine-Salzgitter verfassten Briefingvermerk vom 24. November 1987 wird festgestellt, daß das Sekretariat der Träger-Kommission die Teilnehmer aufgefordert hat, so lange keine Verkäufe nach Italien zu tätigen, bis zwischen allen Beteiligten Einvernehmen (über die Preise) erzielt ist. Das Dokument nennt ausserdem die zuvor vereinbarten Preise sowie die Korrekturen, die wegen des vom Markt ausgeuebten Drucks vorgenommen werden mussten, und merkt an: "Wir halten uns strikt an Preisabsprachen." (160) Am 25. November 1987 fand in Düsseldorf ein Treffen statt, auf dem es um die Lage auf dem italienischen Markt ging. TradeARBED, Peine- Salzgitter, Unimétal und die Walzstahl-Vereinigung haben laut eigener Aussage an diesem Treffen teilgenommen. Einer bei Peine-Salzgitter gefundenen Teilnehmerliste zufolge haben an diesem Treffen auch British Steel, Aristrain, Ensidesa, Ferdofin, Stefana, Thyssen, Saarstahl und Cockerill Sambre teilgenommen. Einem von Peine-Salzgitter verfassten Vermerk (vom 30. November 1987) sowie der Sitzungsniederschrift ist zu entnehmen, daß für das vierte Quartal 1987 eine Preiserhöhung um 20 000 Lit vereinbart gewesen war, daß diese aber nur teilweise durchgesetzt werden konnte. Ferdofin verlangte, daß zum 1. Januar 1988 eine deutliche Preisanhebung vorgenommen werden solle, und verteilte einen entsprechenden Vorschlag (eine Kopie dieses Dokuments wurde bei der Walzstahl-Vereinigung gefunden). (161) Die Niederschrift und der vorerwähnte Vermerk von Peine-Salzgitter bestätigen, daß auf dieser Sitzung in der Tat Preise festgesetzt wurden. Die Niederschrift hält unter der Überschrift "Programmation de Prix T1-88" (Programmierung Preise Q1-88) die wichtigsten Punkte der Vereinbarung fest und führt die festgesetzten Preise auf. (162) Die nächste, dem italienischen Markt gewidmete Sitzung fand am 13. März 1988 in Portofino statt. TradeARBED, British Steel, Peine-Salzgitter, Saarstahl, Thyssen, Unimétal und die Walzstahl-Vereinigung haben laut eigener Aussage an dieser Sitzung teilgenommen. Nach den Unterlagen im Besitz der Kommission haben an der Sitzung auch Cockerill Sambre, Ferdofin und Stefana teilgenommen. (163) Nach der Niederschrift dieser Sitzung hatten die auf der vorherigen Sitzung festgesetzten Preise nur teilweise durchgesetzt werden können. Unter diesen Umständen machte Herr Arnuzzo (Ferdofin) folgenden Vorschlag: "Notwendigkeit einer Vereinbarung (. . .) Er schlägt deshalb vor, für das zweite Quartal eine Bewertung des Gesamtverbrauchs auf dem italienischen Markt vorzunehmen und jedem einen Teil dieser geschätzten Menge zuzuweisen. Es gehe dabei nicht darum, eine neue Methode einzuführen, die das Eurofer-System für die Zuteilung von Quoten oder Referenzmengen ändern würde, sondern für das zweite Quartal die Einlieferungen in diesen Markt zu begrenzen, damit die Preise wieder anziehen können." (164) Die Sitzungsniederschrift zeigt, daß dieser Vorschlag angenommen wurde. Die Teilnehmer - ausgenommen Stefana - einigten sich auf ein sogenanntes "gentlemen's agreement", dem zufolge sie ihre Lieferungen in den italienischen Markt auf bestimmte Mengen begrenzen würden, um eine Preiserhöhung durchzusetzen. (165) Die Parteien beschlossen auch eine Preisfestsetzung: "Es wurde ferner beschlossen, die Preise im ersten Quartal 1988 für die Kategorien 2b1, 2b2 und 2b3 um 10 000 Lit für die fünf grossen Händler und um 20 000 Lit für die übrigen Kunden zu erhöhen (. . .)." In der Sitzungsniederschrift sind die für die Lieferungen von Ferdofin bzw. den anderen Werken vereinbarten Preise aufgeführt. (166) Aus einem vom Sekretariat der Träger-Kommission am 18. Mai 1988 verschickten Fax geht hervor, daß auf Antrag von Ferdofin für den italienischen Markt ab 1. Juli 1988 weitere Preiserhöhungen geplant waren. Ein Fernschreiben von Ferdofin an Peine-Salzgitter vom 28. Juni 1988 bestätigt, daß Preise festgesetzt worden waren: "In gemeinsamer Vereinbarung wurde für das III. Quartal eine Preiserhöhung von 20 Lit/kg anstatt 50 Lit/kg (wie von uns verlangt) für die fünf Großhändler entschieden, die die vorgeschlagene Preiserhöhung von 50 Lit/kg abgelehnt haben." (167) Dem Beweismaterial ist zu entnehmen, daß die Eurofer-Werke am 21. Juni 1988 beschlossen, die für die Einlieferungen in den italienischen Markt für das zweite Quartal 1988 vereinbarten Quoten auch im dritten Quartal 1988 anzuwenden. Dies wird durch ein Telefax von Saarstahl an die Walzstahl-Vereinigung vom 21. Juni 1988, ferner durch ein Telefax der Walzstahl-Vereinigung an das Sekretariat der Träger-Kommission vom 22. Juni 1988 und durch ein Fernschreiben von Ferdofin an Peine-Salzgitter vom 28. Juni 1988 bestätigt. In letzterem heisst es: "Zum Schluß meine ich, daß das Hauptziel die Preiserhöhung bleiben muß. Dies ist erreichbar nur durch die Mengenbegrenzung. Aus diesen Gründen bleibe ich der Meinung, daß die Quoten vom dritten Quartal auf keinen Fall zu erhöhen sind." (168) Ein Fernschreiben von Ferdofin an Peine-Salzgitter vom 4. August 1988 erlaubt die Schlußfolgerung, daß Saarstahl für das dritte Quartal 1988 eine Quote von mehr als 2 000 Tonnen zugestanden worden war. Aus dem Beweismaterial und insbesondere den beim Auftragsmonitoring verwendeten Zahlen geht hervor, daß die Quoten von der Mehrheit der beteiligten Unternehmen eingehalten wurden. (169) Ein der Lage auf dem italienischen Markt gewidmetes Treffen fand am 3. Oktober 1988 in Mailand statt. TradeARBED, British Steel, Peine-Salzgitter und Unimétal haben ihre Teilnahme an diesem Treffen bestätigt. Aus den Unterlagen geht hervor, daß auch Ferdofin daran teilnahm. Die Ergebnisse des Treffens wurden von Ferdofin auf der Trägersitzung vom 18. Oktober 1988 erläutert. In einem Telefax von TradeARBED an Norsk Jernverk vom 5. Oktober 1988 heisst es: "Betr.: Formstahl HE für den italienischen Markt Im Anschluß an unsere telefonische Unterredung nachstehend die Preise für den italienischen Markt Formstahl HE, welche am Montag 3. 10. in Mailand festgelegt wurden." (170) Das nächste dem italienischen Markt gewidmete Treffen, von dem die Kommission Kenntnis hat, fand am 15. Mai 1990 - am Vortag der Trägersitzung - in Mailand statt. Die Niederschrift der Trägersitzung vom 16. Mai 1990 enthält einen kurzen Absatz mit den Preisen, die - laut Niederschrift - damals auf dem italienischen Markt erzielt wurden. Ein vom Sekretariat der Träger-Kommission erstellter interner Vermerk vom 18. Mai 1990 lässt erkennen, daß die in der offiziellen Sitzungsniederschrift wiedergegebene Fassung eher irreführend ist: "Am 15. 5. 1990 fand ein Arbeitsessen statt, auf dem die Lage auf dem italienischen Markt erörtert wurde. Die (in der Plenarsitzung vom 16. Mai 1990 bekanntgegebenen) Ergebnisse dieser Sitzung sind: (. . .)." Danach werden in dem Vermerk die für den italienischen Markt "vorgesehenen" Preise aufgeführt. (171) TradeARBED, Peine-Salzgitter, Saarstahl, Valor (d. h. Unimétal), Thyssen und die Walzstahl-Vereinigung haben bestätigt, daß sie am Treffen vom 15. Mai 1990 teilgenommen haben. Es ist nicht denkbar, daß Ferdofin, die an der Träger-Sitzung vom 16. Mai teilnahm, an dem am Vorabend ebenfalls in Mailand abgehaltenen Treffen betreffend den italienischen Markt nicht teilgenommen hätte oder daß diese Preisfestsetzungsvereinbarung ohne Mitwirkung von Ferdofin zustande gekommen wäre. Diese Schlußfolgerung wird durch ein Fernschreiben von Ferdofin an Peine-Salzgitter vom 9. Juli 1990 belegt und ist von den Parteien nicht in Abrede gestellt worden. 4. EINZELVEREINBARUNGEN 4.1. British Steel - Ensidesa/Aristrain (172) Eine Aktennotiz von British Steel über ein Treffen zwischen Ensidesa, Aristrain und British Steel, das am 14. September 1988 in Spanien stattfand, belegt, daß die drei Unternehmen versuchten, ein Einvernehmen über die Mengen, die jedes von ihnen auf den spanischen bzw. britischen Markt zu liefern berechtigt sein sollte, zu finden. Eine Vereinbarung kam bei diesem Treffen indessen nicht zustande. Ein Vermerk von British Steel über ein Treffen in Madrid vom 25. April 1990 zeigt, daß die Verhandlungen zwischen den Parteien weitergingen. Auch dieses Mal kam eine Vereinbarung zustande, doch beschlossen beide Seiten, ihre Positionen zu überprüfen. (173) Aus dem Beweismaterial geht hervor, daß British Steel, Aristrain und Ensidesa zu einem nicht näher bezeichneten Zeitpunkt zwischen dem 25. April und dem 16. Mai 1990 dann doch zu einer Vereinbarung gelangten. Ein vom Sekretariat der Träger-Kommission verfasster vertraulicher Vermerk von Usinor Sacilor vom 18. Mai 1990 über die Ergebnisse der Trägersitzung vom 16. Mai 1990 in Mailand bestätigt dies: "Auf der Sitzung wurde darauf hingewiesen, daß BSC und die Spanier eine Vereinbarung geschlossen haben, wonach ,jeder bei sich bleibt'. Ziel: Erhöhung der Preise in Spanien und im Vereinigten Königreich. Ensidesa schlug vor, diese Vereinbarung auf alle Eurofer-Unternehmen auszudehnen. Die Teilnehmer werden aufgefordert, diesen ,englisch-spanischen Waffenstillstand' nicht dazu zu nutzen, ihre Lieferungen nach Spanien zu erhöhen." (174) Ein Fernschreiben von Ensidesa an British Steel vom 17. September 1990 enthüllt Einzelheiten der Vereinbarung. Danach hatte British Steel eingewilligt, ihre Lieferungen nach Spanien bis Jahresende auf 18 000 Tonnen zu begrenzen. Auch hatte man sich über die Preise für das erste Quartal 1991 verständigt. British Steel antwortete mit Fernschreiben vom 3. Oktober 1990 und bestätigte, daß sie sich an die Vereinbarung halten würde. 4.2. British Steel - Ferdofin (175) Aus einem internen Vermerk von British Steel vom 11. November 1987 geht hervor, daß British Steel mit Ferdofin eine Vereinbarung getroffen hatte, wonach Ferdofin nicht nach dem Vereinigten Königreich exportieren würde. Die Statistiken bestätigen, daß Ferdofin in der Zeit vom ersten Quartal 1987 und dem dritten Quartal 1990 (dem letzten Quartal, für das die Kommission Zahlen für Ferdofin fand) nicht nach dem Vereinigten Königreich lieferte. (176) Den in den vorstehenden Absätzen genannten Schriftstücken zufolge muß diese Vereinbarung bis Ende 1990 und darüber hinaus bestanden haben. Dies wird durch einen Vermerk von British Steel vom 14. Dezember 1990 über ein Treffen zwischen British Steel und Ferdofin am 6. Dezember 1990 und durch ein Schreiben von British Steel an Ferdofin vom 4. Januar 1991 bestätigt. 5. EUROFER/SCANDINAVIA-SITZUNGEN 5.1. Allgemeines (177) Hersteller und Händler von Trägern und Stabstahl (sowie einige ihrer Verbände) trafen sich regelmässig auf den sogenannten "Eurofer/Scandinavia-Sitzungen". Für die Zwecke dieser Entscheidung wird nur die Zusammenarbeit bei Trägern berücksichtigt. (178) Sitzungen dieser Gruppe fanden viermal jährlich statt. Die Kommission hat Kenntnis von folgenden Sitzungen: "" ID="1">5. Februar 1986 > ID="2">Berlin"> ID="1">22. April 1986 > ID="2">Kopenhagen"> ID="1">30. Juli 1986 > ID="2">Luxemburg"> ID="1">28. Oktober 1986 > ID="2">Stockholm"> ID="1">3. Februar 1987 > ID="2">London"> ID="1">28. April 1987 > ID="2">Paris"> ID="1">4. August 1987 > ID="2">Helsinki"> ID="1">4. November 1987 > ID="2">Brüssel"> ID="1">2. Februar 1988 > ID="2">Luxemburg"> ID="1">26. April 1988 > ID="2">Fredensborg"> ID="1">25. Juli 1988 > ID="2">Hamburg"> ID="1">3. November 1988 > ID="2">Oslo"> ID="1">1. Februar 1989 > ID="2">Luxemburg"> ID="1">25. April 1989 > ID="2">Stockholm"> ID="1">31. Juli 1989 > ID="2">London"> ID="1">30. Oktober 1989 > ID="2">Kopenhagen"> ID="1">31. Januar 1990 > ID="2">Paris"> ID="1">24. April 1990 > ID="2">Helsinki"> ID="1">31. Juli 1990 > ID="2">Düsseldorf"> ID="1">31. Oktober 1990 > ID="2">Mailand"> (179) Vorsitzender dieser Sitzungen war mindestens seit 1986 ein Vertreter der Walzstahl-Vereinigung. Im November 1988 ging der Vorsitz an TradeARBED über. Die französische Gruppe (anfänglich das CPS und später Usinor Sacilor) fungierte als Sekretariat dieser Gruppe. Das Sekretariat versendete unter anderem die Einladungen zu den Sitzungen und übernahm die Vorbereitung und Verteilung der Sitzungsniederschriften. (180) Folgende in der Trägerherstellung oder im Trägerhandel tätigen Unternehmen (20) nahmen an den Sitzungen der Eurofer/Scandinavia-Gruppe regelmässig teil: British Steel Unimétal TradeARBED Steelinter Thyssen Peine-Salzgitter Saarstahl Norsk Jernverk Ovako SSAB Smedjebacken / Fundia Steel AB. (181) Einige der vorgenannten Unternehmen haben ihre Teilnahme an allen oder mehreren Sitzungen der Eurofer/Scandinavia-Gruppe bestätigt: TradeARBED und Peine-Salzgitter haben der Kommission mitgeteilt, daß sie an allen vorgenannten Sitzungen teilgenommen haben. Saarstahl hat ihre Teilnahme an allen Sitzungen vom 2. Februar 1988 an bestätigt, während Thyssen die Teilnahme an allen vorgenannten Sitzungen mit Ausnahme derjenigen vom 25. Juli 1988 bestätigt hat. British Steel hat der Kommission mitgeteilt, daß sie an allen vorgenannten Sitzungen mit Ausnahme derjenigen vom 4. August und 4. November 1987 und 2. Februar 1988 teilgenommen hat; das Beweismaterial zeigt jedoch, daß British Steel auch an der Sitzung vom 4. August 1987 teilgenommen hat. Unimétal hat ihre Teilnahme an allen vorgenannten Sitzungen bis einschließlich 30. Oktober 1989 - ausgenommen die Sitzungen vom 3. Februar 1987, 2. Februar und 26. April 1988 - bestätigt. Unimétal bestritt die Teilnahme an den Sitzungen vom 5. Februar 1986 und 28. April 1987; doch geht aus den der Kommission vorliegenden Schriftstücken (bei der Walzstahl-Vereinigung gefundenes Verzeichnis der Teilnehmer an den Eurofer/Scandinavia-Langerzeugnissitzungen) hervor, daß das Unternehmen an diesen Sitzungen teilgenommen hat. (182) Steelinter bestätigte ihre Teilnahme an den ersten drei Sitzungen 1989. Nach den vorliegenden Beweisstücken muß Steelinter aber zumindest seit 1986 an diesen Sitzungen oder zumindest an der sie begleitenden Zusammenarbeit teilgenommen haben. So geht aus dem Teilnehmerverzeichnis der Sitzung vom 5. Februar 1986 hervor, daß der Vertreter von Steelinter verhindert war; andererseits war das Unternehmen auf der Sitzung vom 28. April 1987 vertreten. (183) Wie die vorliegenden Schriftstücke zeigen, dienten die Eurofer/Scandinavia-Sitzungen der Festsetzung von Preisen für die skandinavischen Märkte, d. h. für die Märkte Norwegens, Schwedens, Finnlands und Dänemarks. Im Rahmen dieser Entscheidung werden nur die Preisfestsetzungsvereinbarungen betreffend den dänischen Markt behandelt. 5.2. Einzelheiten der Verstösse 5.2.1. Sitzung vom 5. Februar 1986 (184) In der Sitzungsniederschrift heisst es, daß die "Programmierung" für das erste Quartal 1986 nicht ganz durchgesetzt werden konnte. Auf der Sitzung wurde beschlossen, die Preise für das erste Quartal 1986 im zweiten Quartal unverändert zu lassen. 5.2.2. Sitzung vom 22. April 1986 (185) In der Sitzungsniederschrift wird vermerkt, daß sich die Eurofer-Werke über einen Preis für den dänischen Markt geeinigt hatten. 5.2.3. Sitzung vom 30. Juli 1986 (186) In der Sitzungsniederschrift heisst es: "Preisfestsetzung für 4. Quartal Die Prüfung der Marktlage und die Überlegungen zu den Preisen für das 4. Quartal haben folgende Ergebnisse: (. . .) Dänemark Die letzte Vereinbarung lautet: Anwendung der niedrigsten EWG-Listenpreise plus Fracht. Da Änderung der Listenpreise geplant ist, werden Informationen später gegeben." (187) Dies wird in einer vom 1. August 1986 datierten und offensichtlich von der Walzstahl-Vereinigung erstellten Tabelle mit den "Preisen für das Quartal 4/86" bestätigt: "Information erfolgt nach neuer Preisfestsetzung in EWG-Ländern." (188) In einem Anhang zu diesem Dokument sind die später festgesetzten Preise aufgeführt. Abgesehen von der Kategorie 1 (für die kein Preis festgesetzt wurde) sollten demzufolge für Lieferungen nach Dänemark die deutschen Preise Anwendung finden. 5.2.4. Sitzung vom 28. Oktober 1986 (189) In der Sitzungsniederschrift ist vermerkt, daß die Preiserhöhungsziele nicht erreicht worden waren und daß die Marktpreise "bestenfalls auf dem Niveau der in Q3 1986 erzielten Preise lagen". Für Dänemark wurden Preise für die Kategorien 2b und 2c zur Anwendung im ersten Quartal 1987 festgesetzt. Bezueglich der Kategorien 1, 2a und 3 heisst es in der Niederschrift, daß "die Preisniveaus anschließend von den Eurofer-Werken festgesetzt würden". (190) Dies wird in einem vom 31. Oktober 1986 datierten Vermerk des Sekretariats mit den "für das erste Quartal 1987 in Skandinavien beschlossenen Preisen" bestätigt. Das Dokument nennt die Preise für die Kategorien 2b und 2c auf dem dänischen Markt und vermerkt, daß die Preise für die Kategorien 1, 2a und 3 "so bald wie möglich festgesetzt werden". 5.2.5. Sitzung vom 3. Februar 1987 (191) Ein vom Sekretariat erstelltes und am 6. Februar 1987 der Walzstahl-Vereinigung übermitteltes Dokument, das über die "Preispolitik für das zweite Quartal 1987 in Skandinavien" berichtet, nennt die Preise für alle Kategorien auf dem dänischen Markt. Bezueglich der Kategorie 3 war vermerkt, daß die Preise "nach dem erwarteten Eurofer-Beschluß festgesetzt werden sollen". 5.2.6. Sitzung vom 28. April 1987 (192) In der Sitzungsniederschrift ist vermerkt, daß die für das zweite Quartal programmierten Preise nicht erreicht worden waren. Auf der Sitzung wurde deshalb beschlossen, die Trägerpreise auf dem dänischen Markt unverändert zu lassen. Der Preis für die Kategorie 3 sollte später von den Eurofer-Unternehmen festgesetzt werden. 5.2.7. Sitzung vom 4. August 1987 (193) Auch die Niederschrift dieser Sitzung vermerkt, daß sich die programmierten Preise nicht zufriedenstellend anwenden ließen. Die Niederschrift nennt die programmierten Preise für das vierte Quartal 1987 (die mit denjenigen für das dritte Quartal identisch sind). Für die Kategorie 3 fehlen Preisangaben. 5.2.8. Sitzung vom 4. November 1987 (194) Die Sitzungsniederschrift nennt die "Preise für Quartal 1/88". Die Preise für Kategorien 1 und 2 auf dem dänischen Markt wurden um 20 DM heraufgesetzt. 5.2.9. Sitzung vom 2. Februar 1988 (195) In der Sitzungsniederschrift wird vermerkt, daß sich die für das erste Quartal 1988 programmierten Preise nicht zufriedenstellend durchsetzen ließen. Anders scheint die Situation jedoch in Dänemark gewesen zu sein, da die für das zweite Quartal 1988 festgesetzten Preise deutlich über denen für das vorhergehende Quartal lagen. 5.2.10. Sitzung vom 25. Juli 1988 (196) Die Preise für das vierte Quartal 1988 sind in einer "Marktpreise Q 4-88 (EGKS-Werke)" überschriebenen Tabelle im Anhang zur Sitzungsniederschrift aufgeführt. Ein Vergleich lässt erkennen, daß einige dieser Preise höher waren als die auf der Sitzung vom 2. Februar 1988 vereinbarten Preise. (197) Am 27. Juli 1988 sandte die Walzstahl-Vereinigung ein Fernschreiben mit der Überschrift "Trägerpreise für Dänemark" an TradeARBED, British Steel, Unimétal, Norsk Jernverk, Thyssen, Peine-Salzgitter, Jernkontoret (ein schwedischer Stahlhändlerverband) und das Sekretariat. Die in dem Fernschreiben genannten Preise decken sich (von einer geringfügigen Differenz abgesehen) mit denen der vorerwähnten Tabelle. (198) Ein Telefax von TradeARBED an die Walzstahl-Vereinigung vom 7. Oktober 1988 bringt Licht in den Zweck dieser Sitzungen: "Seit einigen Tagen versuchen skandinavische Kunden, Aufträge für das 1. Quartal zu plazieren sowohl in Form HE als auch in Stabstahl. Wir, TradeARBED, sind keinesfalls bereit, weder Tonnagen zu akzeptieren noch Preise zu nennen, bevor die Eurofer-Werke mit den skandinavischen Werken am 3. November die entsprechende Preispolitik für Skandinavien festgelegt haben. Ich bitte Sie, in meinem Namen allen Teilnehmern der Sitzung Eurofer/Skandinavien erneut mitzuteilen, daß niemand vor dieser Sitzung weder Mengen noch Preise für das 1. Quartal herauslegt, sonst können wir uns diese Besprechung sparen." (199) Aus einem Fernschreiben von TradeARBED vom 24. Oktober 1988 geht hervor, daß die Eurofer-Hersteller für die zu beschließenden Preise einen Vorschlag gemacht hatten. Die vorgeschlagenen Preise sind in dem Fernschreiben aufgeführt. 5.2.11. Sitzung vom 3. November 1988 (200) In der Sitzungsniederschrift ist vermerkt, daß die für das vierte Quartal 1988 erwarteten Preise realisiert werden konnten und daß für das erste Quartal 1989 Preiserhöhungen von 10 bis 40 DM geplant waren. In einem Telex von TradeARBED an die Walzstahl-Vereinigung vom 17. November 1988 wird dies wie folgt kommentiert: "Betr.: Skandinavien - Stabstahl und Formstahl Nach den letzten Informationen sind die auf der Sitzung in Oslo festgelegten Preise inzwischen realisiert. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Teilnehmer des Treffens Eurofer/Skandinavien entsprechend informieren würden, damit alle die Nerven behalten und in keinem Fall von den Bedingungen abgehen." (201) Aus einem Fernschreiben eines der Verkäufer von TradeARBED an die Verwaltung in Luxemburg vom 20. Januar 1989 geht hervor, daß die an den Eurofer/Scandinavia-Sitzungen teilnehmenden Unternehmen es ablehnten, Preise für ein bestimmtes Quartal zu nennen, bevor auf diesen Sitzungen eine Preisvereinbarung erzielt worden war. Bestätigt wird dies durch ein Fernschreiben der Walzstahl-Vereinigung vom 23. Januar 1989: "Verkäufe nach Skandinavien Im Auftrag des Präsidenten der Arbeitskommission Eurofer/Skandinavien bitten wir Sie, bis zur nächsten Sitzung, die am 1. 2. 1989 stattfindet, auf allen skandinavischen Märkten für das zweite Quartal 1989 noch keine Preis- bzw. Mengenangebote abzugeben." 5.2.12. Sitzung vom 1. Februar 1989 (202) Laut Sitzungsniederschrift waren weitere Preisanhebungen für Träger auf dem dänischen Markt vereinbart worden. Bestätigt wird dies durch einen internen Vermerk von British Steel vom 2. Februar 1989, in dem es bezueglich des dänischen Marktes heisst: "Dieser Markt verhält sich weiterhin ruhig. Die Zielpreise Q4 wurden jedoch erreicht, und eine weitere Erhöhung um 20 DM wurde als Ziel für Q1 angesetzt." Im gleichen Dokument werden auch das "Preisziel" für Januar/März, die in dieser Zeit tatsächlich erzielten Preise und das "Preisziel" für April/Juni aufgeführt. 5.2.13. Sitzung vom 25. April 1989 (203) Die Sitzungsniederschrift vermerkt, daß die für das zweite Quartal erwarteten Preise realisiert wurden. Aus ihr geht hervor, daß für das dritte Quartal 1989 keine Preisan

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