Europäische Union

97/26/EG: Entscheidung der Kommission vom 24. April 1996 mit der ein Zusammenschluß als unvereinbar mit dem Gemeinsamen Markt und dem Funktionieren des EWR- Abkommens erklärt wird (Sache Nr. IV/M.619 - Gencor/Lonrho) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31997D0026. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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12 % der weltweiten Vorkommen. In Simbabwe wurde, wie weiter unten ausgeführt wird, mit dem Abbau dieser Vorkommen noch nicht begonnen, und die in-situ Vorkommen sind ungefähr 50% niedriger als im Bushveld-Komplex. In Finnland ist der PGM-Abbau grundsätzlich unwirtschaftlich und erfolgt nur als Nebenaktivität beim Nickelbergbau. Im Zeitraum 1981-1992 hat Finnland jährlich nur durchschnittlich 2 000 Unzen Platin gefördert. Folglich kann es als wesentliche Quelle für die Zukunft ausgeschlossen werden. Unter allen Umständen würde es sehr lange dauern und hohe Investitionen fordern, bevor Finnland sich zu einem wichtigen Produzent entwickelte. Außerdem ist zu beachten, daß in den letzten 30 Jahren intensiv nach PGM-Vorkommen gesucht wurde und nicht davon auszugehen ist, daß neue, nicht bereits bekannte Platinvorkommen bedeutenden Umfangs gefunden werden. (83) Die südafrikanischen PGM-Vorkommen liegen im wesentlichen im Bushveld-Komplex rund 130 km nördlich Johannesburgs. Der Bushveld-Komplex ist die größte bekannte PGM-Lagerstätte der Welt. Es handelt sich dabei um eine ellipsenförmige Intrusion mit einem Ausmaß von etwa 350 × 250 km. PGM werden aus drei Erzflözen gewonnen, dem Merensky-Riff, dem UG2-Riff senkrecht unterhalb des Merensky-Riffs und dem Plat-Riff. Das Merensky-Riff und das UG2-Riff befinden sich im östlichen und westlichen Teil des Bushveld-Komplexes, das Plat-Riff im Nördlichen. (84) In Rußland werden PGM hauptsächlich in der Norilsk-Lagerstätte in Nordsibirien gewonnen. Bei dieser Lagerstätte handelt es sich um ein Nickelerzvorkommen, bei dem PGM als Nebenprodukte anfallen. PGM sind auch in Kanada Nebenprodukte des Nickelbergbaus. Schlußfolgerung (85) Der Bushveld-Komplex in Südafrika ist das einzige größere Gebiet, in dem Lagerstätten ausschließlich wegen ihres Gehalts an PGM ausgebeutet werden. Außerdem entfallen auf den Bushveld-Komplex rund 89 % der weltweiten PGM-Vorkommen und auf Rußland nur rund 10 %, wo PGM als Nebenprodukte des Nickelbergbaus gewonnen werden. A.2. Zutritt zu den PGM-Märkten und neue Bergbauprojekte (86) In den letzten fünf Jahren ist kein unabhängiges Unternehmen neu in den Weltmarkt für PGM eingetreten (6). (87) In Simbabwe werden zwei Bergbauprojekte durchgeführt. Das erste und wichtigste Projekt ist das Hartley Platinum Project, das ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden australischen Unternehmen Delta Gold und BHP ist. Nach öffentlich zugänglichen Informationen soll die Erzförderung 1996 beginnen. Im Zeitraum 1997-1999 sollen jährlich 150 000 Unzen Platin, 110 000 Unzen Palladium und 11 500 Unzen Rhodium produziert werden. Dies entspricht bei Platin 2,5 % der weltweiten Förderung, bei Palladium 2 % und bei Rhodium 2,5 %. Die von den Parteien in ihrer Antwort behauptete weitere Förderungserhöhung ist spekulativ. (88) Das zweite Projekt in Simbabwe ist das Mimosa-Explorationsbergwerk, das von der Zimbabwe Mining and Smelting Company betrieben werden soll, die im Besitz des eigenen Managements ist. Nach veröffentlichten Schätzungen soll das Explorationsprojekt eine jährliche Fördermenge von 6 000 Unzen haben, die später gesteigert werden könnte. Das Erz ist jedoch anscheinend von geringerer Güte als im Hartley-Projekt, und in jedem Fall ist eine Ausweitung der Produktion in naher Zukunft nicht vorherzusehen. Einige weitere Projekte befinden sich im Planungsstadium, so unter anderem in Simbabwe, Kanada und den USA. Hinsichtlich des Stillwater-Bergwerks in den USA haben die Parteien angegeben, daß sich die Förderung bis Ende 1997 auf 125 000 Unzen jährlich verdoppeln könnte. Dieses Bergwerk bliebe auch dann mengenmäßig unbedeutend, da eine solche Fördermenge lediglich 2,5 % der Weltjahresförderung ausmacht. Außerdem wurde darauf verwiesen, daß sich die Stillwater-Produktion in Abhängigkeit von den Ergebnissen einer Durchführbarkeitsstudie bis zum Jahr 2000 auf 250 000 Unzen jährlich belaufen könnte. Dies entspräche 5 % der jetzigen Weltförderung, was auch bei tatsächlichem Erreichen dieser Menge als unbedeutend anzusehen wäre. Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß Stillwater über keine Weiterverarbeitungsanlagen verfügt, sondern die Raffination des geförderten Platins im Ausland vornehmen läßt. (89) Alle bekannten wirtschaftlich ausbeutbaren Grubenfelder im südafrikanischen Bushveld-Komplex werden von Implats, LPD oder Amplats kontrolliert. Daher sind in dieser Region keine neu eintretenden Unternehmen zu erwarten. Außerdem ist die Errichtung eines neuen PGM-Bergwerks sehr kapitalintensiv, und der gesamte Investitionsbedarf für den Eintritt dürfte sich angesichts des erforderlichen Erwerbs von Land oder Grubenfeldern und der Ausrüstungsinvestitionen auf mehr als 100 Mio. US-Dollar belaufen. Ein Großteil dieser Aufwendungen stellt unwiderbringliche Kosten dar. Solche Projekte haben außerdem in der Regel eine Vorlaufzeit von mindestens fünf Jahren. Selbst wenn es wirtschaftlich wäre, hätte daher kein neues Projekt größeren Ausmaßes in vorhersehbarer Zukunft Auswirkungen auf den Markt. Schlußfolgerung (90) Nur das Hartley-Bergwerk wird sich wahrscheinlich zu einer neuen Quelle für PGM entwickeln, die nicht der Kontrolle der bisherigen Marktbeteiligten unterliegt. Es wird jedoch im Weltmarkt ohne Bedeutung sein und den Gesamtmarkt nur wenig beeinflussen. Es scheint daher sicher zu sein, daß die primären PGM weiterhin aus den bekannten südafrikanischen und russischen Lagerstätten kommen werden und von Amplats, Implats, LPD und Rußland erzeugt und verkauft werden. A.3. Recycling von PGM (91) Das PGM-Recycling erfolgt in zwei Formen: a) Geschlossener Kreislauf Bei industriell eingesetzten Katalysatoren müssen die PGM nach einer gewissen Betriebsdauer erneuert werden, weil sie durch Katalysatorgifte unwirksam werden. Geringfügige Verluste (rund 2 %) treten entweder beim Recycling oder in der industriellen Anwendung ein. Das Metall wird im Auftrag des Anlagenbetreibers raffiniert, so daß sich die Eigentumsverhältnisse durch das Recycling nicht ändern. Die Neunachfrage der Industrie ergibt sich daher aus der Erweiterung der Kapazitäten und dem Ersatz der geringen PGM-Verluste. b) Schrottrecycling PGM werden in geringen Mengen aus dem Schrottrecycling z. B. von gedruckten Schaltungen gewonnen, im wesentlichen jedoch aus verschrotteten Kfz-Abgaskatalysatoren. Nach Schätzungen von Johnson Matthey beläuft sich die Rückgewinnung von PGM aus Abgaskatalysatoren in der westlichen Welt auf folgende Mengen: Tabelle 4 Gesamter PGM-Verbrauch für Kfz-Abgaskatalysatoren und Rückgewinnung aus Schrott >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (92) Tabelle 4 ist zu entnehmen, daß die Rückgewinnungsquote bei Platin langsam angestiegen ist und sich 1995 auf 17,6 % belief. Die absoluten Mengen zurückgewonnenen Palladiums und Rhodiums sind ebenfalls gestiegen. (93) Die Gesamtmenge der aus Kfz-Abgaskatalysatoren zurückgewonnenen PGM wird mit zunehmendem Einsatz dieser Katalysatoren voraussichtlich steigen. Selbst mit den vorhandenen Netzen von Sammelstellen in Nordamerika und Japan dürfte die Rückgewinnungsquote 100 % jedoch nicht erreichen, da die logistischen Gegebenheiten und Erfassungskosten keinen Anreiz zur Schrottsammlung darstellen. Außerdem werden viele Gebrauchtwagen aus Europa und den USA den Recyclingsystemen durch die Ausfuhr nach Osteuropa oder Ländern der dritten Welt entzogen. Erfahrungen in Amerika, wo seit etwa 20 Jahren eine entsprechende Umweltgesetzgebung besteht, zeigen überdies, daß das PGM-Recycling nur einen Teil der Nachfrage für Kfz-Abgaskatalysatoren in Nordamerika decken kann (1994 lediglich 30 % des Jahresverbrauchs). (94) Die Parteien haben angeführt, daß im Jahr 2000 rund 737 000 Unzen Platin aus dem Recycling von Kfz-Abgaskatalysatoren anfallen werden, was praktisch eine Verdoppelung gegenüber 1995 darstellt (bei Zugrundelegung der Daten von Johnson Matthey beträgt die Steigerung 134 %). Eine derartige Menge recyceltes Material ist mit dem von Implats prognostizierten Verbrauch für Abgaskatalysatoren in Beziehung zu setzen. 1995 betrug das Verhältnis von recyceltem Platin zum Platinverbrauch 19 %, im Jahr 2000 soll es sich auf 39 % belaufen. Eine solche Steigerung erscheint deshalb besonders ehrgeizig, weil die Recyclingquote 1995 (nach Johnson Matthey) in Nordamerika 30 %, in Japan 16 % und in Europa 7 % betrug. Daher ist die Kommission der Auffassung, daß eine solche Prognose nicht zu verwirklichen ist. Schlußfolgerung (95) Bei der Beurteilung der Recyclingauswirkungen ist zuerst zu beachten, daß eine steigende Gesamtnachfrage nach PGM erwartet wird (siehe Abschnitt VII.B.3). Daher kann ein Nachfrageungleichgewicht nicht mit den gegenwärtigen Recyclingquoten aufgefangen werden. Die PGM aus dem Recycling im geschlossenen Kreislauf kommen außerdem nicht auf den Markt, so daß sie aus der Betrachtung auszuschließen sind. Das Abgaskatalysatorrecycling stellt hingegen lediglich eine zusätzliche Versorgungsquelle für PGM mit begrenztem Volumen dar, was sich in absehbarer Zukunft auch nicht ändern dürfte. Ein Großteil des Platins wird in der Schmuckwarenindustrie verbraucht, wo verhältnismäßig wenig Schrott anfällt und es keine Anzeichen dafür gibt, daß Schmuckwaren der Wiederverarbeitung zugeführt werden. Aufgrund dessen ist davon auszugehen, daß recycelte PGM in absehbarer Zukunft weiterhin nur eine geringfügige Rolle bei der Versorgung spielen werden. B. Platin B.1. Nachfrage Jetzige Nachfragestruktur (96) Die Platinnachfrage der westlichen Welt (in tausend Unzen) ist für die letzten fünf Jahre nach Anwendungsbereich und Region in den Tabellen 5 und 6 wiedergegeben. Alle Angaben sind der Publikation "Platinum 1992, 1993, 1994, 1995 and Interim Review 1995" von Johnson Matthey entnommen und basieren auf dem Verbrauch. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (97) Von der Gesamtnachfrage 1995 entfielen 32 % auf Kfz-Abgaskatalysatoren, 20 % auf industrielle Anwendungen und 38 % auf Schmuckwaren. Der Anteil für Schmuckwaren war im Zeitraum 1982 bis 1995 fast gleichbleibend, während der Anteil für die Kraftfahrzeugtechnik gestiegen und der Anteil für industrielle Anwendungen zurückgegangen ist. (98) Auf Japan entfiel während der letzten fünf Jahre zwischen 47 und 51 % der Weltnachfrage nach Platin; für den Zeitraum 1982 bis 1995 ist dieser Anteil nie unter 42 % gesunken. Nordamerika hatte im gleichen Zeitraum einen Anteil an der Weltnachfrage von durchschnittlich 25 % und in den letzten fünf Jahren zwischen 19 und 20 %. Der Anteil Westeuropas am Verbrauch betrug in den letzten fünf Jahren zwischen 17 und 22 % und belief sich während der letzten 14 Jahre durchschnittlich auf rund 17 %. (99) Die regionalen Unterschiede beim Verbrauch sind erklärbar. Im Durchschnitt entfiel während der letzten 14 Jahre etwa 63 % des gesamten japanischen Platinverbrauchs auf die Schmuckwarenindustrie. Die Gründe für diesen hohen Verbrauch wurden weiter oben bereits ausgeführt. (100) Die regionale Verteilung des Platinverbrauchs für Kfz-Abgaskatalysatoren wird von zwei Faktoren bestimmt: dem Datum der Einführung von Abgasvorschriften und der Fahrzeugdichte. Hier liegen die USA an führender Stelle, gefolgt von Japan und Westeuropa. Die Vereinigten Staaten haben als erste 1970 verbindliche Abgasvorschriften eingeführt, die 1990 verschärft wurden. In Japan traten entsprechende Rechtsvorschriften Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre in Kraft. In Westeuropa wurden amerikanische Abgasnormen 1987 in Österreich und der Schweiz und 1989 in Norwegen und Schweden übernommen. 1992 trat eine EG-Richtlinie in Kraft, nach der ab 1993 für alle Neufahrzeuge mit Ottomotor ein Drei-Wege-Katalysator vorgeschrieben ist. Außerdem berichtet Johnson Matthey, daß ab 1996 die Mehrzahl der Dieselfahrzeuge in Europa aufgrund strengerer Abgasvorschriften mit Katalysatoren ausgestattet sein wird. Schlußfolgerung (101) Platin spielt sowohl als Katalysator als auch als Edelmetall eine wichtige Rolle. In der Vergangenheit hat die Platinnachfrage mit Einführung neuer industrieller Anwendungen oder dem Inkrafttreten von Umweltschutzvorschriften über den Einbau von Kfz-Abgaskatalysatoren zugenommen. B.2. Anbieter (102) Wie in den Tabellen A1 und A2 (Anhang I) dargestellt, waren die Hauptanbieter von Platin im Jahr 1994 die südafrikanischen Unternehmen Gencor, LPD und Amplats sowie Rußland. Weitere Erzeuger sind u. a. Inco (Kanada) und Stillwater (USA). Eine kurze Darstellung der Haupterzeuger verdeutlicht, wie wichtig die südafrikanischen Platinbergbauaktivitäten sind. Amplats (103) Amplats ist das führende Unternehmen der Branche und der älteste Platinerzeuger Südafrikas. Es hatte 1994 bei Platin einen Weltmarktanteil von [...] (7*) (8) und verfügt insbesondere über sehr große Vorkommen. Angaben zu Vorkommen werden staatlicherseits streng geheimgehalten. Amplats hat die Vorkommen jedoch anhand offizieller unveröffentlichter Daten geschätzt. Nach den neuesten eigenen Schätzungen kontrolliert Amplats rund 50 % der wirtschaftlich ausbeutbaren Vorkommen im Bushveld-Komplex (die restlichen 50 % werden von den Wettbewerbern Implats und LPD kontrolliert). (104) Amplats fördert 75 % seiner Produktion im Merensky-Riff. Das Merensky-Riff weist einen höheren Gehalt an Basismetallen wie Nickel und Kupfer als das UG2-Riff auf. Diese Basismetalle stellen eine zusätzliche Einnahmequelle neben den Platinmetallen dar. In der Regel ist es daher von Vorteil, den Abbau im Merensky-Riff statt im UG2-Riff vornehmen zu können. (105) Wie aus dem Schaubild (siehe Anhang II) ersichtlich, reichen die Bergbauaktivitäten von Amplats vom Betrieb des Potgietersrust-Tagebaus mit geringen Kosten bis zu einigen mit relativ hohen Kosten verbundenen herkömmlichen Bergwerken, die bei der vorherrschenden Preis/Kostenrelation im Jahr 1994 keinen Gewinn erwirtschafteten. Anhand der Implats-Daten schätzt die Kommission, daß Abbaustätten, auf die rund [...] (9) der Amplats-Produktion entfallen, lediglich Kostendeckung oder sogar Betriebsverluste erzielt haben. (106) Amplats ist finanziell an den nachgeordneten Tätigkeiten im Handel, der Verarbeitung und der Vermarktung beteiligt: a) AAC hält über ihre Luxemburger Auslandstochter Minorco und über Johannesburg Consolidated Investment Limited (JCI) indirekt Anteile an zwei Verarbeitern, nämlich Johnson Matthey (weniger als 25 %) und Engelhard (weniger als 40 %). Außerdem ist Engelhard einer der Hauptkunden von Amplats, und Johnson Matthey ist ausschließlicher Amplats-Vertriebsagent, doch können die Kunden unter bestimmten Umständen auch direkt von Amplats kaufen. b) Amplats ist der Hauptbeteiligte an der Platinum Guild International (PGI), die die Förderung der Platinverwendung in der Schmuckwarenindustrie zum Ziel hat. Es existieren fünf separate PGI-Sparten, die in Italien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den USA und Japan tätig sind. Die japanische PGI-Sparte ist aufgrund der Größe des japanischen Schmuckwarenmarkts die bei weitem wichtigste. Gencor finanziert einige PGI-Verkaufsförderungsprojekte in den USA und Japan mit. (107) Amplats ist der Branchenführer in der Platinindustrie und verfügt über eine starke Finanzposition mit niedrigen Verbindlichkeiten und hoher Liquidität. Implats (108) Implats ist der zweitgrößte Platinanbieter und hatte 1994 einen Anteil von [...] (10) am Platinweltmarkt. Nach Angaben von Amplats kontrollieren Implats und LPD zusammen rund 50 % der wirtschaftlich interessanten Vorkommen im Bushveld-Komplex. In dem im Hinblick auf den Zusammenschluß versandten Rundschreiben an die Aktionäre wird geschätzt, daß die Implats-Vorkommen mindestens noch 40 Jahre lang ausgebeutet werden können. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, daß Implats ein seit längerer Zeit im Platinbergbau tätiges Unternehmen ist und die meisten Implats-Vorkommen tief gelegen sind, so daß der Abbau höhere Kosten verursacht. Das von Implats geförderte Erz stammt zur Zeit zu 50 % aus dem Merensky-Riff und zu 50 % aus dem UG2-Riff. (109) Wie aus dem Schaubild in Anhang II hervorgeht, verfügt Implats über einige sehr kostengünstig arbeitende Abbaustätten, ist aber insgesamt dennoch der südafrikanische Erzeuger mit den höchsten Kosten. Rund [...] (11) der Implats-Produktion war 1994 mit Verlusten verbunden oder nur kostendeckend. Verglichen mit Amplats und LPD ist eine Steigerung der Produktion nur durch den Abbau von tiefergelegenen Vorkommen und somit zu höheren Kosten möglich. (110) Gencor war im Besitz des Handelsunternehmens Ayrton Metals Limited, das aber 1994 an die Standard Bank Investment Corporation Limited verkauft wurde. Standard Bank ist im Besitz des Versicherungsunternehmens South African Mutual Life, das Anteile an Rembrandt und an der mit AAC verbundenen De Beers besitzt. Außerdem hat Gencor 1994 von Shell die Bergbauaktivitäten des Unternehmens Billiton übernommen. Zu Billiton gehören Bergbau- und Raffinationsbetriebe sowie größere Nichteisenmetall-Handelsunternehmen, die bereits mit Edelmetallen wie Gold handeln. Billiton ist Mitglied der London Metal Exchange und dort als Ringhändler tätig. Außerdem trägt Implats auf Projektbasis zu einigen PGI-Aktivitäten in den USA und Japan bei. (111) Implats befindet sich in einer guter Finanzposition und verfügt über eine hohe Liquidität und geringe Verschuldung. Bevor der Zusammenschluß geplant wurde, war Implats an der Ausweitung ihres Platingeschäfts interessiert. Sie hielt jedoch die strategische Option eines Zusammenschlusses mit LPD für attraktiver als die Erweiterung durch Ausbeutung tieferliegender Vorkommen, da letzteres hohe Investitionen erfordern würde. LPD (112) LPD ist der drittgrößte südafrikanische Erzeuger mit einem Anteil von [...] (12) am Platinweltmarkt 1994. Wie bereits ausgeführt, ist Amplats-Informationen nach zu schließen, daß LPD und Implats zusammen 50 % der Vorkommen im Bushveld-Komplex kontrollieren. Laut Lonrho-Rundschreiben an die Aktionäre vom November 1995 reichen die LPD-Vorkommen mindestens noch 35 Jahre, und es gibt Anzeichen dafür, daß darüber hinaus weitere Vorkommen vorhanden sind. Dabei ist zu beachten, daß LPD über umfangreiche Vorkommen in niedriger Tiefe verfügt und den Abbau sehr kostengünstig betreibt. (113) LPD fördert zu 75 % Erz aus dem UG2-Riff und zu 25 % aus dem Merensky-Riff. LPD ist es gelungen, sehr kostengünstig zu produzieren. Wie im Schaubild in Anhang II dargestellt ist, hat LPD die geringsten Durchschnittskosten der drei südafrikanischen Erzeuger, und keine ihrer Förderstätten erlitt 1994 Verluste. Die geringen Kosten der LPD-Aktivitäten beruhen zum Teil darauf, daß die Vorkommen in geringer Tiefe liegen, und zum Teil auf der straffen Betriebsführung des Unternehmens. LPD verfügt über eine flache Organisationsstruktur und eine ausgeprägt dynamische Unternehmenskultur und mißt der Verantwortlichkeit einen hohen Stellenwert bei. LPD unterscheidet sich somit erheblich von den größeren südafrikanischen Bergbauunternehmen. (114) LPD hat sich beschränkt an den PGI-Aktivitäten beteiligt, hat aber daneben keine vertikal nachgelagerten Interessen. Seit 1990 hat es jedoch strukturelle Verbindungen zwischen Implats und LPD gegeben, als der Lonrho-Konzern von Implats das Karee-Bergwerk gegen eine Beteiligung in Höhe von 27 % an LPD erwarb. Diese Übernahme war auch Anlaß einer Aktionärsvereinbarung zwischen den Konzernen Lonrho und Gencor, nach der beide Aktionäre gleich viele Mitglieder des Board of Directors benennen, diese Board-Mitglieder über gleiche Stimmrechte verfügen und keines bei Stimmengleichheit ausschlaggebend ist. Die Vereinbarung sieht vor, daß bestimmte Entscheidungen, nämlich die Diversifizierung von LPD, der strategische Jahresplan und das Budget, die Genehmigung des Jahresabschlusses und Änderungen von Vergütungen für Managementvereinbarungen usw., der Zustimmung des Board of Directors bedürfen. Entscheidungen über bedeutende Investitionen und Veräußerungen sind von den Aktionären zu genehmigen. (115) Trotz dieser Verbindungen ist LPD ein unabhängiger Wettbewerber geblieben. Im Jahr 1989, als sich die LPD-Platinproduktion auf 346 000 Unzen belief, hat das Unternehmen ein Erweiterungsprogramm durchgeführt. Im selben Jahr wurde eine neue Erzaufbereitungsanlage mit einer Jahreskapazität von einer Million Tonnen im Westplats-Bergwerk in Betrieb genommen. Im Laufe des Jahres 1990 wurden umfangreiche Erweiterungen in der Verhüttung, der Basismetall- und der Edelmetallraffination abgeschlossen. Das Erweiterungsprogramm wurde 1991 und 1992 mit moderatem Tempo fortgeführt, so daß eine Jahresproduktion von rund 550 000 Unzen erreicht wurde. Das Investitionsprogramm lief 1992 aus, aber laut Lonrho-Jahresbericht wurde eine künftige Stabilität der LPD-Produktion von 900 000 Unzen jährlich vorhergesehen. Zusätzliche Erweiterungen sind ebenfalls geplant. Im Lonrho-Geschäftsbericht 1993 heißt es: "die Platinbergwerke sind auf eine schnelle, effektive und zu niedrigen Kosten erfolgende zusätzliche Erweiterung ... vorbereitet." Nach dem Rundschreiben an die Aktionäre vom November 1995 beliefen sich die Investitionen bei LPD 1993 auf 163 Millionen Rand, 1994 auf 96 Millionen Rand und 1995 auf 79 Millionen Rand. Vorgesehen sind begrenzte Zusatzinvestitionen, die LPD die Ausweitung der Produktion auf die genannten 900 000 Unzen jährlich erlauben würden. (116) Nach der Vereinbarung von 1990 ist LPD ein unabhängiges Unternehmen mit eigener Managementstruktur und eigenen Marketingplänen und Unternehmensstrategien. Lonrho Management Services, ein strukturell von LPD unabhängiges Unternehmen des Lonrho-Konzerns, behält das Recht, die Geschäfte von sowohl Eastplats als auch Westplats zu führen, was die Verantwortung für die "Führung der Tagesgeschäfte" dieser Unternehmen einschließt. Ergänzend hat Lonrho Management Services "auch Beratungs- und sonstige Dienstleistungen ... für die ordnungsgemäße Durchführung der Geschäfte" von LPD zu erbringen. Lonrho Management Services wird vom Lonrho-Konzern kontrolliert, der auch die gesamte Geschäftsleitung stellt. (117) Vermarktung und Verkauf der gesamten LPD-Produktion obliegen aufgrund vertraglicher Vereinbarung ausschließlich Western Metal Sales. Dieses in Brüssel ansässige Unternehmen verfügt über keine strukturellen Verbindungen zu LPD, es gehört zum Lonrho-Konzern und sein Management und seine Geschäftsleitung werden nicht vom Gencor-Konzern ernannt oder kontrolliert. LPD und Implats, die getrennte Marketingabteilungen beibehalten haben, stehen miteinander im Wettbewerb und beliefern zum Teil die gleichen Kunden zu unterschiedlichen Konditionen (z. B. mit unterschiedlichen Rabatten). (118) Der Gencor-Konzern hat keinen Einfluß auf die Wettbewerbsstrategien von LPD genommen. Dies wird von den Parteien selbst bestätigt, die angegeben haben, daß "Implats und LPD jeweils separate Unternehmen waren und bis heute sind, deren Tagesgeschäfte jeweils allein vom betreffenden Management ohne gegenseitige Bezugnahme geführt werden. Das Engagement von Implats beschränkte sich in der Vergangenheit und beschränkt sich weiterhin auf das eines Aktionärs, der 27 % der Anteile an LPD hält". Außerdem gaben die Parteien an, daß "die Beziehung [zwischen den Gencor- und Lonrho-Konzernen] die Beziehung zweier Anteilseigner der beiden Unternehmen Western Platinum Limited und Eastern Platinum Limited und keine Partnerschaft oder Quasi-Partnerschaft war". Die Tatsache, daß Lonrho Management Services Managementdienstleistungen für LPD erbringt, bedeutet, daß es sich in einer besonderen Machtposition befindet, in der es sowohl Kenntnis von den Geschäften nehmen als diese auch führen und das Ergebnis aller geschäftlichen Entscheidungen wesentlich beeinflussen kann. (119) Die Eigenständigkeit von LPD wird durch die Entschlossenheit des Lonrho-Konzernmanagements gestärkt, LPD als unabhängiges Unternehmen zu erhalten. Bei Inkrafttreten der Vereinbarung hatte der Lonrho-Konzern Herrn T. Wilkinson, ein Mitglied der Lonrho-Gesch

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.