Europäische Union

97/26/EG: Entscheidung der Kommission vom 24. April 1996 mit der ein Zusammenschluß als unvereinbar mit dem Gemeinsamen Markt und dem Funktionieren des EWR- Abkommens erklärt wird (Sache Nr. IV/M.619 - Gencor/Lonrho) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31997D0026. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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atin/Gold-Kombinationen bei Ringen ist in den letzten fünf Jahren aufgrund der Besonderheiten des Käuferverhaltens auf dem japanischen Schmuckwarenmarkt recht stabil geblieben. Demgegenüber wird bei anderen Arten von Schmuck nur in geringerem Ausmaß auf Platin zurückgegriffen. Auf Platin entfiel 1994 ein Umsatzanteil von 45 % bei Anhängern, 36 % bei Halsketten und 25 % bei Ohrringen. (40) Gold und Platin scheinen daher bei Schmuckwaren nicht gut substituierbar, da sie sich in ihrer typischen Endnutzung stark unterscheiden. (41) Der erhebliche Preisunterschied zwischen Gold- und Platinschmuckwaren auf dem japanischen Markt ist ebenfalls ein Anhalt dafür, daß Gold und Platin bei Schmuckwaren nicht in wesentlichem Umfang substituierbar sind. Eine Schätzung der Preiselastizität der japanischen Platinnachfrage für Schmuckwaren belegte darüber hinaus, daß Platin keinem ausgeprägten Wettbewerb durch andere Metalle unterliegt. (42) Zu dieser Berechnung der Preiselastizität der japanischen Platinnachfrage bei Schmuckwaren war eine ökonometrische Schätzung erforderlich. Die Kommission hat im Rahmen ihrer Überprüfung des vorliegenden Falls ein Gutachten zu den Faktoren, die den Platinpreis beeinflussen, in Auftrag gegeben (siehe unten). In der Studie wird die Preiselastizität der japanischen Platinnachfrage bei Schmuckwaren auf -0,6, also als unelastisch (Elastizität kleiner eins) (3) geschätzt. (43) Eine geringe Preiselastizität impliziert eine geringe Substituierbarkeit. Aus den genannten Daten kann geschlossen werden, daß Platin bei Schmuckwaren daher auf dem japanischen Markt keinem ausgeprägten Wettbewerb durch andere Edelmetalle ausgesetzt ist. Nachfrage zu Anlagezwecken (44) Platin wird zu Anlagezwecken an Privatpersonen und Unternehmen (hauptsächlich in Japan) zum Beispiel in Form von Barren verkauft; eine solche Anlage kann Spekulationscharakter haben. Platin ist in dieser Hinsicht jedoch nicht mit Gold vergleichbar, das in der Vergangenheit ein Zahlungsmittel war. Die Nachfrage nach Platin zu Anlagezwecken spiegelt daher die zugrundeliegende Verwendung von Platin für Kfz-Abgaskatalysatoren, für den industriellen Einsatz und für Schmuckwaren wider, weil der Wert des Platins durch diese Verwendungen bestimmt wird. Außerdem liegen keine Anzeichen dafür vor, daß angesammelte Bestände solcher Barren und Münzen wieder auf den Platinmarkt kommen. Belegt wird dies in der Veröffentlichung Platinum 1995 Interim Review von Johnson Matthey, wo ein Rückgang der Anlagenachfrage nur für ein Jahr (1986) und auch nur für eine Art Barren nachgewiesen ist. Schlußfolgerung (45) Es gibt keinen Ersatz für Platin in dessen Hauptanwendungen für Kfz-Abgaskatalysatoren, für den industriellen Einsatz und für Schmuckwaren. Diese Schlußfolgerung wird durch eine Analyse der Faktoren, die den Platinpreis beeinflussen, bestätigt. ii) Faktoren, die den Platinpreis beeinflussen (46) Platin ist eine frei gehandelte Ware, deren Preis durch den Ausgleich von Angebot und Nachfrage am Markt zustande kommt. Nach Angaben einiger bedeutender Händler/Verarbeiter und Banken, die im Platinmarkt tätig sind, werden die Platinpreise durch die Einsatzzwecke des Metalls bestimmt. Der Platinmarkt ist vom Volumen her - verglichen beispielsweise mit Gold - ein relativ kleiner Markt. Laut Händlern/Verarbeitern und Banken ist der Platinmarkt daher nicht sehr spekulativ, weil ein einmal erworbener größerer Bestand offensichtlich schwerer wieder abgestoßen werden kann, was das Risiko bei Beteiligung in Marktspekulationen erhöht. (47) Wie nachfolgend dargelegt, ist die Kommission der Auffassung, daß die grundlegenden Angebots- und Nachfragefaktoren für die Platinverwendung in Schmuckwaren, in Kfz-Abgaskatalysatoren und für den industriellen Einsatz bestimmenden Einfluß auf den Platinpreis haben. Feststellungen des Metals Analysis Outlook (48) Um die preisbeeinflussenden Angebots- und Nachfragefaktoren zu erfassen, hat die Kommission die wichtigsten preisbeeinflussenden Faktoren der letzten fünf Jahre anhand von Auszügen der Zeitschrift Metals Analysis Outlook verfolgt, die die Marktentwicklung quartalsweise vorhersagt. Anhand dieser Unterlagen wurden als wichtigste Faktoren ermittelt: - Vorhersagen zu Produktion, Ausbau oder Aufgabe südafrikanischer Abbaustätten, - Umfang des Platinrecyclings, - Umfang der Almaz-Verkäufe für den russischen Staat, vorhergesagt anhand der Nickelproduktion und der Lagerbestände, - Verbrauch für Abgaskatalysatoren und kraftfahrtechnische Anwendungen, - Schmuckwarennachfrage in Japan, dortige Wirtschaftslage und Yen/Dollar-Wechselkurse sowie - in Verarbeitung befindliche Bestände. (49) Die aufgezählten Faktoren zeigen, daß der Platinpreis von den grundlegenden Angebots- und Nachfragefaktoren für Platin bestimmt wird. Daher stellt Platin einen relevanten Produktmarkt dar, der sich von dem anderer Edelmetalle unterscheidet. Gutachten der Kommission zu den Faktoren, die Platinpreisbewegungen beeinflussen (50) Zweck des Kommissionsgutachtens war es, soweit möglich die wichtigsten Faktoren zu ermitteln, die die Platinpreise bestimmen. Das Gutachten kommt zu folgenden Hauptergebnissen: a) Der Platinpreis korreliert statistisch kurzfristig mit dem Goldpreis, nicht notwendigerweise jedoch langfristig (der Zusammenhang wird weiter unten als Scheinkorrelation identifiziert), der Platinpreis wird jedoch auch durch das grundlegende Verhältnis von Angebot und Nachfrage innerhalb der Platinindustrie bestimmt. b) Die Korrelation zwischen Gold- und Platinpreisen belegt nicht, daß ein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen Preisen besteht. c) Eine signifikante Beziehung ist weder zwischen Platinpreisen und den wichtigsten makroökonomischen Indikatoren (Inflationsraten, Zinssätze, Wechselkurse und Wirtschaftswachstum) noch zwischen Goldpreisen und den wichtigsten makroökonomischen Indikatoren feststellbar. d) Der Platin-Terminmarkt ist im wesentlichen ein Markt für Termingeschäfte und in der Regel nicht durch ein hohes Maß an Spekulationsgeschäften gekennzeichnet. Langfristig herrschen daher die fundamentalen Daten als entscheidender preisbestimmender Faktor vor. e) Die Nachfrage nach Platin ist preisunelastisch (Elastizität kleiner eins, siehe Abschnitt iii) unten). f) Zwar ist der Platinmarkt kleiner als der Goldmarkt und größeren Schwankungen ausgesetzt, doch liegen keine Anzeichen für eine übermäßige Spekulation vor. Anders als bei Gold gibt es bestenfalls begrenzte Platinbestände, um eine periodisch auftretende Spitzennachfrage zu Anlagezwecken zu befriedigen. (51) Das Gutachten bestätigt daher, daß der Platinmarkt kein hochgradig spekulativer Markt ist und grundlegende Angebots- und Nachfragefaktoren preisbestimmend sind. Scheinkorrelationen zwischen Platin-, Gold-, Silber-, Rhodium- und Palladiumpreisen (52) Zwar korrelieren die Preise von Edelmetallen wie Gold und Platin hochgradig, eine ausgeprägte Korrelation impliziert für sich allein genommen jedoch noch keinen Kausalzusammenhang. Ökonomische Preisreihendaten sind häufig nichtstationär (d.h. weisen einen Trend auf) und korrelieren dadurch automatisch. Die Kommission hatte sich daher für eine gründlichere Analyse der Korrelation zwischen den Platin-, Gold-, Silber-, Rhodium- und Palladiumpreisen entschieden. (53) Die Kommission hat eine Kointegrationsanalyse der Preisdaten für Platin, Rhodium und Palladium sowie für Gold und Silber vorgenommen. Bei der Kointegrationsanalyse handelt es sich um ein ökonometrisches Verfahren, bei dem geprüft wird, ob eine systematische Gleichgewichtsbeziehung (oder langfristige Beziehung) zwischen zwei oder mehr Zeitreihendaten vorliegt. Nach den Analyseergebnissen belegen die Daten keine Gleichgewichtsbeziehung (oder langfristige Beziehung) zwischen den verschiedenen Preisniveaus für Platin, Rhodium, Palladium, Gold und Silber oder für eine beliebige Teilmenge dieser Metalle. Die ökonometrische Analyse der Metallpreise ergibt, daß die Platin-, Rhodium-, Palladium-, Gold- und Silberpreise sich langfristig unabhängig voneinander verändern. Dies bestätigt die Auffassung, daß Platin, Rhodium, Palladium, Silber und Gold separate relevante Produktmärkte sind. Von den Parteien angewandte Methode für die Platinpreisprognose (54) Die Bedeutung der grundlegenden Angebots- und Nachfragefaktoren für die Entwicklung der Platinpreise wird durch die Methode bestätigt, mit der die Parteien die Platinpreise prognostizieren. Nach Angaben von Implats sind die Preise kurzfristig (bis zu ein Jahr im voraus) sehr schwer vorherzusagen und beruhen auf einer Reihe von Faktoren wie Gold- und Silberpreisen, Veränderungen bei den Zinssätzen und Wechselkursen, Gerüchten über technische Entwicklungen usw. Längerfristig (länger als ein Jahr im voraus) betrachtet Implats die grundlegenden Angebots- und Nachfragefaktoren, bei denen ein Überangebot schwächere Preisen verursacht, während Angebotsdefizite umgekehrt zu höheren Preisen führen. LPD sagt kurzfristige Preise (6-12 Monate) durch Betrachtung der Faktoren Marktstimmung, Spekulationstätigkeit und Metallverfügbarkeit vorher. Langfristige Preise werden prognostiziert, indem einfach ein geschätzter US-Inflationsfaktor auf die Preise der kurzfristigen Vorhersage angewandt wird. Es ist jedenfalls klar, daß sowohl LPD als auch Implats die Verfügbarkeit des Metalls und somit den jeweiligen Angebots- und Nachfrageausgleich als wichtig für die Berechnung des Platinmarktpreises erachten. Schlußfolgerung (55) Eine Analyse der Faktoren, die den Platinpreis beeinflussen, zeigt, daß der Platinpreis längerfristig von den grundlegenden Faktoren des Angebots und der Nachfrage bestimmt wird, wie der Nachfrage nach Platin zur Verwendung in Kfz-Abgaskatalysatoren, für industrielle Anwendungen und für Schmuckwaren. Der Platinpreis kann zwar durch kurzfristige spekulative Bewegungen bei Edelmetallen wie Gold beeinflußt werden, steht aber längerfristig nicht mit den Preisen anderer Edelmetalle in Zusammenhang. iii) Preisunelastische Nachfrage nach Platin (56) Der Anteil der Platinnachfrage, der auf industrielle Anwendungen und Kfz-Abgaskatalysatoren entfällt, ist preisunelastisch, wahrscheinlich mit einer sehr geringen Preiselastizität, da Platin in diesen Anwendungen im Grunde nicht substituierbar ist, abgesehen von einer beschränkten Substitutierbarkeit von Platin durch Palladium in bestimmten Abgaskatalysatoren. Die Elastizität der Schmucknachfrage im japanischen Markt wurde in der obengenannten Studie als preisunelastisch mit einer Elastizität von -0,6 ermittelt. Da Abgaskatalysatoren und industrielle Anwendungen etwa 51 % des Markts und der japanische Schmuckwarenmarkt etwa 34 % ausmachen, bedeutet das, daß die Preiselastizität für 85 % des gesamten Platinmarkts äußerst gering ist. Die restlichen 15 % der Nachfrage entfallen auf Schmuckwaren außerhalb Japans (5 %) und auf Platin zu Anlagezwecken (10 %). Der Schmuckwarenmarkt außerhalb Japans dürfte eine unelastische Nachfrage aufweisen, da Platinschmuck ein ganz besonderes Produkt des gehobenen Marktsegments darstellt. Außerdem hat die Nachfrage zu Anlagezwecken nur eine kleine Auswirkung auf die Preiselastizität des gesamten Markts. Insgesamt kann daraus geschlossen werden, daß die Preiselastizität des gesamten Markts unelastisch ist (kleiner als eins). (57) Eine Preiselastizität kleiner als eins bedeutet, daß die Kreuzpreis-Substitutionselastizitäten gegenüber anderen Metallen noch kleiner sind, die Konkurrenzwirkung anderer Metalle also nicht sehr hoch ist. Eine unelastische Preiselastizität der Nachfrage deutet darauf hin, daß Platin einen separaten Produktmarkt darstellt. (58) Die Nachfrage nach Platin ist offensichtlich nur in der aktuellen Preisspanne unelastisch. Das bedeutet, daß beispielsweise eine Änderung des Preisniveaus von 10 % möglich wäre, ohne daß eine größere Substitution stattfindet. Die Kommission schließt jedoch nicht aus, daß eine umfangreichere Substitution von Platin durch andere Metalle nach einer gewissen Vorlaufzeit erfolgen könnte, wenn der Preis beispielsweise um 100 % oder mehr steigt. Dieses Phänomen konnte bei Rhodium beobachtet werden, dessen Preis Anfang der neunziger Jahre von 300 US-Dollar auf 7 000 US-Dollar pro Unze stieg. Wegen des Preisanstiegs von über 2 000 % begannen die Käufer von Rhodium, Alternativen zu suchen. Als Ergebnis sind viele Rhodiumanwendungen entfallen. Diese Extremsituation ist im vorliegenden Fall jedoch nicht vorrangig von Belang. (59) In der Antwort der Parteien auf die Beschwerdepunkte wird ausgeführt, daß die Analyse, die den Schlußfolgerungen der Kommission hinsichtlich der unelastischen Platinnachfrage zugrunde liegt, nicht stichhaltig ist (NERA - Bericht, S. 27). Jedoch haben die Parteien keinen Beweis für diese Behauptung erbracht und auch nicht bestritten, daß die Preiselastizität der Platinnachfrage unelastisch ist. iv) Schlußfolgerung (60) Auf der Grundlage der obigen Analyse stimmt die Kommission der Schlußfolgerung der Parteien in ihrer Anmeldung zu, daß Platin einen separaten relevanten Produktmarkt darstellt. A.3. Palladium (61) Palladium wird hauptsächlich für industrielle Anwendungen eingesetzt. Nur 4 % (200 000 Unzen) der Nachfrage pro Jahr entfällt auf Schmuckwaren, wo Palladium in Platinlegierungen oder als nicht-allergener Aufheller für Gold verwendet wird. Insbesondere kann Palladium Platin in Schmuckwaren nicht substituieren. (62) Palladium wird in großem Umfang in Kfz-Abgaskatalysatoren und Industriekatalysatoren in der Erdölraffination und der chemischen Industrie verwendet, z. B. zur Begrenzung des Platin- und Rhodiumverlusts bei der Umwandlung von Ammoniak in Salpetersäure. Palladium ist auch ein Rohmaterial von strategischer Bedeutung in elektronischen Bauelementen, insbesondere in palladiumhaltigen Bauelementen, die als Mehrschicht-Keramikkondensatoren (MLCC) bekannt sind. Diese Bauelemente sind in elektronischen Geräten und Telekommunikationsausrüstungen weit verbreitet. Ein Mobilfunktelefon enthält beispielsweise rund einhundert MLCC-Bauelemente. (63) Palladium kommt in denselben Erzen wie Platin vor und wird, wenn auch in einem anderen Raffinationsverfahren, von denselben Unternehmen produziert, die auch Platin herstellen. (64) Wie bereits für Platin ausgeführt, schwankt auch der Palladiumpreis unabhängig von den Preisen anderer Platinmetalle und unabhängig von den Gold- und Silberpreisen (Abschnitt VI.A.2 ii)). Palladium ist in Autokatalysatoren nur begrenzt mit Platin und in einfacheren elektronischen Kondensatoren mit Nickel substituierbar. Die Kommission stimmt mit der Schlußfolgerung der Parteien in ihrer Anmeldung überein, daß Palladium einen separaten relevanten Produktmarkt darstellt. A.4. Rhodium (65) Rhodium wird hauptsächlich für kraftfahrzeugtechnische Anwendungen eingesetzt. Rhodium kommt in denselben Erzen wie Platin vor und wird, wenn auch in einem anderen Raffinationsverfahren, von denselben Unternehmen produziert, die auch Platin herstellen. Wie bereits für Platin ausgeführt, schwankt auch der Rhodiumpreis unabhängig von den Preisen anderer Platinmetalle und unabhängig von den Gold- und Silberpreisen (Abschnitt VI.A.2 ii)). Rhodium ist nicht substituierbar (Abschnitt VI.A.2 i)). Die Preiselastizität ist daher innerhalb der gegenwärtigen Preisspanne nahe null. Die Kommission stimmt mit der Schlußfolgerung der Parteien im Formblatt CO überein, daß Rhodium einen separaten relevanten Produktmarkt darstellt. A.5. Ruthenium, Iridium und Osmium (66) Die restlichen drei PGM (Iridium, Osmium und Ruthenium) sind von geringerer wirtschaftlicher Bedeutung und werden häufig für Legierungen mit Platin oder Palladium verwendet. (67) Diese Metalle sind nicht substituierbar, und nach veröffentlichten Preisdaten scheinen sich ihre Preise zum gegenwärtigen Zeitpunkt unabhängig von denen anderer Metalle zu entwickeln. Daher scheinen diese Metalle jeweils separate relevante Produktmärkte darzustellen. Die Kommission stimmt mit der Schlußfolgerung der Parteien in ihrer Anmeldung überein, daß diese Metalle jeweils einen separaten relevanten Produktmarkt darstellen. B. Der relevante räumliche Markt B.1. Handel mit PGM (68) PGM sind vertretbare Sachen, die leicht zu transportieren sind, weltweit nach denselben Reinheitsstandards raffiniert und ohne Zollschranken gehandelt werden. PGM werden weltweit entweder aufgrund langfristiger Verträge oder auf dem Metallmarkt gehandelt. Die Preise für PGM sind bei langfristigen Lieferverträgen an einen Marktpreisindex gebunden und werden im allgemeinen monatlich anhand des Durchschnitts der täglichen Börsenpreisfeststellungen in dem der Lieferung vorausgehenden Monat ermittelt. Die Preise sind in US-Dollar je Feinunze angegeben. B.2. Die Platin- und Palladiumbörsen (69) Die Hauptbörsen für Platin und Palladium sind der London Platinum and Palladium Market (LPPM), die New York Mercantile Exchange (NYMEX) und die Tokyo Commodity Exchange for Industry (TOCOM). Sowohl für Platin als auch für Palladium liegen detaillierte Anforderungen hinsichtlich Form, Gewicht, Reinheit und Kennzeichnung vor, die für den Handel an diesen Börsen erfuellt sein müssen. Eine Reihe von Erzeugern wurden von den Börsen als sogenannte "Good Delivery"-Erzeuger anerkannt, deren Waren für den Handel zugelassen sind. (70) Die LPPM-Börse ist der einzige Spot-Markt unter den drei Börsen, wohingegen NYMEX und TOCOM beides Terminbörsen sind, von denen NYMEX die größte Bedeutung zukommt. Diese Börsen sind jedoch alle Teil desselben integrierten Weltmarkts für Platin und Palladium. Händler sind regelmäßig auf allen drei Börsen gleichzeitig tätig, beispielsweise im Handel am LPPM-Spot-Markt für die physische Lieferung, während sie am New Yorker Terminmarkt Sicherungsgeschäfte abschließen. B.3. Händlerpreise für Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium (71) Die Preise für Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium werden nicht an den Metallbörsen quotiert, sondern anhand der Preise der New Yorker Händler (NYD-Preise) und der Basispreise von Johnson Matthey ermittelt. Diese Marktpreise werden regelmäßig in der Veröffentlichung Platt's Metals Week bekanntgegeben bzw. stehen im Fall der Basispreise von Johnson Matthey den Händlern auf deren Computerbildschirmen zur Verfügung. B.4. Schlußfolgerung (72) Die Metallbörsen sind miteinander verknüpft. Daher ist ein weltweiter räumlicher Markt gegeben, auf dem die Weltmarktpreise für Platin und Palladium in US-Dollar je Feinunze quotiert werden. (73) Die Märkte für die weniger bedeutenden Metalle sind schwächer entwickelt. Diese Metalle werden jedoch im weltweiten Maßstab zu öffentlich quotierten Preisen in US-Dollar je Feinunze gehandelt. Da Rhodium, Ruthenium, Osmium und Iridium auf weltweiter Basis gehandelt und ihre Marktpreise entsprechend bestimmt werden, ist der relevante räumliche Markt für jedes dieser Metalle der Weltmarkt. VII. VEREINBARKEIT MIT DEM GEMEINSAMEN MARKT UND DEM EWR-ABKOMMEN (74) Durch das angemeldete Vorhaben würde die Zahl der Primärerzeuger von PGM in Südafrika von drei auf zwei verringert. Die südafrikanischen Platinvorkommen werden effektiv von diesen drei PGM-Erzeugern kontrolliert. Nur in Südafrika und in geringerem Ausmaß in den USA ist das Erz so ergiebig, daß es allein wegen der PGM gefördert wird, statt daß PGM als Nebenprodukte anfallen. Dies wird künftig auch in Simbabwe der Fall sein. (75) Von den russischen Vorkommen abgesehen, die rund 10 % der Weltvorkommen ausmachen und bei denen PGM als Nebenprodukte der Nickelgewinnung anfallen, gibt es sonst keine nennenswerten PGM-Vorkommen in der Welt. Das Vorhaben würde somit dazu führen, daß auf zwei Unternehmen rund 90 % der Weltvorkommen an PGM entfallen. (76) Durchführbarkeitsstudien und Schätzungen der Branche haben durchgängig bestätigt, daß Südafrika die wichtigste Quelle für PGM, insbesondere Platin selbst, ist und in absehbarer Zukunft bleiben wird. (77) Unter den drei südafrikanischen Erzeugern nimmt LPD eine Sonderstellung ein. Dies beruht erstens auf der Konzernzugehörigkeit: als Unternehmen europäischen Ursprungs wurde es als Außenseiter in der Branche angesehen. Außerdem unterscheidet es sich in seinem Managementstil von den anderen südafrikanischen Bergbaugesellschaften und wird von anderen Unternehmen als "rank und schlank" bezeichnet. (78) Alle PGM werden zwar zusammen abgebaut, doch stehen bei der Beurteilung des angemeldeten Vorhabens die Auswirkungen auf den Abbau und die Raffination von Platin und Rhodium im Mittelpunkt, da das Vorhaben nur in diesen Märkten zu einer beherrschenden Stellung führt. Bei Osmium gibt es außerdem zwischen den Parteien keine Überlappung, da LPD kein Osmium produziert. Desgleichen hat das Vorhaben nur begrenzte Auswirkungen auf den Palladiummarkt. A. Quellen für Platinmetalle A.1. Nachgewiesene und wahrscheinliche Vorkommen, Lagerbestände und vorhandene Abbaustätten von Platinmetallen (79) PGM werden hauptsächlich in Südafrika und Rußland abgebaut, kleinere Vorkommen befinden sich auch in den USA und Kanada. Der Abbau von PGM erfolgt in Südafrika nach drei Methoden: in einem Tagebau, bei dem das Erz von der Oberfläche aus abgebaut wird, in sogenannten Tonnlagerschacht-Bergwerken, bei denen der Schacht im selben Winkel wie das Erzflöz in die Erde vorgetrieben wird, und in Bergwerken, bei denen der Schacht senkrecht in die Erde vorgetrieben wird und der Abbau der Erzflöze in waagerechten Stollen erfolgt. Der Tagebau ist die kostengünstigste Abbaumethode, gefolgt von Tonnlagerschacht-Bergwerken und schließlich Bergwerken mit senkrechtem Schacht. Die Kosten steigen bei letzteren ab einer Tiefe von 1 000 m stark an, da eine zusätzliche Kühlung erforderlich wird und die Wege für die Arbeitskräfte und den Transport des geförderten Erzes länger sind. Weder LPD noch Implats betreiben einen Tagebau, der einzige ist im Besitz des AAC-Platinbergbauunternehmens Amplats. Im allgemeinen gilt die bei allen drei Abbaumethoden eingesetzte Technik als ausgereift. (80) Die einzelnen PGM fallen bei der Erzeugung in unveränderlichen, von der Natur vorgegebenen Relationen an, die von der jeweils ausgebeuteten Erzlagerstätte abhängen. Hinweisen offizieller Quellen (4) zufolge beträgt das Verhältnis Platin/Palladium/Rhodium beim Merensky-Riff etwa 100:42:21 und beim UG2-Riff 100:83:54. In anderen Ländern tritt Palladium im Verhältnis zu Platin mit einem höheren Anteil auf. Im größten russischen Bergwerk in Norilsk beträgt das Verhältnis rund 100:284:16, im amerikanischen Stillwater-Bergwerk 100:350:73 und im kanadischen Sudbury-Bergwerk 100:110:24. Diese Produktionsrelationen führen häufig zu erhöhten Lagerbeständen oder zum Überangebot der weniger nachgefragten Metalle. Sie sind auch der Grund, warum Palladium einen höheren Anteil an der russischen Produktion hat als Platin. In den südafrikanischen Bergwerken ist Platin jedoch mit Abstand das wichtigste Metall, auf das über 80 % des Umsatzes entfallen. (81) Wie aus Tabelle 2 ersichtlich, deckten südafrikanische Erzeuger 1994 70 % der Weltnachfrage nach Platin und 75 % der Nachfrage nach Rhodium, während Rußland 22 % des Platins und 21 % des Rhodiums lieferte. Rußland war mit 63 % des weltweit umgesetzten Palladiums der größte Lieferer, während Südafrika 28 % lieferte. Diese Marktanteile können gewissen jährlichen Schwankungen unterliegen, wenn die Erzeuger Lagerbestände abbauen, was beispielsweise 1994 in Rußland definitiv der Fall war. Bei der Betrachtung eines mehrjährigen Zeitraums scheinen keine Zweifel zu bestehen, daß Südafrika der Hauptlieferer für alle Platinmetalle ist und bleiben wird. Wie aus Tabelle 3 hervorgeht, befanden sich 1993 89 % der Weltvorkommen in Südafrika, verglichen mit 10 % in Rußland und 1 % in Nordamerika (5). >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (82) Nach einer alternativen Beurteilung der Vorkommen, die von C.F. Vermaak in The Platinum Group Metals - a global perspective vorgenommen wurde, entfallen auf Simbabwe rund 9 % und auf Finnland rund

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.