Europäische Union

2000/718/EG: Entscheidung der Kommission vom 1. Dezember 1999 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und der Funktionsweise des EWR-Abkommens (Fall Nr. IV/M.1578 - Sanitec/Sphinx) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1999) 4005) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 32000D0718. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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s auch auf die Märkte für Waschbecken und WCs, Badewannen und Duschwannen zu. (181) Anhand der vorstehenden Mengen- und Wertangaben sind die Marktanteile der Parteien und ihrer wichtigsten Konkurrenten bei sanitärem Steinzeug in Tabelle 4 aufgeführt. Tabelle 4 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Frankreich >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (182) Bei sanitärem Steinzeug werden die Parteien zwar zu Marktführern, doch übersteigen ihre gemeinsamen Marktanteile nicht die [< 40 %](187)-Marke. Darüber hinaus ist in Frankreich auch eine große Zahl anderer Hersteller von Badezimmerprodukten vertreten, die erhebliche Anteile am Markt halten. Bei Ideal Standard sind das rund [< 20 %](188), bei Kohler zirka [< 15 %](189) und bei Villeroy & Boch und Roca jeweils rund [< 15 %](190). (183) Die Marktanteile der Parteien und ihrer wichtigsten Konkurrenten bei Badewannen und Duschwannen sind Tabelle 5 zu entnehmen. Tabelle 5 Marktanteile der Hersteller von Bade- und Duschwannen in Frankreich >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (184) Bei Badewannen bleibt Kohler [...](191) mit gut [< 30 %](192) Marktführer. Hersteller wie Roca, Merloni und Ideal Standard können ebenfalls auf beachtliche Marktanteile verweisen. Bei Duschwannen übernehmen die Parteien mit einem gemeinsamen Anteil von über [< 40 %](193) die Führung auf dem Markt. Daneben gibt es aber auch mehrere andere auf dem französischen Markt vertretene Wettbewerber, deren Marktanteile sich im Bereich um [< 20 %](194) bewegen. (185) Anders als in den nordischen Ländern bieten in Frankreich die großen Wettbewerber sowohl sanitäres Steinzeug als auch Badewannen und Duschwannen und somit ein ähnlich breitgefächertes Sortiment wie die Parteien an. (186) Angesichts der vorstehenden Ausführungen geht die Kommission nicht davon aus, dass der angemeldete Zusammenschluss in Frankreich zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf einem der vorstehend erörterten Märkte führen würde. 5. Allgemeine Schlussfolgerungen zu Kontinentaleuropa (187) Die Kommission vertritt in Anbetracht der vorstehenden Ausführungen die Ansicht, dass der angemeldete Zusammenschluss nicht zur Begründung oder Verstärkung von beherrschenden Stellungen in einem der sachlich relevanten Märkte in Belgien/Luxemburg, den Niederlanden, Deutschland oder Frankreich führen würde. C. DIE NORDISCHEN LÄNDER 1. Sanitäres Steinzeug a) Vorhandener Wettbewerb (188) Die Parteien haben mit ihren Marken in den nordischen Ländern eine seit jeher sehr starke Marktstellung. Nachfolgend wird belegt, dass Sanitec und Sphinx zusammen am Markt für sanitäres Steinzeug in den nordischen Ländern Anteile von rund [55-95 %](195) halten würden. Dagegen sind andere Wettbewerber dort kaum vertreten. i) Schweden (189) Nach Sanitec-Schätzungen belief sich 1998 auf dem schwedischen Markt für sanitäres Steinzeug die Stückzahl auf ungefähr [600000-700000](196) mit einem Wert von ca. [35-45](197) Mio. EUR. GB Consult prognostiziert, dass sich der Markt ab 1999 aufgrund des vorhergesagten Zuwachses bei Bauinvestitionen, vor allem bei Neubauten, erholt und dass er bis 2003 schrittweise wachsen wird. (190) Durch den Zusammenschluss würden die Parteien auf allen betroffenen Märkten in Schweden die Führungsposition übernehmen. Die Marktanteile sind in Tabelle 6(198) dargestellt. Tabelle 6 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Schweden >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (191) Aus den Angaben in Tabelle 6 ist ersichtlich, dass die Parteien in Schweden bei WCs, Spülkästen und Waschbecken sehr hohe Marktanteile erreichen würden. Diese würden sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig bei über [< 90 %](199) liegen. Im Hinblick auf Waschbecken hat Sanitec in der Anmeldung angegeben, dass Muscle Machine am schwedischen Markt für Waschbecken Anteile in Höhe von rund [< 50 %](200) hält. Die Marktuntersuchung der Kommission lässt allerdings darauf schließen, dass das Unternehmen Muscle Machine in Wirklichkeit Produkte im Auftrag unter den Markennamen seiner Kunden [...](201) herstellt. Demzufolge kann der Marktanteil, der von Sanitec für Muscle Machine angegeben wurde, nicht als Indikator für die Marktmacht von Muscle Machine als Wettbewerber betrachtet werden. Eigentlich müsste der Marktanteil auf die unmittelbaren Kunden, zu denen auch die Parteien gehören, aufgeteilt werden. Eine solche Neuzuordnung der Umsätze von Muscle Machine würde allerdings Geschäftsgeheimnisse von Muscle Machine verletzen. Außerdem würde die Würdigung durch die Kommission wegen einer solchen Neuzuordnung nicht grundlegend anders ausfallen. Nach Schätzungen dürfte der korrekte Marktanteil von Muscle Machine daher im Hoechstfall bei [< 20 %](202) liegen. (192) Selbst wenn man den Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt heranzieht, würde sich an der Marktstellung der Parteien nichts ändern. Im allgemeinen hätte jeder der Hauptkonkurrenten der Parteien einen Anteil von unter [< 10 %](203), wobei Muscle Machine mit rund [< 20 %](204) Anteilen am Markt für Waschbecken eine Ausnahme wäre. ii) Finnland (193) Nach Schätzungen von Sanitec befand sich 1998 eine Menge von [450000-550000](205) Stück im Wert von ungefähr [25-35](206) Mio. EUR auf dem finnischen Markt für sanitäres Steinzeug. GB Consult geht von einem anhaltenden Marktwachstum im Jahr 1999 aus, das sich in der Folge leicht abschwächt, sodass der Markt 2003 erneut das Niveau von 1998 erreichen würde. (194) In Finnland hätten die Parteien ebenso wie in Schweden sehr hohe Marktanteile und würden in allen Märkten zu Marktführern. Die jeweiligen Marktanteile sind Tabelle 7 zu entnehmen. Tabelle 7 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Finnland >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (195) Genauso wie in Schweden würden die Parteien mit Marktanteilen von bis zu [< 95 %](207) der mit Abstand stärkste Wettbewerber bei WCs, WC-Spülkästen und Waschbecken werden. Beim Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt würde auf die Parteien ein gemeinsamer Marktanteil von über [< 80 %](208) entfallen. Am schwächsten wäre die Konkurrenz bei WCs und WC-Spülkästen; dort hätte der zweitgrößte Wettbewerber einen Marktanteil von nur [< 10 %](209). Bei Waschbecken würden auf Muscle Machine als größten Wettbewerber etwa [< 20 %](210) des Marktes entfallen (siehe Erwägungsgrund 191 bezüglich der weiteren Verringerung des Marktanteils von Muscle Machine). Die übrigen Wettbewerber würden weniger als [< 10 %](211) Marktanteil erzielen. (196) Bei Waschbecken geht die Kommission davon aus, dass der Marktanteil der Parteien tatsächlich etwas höher als von Sanitec angegeben sein dürfte, weil der Gesamtmarktanteil der Parteien bei sanitärem Steinzeug ebenfalls etwas größer ist. Betrachtet man die für andere nordische Länder vorliegenden Angaben zu den Marktanteilen, so lässt sich feststellen, dass eine ziemlich große Übereinstimmung zwischen den Marktanteilen bei einzelnen Erzeugnissen und den insgesamt auf den Markt für sanitäres Steinzeug entfallenden Gesamtmarktanteilen besteht. iii) Dänemark (197) Nach Sanitec-Schätzungen umfasste der dänische Markt für sanitäres Steinzeug im Jahr 1998 eine Menge von [550000-650000](212) Stück im Wert von ungefähr [30-40](213) Mio. EUR. GB Consult prognostiziert, dass der Markt bis 2001 schrumpft und anschließend wahrscheinlich erneut in eine Wachstumsphase gerät. (198) Aus Tabelle 8 ist ersichtlich, dass die Parteien in allen Märkten die Führungsposition übernehmen und außerdem sehr große Marktanteile gewinnen würden. Tabelle 8 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Dänemark >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (199) In Dänemark würden sich bei den meisten Produktgruppen auch dann, wenn der Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt betrachtet wird, die gemeinsamen Marktanteile der Parteien auf über [ > 70 %](214) belaufen. Bei WCs und WC-Spülkästen wäre die Stellung der Wettbewerber am schwächsten; dort würden auf den stärksten Wettbewerber nicht einmal [< 10 %](215) entfallen. Bei Waschbecken, bei denen die Parteien einen gemeinsamen Marktanteil zwischen [55 %](216) und [85 %](217) halten würden, wäre Muscle Machine mit etwa [< 20 %](218) der Hauptkonkurrent (siehe Erwägungsgrund 191 bezüglich der weiteren Verringerung des Marktanteils von Muscle Machine). Auf Villeroy & Boch würden [< 5 %](219) des Marktes und auf Duravit/Laufen, Caradon und Svedbergs jeweils weniger als [< 5 %](220) entfallen. (200) Aus den vorstehend für Finnland angeführten Gründen nimmt die Kommission an, dass der von Sanitec genannte Marktanteil der Parteien bei Waschbecken höher ausfallen dürfte, weil der Gesamtmarktanteil der Parteien bei sanitärem Steinzeug ebenfalls höher ist. iv) Norwegen (201) 1998 umfasste der norwegische Markt für sanitäres Steinzeug schätzungsweise [350000-450000](221) Stück im Wert von ungefähr [20-30](222) Mio. EUR. Laut GB Consult wird der Markt bis 1999 relativ stabil bleiben und danach aufgrund der ungünstigen Prognosen für die Bauwirtschaft eine Phase der Rezession durchlaufen. (202) Die Marktstruktur und -stellung der Parteien wäre in Norwegen ähnlich wie in Schweden, Finnland und Dänemark. Aus Tabelle 9 ist ersichtlich, dass die Parteien sehr hohe Marktanteile haben und die Marktführerschaft in allen Märkten übernehmen würden. Tabelle 9 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Norwegen >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (203) Aus Tabelle 9 lässt sich ablesen, dass auf die Parteien Marktanteile von nahezu [< 95 %](223) in allen sachlich relevanten Märkten und auch im Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt entfallen würden (siehe Erwägungsgrund 191 bezüglich des Marktanteils von Muscle Machine). v) Island (204) Nach Sanitec-Schätzungen umfasste der isländische Markt für sanitäres Steinzeug im Jahr 1998 eine Menge von ungefähr [35000-45000](224) Stück im Wert von ungefähr [1-2](225) Mio. EUR. (205) Die Marktanteile der Parteien und ihrer Wettbewerber sind in Tabelle 10 aufgeführt. Tabelle 10 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Island >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (206) In Island hätten die Parteien gemeinsam zwar eine ähnliche Marktstellung wie in allen anderen nordischen Ländern in dem Sinne, dass die Parteien über hohe Marktanteile verfügten und die Marktführerschaft in allen Märkten übernehmen würden, doch muss festgestellt werden, dass Sphinx in Island gegenwärtig bei WCs und WC-Spülkästen und bei Waschbecken Marktführer ist. (207) Nach dem Zusammenschluss würden die Parteien mit Marktanteilen von rund [< 80 %](226) bis [< 90 %](227) bei WCs, WC-Spülkästen und Waschbecken zu Marktführern. Selbst wenn man den Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt betrachtet, würde sich kein anderes Bild ergeben. Auf Roca als den größten Wettbewerber würden weniger als [< 15 %](228) und auf Villeroy & Boch unter [< 10 %](229) Marktanteil entfallen. Weitere Wettbewerber sind Caradon and Svedbergs mit sehr niedrigen Marktanteilen. vi) Die nordischen Länder insgesamt (208) Sanitec-Schätzungen zufolge würden auf die nordischen Länder ungefähr [< 10 %](230) des Gesamtwerts des EWR-Marktes für Badezimmerprodukte entfallen, was für 1998 einer Summe von etwa [400-500](231) Mio. EUR und einer Stückzahl von rund [2-3](232) Mio. entsprach. (209) Bei Sanitärkeramikerzeugnissen hatte der nordische Markt 1998 nach Sanitec-Schätzungen insgesamt einen Umfang von [2000000-3000000](233) Stück, was einem Wert von [100-150](234) Mio. EUR entsprach. Bezogen auf diese Mengen- und Wertangaben ist die Gesamtstellung der Parteien und ihrer Wettbewerber in Tabelle 11 dargestellt. Tabelle 11 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in den nordischen Ländern >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (210) Aus Tabelle 11 ist ersichtlich, dass auf die Parteien Marktanteile von [< 80 %](235) bis zu fast [< 100 %](236) bei WCs, WC-Spülkästen und Waschbecken auch dann entfallen würden, wenn man die nordischen Länder als einen einzigen räumlich relevanten Markt betrachtet. Die Marktführerschaft würde auch bei sanitärem Steinzeug insgesamt erhalten bleiben. (211) Die Marktstellung der Parteien würde sich in Anbetracht der vorstehend für einzelne Länder genannten Marktdaten auch dann nicht grundlegend ändern, wenn man den räumlich relevanten Markt als einen alle nordischen Länder umfassenden Markt betrachtet bzw. von einzelnen Märkten ausgeht. b) Substituierbarkeit auf der Angebotsseite (212) Sanitec hat behauptet, dass hohe Marktanteile in den nordischen Ländern einem Unternehmen nicht per se Marktmacht verleihen, denn große und starke Wettbewerber wie die multinationalen US-Konzerne American Standard/Ideal Standard und Kohler hätten keine Mühe, sich in diesen Ländern erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten. Die Kommissionsuntersuchung widerlegt jedoch eindeutig die Behauptung von Sanitec, dass in den nordischen Ländern ein wirksamer Wettbewerb stattfinde. Sanitec hat angegeben, dass den Kunden bei einem Lieferantenwechsel nur geringe Kosten entstuenden und dass die Lieferanten sogar bereit seien, sich an den Kosten zu beteiligen, wenn Kunden zu ihnen wechseln. Sanitec hat daher argumentiert, dass im Fall von Preissteigerungen bei Badezimmerprodukten mehrere Unternehmen ihre Präsenz in Skandinavien verstärken oder neu in den dortigen Markt eintreten könnten. Laut Sanitec lässt sich dies aufgrund niedriger Transportkosten mühelos bewerkstelligen. Außerdem hat Sanitec geltend gemacht, dass bei Badezimmerprodukten im EWR, in Südosteuropa und Südostasien Überkapazitäten bestehen, sodass jeder Preisanstieg sofortige Markteintritte zur Folge hätte, wodurch sich der Handlungsspielraum der Parteien im Hinblick auf Preissteigerungen in Grenzen hielte. (213) Die meisten Abnehmer haben der Kommission mitgeteilt, dass sie im Fall eines Preisanstiegs um 5 bis 10 % eigentlich keine Möglichkeit hätten, den Anbieter zu wechseln. Bei einigen Kunden hieß es, dass sie bei einer 5- bis 10 %igen Preissteigerung eventuell ihren Bedarf durch Importe aus Asien oder Polen decken würden. Da aber diese Kunden nur vergleichsweise geringe Mengen beziehen und die führenden Marken der Parteien weiter im Bestand halten müssten, geht die Kommission nicht von einer echten Alternative aus. Einige der wichtigen Großhandelsunternehmen haben mitgeteilt, dass die Nachfrage nach Marken, die nicht zu den führenden gehören, zu gering ist, als dass man die Produkte zu Wettbewerbspreisen importieren könnte. Darüber hinaus hieß es bei diesen Abnehmern, dass Importe über große Entfernungen mehrere Monate dauern könnten und dass die Gefahr von Produktfehlern und Bruch zu groß gewesen wäre. Es wurde von den Kunden auch darauf hingewiesen, dass bei von weither eingeführten Produkten Probleme mit dem Kundendienst auftreten würden. Angesichts der Tatsache, dass eine beträchtliche Menge abgenommen werden müsste, damit die Importware auch wettbewerbsfähig ist, können Einfuhren aus Ländern außerhalb des EWR nicht als echte Alternative für Kleinabnehmer angesehen werden. (214) Angesichts der im Verlauf der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse hält es die Kommission nicht für realistisch, dass diese Großhändler in erheblichem Ausmaß von renommierten Markenprodukten auf Billigimporte aus Ländern außerhalb des EWR überwechseln. Das gegenwärtig geringe Einfuhrniveau deutet nicht auf künftige Importzuwächse erheblichen Ausmaßes hin, die ein Gegengewicht zur Marktstellung der Parteien bilden könnten. Schließlich stützt das derzeit niedrige Importniveau das Argument, dass Einfuhren für die Kunden kein gangbarer Weg sind, obwohl in den nordischen Ländern wenige andere in Frage kommende Anbieter vorhanden sind. c) Markteintritt (215) Die meisten Großhändler haben angegeben, dass Ido, Ifö und Gustavsberg in den nordischen Ländern mehr oder minder die Norm sind und dass die Kunden diese Marken nachfragen. In den Erwägungsgründen 102 bis 108 wurde erörtert, dass durch unterschiedliche nationale Normen der Markteintritt erschwert wird. Bezüglich der nordischen Länder sind einige Großhändler sogar so weit gegangen anzunehmen, dass Sanitec und Sphinx durch die Übernahme von Gustavsberg praktisch ein nordisches "Schutzschild" mit speziellen Produkten und Produktnormen errichtet haben, wodurch es für Wettbewerber besonders schwer wird, in den nordischen Markt einzutreten. (216) Die Untersuchung der Kommission zeigt, dass bei einer Erhöhung der Preise für Badezimmerprodukte die Wettbewerber ihre Präsenz in den nordischen Ländern kurzfristig nicht ausbauen könnten. Dort ist die Lage anscheinend vollkommen anders als im Beneluxraum, wo die Wettbewerber trotz im Vergleich zu den Parteien niedrigerer Marktanteile nicht nur Fuß gefasst haben, sondern ihre Marktpräsenz sogar verstärken. Dies lässt auch den Schluss zu, dass die nordischen Länder im Gegensatz zu Kontinentaleuropa relativ isoliert sind und die Produktion vor Ort einen wichtigen Wettbewerbsvorteil bietet. Gegenwärtig verfügen nur Sanitec und Sphinx über Fertigungsstätten in den nordischen Ländern. (217) Die mit den eingeführten Marken in den nordischen Ländern verbundene Tradition und Markentreue wird auch dadurch belegt, dass seit mehr als 20 Jahren keine wirklich wichtigen, neuen Anbieter in diese Märkte eingetreten sind und dass diejenigen Hersteller, z. B. Muscle Machine, denen in den letzten Jahren der Markteintritt gelungen ist, im Bereich der Nischenprodukte tätig sind und/oder sich auf die Auftragsfertigung spezialisiert haben. d) Fehlende Nachfragemacht (218) Sanitec argumentiert, dass eine besondere gegengewichtige Nachfragemacht in den nordischen Ländern vorhanden sei, da auf eine sehr begrenzte Anzahl von Großhandelsunternehmen große Teile der Nachfrage entfallen. In Dänemark hält Dahl nach Sanitec-Schätzungen etwa [< 50 %](237) der Marktanteile, auf A& O Johansen entfallen [< 20 %](238) und auf Rör & Armatur [< 20 %](239). In Finnland kommt Onninen auf [< 80 %](240) des Marktes, Dahl auf [< 20 %](241) und LV Tuko auf [< 15 %](242). Sanitec gibt an, dass in Norwegen Dahl [< 50 %](243), Stavanger Rör [< 30 %](244) und Bergens Rör [< 20 %](245) des Marktes halten. Schließlich entfallen in Schweden nach Sanitec-Schätzungen auf Dahl [< 50 %](246), auf Ahlsell [< 40 %](247) und auf Onninen [< 20 %](248) des Marktes. Außerdem behauptet Sanitec, dass sich im Groß- und Einzelhandel in den nordischen Ländern ein Konsolidierungsprozess vollzieht. Als Beispiele hat Sanitec folgende Unternehmen genannt: Ahlsell, der vor kurzem die schwedische Großhandelsfirma Lando AB übernommen und die Beteiligung am finnischen Großhandelsunternehmen Starckjohann erworben hat; das in mehreren skandinavischen Ländern tätige Unternehmen Dahl, das den schwedischen Großhändler Skoogs VVS übernahm; und die Firma Sanistål, die die dänischen Großhändler Erik Hassel-Kjaer A/S und PE Ernhardt A/S aufkaufte. (219) Sanitec hat darüber hinaus argumentiert, dass die Großhändler in vielen Fällen höhere Umsätze erzielen als die Lieferanten von Badezimmerprodukten, was für das Vorhandensein von Nachfragemacht spreche. Ferner hat Sanitec geltend gemacht, dass Unternehmen mit begrenztem Verhandlungsspielraum sich häufig zu Einkaufsgruppen zusammenschließen, um so ihre Nachfragemacht zu stärken. Schließlich nutzen laut Sanitec Großhändler ihre Verhandlungsmacht aus, indem sie beispielsweise damit drohen, bei Preiserhöhungen zu anderen Anbietern zu wechseln oder Hausmarken einzuführen. (220) Die Kommission folgt nicht der Sanitec-Argumentation, dass Nachfragemacht vorhanden sei. Sie stellt zwar fest, dass der Großhandelsmarkt in den nordischen Ländern tatsächlich relativ konzentriert ist, geht aber nicht davon aus, dass die Nachfragemacht der dortigen Großhändler ausreicht, um ein Gegengewicht zur Marktmacht der neuen Einheit zu bilden. (221) Insbesondere konstatiert die Kommission, dass der Großhandel, wenn er aus seiner Nachfragemacht Nutzen ziehen will, auf leistungsfähige Alternativlieferanten zurückgreifen können muss. Die Untersuchung hat aber eindeutig ergeben, dass dies nicht zutrifft. Die Befragungen der Kommission zeigen, dass Großhändler in den nordischen Ländern, wenn überhaupt, nur in Ausnahmefällen zu anderen Lieferanten wechseln. Die meisten Großhändler haben der Kommission mitgeteilt, dass bei ihnen in den letzten drei bis fünf Jahren kein Lieferantenwechsel stattgefunden hat. Einige Großhändler haben angegeben, dass beispielsweise Sanitec seit über 50 Jahren zu ihren Lieferanten gehört. Während Sanitec geltend macht, dass Lieferverträge eine kurze Laufzeit (von in der Regel einem Jahr) haben und dass Großhändler kurzfristig und ohne großen Kostenaufwand zu anderen Anbietern wechseln können, belegt die Untersuchung der Kommission, dass die Lieferbeziehungen in den nordischen Ländern in der Praxis langfristig sind und dass bei den Kunden die Markentreue stark ausgeprägt ist. Ein wichtiger Unterschied zwischen den nordischen Ländern und dem Beneluxraum besteht darin, dass die Großhändler in den Beneluxländern bereit sind, im Fall einer Preisanhebung sofort zu anderen Anbietern zu wechseln. Einiges deutet darauf hin, dass dies in der Vergangenheit praktiziert wurde und dass sich die Nachfrage von den Marktführern zu den Wettbewerbern verlagert hat. (222) Die Untersuchung zeigt auch, dass die Einkaufsgruppen nicht stark genug sind, um ein Gegengewicht zur Stellung der Parteien in den nordischen Ländern zu schaffen. Die Kommission hat zwei der von den Parteien genannten Gruppen, nämlich EDT und EUDIM(249), angesprochen, zu deren Mitgliedern auch Abnehmer aus den nordischen Ländern gehören. Aus der Untersuchung ergibt sich eindeutig, dass in Bezug auf Badezimmerprodukte beide Gruppen hauptsächlich als Foren für Informationsaustausch, Datenerfassung, Untersuchungen des Einkaufsmarktes und Unterstützung in praktischen Fragen des Handels dienen. Die Gruppen nehmen nicht die Aufgaben von eigentlichen Einkaufsorganisationen wahr, auch wenn EUDIM Rahmenverträge aushandelt. Laut EUDIM gestalten sich jedoch die Verhandlungen über sanitäres Steinzeug sehr schwierig, weil aufgrund von Ansprüchen an das Design, der kulturellen und technischen Unterschiede Verhandlungen auf der Basis des Grundsatzes "Ein Produkt für alle" ausgeschlossen sind. Zum anderen ist es EUDIM in den 20 Jahren seines Bestehens nur einmal gelungen, einen solchen Rahmenvertrag mit einem Hersteller von Sanitärkeramik abzuschließen; dabei handelte es sich um Duravit/Laufen. Dies sei aber ein Ausnahmefall, denn Laufen entwickelte in Zusammenarbeit mit EUDIM ein spezielles Waschbecken. Laut EUDIM ist es nicht gelungen, Verträge mit anderen starken Markenanbietern von sanitärem Steinzeug in Europa, wie z. B. Sanitec, abzuschließen. Die Kommission stellt jedoch fest, dass diese Gruppen langfristig die Nachfragemacht der Großhändler beeinflussen könnten, da sie ihren Mitgliedern empfehlen könnten, ihre Ware bei bestimmten Lieferanten zu beziehen und von diesen am Jahresende Prämien zu kassieren. Derzeit spricht allerdings nichts dafür, dass durch derartige Aktivitäten die Nachfragemacht der Mitglieder in den nordischen Ländern so gestärkt wird, dass sie der beherrschenden Stellung der Parteien entgegenwirken könnten. (223) Was die Behauptung von Sanitec anbelangt, dass der Großhandel im Fall von Preissteigerungen die Produktion von Hausmarken aufnehmen würde, hat die Untersuchung ergeben, dass in Skandinavien nur einige wenige Großhändler eigene Marken haben. Ähnlich wie bei Importen lassen sich billigere Hausmarken aufgrund der seit jeher starken Stellung von Sanitec und Sphinx über Gustavsberg nur sehr schwer einführen. Aus den Bemerkungen Dritter kann gefolgert werden, dass gegenwärtig nur ein sehr geringer Anteil der Umsätze mit Hausmarken erzielt wird. Im Augenblick gibt es keinen Anhalt dafür, dass die Großhändler in naher Zukunft einen erheblichen Teil ihres Produktsortiments auf Hausmarken umstellen, um so ein Gegengewich

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.