Europäische Union

2000/718/EG: Entscheidung der Kommission vom 1. Dezember 1999 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und der Funktionsweise des EWR-Abkommens (Fall Nr. IV/M.1578 - Sanitec/Sphinx) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1999) 4005) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 32000D0718. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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produziert wird. Kunststoff-Badewannen und -Duschwannen werden in einem anderen Werk hergestellt, Duschabtrennungen werden ebenfalls gesondert produziert. (37) Laut Sanitec könnte in einem Werk für Keramikerzeugnisse nicht ohne erheblichen Kosten- und Zeitaufwand die Produktion von Badezimmerprodukten auf andere Werkstoffe umgestellt werden; umgekehrt gelte das Gleiche. Die Mehrheit der Wettbewerber teilt diese Ansicht. Andererseits meint Sanitec, dass die Anlaufkosten für die Herstellung von Acrylprodukten mit schätzungsweise nicht mehr als [...](41) Mio. EUR gering wären. Angesichts dessen könnte ein Anbieter von Sanitärkeramik problemlos eine neue Anlage für die Herstellung von Badezimmerprodukten aus Acryl errichten, falls dies für erforderlich gehalten würde. Allerdings ergibt die Untersuchung der Kommission, dass andere Wettbewerber von Anlaufkosten in beträchtlicher Höhe ausgehen. Außerdem deuten die von der Kommission im Verlauf der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse darauf hin, dass die Rentabilität in dieser Branche an eine hohe Kapazitätsauslastung gebunden ist, weshalb anzunehmen ist, dass ein solches Werk nur mit einem beachtlichen Produktionsvolumen rentabel arbeiten könnte. (38) Sanitec gab an, dass alle großen Hersteller Badezimmerprodukte aus unterschiedlichen Werkstoffen liefern, obwohl Unterschiede bei den für die Herstellung von Badezimmerprodukten aus verschiedenen Materialien genutzten Techniken und Fertigungslinien bestehen. Die Untersuchung der Kommission scheint dies jedoch für eine Reihe von europäischen Herstellern nicht zu bestätigen. Beispielsweise stellen Bette, Metaliberica, Geberit, Kaldewei, Flair und Merloni keinerlei sanitäres Steinzeug her. (39) Angesichts dessen geht die Kommission nicht von einer ausreichenden Substituierbarkeit auf der Angebotsseite zwischen Produktionsstätten aus, die mit verschiedenen Werkstoffen arbeiten. (40) Ferner stellt die Kommission fest, dass in den Sanitärkeramikwerkstätten beider Parteien das komplette Sortiment an sanitärem Steinzeug, d. h. Klosetts, WC-Spülkästen, Waschbecken und in einigen Fällen auch Bidets, Waschtischsäulen und Duschwannen aus Keramik(42), hergestellt wird. Die Untersuchung ergab, dass Konkurrenzunternehmen, die Sanitärkeramik produzieren, ebenfalls eine Palette dieser Produkte fertigen. (41) Laut Sanitec können Anbieter eines bestimmtes Erzeugnisses aus Sanitärkeramik (beispielsweise Klosetts) die Produktion auf andere Sanitärkeramikprodukte (z. B. Waschbecken) umstellen, ohne dass dadurch nennenswerte Kosten entstehen. Nach Sanitec-Schätzungen würden sich die Kosten für 45000 Stück sanitäres Steinzeug auf [...](44) EUR belaufen, vorausgesetzt, dass nur die Gießanlage ausgetauscht werden muss. Sanitec zufolge würde die Umstellung [...](45) Monate dauern. Die vorstehenden Angaben wurden weitgehend von den Wettbewerbern bestätigt. Es hieß, dass eine Produktionsumstellung vergleichsweise reibungslos vonstatten gehen könnte, sofern die Gießform zu Verfügung steht. Die Untersuchung ergab, dass eine Form ungefähr 120 Mal benutzt werden kann; anschließend muss sie gegen eine andere Form ausgetauscht werden. Die Umstellung nimmt - je nachdem ob einmal oder zweimal am Tag gegossen wird - drei bis sechs Monate in Anspruch, wenn der Hersteller vor dem Austausch die alte Form nutzen möchte. Allerdings spricht auch nichts grundsätzlich gegen eine frühere Umstellung der Produktion. (42) Davon ausgehend könnte angenommen werden, dass sanitäres Steinzeug angebotsseitig höchstwahrscheinlich einen einzigen sachlich relevanten Markt bildet. Darüber hinaus scheinen Badewannen, Duschwannen und Duschabtrennungen auf der Angebotsseite getrennte Märkte darzustellen. 5. Schlussfolgerungen zum sachlich relevanten Markt (43) In Anbetracht der bisherigen Ausführungen ist die Kommission der Meinung, dass Sanitärkeramikprodukte sowohl nachfrageseitig als auch angebotsseitig einem einzigen relevanten Markt angehören. Für die Zwecke der Entscheidung ist es jedoch nicht erforderlich, genau festzulegen, ob der sachlich relevante Markt sanitäres Steinzeug als Gesamtkategorie oder als Einzelerzeugnisse umfassen sollte. Die Definition des sachlich relevanten Marktes kann offengelassen werden, weil - wie im Folgenden ausgeführt wird - nach jeder der beiden geprüften alternativen Marktdefinitionen der Zusammenschluss zur Begründung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung in den nordischen Ländern führen würde. Ferner ist die Kommission der Auffassung, dass nach keiner der beiden alternativen Marktdefinitionen der Zusammenschluss zur Begründung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung führt, die zur Folge hätte, dass wirksamer Wettbewerb auf allen nationalen oder regionalen Märkten in Kontinentaleuropa erheblich erschwert werden würde. Daher muss für die Zwecke der Entscheidung nicht endgültig entschieden werden, ob der sachlich relevante Markt sanitäres Steinzeug als Gesamtkategorie oder aber als Einzelerzeugnisse umfasst. (44) In Bezug auf Badewannen, Duschwannen und Duschabtrennungen vertritt die Kommission unter Würdigung der vorstehenden Ausführungen die Auffassung, dass diese Produkte sowohl auf der Nachfrageseite als auch auf der Angebotsseite getrennte Märkte bilden. B. RÄUMLICH RELEVANTE MÄRKTE (45) Sanitec geht davon aus, dass es sich beim räumlich relevanten Markt für alle genannten Badezimmerprodukte zumindest um einen EWR-weiten Markt handelt, wobei argumentiert wird, dass sämtliche Wettbewerber im gesamten EWR oder zumindest in weiten Teilen davon tätig sind und dass die meisten großen Marktteilnehmer europäische Produktgruppen anbieten und in vielen Fällen die Produkte unter denselben Namen europaweit vermarkten. Ferner verweist Sanitec auf eine Steigerung der Einfuhren aus Ländern innerhalb und außerhalb der EWR und grenzüberschreitenden Handel in erheblichem Umfang, auf das Fehlen von rechtlichen Beschränkungen und tarifären Hemmnissen, niedrige Transportkosten, einheitliche Wettbewerbsbedingungen, europaweite Marketing- und Vertriebsstrategien, identische Produktnormen, die zunehmende Bedeutung von europäischen Marken und Preiskonvergenz. (46) Gestützt auf die Sanitec-Angaben und die im Verlauf der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse vertritt die Kommission dennoch die Auffassung, dass aus den nachstehend genannten Gründen der räumlich relevante Markt ein Gebiet umfassen sollte, das kleiner ist als der EWR. Mehrere Faktoren deuten darauf hin, dass es sinnvoll wäre, die Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses auf den Wettbewerb für die nordischen Länder und für Kontinentaleuropa getrennt entweder auf nationaler Ebene oder auf regionaler Ebene zu würdigen. 1. Allgemeine Überlegungen a) Einfuhren in den EWR (47) Laut Sanitec war in den letzten Jahren bei den Einfuhren aus Niedriglohnländern, unter anderem aus Mitteleuropa, Südosteuropa und Afrika, in die EU ein ständiger Anstieg zu verzeichnen. Inbesondere weist Sanitec darauf hin, dass zwar in den Jahren von 1993 bis 1998 der Verbrauch von Badezimmerprodukten nur leicht zunahm, die Einfuhren in die wichtigsten europäischen Länder dagegen weit stärker stiegen. Ferner führt Sanitec an, dass im gleichen Zeitraum auch bei den Ausfuhren aus den meisten Ländern Europas ein Zuwachs zu verzeichnen war. (48) Die Kommission stellt fest, dass eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahren auf dem westeuropäischen Markt für Badezimmerprodukte in der schrittweisen Verlagerung der Fertigungskapazitäten in Länder mit günstigeren Produktionskosten bestand. Heute werden Badezimmerprodukte zu einem erheblichen Teil außerhalb des EWR in Niedriglohnländern, insbesondere in Mittel- und Südosteuropa produziert. Alle großen europäischen Marktteilnehmer im Bereich der Badezimmerprodukte lassen in kostengünstigen Werken in Ländern wie Bulgarien, Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik produzieren und setzen die Erzeugnisse im gesamten EWR ab. (49) Ein Zeichen für die Umstrukturierung der Branche ist die große Zahl von Werksschließungen im EWR. Beispielsweise schloss Sphinx vor kurzem das Novoboch-Werk in Belgien. Das Unternehmen betreibt gegenwärtig zwei Fabriken in Polen und eine in der Slowakei. Sanitec hat den Betrieb in den Fertigungsstätten in Deutschland und Italien eingestellt und betreibt jetzt vier Fabriken in Polen, zwei Produktionsstandorte in Ägypten und ein Werk im Libanon. Auch Ideal Standard hat die Werke in Deutschland, Frankreich, Italien und im Vereinigten Königreich, Villeroy & Boch eine Fabrik in Frankreich geschlossen. (50) Sanitec hat erklärt, dass das Motiv für die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer in der Notwendigkeit zu suchen ist, bei den Preisen die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Sanitec hat Beispiele für die Herstellungskosten in den Produktionsstätten der Parteien für sanitäres Steinzeug genannt. Daraus ist ersichtlich, dass die Stückfertigungskosten in der Sanitec-Fabrik in Deutschland bei [...](46) EUR und bei [...](47) bis [...](48) EUR in Finnland und Schweden liegen, wohingegen in den polnischen Sanitec-Werken nur Fertigungskosten in Höhe von [...](49) bzw. [...](50) EUR pro Stück anfallen. In den Sphinx-Fabriken belaufen sich die Stückfertigungskosten auf [...](51) EUR in Schweden und [...](52) EUR in Deutschland; in der Slowakei bzw. Polen entstehen dagegen nur Fertigungskosten zwischen [...](53) und [...](54) EUR pro Stück. (51) Die Tatsache, dass die Fertigungskapazität weitgehend in Länder außerhalb des EWR verlagert wurde, scheint der Hauptgrund für den steigenden Anteil von Einfuhren in den EWR zu sein. Nach Schätzungen von Dritten stammen 80-90 % aller Einfuhren aus Drittländern aus Fertigungsstätten oder Tochterunternehmen von Unternehmen mit Stammsitz im EWR. Aus den Sanitec-Angaben geht hervor, dass ungefähr [< 60 %](55) aller Einfuhren in den EWR durch Transaktionen zwischen Unternehmen zustande kommen, die derselben Unternehmensgruppe angehören. Bei der Würdigung der Einfuhren von Badezimmerprodukten in den EWR geht die Kommission davon aus, dass diese unberücksichtigt bleiben sollten. Bei Einfuhren, die innerhalb einer Unternehmensgruppe erfolgen, handelt es sich lediglich um logistische Handelsströme aufgrund günstigerer Fertigungskosten; daher wirken sich nicht von Dritten stammende Einfuhren nicht wettbewerbshindernd auf das Verhalten der bereits im EWR tätigen Marktteilnehmer aus. (52) Bei der Würdigung der Handelsströme sah sich die Kommission mit einigen statistischen Problemen konfrontiert. Sanitec hat statistische Angaben aus verschiedenen Quellen erfasst und Daten sowohl wertmäßig als auch mengenmäßig angegeben. Für die Würdigung der aus unterschiedlichen Quellen stammenden Zahlen erwies sich insbesondere die Tatsache als problematisch, dass Mengenangaben sowohl in Tonnen als auch in Stück erfolgten und dass diese nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Ein weiteres Problem bestand darin, dass sich einige Angaben auf das Jahr 1998 beziehen, andere hingegen ausschließlich auf 1997. Zudem erfassen die statistischen Zahlen eine Produktpalette(56), und Sanitec konnte keine Angaben getrennt nach einzelnen Produkten vorlegen. Schließlich sind einige der vorliegenden Statistiken mit dem Mangel behaftet, dass gar keine Meldungen erfolgten und die verschiedenen statistischen Angaben erheblich voneinander abweichen. (53) Die Kommission hat das zur Verfügung stehende statistische Material mit den von Dritten erhaltenen Informationen verglichen, und geht aus den nachstehenden Gründen davon aus, dass der räumliche Erfassungsbereich sich auf den EWR beschränkt. (54) Sanitec hat Eurostat-Statistiken vorgelegt, aus denen die Gesamteinfuhr bei Klosetts, WC-Spülkästen, Waschbecken, Badewannen, Waschtischsäulen, Urinalbecken und "Sonstigem" in den EWR im Jahr 1998 ersichtlich sind. Ausgehend von den wertmäßigen Angaben hat die Kommission ermittelt, dass diese Einfuhren rund 6 % des Gesamtwertes dieser Produkte im EWR ausmachten. Zu beachten ist, dass entsprechend der von Sanitec vorgenommenen Aufgliederung des sachlich relevanten Marktes Waschtischsäulen und Urinale nicht in den von Sanitec angegebenen Gesamtzahlen enthalten sind und darum die Einfuhren eigentlich etwas unter 6 % lagen. Dabei werden allerdings die innerhalb einer Unternehmensgruppe getätigten umfangreichen Geschäfte nicht berücksichtigt. Geht man davon aus, dass gemäss Sanitec rund 50 % dieser Einfuhren unternehmensinterne Einfuhren waren, kann gefolgert werden, dass auf Einfuhren Dritter in den EWR insgesamt lediglich höchstens 3 % entfielen. (55) Außerdem hat Sanitec die Einfuhren in den EWR anhand der Zahlen für Produktion und Verbrauch von Badezimmerprodukten im EWR geschätzt. Sanitec teilt mit, dass 1997 Einfuhren [< 20 %](57) des Verbrauchs in Westeuropa ausmachten. Anhand der vorgelegten Zahlen hat die Kommission errechnet, dass auf Einfuhren maximal rund 12 % der Produktion und rund 14 % des Gesamtverbrauchs im EWR(58) entfielen. In Anbetracht der Tatsache, dass [45-95 %](60) der Einfuhren gruppeninternen Transaktionen zuzuordnen sind, überstiegen die Einfuhren Dritter in den EWR jedoch unter keinen Umständen die 7 %-Marke. (56) Von Dritten erhaltene Informationen haben bestätigt, dass neben den gruppeninternen Einfuhren die Importe aus Ländern außerhalb des EWR nicht so erheblich sind, dass eine Marktdefinition erforderlich wäre, die mehr als den EWR umfasst. Zwar importieren einige Großhändler sanitäres Steinzeug beispielsweise aus Asien oder Osteuropa, doch hält sich der Umfang - verglichen mit den Gesamthandelsvolumen dieser Großhändler - in Grenzen. Einige Großhändler haben betont, dass Einfuhren, z. B. aus Asien, nur dann kaufmännisch sinnvoll sind, wenn sie im großen Maßstab erfolgen. Diese Großhändler haben erklärt, dass sie in der Lage sein müssen, die führenden Marken ins Sortiment aufzunehmen und abzusetzen, und dass die Nachfrage nicht groß genug sei, um große Mengen aus Ländern außerhalb des EWR zu importieren. (57) Die Untersuchung hat ergeben, dass die Gesamtausfuhren aus Ländern außerhalb des EWR wahrscheinlich kaum nennenswert sind. Die meisten großen Unternehmen verfügen über Produktionsstandorte außerhalb des EWR, die die lokalen und regionalen Märkte versorgen. Im Allgemeinen werden nur einige Spezialprodukte ausgeführt. (58) Auf der Grundlage der vorstehenden Ausführungen zieht die Kommission den Schluss, dass die Informationen über eingeschränkte Einfuhren in den EWR sowie die nachstehend erörterten Hinweise nicht dafür sprechen, für den räumlich relevanten Markt eine Definition anzunehmen, die mehr als den EWR umfasst. b) Handel zwischen EWR-Ländern(61) (59) Sanitec hat mitgeteilt, dass es im Bereich der Badezimmerprodukte einen beachtlichen grenzüberschreitenden Handel innerhalb des EWR gibt. Nach Sanitec-Schätzungen werden [< 50 %](62) aller im EWR insgesamt hergestellten Badezimmerprodukte von einem EWR-Land in ein anderes EWR-Land ausgeführt, und [< 40 %](63) des EWR-Gesamtverbrauchs werden importiert. (60) Ausgehend von den durch Sanitec vorgelegten Informationen stellt die Kommission fest, dass die Handelsströme in den einzelnen EWR-Ländern beträchtliche Unterschiede aufweisen. Beispielsweise gehören Portugal und Italien zu den Nettoexporteuren mit sehr geringen Einfuhren. Deutschland hingegen importiert [< 80 %](64) seines Verbrauchs an Badezimmerprodukten und exportiert [< 40 %](65) seiner Produktion. Die deutschen Ausfuhren machen allerdings weniger als ein Drittel dessen aus, was Portugal und Italien jeweils exportieren. Insbesondere wird zur Kenntnis genommen, dass sich die nordischen Länder bei den Einfuhren am meisten von den übrigen EWR-Ländern unterscheiden. Den Sanitec-Angaben zufolge machen Einfuhren in die nordischen Länder unter [< 10 %](66) des Gesamtverbrauchs aus. (61) Die Warenströme innerhalb des EWR können teilweise mit den unterschiedlichen Herstellungskosten im EWR erklärt werden. Beispielsweise liegen die Stückfertigungskosten in der Sanitec-Fabrik in Deutschland um das [...](67) über denen in der Produktionsstätte in Portugal, was erklärt, warum nahezu [< 80 %](68) der Produktion des portugiesischen Werkes nach Deutschland exportiert werden. (62) Laut Sanitec sprechen die Transportkosten für Badezimmerprodukte für einen EWR-weiten Markt. Nach Sanitec-Angaben haben alle EWR-Länder Transportkosten in vergleichbarer Höhe; sie machen ungefähr [< 5 %](69) des durchschnittlichen Nettoverkaufspreises pro Stück aus. Daher ist Sanitec der Auffassung, dass Badezimmerprodukte problemlos über weite Entfernungen transportiert werden können. (63) Die Kommission konnte anhand der von Sanitec vorgelegten Angaben ermitteln, dass mit Ausnahme von Portugal für die Mehrzahl der Produktionsstätten der Parteien gilt, dass das Land, in dem die Produktion erfolgt, auch das Land ist, das hauptsächlich beliefert wird und in dem der Großteil der Umsätze erzielt wird. Das Sanitec-Werk in Norwegen versorgt im Wesentlichen den norwegischen Markt. [< 95 %](70) der Produktion der Sanitec-Fabrik in Deutschland werden auch an Deutschland geliefert. In Finnland und Schweden werden rund [< 100 %](71) der Produktion der dortigen Sanitec-Fabriken auch dort ausgeliefert, und in Italien gehen [< 80 %](72) der Produktion ins Inland. Der überwiegende Anteil der Produktion der Sphinx-Werke in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wird auch an diese Länder geliefert. (64) Daneben zeigt eine Analyse der Produktströme auch, dass mit Ausnahme von Portugal der überwiegende Teil der Ausfuhren der europäischen Produktionsstandorte der Parteien in die benachbarten EWR-Länder geht. Beispielsweise exportieren die Sanitec-Produktionsstätte in Frankreich und das Sphinx-Werk in Belgien [< 40 %](73) bzw. [< 60 %](74) ihrer Produktion nach Deutschland. Zur Sanitec-Fabrik in Italien, die [< 30 %](75) ihrer Produktion nach Deutschland exportiert, muss angemerkt werden, dass sich der Standort in Norditalien befindet und demzufolge die räumliche Entfernung zu Deutschland kein Hindernis für derartige Ausfuhren darstellt. (65) Das Gesamtbild der Produktströme der Parteien deutet darauf hin, dass mit Ausnahme von Portugal, wo die Fertigungskosten im Schnitt wesentlich unter denen in anderen EWR-Ländern liegen, die Produktion optimiert ist, was bedeutet, dass die Produktionseinrichtungen hauptsächlich das Land beliefern, in dem die Produktion stattfindet, und dass Ausfuhren im Wesentlichen in die benachbarten EWR-Länder erfolgen. Bestätigt wird diese Annahme durch die Tatsache, dass die meisten Unternehmen Fertigungsstätten in einer Reihe von EWR-Ländern unterhalten. Beispielsweise verfügt Sanitec europaweit über 24 Fabriken, von denen zwölf sanitäres Steinzeug in verschiedenen Ländern produzieren. Daher geht die Kommission nicht davon aus, dass sich die Herstellung von Badezimmerprodukten räumlich auf den EWR konzentriert. (66) Ferner stellt die Kommission fest, dass zwar eine Tendenz zur Verlagerung der Produktion in kostengünstige ost- und südosteuropäische Länder zu bestehen scheint, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass diese Produktionsstätten nur den Markt im EWR versorgen. Vielmehr zeigt die Untersuchung, dass ein hoher Prozentsatz der Produktion in diesen Ländern hauptsächlich für die Versorgung der lokalen Märkte bestimmt ist (z. B. gehen [< 70 %](76) der Produktion des polnischen Sanitec-Werkes an Polen). Die Wahrscheinlichkeit einer Verlagerung der gesamten Produktion in osteuropäische Niedriglohnländer in naher Zukunft dürfte daher gering sein. Auch die Tatsache, dass die Sanitec-Gruppe erst kürzlich Investitionen an einem ihrer Standorte in Skandinavien getätigt hat, stützt die Auffassung, dass die regionale Produktion innerhalb des EWR auch künftig erheblich sein wird. (67) Die Existenz zahlreicher Produktionsstätten deutet eher darauf hin, dass die Hersteller lange Transportwege vermeiden. Die Antworten in den von der Kommission verschickten Fragebögen zeigen, dass die Transportkosten je nach Entfernung 10-15 % des Verkaufspreises ausmachen können. Beförderungsunternehmen und Spediteure haben ebenfalls bestätigt, dass die Entfernung ein wichtiger Faktor für die Kalkulation der Transportkosten ist. Zudem hat die überwältigende Mehrheit der befragten Beförderungsunternehmen der Kommission mitgeteilt, dass sie Badezimmerprodukte auf Länderebene befördern. Die Tatsache, dass sowohl Sanitec als auch Sphinx, die mit Abstand stärksten Marktteilnehmer in den nordischen Ländern dort auch über Produktionsstätten verfügen, scheint darauf hinzudeuten, dass Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt von einer lokalen oder regionalen Produktion abhängt. Dies scheint durch die Tatsache erhärtet zu werden, dass andere Wettbewerber in den nordischen Ländern nicht dort produzieren und demzufolge die gesamte Produktion aus Ländern Kontinentaleuropas einführen müssen. Diese Wettbewerber sind auf den nordischen Märkten nur gering vertreten. Bei Portugal kann man allerdings davon ausgehen, dass die Herstellungskosten in diesem Werk so niedrig sind, dass dadurch ein Ausgleich zu den Kosten für den Transport nach Deutschland entsteht. Das gleiche dürfte auf die Standorte in Mittel- und Osteuropa zutreffen. (68) Aussagen von Konkurrenzunternehmen sprechen ebenfalls für die Annahme, dass das Herstellerland in der Regel mit dem Land identisch ist, in das geliefert wird und in dem der Verbrauch erfolgt, und dass Handel ganz allgemein mit Regionen betrieben wird, die sich im Umfeld der Fertigungsstätten befinden. Beispielsweise liefert ein britischer Hersteller von sanitärem Steinzeug seine Produkte überwiegend in das Vereinigte Königreich. Ein anderer großer Hersteller liefert Sanitärkeramikprodukte aus seinen zahlreichen Fabriken in Europa auf regionaler Grundlage, wobei z. B. angegeben wird, dass das Vereinigte Königreich und Irland eine Region, die Beneluxländer eine zweite Region, Deutschland und Österreich eine dritte Region usw. bilden. (69) Daher gilt die Tatsache, dass die Produktion räumlich nicht besonders zentralisiert wurde und die Parteien mehrere Produktionsstandorte in ganz Europa unterhalten, die in der Regel die Inlandsmärkte und die Märkte in den Nachbarländern beliefern, als Nachweis dafür, dass die Versorgung mit Badezimmerprodukten zwecks Verringerung des Transportweges optimiert ist. c) Marktstruktur (70) Die Stellung der Marktteilnehmer in den einzelnen Ländern weist Unterschiede auf. Zwar sind die großen Anbieter von Badezimmerprodukten in mehreren Ländern Europas tätig, doch unterscheiden sich die Marktanteile zwischen Nachbarländern erheblich. (71) Insgesamt sind die europäischen Hersteller am stärksten auf den jeweiligen Inlandsmärkten vertreten, und zwar gleichermaßen in Bezug auf Produktion und Umsatz. Beispielsweise hat Duravit/Laufen in der Schweiz und in Österreich eine starke Marktstellung, ist aber in Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich nicht vertreten. Villeroy & Boch hat die stärkste Position in Deutschland, ist jedoch in Spanien, Italien und Portugal nicht tätig. Roca, der spanische Hersteller, hält einen erheblichen Teil des spanischen Marktes, ist aber sowohl in Deutschland als auch in Frankreich praktisch überhaupt nicht vertreten. Sanitec ist der mit Abstand stärkste Marktteilnehmer in den nordischen Ländern, wo die vorstehend genannten Wettbewerber kaum eine Rolle spielen. (72) Für die Kommission zeigen die vorstehenden Ausführungen eindeutig, dass die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb im EWR nicht einheitlich sind. d) Struktur der Nachfrageseite (73) Laut Sanitec sind die Vertriebsstrukturen EWR-weit vergleichbar. Insbesondere argumentierte Sanitec, dass das Gros der Erzeugnisse über den Großhandel vertrieben wird und dass Großhändler und die Baumarkt-Einzelhändler in weiten Teilen des EWR tätig sind. Im Verlauf der Untersuchung brachte Sanitec vor, dass einige der führenden Großhändler in einem Gebiet tätig sind, das den gesamt

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.