Europäische Union

2004/275/EG: Entscheidung der Kommission vom 10. Oktober 2001 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Sache COMP/M.2283 — Schneider/Legrand) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3014) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0275. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Schneider bietet übrigens speziell dieser Nachfrage angepasste Geräte an und versieht die Nullleiterklemme auf der linken Apparateseite mit einem besonderen Kennzeichen. (204) Aus der Vervielfachung der Parameter, die Anlass zu nationalen Besonderheiten geben können, erklärt sich, warum die am meisten verkauften Referenzartikel von einem Mitgliedstaat zum anderen unterschiedlich sind. Sie kann auch dazu führen, dass es in bestimmten Mitgliedstaaten speziell angepasste Produkte gibt. So weisen die internen Dokumente von Legrand(47) darauf hin, dass in Österreich "[...]*". Gleichfalls zeigen die internen Dokumente von Schneider(48), dass in Deutschland "[...]*." (205) Daraus kann, wie ein Wettbewerber anführt(49), der Schluss gezogen werden, dass "lokale Sitten und Gebräuche und nationale Standards bestehen. Sie sind bedeutsam und haben entscheidende Auswirkungen auf die charakteristischen Merkmale der Produkte selbst", und es ist wenig wahrscheinlich, dass die schrittweise Harmonisierung der Normen die Marktbedingungen schnell verändern kann. Legrand(50) drückt dies übrigens so aus: "Die Harmonisierung der elektrischen Betriebsmittel von Niederspannungsanlagen kann eine Marktöffnung für neue Produkte schaffen, obwohl die Firmenleitung von Legrand sich darauf einstellt, dass diese Marktöffnung nur schleppend vorankommt." (206) In ihrer Erwiderung bestreiten die Parteien, dass Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten vorhanden sind. Sie heben insbesondere hervor, dass zwischen den Mitgliedstaaten zwar minimale Unterschiede hinsichtlich der handelsrelevanten Referenzwerte der verkauften Produkte bestehen (so insbesondere wegen der unterschiedlichen Kennzeichnungen), dass aber das Verzeichnis der 5 am meisten verkauften Produkte von einem Mitgliedstaat zum anderen aufgrund der identischen industriellen Zusammensetzungen wenig Unterschiede aufweist und üblicherweise ein Referenzartikel vorhanden ist, der in den meisten Mitgliedstaaten Bestandteil dieses Verzeichnisses ist. So entsprächen die 40 Referenzartikel an Miniaturtrennschaltern von Schneider nur [0-20]* der industriell gefertigten Zusammensetzungen, von denen [0-20]* in über 9 Mitgliedstaaten verkauft werden; genauso machten die 25 Referenzartikel an Differenzialschutztrennschaltern von Legrand tatsächlich nur [0-20]* unterschiedliche industrielle Zusammensetzungen aus, von denen [0-20]* in mindestens 6 Mitgliedstaaten verkauft werden. (207) Die Parteien sind ganz allgemein der Auffassung, dass die nationalen Installationsvorschriften und Qualitätsmarkenzeichen für sich genommen keinerlei besondere Modifikation der Produkte erforderlich machen, und sie rufen auch in Erinnerung, dass alle Nullleitersysteme in der Regel in allen Mittgliedstaaten vorhanden sind (wenn auch in sehr unterschiedlichen Ausmaßen). (208) Die Kommission räumt ein, dass aus einem streng industriellen Gesichtspunkt relativ geringe Unterschiede zwischen mehreren Referenzartikeln bestehen können. Beispielsweise unterscheiden sich bestimmte Miniaturtrennschalter von anderen Referenzartikeln nur durch die Kennzeichnung des Nullleiterpols (links, nach den Gepflogenheiten auf dem französischen Markt) beziehungsweise durch unterschiedliche Qualitätsmarkenzeichen. Die Kommission akzeptiert auch, dass die Installationsvorschriften oder die Qualitätsmarkenzeichen nicht immer bedeutsame Auswirkungen auf die Produktion der betreffenden elektrischen Betriebsmittel haben. So verfügen Schneider und Legrand über auf europäischer Ebene integrierte Produktionsanlagen. (209) Die Kommission vertritt jedoch die Auffassung, dass diese Elemente die Analyse nicht wirklich beeinflussen. Denn die von den Parteien aufgeworfenen Argumente stellen nur auf die Herstellung der elektrischen Betriebsmittel ab. Doch die Herstellung dieser Materialien macht nur einen Teil der Angebotsseite aus. Wie bereits weiter oben ausgeführt, hängt die Wettbewerbsposition der Hersteller nicht nur von ihrer Herstellung ab, sondern auch von der Stärke und Wahrnehmbarkeit ihrer Qualitätsmarkenzeichen, von der Verfügbarkeit bei den wichtigsten landesweiten Großhändlern, und von ihren Investitionen zur Förderung des Absatzes und der persönlichen Beziehungen zu den einheimischen Elektroinstallateuren und Schalttafelbauern. Mit ihrer Abschottung auf ein Konzept des Nur-Herstellers vernachlässigen die Parteien also grundlegende Bestandteile der Angebotsseite. (210) Andererseits, und dies ist viel wichtiger, verkennen die Parteien die Sachzwänge im Zusammenhang mit der Nachfrageseite. So stellen sie das wesentliche Element dieses Abschnitts nicht infrage, nämlich das Vorhandensein von Nullleitersystemen, von nationalen Gepflogenheiten und Installationsvorschriften und von nationalen Qualitätsmarkenzeichen, die in jedem Land zu einer spezifischen Nachfrage führen. Die Parteien geben übrigens in ihrer Erwiderung bereitwillig zu, dass die nationalen Spezifitäten zur Auswahl unterschiedlicher Referenzartikel führen. Dass sich diese Spezifitäten dann im Rahmen von nationalen Qualitätsmarkenzeichen in der Verwendung von speziell darauf zugeschnittenen Produkten (wie Produktpaletten mit Dreifachanschluss in Deutschland) äußern, oder sogar einfach nur in der Wahl von eigenen Referenzartikeln (Miniaturtrennschalter und einpolige und dreipolige Trennschalter in Schweden und Dänemark oder zweipolige und vierpolige in Frankreich und Italien), hat für sich genommen noch keine grundlegende Bedeutung. Worauf es wirklich ankommt ist, dass die Kunden in jedem Land ein spezifisches Kaufverhalten an den Tag legen, wobei die von den Herstellern praktizierten Preisunterschiede nur sehr beschränkt im Rahmen der Nachfrage ausgeglichen werden. Die ausschlaggebenden Elemente des Wettbewerbsgefüges werden auf der nationalen Grundlage festgelegt (211) Wie bereits weiter oben ausgeführt wurde, wird die Wettbewerbsposition der verschiedenen Hersteller größtenteils bestimmt durch (i) ihre Kapazitäten, die Elektroinstallateure und Schalttafelbauer zu einem Treueverhalten gegenüber ihrer Marke zu veranlassen und demgemäß ihre Erwartungen zu erfuellen, und durch (ii) ihre Zugangsmöglichkeiten zu den Großhändlern, zumindest in den Mitgliedstaaten, in denen diese ausreichend verwurzelt sind. Die Stärke und Wahrnehmbarkeit der Marken sind von einem Land zum anderen unterschiedlich. (212) Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Hersteller sichere und qualitativ hochwertige Produkte anbieten müssen, die einfach zu montieren und bei den Großhändlern immer verfügbar sind, um den Auswahlkriterien der Elektroinstallateure und Schalttafelbauer zu erfuellen. Folglich hängen diese Faktoren sehr häufig von nationalen Wahrnehmungen ab. (213) Die Wahrnehmbarkeit der Produkte unterscheidet sich von einem Land zum anderen. Denn wie bereits weiter oben ausgeführt wurde, bestehen beträchtliche Unterschiede an Normen und Gebräuchlichkeiten zwischen den Mitgliedstaaten. Diese Unterschiede führen zu einer unterschiedlichen Auswahl bei den elektrischen Betriebsmitteln. Ferner erfolgt diese Auswahl auch anhand unterschiedlicher Gewichtungen bei den Evaluierungskriterien. So hat es beispielsweise den Anschein, dass die Produkte von Legrand im Allgemeinen als qualitativ hochwertige, aber teure Produkte wahrgenommen werden. Interne Dokumente(51) zeigen, dass [...]*. Auch messen die Elektroinstallateure der Innovation eine mehr oder weniger große Bedeutung zu. So ist zwar Legrand(52) der Auffassung, dass dieser Faktor Grundlage seiner Wettbewerbsposition in [...]* ist, doch scheint dies von geringem Interesse für [...]*, was durch [...]* zum Ausdruck kommt. In gleicher Weise zeigen interne Dokumente(53), dass [...]*. (214) Die Verfügbarkeit der Produkte, die eine wichtige Rolle für die Entscheidung der Kunden spielt, hängt ebenfalls von nationalen Spezifitäten ab (d. h. vom Zugang zu den nationalen Großhändlern und von der nationalen Logistikkette der Hersteller). Nach den internen Dokumenten(54), [...]*, während die Verfügbarkeit seiner Produkte hingegen anscheinend eine seiner Stärken im [...]* begründet. Schneider(55) ist gleichfalls der Auffassung, dass "die Logistik im [...]* einen Schlüsselfaktor für den Erfolg darstellt. [...]*" (215) Wie bereits weiter aufgezeigt wurde, sind die Elektroinstallateure in der Regel der Marke treu, die sie für gewöhnlich verwenden (solange sie sofort verfügbar ist und den entsprechenden Anforderungen gerecht wird). Um die Kundschaft zu einem Treueverhalten zu veranlassen, tätigen die Hersteller übrigens umfangreiche Investitionen für Maßnahmen der Absatzförderung und der Kundenpflege, die direkt auf die Bedürfnisse der Elektroinstallateure und der Schalttafelbauer abstellen. So weisen die Parteien darauf hin, dass sie eine kommerzielle Präsenz beim Kunden sicherstellen, um im bei der Auswahl der Produkte zu helfen, und dass sie in jedem Land ein Netz von Agenturen und Verkaufsbüros unterhalten. Die Parteien bieten auch eine ganze Produkt- und Servicepalette zur Verbesserung ihrer Erreichbarkeit und ihrer Beziehungen zu den Elektroinstallateuren an. So handelt es sich bei den Produkten um Software zur Berechnung und Dimensionierung von Elektroinstallationen oder um technische Handbücher; bei den Serviceleistungen handelt es sich um Ausbildungsseminare (für Legrand-Produkte), telefonische Direktberatung, Antworten auf technische Fragen etc. Wie weiter oben ausgeführt wurde, können diese Investitionen bis zu [0-30]* % des Umsatzes der Marken betragen. (216) Die Wahrnehmung einer Marke hängt also nicht nur von der Positionierung ihrer Produkte ab, sondern auch vom Umfang und der Erheblichkeit der auf der Ebene des jeweiligen Landes getätigten Investitionen in die Beziehungspflege und die Absatzförderung. Folglich werden die kommerziellen Kräfte auf der nationalen Grundlage organisiert und die Maßnahmen der Absatzförderung in der Regel auf der Ebene eines jeden Landes festgelegt, wobei ihr Volumen (und sogar die auf sie entfallenden Verkaufsanteile) von einem Mitgliedstaat zum anderen erheblich voneinander abweichen können. Das Volumen der kommerziellen Aktionen, die Schneider bei Trennverteilerschalttafeln durchführt, variiert somit zwischen den Mitgliedstaaten in einem Verhältnis von [0-20]*, und der Anteil dieser Aktionen am Umsatz schwankt in einem Verhältnis von [0-40]*. (217) Die Wettbewerbspositionen der Hersteller sind daher nach wie vor weitgehend von den bisherigen Strukturen geprägt. Die Struktur und Konzentration des Angebots und die jeweiligen Positionen der verschiedenen Hersteller können also von einem Mitgliedstaat zum anderen voneinander abweichen. Dieses Phänomen ergibt sich eindeutig aus dem Vorhandensein nationaler Marken (wie Vinckier(56) in Belgien oder Baco(57) in Frankreich) und aus den großen landesspezifischen Unterschieden hinsichtlich der Marktanteile der Hersteller. So ist Schneider bei den Trennverteilerschalttafeln besonders gut in Frankreich eingeführt, bleibt aber in Deutschland und Österreich schwach; ABB, das von starken Positionen in Schweden und Norwegen profitiert, bleibt in Belgien und im Vereinigten Königreich quasi unbeteiligt; und Siemens, das beträchtliche Marktanteile in Deutschland hat, hält nur einen marginalen Verkaufsanteil in Frankreich. Diese Analyse wird in weiten Teilen auch von den internen Dokumenten der Parteien bestätigt. Die Nachfragestruktur und die Erwartungen unterscheiden sich von einem Land zum anderen. (218) Die unterschiedliche Wahrnehmbarkeit und Marktposition der Marken in den Mitgliedstaaten erklärt sich auch aus dem Vorhandensein wesentlicher nationaler Unterschiede auf der Nachfrageebene. So zeigen die internen Dokumente(58) der Parteien, dass große Unterschiede zwischen den Ländern vorhanden sind, was die Berufsausbildung und das Verhalten der Elektroinstallateure und der Schalttafelbauer betrifft. Die belgischen Installateure scheinen beispielsweise relativ zurückhaltend zu sein, Bauteile mit stärkerer Wertschöpfung zu verwenden, während die deutschen Installateure "sehr technisch" einsteigen und die italienischen Installateure um Serviceleistungen bei Ausbildung und Unterstützungsmaßnahmen nachsuchen, um sich an die wachsende Technisierung ihres Berufsfeldes anzupassen. (219) Außerdem ist die Endabnehmernachfrage, wie weiter oben gezeigt wurde, drei Anwendungsfeldern (Industrieanlagen, Dienstleistungsgebäude, und Wohngebäude) zuzuordnen, und die Positionierung der verschiedenen Hersteller kann von Kundenkategorie zu Kundenkategorie sehr unterschiedlich sein. Folglich haben diese drei nachgelagerten Sektoren in jedem Land eine andere Entwicklung. So zeigen auch die internen Dokumente(59) der Parteien, dass Österreich von einem starken Wachstum der Nachfrage aus der Industrie profitieren, aber auch eine Stagnation bei Neubauten erleben dürfte, während das Vereinigte Königreich und Portugal eine entgegengesetzte Situation erleben, und die Nachfrage in Griechenland durch das Wachstum im Dienstleistungssektor einen Aufschwung erleben dürfte. (220) Es erweist sich auch, dass das Verhalten und die Erwartungen der Großhändler von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat erhebliche Unterschiede aufweisen können. So beweist die Untersuchung eindeutig, dass das Konzentrationsniveau der Großhändler von einem Land zum anderen erheblich schwankt, und dass die Einkäufe der Großhändler auf einer nationalen Grundlage abgewickelt werden. Dies wird in unten stehender Tabelle 6 veranschaulicht, die das Konzentrationsniveau in den jeweiligen Mitgliedstaaten wiedergibt, so wie es die Parteien für den Verkauf von Gesamtverteiler-, Trennverteiler- und Endverteilerschalttafeln einschätzen. Tabelle 6 Von Schneider vorgenommene Schätzung der Marktanteile der fünf Gruppen von internationalen Großhändlern, die auf den Märkten von Stromverteilerschalttafeln tätig sind >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: E-Mail der Parteien vom 16. Juli 2001. (221) Die internen Dokumente der Parteien zeigen auch, dass die Organisation der Großhändler starke Auswirkungen auf den Modus des Wettbewerbs zwischen den Herstellern haben kann. So hat es den Anschein, dass in den Ländern, in denen die Großhändler am meisten aufgesplittert sind, wie in Portugal oder Spanien, die Konkurrenz zwischen den Großhändlern zu einem Preiskrieg führt, der auf die Ebene der Hersteller durchschlägt. So weist das interne Dokument(60) von Legrand darauf hin, dass "[...]*". (222) Außerdem förderte die Untersuchung der Kommission zu Tage, dass die Großhändler auf nationaler beziehungsweise unterhalb der nationalen Ebene organisiert sind. Selbst die großen internationalen Gruppen, wie Rexel, Sonepar und Hagemeyer, haben eine sehr weitgehend dezentralisierte Organisationsstruktur, die ihren nationalen und lokalen Tochtergesellschaften große Autonomie gewähren. Sehr häufig weist die zentrale Holding der Unternehmensgruppe eine lockere Struktur auf, die alleine die Funktionen des Marketing, der Kompatibilität und der Konsolidierung der Konten auf der Ebene der Unternehmensgruppe sowie der Kontrolle der Betriebsführung zentralisiert. Diese dezentralisierte Struktur geht einher mit einer Logistikorganisation, die national ausgerichtet und nicht für eine grenzübergreifende Funktionsweise konzipiert ist. Die Warenzeichen eines bestimmten Landes werden also aus nationalen Logistikkreisläufen gespeist. Die vor allem nationale Organisation der Großhändler äußert sich auch in der Natur ihrer Beziehungen zu den Herstellern. Denn selbst die Unternehmensgruppen mit internationalem Zuschnitt organisieren ihre Kaufverträge mit den Herstellern auf einer nationalen beziehungsweise lokalen Grundlage. (223) Die Untersuchung der Kommission hat tatsächlich ergeben, dass die Handelsverhandlungen zwischen Herstellern und Großhändlern, insbesondere was die Auswahl der Lieferanten, die Festlegung der Produktpaletten für den Ein- und Verkauf wie auch des Preis- und Rabattniveaus anbelangt, fast ausschließlich auf nationaler oder regionaler Ebene stattfinden. Nach der Einlassung eines großen Großhändlers(61), "besteht nach [unserer] Kenntnis keinerlei Preisliste auf der EWR-Ebene, anhand derer Preisnachlässe und Rabatte ausgehandelt werden. Alle Bedingungen werden ganz im Gegenteil auf der Ebene eines jeden Landes diskutiert". Ein Hersteller(62) bestätigt auch, dass "die Listenverkaufspreise für alle betreffenden Produkte auf nationaler Grundlage festgelegt und die Rabatte ebenso gewährt werden." Diese Funktionsweise trifft auch auf die Parteien zu. (224) Nach Schneider erfolgt die Festlegung der Verkaufspreise seiner Produkte bei den Großhändlern auf einer zweifachen Ebene. Zunächst geben die Hersteller einen nationalen Listenverkaufspreis heraus. Danach verhandeln die Hersteller mit jedem Großhändler eine individuelle Rabattpolitik, die auf der Grundlage der nationalen Listenverkaufspreise kalkuliert sind. Diese Rabatte können bisweilen über [30-60]* % der Katalogpreise hinausgehen und werden je nach Produktreihe gewährt. (225) Es gilt jedoch auch auf die Rabatte auf das gesamte Kaufvolumen hinzuweisen, die bestimmte internationale Großhändler mit den Muttergesellschaften bestimmter Gruppen internationaler Großhändler aushandeln. Indessen haben sowohl die Großhändler als auch die Hersteller der Kommission zu verstehen gegeben, dass ein Hersteller, der Zugang zu einem nationalen Markt sucht oder dort eine untergeordnete Präsenz aufbauen will, sich nicht darauf beschränken kann, Verträge mit der Muttergesellschaft einer Gruppe internationaler Großhändler auszuhandeln, damit seine Produkte tatsächlich besser in diesem Staat vertrieben werden. Er muss ebenso, und vor allem das nationale Tochterunternehmen und die lokalen Filialen dieser Gruppe überzeugen, seine Produkte zu bevorraten. (226) Bis auf diese einzige Ausnahme lassen die Unternehmensführungen der Großhandelsgruppen ihren nationalen oder lokalen Tochterunternehmen sehr große Freiheiten bei der Auswahl ihrer Zulieferanten, bei den Produktpaletten, die sie bevorraten, bei der Durchführung von spezifischen kommerziellen Aktionen in Zusammenarbeit mit diesem oder jenem Hersteller und selbst bei der Aushandlung von zusätzlichen Rabatten mit dem jeweiligen Hersteller. Umgekehrt unterzeichnen die Hersteller spezifische Vereinbarungen mit den lokalen Filialen beziehungsweise den Großhandelsgeschäften, die wechselseitige Verpflichtungen in Bezug auf den An- und Verkauf der Produkte festlegen. Im Unterschied zu dem, was die Parteien behaupten, stellt die zunehmende Konzentration der Großhändler (die übrigens von einem Mitgliedstaat zum anderen erhebliche Unterschiede aufweisen kann) also die nationale Funktionsweise der Märkte nicht in Frage. Die Preise werden auf der nationalen Ebene festgelegt und weisen von Land zu Land erhebliche Unterschiede auf. (227) Die Untersuchung der Kommission zeigt, dass zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Preisunterschiede bestehen. Die Beobachtung der europäischen Listenverkaufspreise von Schneider zeigt beispielsweise, dass der gleiche Panzerschalter zu [40-80]* EUR in [...]* und zu [130-170]* EUR in [...]* verkauft wird, und dass ein Referenzartikel der Kategorie Differenzialschutzsperren zu [10-50]* EUR in [...]* und zu [40-80]* EUR in [...]* angeboten wird. Dieselbe Prüfung ergibt auch, dass im Fall von Legrand der gleiche Modulverteilerkasten zu [0-40]* EUR in [...]* und zu [10-50]* EUR in [...]* verkauft wird, und dass der gleiche Miniaturtrennschalter zu [0-40]* EUR in [...]* und zu [0-40]* EUR in [...]* angeboten wird. Diese Unterschiede werden auch durch die internen Dokumente der Parteien bestätigt(63), die erkennen lassen, dass "die Durchschnittspreise für Miniaturtrennschalter in Frankreich im Vergleich zu den anderen Ländern nach wie vor sehr hoch sind". (228) Die folgenden Tabellen 7 und 8 zeigen die Durchschnittspreise jeweils für Panzerschalter für Trennverteilerschalttafeln und für Differenzialschutzsperren für Endverteilerschalttafeln. Diese Schalttafeln weisen beträchtliche Preisunterschiede auf. Ein Vergleich der Preise für die anderen Bauteile von Trenn- oder Endverteilerschalttafeln und der von den anderen Herstellern angegebenen Preise ergibt ähnliche Ergebnisse. Tabelle 7 Rechnungspreise von Schneider für Trennschalter mit Panzergehäuse für Trennverteilerschalttafeln (bei einer Berechnungsgrundlage von 100 für Frankreich) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: E-Mail der Parteien vom 24. Juni 2001. [Nicht vertrauliche Fassung: * = 0-50; ** = 50-100; *** = 100-150, etc.]* Tabelle 8 Rechnungspreise von Schneider für Differenzialschutzsperren für Endverteilerschalttafeln (bei einer Berechnungsgrundlage von 100 für Frankreich) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: E-Mail der Parteien vom 24. Juni 2001. [Nicht vertrauliche Fassung: * = 0-50; ** = 50-100; *** = 100-150, etc.]* (229) Das Vorhandensein und die Wahrnehmbarkeit dieser Preisspannen zwischen den einzelnen zum Einbau in die Trennverteiler- beziehungsweise Endverteilerschalttafeln vorgesehenen Bauteile veranschaulicht die Schwierigkeiten, auf welche die Forderung stoßen dürfte, einen Ausgleich zwischen den Mitgliedstaaten herbeizuführen. Die offensichtlichen Schwierigkeiten des Preisausgleichs zwischen den Mitgliedstaaten erklären sich insbesondere aus den schwachen Sensibilitäten gegenüber den Preisen bei der Endabnehmernachfrage, die auch im Treueverhalten zu bestimmten Marken zum Ausdruck kommen. Sie laufen auch dem Konzept zuwider, das von den Parteien in Bezug auf Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen wurde, da es anscheinend auch keinen Ausgleich zwischen den Lösungsmöglichkeiten in den einzelnen Mitgliedstaaten gibt. Diese Schwierigkeit des Ausgleichs wird auch von den Großhändlern bestätigt, die erklären, dass sich ihre nationale Logistikorganisation nicht dazu eignet, Preisausgleiche vorzunehmen. Außerdem beschränkt die Notwendigkeit, immer in der Lage zu sein, die Elektroinstallateure und Schalttafelbauer innerhalb sehr kurzer Fristen beliefern zu können, ihre Rückgriffsmöglichkeiten auf Preisausgleiche, die in Bezug auf die Herkunft der Produkte gewagt sind. (230) Die Parteien bestehen trotzdem darauf, dass es eine Tendenz hin zu europaweit homogenen Preisen gibt. So weist Schneider in einem internen Dokument(64) darauf hin, dass die "Einführung des Euro im Jahr 2002 [...]* [Schneider] veranlasst, die europäischen Listenverkaufspreise zu harmonisieren und Preisspannen zwischen den Ländern zu vermeiden", und dass die "[Großkunden] es nicht mehr akzeptieren, je nach Land unterschiedlich behandelt zu werden". [...]* (231) [...]* (232) Dieses Dokument, das von Schneider als Zeugnis für das Vorhandensein geografisch gemeinschaftsweiter Märkte zitiert wird, bestätigt den Umfang der derzeit beobachteten Preisspannen. Es zeigt auch, dass trotz der Einführung des Euro zumindest bis [2004-2005]* auch weiterhin enorme Preisspannen von einem Mitgliedstaat zum anderen bestehen können. Es bestätigt schließlich, dass zumindest bis [2004-2005]* die Preise auf nationaler Ebene festgelegt werden, da es in diesem Dokument "die Länder sind", die "ihre Preise in Bezug auf den [Referenzlistenpreis]* festsetzen" und "ihre Verkaufslistenpreise und Strukturen für Preisnachlässe anpassen." (233) Die Parteien vertreten die Auffassung, dass die Analyse der Preise der jeweiligen Bauteile für den Kunden nicht erheblich ist, da sich der Markt anhand der technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des jeweiligen Lösungskonzepts entscheidet. Die Parteien weisen auch darauf hin, dass die Preisanalysen für den Typ "Komplettlösung" das Vorhandensein von Konvergenz zeigen, zumindest dann, wenn man die weniger wichtigen nationalen Märkte ausschließt, die sich innerhalb der Außengrenzen der Europäischen Union befinden und/oder dieser jüngst beigetreten sind. (234) Die Argumente der Parteien werden durch ihre eigenen Daten über die Preise für mittlere Lösungen entkräftet, wie die folgenden Tabellen 9 und 10 veranschaulichen. Denn diese Tabellen zeigen

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.