Europäische Union

2000/718/EG: Entscheidung der Kommission vom 1. Dezember 1999 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und der Funktionsweise des EWR-Abkommens (Fall Nr. IV/M.1578 - Sanitec/Sphinx) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1999) 4005) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 32000D0718. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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hen. Diese Überlegung spielt auch eine wichtige Rolle bei Installateuren, die ihren Endverbrauchern Garantien einer Laufzeit von üblicherweise zehn Jahren gewähren. Außerdem sind Klempner und Installateure am Kauf von Produkten interessiert, die entsprechend den landesüblichen Installationsmethoden eingebaut werden und für die Verbindungsstücke problemlos erhältlich sind. (108) Ausgehend von den vorstehenden Ausführungen vertritt die Kommission die Ansicht, dass einige aufsichtsrechtliche Unterschiede zwischen den EWR-Ländern bestehen und dass die Kunden und somit auch die Wettbewerber starke wirtschaftliche Anreize haben, die nationalen Normen einzuhalten, selbst wenn ihre Anwendung im Prinzip auf freiwilliger Basis erfolgt. h) Europäisierung (109) Sanitec macht geltend, dass alte Produktgruppen in einer begrenzten Anzahl von Ländern benutzt worden sein mögen, dass der Trend aber nunmehr dahin gehe, europäische Produktgruppen mit einer geringeren Zahl von Serien und identischen Produkten einzuführen, um die Kosten zu senken und Größenvorteile nutzen zu können. In diesem Zusammenhang hat Sanitec erklärt, dass Sphinx bestrebt sei, die Zahl der unterschiedlichen Modelle [...](116) zu verringern. (110) Ferner führt Sanitec an, dass die Entwicklung bei der Produktepalette von Sanitec im Zeitraum zwischen 1996 und 1998 für eine Tendenz zur Europäisierung des Marktes spreche. Sanitec führte 1997 und 1998 europäische Produktgruppen wie "Cavelle", "Trylogia" und "Eden" ein. Außerdem baut Sanitec seit kurzem die Stellung der Keramag-Marke in Griechenland, Spanien und im Vereinigten Königreich aus. (111) Die Kommission erkennt an, dass in der Branche gewisse Bestrebungen zu beobachten sind, bei den Produkten Anpassungen vorzunehmen, so dass sie für einen europaweiten Markt geeignet sind. Allerdings zeigt die Untersuchung, dass Produkte und Produktsortimente gegenwärtig weitgehend der nationalen/regionalen Nachfrage angepasst sind. Die Tatsache, dass allein Sanitec über 50 Produktgruppen und 8000 Modelle unter den entsprechenden Markennamen in ganz Europa vermarktet, ist ein eindeutiger Beleg dafür. Zudem werden Badezimmerprodukte weitgehend auf Länderebene über lokale Verkaufsorganisationen verkauft, wobei die Kataloge und Broschüren in der jeweiligen Landessprache abgefasst werden. Schließlich unterstreicht die Tatsache, dass die Preise auf nationaler Ebene festgelegt werden und dass alle Marktteilnehmer nationale Verkaufsbüros haben, die vorrangig nationale/regionale Ausrichtung dieser Geschäftstätigkeit. Bei der Würdigung des vorliegenden Falls muss der Umstand, dass der Markt für Badezimmerprodukte langfristig europäisiert werden könnte, unberücksichtigt bleiben. i) Markteintrittsschranken (112) Die Untersuchung hat ergeben, dass die Schranken für den Markteintritt für Badezimmerprodukte in Europa hoch sind. Die Märkte sind im Wesentlichen länderorientiert und durch eine traditionelle Bevorzugung lokaler, eingeführter Marken geprägt. Der Markteintritt erfolgt vorrangig über den Erwerb lokaler Marken, die weitergeführt werden. Beispielsweise übernahm Ideal Standard vor kurzem die Badezimmer-Sparte von Blue Circle und nutzt die eingeführten Marken wie z. B. Armitage Shanks bei der Vermarktung der Produkte im Vereinigten Königreich. Das Unternehmen Sanitec selbst hat eine derzeitige Führungsposition hauptsächlich durch Übernahmen erreicht. Im Sanitec-Jahresbericht heißt es sogar, dass die Expansionsstrategie darin bestanden habe, Unternehmen mit starker Marktstellung aufzukaufen. Die meisten Sanitec-Tochtergesellschaften sind auf ihren jeweiligen Inlandsmärkten mit eingeführten und bekannten Marken und langen Traditionen der Marktführer. (113) Gegenwärtig vollzieht sich auf dem europäischen Markt für Badezimmerprodukte eine Umstrukturierung erheblichen Ausmaßes, und der Markt befindet sich anscheinend im Umbruch. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein direkter Markteintritt in Zukunft leichter zu bewerkstelligen sein könnte. Dennoch geht die Kommission in Anbetracht der vorliegenden Untersuchungsergebnisse davon aus, dass lokale, angestammte Marken weiterhin eine wichtige Rolle spielen. (114) Außerdem deuten die von der Kommission im Verlauf der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse darauf hin, dass die Rentabilität der Produktion von Badezimmerprodukten in der Regel von einer hohen Kapazitätsauslastung abhängt, so dass davon auszugehen ist, dass Neuzugänger ein beachtliches Produktionsvolumen absetzen müssten. j) Schlussfolgerungen (115) In Anbetracht der bisherigen Ausführungen geht die Kommission nicht davon aus, dass es sich bei dem räumlich relevanten Markt für Sanitärkeramik, Badewannen und Duschwannen um einen EWR-weiten Markt handelt; vielmehr ist von einem nationalen(117) oder bestenfalls einige Länder umfassenden Markt auszugehen. Dies wird nachfolgend gesondert für die nordischen Länder und für Kontinentaleuropa belegt. 2. Die nordischen Länder (116) Laut Sanitec haben die Einfuhren nach Skandinavien ungefähr die gleiche Höhe wie die Importe nach Italien und Portugal, d. h. sie liegen bei etwa [< 10 %](118) des Gesamtverbrauchs. Sanitec führt jedoch an, dass die Einfuhren nach Skandinavien innerhalb der vergangenen drei Jahre um mehr als [< 400 %](119) gestiegen seien. Ferner steigen laut Sanitec die Importe nach Skandinavien aus Ländern außerhalb des EWR (z. B. aus Polen und Thailand) aufgrund ihrer sehr günstigen Preise. Außerdem hat Sanitec mitgeteilt, dass in großem Umfang Ausfuhren aus Skandinavien erfolgen, die etwa [< 40 %](120) der Gesamtproduktion in diesem Gebiet ausmachen. (117) Ausgehend von den durch Sanitec vorgelegten Einfuhrstatistiken hat die Kommission ermittelt, dass sich die Einfuhren nach Skandinavien 1998 wertbezogen auf etwa 13 % beliefen. Gestützt auf die von Sanitec übermittelten internen Einfuhrangaben hat die Kommission geschätzt, dass weniger als 1 % dieser Gesamteinfuhren von Dritten stammten, während der überwiegende Teil gruppeninterne Transaktionen von Sanitec und Sphinx sind. Sanitec hat argumentiert, dass die statistischen Angaben über Einfuhren durch Dritte nicht zuverlässig seien und dass diese unterschätzt würden. Probleme mit den statistischen Angaben ergeben sich insbesondere aus FECS(121)-Statistiken. Diesen Statistiken zufolge machten die Einfuhren 1996 unter 8 % des Gesamtverbrauchs in Skandinavien aus. Allerdings besagen dieselben Statistiken, dass die Einfuhren im Jahr 1997 auf die Hälfte des obigen Wertes zurückgingen; dies wiederum steht im Gegensatz zur Sanitec-Argumentation. Anschließend hat Sanitec erklärt, dass FECS-Statistiken wegen fehlender Meldungen unzuverlässig seien. In jedem Fall unterscheiden die FECS-Statistiken nicht zwischen Einfuhren durch Dritte und gruppeninternen Lieferungen, die den Löwenanteil der Einfuhren in die nordischen Länder ausmachen. Die Kommission gelangt daher zu dem Schluss, dass abgesehen von den gruppeninternen Importen hauptsächlich durch Sanitec und Sphinx die Einfuhren in die nordischen Länder außer Acht gelassen werden können. (118) Die von der Kommission angestellten Untersuchungen bestätigen, dass Einfuhren in die nordischen Länder nur in bescheidenem Umfang erfolgen. In ihren Antworten auf die Befragungen der Kommission haben Abnehmer bestätigt, dass sie Badezimmerprodukte auf dem nationalen Markt beziehen und Sanitärkeramik aus anderen nordischen Ländern, vor allem aus Schweden und Finnland, importieren. (119) Laut Sanitec beliefen sich die Sanitärkeramik-Ausfuhren aus Skandinavien 1997 insgesamt auf etwa [< 40 %](122). Allerdings wurde der überwiegende Teil dieser Ausfuhrgeschäfte zwischen den nordischen Ländern abgewickelt. Beispielsweise führte Schweden [< 80 %](123) seiner gesamten Produktion in andere nordische Länder aus, bei Finnland waren es fast [< 70 %](124). Das Gros der restlichen Exporte entfiel auf gruppeninterne Ausfuhren, vor allem nach Kontinentaleuropa. Finnland exportierte auch in gewissem Umfang Sanitärkeramikerzeugnisse nach Russland und dem Baltikum. Nach den Schätzungen der Kommission machten diese Ausfuhren weniger als 1 % der von den nordischen Ländern insgesamt 1997 getätigten Exporte aus. (120) Neben den nur sehr geringen Einfuhren aus Kontinentaleuropa ist die Tatsache, dass die Lieferstruktur in den nordischen Ländern von der in Kontinentaleuropa abweicht, ein deutlicher Hinweis darauf, dass die nordischen Länder einen vom übrigen Europa getrennten Markt bilden. Es wurde bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass in den nordischen Ländern angebotene Marken nur in geringem Umfang auf den Markt in Kontinentaleuropa gelangen; umgekehrt ist das gleiche zu beobachten. Andere Hersteller, so z. B. Villeroy & Boch und Ideal Standard, sind in den nordischen Ländern nur in geringem Umfang vertreten. Zudem unterscheiden sich die unter diesen Markennamen angebotenen Produkte auch von den in Kontinentaleuropa gelieferten Erzeugnissen. (121) Einen weiteren Hinweis darauf, dass getrennte Märkte in den nordischen Ländern und in Kontinentaleuropa bestehen, liefert die Vertriebsstruktur. Nur drei der von Sanitec genannten 21 führenden europäischen Vertriebsorganisationen (d. h. Großhandel und Baumärkte) für Badezimmerprodukte sind in den nordischen Ländern vertreten. Keine der in Kontinentaleuropa führenden Vertriebsorganisationen ist in den nordischen Ländern tätig. (122) Dänemark unterscheidet sich bis zu einem gewissen Grad von den anderen nordischen Ländern; dort hat Villeroy & Boch mit Sanitärkeramikerzeugnissen etwas höhere Umsätze als in den übrigen nordischen Ländern erzielt. Die Untersuchung der Kommission hat jedoch ergeben, dass diese nur sehr gering sind und dass sowohl die Nachfragestruktur als auch die Lieferstruktur insgesamt in Dänemark ähnlich ist wie in den anderen nordischen Ländern. Des Weiteren spricht die Tatsache, dass einige der in Dänemark aktiven Großhändler auch in Schweden und/oder Finnland (Ahlsell, Onninen, Dahl), nicht jedoch in Kontinentaleuropa tätig sind, eher dafür, Dänemark den nordischen Ländern zuzuordnen. (123) Für Badewannen und Duschwannen liegen keine Einfuhrzahlen getrennt nach Produktgruppen vor. Da, wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, die Einfuhren in die nordischen Länder insgesamt nur einen sehr geringen Umfang haben, lässt sich der Schluss ziehen, dass Einfuhren von Badewannen und Duschwannen, bei denen es sich nicht um gruppeninterne Lieferungen handelt, selbst bei einer Einzelbewertung nicht zwangsläufig die Definition eines räumlich relevanten Marktes rechtfertigen würden, der mehr als die nordischen Länder umfasst. (124) Es wurde bereits erwähnt, dass zwischen den nordischen Ländern umfangreicher Handel erfolgt, was darauf hinzudeuten scheint, dass die Nachfrage mehr oder minder homogen ist und dass der Handel innerhalb dieses Gebietes nicht durch Transportkosten behindert wird. Die Kommission hat im Verlauf ihrer Untersuchung allerdings festgestellt, dass beträchtliche Preisunterschiede zwischen den nordischen Ländern bestehen. Die Kommission hat die Preisangaben überprüft, die von Sanitec für einige 1998 in mehreren nordischen Ländern verkaufte Einzelerzeugnisse zur Verfügung gestellt wurden. Ein Vergleich der Nettoabgabepreise zeigt, dass die Preise in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden erheblich voneinander abweichen, wobei die Unterschiede in vielen Fällen [15-45 %](125) betragen. Eine Festlegung des genauen Erfassungsbereichs des räumlich relevanten Marktes erübrigt sich jedoch, weil, wie nachstehend ausgeführt wird, die Würdigung des vorliegenden Falles bei keiner der erwogenen alternativen Definitionen grundlegend anders ausfallen würde. Schlussfolgerungen zu den nordischen Ländern (125) In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen vertritt die Kommission die Auffassung, dass die nordischen Länder einen von Kontinentaleuropa getrennten räumlich relevanten Markt darstellen. Es muss aber nicht endgültig darüber entschieden werden, ob die nordischen Länder einen räumlich relevanten Markt bilden oder ob jedes Land als gesonderter räumlicher Markt betrachtet werden sollte, denn bei jeder Marktdefinition würde das angemeldete Vorhaben zur Begründung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung führen, und die Würdigung des vorliegenden Falles dadurch nicht grundlegend beeinflusst werden. 3. Kontinentaleuropa (126) Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, ergibt die Untersuchung der Kommission, dass der Erfassungsbereich der räumlich relevanten Märkte national, bestenfalls aber regional ist. In ihrer Entscheidung vom 3. August 1999, in dieser Sache ein Verfahren nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe c) der Fusionskontrollverordnung einzuleiten, wies die Kommission auf die Möglichkeit von Wettbewerbsproblemen in Belgien/Luxemburg und in den Niederlanden hin. Die anschließend von der Kommission durchgeführte Analyse hat jedoch gezeigt, dass sich aus den nachstehenden Gründen (siehe Erwägungsgründe 146 bis 173) der geplante Zusammenschluss in diesem Gebiet keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft. (127) Im Verlauf des Verfahrens hat Sanitec geltend gemacht, dass Belgien/Luxemburg und die Niederlande zu den Ländern mit den freiesten Märkten im EWR gehören und dass in großem Umfang Produkte eingeführt werden, die außerhalb dieser Länder hergestellt werden. In einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens hat Sanitec behauptet, dass zumindest die Beneluxländer, Frankreich und Deutschland demselben räumlich relevanten Markt angehörten. Die Kommission stellt fest, dass die Sphinx-Fabriken in den Niederlanden und Belgien/Luxemburg tatsächlich die einzigen Produktionsstätten in diesem Gebiet sind. Weder Sanitec noch einer der Wettbewerber produziert Sanitärkeramik im Beneluxraum. Folglich fließen Warenströme insbesondere aus Deutschland und Frankreich. Allerdings wird aus den nachstehend genannten Gründe nicht davon ausgegangen, dass Frankreich und Deutschland demselben sachlich relevanten Markt angehören wie Belgien/Luxemburg und die Niederlande. (128) Die von Sanitec vorgelegte Produktinformation lässt erkennen, dass bestimmte Ähnlichkeiten zwischen den in Frankreich und Belgien/Luxemburg verkauften Produkten einerseits und zwischen Belgien/Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland andererseits bestehen. Da keine Angaben zu den Verkaufszahlen für die Marke Allia(126) in den Niederlanden vorliegen, lassen sich weder Rückschlüsse auf den Umfang der Verkäufe von Produkten unter diesem Markennamen in den Niederlanden ziehen, noch entsprechende Vergleiche zwischen den Niederlanden, Belgien/Luxemburg und Deutschland anstellen. Sanitec hat allerdings darauf verwiesen, dass die meisten der in Belgien/Luxemburg verkauften Produkte auch in den Niederlanden angeboten werden. (129) Beispielsweise wird die Mehrzahl identischer Produkte, die als Bestandteile der Sanitec-Produktgruppen "Cavelle"/"Eden"/"Trylogia", "Eurotrend", "Opus"/"Palaos" und "Felino" angeboten werden, in Belgien/Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland verkauft. Was die übrigen unter dem Markennamen Keramag vertriebenen Produktgruppen, z. B. "Cleo"/"Arpege", "Mango" und "Courreges", anbelangt, ist [...](127) der in Deutschland verkauften Produkte auch identisch mit den in Belgien/Luxemburg und den Niederlanden abgesetzten Erzeugnissen. Gleichzeitig wird nur ein Bruchteil dieser Produkte in Frankreich verkauft. Die meisten der als Bestandteil der Allia-Produktgruppen verkauften Produkte werden - abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen - offenbar in Belgien/Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden, aber nicht in Deutschland angeboten. (130) Aus den bisherigen Ausführungen entsteht der Eindruck, dass die Produktpaletten in Belgien/Luxemburg, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden nicht identisch sind. Darüber hinaus zeigt ein Vergleich der Listenpreise, dass die Preise für die gleichen Produkte in den Beneluxländern, Deutschland und Frankreich um bis zu [< 50 %](128) voneinander abweichen können. Ein weiterer Vergleich der Nettoabgabepreise in Belgien/Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden(129) ergibt erhebliche Preisdifferenzen, die sich in vielen Fällen auf mehr als [5-25](130) Prozentpunkte belaufen. (131) Der Umstand, dass sich die Marktstellung der Wettbewerber in Frankreich und Deutschland erheblich von der in Belgien/Luxemburg und in den Niederlanden unterscheidet, ist ein weiterer Indikator für unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen. Es wurde bereits erörtert, dass die Marktanteile der Wettbewerber in benachbarten Ländern oder Regionen beachtlich voneinander abweichen. Zwar ist Sphinx seit jeher der stärkste Wettbewerber in den Niederlanden und in Belgien/Luxemburg, in Deutschland und Frankreich jedoch kaum präsent. Ähnlich hat Villeroy & Boch einen Anteil von [< 30 %](131) am deutschen Markt, aber in Frankreich und insbesondere den Beneluxländern eine schwächere Stellung. Die Kommission betrachtet dies als einen deutlichen Hinweis auf unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen in diesen Märkten. (132) Weitere Ähnlichkeiten können zwischen Belgien/Luxemburg und den Niederlanden festgestellt werden. Bezüglich der Produkterfassung hat Sanitec angegeben, dass rund [< 100 %](132) der in den Niederlanden verkauften einzelnen Modelle der Parteien auch in Belgien/Luxemburg und umgekehrt angeboten werden. Die vorstehende Analyse der Produkterfassung von Sanitec zeigt, dass die meisten der in Belgien/Luxemburg verkauften Produkte auch in den Niederlanden angeboten werden. Die in beiden Ländern angebotenen Produktsortimente unterscheiden sich bis zu einem gewissen Grad voneinander, aber die Zahl der nur in einem Land verkauften speziellen Modelle ist sehr gering. Außerdem benutzen alle großen Hersteller von Sanitärkeramik in den Beneluxländern dieselben Markennamen. Einige holländische Kunden haben erklärt, dass sie im Fall von Preissteigerungen in den Niederlanden einen großen Teil der Produkte aus den Sanitec-Produktgruppen, die sie normalerweise in den Niederlanden beziehen, auch in Belgien/Luxemburg einkaufen könnten und dass sie dies in der Vergangenheit auch schon getan haben. Es bestehen also einige wenn auch nur unerhebliche Unterschiede bei den in diesen Ländern angebotenen Produkten. (133) Ein Vergleich der Nettoabgabepreise in Belgien/Luxemburg und in den Niederlanden zeigt, dass die Preise für identische Produkte in den beiden Ländern etwas voneinander abweichen, wobei die Unterschiede allerdings nur unerheblich sind. In der Regel liegen die Preisunterschiede bei unter [< 10 %](133) Prozentpunkten, nur bei einigen speziellen Erzeugnissen übersteigen sie diesen Wert. Sanitec hat erklärt, dass zwar Belgien/Luxemburg und die Niederlande unterschiedliche Listenpreise und Rabattsysteme haben, dass aber die von den Großhändlern bezahlten Nettoabgabepreise in den beiden EWR-Ländern mehr oder minder gleich sind. Einige Kunden haben angegeben, dass die Preisunterschiede zwischen den beiden Ländern vor etwa zehn Jahren erheblich waren. Allerdings erklärten eben diese Kunden auch, dass die Preise in den vergangenen fünf Jahren im Großen und Ganzen gleich waren. (134) Den Sanitec-Angaben zufolge weisen Belgien/Luxemburg und die Niederlande eine nahezu identische Vertriebsstruktur auf. So werden in allen genannten Ländern etwa [80-95 %](134) der Sanitärkeramikerzeugnisse direkt vom Hersteller an den Großhandel verkauft. Ein weiterer Umstand, der auf einen weitergefassten räumlich relevanten Markt hindeutet, ist die Präsenz einer Reihe von führenden Großhandelsorganisationen sowohl in den Niederlanden als auch in Belgien/Luxemburg. Als Beispiele für Großhändler/Baumärkte, die in beiden Ländern vertreten sind, lassen sich Plieger, Technische Unie, Raab Kärcher, Bricorama und Intergamma nennen. Auch unterhalten von den [...](135) Großhandelsunternehmen in den Beneluxländern [...](136) zentrale Einkaufsbüros in den Niederlanden. Die Einkäufe der Parteien in Belgien/Luxemburg und in den Niederlanden werden über deren zentrale Einkaufsbüros abgewickelt, und die Höhe der gewährten Rabatte richtet sich nach den über die zentralen Einkaufsbüros insgesamt getätigten Einkäufen. (135) Wie bereits ausgeführt, ist die Marktstruktur in Belgien/Luxemburg und in den Niederlanden homogener als in Deutschland und Frankreich. Seit jeher ist Sphinx das Unternehmen mit der stärksten Stellung in den Niederlanden, und noch vor kurzem war Sphinx auch der eindeutige Marktführer in Belgien/Luxemburg. Zu den anderen Marktteilnehmern stellt die Kommission fest, dass deren Marktstellung bis zu einem gewissen Grad schwankt. Abgesehen von Villeroy & Boch, dessen Marktstellung in den drei Ländern mehr oder minder gleich ist, sind die Marktanteile der anderen Wettbewerber durch Schwankungen gekennzeichnet. So entfallen auf Ideal Standard etwa [< 30 %](137) des Marktes für sanitäres Steinzeug in Belgien/Luxemburg, aber nur rund [< 5 %](138) dieses Marktes in den Niederlanden. Die Marktanteile von Duravit/Laufen und Kohler in den Niederlanden betragen lediglich rund [< 60 %](139) des entsprechenden Anteils in Belgien/Luxemburg. Die Tatsache, dass Sphinx eine starke Stellung sowohl in Belgien/Luxemburg als auch in den Niederlanden einnimmt, während alle anderen Wettbewerber mit höheren Marktanteilen in Belgien/Luxemburg stärker sind, lässt darauf schließen, dass die Wettbewerbsbedingungen in diesen drei Ländern zumindest bis zu einem gewissen Grad Unterschiede aufweisen. Schlussfolgerungen zu Kontinentaleuropa (136) Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass mehrere Faktoren für die Existenz eines räumlich relevanten Marktes sprechen, der den gesamten Beneluxraum, nicht aber Deutschland oder Frankreich umfasst. Andererseits lassen nationale Preislisten, die Unterschiede bei den Nettoabgabepreisen und die unterschiedliche Marktstellung der Wettbewerber auf abweichende Marktbedingungen schließen, was die Existenz ausschließlich nationaler Märkte nahe legt. (137) Auf die genaue Definition des räumlich relevanten Marktes kann jedoch verzichtet werden, weil gemäß den Ergebnissen der von der Kommission durchgeführten Untersuchung und den Stellungnahmen von Dritten das Vorhaben nicht zur Begründung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung in diesem oder einem wesentlichen Teil des EWR führen würde; im Folgenden wird nachgewiesen, dass dies auch bei einer Würdigung des Zusammenschlusses auf nationaler Ebene zutreffen würde. Aus denselben Gründen kann die Frage, ob dieser räumlich relevante Markt auch Deutschland und/oder Frankreich umfassen sollte, offengelassen werden, weil dies keine erheblichen Auswirkungen auf die Würdigung des vorliegenden Falls hätte. VI. VEREINBARKEIT MIT DEM GEMEINSAMEN MARKT UND MIT DER FUNKTIONSWEISE DES EWR-ABKOMMENS A. ÜBERBLICK 1. Einleitung (138) Mit dem Vorhaben schließen sich der zweit- und der fünftgrößte Hersteller von Badezimmerprodukten in Europa zusammen. Zwar bieten beide Hersteller ein großes Sortiment an Badezimmerprodukten an, doch bildet sanitäres Steinzeug den wichtigsten Geschäftszweig beider Unternehmen. Sanitec hat seit jeher eine sehr starke Marktstellung in den nordischen Ländern, wohingegen Sphinx Marktführer in den Beneluxländern ist. Sphinx gelang der Markteintritt in Skandinavien durch den Erwerb des schwedischen Unternehmens Gustavsberg AB im Jahr 1994; dadurch wurde Sphinx zum zweitgrößten Wettbewerber in diesem Gebiet. (139) Wie bereits erwähnt, sind die kleinstmöglichen Märkte, auf denen Wettbewerb stattfindet, die nationalen Märkte für einzelne Produkte. Nach den durch Sanitec vorgelegten Informationen hätte der Zusammenschluss Überschneidungen bei den meisten Einzelerzeugnissen in allen EWR-Ländern zur Folge. Allerdings würden sich die Überschneidungen, bei denen die Parteien gemeinsame Marktanteile von mindestens 15 % erzielen, auf WCs, WC-Spülkästen, Waschbecken, Badewannen, Duschwannen und Duschabtrennungen in einem oder me

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.