Europäische Union

2004/275/EG: Entscheidung der Kommission vom 10. Oktober 2001 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Sache COMP/M.2283 — Schneider/Legrand) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3014) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0275. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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r, sind in Wohn- oder Dienstleistungsgebäuden sichtbar, und daher können persönliche Auswahlkriterien im Hinblick auf die Ästhetik ins Spiel kommen. Das fusionierte Unternehmensgebilde Schneider/Legrand wird ein nicht zu umgehender Akteur auf den meisten europäischen Märkten für elektrische Ausrüstungen sein, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind. Der aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensverbund profitiert von einem Produktsortiment und einer geografischen Abdeckung, die beträchtlich höher als die seiner Konkurrenten sind. (654) Der Unternehmensverbund verfügt über ein vollständiges Produktsortiment, das alle Märkte für elektrische Betriebsmittel abdeckt, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind. Außerdem verfügt er über eine vollständige Abdeckung des gesamten EWR. Weit davon entfernt, die geografische Definition der relevanten Märkte in ihrer nationalen Dimension zu widerlegen, ist die Evaluierung der Rolle, die Schneider/Legrand auf der europäischen Ebene spielen wird, integraler Bestandteil der Analyse der Auswirkungen des Zusammenschlusses auf jeden der betroffenen produktbezogenen und nationalen Märkte. (655) Was das Produktsortiment anbelangt, so ist hervorzuheben, dass Schneider und Legrand bereits zwei Hauptgruppen von Generalisten auf den relevanten produktbezogenen und geografischen Märkten sind. Ihr Angebot beschränkt sich nicht auf Steckdosen und Trennschalter, sondern umfasst bei jeder der beiden Unternehmensgruppen auch Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien und raumgestalterische Bauteile für die Vernetzung, die direkt mit diesen Produkten verbunden sind, sowie Kontroll- und Sicherheitssysteme und Verbindungselemente für Kommunikationsnetze. Das Angebot jeder der Parteien ist zwar bereits umfassend, kann aber trotzdem mit dem der anderen Gruppen von Generalisten, wie ABB und Siemens, und in einem geringeren Ausmaße, Hager und GE, verglichen werden. (656) Die Vereinigung des Produktkatalogs von Legrand mit dem von Schneider führt zur Bildung eines Produktsortiments von einem Umfang, der ohnegleichen ist. Beispielsweise bringt Legrand seine Produktpalette an autonomen Notbeleuchtungsblöcken wie auch seine Produktpalette an Zugangskontrollsystemen ("Portiers") in die neue Gruppe ein. Schneider vervollständigt seinerseits das Angebot von Legrand mit seiner Produktpalette von Heizungs- und Beleuchtungskontrollsystemen. Schließlich führt die Vereinigung des Angebots der beiden Gruppen an Informatikbuchsen und an Bauteilen für Kommunikationssysteme zur Bildung einer vollständigen Ton-, Bild-, Daten- Produktpalette. (657) Das Unternehmensgebilde Schneider/Legrand wird eine Produktpalette haben, die umfassender als die der anderen Gruppen von Generalisten ist. So ist ABB auf dem Markt für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien und auf dem Markt für Sicherheits- und Schutzsysteme nicht oder nur sehr marginal präsent(221). Siemens fehlt auf den Märkten für Ton-, Bild-, Datenprodukte und für Leitungsführungen in der Raumgestaltung(222). GE ist auf den Märkten für Sicherheitssysteme und für Ton-, Bild-, Datenprodukte nicht aktiv(223). Hager betätigt sich nicht auf den Märkten für Sicherheitssysteme, für Ton-, Bild-, Datenprodukte und für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien(224). (658) Was die geografische Verwurzelung anbelangt, so profitiert das Unternehmensgebilde Schneider/Legrand auch von einer Abdeckung des europäischen Bereichs, die ohnegleichen ist. (659) So ist Legrand eine Gruppe, die besonders gut in den südlichen EWR-Mitgliedstaaten Fuß gefasst hat. Sehr erhebliche Marktanteile hält sie vor allem auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter in Frankreich ([80-90]* %), Italien ([60-70]* %), Portugal ([50-60]* %) und Griechenland ([40-50]* %). Umgekehrt ist Schneider seinerseits besonders gut im Norden des EWR verwurzelt, und seit dem Erwerb von Lexel ganz besonders gut in den nordischen Ländern. Insbesondere hält es beträchtliche Marktanteile auf den Märkten für Steckdosen und Trennschalter in Dänemark ([70-80]* %), Finnland ([30-40]* %), Schweden ([40-50]* %) und Norwegen ([50-60]* %). Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben führt also zur Verbindung der beträchtlichen Marktanteile, die Schneider in Nordeuropa hält, mit denen, die Legrand in Südeuropa innehat. (660) Außerdem hat das Zusammenschlussvorhaben die Auswirkung, die Marktpositionen einer jeden der Parteien auf zahlreichen nationalen Märkten zu stärken, auf denen Schneider und Legrand bisher keine Vormachtstellung hatten. So hat der Zusammenschluss auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter in Spanien die Auswirkung, zu den [10-20]* % der Marktanteile, die Schneider 2000 hielt, noch die [10-20]* % der Marktanteile von Legrand hinzuzufügen. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde wird also so erheblich gestärkt, dass es in der Lage ist, der Konkurrenz des Marktführers, nämlich Simon, zu trotzen, der einen Marktanteil von [40-50]* % hält. (661) Die einzigen Staaten, in denen das fusionierte Gebilde keine höheren Marktanteile auf einem der Märkte für Ausrüstungen hält, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, werden Deutschland und in geringerem Maße Irland und die Niederlande sein. (662) Schließlich hat der Zusammenschluss die Bildung einer Unternehmensgruppe zur Folge, die besonders mächtig auf allen französischen Märkten für Endverteilerausrüstungen ist. Insbesondere hält das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde quasi ein Monopol auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter, [80-90]* % auf dem Markt für Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien, [50-60]* % auf dem Markt für Notbeleuchtungssysteme und [90-100]* % auf dem Markt für wasser-/luftdichte Apparaturen. (663) Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde profitiert also von der vollständigen geografischen Abdeckung des EWR und von einem Produktsortiment, welches das Sortiment seiner direkten Konkurrenten mit einer europäischen Verwurzelung, nämlich ABB, Siemens, GE und Hager, bei weitem überbietet. Insbesondere verfügt Schneider/Legrand über mehrere Marktmachtpositionen auf zahlreichen nationalen Märkten wie auch auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter. Diese Machtpositionen werden der neuen Unternehmensgruppe zur Verfügung stehen, um ihre Positionen auf anderen Produktmärkten oder anderen nationalen Märkten auszubauen. Außerdem kann ihre erhebliche Präsenz auf den meisten geografischen Märkten und Produktmärkten auch dazu genutzt werden, um sich jeglichen Versuchen vonseiten ihrer Konkurrenten zu widersetzen, die ihre Positionen auf den Märkten ausbauen wollen, in denen der Unternehmensverbund eine Vormachtstellung hat. (664) In ihrer Erwiderung auf die Mitteilung der Einwände der Kommission(225) bestreiten die Parteien diese Analyse und stützen sich dafür auf eine Berechnung der Marktpositionen der Hauptkonkurrenten auf einem hypothetischen Markt für die Gesamtheit der den Endverteilerschalttafeln nachgelagerten Ausrüstungen auf der Ebene des EWR. Auf einem derart definierten "Markt" hätte der Unternehmensverbund einen Marktanteil von [10-20]* % gegenüber [10-20]* % bei Siemens. Aus der Tabelle, welche die Parteien zu diesen Zwecken vorgelegt haben, wie auch aus der folgenden Tabelle 35 geht jedoch hervor, dass sich die Position von Siemens auf diesem hypothetischen Markt im Wesentlichen aus seiner relativ starken Verwurzelung in nur zwei Marktsegmenten ableitet: den Kontroll- und den Sicherheitssystemen. Ferner konzentrieren sich die Tätigkeiten von Siemens in diesen Segmenten hauptsächlich auf einen einzigen Mitgliedstaat, nämlich Deutschland. (665) Die Parteien haben ebenfalls geltend gemacht(226), dass bestimmte Spezialisten, wie Lucent, Pouyet, 3M, AMP, Quante, Alcatel und BICC bei bestimmten Produkten ausgedehntere Produktpaletten haben als die Generalisten. Aus den Namen der von den Parteien zur Unterstützung ihrer Argumentation genannten Unternehmen ergibt sich, dass diese Situation anscheinend nur auf Bauteile für Kommunikationsnetze zutrifft. Selbst wenn die Produktpaletten dieser Spezialisten mehr Tiefgang hätten als die der Parteien und der anderen Spezialisten, so handelt es sich jedenfalls nur um enge Produktpaletten, die auf eine begrenzte Anzahl von Produktkategorien beschränkt sind. Eine derartige Situation ist also nicht geeignet, die Feststellungen zu widerlegen, wonach das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde über eine Produktpalette von Endverbauchermaterialien verfügen wird, die umfangreicher als die aller seiner Konkurrenten ist, egal ob Spezialisten oder Generalisten. (666) Schneider/Legrand verfügt also über ein Produktsortiment und eine geografische Abdeckung, die wesentlich höher sind als die aller seiner Konkurrenten. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde verfügt über ein von seinen Konkurrenten nicht zu übertreffendes Markensortiment. (667) Nach der folgenden Tabelle verfügt das Unternehmensgebilde Schneider/Legrand auf dem Markt der den Endverteilerschalttafeln nachgelagerten Ausrüstungen über ein Markensortiment, das ohnegleichen ist, und zwar sowohl von der Anzahl als auch vom Bekanntheitsgrad her. Tabelle 36 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: Angaben der Parteien und Dritter. (668) Jede der Parteien verfügt bereits über eine sehr große Bandbreite an Marken, die auf mehreren nationalen Märkten besonders gut Fuß gefasst haben. Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben führt zur Ansammlung der Marken von Schneider, die besonders gut im Norden des EWR Fuß gefasst haben (insbesondere Elso, Elko, Thorsmann), und der Marken von Legrand, die besonders gut im Süden des EWR verwurzelt sind (insbesondere Bticino, Legrand) in ein und derselben Unternehmensgruppe. Außerdem verfügt Schneider/Legrand über die Marke Legrand, die zusammen mit der Marke ABB die einzige Marke von wirklich europäischer Dimension ist, die eine umfangreiche Produktpalette von Ausrüstungen abdeckt, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind. (669) In ihrer Erwiderung auf die Mitteilung der Einwände der Kommission(227) machen die Parteien geltend, dass die Anzahl der wichtigen Konkurrenzmarken in jedem Mitgliedstaat höher als die Anzahl der Marken sein wird, über die der neue Unternehmensverbund verfügt. Diesbezüglich reicht es, festzustellen, dass die Parteien die Anzahl der Marken des fusionierten Unternehmensgebildes mit der Gesamtheit der Marken vergleichen, die von allen ihren Konkurrenten in jedem Land gehalten werden, einschließlich der Marken der Spezialisten, die nur sehr eng gefasste Produktpaletten herstellen, und nicht die Gesamtheit der Marken, die von jedem ihrer Konkurrenten gehalten werden. (670) Die Anzahl und die Qualität der Marken von Schneider/Legrand wird dieser neuen Unternehmensgruppe angesichts ihrer Rolle und ihrer Bedeutung bei der Funktionsweise der Märkte für die relevanten Produkte einen substanziellen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die Marke stellt ein entscheidendes Element bei der Auswahl der Ausrüstungen dar, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, so insbesondere für die kleinen Elektroinstallateure, welche die wichtigste Käuferkategorie dieser Produkte darstellen. Denn die kleinen Installateure haben die Angewohnheit, mit einer begrenzten Anzahl von unterschiedlichen Marken zu arbeiten, da sie vertiefte Kenntnisse über die technischen Merkmale dieser Produkte haben wollen. Das versetzt sie in die Lage, die Installationsprozesse genauestens zu beherrschen und damit Zeit zu sparen. Dieses Phänomen wird übrigens von den Herstellern selbst gefördert, und zwar im Rahmen von Schulungsmaßnahmen für kleine Installationsbetriebe und der Streuung von Computerprogrammen zur Unterstützung bei der Konzeption von Elektroinstallationen. Sehr viele Hersteller und Großhändler von europäischer Dimension haben bestätigt, dass auf den meisten nationalen Märkten die Marken bei dieser Kategorie von Kunden eine wichtigere Rolle spielen als die Preise(228). (671) Außerdem gibt die Ansammlung mehrerer Marken innerhalb derselben Unternehmensgruppe, die über einen großen Bekanntheitsgrad verfügen und für die Vermarktung derselben Produktkategorien eingesetzt werden, Schneider/Legrand die Möglichkeit, differenzierte und komplementäre Handelspolitiken für jede von ihnen zu betreiben. Derartige Politiken gestatten es der neuen Unternehmensgruppe, auf besonders ausgeklügelte Art und Weise auf die Nachfrage und die Konkurrenz in jedem der Marktsegmente einzugehen. Insbesondere wird es für Schneider/Legrand möglich sein, eine Marke spezifisch auf der gehobenen, der mittleren oder der unteren Produktpalette zu positionieren. Quasi die Gesamtheit der anderen Akteure auf dem Markt für Ausrüstungen, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, verfügt nur über eine einzige Marke pro Produktkategorie und/oder nationalem Markt. Es wird ihnen also zumindest kurzfristig unmöglich sein, sich Schneider/Legrand entgegenzustellen, indem sie eine gleichwertige Multimarken-Handelspolitik entwickeln. Schneider/Legrand ist also in der Lage, ihre Produkte direkt auf dem Marktsegment mit Konkurrenz zu überziehen, welches das Kernstück ihres Engagements auf dem Markt darstellt, indem der Unternehmensverbund eine spezifische Marke einsetzt und gleichzeitig in den anderen Marktsegmenten andere Marken verwendet. (672) Legrand hat bereits eine derartige Handelspolitik in den Mitgliedstaaten durchgeführt, wo dieses Unternehmen mehrere Marken besitzt, und zieht daraus immer mehr Früchte. So wird in einem internen Dokument von Legrand in Bezug auf Italien erklärt(229), dass der "synergische" Einsatz der Marken Legrand und Bticino eine der Stärken der Unternehmensgruppe Legrand in diesem Land ist. Die Marke Bticino ist in der gehobenen Produktpalette positioniert, während die unter der Marke Legrand vermarkteten Produkte sich in einem niedrigeren Preisniveau befinden. Das Interesse, in der Lage zu sein, eine Multi-Markenpolitik zu betreiben, geht insbesondere aus einem internen Dokument von Legrand in Bezug auf Portugal hervor(230), also dem Mitgliedstaat, wo Legrand über drei Marken verfügt: Legrand, Bticino und Quintela. Dieses Dokument stellt in allen Einzelheiten "die Situation, Rolle und Ambitionen dar, die jeder (Marke der Unternehmensgruppe zugewiesen sind)". So wird angeführt, dass [...]*. (673) Die Entwicklung einer kohärenten Multi-Markenpolitik wann immer dies möglich ist scheint übrigens eine der Prioritäten der Unternehmensgruppe Legrand zu sein. So wird in einem internen Dokument von Legrand in Bezug auf Frankreich(231) gesagt, dass "die Stärkung einer zum Angebot der Apparaturen von Legrand alternativen Marktposition" ein prioritäres strategisches Ziel für das Unternehmen und die Marke Arnould (der Unternehmensgruppe Legrand) auf dem Markt der "Apparaturen" (Steckdosen und Trennschalter) in diesem Land bedeutet. (674) Das Vorhandensein einer kohärenten Multi-Markenpolitik, die von Legrand betrieben wird, und sein Interesse daran, werden auch von Schneider hervorgehoben. So wird in einem internen Dokument dieses Unternehmens in Bezug auf Spanien(232) darauf hingewiesen, das die Marken Legrand und Bticino in diesem Land "komplementär" und "differenziert" sind. Insbesondere wird erklärt, dass die Marke Bticino im Segment "hoher Komfort" positioniert ist, während die Marke Legrand spezifischer für den Markt der "großen Baustellen" bestimmt ist. (675) Aus Vorstehendem ergibt sich, dass die Wettbewerbsvorteile, die sich aus dem von Schneider/Legrand gehaltenen Markensortiment ergeben, bei weitem bedeutender sind als die zusätzlichen Kosten, die durch die notwendige Aufrechterhaltung einer entsprechenden Mannigfaltigkeit von Referenzartikeln, Katalogen oder Verpackungen verursacht sind, und auf die sich die Parteien in ihrer Erwiderung auf die Mitteilung der Einwände der Kommission berufen(233). Diesbezüglich ist es sinnvoll, festzustellen, dass sowohl Schneider als auch Legrand die Marken der auf den Märkten für Endverbraucherausrüstungen tätigen Unternehmen beibehalten, die sie im Laufe der letzten Jahre aufgekauft haben, wie aus der vorstehenden Tabelle 36 hervorgeht. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Gebilde profitiert von einem privilegierten Vertriebszugang. (676) Wie bereits weiter oben dargestellt wurde, stellt Schneider/Legrand aufgrund seiner ausgedehnten Produktpalette wie auch der Bekanntheit seiner Marken in den meisten EWR-Mitgliedstaaten einen bedeutenden Teil des Umsatzes der Großhändler und infolgedessen auch einen bedeutenden Teil ihrer Einkaufsbeträge (siehe ferner Tabelle 31 weiter oben). Der neue Unternehmensverbund wird also für die Großhändler ein nicht zu umgehender Partner sein. So ist es für einen Großhändler insbesondere möglich, eine vollständige Produktpalette von Ausrüstungen, die der Trennverteilerschalttafel nachgelagert sind, zu erhalten, indem er seine Einkäufe ausschließlich bei Schneider/Legrand tätigt. Ein Großhändler, der diese Entscheidung trifft, wäre sogar in der Lage, seiner Kundschaft in zahlreichen Produktkategorien mehrere Marken mit unterschiedlichen Preispositionen anzubieten. (677) Die Handelsbeziehungen zwischen den Herstellern der relevanten Produkte und den Großhändlern wurden bereit weiter oben dargestellt(234), und zwar im Rahmen der Analyse der Auswirkungen des angemeldeten Zusammenschlussvorhabens auf den Wettbewerb auf den Märkten für Bauteile von Stromverteilerschalttafeln. Für die relevanten Produkte bestehen dieselben Anreizmechanismen für Großhändler wie die, die oben beschrieben wurden. (678) Bei den Großhändlern wird es den sehr starken Anreiz geben, sicherzustellen, dass das Niveau ihrer Einkäufe bei Schneider/Legrand zumindest konstant bleibt. Ferner verschaffen die komplizierten Mechanismen für Preisnachlässe und Rabatte in Verbindung mit der großen Bedeutung des neuen Unternehmensverbunds für die Einkäufe der Großhändler Schneider/Legrand ein bedeutendes Druckmittel gegenüber diesen Großhändlern. Schneider/Legrand wird insbesondere in der Lage sein, die Großhändler anzuhalten, seine neuen Produkte oder auch Produktpaletten zu vertreiben, die sie bisher nicht vertrieben haben. Eine derartige Situation besteht bereits zum Teil in den Ländern, wo der eine oder der andere der beiden Unternehmensgruppen schon einflussreich ist. So [...]*(235). Das Zusammenschlussvorhaben Schneider/Legrand beseitigt einen wichtigen Faktor der Wettbewerbsbedingungen auf mehreren Märkten. (679) Die Rivalität zwischen Schneider und Legrand war bisher ein wichtiger Faktor der Wettbewerbsbedingungen auf mehreren Märkten für Endverbraucherausrüstungen. Diese Bewertung gilt hauptsächlich für die nationalen Märkte, auf denen eine der Unternehmensgruppen eine Vormachtstellung hat und die andere Gruppe die Rolle des tatsächlichen oder potenziellen Herausforderers übernimmt. (680) Wie bereits erklärt wurde, hat Schneider eine Vormachtstellung auf zahlreichen Märkten für Endverbraucherprodukte in Nordeuropa, während Legrand eine identische Marktposition auf zahlreichen nationalen Märkten in Südeuropa einnimmt. (681) Zwar handelt es sich um die Produktmärkte der nordischen Länder, auf denen Schneider Marktführer ist, doch stellt Legrand einen potenziellen Konkurrenten dar, dessen Markteintritt meist kurz bevorsteht. So ist Legrand geografisch gesprochen zwar in der Region (in [...]*) präsent, aber auf anderen Produktmärkten. In [...]* bringt diese Unternehmen außer den Bauteilen für Stromverteilerschalttafeln noch autonome Notbeleuchtungsblöcke auf den Markt. Nach seinen eigenen Schätzungen hält Legrand [10-20]* % des schwedischen Marktes für autonome Notbeleuchtungsblöcke(236). Ferner wird im selben Dokument(237) angegeben, dass das prioritäre Ziel von Legrand darin besteht, [...]*(238). Es hat also den Anschein, dass Legrand [...]*, und dass es auf eine scharfe Reaktion von Schneider gefasst war. Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben beseitigt diesen Wettbewerbsfaktor zumindest auf dem Markt für [...]*. (682) Was die nationalen Märkte anbelangt, wo Legrand in der Position des Marktführers auf einem oder mehreren Märkten für Endverbraucherprodukte ist, nämlich in Frankreich, aber in geringerem Ausmaße auch in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland, so ist Schneider ein direkter und bedrohlicher Konkurrent. (683) So wird in einem internen Dokument von Legrand in Bezug auf Frankreich erklärt(239), wo der Marktanteil dieser Unternehmensgruppe auf dem Markt für Steckdosen und Trennschalter über [80-90]* % liegt, dass das Hauptrisiko für die Unternehmensgruppe "der Bau einer konkurrenzfähigen Alternative zur Marke Legrand bei Apparaturen ist, und zwar durch Schneider Electric und auf der Basis von Alombard-Sarel-Infra+". Auf derselben Seite dieses Dokuments wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass [...]*. Die von Alombard, Sarel und Infra+ angebotenen Produktpaletten umfassen einen sehr großen Teil der Märkte für Endverbraucherprodukte. Denn Alombard und Sarel vermarkten Steckdosen, Trennschalter, Befestigungs- und Zweigleitungsmaterialien und Leitungsführungen zur Raumgestaltung. Infra+ ist seinerseits auch ein Spezialist für Compterbuchsen. Außerdem ist hervorzuheben, dass das Angebot von Schneider in Frankreich mit den Produktpaletten von Lexel vervollständigt werden kann. Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben wirkt sich also so aus, dass es die Entstehung eines wirklichen konkurrenzfähigen Gegenpols zu Legrand in den Ländern verhindert, in denen dieses Unternehmen eine Vormachtstellung hat. (684) In gleicher Weise wird in einem internen Dokument von Legrand in Bezug auf Griechenland(240) gesagt, wo Legrand quasi [40-50]* % des Marktes für Steckdosen und Trennschalter hält, dass [...]*. (685) In Italien, Spanien und Portugal ist Schneider auf den Märkten für die den Endverteilerschalttafeln nachgelagerten Ausrüstungen nicht oder nur marginal präsent. Jedoch ist es auf den Märkten für Bauteile von Stromverteilerschalttafeln umfänglich präsent. Es hätte also ein relativ leichtes Spiel, dort seine Produktpaletten von Endverbraucherprodukten auf den Markt zu bringen, da diese durch dieselben Großhändler vertrieben werden wie die Bauteile von Stromverteilerschalttafeln. Diesbezüglich [...]*(241). Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde wird in der Lage sein, seinen Konkurrenten einen Wettlauf um die Erneuerung der Produktpaletten aufzuzwingen (686) Die Erneuerung der Paletten der den Endverteilerschalttafeln nachgelagerten Produkte in kürzeren Zeitabständen stellt für die am besten eingeführten Hersteller ein Mittel des Gegenangriffs gegen die Hersteller kleineren Umfangs und gleichzeitig ein Mittel zur Imagepflege oder -verbesserung ihrer Marken dar. So wird in einem internen Dokument von Legrand in Bezug auf Italien(242) darauf hingewiesen, dass die Quote der Erneuerung der Produktpalette eine der Stärken der Unternehmensgruppe in diesem Land darstellt. Die Erneuerung der Produktpaletten für Ausrüstungen, die den Endverteilerschalttafeln nachgelagert sind, zielt einerseits auf die Anpassung der Produktästhetik an die Nachfrage der Verbraucher und andererseits auf die Erweiterung der Funktionen dieser Produkte ab, vor allem durch Hinzufügen der elektronischen Funktionen, wie der Detektor- und der Fernsteuerungs- und -kontrollfunktion. (687) Die ständige Erneuerung der Produktpaletten verfolgt als Ziel und Auswirkung, die Lebensdauer der Produkte zu verringern und die Ressourcen der Konkurrenten kleineren Betriebsumfangs aufzubrauchen, um sie gegebenenfalls vom Markt zu verdrängen. So wird in einem internen Dokument von Schneider(243) in Bezug auf das Unternehmen Alombard auf den immer kürzeren Lebenszyklus ("shorter life time cycle") von Steckdosen und Trennschaltern hingewiesen [...]*. Schlussfolgerung (688) Der Zusammenschluss Schneider/Legrand wird die Wettbewerbsstrukturen auf den Märkten für Endverbaucherausrüstungen

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.