Europäische Union

2004/275/EG: Entscheidung der Kommission vom 10. Oktober 2001 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Sache COMP/M.2283 — Schneider/Legrand) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3014) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0275. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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i weitem Marktführer auf dem britischen Markt für Kabelträgersysteme im Allgemeinen ist, sondern es wird darüber hinaus auch besonders starke Marktpositionen in quasi allen Segmenten des relevanten Marktes innehaben. Seine Position wird nur in dem einzigen Segment des "Steel Strut-channel support system" schwächer sein, wo es einen Marktanteil von [0-10]* % hält und von Unitrust (Marktanteil von [40-50]* %) und von Metsec (Marktanteil von [10-20]* %) überfluegelt wird. (624) Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben hat somit die doppelte Auswirkung, Schneider zu stärken, und zwar (i) durch die Beisteuerung der Marktpositionen von Legrand auf den Marktsegmenten der Kabelträger aus Stahl, wo es bereits vorherrschend war, und (ii) durch die Beisteuerung der Marktpositionen von Legrand auf den Marktsegmenten der Kabelträger aus Kunststoff und aus mit Fiberglas verstärktem Kunststoff, wo es nicht aktiv war. (625) Die Parteien haben in ihrer Erwiderung ausgeführt, dass [ein großer Anteil]* der von Mita verkauften Kabelträger in der Tat von Kabelträgern aus geschweißtem Eisendraht stamme, die von einem Drittunternehmen (Métal Déployé) hergestellt werden. Sie haben auch erklärt, dass Mita diesen Vertrag mit Métal Déployé verlieren werde (der zugleich auf den Vertrieb der Produkte von Métal Déployé durch Mita und auf die Verwendung der Marke Cablofil (im Eigentum von Métal Déployé) abstellt). [...]*. Den Parteien zufolge belaufen sich die Kabelträger aus geschweißtem Eisendraht, die Mita von Métal Déployé geliefert und unter der Marke Cablofil auf den Markt gebracht werden, auf Marktanteile von [0-10]* % auf dem britischen Markt, was den Marktanteil von Schneider auf [0-10]* % schrumpfen lässt, wen man auch Thorsmann verbucht. Ferner machen die Parteien geltend, dass Métal Déployé innerhalb kurzer Zeit ein ernsthafter Konkurrent auf dem relevanten Markt sein wird. Denn das Tochterunternehmen, das dieses Unternehmen für den britischen Markt gründen will, wird angesichts der Vereinbarungen über die Auflösung des Liefervertragsverhältnisses von der Verkaufsmacht profitieren, die Mita für die Kabelträger aus geschweißtem Eisendraht begründet hat, wie auch vom Bekanntheitsgrad der Marke Cablofil auf diesem Markt. (626) Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Belieferungsvertag, der Mita an Métal Déployé bindet, noch nicht wirklich aufgelöst ist, [...]*. Außerdem könnte Mita in der Annahme, dass diese Vertragsauflösung tatsächlich erfolgt, sich für seine relevanten Produkte leicht von Wiremold, einem Tochterunternehmen von Legrand, beliefern lassen, das die gleichen Produkte auf den Markt bringt. So haben die Parteien erklärt, dass Wiremold von einem Belieferungsvertrag mit PEMSA profitiere. Ferner besteht, was auch die Parteien einräumen, eine vollständige Substituierbarkeit zwischen Kabelführungen aus Stahl, Kabelführungen aus Stahldraht und den Kabelleitern aus Stahl. Schließlich wird der Verlust der Marke Cablofil für Mita durch die Tatsache kompensiert, dass diese an die Marke Mita gekoppelt war (wie aus den Katalogen für die Produkte von Mita hervorgeht). Aus diesen Gründen wird Mita durch die hypothetische Auflösung des Belieferungsvertrags und der Markenlizenz, die sie bisher an Métal Déployé band, nicht spürbar geschwächt. (627) Was das zweite Argument anbelangt, das von dritter Seite aufgeworfen wird, nämlich den baldigen Eintritt von Métal Déployé auf den britischen Markt, so ist zunächst hervorzuheben, dass dieser bis zur Stunde nicht gewiss ist, sondern nur eine einfache Absichtserklärung vonseiten Letzterer darstellt. Auch wenn sie sich konkretisieren sollte, so dürfte sie sich jedenfalls nicht durch einen automatischen Gewinn der Marktanteile bemerkbar machen, die Mita mit dem Weiterverkauf dieser Produkte hält. Denn erstens wurde die Marke Cablofil, wie bereits erklärt wurde, bisher in Verbindung mit (und unter dem Dach) der Marke Mita verwendet. Die Marke Cablofil alleine wird also nicht von der ganzen Stärke und der Bekanntheit der Marke Mita Cablofil profitieren. Zweitens muss Métal Déployé die oben angesprochenen Hemmnisse beim Markteintritt überwinden, die den Markt für Kabelträger kennzeichnen. Diese Eintrittshemmnisse nehmen in Bezug auf den britischen Markt sogar zu, und zwar durch die Stärke des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmensgebildes (wie weiter unten analysiert wird). C.2.2 Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde verfügt über eine ausgedehntere Produktpalette als seine Konkurrenten. (628) Global gesehen erscheint Schneider/Legrand als Unternehmensgruppe, die in allen Segmenten des britischen Marktes für Kabelträger präsent ist. Keiner ihrer Konkurrenten verfügt über eine Produktpalette, die alle Segmente dieses Marktes abdeckt. Vor allem verfügt keiner ihrer wichtigsten Konkurrenten über ein Angebot, das Kabelleitern aus Kunststoff und Kabelträger aus mit Fiberglas verstärktem Kunststoff umfasst. (629) Vor dem Zusammenschluss ist allein Legrand in den Segmenten der Kabelträger aus Kunststoff und aus fiberglasverstärktem Kunststoff mit Produkten präsent, die unter der Marke Legrand auf den Markt kommen. Diese Segmente, die im Wert viel kleiner als die anderen Marktsegmente sind, gehören zu den Nischenmärkten, die von den großen Akteuren auf dem Markt aufgegeben wurden. So ist Schneider unter den Marken Mita, Wibe und Thorsman, und Wiremold, einer Gruppe, die 2000 von Legrand erworben wurde, ausschließlich in den verschiedenen Marktsegmenten für Kabelträgersysteme aus Stahl präsent. Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben wirkt sich somit so aus, dass ein Akteur zum Vorschein kommt, der von einer einmaligen Position auf dem relevanten Markt profitiert. (630) Das Produktangebot der wichtigsten Akteure auf dem relevanten Markt ist für das Jahr 2000 im Einzelnen in folgender Tabelle aufgeführt: Tabelle 34 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (631) Wie bereits weiter oben erklärt wurde, weisen die Kabelträger aus mit Fiberglas verstärktem Kunststoff technische Merkmale auf, die sie besonders gut geeignet für eine Verwendung in einer korrosiven Umgebung machen. Diese Produkte sind somit unter dem Gesichtspunkt der Nachfrage schwer durch andere Kategorien von Kabelträgern, die aus anderen Materialien gefertigt sind, substituierbar. Das fusionierte Unternehmensgebilde Schneider/Legrand wird also mit zwei Typen von Konkurrenten auf dem relevanten Markt konfrontiert sein: (i) relativ starken Gruppen, die in den wichtigen Marktsegmenten des relevanten Marktes, nämlich den verschiedenen Typen von Kabelträgern aus Stahl, präsent sind; (ii) mehr spezialisierten Gruppen, die ausschließlich im Segment der Trägersysteme aus Kunststoff und aus mit Fiberglas verstärktem Kunststoff (wie Marshall Tufflex) oder in bestimmten Segmenten der Kabelträger aus Stahl präsent sind. (632) Diese Situation wird es Schneider/Legrand ermöglichen, sich etwaigen Versuchen dieser Konkurrenten zu widersetzen, ihre Positionen zu seinem Nachteil zu stärken, da sich der Unternehmensverbund auf seine Marktpositionen in den Marktsegmenten stützen kann, in denen diese Konkurrenten nicht präsent sind; dort kann das fusionierte Unternehmensgebilde erhöhte Preise praktizieren, um ihre Offensive, bei der sie ihre Preise senken, in den anderen Marktsegmenten zu kontern. Seine einzigartige Position auf dem Markt, die zu den anderen Vorteilen hinzukommt, von denen es profitiert, wird Schneider/Legrand ganz im Gegenteil in die Lage versetzen, die Positionen jedes Konkurrenten dieser beiden Kategorien mit Erfolg ins Visier zu nehmen. C.2.3 Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde verfügt über ein unschlagbares Sortiment von Marken. (633) Schneider/Legrand verfügt auf dem britischen Markt für Kabelträger über fünf Handelsmarken. So wie die Marken Thorsman, Mita und Wibe seit dem Erwerb von Lexel von der Schneider-Gruppe gehalten werden, bringt Legrand die Marken Legrand und Wiremold mit. Bei Wiremold handelt es sich um eine Marke, die auf den Märkten für Kabelträger im Vereinigten Königreich von einem hohen Bekanntheitsgrad profitiert, da sie eine der Marken ist, die das größte Verkaufsvolumen erzeugen(218). Nach Kenntnis der Kommission verfügt kein anderer Konkurrent über ein in Quantität und Qualität gleichwertiges Markensortiment. (634) Die neue Unternehmensgruppe wird somit in der Lage sein, eine Handelspolitik mit vielen Marken zu betreiben, damit sie durch eine spezielle Zielausrichtung auf jedes Nachfragesegment eingehen kann. Vor allem kann Schneider/Legrand bestimmte Marken seines Sortiments bestimmten und besonderen Produkttypen zuweisen, wie z. B. den Kabelträgern aus fiberglasverstärktem Kunststoff, und seine anderen Marken für die Produkte verwenden, die mehr verkauft werden, wie beispielsweise die Kabelleitern aus Stahl. (635) Die Bandbreite seiner Produktpalette sorgt in Verbindung mit seinen Markensortiment dafür, dass Schneider/Legrand von der doppelten Marktpositionierung als Generalist und Spezialist wie kein anderer Konkurrent in der Lage sein wird, zumindest kurzfristig zu kopieren. Dies wird es ihm möglich machen, direkt mit seinen Konkurrenten im Kernstück ihres Marktes in Konkurrenz zu treten, indem der Unternehmensverbund seine anderen Marken nutzt, und zwar mit erhöhten Preisen in den anderen Marktsegmenten, wo er weniger Konkurrenz ausgesetzt ist. C.2.4 Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde wird von einem privilegierten Zugang zum Vertrieb profitieren. (636) Die Parteien erklären, dass die Hersteller von Kabelträgern im Durchschnitt zwischen 75 % und 95 % ihres Umsatzes mit Kabelträgern über Großhändler von elektrischem Betriebsmaterial erzielen(219). (637) Schneider/Legrand profitiert somit von seiner Stärke auf den anderen Märkten für Stromverteilungsprodukte im Vereinigten Königreich und, in der Wechselwirkung, vom Umfang der Verkäufe der Großhändler bei seinen Produkten. So stellt die neue Unternehmensgruppe 10 % bis 20 % der Verkäufe eines der wichtigsten Großhändler im Vereinigten Königreich. Zum Vergleich: Der zweitwichtigste Lieferant dieses Großhändlers stellt weniger als [0-10 %]* dieser Verkäufe. (638) Angesichts der Bedeutung von Schneider/Legrand für ihre Verkäufe und für die Wirkungsweise der Mechanismen für die von den Herstellern gewährten Preisnachlässe und Rabatte besteht zumindest ein starker Anreiz für die Großhändler, ihre Umsätze mit allen Produkten des Unternehmensverbundes aufrechtzuerhalten. (639) Außerdem dürfte Schneider/Legrand auch von der Tendenz der Großhändler profitieren, die Zahl ihrer Zulieferer für jede Kategorie der elektrischen Betriebsmittel im Niederspannungsbereich zu reduzieren. Diese Tendenz dürfte sich nach aller Logik besonders für den Typ von Produkten verschärfen, die sich durch ihren schwachen Einheitswert und ihren Raumbedarf auszeichnen. In seiner Funktion als Marktführer mit einem Marktanteil, der, alle Marktsegmente zusammengenommen, sehr deutlich über dem aller seiner Konkurrenten liegt, wird der Unternehmensverbund zu einem privilegierten Zulieferer der Großhändler, über die der wesentliche Teil der Verkäufe der Hersteller läuft. C.2.5 Das aus den Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde wird der einzige Akteur auf dem Markt sein, der über ein Angebot von Kabelträgern und von vorgefertigten Stromkanalisationssystemen verfügt. (640) Schneider/Legrand wird der einzige Akteur auf dem britischen Markt sein, der zugleich Kabelträger und vorgefertigte elektrische Kanalisationssysteme anbietet. Denn seine Konkurrenten sind nur auf dem einen oder dem anderen dieser beiden Produktmärkte präsent. Zwar gibt es nur eine geringe Substituierbarkeit auf der Nachfrageseite zwischen Kabelträgern und vorgefertigten Kanalisationssystemen, doch wird die neue Unternehmensgruppe Profit aus dieser einmaligen Marktposition ziehen. So wird sie imstande sein, die anderen Akteure auf dem Markt der Kabelträger mit Konkurrenz zu überziehen, und zwar aus dem Marktinnern heraus mit ihrem Angebot an Kabelträgern und zugleich von außerhalb dieses Marktes mit ihrem Angebot an vorgefertigten Kanalisationssystemen, die dem Transport und der Verteilung der Elektrizität dienen, und bei denen eine gewisse Substituierbarkeit zwischen beiden Produktkategorien möglich ist. C.2.6 Schlussfolgerung: Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmensgebilde kann eine profitable Erhöhung der Preise für seine Produkte in die Wege leiten. (641) Schneider/Legrand profitiert von mehreren wesentlichen Vorteilen gegenüber seien Konkurrenten auf dem britischen Markt für Kabelträger. Außer einem deutlich höheren Marktanteil als dem seiner Konkurrenten verfügt der Unternehmensverbund über besonders starke Marktpositionen in mehreren Marktsegmenten, ein nicht zu übertreffendes Markensortiment, einen privilegierten Zugang zu den Großhändlern und ein kombiniertes Angebot von Kabelträgern und vorgefertigten Kanalisationssystemen. Er kann also auch eine Preiserhöhung für seien relevanten Produkte in die Wege leiten, ohne dass er Gefahr läuft, Marktanteile zu verlieren, was diese Preiserhöhung wiederum unprofitabel machte. Vor allem kann Schneider/Legrand die Preise für Produkte erhöhen, die nur unter bestimmten Marken seines Sortiments verkauft werden, so dass die Nachfrage, die auf andere Marken überwechselte, sich wenigstens zum Teil bei seinen anderen Marken wiedereinfände, deren Preise stabil geblieben sind. Aus den oben dargestellten Gründen wären weder die Konkurrenten noch die Großhändler in der Lage, dieser von der neuen Unternehmensgruppe eingeleiteten Preiserhöhung Kontra zu geben. Folglich kommt die Kommission zu dem Schluss, dass das angemeldete Zusammenschlussvorhaben eine beherrschende Stellung im Interessenbereich von Schneider/Legrand über den Markt des Verkaufs von Kabelträgern im Vereinigten Königreich schafft. C.3 DIE ANALYSE DER AUSWIRKUNGEN DES ZUSAMMENSCHLUSSES AUF DIE MÄRKTE FÜR DIE DER ENDVERTEILERSCHALTTAFEL NACHGELAGERTEN ELEKTRISCHEN AUSRÜSTUNGEN C.3.1 Einführung (642) Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben verstärkt oder schafft durch seine Zusammenführung von zwei der drei Hauptkonkurrenten auf der europäischen Ebene eine beherrschende Stellung auf mehreren Produktmärkten und nationalen Märkten für elektrische Ausrüstungen, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind. (643) Die betreffenden elektrischen Ausrüstungen umfassen eine große Vielfalt von Produkten mit sehr unterschiedlichen Funktionen, technologischen Inhalten und Preisen. Diese Produkte haben indessen als gemeinsames Merkmal, dass sie in einem Stromnetz der Endverteilerschalttafel nachgelagert installiert werden. Aufgrund dieses Merkmals laufen diese Ausrüstungen oft auch unter der Bezeichnung "Letzverbraucherapparaturen". Das bedeutet, dass sie von Schwachstrom durchlaufen werden, der in der Regel unter 40 Ampere liegt, oder aber dass sie überhaupt nicht mit elektrischem Strom in Berührung kommen. Bei diesen Produkten werden also nicht dieselben Technologien eingesetzt wie bei den anderen oben beschriebenen elektrischen Niederspannungsprodukten. Außerdem werden bestimmte dieser Produkte entgegen den anderen elektrischen Betriebsmitteln in den bewohnten Teilen von Wohn- und Dienstleistungsgebäuden installiert, wo sie sichtbar sind. Dieses doppelte Merkmal bedeutet, dass sich die Funktionsweise der Märkte für Produkte, die der Endverteilerschalttafeln nachgelagert sind, teilweise von der der Märkte für die zuvor evaluierten Produkte unterscheidet. Die Rolle der verschiedenen Akteure und ihre Beziehungen auf den Märkten für elektrische Ausrüstungen, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind Die Hersteller (644) Auf den Märkten für elektrische Betriebsmittel, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, sind die wichtigsten Hersteller auf der europäischen Ebene zur Zeit Legrand, ABB und Schneider. Nur diese drei Hersteller sind auf allen oder den meisten relevanten Produktmärkten oder nationalen Märkten vertreten. (645) Unter den anderen Herstellern sind nur Siemens und Hager auf mehreren Produktmärkten oder nationalen märkten im EWR präsent. Alle anderen Konkurrenten sind entweder lokale Akteure, die nur in einem einzigen Land stark verwurzelt sind (z. B. Niko in Belgien für Steckdosen und Trennschalter), oder Unternehmen, die nur auf eine oder mehrere Produktgruppen spezialisiert sind (z. B. Cooper auf Notbeleuchtungssysteme). (646) Die folgende Tabelle zeigt die Präsenz der wichtigsten Hersteller in den verschiedenen Marktsegmenten, wie sie von den Parteien festgelegt wurden (d. h. Segmenten, die mitunter größer als die Produktmärkte sind, die zum Zwecke der vorliegenden Entscheidung festgelegt wurden), und in den verschiedenen Mitgliedstaaten (*** = Marktanteil höher als 50 %; ** = Marktanteil von 20-50 %; * = Marktanteil von 5-20 %): Tabelle 35 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (647) Die Hersteller von Produkten, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, gründen ihre Stärke auf den Bekanntheitsgrad ihrer Marken und auf das Vertrauen der Elektroinstallateure und der Endverbraucher in sie. Sie versuchen, privilegierte Zugangsmöglichkeiten zu den Großhändlern zu erlangen, und zwar hauptsächlich durch die Gewährung von erheblichen Preisnachlässen und Rabatten, aber auch im Wege von Aktionen zur Verkaufsförderung für ihre Produkte, die in den Geschäften Letzterer durchgeführt werden. Schließlich unterhalten die Hersteller Direktbeziehungen zu den Elektroinstallateuren, was unbedingt notwendig ist, um die an sie gerichtete Nachfrage stimulieren zu können. Zu diesem Zwecke bieten die Hersteller den Elektroinstallateuren Schulungsveranstaltungen an, verteilen Computersoftware als Hilfestellung bei der Konzeption der Elektroinstallation und bei der Auswahl der spezifischen Materialien für ihre Produkte, führen Fördermaßnahmen auf dem jeweiligen Gebiet durch und unterhalten Dienstleistungen der technischen Hilfe. So stellen die gesamten Ausgaben von Legrand für Handel und Vermarktung etwa [0-10]* % seines Umsatzes in Frankreich dar, was einem Betrag von fast [100-800]* Millionen französische Francs entspricht(220). Die Großhändler (648) Die Großhändler spielen eine besonders wichtige Rolle auf den Märkten für Produkte, die den Endverteilerschalttafeln nachgelagert sind, und zwar insofern, als der größte Teil dieser Produkte über sie verkauft wird. Die Untersuchung der Kommission hat gezeigt, dass die Parteien und ihre Konkurrenten in der Regel 90 % ihrer Letztverbraucherprodukte oder mehr an die Großhändler verkaufen. Die wenigen Ausnahmen zu dieser Regel betreffen nur spezifische Produktkategorien (z. B. Telefonbuchsen oder Kontrollsysteme) und/oder bestimmte Länder. Die Großhändler sind von der Nachfrage abhängig, die von den Herstellern bewirkt wird, und von den Marken, die den Elektroinstallateuren und den Endverbrauchern bekannt sind. Dabei handelt es sich also um Sachzwänge, die häufig nachgefragten Produkte zu bevorraten, die in der Praxis auch die sind, die unter einer Markenbezeichnung mit einem hohen Bekanntheitsgrad auf den Markt gebracht werden. (649) Überdies reduzieren die Großhändler aus Rationalisierungsgründen die Anzahl ihrer Zulieferer. Die Untersuchung der Kommission hat gezeigt, dass in aller Regel die Großhändler dazu neigen, die Anzahl ihrer Zulieferer auf drei oder vier für jede Produktkategorie zu begrenzen. Die Konzentration der Einkäufe der Großhändler auf eine reduzierte Anzahl von Zulieferern ist ebenfalls die Folge der zahlreichen Preisnachlässe und Rabatte, die ihnen von den großen Herstellern eingeräumt werden und mehr als [30-60]* % des Verkaufspreises dieser Produkte ausmachen können. Dies stell einen Anreiz für sie dar, vor allem die Produkte und Marken der Hersteller zu verkaufen, die bereits gut eingeführt sind und über einen erheblichen Marktanteil verfügen. Umgekehrt haben die Großhändler wenig Anreize in beträchtliche Anstrengungen zu investieren, um einer kleineren Marke oder einem neuen Akteur auf dem Markt zu helfen, seine Marktposition zu heben oder weiterzuentwickeln. Diese Feststellung, die für alle elektrischen Betriebsmittel im Niederspannungsbereich gilt, erhält eine ganz besondere Bedeutung in Bezug auf die den Endverteilerschalttafeln nachgelagerten Produkte. Denn für diese Produkte gibt es zahlreiche kleine und unabhängige Hersteller, die auf die Produktion eines einzigen Typs von Betriebsmitteln spezialisiert und in einer begrenzten Anzahl von Mitgliedstaaten präsent sind. Diese kleinen Hersteller sind am meisten vom Prozess der Rationalisierung und Konzentrierung der Einkäufe der Großhändler bedroht. (650) Schließlich hat die Untersuchung der Kommission unzweideutig gezeigt, dass die Handelsbeziehungen zwischen Großhändlern und Herstellern von Betriebsmitteln, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, auf einer nationalen bzw. lokalen Grundlage bestehen. Dies trifft auf die Gesamtheit der Handelsaspekte und insbesondere auf die Entscheidung für einen Hersteller, die Festlegung der ein- und verkauften Produktpaletten, die Festlegung der Preise und Rabatte und die Durchführung von spezifischen Aktionen zur Verkaufsförderung zu. Schließlich sind die Großhändler relativ wenig sensibel in Bezug auf die Preise der Produkte, die sie einkaufen, und dafür um so sensibler für die handelsrelevanten Preisnachlässe und Rabatte, die ihnen die Hersteller einräumen, und die einen gewichtigen Anteil ihrer Gewinn spannen ausmachen. Die Elektroinstallateure (651) Die Elektroinstallateure sind für den Einbau der elektrischen Betriebsmittel im Niederspannungsbereich beim Endabnehmer zuständig. Wie bereits weiter oben erläutert wurde, haben sie in der Regel eine konservative Einstellung und bleiben den Marken sehr verbunden, die sie kennen und denen sie vertrauen. Was die der Endverteilerschalttafel nachgelagerten Produkte anbelangt, so geben die Installateure häufig die Marke vor. Die Auftraggeber (Architekten, Planungsbüros etc.) greifen tatsächlich sehr selten in diese Entscheidungen ein, mit Ausnahme der Kontroll- und der Sicherheitssysteme und der Bauteile für Kommunikationsnetze, die meist nur in großen Dienstleistungsgebäuden eingesetzt werden. Die Entscheidungsgewalt der Installateure über die Auswahl der Marke ist jedoch durch die etwaigen Wünsche ihrer Kunden begrenzt, die sich vor allem am der Ästhetik der Produkte orientieren. Dies betrifft hauptsächlich Steckdosen und Trennschalter und selten andere Produkte. (652) Die Entscheidungskriterien bei der Auswahl einer Marke durch einen Installateur sind die Sicherheit, die in seinen Augen durch eine wohlbekannte Marke garantiert ist, in die er Vertrauen hat, die einfache Montage beim Einbau und die Verfügbarkeit der Produkte im Geschäft seines lokalen Großhändlers. Hingegen spielt der Preis nur eine eher marginale Rolle, da die etwaigen Einsparungen dank des Einkaufs billiger Produkte in seinen Augen in der Regel weniger zählen als die Zeit, die notwendig ist, um sich mit der Installation eines neuen und wenig bekannten Produktes vertraut zu machen. Da der Installateur außerdem nicht der Endverbraucher ist, gibt er die Kosten für die von ihm eingebauten Produkte an seine Kunden weiter. Die Kunden als Endverbraucher (653) Der Endverbraucher ist hauptsächlich am Gesamtergebnis interessiert, nämlich an der kompletten Elektroinstallation im Endverteilerstadium. Der einzige ihm bekannte Preis ist der komplette Installationspreis, dessen größter Teil für die Entlohnung der Installationsarbeiten anfällt. In der Praxis kennt der Endverbraucher nicht im Einzelnen den Preis eines jeden installierten Produktes und interessiert sich normalerweise auch nicht dafür. Jedoch hat er in aller Regel mehr Interesse an der Auswahl der Materialien, die der Endverteilerschalttafel nachgelagert sind, als für die, die sich vor ihr befinden. Denn die der Endverteilerschalttafel nachgelagerten Produkte, so vor allem die Steckdosen und die Trennschalte

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.