Europäische Union

2004/310/EG: Entscheidung der Kommission vom 26. Juli 2000 die einen Zusammenschluss für mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen vereinbar erklärt (Sache COMP/M.1806 — AstraZeneca/Novartis) — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 2309) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0310. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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rumherbiziden zum Einsatz bei Ölsaatenpflanzen mit großen Anteilen innerhalb dieses Segments in Frankreich ([30-40]* %) und Spanien ([10-20]* %). Bei den Graminiziden verfügt Novartis über Produkte [...]* basierend auf dem aktiven Wirkstoff Propaquizafop und ein weiteres (Dual) basierend auf Metolachlor. Auf Dual entfallen [0-5]* % und auf Agil/Falcon [10-20]* % des gesamten EU-Umsatzes an Graminiziden für den Einsatz bei Ölsaatenpflanzen. Agil/Falcon hat in Deutschland einen Anteil von [20-30]* % an diesem Segment. AstraZeneca verfügt über keine Blattherbizide für diese Kulturpflanze. AstraZenecas wichtigstes Breitspektrumprodukt ist Racer, es basiert auf Flurochloridon und hat in Spanien einen Anteil von [30-40]* % des Breitspektrumsegments. Bei den Graminiziden verfügt AstraZeneca über Fusilade, basierend auf dem aktiven Wirkstoff Fluazifop-P-butyl. Auf Fusilade entfallen [10-20]* % des gesamten EWR-Umsatzes an Graminiziden für den Einsatz bei Ölsaatenpflanzen, mit Anteilen von [30-40]* % in Deutschland und [10-20]* % in Großbritannien. Nach Marktanteilen an Graminiziden insgesamt haben die Parteien einen Anteil von [60-70]* % in Deutschland und [30-40]* % in Großbritannien. Aus vorstehender Analyse geht hervor, dass keine Wettbewerbsbedenken für den Markt für Ölsaatenherbizide insgesamt bestehen, dass jedoch die Situation bei den Graminiziden nach Pflanzenaufgang weiterer Aufmerksamkeit bedarf. GRAMINIZIDE NACH PFLANZENAUFGANG FÜR DEN EINSATZ BEI ÖLSAATENPFLANZEN (397) Auf dem Markt für Graminizide nach Pflanzenaufgang für Ölsaatenpflanzen würden die Parteien über Anteile von [60-70]* % in Deutschland, [50-60]* % in Großbritannien und [60-70]* % in Dänemark verfügen. Besondere Bedenken wurden von einer Auskunftsperson hinsichtlich des dänischen Marktes für Rapsölsaatengraminizde genannt, wo der Marktanteil der Parteien bei über [50-60]* % liegt; mit den Produkten Fusilade von AstraZeneca ([20-30]* %) und Agil von Novartis ([30-40]* %). Das einzige weitere zugelassene Produkt ist Gallant von Dow (auf Haloxyfob-Basis). Die Parteien erklären, dass entgegen der Situation in den anderen Ländern, wo 6-7 Grasherbizide nach Pflanzenaufgang zugelassen sind, in Dänemark eine restriktive Politik bei der Zulassung neuer Produkte herrscht, sofern bereits eine gewisse Anzahl hochwertiger Alternativen auf dem Markt vertreten ist. Jedoch haben wie oben angegeben auch in anderen Ländern Vertreiber, Pflanzenschutzberater und Bauernverbände auf die sehr starke Stellung hingewiesen, die die neue Einheit auf den Märkten für Graminizide nach Pflanzenaufgang infolge der Kombination von Fusilade und Agil/Falcon hätte. [...]*. Die Parteien gaben an, welche Produkte am besten zur Bekämpfung bestimmter Gräser bei Ölsaatenpflanzen geeignet sind. Novartis gibt an, dass für die Grasunkrautart Agropyron repens Fusilade das beste Produkt sei, während AstraZeneca angibt, dass für die Gräser Agropyron repens, Avena fatua und Alepecurus myosuroides entweder Agil/Falcon oder Fusilade das beste Produkt sei. Agil/Falcon und Fusilade werden daher von den Parteien für technisch sehr gute Produkte im Vergleich zu den Produkten der Wettbewerber gehalten. (398) Der Wegfall von Agil/Falcon als Konkurrenzprodukt zu Fusilade wird daher eine beherrschende Stellung auf den Märkten für Graminizide nach Pflanzenaufgang für den Einsatz bei Ölsaatenpflanzen in Dänemark, Deutschland und Großbritannien begründen oder stärken. REISHERBIZIDE (399) In der Anmeldung gaben die Parteien an, dass AstraZeneca in Frankreich keinen Umsatz mit Reisherbiziden erzielt hat, während Novartis in 1997 und 1998 einen Marktanteil von [90-100]* % hatte. Eine Auskunftsperson wies jedoch im Rahmen der Marktuntersuchung der Kommission darauf hin, dass AstraZeneca in 1996, 1997 und 1998 Umsätze in Frankreich zu verzeichnen hatte. AstraZeneca bestätigte am 10. Mai 2000, kurz vor Versendung der Mitteilung der Beschwerdepunkte, dass die Anmeldung in diesem Punkt nicht korrekt sei. Infolge dessen konnte die Kommission keine vollständige Marktuntersuchung für diesen Markt durchführen. Auf der Grundlage der von den Parteien vorgelegten Informationen führt die Transaktion jedoch wie nachstehend aufgezeigt zu Wettbewerbsbedenken. (400) In der Anmeldung wurde der Umfang des Marktes für Reisherbizide in 1997 und 1998 mit [...]* EUR angegeben. AstraZeneca zufolge beschränkt sich der Reisanbau in Frankreich auf das Gebiet der Camargue. AstraZeneca gibt an, dass ihr einziges Reisherbizidprodukt Ordram Stauffer ist (Konzentration 750 g/l), das auf dem aktiven Wirkstoff Molinat basiert. Der Umsatz des Ex-Herstellers AstraZeneca lag 1998 bei [...]* EUR und 1999 bei [...]* EUR. AstraZeneca zufolge ist Molinat als Generikum in Frankreich erhältlich und der Umsatz mit generischem Molinat von Sipcam wird für 1998 und 1999 auf jeweils [...]* EUR geschätzt. AstraZeneca bringt ferner vor, dass der in der Anmeldung angegebene Gesamtumfang des Marktes falsch war und veranschlagt ihn stattdessen auf zirka [...]* EUR nach Endverbrauchern und auf [...]* in Bezug auf den Ex-Hersteller. Dies ergäbe einen Marktanteil für AstraZeneca von rund [10-20]* % in 1998 und rund [10-20]* % in 1999. (401) Der Umsatz von Novartis mit ihren Produkten Sofit und Setoff lag 1998 bei rund [...]* EUR, was einem Marktanteil von [40-50]* % gemäß der revidierten Schätzung des Gesamtmarktumfanges entspricht, während er gemäß dem in der Anmeldung angegebenen Marktumfang bei [90-100]* % lag. Er ist jedoch den Parteien zufolge nach der Zulassung des Produktes Gulliver von DuPont zurückgegangen und 1999 lag der Umsatz von Novartis lediglich bei [...]* EUR, was einem Anteil von [30-40]* % an der revidierten Schätzung des Gesamtmarktes entspricht. (402) Der von AstraZeneca vorgelegten Marktschätzung zufolge läge der gemeinsame Marktanteil bei [60-70]* % in 1998 und bei [40-50]* % in 1999. Die Parteien hatten jedoch ursprünglich eine Schätzung des Gesamtmarktumfangs vorgelegt, die erheblich kleiner war. Auf dieser Grundlage geht die Kommission davon aus, dass die von AstraZeneca vorgebrachten Marktanteile die Mindestmarktanteile darstellen, für die für die Parteien jeweils ausgegangen werden muss. Ferner haben die Parteien nicht angegeben, dass andere Wettbewerber einen erheblichen Marktanteil haben könnten. Die Eingabe von AstraZeneca, die Überschneidung würde ausgeräumt, da sich AstraZeneca bereits zur Produktionseinstellung von Ordram Stauffer entschlossen habe, einer Molinatformulierung, die sie ausschließlich in Frankreich verkauft, kann zu Zwecken dieser Bewertung nicht berücksichtigt werden, da eine bloße Einstellung des Absatzes der AstraZeneca-Formulierung es der Absatzorganisation der fusionierten Einheit ermöglichen würde, diesen Umsatz mit den verbleibenden Produkten von Novartis wiederzuerlangen. Ferner ist die Angabe von AstraZeneca zu vermerken, dass das Unternehmen die Produktion des Wirkstoffs noch nicht eingestellt hat. Selbst wenn diese Einstellung in 2000 erfolgen sollte, wie von AstraZeneca angegeben, würde die fusionierte Einheit den Verkauf entsprechender vorhandener Lagerbestände fortführen. Ferner gibt AstraZeneca an, dass die Zulassung von Ordram Stauffer bis 2008 gültig bleibt, wodurch dem Unternehmen die Möglichkeit offen steht, seine aktuell vorliegende Entscheidung zur Einstellung der Produktion dieses Produkts rückgängig zu machen. AstraZeneca verkauft zudem eine andere Formulierung unter demselben Markennamen in anderen Ländern und könnte diese später in Frankreich auf den Markt bringen, auch wenn das Unternehmen dies für unwirtschaftlich erklärt hat. (403) Wie vorstehend angegeben hat das Formblatt CO den französischen Reisherbizidmarkt nicht als einen betroffenen Markt gekennzeichnet. Die Parteien haben jedoch eingeräumt, dass es Gründe für Wettbewerbsbedenken gibt. Sie haben deshalb vorgeschlagen, dass AstraZeneca eine Exklusivlizenz für die Herstellung und den Verkauf von AstraZenecas Herbizidformulierung auf Molinatbasis mit dem Namen Ordram-Sopra und für sämtliche wesentlich ähnlichen Ersatzformulierungen einräumen wird, für die Syngenta für den Einsatz bei Reis in Frankreich bis 2008 eine Zulassung erhält; sofern kein Käufer willens ist, eine solche Herstellungslizenz zu akzeptieren, wird AstraZeneca ein Exklusivrecht zur Verwendung und zum Vertrieb der Ordram-Sopra-Formulierung (oder ihrem Ersatz wie oben beschrieben) einräumen, wie dies der Käufer für den Einsatz bei Reis in Frankreich verlangen kann. (404) Diese Zusage wird die Überschneidung auf dem französischen Markt für Reisherbizide ausräumen. Auf dieser Grundlage ist die Kommission der Auffassung, dass die Erfuellung dieser Verpflichtungszusage die vorstehend genannten Wettbewerbsbedenken ausräumt. Daher erklärte die Kommission die Anmeldung nicht für unvollständig. HERBIZIDE FÜR FRÜCHTE UND NÜSSE (405) In der Anmeldung geben die Parteien an, dass der EWR-weite Umsatz 1998 bei Herbiziden für Früchte und Nüsse bei zirka [...]* EUR lag. Die beiden wichtigsten nationalen Märkte waren Frankreich ([...]* EUR) und Spanien ([...]* EUR). (406) Die Parteien argumentieren, dass die traditionelle Unterscheidung zwischen "selektiven" und "nicht-selektiven" Herbiziden für mehrjährige Kulturpflanzen wie Reben und Obstbaumanlagen nicht gilt. Die Parteien haben stattdessen für diesen Markt eine Unterscheidung der Herbizide nach Herbiziden mit Langzeitwirkung oder mit Langzeitwirkung plus Blattwirkung ("selektive") und Herbiziden nur mit Blattwirkung ("nicht-selektive") vorgenommen. Die selektiven Herbizide werden hauptsächlich vor Pflanzenaufgang eingesetzt, die nicht-selektiven nach Pflanzenaufgang. Den Parteien zufolge hat der Einsatz von nicht-selektiven Herbiziden nach Pflanzenaufgang gegenüber den selektiven Herbiziden vor Pflanzenaufgang zugenommen und wird dies weiter tun, da diese Herbizide umweltfreundlicher und kostengünstiger sind. Das Produkt, das am meisten von dieser Entwicklung profitiert hat, ist RoundUp von Monsanto. (407) Nach vorstehender Klassifizierung verhielten sich die Produktportfolios der Parteien bis vor kurzem äußerst komplementär zueinander. AstraZenecas Geschäftstätigkeit lag hauptsächlich im Bereich nicht-selektiver Herbizide wie Gramoxone (Paraquat), Giror (Paraquat+Amitrol) und Touchdown (Sulfosat), während die Hauptstärke von Novartis bei den selektiven Herbiziden lag, mit Produkten basierend auf den aktiven Wirkstoffen Terbuthyazin, Diuron, Terbumeton, Norflurazon, Diclobenil und Simazin. Lediglich in Frankreich ist diese Erscheinung der Komplementarität weniger eindeutig, was nachstehend erläutert wird. (408) Bezüglich Herbiziden für Früchte und Nüsse im EWR gaben die Parteien in der Anmeldung ihren Marktanteil in 1998 mit [30-40]* % an (N [10-20]* % + AZ [10-20]* %) bei einem Umsatz von [...]* EUR. Ihr gemeinsamer Marktanteil lag über [20-30]* % in Griechenland ([20-30]* %), Italien ([20-30]* %), Dänemark ([30-40]* %), Frankreich ([40-50]* %) und Portugal ([50-60]* %). In einer späteren Eingabe haben die Parteien jedoch ihre Zahlen für Portugal revidiert und gaben an, dass die Marktanteile der Parteien in der ursprünglichen Eingabe der Parteien überschätzt worden seien. Basierend auf diesen revidierten Zahlen läge der Marktanteil der Parteien 1998 bei [20-30]* % und 1999 bei [30-40]* %. Die Marktuntersuchung hat weitgehend bestätigt, dass die gemeinsamen Marktanteile in den einzelnen Ländern, mit Ausnahme von Frankreich, derzeit nicht so hoch sind, dass der Zusammenschluss mit Wahrscheinlichkeit zur Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung führen würde, wenn man die komplementäre Natur der Produktportfolios der Parteien bedenkt. (409) Es sollte jedoch angemerkt werden, dass AstraZeneca über Pläne verfügt, Produkte basierend auf dem aktiven Wirkstoff Flazasulfuron in mehreren Ländern einzuführen. Diese Produkte wurden 1999 in Frankreich und Spanien zugelassen und 1999 in Frankreich verkauft (AstraZeneca legte keine Informationen darüber vor, ob es 1999 entsprechende Umsätze in Spanien gab). Zulassungen in Portugal und Österreich werden für 2000 erwartet, in Deutschland, Italien und Griechenland für 2001. Wie nachstehend ausgeführt, geht man für die Produkte Katana und Mission basierend auf Flazasulfuron in Frankreich, das einzige Land, für das von AstraZeneca Umsatzprognosen vorgelegt wurden, von einem Erfolg aus. Frankreich (410) Wie in Ziffer 407 ausgeführt, sind in anderen Ländern die Produktportfolios der Parteien weitgehend komplementär, da die Produkte von AstraZeneca hauptsächlich nicht-selektiv sind und die Produkte von Novartis hauptsächlich selektiv. Dies gilt nicht für Frankreich, wo Novartis im nicht-selektiven Segment mit ihren Produkten Weedazol (Ata) und Glifazol (Ata+Glyphosat) vertreten ist. Ferner hat AstraZeneca 1999 zwei neue Produkte eingeführt, Katana und Mission, basierend auf dem aktiven Wirkstoff Flazasulfuron. Es besteht eine gewisse Uneinigkeit darüber, ob Katana/Mission nicht-selektiv sind, wie zunächst von den Parteien behauptet, oder ob sie selektiv sind wie ein Wettbewerber behauptete. Die Parteien haben jedoch später selbst angegeben, dass die Produkte Katana/Mission im Langzeitwirkungssektor konkurrieren werden, was darauf hinweist, dass sie als selektiv klassifiziert werden müssen. (411) Den Parteien zufolge lag das Volumen des Gesamtmarktes in Frankreich 1999 bei [...]* EUR, ein Anstieg gegenüber 1998 mit einem Volumen von [...]* EUR. Das Traubensegment ist mit [...]* EUR weitaus größer als das Segment Fürchte und Nüsse ([...]* EUR). Die Parteien geben ihre Marktanteile in diesen beiden Segmenten folgendermaßen an: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (412) Der Anmeldung zufolge waren 1998 die anderen Hauptanbieter auf dem französischen Markt Monsanto ([20-30]* %), Dow ([10-20]* %) und Aventis ([5-10]* %). Der gemeinsame Marktanteil der Parteien ist demnach [...]* so groß wie derjenige der Nummer zwei, Monsanto. Ferner ist die Stellung von Monsanto hauptsächlich das Ergebnis des Umsatzes mit RoundUp, dem erfolgreichen nicht-selektiven Herbizid des Unternehmens. Im Gegensatz dazu werden die Parteien über ein gut ausbalanciertes Portfolio aus selektiven und nicht-selektiven Herbiziden verfügen. (413) Die bereits starke Stellung der Parteien könnte infolge von behördlichem Druck auf den billigen aktiven Wirkstoff Diuron weiter gestärkt werden. Obgleich es offenbar keine konkreten Pläne für das Verbot von Diuron in Frankreich gibt, wurde die zulässige Dosierung reduziert und könnte weiter reduziert werden. Sollte dies geschehen, würden die teureren Produkte Katana/Mission und die Novartis-Produkte auf Terbuthyazinbasis ihren Marktanteil ausbauen. (414) Der Hauptgrund für Bedenken bezüglich des französischen Marktes ist jedoch die vor kurzem erfolgte Einführung der AstraZeneca-Produkte Katana/Mission basierend auf dem aktiven Wirkstoff Flazasulfuron. Diese Produkte haben lediglich die Zulassung für den Einsatz als Traubenherbizide. Sie wurden im Herbst 1999 eingeführt - einer Presseveröffentlichung zufolge wahrscheinlich Mitte September. [...]* (415) Die Parteien argumentieren, dass im Sektor für nicht-selektive Produkte nach Pflanzenaufgang ein sehr starker Wettbewerb herrsche, da Monsanto die Preise aggressiv gesenkt hat, um ihren Marktanteil auszubauen, was zum Eckpunkt der Herbizidstrategie geworden ist. Die Parteien erklären, dass die neuen Produkte Katana/Mission im Langzeitwirkungssektor konkurrieren. Sie argumentieren jedoch auch, dass die hohen Umsatzprognosen keinen Anlass für Bedenken darstellen sollten, da Flazasulfuron sich im Eigentum von ISK befindet und von AstraZeneca lediglich vertrieben wird. Angesichts der engen Zusammenarbeit zwischen ISK und AstraZeneca bei der Entwicklung von diesem und anderen Produkten haben die Parteien jedoch nicht ausgeführt, warum die Tatsache, dass ISK Eigentümerin von Flazasulfuron ist, Syngenta daran hindern sollte, eine beherrschende Stellung einzunehmen. Ferner argumentieren die Parteien, dass starke Wettbewerber in Bezug auf Flazasulfuron wahrscheinlich in den nächsten zwei Jahren in den Markt eintreten werden. Sie nennen insbesondere Produkte basierend auf den aktiven Wirkstoffen Azafenadin (DuPont), Thiazopyr (Rohm und Haas) und Flumioxazin (BASF/American Cyanamid). Die Marktuntersuchung hat keine Wahrscheinlichkeit dafür bestätigt, dass die Einführung dieser neuen Produkte die Stellung der Parteien im Segment für Produkte mit Langzeitwirkung in erheblichem Ausmaß einschränken wird. [Geschäftsgeheimnisse von Wettbewerbern]*. Schließlich argumentieren die Parteien, dass Flazasulfuron, sofern es erfolgreich ist, wahrscheinlich ältere Produkte im Sektor für Produkte mit Langzeitwirkung, wie die derzeitige Produktreihe von Novartis, verdrängen wird. Obgleich es zutreffen könnte, dass es Marktanteilseinbußen bei den Produkten in der aktuellen Produktreihe von Novartis geben wird, sollte auch angemerkt werden, dass Novartis 1998 über [50-60]* % dieses Segmentes verfügte und 1999 über [40-50]* %. Die Umsatzprognosen für Katana/Mission messen diesen Produkten in 2001 einen Anteil von [40-50]* % am Segment für (selektive) Produkte mit Langzeitwirkung zu. Sofern die Produkte Katana/Mission den Umsatz von Novartis gesamter Produktreihe nicht komplett ersetzen, wird es in jedem Fall einen (wahrscheinlich erheblichen) Zuwachs zum bereits hohen Umsatzanteil von Novartis in diesem Segment geben. Wenn man tatsächlich annimmt, dass sämtliche derzeitigen Marktteilnehmer Umsatz im selben Umfang verlieren würden, läge der Anteil der Parteien in diesem Segment in 2001 bei [60-70]* %. (416) Die Parteien haben in der Antwort angegeben, dass es sich bei den vorstehenden Berechnungen um Spekulationen handle, deren Eintreten nicht wahrscheinlich sei. Insbesondere weisen sie darauf hin, dass Flazasulfuron unter Selektivitätsproblemen leide und dass sein Potenzial sich deshalb auf die Vermeidung der Entstehung von Unkrautresistenzen beschränken werde. Die Berechnungen basieren jedoch auf von AstraZeneca im Verlauf der Untersuchung dieser Sache vorgelegten Umsatzprognosen und werden durch andere Marktteilnehmer sowie durch interne Dokumente von AstraZeneca im Großen und Ganzen bestätigt. Die Parteien haben keinen Nachweis erbracht, der hinlänglich klar aufzeigen könnte, dass AstraZeneca das Potenzial von Flazasulfuron deutlich überschätzt hätte. (417) Der Zusammenschluss wird daher eine starke Stellung auf dem französischen Markt für Herbizide für Früchte und Nüsse begründen. HERBIZIDE FÜR SOJABOHNEN (418) Italien ist der einzige Markt, auf dem beide Parteien tätig sind und der gemeinsame Marktanteil liegt bei über [30-40]* %. Auf diesem Markt, dessen Wert 1998 bei [...]* EUR lag, hatte AstraZeneca 1998 einen Marktanteil von [20-30]* % und Novartis von [10-20]* %. [10-20]* Prozentpunkte des Anteils von AstraZeneca in Höhe von [20-30]* % entfielen auf den Vertrieb der Produktreihe von BASF. BASF hat 1999 die Beendigung dieser Vertriebsvereinbarung mitgeteilt, wodurch der gemeinsame Marktanteil der Parteien bei unter [20-30]* % liegen wird. Ferner sind sämtliche der wichtigen Graminizide nach Pflanzenaufgang in Italien erhältlich und erbringen einen erheblichen Umsatz. Aus diesen Gründen würde der vorgeschlagene Zusammenschluss nicht zur Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung auf dem italienischen Markt für Sojabohnenherbizide oder auf einem getrennten relevanten Markt für Graminizide nach Pflanzenaufgang führen. HERBIZIDE FÜR GEMÜSE (419) Es gibt keinen nationalen Markt, auf dem die Parteien über sich überschneidende Aktivitäten und einen gemeinsamen Marktanteil von über [30-40]* % verfügen. Ferner erzielt das Graminizid nach Pflanzenaufgang von Novartis, Agil/Falcon, einen erheblichen Umsatz lediglich bei Gemüse in Italien ([5-10]* % des gesamten Graminizidumsatzes) und in Großbritannien ([10-20]* % des gesamten Graminizidumsatzes), wo das Produkt Fusilade von AstraZeneca nicht so bedeutsam ist wie auf anderen Märkten. Fusilade hat daher lediglich einen Anteil am Gemüsegraminizidumsatz von [10-20]* % in Italien und [0-5]* % in Großbritannien. Aus diesen Gründen würde der vorgeschlagene Zusammenschluss nicht zur Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung auf dem Markt für Gemüseherbizide oder auf einem getrennten relevanten Markt für Graminizide nach Pflanzenaufgang führen. C.4 INSEKTIZIDE (420) Bei den Insektiziden entfällt auf Europa lediglich [10-20]* % bzw. 1100 Mio. EUR des weltweiten Agro-Insektizidmarktes mit einem Volumen von rund 5500 Mio. EUR. Die Insektizide stellen somit das kleinste Pflanzenschutzsegment in Europa dar. Die einzigen EWR-weiten Märkte mit einem Gesamtumsatz von über 100 Mio. EUR sind Insektizide für Früchte und Nüsse (300 Mio. EUR) und Insektizide für Gemüse (115 Mio. EUR). GETREIDEINSEKTIZIDE (421) Ungeachtet der Tatsache, dass Getreidepflanzen von einer Vielzahl von Insekten befallen werden, sind Blattläuse die mit Abstand bedeutendsten Schädlinge. Der Getreideinsektizidmarkt kann als Blattlausmarkt eingestuft werden. Bei den Blattläusen handelt es sich um Blattinsekten. Die Parteien verfügen über starke Stellungen europaweit ([30-40]* %), in Belgien ([70-80]* %), Dänemark ([40-50]* %), Frankreich ([40-50]* %) und Deutschland ([30-40]* %). Der Wert für den Marktanteil in Deutschland liegt unter Berücksichtigung von durch Wettbewerber vorgelegte Umsatzzahlen mit aller Wahrscheinlichkeit etwas über [30-40]* %. Die nächsten Wettbewerber bei den Getreideinsektiziden sind Aventis mit einem europaweiten Marktanteil von [10-20]* %, [10-20]* % in Belgien, [10-20]* % in Frankreich und Bayer mit [5-10]* % im EWR, [10-20]* % in Frankreich und [10-20]* % in Deutschland. Syngenta wäre somit auf sämtlichen der vorgenannten Märkte ungefähr [...]* mal so groß wie der nächste Wettbewerber. (422) In der Marktuntersuchung gaben mehrere Vertreiber und Pflanzenschutzberater an, dass die Parteien über die wirksamsten Insektizide verfügen werden, die so genannten Pyrethroide für den Einsatz gegen Blattinsekten. Pyrethroide wurden erstmals in den frühen siebziger Jahren in den Handel gebracht. Der aktive Wirkstoff von Novartis ist Tau-Fluvalinat, er wird unter den Handelsnamen "Mavrik" und "Klartan" verkauft. AstraZeneca verkauft Lambda-Cyhalothrin unter dem Handelsnamen "Karate". Weltweit ist Lambda-Cyhalothrin der am zweitbesten verkaufte Pyrethroidverbindung, dicht gefolgt von Deltamethrin von Aventis (Handelsname "Decis"). Im EWR ist Lambda-Cyhalothrin das bestplatzierte Pyrethroid, es liegt vor Deltamehtrin (Aventis), Cypermethrin und Novartis' Tau-Fluvalinat. Die Marktanteile von Pyhretroiden werden wahrscheinlich weiter anwachsen, da Insektiziden, die auf den beiden anderen wichtigen chemischen Klassen, Organophosphaten (OPs) und Carbamaten, basieren, von behördlicher Seite, z. B. durch Bedenken im Rahmen des Zulassungsverfahrens, Gefahr droht. (423) Die Parteien argumentieren, dass ihre beiden Pyrethroide den Patenschutz in 2000 (Tau-Fluvalinat) und 2003 (Lambda-Cyhalothrin) verlieren werden. [...]* Die drittwichtigste Phyrethroidverbindung im EWR, Cypermethrin, wird bereits von mehreren Generikaherstellern produziert. Der Verlust des Patentschutzes ist jedoch nur eine notwendige Bedingung für die Konkurrenz durch Generika. Ein weiterer wichtiger Schritt für Generikahersteller ist die Erlangung der Zulassung, was ein oftmals langwieriger und kostspieliger Prozess ist. Ferner geht aus den Dokumenten auch hervor, dass die Gefahr durch behördliche Vorschriften für OPs eine mittel- bis langfristige Wachstumsmöglichkeit für Pyrethroide darstellt, dass deren Marktanteile zunehmen und dass es einiges ungenutztes Potenzial zu geben scheint. Im EWR erhöhte sich der Marktanteil von Syngenta auf einem in diesem Zeitraum kleiner werdenden Markt von [30-40]* % in 1997 auf [40-50]* % in 1998. Deshalb wird die starke Stellung der Parteien bei den Getreideinsektiziden in naher Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit zu halten sein. (

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.