Europäische Union

2004/275/EG: Entscheidung der Kommission vom 10. Oktober 2001 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Sache COMP/M.2283 — Schneider/Legrand) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3014) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0275. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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berwachungs- und Kontrollsysteme, der Sicherheitssysteme für Sachen, der Anschluss- und Verbindungsausrüstungen für Kommunikationsnetze und der Materialien zur Schienenführung im Rahmen der Raumgestaltung sind von dem angemeldeten Zusammenschlussvorhaben nicht betroffen. (303) Ein gemeinsames Merkmal der Definition der von den Parteien vorgeschlagenen Produktmärkte ist, dass jeder dieser Märkte Produkte enthält, die untereinander nicht substituierbar sind. (304) Dennoch haben die betreffenden Märkte einige gemeinsame charakteristische Merkmale, die sie von den Produktmärkten für Verteilerschalttafeln und für Kabelträger und vorgefertigte Kanalisationssysteme unterscheiden. Zunächst handelt es sich um Märkte, die unter Ausschluss des Industriesektors (außer bestimmten Produktkategorien wie wasser-/luftdichten Geräten und Anlagen) hauptsächlich die Sektoren der Wohn- und der Dienstleistungsgebäude betreffen. Ferner stellen die Produkte der Verteilungsinstallation den sichtbaren Teil der Elektroinstallation dar. Diese beiden Charakteristika haben zur Folge, dass der ästhetische Aspekt im Unterschied zu den Stromverteilerschalttafeln und den Kabelträger- und vorgefertigten Kanalisationsträgersystemen eine wichtige Rolle bei der Produktauswahl spielt und der Endverbraucher ein viel ausgeprägteres Interesse hat, an dieser Auswahl beteiligt zu sein. Außerdem werden die der Endverteilerschalttafel nachgelagerten Ausrüstungen fast ausschließlich über Großhändler vertrieben. Dafür spielen die Schalttafelbauer und der Direktverkauf der Hersteller an die Endabnehmer keinerlei Rolle beim Vertrieb dieser Produkte. Aufgrund dieser Tatsache wird die Rolle der Elektroinstallateure bei der Auswahl der Produkte im Unterschied zu den Stromverteilerschalttafeln oder den Kabelträgern und den vorgefertigten Kanalisationssystemen gestärkt. Die Steckdosen und Trennschalter Einführung (305) Die von den Parteien dargestellte Produktkategorie der Steckdosen und Trennschalter umfasst im Niederspannungsbereich folgende Produkte: - Steckdosen für einphasigen Strom zum Anschluss an die Stromversorgung. - Sogenannte "Schwachstromsteckdosen": Buchsen für herkömmliche Telefonanschlüsse, Steckdosen für Fernsehanschlüsse und sogenannte "Ton-, Bild-, Daten-Buchsen" zum Anschluss von Telefon, Fernsehen bzw. Informations- und Kommunikationssystemen an die Stromversorgung. - Trennschalter als Bedienungsmechanismus für Stromquellen (Beleuchtung, Motoren) einschließlich Fernbedienungen und Zeitschaltuhren. - Lichtstärkeregler (Dimmer) zur Feineinstellung der Beleuchtungsintensität. (306) Ferner ergab die gründliche Untersuchung der Kommission, dass im Marktsegment der Steckdosen und Trennschalter eine Produktkategorie unter der Bezeichnung "wasser-/luftdichte Geräte und Anlagen" besteht, die resistent gegen aggressive Umwelteinwirkungen (Feuchtigkeit, Staub, Schlag- und Stoßeinwirkungen) sind. (307) Den Parteien zufolge stellt die Gesamtheit dieser Produkte mit Ausnahme der einzelnen Ton-, Bild-, Datensteckdosen ein- und denselben Produktmarkt darstellt, da sie aus Gründen des Designs und der Ästhetik nicht voneinander zu trennen sind. Dies werde auch durch die Tatsache bestätigt, dass ihr Angebot unter dem Gesichtspunkt der Ästhetik in gleichartigen Produktpaletten durchgegliedert sei. So bedinge die Entscheidung des Verbrauchers für eines dieser Produkte (z. B. eine Steckdose) auch seine Wahl bei einem anderen Produkt (z. B. einem Trennschalter), da es unästhetisch wäre, in ein und demselben Raum eine Steckdose und einen Trennschalter von unterschiedlichem Design anzubringen. (308) Die von der Kommission durchgeführte Untersuchung bestätigte aus den folgenden Gründen, dass ein Produktmarkt für Standardsteckdosen und -trennschalter (einschließlich Zeitschaltern, Fernbedienungen und Stärkereglern) wie auch spezifische Produktmärkte für Informatiksteckdosen und wasser-/luftdichte Geräte und Anlagen vorhanden sind. Die dabei auftauchende Frage, ob die Steckdosen für herkömmliche Telefonanschlüsse und für Fernsehanschlüsse als unterschiedliche Produktmärkte zu betrachten sind, oder ob sie Teil des Produktmarktes für Standardsteckdosen und -trennschalter sind, kann offen bleiben, da die Analyse für jede dieser Hypothesen unter dem Gesichtspunkt des Wettbewerbs dieselbe bleibt. (309) Die Produkte dieser Kategorie sind unter dem Aspekt ihrer Funktion, ihrer technologischen Bestandteile und ihres einheitlichen Wertes sehr verschiedenartig. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Produktkategorie der Steckdosen und Trennschalter, so wie sie von den Parteien dargestellt wird, einerseits Produkte mit wenig technologischen Bestandteilen, vor allem übliche Steckdosen und Trennschalter, und andererseits Produkte umfassen, die elektronische Bauteile haben, so vor allem Ton-, Bild-, Datenbuchsen und Lichtstärkeregler. Diese Produkte haben als gemeinsames Merkmal, dass sie in den bewohnbaren Räumlichkeiten von Gebäuden installiert werden und "sichtbar" sind. Aus diesen Gründen stellen ihr Design und ihre Ästhetik ein wichtiges Element bei der Auswahlentscheidung des Verbrauchers dar. Die Standardsteckdosen und -trennschalter (310) In Bezug auf die Standardsteckdosen und -trennschalter einschließlich der Fernbedienung, Zeitschalter und Stärkeregler kann der Argumentation der Parteien zur Existenz eines einzigen Produktmarktes stattgegeben werden. (311) Denn die Untersuchung der Kommission bei den konkurrierenden Herstellern, den Großhändlern und den Elektroinstallateuren hat bestätigt, dass übereinstimmend mit den Erklärungen der Parteien der entscheidende Faktor für die Auswahlentscheidung des Benutzers und infolgedessen auch der Großhändler die Ästhetik ist, die diese Produkte mit unterschiedlichen Funktionen verbindet. (312) Alle betreffenden Produkte weisen das gemeinsame charakteristische Merkmal auf, dass sie für den Benutzer sichtbar sind. Auch ist ihr Aussehen und ihre Integrationsfähigkeit in die vorhandene Raumausstattung über ihre streng funktionelle Rolle hinaus ein wesentliches Auswahlkriterium für den Benutzer oder den Auftraggeber (Architekt, Raumausstatter oder andere Entscheidungsträger). Aus diesem Grund geben die Hersteller diesen Produkten eine einheitliche Verarbeitung oder Aufmachung, die in der Regel auf der Verwendung von gemeinsamen Auflagen und Verzierungen beruht. Diese Nachfrage der Endabnehmer wird auch von den Großhändlern berücksichtigt, die sich verpflichtet fühlen, ihren Kunden komplette Serien von Steckdosen und Trennschaltern mit einheitlichem Design anzubieten. Es ist wenig wahrscheinlich, dass ein hypothetischer Monopolist von einheitlichen Produktpaletten, der den Preis für ein spezielles seiner Produkte erhöht, erleben müsste, dass die Nachfrage nach diesem Produkt auf einen Hersteller abwandert, der nur dieses Produkt anfertigt. Es gibt übrigens keinen solchen Hersteller, der nur ein Monoprodukt fertigt oder keine einheitlichen Produktpaletten anbietet. Auch müssen die Hersteller ihrer Marktpräsenz wegen in der Lage sein, eine oder mehrere komplette Serie(n) mit einheitlichem Design anzubieten. (313) Zu den Zwecken des vorliegenden Verfahrens zieht die Kommission daraus den Schluss, dass die einfachen Steckdosen und Trennschalter wie auch die Fernbedienungen, Zeitschalter und Lichtstärkeregler zu ein und demselben relevanten Produktmarkt gehören. Die herkömmlichen Telefonbuchsen (314) Die herkömmlichen Telefonbuchsen entsprechen einem spezifischen Bedürfnis, nämlich dem Anschluss von Telefonen und anderen Telekommunikationsapparaten (Telekopierer, Modem) ans Telefonnetz. Derzeit sind diese Anschlussbuchsen nur für den Wohnraummarkt bestimmt, da in Dienstleistungsgebäuden der Anschluss von Telekommunikationsapparaten ans Telefonnetz weitgehend von Ton-, Bild-, Datenbuchsen sichergestellt wird, die gleichzeitig genutzt werden können, um Computer und Telekommunikationsapparate innerhalb eines lokalen Kommunikationsnetzes miteinander zu verbinden. Die herkömmlichen Telefonbuchsen erfuellen die spezifischen Anforderungen der Betreiber von Telekommunikationsunternehmen. Dies unterscheidet sie von den Standardsteckdosen für elektrischen Strom und den Fernsehbuchsen. Im Unterschied zu den Ton-, Bild-, Datenbuchsen haben sie keine integrierten elektronischen Bauteile. (315) Jedoch erklären die Parteien, dass die Buchsen für herkömmliche Telefonanschlüsse die gleichen technologischen Anforderungen erfuellen wie die Steckdosen für elektrischen Strom (thermoplastische Gehäuse, Zuschnitt, automatische Trennung etc.). Sie seien Bestandteil der Produktpalette von Steckdosen und Trennschaltern, die von den Herstellern der Apparaturen des "Segments 5.A.1" auf den Markt gebracht und häufig gleichzeitig vom selben Elektroinstallateur eingebaut werden, der auch mit der Installation von Starkstromausrüstungen befasst ist. Dieser Versicherung der Parteien kann nur in Bezug auf die Hersteller von Steckdosen und Trennschalter wie Schneider und Legrand gefolgt werden, die in ihren Katalogen Paletten dieser Produkte anbieten, die auch Telefonbuchsen umfassen. Andererseits gibt es neben den Herstellern dieser Produktpaletten von Steckdosen und Trennschaltern auch Hersteller von spezialisierten herkömmlichen Telefonbuchsen, wie die Gruppe 3 M (Pouyet, Quante), Krone oder Forgos, die über keine kompletten Produktpaletten von Steckdosen und Trennschaltern verfügen. (316) Die dabei auftauchende Frage, ob die herkömmlichen Telefonbuchsen Bestandteil des Marktes von Standardsteckdosen und -trennschaltern sind oder als unterschiedlicher Produktmarkt zu betrachten ist, muss jedoch nicht entschieden werden. Die Analyse nach Wettbewerbsgesichtspunkten wäre nämlich bei beiden Hypothesen dieselbe. Die Fernsehanschlussbuchsen (317) Wie die Buchsen für den herkömmlichen Telefonanschluss sind auch die Fernsehbuchsen Produkte, die einem spezifischen Bedarf gerecht werden, nämlich dem Netzanschluss von Fernsehgeräten. Sie sind ausschließlich für den Wohnraummarkt bestimmt. Die Fernsehbuchsen müssen die spezifischen Anforderungen der Fernsehgesellschaften und Sendeanstalten erfuellen, was sie von den Steckdosen für elektrischen Strom, den Telefonbuchsen und den Ton-, Bild-, Datenbuchsen unterscheidet. (318) Die Parteien bringen vor, dass die Fernsehbuchsen dieselben technologischen Anforderungen erfuellen wie die Steckdosen für elektrischen Strom (thermoplastische Gehäuse, Zuschnitt, Automatenfertigung etc.). Insofern sie von Herstellern auf den Markt gebracht werden, die Generalisten für Steckdosen und Trennschalter sind, seien sie integraler Bestandteil ihrer Produktpaletten für Steckdosen und Trennschalters. Sie würden häufig gleichzeitig vom selben Elektroinstallateur eingebaut, der auch mit der Installation von Starkstromausrüstungen befasst ist. Diese Versicherung der Parteien wird durch die Tatsache widerlegt, dass die Hersteller von Fernsehbuchsen meistens spezialisierte Unternehmen sind, die sich nicht auf dem Gebiet der Starkstromapparaturen betätigen, wie beispielsweise Philips, Bosch oder Hirschmann. (319) Jedoch muss die Frage, ob die Fernsehbuchsen Bestandteil des Marktes von Standardsteckdosen und -trennschaltern oder als unterschiedlicher Produktmarkt anzusehen sind, nicht gelöst werden. Die Analyse aus Wettbewerbsgesichtspunkten wäre nämlich bei beiden Hypothesen dieselbe. Die Ton-, Bild-, Datenbuchsen (320) Die Parteien vertreten die Auffassung, dass die Ton-, Bild-, Datenbuchsen Bestandteil des Produktmarktes für den Anschluss an das Kommunikationsnetz sind. Jedoch verkaufen sie auch Ton-, Bild-, Datenbuchsen im Rahmen ihrer Produktpalette für Steckdosen und Trennschalter, und die Marktdaten, welche die Parteien der Kommission über die Steckdosen und Trennschalter vorgelegt haben, umfassen auch die im Rahmen dieser Produktpaletten verkauften Ton-, Bild-, Datenbuchsen. (321) Die Ton-, Bild-, Datenbuchsen werden zur Verbindung von Informations- und Kommunikationssystemen genutzt. Über ihre erstrangige Bestimmung hinaus, nämlich die Datenübertragung (daher auch die Bezeichnung "Informatikbuchsen" oder "Datenbuchsen"), decken sie im Unterschied zu der einfachen Nutzung im häuslichen Bereich dank ihrer digitalen Technologien auch den kompletten Bedarf der Telefonversorgung im Dienstleistungsbereich und bestimmte Videonutzungen in Verbindung mit Quellen der Datenverarbeitung ab. Sie sind nicht Bestandteil des Stromversorgungssystems, sondern des Kommunikationsnetzes zwischen benachbarten Arbeitsplätzen in einem Gebäude (LAN: local area network), so vor allem in der kommerziellen Nutzung. Daraus ergibt sich, dass sie einen spezifischen Bedarf erfuellen, der sich von dem der anderen Kategorien von Steckdosen (wie Stromsteckdosen, herkömmliche Telefonbuchsen, Fernsehbuchsen etc.) unterscheidet, und von der Nachfrageseite her nicht durch diese substituierbar sind. (322) Überdies erfuellen die Ton-, Bild-, Datenbuchsen unterschiedliche technologische Anforderungen als die Steckdosen zur Stromversorgung, die Fernsehbuchsen und die herkömmlichen Telefonbuchsen. Ihre wichtigsten Bauteile sind die verschiedenen Typen (Konfigurationen) von Leitungswählern, die dem Bedarf der Auftraggeber in Bezug auf die von den Herstellern von Datenverarbeitungsausrüstungen entwickelten Standards gerecht werden sollen (RJ 11, RJ 12, RJ 45, Twinax, Thinnet, BNC, ACO, SUBD 9, SUBD 15, SUBD 25 und andere). Bei den Ton-, Bild-, Datenbuchsen handelt es sich um Produkte, die von Spezialisten oder spezifisch für die Bedürfnisse dieses Netzes ausgebildeten Elektrikern installiert werden und häufige Wartungs- und Modifikationsarbeiten nötig machen. (323) Eine große Anzahl von Akteuren auf dem Markt für Ton-, Bild-, Datenbuchsen sind spezialisierte Hersteller, wie z. B. Infra+, Lucent, Alcatel, Tyco und andere, die sich auf dem Markt für Standardsteckdosen und -trennschalter nicht betätigen und folglich keine Produktpalette von einheitlicher Ästhetik anbieten. Die Herstellung von Ton-, Bild-, Datenbuchsen ist spezifisch und kann nicht auf umgestellten Produktionsmitteln erfolgen. Die von der Kommission bei Dritten durchgeführte Untersuchung hat bestätigt, dass ein Hersteller von Standardsteckdosen wie auch ein Hersteller einer anderen Kategorie von Schwachstromsteckdosen (herkömmliche Telefonbuchsen oder Fernsehbuchsen) nicht ohne erhebliche zusätzliche Kosten und Fertigungszeiten mit der Herstellung von Infomatikbuchsen beginnen kann. Aufgrund dieser Tatsache sind die Informatikbuchsen nicht durch Standardsteckdosen, herkömmliche Telefonbuchsen oder Fernsehbuchsen substituierbar, und zwar weder unter dem Gesichtspunkt der Nachfrage noch unter dem des Angebots. (324) Die Kommission zieht daher daraus den Schluss, dass die Informatikbuchsen nicht Bestandteil des Produktmarktes für Standardsteckdosen und -trennschalter sind. Die wasser-/luftdichten Apparaturen (325) Zu dieser Kategorie von wasser-/luftdichten Gerätschaften Steckdosen und Trennschalter, die aufgrund ihrer Bauweise oder ihres situationsbedingten Einsatzes geeignet sind, aggressiven Umwelteinwirkungen zu widerstehen (hauptsächlich Feuchtigkeit, aber auch Staub und Schlag- und Stoßwirkungen), z. B. in Badezimmern, Garagen und Kellerräumen, außerhalb von Gebäuden, in Industriegebäuden, auf Baustellen etc. (326) Die Parteien sind der Auffassung, dass wasser-/luftdichte Apparaturen Bestandteil des Produktmarktes für Steckdosen und Trennschalter sind. Zwischen den wasser-/luftdichten Vorrichtungen und den Standardsteckdosen und -trennschaltern bestehe eine uneingeschränkte funktionelle Identität, nämlich den Zugang zur einer Stromversorgungsquelle zu verschaffen. Außerdem hätten beide Gerätetypen außer dem Grad der Wasser-/Luftundurchlässigkeit streng identische charakteristische Merkmale, wobei auch die Technologie und der Herstellungsprozess identisch seien. Schließlich erfolge auch der Einbau zur selben Zeit wie der der üblichen Apparaturen, und zwar durch dieselben Elektriker und in denselben Gebäuden. (327) Jedoch ist zunächst festzustellen, dass die wasser-/luftdichten Apparaturen einem spezifischen Bedarf gerecht werden und daher aus dem Gesichtspunkt der Nachfrage nicht durch Standardsteckdosen und -trennschalter substituierbar sind. (328) Außerdem besteht keine Angebotssubstituierbarkeit zwischen Standardsteckdosen und Trennschaltern und wasser-/luftdichten Vorrichtungen. So haben die Parteien darauf hingewiesen, dass die völlig neue Entwicklung eines wasser-/luftdichten Gehäuses allein für sich genommen etwa [0-50]* % der Entwicklungskosten und [0-50]* % der Entwicklungszeiten für eine komplette Serie von Steckdosen und Trennschaltern ausmacht. Legrand habe für die Entwicklung der Serie PLEXO aus bereits vorhandenen Mechanismen [10-60]* Millionen EUR ausgegeben und fast [1-4]* Jahre (einschließlich Vorfelduntersuchungen) aufgewandt, im Unterschied zu mindestens [20-70]* Millionen EUR und [3-5]* Jahren für eine komplette Serie(100). Nach Infra+, einer auf die Herstellung von Bauteilen für Infomatiknetze spezialisierten Gesellschaft, ist es zur Neuanfertigung einer einzigen wasserresistenten Steckdose notwendig, die Investitionen in die Herstellungsgerätschaften beinahe zu verdoppeln und eine Entwicklungszeit von einem Jahr einzukalkulieren(101). Die von der Kommission bei Dritten durchgeführte Untersuchung bestätigte auch, dass ein Hersteller von Standardsteckdosen und -trennschaltern nicht ohne beträchtliche Zusatzkosten und Fertigungszeiten mit der Herstellung von wasser-/luftdichten Apparaturen beginnen kann. (329) In ihrer Erwiderung auf die Mitteilung der Einwände der Kommission haben die Parteien dieser Analyse der Kommission widersprochen. Sie haben geltend gemacht, dass die wasser-/luftdichten Apparaturen komplementär zu den anderen Steckdosen und Trennschaltern sind, und dass jede Produktpalette an Steckdosen und Trennschaltern eine wasser-/luftdichte Lösung zu einem identischen Design, identischen Ausmaßen und identischen charakteristischen Merkmalen anbiete. (330) Denn in der Regel gehören nicht substituierbare aber komplementäre Produkte nicht zu demselben Produktmarkt(102). Die Standardsteckdosen und -trennschalter und die wasser-/luftdischten Varianten dienen unterschiedlichen Zwecken, und eine bestimmte Elektroinstallation kann entweder einheitlich Standardsteckdosen und -trennschalter umfassen (z. B. in einer Wohnung) oder gleichzeitig Standard- und wasser-/luftdichte Apparaturen verwenden (z. B. in einem Haus, in dem die wasser-/luftdichten Steckdosen im Keller oder im Außenbereich installiert werden), oder auch sich einheitlich wasser-/luftdichte Apparaturen zu Nutze machen (z. B. in einem Industriegebäude). (331) Die Parteien behaupten auch, dass alle bekannten Hersteller von Steckdosen und Trennschaltern auch wasser-/luftdichte Gerätschaften auf den Markt bringen. Wenn auch dieses Argument auf die von den Parteien genannten Konkurrenten zutrifft, so ist jedoch darauf hinzuweisen, dass dies bei Sarel, einem Tochterunternehmen von Schneider nicht der Fall ist, das neben anderen Produkten (Differenzialschutzsperren, Befestigungsmaterial und Zweigleitungsvorrichtungen) auch eine Produktpalette an wasser-/luftdichten Apparaturen herstellt und sich in seinem Katalog sogar als "der Spezialist für wasser-/luftdichte Vorrichtungen" bezeichnet(103). Die Nachfrage kann also durch ein dezidiertes Angebot befriedigt werden. (332) Hinzu kommt noch, dass sich in Spanien die Marktstellungen der Hauptkonkurrenten auf dem Markt der Standardsteckdosen und -trennschalter und dem Markt der wasser-/luftdichten Apparaturen stark unterscheiden. Legrand ist nur die Nummer 2 mit [10-20]* % Marktanteil (nach Simon mit [40-50]* %) bei den Standardsteckdosen und -trennschaltern, hält aber mit einem Marktanteil von wenigstens [40-50]* % die Position des Marktführers bei den wasser-/luftdichen Apparaturen. (333) Die Parteien stellen ebenfalls die Feststellung der Kommission in Frage, dass die wasser-/luftdichten Apparaturen und die Standardvorrichtungen auf der Angebotsseite nicht substituierbar sind, indem sie geltend machen, dass die Herstellung und die Vermarktung eines einfachen Gehäuses, das auf die Steckdose oder den Trennschalter aufgebracht wird, keine wesentliche Technologie erfordere, und dass die zusätzlichen Fertigungszeiten von einem Jahr, die nach Infra+ zur Herstellung von wasser-/luftdichten Apparaturen nötig sind, für einen Hersteller von Standardsteckdosen und -trennschaltern deutlich kürzer sind als die für eine normale Serie (2 bis 4 Jahre). (334) Jedoch kann die Behauptung, dass die Entwicklung und Vermarktung einer komplett neuen Serie von Steckdosen und Trennschaltern noch längere Fertigungszeiten erfordere als die Entwicklung einer wasser-/luftdichten Serie auf der Grundlage einer bereits vorhandenen Standardserie, die Schlussfolgerung nicht entkräften, dass keine Angebotssubstituierbarkeit gibt. Denn der Hersteller eines verwendungsgleichen Produkts kann nur eine marktwirtschaftliche Wirkung auf das Wettbewerbsverhalten der betreffenden Unternehmen ausüben, wenn er in Reaktion auf kleine, dauerhafte Änderungen bei den relativen Preisen in der Lage ist, seine Produktion auf die relevanten Erzeugnisse umzustellen und diese kurzfristig auf den Markt zu bringen, ohne spürbare Zusatzkosten oder Risiken zu gewärtigen(104). (335) Die Nichtsubstituierbarkeit zwischen Standard- und wasser-/luftdichten Vorrichtungen auf der Angebotsseite wird übrigens durch die Tatsache veranschaulicht, dass Eunea Merlin Gerin, das spanische Tochterunternehmen von Schneider, gleichzeitig Produktpaletten von Standard- und wasser-/luftdichten Apparaturen auf den Markt bringt, selbst aber keine Standardsteckdosen und -trennschalter herstellt, während die wasser-/luftdichten Apparaturen von Sarel in Frankreich gefertigt werden. (336) Schließlich berufen sich die Parteien auf mehrere Dritte, die von der Kommission im Rahmen der Untersuchung befragt wurden: diese unterstützten die These, dass die wasser-/luftdichten Apparaturen Bestandteil des Marktes für Steckdosen und Trennschalter sind. Jedoch haben die in der Erwiderung der Parteien zitierten Dritten die von der Kommission im Laufe ihrer Untersuchung aufgedeckten Tatsachen nicht entkräftet, während andere Dritte, wie z. B. Siemens(105) unmissverständlich erklärt haben, dass diese beiden Produkttypen auf der Angebotsseite nicht substituierbar sind. (337) Die Kommission zieht daraus den Schluss, dass die wasser-/luftdichten Apparaturen einen eigenständigen relevanten Produktmarkt bilden. Die Überwachungs- und Kontrollsysteme (338) Bei diesen Überwachungs- und Kontrollsystemen handelt es sich um Systeme, die eine spezifische Anwendung in einem besonderen Gebäudebereich (z. B. einem Zimmer, einem Büro, einem Stockwerk oder einem Gebäude) steuern. Bei den drei wichtigsten relevanten Anwendungen handelt es sich um Heizungs-, Beleuchtungs- und Klimatisierungsanlagen. (339) Die gründliche Untersuchung der Kommission hat ergeben, dass selbst bei der Hypothese, dass jede der verschiedenen Produktkategorien als ein eigenständiger Produktmarkt zu betrachten ist, das angemeldete Zusammenschlussvorhaben keine wettbewerbsrechtlichen Probleme aufwerfen würde. Daher kann die genaue Definition des Produktmarktes oder der Produktmärkte dieser Kategorie offen gelassen werden. Die Sicherheits- und Schutzsysteme Einführung (340) Die Sicherheits- und Schutzsysteme erfuellen den Zweck, Personen und Sachen zu schützen, indem sie in Notfällen entsprechende Alarmsignale aussenden oder im Falle eines technischen Versagens eines Sektors eine Notbeleuchtung auslösen. Bei den wichtigsten Anwendungen dieser Systeme handelt es sich um: - für den Schutz von Personen: Brandmeldesysteme und Notbeleuchtungssysteme (die autonome Notbeleuchtungsblöcke oder Notbeleuchtungssysteme mit einer zentralen Energieversorgungsquelle enthalten); - für den Schutz von Sachen: Einbruchmeldesysteme und Zugangskontroll

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.