Europäische Union

2000/718/EG: Entscheidung der Kommission vom 1. Dezember 1999 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und der Funktionsweise des EWR-Abkommens (Fall Nr. IV/M.1578 - Sanitec/Sphinx) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1999) 4005) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 32000D0718. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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hreren der folgenden EWR-Länder beschränken: Belgien/Luxemburg, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, Niederlande, Norwegen und Schweden. (140) Die nachstehende Analyse wird überwiegend auf der Ebene der einzelnen EWR-Länder durchgeführt. Dabei finden als Alternative die weitergefasste Definition des sachlich relevanten Marktes (d. h. sanitäres Steinzeug) und die umfassendere Definition des räumlich relevanten Marktes (d. h. nordische Länder) ebenfalls Berücksichtigung, um nachzuweisen, dass die wettbewerbsrechtliche Würdigung auch in den Alternativfällen nicht wesentlich anders ausfallen würde. 2. Der europäische Markt für Badezimmerprodukte (141) Die allgemeine Nachfrage auf dem Markt für Badezimmerprodukte ist relativ stabil und in einigen Fällen sogar rückläufig gewesen. Damit vollzieht sich in der Branche nahezu die gleiche Entwicklung wie auf den Märkten für Wohnungsbau, Bau- und Renovierungsvorhaben. Die Stagnation, die Anfang der 90er Jahre im Baugewerbe vieler westeuropäischer Länder einsetzte, wirkte sich ungünstig auf den gesamten Markt für Badezimmerprodukte aus. In den Jahren 1996 und 1997 zeichnete sich in den meisten Ländern Europas eine Verbesserung beim Produktionszuwachs in der Baubranche insgesamt ab, und dieser Aufwärtstrend hat sich fortgesetzt. Zwar verlief die Entwicklung in den einzelnen EWR-Ländern unterschiedlich, doch gab es eine allgemeine Tendenz zu einem wertmäßigen Rückgang bei den Kernprodukten (d. h. Sanitärkeramikerzeugnisse, Badewannen, Armaturen und Mischbatterien), wohingegen mengenmäßig seit 1996 ein Zuwachs um ein bis zwei Prozentpunkte allgemein zu verzeichnen war. Nach den Vorhersagen von GB Consult ist in den nächsten fünf Jahren mit einem bescheidenen Zuwachs im EWR insgesamt und auch auf nationaler Ebene zu rechnen. (142) Der Markt für Badezimmerprodukte und insbesondere der Markt für sanitäres Steinzeug weist die Merkmale eines weitgehend gesättigten Marktes auf. Es gibt kaum Produktinnovationen oder -unterschiede, und in der Regel haben die Produkte eine lange Lebensdauer. Die Marktanteile der führenden europäischen Hersteller haben sich in den vergangenen drei Jahren nur wesentlich verändert; zudem war in den letzten Jahren kein großer Markteintritt zu verzeichnen. (143) Laut Sanitec-Schätzungen belief sich 1998 der Wert des europäischen Marktes für Badezimmerprodukte insgesamt auf [8-10](140) Mrd. EUR. Davon entfielen auf sanitäres Steinzeug eztwa [< 30 %](141), auf Badewannen und Duschwannen zirka [< 10 %](142) und auf Duschabtrennungen/-dächer/-wände/-kabinen um die [< 20 %](143). 3. Die europäische Angebotsstruktur insgesamt (144) In der europäischen Branche für Badezimmerprodukte vollzieht sich ein schneller und zunehmend umfassender Umstrukturierungs- und Konzentrationsprozess. In den letzten Jahren haben die Hersteller von Badezimmerprodukten ihre Marktstellung hauptsächlich durch die Übernahme bestehender Marken und weniger durch Neuzugänge und/oder Innovationen ausgebaut. Zu den wichtigsten Transaktionen der jüngsten Zeit, die zu einer Konsolidierung auf dem europäischen Markt für Badezimmerprodukte geführt haben, gehören der Erwerb von Allia/Keramag durch Sanitec, die Übernahme von Gustavsberg durch Sphinx, der Erwerb von Blue Circle durch Ideal Standard, die Übernahme von Duravit durch Laufen und die vor kurzem angekündigte Übernahme von Duravit/Laufen durch Roca. (145) Ideal Standard, Sanitec, Duravit/Laufen, Roca, Sphinx und Villeroy & Boch sind die führenden Unternehmen auf dem europäischen Markt für Badezimmerprodukte, insbesondere sanitäres Steinzeug. Im Allgemeinen sind die größten europäischen Anbieter am stärksten auf ihren Inlandsmärkten vertreten, selbst wenn sie in vielen Fällen auch in mehreren EWR-Ländern präsent sind. Beispielsweise ist Duravit/Laufen in der Schweiz am stärksten, Roca in Spanien, Sanitec in den nordischen Ländern und Sphinx in den Niederlanden. Ein weiteres Merkmal dieser Anbieter besteht darin, dass sie mehr oder weniger die gesamte Palette an Badezimmerprodukten anbieten. Auf der anderen Seite gibt es einige Unternehmen beachtlicher Größe, die sich auf bestimmte Erzeugnisse spezialisiert haben, so z. B. der deutsche Hersteller Friedrich Grohe, der ausschließlich Armaturen und Mischbatterien produziert. Darüber hinaus gibt es viele kleinere Anbieter, die sich in ihrer geschäftlichen Tätigkeit entweder auf einen nationalen, höchstens noch regionalen Markt beschränken und/oder auf bestimmte Badezimmerprodukte spezialisieren. Das schwedische Unternehmen Svedbergs bietet beispielsweise ein recht breitgefächertes Spektrum an Badezimmerprodukten an, ist aber nur in den nordischen Ländern tätig. Der spanische Hersteller Metaliberica ist auf bestimmte Badewannen, Duschwannen und Hydrotherapieprodukte spezialisiert und in verschiedenen EWR-Ländern vertreten. B. KONTINENTALEUROPA 1. Belgien/Luxemburg a) Vorhandener Wettbewerb (146) In Belgien/Luxemburg entfallen etwa [< 20 %](144) des Marktes für Badezimmerprodukte auf Sanitärkeramikerzeugnisse. Nach Sanitec-Schätzungen belief sich die Menge an sanitärem Steinzeug 1998 auf ungefähr [800000-900000](145) Stück, was einem Wert von zirka [20-30](146) Mio. EUR entspricht. (147) Die Marktanteile der Parteien und ihrer wichtigsten Wettbewerber sind Tabelle 1 zu entnehmen. Tabelle 1 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Belgien/Luxemburg >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (148) Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, dass die Parteien sowohl auf dem Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt als auch bei den Einzelprodukten Waschbecken und WCs Marktführer würden. Anders als in den nordischen Ländern, wo andere Wettbewerber kaum auftreten, sind alle großen Hersteller von sanitärem Steinzeug mit einem Angebot an gleichwertigen Produkten in Belgien/Luxemburg vertreten. (149) Die Parteien müssten mit einer starken Konkurrenz vor allem durch Ideal Standard rechnen, denn auf dieses Unternehmen würden auch nach dem Zusammenschluss rund [< 30 %](147) der Marktanteile entfallen. Die Parteien wären zwar Marktführer bei WCs und sanitärem Steinzeug insgesamt, aber bei Waschbecken hätten sie und Ideal Standard nahezu gleiche Marktanteile. Daneben sind andere potente Wettbewerber, z. B. Duravit/Laufen, Roca und Villeroy & Boch, mit bekannten und starken Marken auf dem Markt vertreten, die auf eine langjährige Marktpräsenz und -erfahrung zurückgreifen können. Hinzuweisen ist außerdem darauf, dass Roca und Duravit/Laufen beim Zustandekommen ihrer angekündigten Fusion einen gemeinsamen Marktanteil haben würden, der in etwa dem von Ideal Standard entspricht. (150) Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit von Wettbewerbern, die an die Stelle des Marktführers getreten sind, belegt eindeutig, dass auf dem Markt in Belgien/Luxemburg Wettbewerb herrscht. Sphinx als Unternehmen mit seit jeher starker Marktstellung in Belgien/Luxemburg hat dort sehr schnell Marktanteile eingebüßt. Im Zeitraum von 1996 bis 1998 ging der (wertmäßige) Marktanteil von Sphinx von etwa [< 50 %](148) auf zirka [< 30 %](149) bei sanitärem Steinzeug insgesamt zurück. Innerhalb von nur drei Jahren hat Sphinx beim Marktanteil somit Einbußen in Höhe von mehr als [< 30 %](150) Prozentpunkten erlitten. Zwar ist es Sanitec gelungen, den Sphinx-Marktanteil teilweise zu übernehmen, doch den größten Anteil konnte sich Duravit/Laufen aneignen. Dies zeigt, dass sich das Nachfrageumfeld tatsächlich verändert. (151) Die Untersuchung hat auch ergeben, dass die meisten Abnehmer in Belgien/Luxemburg ihre Ware von mindestens zwei bis drei Herstellern beziehen, wobei die Zahl der Lieferanten von Sanitärkeramikerzeugnissen in vielen Fällen noch höher ist. Dies bedeutet, dass die Kunden, anders als in den nordischen Ländern, in der Regel Geschäftsbeziehungen zu mehr als einem Produzenten unterhalten. Für die Anbieter bedeutet dies, dass sie die nötigen Kundenkontakte haben und ihren Kundenstamm nicht neu aufbauen müssen, wie es bei einem Markteintritt der Fall wäre. Deshalb könnten die Abnehmer im Fall einer Preissteigerung bei einem Großteil des von ihnen gegenwärtig bei den Parteien bezogenen sanitären Steinzeugs zu anderen Lieferanten wechseln. (152) Keiner der von der Kommission im Verlauf der Untersuchung befragten Kunden hat Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des Vorhabens in Belgien/Luxemburg geäußert. Vielmehr haben sie bestätigt, dass auf dem Markt Wettbewerber vorhanden sind und dass sie bei Preiserhöhungen um 5 bis 10 % zu anderen Lieferanten wechseln würden. Da die durchschnittliche Laufzeit eines Liefervertrags üblicherweise höchstens ein Jahr beträgt, sind die Kunden nicht für einen übermäßig langen Zeitraum an ihren Lieferanten gebunden, was den Wechsel zu einem anderen Anbieter erleichtert. Außerdem deutet einiges darauf hin, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen Kunden und Lieferanten in aller Regel nicht so lange bestehen wie in den nordischen Ländern. b) Substituierbarkeit auf der Angebotsseite (153) Die Untersuchung der Kommission hat ergeben, dass es bei sanitärem Steinzeug eine Substituierbarkeit auf der Angebotsseite gibt und dass jeglicher Versuch der neuen Einheit, die Preise zu erhöhen, zu einer relativ schnellen Reaktion auf der Angebotsseite durch die Wettbewerber führen könnte. Ferner hat sich durch die Untersuchung gezeigt, dass die Umstellung der Produktion auf ein bestimmtes Modell vergleichsweise schnell erfolgen kann, sofern der Hersteller über eine Gießform für dieses Modell verfügt. Für die Umstellung würden höchstens drei Monate gebraucht, was der Gesamtlebensdauer einer Gießform im Produktionsprozess entspricht. Die Umstellung könnte allerdings problemlos auch viel schneller bewerkstelligt werden, indem die vorhandene Gießform durch eine andere ersetzt wird. Es wären weder erhebliche Umrüstzeiten noch eine zusätzliche Ausrüstung erforderlich, und außerdem wäre eine solche Umstellung auch nicht mit hohen Kosten verbunden. Es wurde bereits an anderer Stelle festgestellt, dass sämtlichen Wettbewerbern Produktgruppen und Modelle zur Verfügung stehen, die sie bereits heute in Belgien/Luxemburg verkaufen. Eine Umstellung der Produktion würde deshalb nicht die Entwicklung neuer Produkte oder Modelle erfordern. Außerdem hat sich gezeigt, dass überschüssige Kapazitäten am Markt vorhanden sind, weshalb die Reaktion auf der Angebotsseite durch mögliche Engpässe nicht eingeschränkt würde. (154) Angesichts dessen geht die Kommission davon aus, dass die Substituierbarkeit auf der Angebotsseite ausreicht, um dem Verhalten der neuen Einheit entgegenzuwirken. c) Markteintritt (155) Wie bereits erwähnt, hat sich in der Untersuchung bestätigt, dass der Markteintritt in der Regel auf dem Wege der Übernahme bestehender nationaler Marken erfolgt. Für Belgien/Luxemburg ist jedoch ein direkter Eintritt nicht vollkommen ausgeschlossen. So ist es Sanitec z. B. innerhalb weniger Jahre gelungen, in Belgien/Luxemburg praktisch aus dem Nichts einen Marktanteil von rund [< 10 %](151) zu erlangen. Dies erhärtet die Vermutung, dass der Markt in Belgien/Luxemburg nicht so stark abgeschottet ist wie der nordische Markt. (156) Sphinx ist der einzige Hersteller mit einer Produktionsstätte in Belgien/Luxemburg. Die anderen Wettbewerber unterhalten Verkaufsbüros und beziehen ihre Ware aus ihren Werken, die sich hauptsächlich in Deutschland befinden. Zwar könnte man argumentieren, dass eine Fertigungsstätte vor Ort aus der Sicht der Logistik und der Transportkosten vorteilhaft sein könnte, doch stützt die Tatsache, dass beispielsweise Ideal Standard gegenwärtig einen Anteil von mehr als [< 30 %](152) am Markt in Belgien/Luxemburg hat, die von der Kommission gewonnene Erkenntnis, dass die Hersteller mit der Produktion bestimmter Fabriken vor allem das Herstellerland, aber auch die Nachbarländer beliefern. Es lässt sich also annehmen, dass auch ein Marktteilnehmer, der in Belgien/Luxemburg keine Produktionsstätte hat, auf dem dortigen Markt erfolgreich agieren kann. (157) Schließlich kann angesichts der gegenwärtig zu beobachtenden Konzentrationstendenzen auf dem europäischen Markt für Badezimmerprodukte angenommen werden, dass durch eine weitere Konsolidierung neue Akteure auf den Plan treten, die ein Gegengewicht zur gemeinsamen Marktstellung der Parteien in Belgien/Luxemburg bilden können. Insbesondere Duravit/Laufen und Roca, die ihren Zusammenschluss vor kurzem angekündigt haben, werden wohl ihre Stellung in einer Reihe von Ländern, darunter auch Belgien/Luxemburg, verbessern können. d) Schlussfolgerungen zu Belgien/Luxemburg (158) Angesichts der vorstehenden Ausführungen geht die Kommission nicht davon aus, dass die Parteien ihre Marktstellung halten könnten, sollten sie nach dem Zusammenschluss die Preise erhöhen. Hieraus schließt die Kommission, dass das Vorhaben nicht zur Begründung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung in Belgien/Luxemburg führen würde, wodurch ein wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen Markt oder einem wesentlichen Teil davon spürbar behindert würde. 2. Niederlande a) Wettbewerbssituation (159) In den Niederlanden entfallen etwa [< 30 %](153) des Marktes für Badezimmerprodukte insgesamt auf Sanitärkeramikerzeugnisse. Nach Sanitec-Schätzungen belief sich die Menge an sanitärem Steinzeug 1998 auf ungefähr [1800000-2000000](154) Stück, was einem Wert von zirka [70-80](155) Mio. EUR entspricht. Nach den von Sanitec vorgelegten Zahlen ist der Markt in den Jahren 1996-1998 beträchtlich gewachsen, wertmäßig um [< 20 %](156); für die nahe Zukunft wird jedoch mit einer Stagnation gerechnet. (160) Die Marktanteile der Parteien und ihrer wichtigsten Wettbewerber sind Tabelle 2 zu entnehmen. Tabelle 2 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in den Niederlanden >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (161) Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, dass die Parteien Marktführer sowohl auf dem Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt als auch bei Waschbecken und WCs als Einzelprodukte würden. Die gemeinsame Stellung der Parteien auf diesen Märkten wäre etwas stärker als in Belgien/Luxemburg. Die Marktanteile der Parteien würden sich im Bereich von [< 60 %](157) bewegen und nur bei WCs wertmäßig [< 70 %](158) übersteigen. (162) Einige Abnehmer wie Technische Unie und Plieger unterhalten zentrale Einkaufsbüros für den Beneluxraum in den Niederlanden. In Anbetracht dessen, dass ein Teil der den Niederlanden zugeordneten Umsätze eigentlich in Belgien/Luxemburg erzielt wird, schätzt Sanitec ein, dass die Marktanteile der Parteien in den Niederlanden um bis zu [< 5 %](159) niedriger angesetzt werden müssten. Demnach wären die gemeinsamen Marktanteile der Parteien in den Niederlanden geringer als in Tabelle 2 angegeben. (163) Ferner sei darauf hingewiesen, dass der aus dem Zusammenschluss resultierende Zugewinn an Marktanteil mit lediglich [< 10 %](160) relativ niedrig wäre. (164) Marktanteile sind nur ein Indikator der Marktmacht. Daher vertritt die Kommission die Auffassung, dass Marktanteile allein nicht notwendigerweise für eine Dominanz sprechen, sondern dass auch andere Überlegungen Berücksichtigung finden müssen. Aus den nachstehenden Gründen nimmt die Kommission nicht an, dass das angemeldete Vorhaben zur Begründung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung in den Niederlanden führen würde. (165) Zum einen dürfte zwar die gemeinsame Stellung der Parteien in den Niederlanden relativ stark sein, doch muss auch festgestellt werden, dass Sphinx in den letzten Jahren Marktanteile verloren hat. Der holländische Markt ist seit jeher der Heimatmarkt von Sphinx. Dort war Sphinx lange Jahre Marktführer, doch sind die Marktanteile in den Jahren von 1996-1998 um etwa [< 20 %](161) Prozentpunkte und bei sanitären Steinzeug von [< 70 %](162) auf etwa [< 60 %](163) gesunken. Die verlorenen Marktanteile wurden vor allem von Sanitec und [...](164) übernommen. (166) Innerhalb dieses Zeitraums, der durch starkes Wachstum auf dem niederländischen Markt geprägt war, musste Sphinx erhebliche Einbußen beim Marktanteil hinnehmen. Gegenwärtig bestehen Überkapazitäten im Markt, und es gibt Anzeichen für einen Preisverfall. Die Untersuchung lässt auf ein Stagnieren des gesamten Marktes in naher Zukunft schließen. Es kann also angenommen werden, dass sich die Marktbedingungen nicht günstig auf die gegenwärtige Stellung von Sphinx auswirken werden. (167) Außerdem hat die Untersuchung ergeben, dass die Kunden in den Niederlanden ebenso wie in Belgien/Luxemburg dazu tendieren, unterschiedliche Beschaffungsstrategien zu verfolgen. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Abnehmer sanitäres Steinzeug von mindestens zwei bis drei Herstellern beziehen und dass Sphinx-Kunden gleichzeitig auch beträchtliche Mengen an Badezimmerprodukten bei anderen Lieferanten einkaufen. Auf dem holländischen Markt sind mehrere Wettbewerber tätig; [...](165) Villeroy & Boch, [...](166) Duravit/Laufen, Kohler und Ideal Standard. Alle vier Wettbewerber sind potente Anbieter mit bekannten und eingeführten Marken, die eine langjährige Präsenz und Erfahrung am Markt haben. Deshalb könnten die Kunden im Fall von Preissteigerungen bei einem Großteil des von ihnen gegenwärtig bei den Parteien bezogenen sanitären Steinzeugs zu anderen Lieferanten wechseln. b) Substituierbarkeit auf der Angebotsseite (168) Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Stellung von Sphinx in den Niederlanden seit jeher sehr stark ist und dass sich viele der dortigen Abnehmer angesichts des Marktanteils des Unternehmens vorzugsweise für Sphinx-Produkte entscheiden. Bei diesem vergleichsweise hohen Maß an Markentreue könnte es schwierig werden, Abnehmer von einem Wechsel zu anderen Produkten zu überzeugen; damit hätten es auch neue Lieferanten schwer, in den Markt einzutreten. Dennoch vertritt die Kommission die Auffassung, dass die traditionelle Bevorzugung von Sphinx-Produkten nicht notwendigerweise bedeutet, dass die Parteien im Fall einer Preissteigerung nach dem Zusammenschluss ihre Marktstellung halten könnten. (169) Die Kommission nimmt aus denselben Gründen wie im Fall Belgien/Luxemburg an, dass in den Niederlanden bei sanitärem Steinzeug eine Substituierbarkeit auf der Angebotsseite gegeben ist. Außerdem geht sie davon aus, dass die Substituierbarkeit auf der Angebotsseite ausreicht, um die Marktmacht der fusionierten Einheit in den Niederlanden in Schach zu halten. In diesem Zusammenhang stellt die Kommission fest, dass wie in Belgien/Luxemburg sämtliche großen Wettbewerber in den Niederlanden tätig sind, wenngleich deren Marktanteile hier niedriger sind als in Belgien/Luxemburg. Dennoch geht sie davon aus, dass die meisten der auf dem holländischen Markt vertretenen Unternehmen bereit und in der Lage sind und über genügend finanzielle Mittel verfügen, ihre Marktstellung zu verbessern. Folglich würden für den Fall, dass die Parteien die Preise für ihre Produkte erhöhen, die vorhandenen Modelle, die Kenntnis des Marktes und die bestehenden Kundenkontakte sowie die Überkapazität im Markt zu einer schnellen Reaktion auf der Angebotsseite und zum verstärkten Markteintritt der Wettbewerber führen. (170) Aus Stellungnahmen von Dritten geht hervor, dass der Markt empfindlich auf Preise reagiert und dass ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ohne Zeitverzug erfolgen kann. Tatsächlich haben sämtliche Abnehmer in den Niederlanden, die sich an den Befragungen durch die Kommission beteiligen, angegeben, dass sie zu anderen Anbietern wechseln könnten und würden, falls die Parteien die Preise um 5-10 % erhöhen. Keiner von ihnen hat ernsthafte Bedenken wegen der Transaktion vorgebracht. c) Markteintritt (171) Es wurde bereits festgestellt, dass Sphinx seit jeher eine starke Position auf dem heimischen Markt hat, die aber in den letzten Jahren etwas geschwächt wurde. Ebenso wie in Belgien/Luxemburg ist es Sanitec gelungen, auf dem niederländischen Markt innerhalb weniger Jahre Fuß zu fassen und sich etwa [< 10 %](167) des Marktes anzueignen. Einem weiteren Wettbewerber, dem türkischen Hersteller Eczacibasi, ist es ebenfalls gelungen, sich auf dem holländischen Markt zu etablieren. (172) Schließlich ist davon auszugehen, dass sich auch in den Niederlanden die Marktlage im Zuge einer weiteren Konsolidierung des europäischen Marktes für Badezimmerprodukte verändern wird. Das Unternehmen Roca, das derzeit nicht in das Geschehen auf dem niederländischen Markt eingreift, wird nach abgeschlossener Fusion mit Duravit/Laufen vermutlich seine Präsenz auf dem dortigen Markt verstärken. d) Schlussfolgerungen zu den Niederlanden (173) Die Marktuntersuchung der Kommission hat bestätigt, dass die Substituierbarkeit auf der Angebotsseite trotz der hohen Marktanteile der Parteien bei einigen Produkten erheblich ist und dass vorhandene und potentielle Wettbewerber auf dem holländischen Markt ein Gegengewicht bilden könnten. Hieraus schließt die Kommission, dass das Vorhaben nicht zur Begründung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung führen würde, wodurch ein wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen Markt oder einem wesentlichen Teil davon spürbar behindert würde. 3. Deutschland (174) Deutschland hat mit einem Anteil von etwa [< 40 %](168) am europäischen Markt den größten Markt für Badezimmerprodukte. Nach Sanitec-Schätzungen belief sich der Gesamtwert des deutschen Marktes für Badezimmerprodukte 1998 auf zirka [2,5-3,5](169) Mrd. EUR. Laut Schätzungen betrug der Wert des Marktes für sanitäres Steinzeug [250-450](170) Mio. EUR; dies entspricht einer Stückzahl von etwa [8000000-10000000](171). (175) In Deutschland übersteigen die gemeinsamen Marktanteile der Parteien 15 % bei Waschbecken und WCs sowie bei sanitärem Steinzeug insgesamt. Die jeweiligen Marktanteile sind Tabelle 3 zu entnehmen. Tabelle 3 Marktanteile der Hersteller von sanitärem Steinzeug in Deutschland >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (176) Aus Tabelle 3 ist ersichtlich, dass die gemeinsamen Marktanteile der Parteien in allen Märkten weniger als [< 40 %](172) betragen würden. Sphinx ist in Deutschland nur in geringem Maß tätig. Die Überschneidungen der Parteien belaufen sich in allen Märkten auf unter [< 5 %](173); dies hält die Kommission für einen unerheblichen Wert(174). (177) Wenn auch die Parteien Marktführer in allen Märkten würden, würden andere Wettbewerber erhebliche Marktanteile halten. Als besonders starke Konkurrenz werden sich Villeroy & Boch und Duravit/Laufen erweisen, die jeweils etwa [< 20 %](176) Marktanteile haben. Der türkische Importeur Vitra/Eczacibasi hat sich auf dem deutschen Markt gut etabliert und kann rund [< 20 %](177) Anteil für sich verbuchen, Ideal Standard hat einen Marktanteil von ungefähr [< 10 %](178). Villeroy & Boch und Ideal Standard verfügen über beachtliche Produktionskapazitäten in Deutschland, das traditionell als deren Inlandsmarkt gilt. Außerdem bieten die meisten Wettbewerber auch eine breite Palette von Badezimmerprodukten an, die mit denen der Parteien vergleichbar sind. (178) Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen und in Anbetracht der Existenz mehrerer starker Wettbewerber geht die Kommission davon aus, dass auf dem deutschen Markt Wettbewerb herrscht und dass die Marktstellung der Parteien keinen Anhalt für die Begründung einer beherrschenden Stellung bietet. 4. Frankreich (179) Schätzungen zufolge beläuft sich der Gesamtwert des französischen Marktes für Badezimmerprodukte auf [1-1500](179) EUR. Nach Sanitec-Angaben beträgt der Markt für sanitäres Steinzeug in Frankreich [6500000-7500000](180) Stück im Wert von [200-300](181) Mio. EUR, [550000-650000](182) Badewannen im Wert von [50-60](183) Mio. EUR und [600000-700000](184) Duschwannen im Wert von [30-40](185) Mio. EUR. (180) In den Geschäftsfeldern, in denen sich Überschneidungen ergeben, übersteigen die gemeinsamen Marktanteile der Parteien [< 20 %](186); dies trifft sowohl auf den Markt für sanitäres Steinzeug insgesamt al

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.