Europäische Union

2004/310/EG: Entscheidung der Kommission vom 26. Juli 2000 die einen Zusammenschluss für mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen vereinbar erklärt (Sache COMP/M.1806 — AstraZeneca/Novartis) — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 2309) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0310. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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424) Aus den vorbezeichneten Gründen wird der Zusammenschluss zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem Markt für Blattinsektizide für den Einsatz bei Getreide in Belgien, Dänemark, Frankreich und Deutschland führen. INSEKTIZIDE FÜR FUTTERPFLANZEN (425) Die Parteien hätten einen gemeinsamen Marktanteil von [50-60]* % in Frankreich (Novartis [20-30]* %, AZ [20-30]* %). Der Gesamtumsatz in Frankreich läge bei [...]* EUR. Da diese Kulturpflanzen fast gänzlich in Frankreich angebaut werden, hätten die Parteien einen sehr hohen Gesamtmarktanteil im EWR ([40-50]* %). Wettbewerber auf diesem Markt sind Bayer mit [10-20]* % Umsatzanteil in Frankreich und Aventis mit [10-20]* %. Die große Mehrzahl der auf diesem Markt verkauften Produkte basieren auf Pyrethroiden, auf die nahezu [80-90]* % des gesamten Umsatzes entfallen. Folglich gilt dieselbe Argumentation wie für Getreideinsektizide. (426) Der Schluss ist daher, dass der Zusammenschluss zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem Markt für Blattinsektizide für den Einsatz bei Futterpflanzen in Frankreich führen wird. INSEKTIZIDE FÜR KARTOFFELN (427) Der Marktführer für Kartoffelinsektizide im EWR ist Aventis mit einem Marktanteil von [40-50]* %, gefolgt von den Parteien mit [10-20]* %. Die Führung von Aventis beruht auf ihrer starken Stellung auf dem niederländischen Markt, der nach Umsatz der bei Weitem wichtigste Markt im EWR ist. Die Parteien werden auf zwei nationalen Märkten Marktführer sein. In Belgien entfiele auf Syngenta ein Marktanteil von [40-50]* %, gefolgt von Aventis mit etwa [20-30]* %. In Frankreich hätten die Parteien einen Anteil am Umsatz von [60-70]* %, gefolgt von Aventis mit [10-20]* %. Bei beiden Märkten handelt es sich um kleine Märkte mit einem Umsatz von [...]* EUR bzw. [...]* EUR, eine Abnahme gegenüber 1997, als diese Märkte bei [...]* EUR bzw. [...]* EUR lagen. Zu den Marktanteilen von AstraZeneca zählen auch die Bodeninsektizide, Novartis stellt hingegen keine Nematozide her. Deshalb fällt der gemeinsame Marktanteil bei Blattinsektiziden für Kartoffeln, wo es eine Überschneidung gibt, leicht niedriger aus. Dies könnte dazu führen, dass der Marktanteil der Parteien in Belgien unter [30-40]* % und somit näher am Marktanteil des zweitgrößten Anbieters liegt. Die Kommission muss jedoch nicht auf Grundlage dieser Elemente entscheiden, ob die angemeldete Transaktion zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem belgischen Markt für Kartoffelinsektizide führen würde, da Wettbewerbsprobleme durch die Erfuellung der Verpflichtungszusagen für den französischen, deutschen, belgischen und dänischen Getreideinsektizidmarkt, für den französischen Futterpflanzeninsektizidmarkt und den französischen Kartoffelinsektizidmarkt, auf denen der Zusammenschluss als zur Begründung einer beherrschenden Stellung führend befunden wurde, ausgeräumt würden. (428) Novartis behauptet, dass ihr Produktportfolio altere. Der Umsatz des Unternehmens in Frankreich (und Belgien) basiere fast ausschließlich auf seinem Pyrethroid Tau-Fluvalinat (Mavrik), das in 2000 den Patentschutz verlieren wird. Novartis hat jedoch zwei neue Blattinsektizide in Vorbereitung, für die eine Zulassung ab 2000 angestrebt wird. Novartis ist dabei, den neuen aktiven Wirkstoff Pymetrozin auf den Markt zu bringen, der Novartis zufolge eine einzigartige chemische Wirkung aufweist, mit der hervorragende Ergebnisse bei der Bekämpfung von Blattläusen und Sauginsekten erzielt werden. Das Produkt verfügt über eine neuartige Wirkungsweise und soll OPs, Carbamate und Pyrethroide ersetzen. Die Zulassung für die wichtigen Kartoffelanbauländer im EWR wird für 2000 und 2001 erwartet. Darüber hinaus wird Novartis den neuen aktiven Wirkstoff Thiomethoxam auf den Markt bringen [...]*. Thiamethoxam gehört zu der modernen Klasse der Neonicotinoide und hat internen Dokumenten von Novartis zufolge eine hervorragende Wirksamkeit sowohl gegen Sauginsekten als auch gegen Insekten mit kauenden Mundwerkzeugen. Ferner kann es ebenso zur Bekämpfung von Bodeninsekten eingesetzt werden. Darüber hinaus hat AstraZeneca kürzlich Fosthiazat eingeführt, ein neues Nematizid, das AstraZeneca für ISK in Großbritannien vertreibt. Folglich werden die Parteien ihre starke Stellung in Frankreich wahrscheinlich halten können, da konkurrierende neue Produkte von Aventis (Acetamiprid) und Bayer (Thiacloprid) erst in [...]* eingeführt werden und die Auswirkungen von mindestens einem dieser Produkte wahrscheinlich nicht erheblich sein werden(85). (429) Aus den vorbezeichneten Gründen - dass die Parteien in Frankreich einen Marktanteil von [60-70]* % aufzuweisen haben; dass der zweitgrößte Anbieter, Aventis, nur ein Drittel des Marktanteils der Parteien für sich verbuchen kann; dass die Parteien einen sehr Erfolg versprechenden neuen Wirkstoff bereits in diesem Jahr, mehrere Jahre vor Aventis, einführen werden - wird der Zusammenschluss zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem französischen Markt für Blattinsektizide für Kartoffeln führen. INSEKTIZIDE FÜR GEMÜSE (430) Der Gesamtumsatz im EWR beläuft sich auf ca. [...]* EUR. Syngenta würde Marktführer werden mit einem Marktanteil von [20-30]* %, gefolgt von Bayer mit [20-30]* %, Aventis mit [10-20]* % und American Cyanamid mit [5-10]* %. Die Parteien würden klarer Markführer in Deutschland und Frankreich werden. Auf den deutschen Markt entfallen [...]* EUR, der Marktanteil von Syngenta würde [40-50]* % betragen. Novartis trägt lediglich [0-5]* % zu den [40-50]* % von AstraZeneca bei. Daher kann im Fall Deutschland davon ausgegangen werden, dass sich die Führungsposition von AstraZeneca angesichts der extrem geringen Zunahme des Marktanteils nur unwesentlich verändern wird. 1998 belief sich der Gesamtumsatz auf dem französischen Insektizidmarkt für Gemüse auf [...]* EUR. Syngenta wird klarer Marktführer werden mit [40-50]* % (AZ [20-30]* % + N [10-20]* %). Aventis würde mit [20-30]* % die zweite Position einnehmen. Die Parteien wären auf einem weitgehend stabilen Markt imstande, ihren Marktanteil zwischen 1997 und 1998 von [30-40]* % auf [40-50]* % zu erhöhen. (431) Die Parteien argumentieren, dass sie sich auf verschiedene Kulturpflanzen und Insektenarten konzentrieren. Das Produktportfolio von Novartis basiert auf den aktiven Wirkstoffen Abamectin und Cyromazin. Abamectin wird vornehmlich zur Benutzung in Gewächshäusern verkauft, hauptsächlich, jedoch nicht ausschließlich zur Bekämpfung von Minierfliegen, Milben und Schädlingen bei Tomaten. Cyromazin wird vornehmlich zur Bekämpfung von Minierfliegen in der Salaternte eingesetzt. Zeneca vertreibt Lambda-Cyhalothrin und Pirimicarb, die zur Bekämpfung von Blattläusen bei Feldfrüchten eingesetzt werden. Dennoch sind diese Grenzen zwischen Gewächshäusern und freien Feldern einerseits und den verschiedenen Gemüsearten andererseits nicht so streng, als dass sie verschiedene Märkte konstituieren könnten. Die Parteien würden zudem über einen hohen Bestand an Schlüsselmolekülen verfügen, der es ihnen ermöglicht, Komplettlösungen für Kulturpflanzenprobleme anzubieten. (432) Die Parteien argumentieren ferner, dass ein Wettbewerb durch Generika für die aktiven Wirkstoffe von Novartis besteht und dass ihre Produkte außerdem von der Einführung neuer Produkte der Wettbewerber Aventis (Acetamiprid), American Cyanamid (Clorfenapyr), Dow (Spinosad) und DuPont (Indoxacarb) betroffen sind, wobei Novartis nur über ein neues Produkt, Pymetrozin, verfügt, dessen Einführung in Frankreich geplant ist. (433) Dows neues Produkt, Spinosad, ist das vielversprechendste Neuprodukt aller Wettbewerber. Der Verkaufsstart in Frankreich ist für [...]* vorgesehen. Die Umsatzprognosen für 2003 belaufen sich auf [...]* EUR. Die Einführung der anderen Neuprodukte wird keinen nennenswerten Einfluss auf die Position der Parteien haben. Der neue aktive Wirkstoff von Aventis wird erst in [...]* erhältlich sein, deutlich nach Einführung des neuen Produkts durch Novartis. Die Umsatzprognosen hierfür belaufen sich auf [...]*. Cyanamids Chlorfenapyr wird nicht vor [...]* in Frankreich erhältlich sein und ist ausschließlich für die Benutzung in Gewächshäusern vorgesehen. Hiermit ist sein Einfluss auf den Markt als gering einzustufen. DuPonts neues Produkt, Indoxacarb, wird erstmals in [...]* in Frankreich eingeführt. Es verfügt über ein sehr eingeschränktes Spektrum. Daher liegt die Umsatzprognose für 2003 bei lediglich [...]*. (434) Verkaufsstart für den von Novartis entwickelten Wirkstoff Pymetrozin in Frankreich ist das Jahr 2000. Pymetrozin wird eigenen Angaben von Novartis zufolge als vitales Wachstumsprodukt bezeichnet. Die Umsatzprognosen für [...]* belaufen sich auf das [...]*-fache der Umsätze in 1999, als das Produkt erstmals in Europa eingeführt wurde. Bereits für 2001 wird geschätzt, dass das Produkt einen Umsatz in der Größenordnung von ca. [5-10]* % des EWR-Marktes erzielt. Diese Umsatzprognose lässt für Pymetrozin annähernd dieselbe Entwicklung erwarten wie für Dows neues Produkt Spinosad. Dennoch verfügen die Parteien zum gegenwärtigen Zeitpunkt über den größten Kundenstamm mit einem Marktanteil von [40-50]* % im Vergleich zu Dow mit weniger als [5-10]* %. Daher kann die stabile Position der Parteien in Frankreich wahrscheinlich gehalten werden. (435) Aus den vorbezeichneten Gründen, d.h. gesteigerte Umsätze der Parteien in einem gefestigten Markt; der kombinierte Marktanteil der Parteien von [40-50]* % ist mehr als doppelt so hoch wie der des nächsten Wettbewerbers; die Parteien verfügen über einen von lediglich zwei neuen Erfolg versprechenden Wirkstoffen, der andere gehört einem Marktteilnehmer, dessen Einfluss zum gegenwärtigen Zeitpunkt gering ist, wird der Zusammenschluss zur Begründung einer beherrschenden Stellung am Markt für Blattinsektizide führen, die bei Gemüsepflanzen in Frankreich eingesetzt werden. Fazit für Insektizide (436) Unter Berücksichtigung aller vorstehenden Faktoren kommt die Kommission zu dem Schluss, dass die geplante Fusion zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf den nationalen Märkten für Getreideinsektizide in Belgien, Dänemark, Frankreich und Deutschland, für Futterpflanzen in Frankreich, für Kartoffeln in Frankreich und für Gemüse in Frankreich führen wird. C.5 PFLANZENWACHSTUMSREGULATOREN (437) Die Produkte der Parteien im Bereich Pflanzenwachstumsregulatoren für Zierpflanzen überschneiden sich in Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Der größte Einzelmarkt sind die Niederlande mit einem Gesamtumsatz von [...]* EUR, wo Novartis den Angaben der Parteien zufolge 1998 über einen Marktanteil von [40-50]* % und 1999 über einen Marktanteil von [30-40]* % verfügte, während AstraZeneca 1998 [10-20]* % und 1999 [5-10]* % verzeichnen konnte. In Frankreich betrug der Gesamtumsatz [...]* EUR, Novartis erreichte 1998 einen Marktanteil von [70-80]* % und 1999 etwa [50-60]* %, während AstraZeneca 1998 auf [...]*, 1999 jedoch bereits auf [5-10]* % kam. In Belgien belief sich der Umsatz auf [...]* EUR. Novartis kam 1998 auf [50-60]* % und 1999 auf [50-60]* %, während AstraZeneca 1998 [30-40]* % und 1999 [20-30]* % erzielte. Laut Angaben der Parteien waren die einzigen anderen größeren Teilnehmer in diesen Märkten Fine AgroChemicals mit einem Marktanteil von jeweils [40-50]* % in den Niederlanden in 1998, von [40-50]* % in den Niederlanden in 1999, von [10-20]* % in Frankreich 1998 und von ca. [10-20]* % in Frankreich 1999, sowie Dow AgroSciences mit einem Marktanteil von ca. [10-20]* % in Belgien in 1998 und 1999. Die Marktuntersuchung hat jedoch ergeben, dass die Angaben der Parteien bezüglich der Position von Fine Agrochemicals zu positiv ausgefallen sind; in den Niederlanden kann der kombinierte Marktanteil der Parteien demzufolge mit etwa [60-70]* % veranschlagt werden. (438) Die Parteien geben an, dass sich das gesamte Geschäft von Novartis aus dem nicht-exklusiven Vertrieb von Produkten zusammensetzt, deren Marken und Zulassungen sich im Eigentum des Inhabers UniRoyal befinden. Die Parteien weisen ebenfalls darauf hin, dass Daminozid der wichtigste aktive Wirkstoff ist, mit dem [60-70]* % des Gesamtumsatzes im EWR erzielt wird. Daminozid wird von UniRoyal und Fine AgroChemicals hergestellt. Novartis vertreibt das Produkt von UniRoyal in Belgien, den Niederlanden und Frankreich unter dem Markennamen Alar (Alar 65 in den Niederlanden und Alar 85 in Belgien und Frankreich). In Belgien und den Niederlanden vertreibt Fine Chemicals seine Formulierungen unter dem Markennamen Dazide und anderen Handelsnamen an zahlreiche lokale Vertreiber, während Dazide in Frankreich von der SIPCAM-Gruppe vertrieben wird. Novartis ist der Ansicht, dass jedes Herstellerprodukt etwa die Hälfte des Daminozid-Umsatzes ausmacht. In Belgien hat Novartis zudem Atrinal auf den Markt gebracht. Dieses Produkt wurde jedoch aus dem Produktsortiment von Novartis gestrichen und alle restlichen Bestände werden bis Ende 2000 verkauft sein. (439) AstraZenecas Produkt Bonzi basiert auf dem aktiven Wirkstoff Paclobutrazol. AstraZeneca vertreibt Bonzi in Belgien und den Niederlanden, während das Produkt in Frankreich von Etablissement Puteaux vertrieben wird. In den Niederlanden bringt AstraZeneca zudem das Produkt Berelex von Abbott Labs in zwei Formulierungen auf den Markt. Abbott Labs verkauft dieselben Formulierungen an andere Unternehmen unter verschiedenen Markennamen. (440) Trotz der nicht-exklusiven Vertriebsvereinbarung von Novartis scheint gegenwärtig kein anderer Vertreiber für das Produkt von UniRoyal zu existieren. Darüber hinaus ist UniRoyal AstraZenecas exklusiver Lizenznehmer für das Bonzi-Produkt, das für Zierpflanzen in den Vereinigten Staaten verkauft wird. Dieser Umstand bedeutet, dass ein Wechsel des Vertreibers für Alar im Anschluss an die Fusion noch problematischer für UniRoyal werden könnte. (441) Der Zusammenschluss würde die beiden wichtigsten Marken im Bereich Pflanzenwachstumsregulatoren für Zierpflanzen in Belgien und den Niederlanden zusammenführen. Der Wettbewerb für Alar durch Dazide würde durch die Aufnahme von Bonzi, dem wichtigsten anderen Pflanzenwachstumsregulator, in den Produktbestand von Novartis erheblich beeinträchtigt werden. In Frankreich würde die gefestigte Stellung von Novartis durch die Hinzunahme von Bonzi weiter ausgebaut. (442) Aus diesen Gründen könnte der Zusammenschluss zur Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung auf den Märkten für Pflanzenwachstumsregulatoren in Belgien, den Niederlanden und Frankreich führen. C.6 BEHANDLUNG VON GETREIDESAATGUT IN SPANIEN (443) Auf dem Markt für die Behandlung von Getreidesaatgut in Spanien wurde 1998 ein Umsatz von insgesamt [...]* EUR erzielt. AstraZeneca ist Marktführer mit einem Marktanteil von [50-60]* %. Novartis hat einen Marktanteil von [5-10]* %. Aventis würde mit einem Marktanteil von [10-20]* % die zweite Position einnehmen. (444) Es bleibt festzuhalten, dass AstraZeneca außerhalb Spaniens nicht in der Behandlung von Getreidesaatgut aktiv ist. Auf der anderen Seite ist Novartis überall im EWR klarer Marktführer mit [50-60]* % (Nummer Eins oder Zwei in den meisten anderen Mitgliedstaaten). (445) AstraZenecas Geschäft basiert zur Gänze auf Formulierungen für den nicht-patenfähigen, aktiven Wirkstoff Maneb, der von Dritten bezogen wird. [50-60]* % des Umsatzes entfallen auf Produkte, die ausschließlich diesen Wirkstoff enthalten, [30-40]* % auf Mischungen mit einem nicht-patenfähigen, aktiven Wirkstoff, der ursprünglich von AstraZeneca hergestellt und patentiert wurde (Permethrin), und lediglich [5-10]* % (entspricht einem Markanteil von [5-10]* %) auf Mischungen mit einem von AstraZeneca patentierten, aktiven Wirkstoff. (446) Die Parteien behaupten, dass AstraZeneca ihre Position wegen der Präsenz von drei Generikaherstellern, die reine Maneb-Produkte anbieten, nicht aufrechterhalten kann. Auch wenn diese Generikahersteller ein Produkt anbieten, das ihrer Ansicht nach über eine ähnliche technische Qualität verfügt, und trotz der Tatsache, dass diese Hersteller schon einige Zeit am Markt aktiv sind, wird AstraZeneca ihren hohen Marktanteil behaupten. Die Parteien weisen ebenfalls darauf hin, dass [...]*. Daher ist die Kommission der Auffassung, dass die geplante Transaktion zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem Markt für die Behandlung von Getreidesaatgut in Spanien führen kann. FAZIT (447) Die Kommission ist zu der Schlussfolgerung gelangt, dass die Transaktion, wie sie ursprünglich angemeldet wurde, mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen unvereinbar ist, da sie zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf folgenden Märkten führen würde: Fungizidmärkte: - Getreidefungizide in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Schweden und Finnland; - Zuckerrübenfungizide in Frankreich, Italien, Spanien und Belgien; - Kartoffelfungizide in Schweden; - Fungizide zur Bekämpfung von Rebmehltau in Österreich sowie Fungizide zur Bekämpfung von Traubenbotrytis in Österreich und Frankreich. Herbizidmärkte: - Maisherbizide in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Belgien; - Kartoffelherbizide in Belgien und Frankreich; - Nach Pflanzenaufgang eingesetzte Graminizide bei Kartoffeln in Dänemark; - Nach Pflanzenaufgang eingesetzte Graminizide bei Zuckerrüben in Großbritannien, Belgien und Dänemark; - Nach Pflanzenaufgang eingesetzte Graminizide bei Ölsaatenpflanzen in Deutschland, Großbritannien und Dänemark; - Herbizide für Fruchtpflanzen und Nüsse in Frankreich; Märkte für Blattinsektizide: - Getreide in Belgien, Dänemark, Frankreich und Deutschland; - Futterpflanzen in Frankreich; - Kartoffeln in Frankreich; - Gemüse in Frankreich. Märkte für Saatgutbehandlung: - Getreide in Spanien. Pflanzenwachstumsregulatoren: - Zierpflanzen in Belgien, den Niederlanden und Frankreich. D. VERPFLICHTUNGSZUSAGEN FUNGIZIDE GETREIDEFUNGIZIDE (448) Die Parteien haben die Veräußerung des weltweiten Geschäftsbereichs Strobilurinfungizide von Novartis zugesichert, zu dem auch Trifloxystrobin und die Mischungen mit Cyproconazol und Propiconazol sowie die Produktionsstätte in Muttenz zählen, in der momentan Cyproconazol und (Teile von) Trifloxystrobin hergestellt werden. Der Käufer hätte Zugang zu oder Vorräte an Propiconazol und den zur Herstellung von Trifloxystrobin benötigten Zwischenstoffen. Der Käufer müsste sich mit der entgeltpflichtigen Herstellung von Cyproconazol für Novartis für den nicht mit Trifloxystrobin verbundenen Bedarf des Unternehmens einverstanden erklären. (449) Neben den Rechten am Geschäftsbereich Strobilurinfungizide erhält der Käufer das Recht, Produkte, die auf reinem Cyproconazol basieren, unter dem eigenen Handelsnamen innerhalb des EWR herzustellen und zu verkaufen. Syngenta werden für die Dauer von maximal fünf Jahren keine Rechte auf den Verkauf von Produkten im EWR eingeräumt, die auf reinem Cyproconazol basieren. (450) Die Parteien haben zudem angeboten, AstraZenecas weltweiten Geschäftsbereich für den aktiven Wirkstoff Flutriafol zu veräußern (ausgenommen hiervon sind die Mischungen mit Azoxystrobin), ein Wirkstoff, der als Getreidefungizid nur in sehr beschränktem Maße zum Umsatz beiträgt. (451) Die Parteien haben sich ferner verpflichtet, alle gegenwärtigen (d. h. nicht mit Strobilurin verbundenen) Formulierungen von Novartis für Getreidefungizide in Dänemark, Schweden und Finnland zu veräußern. (452) Durch die Veräußerung von Novartis' Geschäftsbereich Strobilurinfungizide wird der Wettbewerb im wichtigen (und anwachsenden) Strobilurinsegment zwischen drei Unternehmen aufrechterhalten: Syngenta, BASF und dem Käufer. Die Umsatzprognosen aller größeren Unternehmen ergeben, dass der geschätzte Marktanteil von Syngenta für 2004 durch die Veräußerung um [5-10]* % in Deutschland, [10-20]* % in Frankreich und [10-20]* % in Großbritannien zurückgehen wird, wobei Syngenta in diesen Ländern in Zukunft über einen geschätzten Marktanteil unter [30-40]* % verfügen und damit [0-5]* % über BASF liegen würde. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass das fusionierte Unternehmen seine reinen Strobilurinprodukte vom Markt nehmen würde, da der Käufer nach wie vor eine kommerzielle Verwertung dieser Produkte beabsichtigen wird. Aus diesem Grunde wäre das fusionierte Unternehmen nicht in der Lage, für die Wettbewerber den Wegfall der Absatzmöglichkeiten mit Nichtstrobilurinprodukten für Tankmischungen zu bewirken. Da das fusionierte Unternehmen noch immer die Chance zur Entwicklung neuer Mischungen auf Grundlage der Strobilurine von AstraZeneca und der Nichtstrobilurinprodukte von Novartis (oder anderer Unternehmen) hat, erhält der Strobilurinkäufer Gelegenheit, dies (im gleichen Zeitraum) durch seine Trifloxystrobinprodukte und eigene (oder fremde) geschützte Wirkstoffe zu tun. Durch die Gewährung eines Alleinrechts auf Herstellung und Verkauf von reinem Cyproconazol im EWR in der Anlaufphase für den Strobilurinkäufer wird das fusionierte Unternehmen kaum in der Lage sein, das Potenzial des Trifloxystrobingeschäfts, einschließlich der Trifloxystrobin-plus-Cyproconazol-Mischung, einzudämmen. (453) Durch die Veräußerung des gegenwärtigen Produktbestands von Novartis in den nordischen Ländern werden die Überschneidungen auf dem dänischen, schwedischen und finnischen Markt aufgehoben. (454) Auf dieser Grundlage gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass auf den Getreidefungizidmärkten keine beherrschende Stellung begründet wird und dass die Wettbewerbsbedenken, die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte geäußert werden, daher ausgeräumt sind. MÄRKTE FÜR ZUCKERRÜBENFUNGIZIDE (455) Das Angebot der Parteien zur Veräußerung von AstraZenecas weltweitem Flutriafolgeschäft würde die Überschneidung bei Zuckerrüben völlig eliminieren. Außerdem wird die Trifloxystrobin-plus-Cyproconazol-Mischung ebenfalls für Zuckerrüben zugelassen werden, von der allgemein gilt, dass sie sich zu einem wichtigen Produkt entwickeln wird (mit einem Marktanteil von ca. [10-20]* %). Auf dieser Grundlage gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass keine beherrschende Stellung auf diesen Märkten begründet wird und dass die Wettbewerbsbedenken, die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte geäußert werden, damit ausgeräumt sind. DER SCHWEDISCHE MARKT FÜR KARTOFFELFUNGIZIDE (456) Die Parteien haben zugesichert, dass sie ihr EWR-weites Geschäft mit der Mischung Epok (Fluazinam, ein Wirkstoff von ISK, und Metalaxyl-m, ein Wirkstoff von Novartis) vollständig auf den ursprünglichen Rechteinhaber übertragen werden. Syngenta wird das Unternehmen, dem ISK die Epok-Rechte gewährt hat, mit Metalaxyl-m ausschließlich zur Nutzung in Zusammenhang mit Epok beliefern. Das einzige andere Produkt, dass Novartis auf dem schwedischen Markt für Kartoffelfungizide verkauft, ist Ridomil MZ (Metalaxyl + Mancozeb). Die Eintragung dieses Produkts wurde mit Wirkung zum 31. März 2001 zurückgenommen und wird nicht ersetzt. Daher hat die Verpflichtungszusage zur Folge, dass die Überschneidung auf dem schwedischen Markt für Kartoffelfungizide rückgängig gemacht wird. Auf dieser Grundlage kommt die Kommission zu dem Schluss, dass keine beherrschende Stellung an diesem Markt begründet wird und dass die Wettbewerbsbedenken, die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte geäußert werden, damit ausgeräumt sind. DER ÖSTERREICHISCHE MARKT FÜR FUNGIZIDE ZUR BEKÄMPFUNG VON REBENMEHLTAU (457) Die Veräußerung des Trifloxystrobingeschäfts wird ebenfalls nicht ohne Einfluss auf diesen Markt bleiben, da Rebenmehltau zu den Stärken von Trifloxystrobin zählt. Ferner haben die Parteien zugesichert, das auf Basis von Penconazol entwickelte Produkt von Novartis zu veräußern, dessen Marktanteil 1999 [20-30]* % betrug, womit der Marktanteil des fusionierten Unternehmens auf [20-30]* % zurückgehen würde. Auf dieser Grundlage gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass keine beherrschende Stellung an diesem Markt begründet wird und dass die Wettbewerbsbedenken, die in

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.