Europäische Union

2004/275/EG: Entscheidung der Kommission vom 10. Oktober 2001 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Sache COMP/M.2283 — Schneider/Legrand) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3014) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0275. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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in einem erheblichen Teil des EWR radikal verändern. Er führt zum Entstehen eines Unternehmensverbundes, der gegenüber seinen Konkurrenten über eine Reihe von wesentlichen Vorteilen verfügt, so insbesondere der Umfang seiner Produktpaletten, das Ausmaß seiner geografischen Abdeckung, sein Sortiment an Marken und seine Beziehungen zu den Großhändlern. Außerdem wird der neue Unternehmensverbund angesichts der Aufsplitterung der Nachfrage der Elektroinstallateure und ihrer Treue zu den am besten bekannten Marken in der Lage sein, Preiserhöhungen durchzusetzen, ohne dass diese durch entsprechende Marktverluste zunichte gemacht würden. Aus der Untersuchung der Anreizbildung bei den Großhändlern geht hervor, dass sie die Tendenz haben, sich am Verhalten von Schneider/Legrand auszurichten(244). C.3.2 Die Steckdosen und Trennschalter (689) Auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter bestehen folgende Marktanteile der Parteien und ihrer wichtigsten Konkurrenten(245): Tabelle 37 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: Schätzungen, die von den Parteien vorgelegt wurden. (690) Aus diesen Daten geht hervor, dass Legrand in Frankreich insofern bereits marktbeherrschend ist, als das Unternehmen mit einem Marktanteil von [80-90]* % einem Quasimonopol nahe kommt. Angesichts dieser beherrschenden Stellung und des fast vollständigen Fehlens von ABB und Siemens auf dem französischen Markt ist Schneider mit einem Marktanteil von [0-10]* % der einzige Konkurrent, der derzeit einen glaubwürdigen Konkurrenzdruck ausüben und so die freie Entfaltung von Legrand einschränken könnte. (691) Denn Schneider verfügt über zwei anerkannte Marken, nämlich Alombard und Sarel. Die Marke Alombard ist besonders gut im gehobenen Marktsortiment verwurzelt. Als drittstärkster Akteur auf der europäischen Ebene mit starken Marktpositionen in Nordeuropa und gleichzeitig als wichtiger Akteur auf den anderen Märkten der Verteilung von Niederspannungsstrom in Frankreich mit privilegiertem Zugang zu den großen Großhändlergruppen hat Schneider das Potenzial, seine Position auf dem französischen Markt für Steckdosen und Trennschalter zu stabilisieren und sogar noch zu verbessern. Darauf wird übrigens in den internen Dokumenten von Legrand hingewiesen, die sich auf den von Schneider ausgeübten Konkurrenzdruck beziehen(246). Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben würde also zur Beseitigung des Konkurrenzdrucks von Schneider führen. Denn es gibt nur einen einzigen anderen Akteur, der in der Lage ist, sich auf dem französischen Markt für Steckdosen und Trennschaltern weiterzuentwickeln, da der die französisch-belgische Technologie beherrscht: das Unternehmen Niko ([0-10]* % der Marktanteile im Jahr 1999(247)). Jedoch [...]*, was die Ausübung eines starken Konkurrenzdrucks zwischen diesen beiden Marken etwas erschwert. Durch die Beseitigung der Konkurrenz von Schneider und durch die Übertragung eines Marktanteils von [90-100]* % auf das aus dem angemeldeten Zusammenschlussvorhaben hervorgehende Unternehmensgebilde wird dieses die bereits beherrschende Stellung von Legrand in Frankreich erheblich stabilisieren und verstärken. (692) In der Mitteilung der Einwände hat die Kommission das Problem angesprochen, dass das angemeldete Vorhaben auch beherrschende Stellungen in Italien, Portugal und Griechenland schaffen oder verstärken würde. (693) In ihrer Erwiderung bestreiten die Parteien diese Analyse, indem sie geltend machen, dass das Zusammenschlussvorhaben trotz der starken Positionen von Legrand auf den drei relevanten Märkten keine einschränkenden Wirkungen auf den Wettbewerb hätte, und zwar angesichts der relativ schwachen Marktanteile von Schneider und der Präsenz anderer und bedeutenderer Konkurrenten. (694) Der Argumentation der Parteien kann in Bezug auf die italienischen und portugiesischen Märkte gefolgt werden. Jedoch muss die in der Mitteilung der Einwände der Kommission aufgestellte Schlussfolgerung für Griechenland aufrechterhalten werden. (695) Zunächst stellt Schneider, wie bereits weiter oben erklärt wurde, den einzigen Konkurrenten dar, der in der Lage ist, auf der europäischen Ebene einen Konkurrenzdruck auf Legrand auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter auszuüben. Die derzeit mitunter etwas schwache Position von Schneider auf bestimmten nationalen Märkten spiegelt also nicht unbedingt sein Konkurrenzpotenzial wider. Nur wenn die Ausgangsposition von Schneider wirklich marginal im Vergleich zu anderen Konkurrenten ist, können die negativen Auswirkungen des betreffenden Zusammenschlussvorhabens nicht festgestellt werden. (696) In Italien verfügt Legrand derzeit mit einem Marktanteil von [60-70]* % und zwei gut verwurzelten Marken, nämlich Bticino und Legrand, über eine Vormachtstellung. Jedoch verfügt Schneider dort derzeit nur über einen Marktanteil von [0-10]* %, während andere Akteure, wie ABB (durch sein Tochterunternehmen Vimar) mit [20-30]* % und Gewiss mit [10-20]* % auf diesem Markt viel besser eingesessen sind. Selbst unter Berücksichtigung der Beseitigung der potenziellen Konkurrenz von Schneider ist die Überlappung der Marktanteile nicht so erheblich, dass mit ausreichender Sicherheit festgestellt werden kann, dass das angemeldete Zusammenschlussvorhaben die Wettbewerbsbedingungen auf dem italienischen Markt für Steckdosen und Trennschalter derart verändert, dass die bereits vorhandene beherrschende Stellung von Legrand noch weiter verstärkt wird. (697) Dies ist auch der Fall für Portugal, wo Legrand derzeit mit einem Marktanteil von [50-60]* % und vier gut eingesessenen Marken, nämlich, Legrand, Bticino, Quintela und Terraneo über eine sehr starke Marktposition verfügt, Schneider aber nur 1 % der Marktanteile hält. Die Hauptkonkurrenten von Legrand auf diesem Markt sind General Electric (GE), Elapel und JSL mit Marktanteilen von [20-30]* % bzw. [10-20]* % und [0-10]* %. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, mit ausreichender Sicherheit festzustellen, dass die Beseitigung der derzeitigen und potenziellen Konkurrenz von Schneider zur Schaffung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung führt. (698) In Griechenland ist die Situation jedoch anders. Auch auf diesem Markt besitzt Legrand mit [40-50]* % einen hohen Marktanteil, der sich erheblich von dem seiner Hauptkonkurrenten, nämlich Siemens ([10-20]* %), Berker ([10-20]* %) und Jung ([10-20]* %) abhebt, ihm aber noch keine Vormachtstellung verschafft, die beispielsweise der von Legrand in Italien oder Portugal vergleichbar ist. Schneider ist mit seiner Marke der viertwichtigste Akteur und hält einen Marktanteil von [0-10]* %. Es wird von Legrand als ein Hauptkonkurrent angesehen(248). Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben lässt diesen Konkurrenten verschwinden und schafft einen Marktführer mit einem Marktanteil von [40-50]* %, also dem Dreifachen von Siemens und dem Dreieinhalbfachen der beiden nachfolgenden Konkurrenten. Neben dem aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmensgebilde wird Siemens der einzige Konkurrent sein, der über eine bemerkenswerte Verwurzelung sowohl auf anderen Produktmärkten als auch geografischen Märkten verfügt; Berker und Jung hingegen sind deutsche KMU, die auf die Märkte für die den Endverteilerschalttafeln nachgelagerten Ausrüstungen spezialisiert sind. (699) Zusammenfassend wird festgestellt, dass angesichts (i) der derzeit starken aber noch nicht deutlich beherrschenden Marktstellung von Legrand, (ii) der Erweiterung dieser Marktposition um den nicht zu vernachläßigenden Marktanteil von Schneider und (iii) der im Vergleich viel schwächeren Marktpositionen der übrigen Konkurrenten das angemeldete Zusammenschlussvorhaben die Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter in Griechenland erheblich verändern und zur Schaffung einer marktbeherrschenden Stellung des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmensgebildes führen wird. (700) Die Kommission zieht daraus den Schluss, dass das angemeldete Zusammenschlussvorhaben die beherrschende Stellung auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter in Frankreich verstärken und eine derartige Stellung in Griechenland schaffen wird. C.3.3 Die wasser-/luftdichten Apparaturen (701) Auf dem Markt der wasser-/luftdichten Apparaturen gibt es Überlappungen von Marktanteilen der Parteien in Deutschland, Spanien, Frankreich und Griechenland. Während diese Überschneidungen nicht derart sind, dass sie Wettbewerbsprobleme in Deutschland (den Parteien zufolge besitzt Legrand dort [0-10]* % und Schneider [0-10]* % der Marktanteile) und in Griechenland (den Parteien zufolge besitzt Legrand dort [20-30]* % und Schneider [0-10]* % der Marktanteile) schaffen, sind die Marktanteile der Parteien in Frankreich und Spanien wesentlich höher. (702) Für Frankreich geben die Parteien den Marktanteil von Legrand im Jahr 2000 mit [80-90]* % und den von Schneider mit [0-10]* % an. Diese Informationen entsprechen im Allgemeinen den Schätzungen, die in den mittelfristigen Planungen 2001-2005 von Legrand für Frankreich enthalten sind, wonach Legrand (einschließlich Arnould) einen Marktanteil von [90-100]* % und Schneider einen Marktanteil von [0-10]* % hat. Nach jeder dieser Schätzungen hat Legrand bei weitem eine beherrschende Stellung über den französischen Markt für wasser-/luftdichte Apparaturen. Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben beseitigt jegliche auf diesem Markt noch vorhandene Konkurrenz und verstärkt folglich auch diese marktbeherrschende Stellung. (703) Für Spanien schätzen die Parteien den Marktanteil von Legrand im Jahr 2000 auf [30-40]* % und den von Schneider auf [0-10]* %, und zwar aufgrund einer Schätzung des Marktumfangs auf [10-30]* Millionen EUR. In der mittelfristigen Planung 2001-2005 von Bticino für Spanien wird der Marktumfang jedoch auf [1000-3000]* Millionen Peseten geschätzt, was [0-10]* Millionen EUR entspricht; denselben Dokumenten zufolge hätte Legrand (einschließlich Bticino) einen Marktanteil von [60-70]* % und Schneider, Simon und einen Marktanteil von je [0-10]* %. (704) Legrand hat erklärt, dass es sich bei den in den mittelfristigen Planungen enthaltenen Daten um Schätzungen von den in den jeweiligen Ländern tätigen Verkaufsstrategen handele, die als wichtigste Informationsquelle die Großhändler und von daher die Tendenz hätten, den gesamten Marktumfang unterzubewerten. Jedoch hat Legrand zugegeben, dass der über die Großhändler vertriebene Anteil der wasser-/luftdichten Apparaturen sicherlich ausschlaggebend ist, und die globale Schätzung aufgrund dieser Tatsache fast zielgenau sein müsste(249). Denn Legrand hat nicht vorgetragen, wasser-/luftdiche Apparaturen auf anderem Wege als dem über Großhändler zu verkaufen(250). (705) Schneider zufolge beträgt der Marktanteil von Legrand [40-50]* %, der von Schneider [0-10]* % und der Marktumfang [1000-3000]* Millionen Peseten, also etwa [0-10]* Millionen EUR. (706) Übrigens hat eine dritte Partei Schätzungen der Marktanteile vorgelegt, die sich auf [50-80]* % für Legrand und weniger als [0-10]* % für Schneider belaufen; diesem Dritten zufolge beträgt der Marktumfang etwa [0-10]* Millionen EUR(251). (707) Beim Vergleich dieser unterschiedlichen Schätzungen über den Umfang und die Struktur des spanischen Marktes für wasser-/luftdichte Apparaturen kommt die Kommission zu der Schlussfolgerung, dass die von den Parteien im Rahmen dieses Verfahrens vorgelegten Daten den Marktumfang sicher überbewerten und folglich den Marktanteil von Legrand unterbewerten. Hingegen liegen die Schätzungen in den mittelfristigen Planungen von Legrand für Spanien sehr nahe bei den Schätzungen der zuvor erwähnten dritten Partei und auch den von Schneider vorgelegten Schätzungen, so zumindest hinsichtlich des Marktumfangs. (708) Aus dieser Tatsache zieht die Kommission die Schlussfolgerung, dass der Marktumfang für wasser-/luftdische Apparaturen in Spanien die Größenordnung von [0-20]* Millionen EUR nicht wesentlich übersteigt. Durch Hinzufügen einer Sicherheitsmarge von [10-20]* % zugunsten der Parteien kann sie dann auf [0-20]* Millionen EUR beziffert werden. Unter dieser Hypothese und ausgehend von den Date, welche die Parteien in Bezug auf ihre Umsatzzahlen selbst vorgelegt haben (Legrand: [0-10]* Millionen EUR, Schneider: [0-10]* Millionen EUR), kann der Marktanteil von Legrand auf mindestens [40-50]* % und der von Schneider auf wenigstens [0-10]* % geschätzt werden. (709) Geht man von diesen Daten aus, dann ist Legrand derzeit bereits ganz deutlich der "Marktführer", und zwar mit einem beträchtlichen Abstand zwischen seinem Marktanteil und denen seiner wichtigsten Konkurrenten (Simon, Gewiss), die im mittelfristigen Plan von Legrand auf je [0-10]* % geschätzt werden(252). Zu dieser bereits starken Marktstellung kommt durch das angemeldete Zusammenschlussvorhaben noch die Marktstellung von Schneider hinzu. Denn der derzeit relativ schwache Marktanteil von Schneider auf dem spanischen Markt für wasser-/luftdichte Apparaturen stellt nicht das komplette Wettbewerbspotenzial von Schneider auf diesem Markt dar, da Schneider dort erst 1999 aufgetreten ist. Die Tatsache, dass Schneider innerhalb von nur zwei Jahren einen Marktanteil von mindestens [0-10]* % auf einem Markt erobern konnte, auf dem es zuvor vollständig fehlte, zeigt ganz im Gegenteil, dass dieses Unternehmen gut positioniert ist, um erheblichen Konkurrenzdruck auf Legrand ausüben zu können. Durch die Beseitigung dieser Konkurrenz zwischen Schneider und Legrand ist der angemeldete Zusammenschluss geeignet, dem aus ihm hervorgehenden Unternehmensgebilde eine marktbeherrschende Stellung zu verschaffen. (710) In ihrer Erwiderung auf die Mitteilung der Einwände der Kommission bestreiten die Parteien diese Analyse und stützen sich dabei auf zwei Argumente: (711) Das Anwachsen um den Marktanteil von Schneider verstärke nur sehr gering die Marktposition von Legrand und habe damit keine einschränkenden Auswirkungen auf den Wettbewerb. (712) Der relativ schnelle Erfolg von Schneider auf dem spanischen Markt für wasser-/luftdichte Apparaturen zeige die sehr große Öffnung und die leichte Durchdringbarkeit dieses Marktes für jeden neuen Konkurrenten. (713) Jedoch ist der Marktanteil von Schneider in Höhe von derzeit [0-10]* % bei weitem nicht zu vernachlässigen. Wie vorstehend erklärt, spiegelt er angesichts des relativ kurz zurückliegenden Markteintritts von Schneider ein beträchtliches Wachstumspotenzial wider. Außerdem stellt dieser Marktanteil von Schneider bereits jetzt eine beachtliche Marktposition im Vergleich zu der seiner Hauptkonkurrenten, nämlich Simon ([0-10]* %) und ABB/Niessen ([0-10]* %)(253) dar, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Simon der Marktführer bei Standardsteckdosen und -trennschaltern in Spanien ist und dort einen Marktanteil von [40-50]* % hält. (714) Als Antwort auf das o.a. zweite Argument ist festzustellen, dass der schnelle Erfolg von Schneider auf dem spanischen Markt für wasser-/luftdichte Apparaturen im Vergleich zur relativen Schwäche der Konkurrenten, wie Simon und ABB/Niessen, die auf den Märkten für Standardapparaturen jedoch stark sind, viel besser die Wettbewerbsstärke von Schneider zeigt als das angebliche Fehlen von Eintrittshemmnissen. Diesbezüglich ist daran zu erinnern, dass Schneider bei weitem kein "neu eintretender Akteur" auf den Märkten für die Stromverteilung im Niederspannungsbereich in Spanien ist. Denn Schneider hat in Spanien eine gut etablierte Position auf den Märkten für Bauteile von Stromverteilerschalttafeln. Außerdem verfügt das Unternehmen über eine Produktpalette von wasser-/luftdichten Apparaturen, die bereits mit Erfolg auf dem französischen Markt vermarktet wurde, von wo übrigens die wasser-/luftdichten Apparaturen eingeführt werden, die dann in Spanien unter dem Markennamen Eunea im Verkauf sind. Es gibt keinen anderen Konkurrenten, der auf anderen Produktmärkten in Spanien bereits stark verwurzelt ist und zugleich über eine angesehene Marke und eine vollständige Produktpalette für wasser-/luftdichte Apparaturen verfügt. (715) Die Kommission kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass das angemeldete Zusammenschlussvorhaben die beherrschende Stellung auf dem Markt für wasser-/luftdichte Apparaturen in Frankreich verstärkt und eine derartige Stellung auf dem gleichen Markt in Spanien schafft. C.3.4 Die Notbeleuchtungssysteme/autonomen Notbeleuchtungsblöcke (716) Auf dem Markt der Notbeleuchtungssysteme gibt es erhebliche Überschneidungen bei den Aktivitäten der Parteien in Frankreich, wo Legrand (einschließlich seiner Tochterunternehmen URA und Lumatic) einen Marktanteil von [50-60]* % und Schneider einen Marktanteil von [0-10]* % erzielt. Betrachtet man nur die autonomen Notbeleuchtungsblöcke, so liegen die Marktanteile bei [60-70]* % für Legrand und bei [0-10]* % für Schneider. Während Legrand diese Produkte selbst herstellt, kauft Schneider diese für den französischen Markt in erster Linie bei dem Unternehmen Kaufel ein. Die Hauptkonkurrenten der Parteien sind Cooper (Marke: Luminox, [10-20]* %) und Chubb, ([0-10]* %), während alle anderen Konkurrenten nur Marktanteile von unter [0-10]* % haben. Legrand ist also bereits der unbestrittene Marktführer auf diesem Markt, und zwar mit einem fast viermal so großen Marktanteil wie der seines nächsten Konkurrenten. Aufgrund dieser Position kann behauptet werden, dass Legrand eine beherrschende Stellung auf diesem Markt ausübt. Schneider hingegen ist erst jüngst auf den französischen Markt für Notbeleuchtungssysteme eingetreten und hatte 1997 nur einen Marktanteil von [0-10]* %; zu dieser Zeit besaß Legrand noch einen Marktanteil von [70-80]* %. Dies zeigt, dass Schneider in einem Zeitraum von nur wenigen Jahren ein ernsthafter Konkurrent von Legrand werden konnte. Schneider hat dem Marktführer einen erheblichen Marktanteil abgerungen und ist daher in der Lage, spürbaren Druck auf das Wettbewerbsverhalten von Legrand auszuüben. Diese Feststellung wird durch ein internes Dokument von URA, einem Tochterunternehmen von Legrand, bestätigt; danach bestand die "Schwierigkeit, die Preise zu halten, und zwar aufgrund der Austauschbarmachung der Produkte und der Angriffe von Schneider, die einen doppelten Negativdruck ausübten: Druck auf die Preise im Allgemeinen [...]* und Druck auf den 'Produktmix', wobei Schneider seine Angriffe auf die 'Basisprodukte' stützte"(254). (717) Die Zusammenführung von Schneider und Legrand beseitigt diesen Konkurrenzdruck und verschafft dem fusionierten Unternehmensgebilde einen Marktanteil von fast [50-60]* % bei den Notbeleuchtungssystemen im Ganzen und von über [60-70]* % bei den autonomen Notbeleuchtungsblöcken nur für sich genommen. Daher wird die beherrschende Stellung des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmensgebildes derart gestärkt, dass die anderen Konkurrenten, also spezialisierte Unternehmen, die nicht über die gleichen Ressourcen und Zugangsmöglichkeiten zu den Großhändlern verfügen wie Schneider, oder potenzielle neu auf den Markt eintretende Akteure, noch viel weniger in der Lage sein werden, sein Wettbewerbsverhalten auf dem Markt zu kontrollieren. Eine dritte Partei drückt dies so aus(255), dass das von Schneider praktizierte System der Rabattkalkulation es seinen Konkurrenten nicht mehr möglich macht, wettbewerbsfähig zu bleiben. (718) In ihrer Erwiderung haben die Parteien dieser Analyse als solcher nicht widersprochen, sondern lediglich geltend gemacht, dass es durch den Zusammenschluss keine negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb geben wird, indem sie ihre Argumentation auf den um die Sicherheitssysteme für Personen erweiterten Produktmarkt stützten (der die Notbeleuchtungs- und die Brandmeldesysteme zugleich abdeckt). Wie bereits in den Ausführungen weiter oben gezeigt wurde, kann dieser Auffassung der Parteien nicht gefolgt werden. (719) Die Kommission kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass das angemeldete Zusammenschlussvorhaben die beherrschende Stellung auf dem Markt für Notbeleuchtungssysteme oder etwa dem begrenzteren Markt für autonome Notbeleuchtungsblöcke in Frankreich verstärkt. C.3.5 Die Analyse der Auswirkungen des Zusammenschlussvorhabens auf das Wettbewerbsverhalten auf den Märkten für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien (720) Der Unternehmensverbund Schneider/Legrand wird auf europäischer Ebene der Hauptakteur auf dem Markt für Klemm- und Zweigleitungsmaterialien sein. Er hält dann auf der Ebene des EWR einen kumulierten Marktanteil von [20-30]* % und ist in elf Mitgliedstaaten präsent. Die Parteien erklären, dass ihr Hauptkonkurrent auf der europäischen Ebene Hager mit einem Marktanteil von [10-20]* % sein wird, dessen Präsenz sich aber auf einen Mitgliedstaat, nämlich Deutschland, beschränke. Hager hat jedoch zu verstehen gegeben, dass es auf diesem Produktmarkt gar nicht tätig ist(256). (721) Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben führt zur Addition der sehr erheblichen Marktanteile auf dem französischen Markt für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde wird einen besonders hohen Marktanteil auf dem französischen Markt halten. (722) Der Unternehmensverbund Schneider/Legrand wird einen Marktanteil von [70-80]* % auf dem französischen Markt für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien halten. Legrand verfügt auf diesem Markt über einen Marktanteil von [50-60]* %, zu dem der von Schneider gehaltene Marktanteil in Höhe von [20-30]* % hinzukommt (Zahlen für das Jahr 2000). Die Parteien waren nicht in der Lage, die anderen Akteure auf dem Markt festzustellen. (723) Außerdem verfügt das Unternehmensgebilde Schneider/Legrand in bestimmten Produktkategorien für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien über noch höhere Marktanteile. So hält Schneider [20-30]* % und Legrand [40-50]* % (Zahlen für das Jahr 2000) der Anteile des französischen Marktes für Einbau- und Abzweigungsbuchsen(257). Die Parteien waren nicht in der Lage, festzustellen, wer ihre Konkurrenten auf dem Gebiet der Einbau- und Abzweigungsbuchsen sind. Legrand erklärt, dass diese Produktkategorie etwa 40 % des gesamten relevanten Marktes darstellt(258). (724) Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben führt daher zur Zusammenballung der Marktanteile der beiden Hauptakteure auf dem relevanten Markt. Der aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensverbund wird über ein nicht zu übertreffendes Markensortiment verfügen. (725) Das Unternehmensgebilde Schneider/Legrand wird sich auf dem französischen Markt für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien mit vier Marken betätigen, die alle einen starken Bekanntheitsgrad genießen. So fügt Legrand zu den von Schneider gehaltenen Marken Alombard und Sarel seine Marken Legrand und Arnould hinzu. Diese Marken sind den Elektroinstallateuren sehr gut bekannt, da sie in Frankreich den wesentlichen Teil des Verkaufs von Steckdosen und Trennschaltern stellen. (726) Diese Situation wird es dem neuen Unternehmensverbund erlauben, eine Multi-Markenpolitik zu entwickeln, um mit speziell angepassten Modalitäten auf die jeweilige Nachfrage in den verschiedenen Marktsegmenten reagieren zu können. So ist Sarel künftig spezieller auf den Teil der Nachfrage eingestellt, die aus dem Industriesektor kommt, während Alombard von seinem Image als Marke des gehobenen Sortiments profitiert. Legrand und Arnould profitieren ihrerseits von ihrem ausgezeichneten Image im Wohnsektor. Der Unternehmensverbund Schneider/Legrand wird also in der Lage sein, den Aktionen seiner Konkurrenten Kontra zu bieten, indem er eine seiner Marken im Kernstück seines Marktes positioniert und seine anderen Marken jederzeit auf den anderen Marktsegmenten einsetzen kann. Das aus dem Zusammenschlussvorhaben hervorgehende Unternehmensgebilde wird auf den gesamten französischen Märkten für Produkte, die den Endverteilerschalttafeln nachgelagert sind, starke Marktpositionen einnehmen. (727) Der Unternehmensverbund Schneider/Legrand wird besonders st

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.