Europäische Union

97/610/EG: Entscheidung der Kommission vom 4. Dezember 1996 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlußvorhabens mit dem Gemeinsamen Markt und der Funktionsweise des EWR-Abkommens (Sache Nr. IV/M.774 - Saint-Gobain/Wacker-Chemie/NOM) (Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31997D0610. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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henden Gase gesammelt und für die Energieerzeugung wiederverwendet werden. Die Umweltschutzinvestitionen haben jedoch die Kostenstruktur des Unternehmens belastet. ESK zählt heute zu den Herstellern im EWR mit den höchsten Kosten. (148) Orkla-Exolon in Norwegen gehört zur Hälfte dem norwegischen Mischkonzern Orkla und zur anderen Hälfte Exolon-ESK in den Vereinigten Staaten. Es handelt sich um einen kleinen Hersteller, auf den rund 9 % der westeuropäischen Produktionskapazität entfällt. Orkla-Exolon stellt SiC einer ESK und Saint-Gobain vergleichbaren Qualität her. (149) Orkla-Exolon ist ein kleines Unternehmen mit rund 100 Beschäftigten. Es verfügt nur über beschränkte Mittel für die Produktentwicklung und muß regelmäßig auf außenstehende Experten zur Lösung technischer Probleme zurückgreifen, da das entsprechende technische Fachwissen im Unternehmen nicht vorhanden ist. Orkla-Exolon ist zu klein, um die ganze Palette der Schleif- und Feuerfesterzeugnisse herzustellen. Es muß sich auf bestimmte Produktsegmente innerhalb der Schleifmittel- und Feuerfestmärkte spezialisieren, um seine beschränkten Ressourcen optimal einsetzen zu können. (150) Orkla-Exolon mußte bisher im Umweltschutz noch keine Anstrengungen unternehmen, wird in Zukunft jedoch in diesem Bereich investieren müssen, um die mit seiner Produktion entstehende Umweltbelastung zu verringern. Die finanzielle Lage des Unternehmens ist gesund, und es war bisher in der Lage, seine Investitionen überwiegend aus eigenen Mitteln zu finanzieren. (151) Navarro in Spanien ist ein Familienunternehmen, das Strom aus Wasserkraft erzeugt. Seine SiC-Produktion ist zwar von einer ähnlichen Größenordnung wie die von Orkla-Exolon, gilt jedoch nicht als sein Kernbereich. Die hauptsächliche Tätigkeit des Unternehmens ist die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Deshalb hängt der Umfang seiner SiC-Produktion von der Wassermenge ab, die nach der Erfuellung seiner Stromerzeugungsverpflichtung für die SiC-Produktion verbleibt. (152) Timcal ist ein Schweizer Hersteller von SiC und gehört der kanadisch-belgischen Gesellschaft Imétal. Im Jahr 1994 übernahm Timcal die SiC-Hochofenkapazitäten von Lonza im schweizerischen Bodio. Timcal ist jedoch in erster Linie ein Hersteller von synthetischem Graphit und stellt SiC nur als Nebenerzeugnis her. Die Gesellschaft hat keine Verarbeitungsanlagen für die Herstellung von SiC-Schleifkörnungen gemäß den FEPA-Standards und keine Anlagen für die anschließende chemische Behandlung. Timcal stellt jedoch SiC nach Gruppeneinteilungen mit einem SiC-Gehalt von bis zu 95 % für Schleif- und Feuerfestanwendungen her, die Grob-SiC z. B. für Drahtsägenanwendungen in der steineverarbeitenden Industrie erfordern. (153) Mineralienwerke Kuppenheim (MWK) ist ein deutscher Hersteller von Schleif- und Feuerfestmaterial einschließlich SiC und hat Verarbeitungsbetriebe in Düsseldorf und in Kuppenheim. Es führt erhebliche Mengen an Roh-SiC aus Osteuropa ein und verarbeitet es zu Schleif- und Feuerfestmaterial. Außerdem führt MWK verarbeitetes SiC aus Rußland ein und verkauft es direkt an Endabnehmer. Da das Unternehmen keine Einrichtungen für die chemische Behandlung und die Naßeinstufung hat, ist es nur im unteren Ende des Marktes tätig. Gegenwärtig kann MWK die SiC-Schleifkörnungen nur nach der FEPA-F-Norm weiterverarbeiten und hat keine Anlagen für die Weiterverarbeitung zu Mikrokörnungen. (154) Treibacher Schleifmittel ist eine Tochtergesellschaft des österreichischen Wienerberger Konzerns und hält sämtliche Anteile an dem slowenischen SiC-Hersteller Treibacher Schleifmittel d.o.o. (vormals Tovarna Dusika) in Ruse sowie an der Treibacher Schleifmittel Corporation in den USA. Das Unternehmen stellt ausschließlich Elektrokorund her und kann nicht als ein Wettbewerber auf dem SiC-Markt angesehen werden, da es beschlossen hat, die Herstellung und Verarbeitung von SiC aufzugeben. Deshalb hat es seine SiC-Produktion in Ruse im Jahr 1995 und in Niagara Falls (USA) im Jahr 1994 stillgelegt. Treibacher verkauft gegenwärtig nur kleine SiC-Mengen im EWR aus Beständen in Ruse. (155) Washington Mills in den Vereinigten Staaten ist ein Weiterverarbeiter von Schleif- und Feuerfestmaterial einschließlich SiC. Über seine britische Tochtergesellschaft Electro Minerals Ltd. ist das Unternehmen auch in Europa tätig. Während es Aluminiumoxid in großem Umfang herstellt, liefert es SiC nur in kleinen Mengen vor allem an Kunden im Vereinigten Königreich. Washington Mills stellt selbst kein Roh-SiC her, bezieht jedoch halbverarbeitetes Material von den Parteien, insbesondere von Norton, und verarbeitet es gemäß den Kundenanforderungen weiter. Außerdem vertreibt es SiC für Norton im Vereinigten Königreich. Nur geringfügiger Wettbewerb durch Einfuhren (156) China ist mengenmäßig zum weltweit größten SiC-Herstellerland geworden. Nach den Angaben der Parteien beträgt die chinesische Produktionskapazität insgesamt 375 000 Tonnen jährlich, und es gibt in China mehr als 120 Werke mit überwiegend kleinen Produktionsanlagen. Deren Schmelzofenkapazität befindet sich überwiegend im Bereich von 1 000 bis 10 000 Jahrestonnen, und nur die beiden größten Werke haben eine Hoechstkapazität von 15 000 Tonnen Roh-SiC (62). Der überwiegende Teil der chinesischen Produktion besteht aus SiC für metallurgische Anwendungen. Die meisten chinesischen Hersteller sind auch in der Herstellung von Schleif- und Feuerfestprodukten tätig. Ein wesentlicher Teil der SiC-Produktion wird deshalb im Land verbraucht. (157) Die Lieferungen osteuropäischer Unternehmen in den EWR-Markt bestanden überwiegend aus metallurgischem SiC. Es gibt in Osteuropa zwei große und eine Reihe kleinerer Hersteller. Die beiden größten Hersteller ZAC (Gemeinschaftsunternehmen INEC) in der Ukraine und As Volzhsky Abschleifmittel in Rußland machen 70 % der Schmelzkapazität und 60 % der SiC-Produktion in den osteuropäischen Ländern aus (63). Zu den kleineren SiC-Herstellern zählen Moravitkarbo in Tschechien und Korund SA in Polen. (158) In Lateinamerika gibt es sechs kleinere unabhängige Hersteller. Zu den größten zählen Casil in Brasilien mit 32 000 Tonnen (64), Elmet in Mexiko mit 20 000 Tonnen, SiCVen in Venezuela mit 22 000 Tonnen und Saint-Gobain in Venezuela mit [15 000-20 000] Tonnen. Keines dieser Unternehmen war auf dem europäischen Markt besonders aktiv. In der Vergangenheit waren die Einfuhren aus Südamerika in den EWR nur gering. (159) Die beiden größten Hersteller in Nordamerika sind Exolon-ESK und Saint-Gobain. Treibacher Schleifmittel hat seine SiC-Produktion in Niagara Falls eingestellt und stellt nur noch Elektrokorund her. Washington Mills verfügt über nur beschränkte SiC-Verarbeitungskapazitäten und bezieht sein Roh-SiC zum Teil von Norton. In der Vergangenheit waren die Ausfuhren in den EWR gering. (160) Die beiden größten Hersteller in Japan sind Pacific Rundum und Yakushima Denko. Pacific Rundum ist auf die Herstellung von Feuerfest-SiC spezialisiert. Zumindest ein Hersteller hat seine Produktion von Roh-SiC eingestellt und führt es nunmehr aus China zur Weiterverarbeitung in Japan ein. Die japanischen Hersteller halten den EWR-Markt für schwierig und würden eine Ausfuhr nach Europa nicht einmal in Erwägung ziehen. Neben diesen beiden Herstellern sind in Japan einige Weiterverarbeiter wie Nanko Abrasives Co., Showa Denko und Fujimi Inc. tätig. Nach den Angaben der Parteien führen Fujimi und Nanko Makrokörnungen aus China ein und verarbeiten sie in eigenen Anlagen zu Mikrokörnungen (65). Die japanischen Hersteller haben in der Vergangenheit nur begrenzte Mengen von Spezialerzeugnissen vor allem in die USA ausgeführt. Die japanischen Ausfuhren in die Gemeinschaft beliefen sich im Jahr 1995 auf lediglich 104 Tonnen. Schlußfolgerung (161) Die Parteien würden nach vollzogenem Zusammenschluß eindeutig zum wichtigsten Anbieter auf dem SiC-Markt im EWR. Auch würden sie fast 75 % der SiC-Schmelzofenkapazitäten in Westeuropa kontrollieren. C.3. Siliciumkarbid für metallurgische Anwendungen (162) Nach Angaben der Parteien beliefen sich die weltweiten Umsätze mit SiC für metallurgische Anwendungen im Jahr 1995 auf [> 135] Mio. ECU bei [< 400 000] Tonnen. Von dem gesamten weltweiten SiC-Absatz entfielen mengenmäßig [> 50] % und wertmäßig [< 30] % auf metallurgisches SiC. Seit 1993 ist der Absatz um 16 % gestiegen. Die Umsätze mit metallurgischem SiC im EWR machten im Jahr 1995 [< 30] % der weltweiten SiC-Umsätze aus. (163) Nach den Angaben der Parteien betrug ihr gemeinsamer Marktanteil (< 20] % am weltweiten Absatz von SiC für metallurgische Anwendungen im Jahr 1995. Der entsprechende chinesische Anteil betrug 36,8 %, der russische Anteil 8,3 %, der Anteil von Exolon-ESK [5-10] %, die Anteile einer Reihe weiterer Hersteller weniger als 5 %. (164) Das Vorhandensein zahlreicher Wettbewerber auf dem Weltmarkt gewährleistet einen wirksamen Wettbewerb. Die chinesischen Anbieter sind auf diesem Markt eine Quelle andauernden Wettbewerbs. Das angemeldete Vorhaben würde auf diesem Markt eine beherrschende Stellung weder begründen noch verstärken. C.4. Kristallines Roh-Siliciumkarbid (165) Nach den Untersuchungsergebnissen der Kommission beliefen sich die Umsätze mit kristallinem Roh-SiC im Jahr 1995 auf 11,2 Mio. ECU bei 23 842 Tonnen. Die Einfuhren betrugen 9,2 Mio. ECU bei 21 284 Tonnen und der Absatz von Roh-SiC an fremde Kunden durch die Hersteller im EWR belief sich auf 2,052 Mrd. ECU bei 2 558 Tonnen. Im Jahr 1995 haben die Parteien [. . .] Tonnen kristallines Roh-SiC eines Betrags von [. . .] Mio. ECU überwiegend zur Weiterverarbeitung in ihren eigenen Werken eingeführt. Der Absatz der Parteien an kristallinem Roh-SiC an fremde Kunden macht jedoch nur [. . .] % des Marktwerts aus. (166) Die Parteien sind nicht nur die bei weitem größten Einführer von Roh-SiC, sondern in Westeuropa auch die bei weitem größten Hersteller von kristallinem Roh-SiC (siehe Tabelle Nr. 4). Der überwiegende Teil ihrer Produktion wird jedoch intern für die Weiterverarbeitung zu SiC-Körnungen für Schleif- und Feuerfestanwendungen verwendet. Abgesehen von Einfuhrerzeugnissen wurden von europäischen Anbietern nur geringe Mengen Roh-SiC abgesetzt, weshalb der Anteil der Parteien an diesem Markt unbedeutend ist. Das in den EWR eingeführte Roh-SiC stammte überwiegend aus Mexiko (Elmet), Rußland (Volzhsky), Venezuela (SiCVen), China, Rumänien (Casirom) und der Schweiz (Timcal). (167) Roh-SiC wird nur als Zwischenerzeugnis für die Weiterverarbeitung zu SiC-Körnungen für Schleif- und Feuerfestanwendungen verkauft. Angesichts des hohen Einfuhranteils und der Tatsache, daß die Parteien im Handel mit Roh-SiC nur geringfügig tätig sind, hält es die Kommission für unwahrscheinlich, daß der Zusammenschluß eine beherrschende Stellung auf dem Markt für kristallines Roh-SiC begründen oder verstärken würde. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> C.5. Verarbeitetes Siliciumkarbid für Schleifanwendungen Marktumfang (168) Nach den Angaben der Parteien belief sich der Umsatz mit verarbeitetem SiC für Schleifanwendungen im Jahr 1995 auf [> 65] Mio. ECU bei (> 55 000 Tonnen) im EWR. [25-30] % des EWR-Marktvolumens entfielen auf Deutschland, [20-25] % auf Italien, [15-20] % auf Frankreich, [10-15] % auf das Vereinigte Königreich und [5-10] % auf Spanien. (169) Die Kommission kann den von den Parteien für das Marktvolumen angegebenen Zahlen nicht zustimmen. Gestützt auf ihre Erhebung bei sämtlichen Herstellern und Weiterverarbeitern im EWR, den wichtigsten Händlern und Einführern sowie bei 67 Kunden von Schleifmitteln geht die Kommission davon aus, daß sich der Gesamtumsatz im EWR von verarbeitetem SiC für Schleifanwendungen im Jahr 1995 auf rund 57 Mio. ECU bei 45 409 Tonnen belief (66). Die von der Kommission ermittelten Zahlenangaben sind zwar hinsichtlich des Marktvolumens wesentlich niedriger als die von den Parteien vorgelegten Zahlen, wertmäßig sind die Zahlen der Kommission jedoch spürbar höher als die von den anderen Lieferanten vorgelegten Angaben (67). Marktstellung der Parteien (170) Marktanteile: Der Marktanteil von Saint-Gobain im Jahr 1995 belief sich wertmäßig auf [30-40] % und der von ESK auf [20-30] % im EWR (68). Nach dem Zusammenschluß würden die Parteien einen Gesamtanteil von [60-70] % am gesamten Markt der SiC-Körnungen für Schleifanwendungen auf sich vereinen. Der Marktanteil der Parteien wäre somit mehr als achtmal höher als der Anteil des nächstgrößten Wettbewerbers (siehe Anlage II). (171) Die nächstfolgenden im EWR tätigen Wettbewerber sind das deutsche Weiterverarbeitungswerk Mineralienwerke Kuppenheim (MWK) mit einem Marktanteil von weniger als 8 %, gefolgt von dem norwegischen Hersteller Orkla-Exolon mit einem Anteil von [< 7] % und dem spanischen Hersteller Navarro mit einem Anteil von [< 5] %. Alle übrigen Anbieter haben Marktanteile von weniger als 3 %. (172) Verarbeitungskapazitäten: Im Jahr 1995 betrug die Gesamtkapazität für die Weiterverarbeitung von FEPA-F-Körnungen im EWR [80 000-85 000] Jahrestonnen und die Kapazität für die Weiterverarbeitung von FEPA-P-Körnungen [40 000- 50 000] Jahrestonnen (69). [80-90] % der Verarbeitungskapazitäten dienten der Weiterverarbeitung von FEPA-Makrokörnungen, während [10-20] % zur Weiterverarbeitung von Mikrokörnungen verwendet werden können. Wie aus der nachstehenden Tabelle 5 hervorgeht, sind die Parteien praktisch die einzigen Hersteller von FEPA-P-Körnungen und die bei weitem größten Hersteller von FEPA-F-Mikrokörnungen. Wenn es auch technisch möglich ist, FEPA-P- und FEPA-F-Körnungen mit der gleichen Art von Anlagen herzustellen, so erfordert die Herstellung von FEPA-P die Einhaltung strenger Spezifikationen hinsichtlich Siebanalyse, Körnerform und anderer physikalischer und chemischer Eigenschaften. Ein Wechsel zwischen F- und P-Körnungen würde die Anpassung der Siebe erfordern. Aus diesen Gründen stellen alle von der Kommission befragten Anbieter F- und P-Körnungen in getrennten Produktlinien her. Gleichzeitig sind praktisch nur die Parteien in der Lage, beide Körnungsarten gleichzeitig herzustellen, da sie über die bei weitem größten und modernsten Verarbeitungsanlagen im EWR verfügen. (173) Forschung und Entwicklung sind bei der Herstellung und Verarbeitung von SiC für Schleifanwendungen von geringer Bedeutung. Deshalb investieren die Parteien [< 1] % ihres Jahresumsatzes in diese Bereiche. Im Markt der Mikrokörnungen, wo Roh-SiC in besonders reine und feine Qualitäten für Sonderanwendungen raffiniert wird, ist dieser Anteil jedoch höher. In Anbetracht der Größe der nach dem Zusammenschluß verbleibenden Wettbewerber wird jedoch deutlich, daß die Parteien zum technisch führenden Unternehmen bei der Herstellung von SiC-Körnungen für Schleifanwendungen würden. Norton hält sich gegenwärtig für das anerkannte technische Spitzenunternehmen (70). (174) Forschung und Entwicklung spielen jedoch eine wichtige Rolle in dem nachgeordneten Markt der Herstellung von Schleifmitteln, wo ständig neue Erzeugnisse und Abwandlungen entstehen. Ein SiC-Anbieter von Schleifanwendungen kann sich die auf dem Markt für Schleiferzeugnisse erworbenen Kenntnisse zunutze machen, indem er bei der Produktion seiner Erzeugnisse die Entwicklungen auf dem nachgeordneten Markt berücksichtigt. Saint-Gobain ist ein führender Anbieter auf dem nachgeordneten Markt der Schleif-Enderzeugnisse. Die Tatsache, daß es ein vertikal integriertes Unternehmen ist, verleiht ihm Vorteile gegenüber den nichtintegrierten Wettbewerbern auf diesem Markt. Saint-Gobain ist in Westeuropa der einzige vertikal integrierte Hersteller von SiC für Schleifanwendungen. Gegenwärtiger Wettbewerb (175) Auf dem Markt der SiC-Körnungen für Schleifanwendungen sind Orkla-Exolon und Navarro die einzigen größeren Wettbewerber, die selbst kristallines Roh-SiC herstellen. Diese Unternehmen stellen jedoch nicht die vollständige Produktpalette her. So stellen weder Orkla-Exolon noch Navarro FEPA-P-Mikrokörnungen her und Navarro produziert FEPA-P-Makrokörnungen in nur geringerem Umfang. Bei grünem SiC ist Orkla-Exolon der einzige Hersteller in Westeuropa, jedoch in nur beschränktem Ausmaß. Die Parteien sind die einzigen Hersteller von FEPA-P-Körnungen im EWR und sind innerhalb wie außerhalb des EWR die wichtigsten Hersteller von grünem SiC. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (176) Für die Abnehmer sind die Verarbeiter von Roh-SiC eine alternative Lieferquelle zu den Herstellern, die jedoch nur begrenzte Möglichkeiten eines wirksamen Wettbewerbs mit den Herstellern haben. Gegenwärtig sind Weiterverarbeiter im EWR, die nicht den Parteien angehören, nicht in der Lage, die für die industriellen Schleifanwendungen erforderlichen feineren Körnungen (Mikrokörnungen) zu liefern. Die Möglichkeiten der Weiterverarbeiter für einen wirksamen Wettbewerb mit den Parteien werden auch durch deren Lieferanten-/Kundenbeziehung eingeschränkt. Es ist davon auszugehen, daß sie gezwungen sind, Preisentwicklungen nachzuvollziehen. (177) Der größte unabhängige Weiterverarbeiter, Mineralienwerke Kuppenheim (MWK), hat sein Geschäft durch die Verwertung gebrauchter Schleifscheiben begonnen und sich zu einem wichtigen Weiterverarbeiter von SiC-Schleifkörnungen entwickelt. MWK verarbeitet nur Makrokörnungen gemäß dem FEPA-F-Standard und hat gegenwärtig keine Verarbeitungskapazitäten für Mikrokörnungen und Schleif-Körnungen gemäß dem FEPA-P-Standard. Es bietet auch nicht die vollständige Palette der SiC-Produkte an. Deshalb kann MWK nicht als ein wirksamer Wettbewerb der Parteien für die vollständige Palette der verarbeiteten SiC-Körnungen gelten. Auch betrachtet MWK sich nicht als direkten Wettbewerb der Parteien, da es überwiegend in den unteren Qualitätssegmenten des Marktes tätig ist. Außerdem handelt es sich um ein Familienunternehmen, dessen finanzielle Ressourcen zur Fortentwicklung seines Geschäfts verglichen mit Saint-Gobain und ESK begrenzt sind. (178) Vollständige Anbieter sind erheblich im Vorteil, da sie die gesamte Palette der SiC-Einteilungen aus einer Quelle anbieten können. Für die meisten Kunden erhöhen sich die Beschaffungskosten, wenn sie ihre Körnungen von verschiedenen Anbietern beziehen müssen. Außerdem würden sie dabei Gefahr laufen, Ware von unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung zu beziehen und ihre Verbindungsträger entsprechend umstellen zu müssen. Aus diesen Gründen ziehen es die Kunden vor, ihre Palette an SiC-Einteilungen von nur einem Anbieter zu beziehen. Dies mag nicht auf Kunden zutreffen, die auf bestimmte Schleif-Endprodukte spezialisiert sind und nur bestimmte Sorten grober Makrokörnungen, z. B. für Drahtsägeanwendungen in der steineverarbeitenden Industrie, benötigen. Die Mehrzahl der Schleifmittelhersteller im EWR stellen Erzeugnisse für eine Vielzahl industrieller Anwendungen her und benötigen eine umfangreiche Palette an SiC-Schleifkörnungen. (179) Gegenwärtig sind ESK und Saint-Gobain die einzigen vollständigen Anbieter im EWR. Der Wettbewerb zwischen den Parteien ist die hauptsächliche Wettbewerbsquelle auf dem bestehenden Markt für SiC für Schleifanwendungen. Keine Gegenmacht auf der Abnehmerseite (180) Bei den SiC-Abnehmern für Schleifanwendungen handelt es sich überwiegend um kleine und mittelständische Unternehmen. Die meisten Schleifmittelhersteller betreiben nur eine Produktionsanlage und beziehen relativ kleine SiC-Mengen. Auf den größten Abnehmer entfielen (wertmäßig) im Jahr 1995 weniger als 3 % der im EWR insgesamt abgesetzten SiC-Mengen für Schleifanwendungen. Auf der Kundenseite ist deshalb keine spürbare Gegenmacht vorhanden. Zukünftige Nachfrageentwicklung (181) Die Parteien haben die Auffassung vertreten, daß mit der Einführung neuer Verfahrenstechniken in der metallverarbeiteten Industrie die Verwendung von SiC zurückgegangen sei und daß sich diese Entwicklung nach vollzogenem Zusammenschluß auf sie einschränkend auswirken würde. (182) Die jüngsten Marktentwicklungen widersprechen jedoch der Vorstellung von einem Nachfragerückgang. Nach den Angaben der Parteien hat der Marktumfang von SiC für Schleifanwendungen im EWR von [. . .] Tonnen im Jahr 1993 auf [. . .] Tonnen im Jahr 1995 entsprechend [10-25] % zugenommen, und die Durchschnittspreise sind um [5-10] % angestiegen. Nach den jüngsten Markterhebungen werden insbesondere SiC-Körnungen weiterhin in Mengen abgenommen, die sich nur wenig vom derzeitigen Marktvolumen unterscheiden, da es sich hierbei um das bevorzugte Schleifvorprodukt zur Verwendung mit NE-Stoffen wie z. B. Beton, Stein, Glas und Keramik handelt, das vor allem bei kurzläufigen Schleifvorgängen besonders effizient ist (71). (183) Aus diesen Gründen ist nicht davon auszugehen, daß die Einführung neuer Werkbänke und Werkzeugfräsmaschinen Auswirkungen haben kann, mit denen dem Verhalten der Parteien nach vollzogenem Zusammenschluß spürbar entgegengewirkt werden könnte. Zutrittsschranken (184) Die Gesamtinvestitionen für den Bau einer neuen SiC-Verarbeitungsanlage im EWR für Makrokörnungen mit einer Kapazität von [. . .] Tonnen wird von den Parteien mit [< 10] Mio. ECU ohne Grundstückskosten angegeben (72). Die Errichtung einer SiC-Verarbeitungsanlage für Mikrokörnungen mit einer Kapazität von [. . .] Tonnen soll einen Investitionsaufwand von schätzungsweise [> 5] Mio. ECU erfordern. Der Großteil dieser Investitionen betrifft Spezialausrüstungen, die ausschließlich für die Verarbeitung von Schleifkörnungen verwendet werden. Ein nichterfolgreicher Markteintritt würde einem Neuzugänger verlorene Kosten eines erheblichen Umfangs verursachen. (185) Die Einteilung der Körnungen gemäß den FEPA-Korngrößenverteilungen ist anspruchsvoll hinsichtlich der Ausrüstung, des Know-hows und der erforderlichen Erfahrung. Obwohl die FEPA-F- und die FEPA-P-Körnungen mit denselben Ausrüstungen hergestellt werden - mit Ausnahme des Zerstoßes, das bei FEPA-P zu rechteckigen und bei FEPA-F zu blockförmigen Körnern führen muß - ist davon auszugehen, daß die Weiterverarbeitung gemäß dem äußerst engen und genauen FEPA-P-Standard besonderes Know-how und langjährige Erfahrung erfordert. Wenn es auch möglich sein mag, im Bereich der Makrokörnungen auf den Markt zu treten, erscheint es eher schwierig, SiC-Mikrokörnungen über einen längeren Zeitraum in einer gleichbleibenden Korngrößenverteilung herzustellen. (186) Außerdem ist es erforderlich, Zugang zu kristallinem Roh-SiC einer hochwertigen Qualität zu haben. Bei der Verarbeitung bestimmter SiC-Körnungen ist eine genaue Kenntnis der chemischen Zusammensetzung des Vorstoffs und seiner physikalischen Eigenschaften von großem Nutzen. Aus diesem Grund haben Hersteller, die SiC-Körnungen sowohl herstellen als auch weiterverarbeiten, offenbar einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die ausschließlich als Weiterverarbeiter tätig sind. Diese Auffassung wird durch die Tatsache erhärtet, daß in Westeuropa lediglich ein Weiterverarbeiter, der nicht einem SiC-Hersteller angehört, tätig ist (siehe vorstehend). Wie bereits in Abschnitt C.2 festgestellt, wären für die Errichtung neuer Schmelzofenkapazitäten zusätzliche Investitionen, insbesondere im Hinblick auf die Umweltschutzauflagen, erforderlich. (187) Auch ist zu bedenken, daß ein Markteintritt auf dem Wege der Errichtung einer neuen Schmelzanlage nur erfolgreich sein kann, wenn sämtliche SiC-Märkte und nicht nur der Schleifmittelmarkt beliefert werden können. Wegen der besonderen Merkmale des Schmelzvorgangs, bei dem Qualitäten mit unterschiedlichem SiC-Anteil automatisch erzeugt werden, muß man Produkte auf allen SiC-Märkten anbieten können, um ein Hoechstmaß an Gewinn zu erzielen. Es ist nicht möglich, sich ausschließlich auf den Hochqualitäts-Schleifmittelsektor zu konzentrieren. Dadurch erhöhen sich die Anforderungen an das Know-how und die von einem Hersteller vorzunehmenden Investitionen. Potentieller Wettbewerb (188) Exolon in den Vereinigten Staaten: Die Parteien haben vorgebracht, daß nach der Trennung d

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.