Europäische Union

2004/270/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Oktober 2001 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2420 — Mitsui/CVRD/Caemi) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3363) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0270. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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ass die Tabelle die Grenzkosten angemessen wiedergibt: Durchschnittliche Pellet-Kosten 1997-2000 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: AME-Bericht. (179) Wie die Tabelle zeigt, weist CVRD bereits jetzt die geringsten Produktionskosten in der Branche unabhängig davon auf, ob man den Frei-an-Bord-Preis oder den Endpreis einschließlich Kosten, Versicherung und Fracht zugrunde legt. Da das Unternehmen außerdem über die größten Reservevorkommen in Brasilien verfügt, kann CVRD die Rentabilität anderer Pellet-Produzenten ganz erheblich beeinträchtigen, sollten diese die Interessen von CVRD bedrohen. Die Übernahme von QCM wird die Sanktionsmöglichkeiten von CVRD noch erweitern, da das Unternehmen in den Besitz eines großen Teils der kanadischen Produktion von hochwertigen Pellets gelangt, das mehr oder weniger die gleiche Qualität hat wie das von seinem (zusammen mit LKAB) größten Konkurrenten IOC angebotene Erz. Damit wäre CVRD in der Lage, selektiven Konkurrenzdruck auf IOC auszuüben. Das fusionierte Unternehmen könnte ferner den Umstand zu seinen Gunsten ausnutzen, dass IOC/Rio Tinto und LKAB keine Pellets an Abnehmer außerhalb des Atlantikgebiets liefern. (180) In ihrer Erwiderung weisen die beteiligten Unternehmen (und ihr Wirtschaftsberater) auf zwei Schwächen der obigen Analyse hin: i) Sie beruht auf der Annahme, dass CVRD seine Konkurrenten durch Kapazitätsausweitungen kontrollieren könnte, was jedoch wirtschaftlich nicht haltbar ist (da neue Kapazitäten die Preise langfristig nach unten drücken würden und nicht nur für den kurzen Zeitraum, der zur "Zähmung" des Konkurrenten erforderlich wäre), und ii) Sanktionen zur Beeinträchtigung der Rentabilität anderer Anbieter setzen voraus, dass diese vom Markt verdrängt werden können; dies ist jedoch wegen des hohen Anteils verlorener Kosten in der Eisenerzproduktion nicht möglich. (181) Die Kommission teilt diese Ansicht nicht. Es ist nicht erwiesen, dass Sanktionsmaßnahmen nur dann wirksam sein können, wenn der Konkurrent dadurch vom Markt verdrängt werden kann. Sollten beispielsweise bestimmte Konkurrenten einen erheblichen Preiswettbewerb gegen das fusionierte Unternehmen ausüben, könnte eine wirksame Gegenmaßnahme von CVRD darin bestehen, den jährlichen Orientierungspreis so weit nach unten zu drücken, dass die Konkurrenten Verluste hinnehmen müssten, während CVRD rentabel bliebe (dank seiner besseren Kostenstruktur). CVRD ist folglich nicht darauf angewiesen, Kapazitäten auszuweiten oder Konkurrenten vom Markt zu verdrängen, um die Wettbewerber unter Kontrolle zu halten. Ohnehin rechnen die beteiligten Unternehmen in naher Zukunft mit einem erheblichen Anstieg der Pelletnachfrage insgesamt(39). In diesem Zusammenhang wäre eine Kapazitätsausweitung durch CVRD wirtschaftlich nicht unvernünftig, da die wachsende Nachfrage die damit erzeugten Überkapazitäten (und damit den Abwärtsdruck auf die Preise) rasch reduzieren würden. (182) Vor dem Zusammenschluss spiegelte sich die führende Wettbewerbsstellung von CVRD bereits in dem Umstand wider, dass das Unternehmen in der Regel den Orientierungspreis für Pellets vorgab. Aus dem von den beteiligten Unternehmen vorgelegten Material(40) geht hervor, dass CVRD und Samarco in den vergangenen sieben Jahren viermal den Orientierungspreis vorgegeben haben (in drei Fällen war es IOC). Hohe Kapazitätsauslastung (183) Sollte CVRD versuchen, über höhere Orientierungspreise oder niedrigere Rabatte den Pellet-Preis zu erhöhen, könnten sich die Abnehmer diesem Versuch nur widersetzen, wenn sie größere Mengen bei anderen Produzenten erhalten würden. Die Kommissionsuntersuchung hat jedoch die weitgehende Unmöglichkeit einer solchen Reaktion nachgewiesen, vor allem weil 1999 und 2000 keine neuen Pelletisieranlagen in Betrieb genommen wurden und die Pelletisieranlagen im Jahr 2000 weltweit zu durchschnittlich 92 % ausgelastet waren (gegenüber 85 % im Jahr 1985)(41). Zwei von der Kommission im Zuge ihrer Marktuntersuchung angesprochene große europäische Stahlunternehmen gaben an, gelegentlich Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Pellets zumindest im Fall kurzfristigen oder dringlichen Bedarfs gehabt zu haben. (184) In ihrer Erwiderung bewerten die beteiligten Unternehmen die Nachfrage des Jahres 2000 als unerwartet und außergewöhnlich hoch und vertreten die Auffassung, dass sie in den Jahren 2001 und 2002 deutlich niedriger ausfallen dürfte. Sie halten eine Angebotsknappheit in den kommenden Jahren folglich für unwahrscheinlich. Dieser Einwand wird aber durch die Untersuchungsergebnisse nicht bestätigt. U. a. haben CVRD und JP Morgan im November 2000 in einem Vortrag angegeben, dass sie mit einem kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach Übersee-Pellets zwischen 2000 und 2005 rechnen, der auf folgende Strukturfaktoren zurückzuführen sei: i) den zunehmenden Anteil der Lichtbogenöfen an der Stahlerzeugungskapazität insgesamt, ii) die zunehmende DRE-Produktion, iii) die Schließung von Sinteranlagen und den Bau von Hochöfen ohne Sinterkapazitäten und iv) die zunehmende Einspritzung von Kohlepulver. Die Ergebnisse von CVRD für das erste und zweite Quartal des Jahres 2001 weisen denn auch gegenüber 2000 ein Umsatzwachstum bei Pellets aus. Auch in einem Vortrag von Merrill Lynch und CVRD im Mai 2001 wird erwähnt, dass neue Trends in der Eisen- und Stahlerzeugung die Nachfrage nach Pellets nach oben treiben. (185) Diese Situation der Angebotsknappheit wird sich fortsetzen und in absehbarer Zeit sogar noch verschlechtern. Auch das für die nahe Zukunft erwartete Kapazitätswachstum wird lediglich das erwartete Nachfragewachstum ausgleichen. Von den beteiligten Unternehmen vorgelegte Zahlen zeigen beispielsweise, dass wegen des erwarteten Anstiegs der Pellet-Nachfrage die Gesamtnachfrage nach überseeischen Pellets die entsprechende Kapazität im Jahr 2005 übertreffen könnte. (186) In diesem Zusammenhang scheint ein Umstieg der Abnehmer auf andere Produzenten im Falle einer Preiserhöhung oder Rabattkürzung von CVRD höchst unwahrscheinlich. Ferner ist es fraglich, ob konkurrierenden Anbietern überhaupt an einer Herausforderung eines solchen Vorgehens von CVRD gelegen sein kann, da ihre Kapazitäten nahezu ausgelastet sind und sie Gegenmaßnahmen von CVRD zu befürchten hätten. (187) Zudem hat die Kommissionsuntersuchung ergeben, dass zwar CVRD seine Kapazitäten aufstocken kann und Zugang zu hochwertigen billigen Reservevorkommen hat, nicht aber unbedingt die bestehenden Wettbewerber. Die Betriebs- und Kapazitätsausweitungskosten von CVRD liegen unter denen seiner nach Westeuropa liefernden Konkurrenten und verschaffen ihm damit einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil. Nach der Übernahme würden CVRD/Mitsui/Caemi überdies den Großteil der höchstwertigen für die Pellet-Produktion geeigneten Vorkommen in der atlantischen Region (sämtliche brasilianischen und einen Großteil der kanadischen) kontrollieren. CVRD plant die Ausweitung seiner Pellet-Produktionskapazitäten durch Bau einer neuen Pelletisieranlage in der Nähe des Hochseehafens im brasilianischen Sao Luis (in dem das Erz aus den CVRD-Gruben in Carajas (Nord-System) verladen wird). Die Anlage soll ihren Betrieb im Laufe des Jahres 2002 aufnehmen und würde die Pellet-Kapazitäten des neuen Unternehmens um etwa 6 Mio. t pro Jahr erhöhen. Ferteco (inzwischen Teil von CVRD) beabsichtigt ferner den Bau einer zweiten Pelletisieranlage, die seine Produktionskapazitäten auf ca. 8,5 Mio. t/Jahr aufstocken und damit faktisch verdoppeln würde. Die neue Anlage soll 2004 fertig gestellt sein(42). (188) Mit den geplanten Zusatzkapazitäten wird das neue Unternehmen die erwartete Zunahme der Pellet-Nachfrage in Übersee decken können, und zwar zu niedrigeren Kosten als die Konkurrenz. CVRD kommt u. a. in den Genuss von Größenvorteilen, Synergien und geringeren Abbaukosten, die von seinen Konkurrenten im Überseehandel nicht erreicht werden können. (189) Die einzigen unabhängigen Pellet-Anbieter von einer gewissen Größenordnung auf dem Überseemarkt sind IOC (Rio Tinto) und LKAB mit ihren Gruben in Kanada und Schweden, die aber nur an Abnehmer im Atlantik-Gebiet liefern. Mit ihren derzeitigen Pelletisierkapazitäten würden diese Unternehmen einer größeren Pellet-Nachfrage kaum nachkommen können. Zum einen waren die Anlagen von IOC und LKAB im Jahr 2000 zu fast 90 % ausgelastet. Berücksichtigt man etwaige Produktionsunterbrechungen (z. B. wegen Unwetter oder Lieferengpässen), muss man davon ausgehen, dass sie de facto ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Aber selbst wenn sie ihre Kapazitäten aufzustocken versuchten, z. B. um einer hypothetischen Preiserhöhung durch das fusionierte Unternehmen entgegen zu wirken, würden sie dafür - wie der Markttest der Kommission ergeben hat - mindestens drei Jahre benötigen (zwei Jahre Bauzeit plus ein Jahr für eine Durchführbarkeitsstudie). Außerdem würden sich die Unternehmen wohl erst dann für Investitionen in neue Kapazitäten entscheiden, wenn sie von der Beständigkeit einer solchen hypothetischen Preiserhöhung überzeugt wären (zusätzliche Verzögerung). (190) Nach Auskunft eines der großen von der Kommission während ihrer Marktuntersuchung angesprochenen Eisenerzanbieters würde es LKAB wegen seiner eigenen hohen Kosten kaum gelingen, eine solche Kapazitätsausweitung zu rechtfertigen. Der schwedische Standort von LKAB stellt wegen der hohen Arbeits- und Umweltkosten einen Wettbewerbsnachteil dar. LKAB ist nach eigenem Bekunden zu einer mittel- und langfristigen Investition in neue Kapazitäten bereit, wenn es ein langfristiges Nachfragewachstum mit einem akzeptablen Investitionserlös ausmachen würde. Gleichzeitig hat das Unternehmen zu erkennen gegeben, dass es zurzeit nicht über ausreichende Kapazitätsreserven verfügt, um einer hypothetischen Preiserhöhung durch CVRD/Mitsui/Caemi entgegenzutreten. (191) Ferner hat die Marktuntersuchung der Kommission ergeben, dass IOC (Rio Tinto) zwar (aufgrund der Renovierung einer seiner bestehenden Pelletisieranlagen) bis 2004 etwa 4,5 Mio. t zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung haben würde (1,3 Mio. t bis 2002), aber diese Kapazitäten werden gerade zur Deckung des Nachfragewachstums seiner jetzigen Kunden ausreichen und würden höchstwahrscheinlich nicht genügen, um eine hypothetische Preiserhöhung des neuen Unternehmens abzuwehren. (192) In ihrer Erwiderung führen die beteiligten Unternehmen aus, dass die meisten Überkapazitäten nicht in den Händen von CVRD liegen, sondern in denen von QCM, LKAB und IOC. Einzelne Pellet-Produzenten (wie LKAB) würden zwar nicht über ausreichende Reservekapazitäten verfügen, um CVRD gänzlich zu ersetzen, wohl aber um CVRD beträchtliche Mengen abzunehmen und damit dem Wettbewerbsverhalten des fusionierten Unternehmens Grenzen zu setzen. Die Kommission teilt diese Auffassung nicht. Erstens bleiben nach dem Zusammenschluss nur zwei der drei von den beteiligten Unternehmen genannten größeren unabhängigen Unternehmen mit Kapazitätsreserven (QCM, LKAB und IOC) übrig, da QCM von Caemi mitkontrolliert wird. Zweitens dürften, wie oben schon dargestellt, etwaige Überkapazitäten von IOC und LKAB in naher Zukunft mit der zunehmenden Nachfrage zurückgehen. Und drittens berücksichtigen die beteiligten Unternehmen mit ihrem Einwand nicht die Wettbewerbsvorteile des fusionierten Unternehmens und seine Fähigkeit, den Markt zu disziplinieren. Der höhere Kapazitätsauslastungsgrad von CVRD gegenüber seinen Konkurrenten beweist die bereits jetzt von CVRD genossenen Wettbewerbsvorteile. Da die Marktmacht von CVRD durch die geplante Übernahme von QCM weiter gestärkt wird, dürfte sich die Lage der vorhandenen Wettbewerber (und ihre Fähigkeit, das Marktverhalten von CVRD herauszufordern) weiter verschlechtern. (193) Aus diesen Gründen kommt die Kommission zu der Schlussfolgerung, dass die vorhandenen Anbieter von Pellets für den Weltmarkt nicht in der Lage sein werden, dem Marktverhalten des fusionierten Unternehmens in ausreichendem Maße Grenzen zu setzen. Hohe Marktzutrittsschranken (194) Die Kommissionsuntersuchung hat ebenfalls nachgewiesen, dass auf dem Überseemarkt für Pellets neue ausreichend starke oder rechtzeitig auf den Markt gelangende Anbieter, die einer möglichen Ausübung von Marktmacht durch das neue Unternehmen erfolgreich entgegentreten könnten, höchst unwahrscheinlich sind. Ein unabhängiger Eisenerzanbieter (der derzeit keine Pellets produziert) hat der Kommission zu erkennen gegeben, nur langfristig zu einer Investition in Pellet-Produktionskapazitäten bereit zu sein(43); in der Zwischenzeit könnte das fusionierte Unternehmen seine Preise ungehindert erhöhen, ohne dass einer der derzeitigen Anbieter über genügend Kapazitäten verfügen würde, um einem solchen Schritt zu begegnen. Aus den gleichen Gründen scheint der Marktzutritt (oder die Lieferung von Pellets in überseeische Absatzgebiete) durch andere Eisenerzanbieter äußerst unwahrscheinlich. (195) Wie oben angegeben sind die Schranken für den Zutritt zum überseeischen Eisenerzmarkt außergewöhnlich hoch. Die Kosten für die Erschließung neuer Gruben zusammen mit der zugehörigen Transportinfrastruktur machen einen Neuzutritt auf andere Weise als durch eine Übernahme mehr oder weniger unmöglich. Die Ausweitung bestehender Eisenerz-Produktionskapazitäten insbesondere - in diesem Zusammenhang - durch Bau neuer Pelletisieranlagen ist zwar eher durchführbar, aber auch die mit dem Bau solcher Anlagen verbundenen Kosten sind sehr hoch und belaufen sich auf mehrere 100 Mio. USD pro Anlage. Für andere Anbieter als CVRD, die den Bau einer für Lieferungen nach Übersee geeigneten Pelletisieranlage in Betracht ziehen, wären diese Kosten sogar noch höher, so dass die Schlussfolgerung legitim erscheint, dass diese potenziellen Konkurrenten zumindest kurz- bis mittelfristig einer solchen Investition sehr widerstrebend gegenüberstehen. (196) Außerdem ist das australische Eisenerz wegen seiner Beschaffenheit fast zur Gänze für die Pelletisierung ungeeignet. Die Marktuntersuchung der Kommission hat ergeben, dass ein Anstieg des Pellet-Preises gegenüber dem Feinerz von 10 % nicht ausreichen würde, um Investitionen in Pelletisieranlagen in Australien zu rechtfertigen; solche Investitionen wären wegen der entlegenen Lage der australischen Gruben und des hohen Energieverbrauchs, der mit der Zerstückelung des harten australischen Erzes verbunden ist, teuer. Bei Lieferungen von Pellets in andere Erdteile gibt es daher keinen aktuellen und höchstwahrscheinlich auch keinen potenziellen Wettbewerb aus Australien. Damit ist insbesondere BHP als potenzieller Konkurrent des fusionierten Unternehmens zumindest auf absehbare Zeit ausgeschlossen(44). BHP verfügt über keine Pellet-Produktionskapazitäten in Australien und könnte daher zumindest kurz- und mittelfristig keinen Ersatz für das brasilianische Erz bieten: Die Abnehmer müssten erhebliche Anpassungen an ihren Hochöfen vornehmen, um die veränderte Zusammensetzung ihrer Gicht zu handhaben. (197) Aus den oben genannten Gründen und unter Hinweis auf die Definition des relevanten geografischen Marktes ist auch ein Marktzutritt (zum überseeischen Pellet-Markt) durch Pellet-Lieferanten aus den USA, Russland, Ukraine oder China höchst unwahrscheinlich und wird mit Sicherheit kurz- oder mittelfristig nicht zustande kommen. Beschränkte Gegenmacht der Nachfrageseite und große Sorgen der Abnehmer (198) Wie erwähnt, weist die Stahlindustrie einen deutlich geringeren Konzentrationsgrad auf als die Eisenerzindustrie. Allein in Europa sind sieben Abnehmer von Eisenerz ansässig. [...]*. Ein Vergleich der wirtschaftlichen Ergebnisse der Stahlerzeuger (Verluste oder niedrige Gewinne) und der überseeischen Eisenerzproduzenten (hohe Gewinne und höhere Preise in jeder der beiden letzten Verhandlungsrunden) zeigt eindeutig, dass sogar schon vor der Verringerung der Zahl der erstrangigen Eisenerzproduzenten die Stahlerzeuger nur wenig Einfluss ausüben konnten. (199) Die Antworten der Abnehmer auf die Marktuntersuchung der Kommission bestätigen die schwache Nachfragemacht der überseeischen Stahlerzeuger im Pellet-Handel. Fast alle von der Kommission angesprochenen Stahlunternehmen gaben an, dass sie zumindest kurz- oder mittelfristig nicht in der Lage wären, sich einer hypothetischen Anhebung des Pellet-Preises durch das fusionierte Unternehmen zu widersetzen. Die meisten beschrieben den Pellet-Markt als angespannt, mit wenig oder gar keinen Kapazitätsreserven auf der Angebotsseite, wodurch eine hypothetische Ausübung von Nachfragemacht unmöglich würde ("nicht ohne Alternativen auf der Anbieterseite", wie ein Kunde formulierte). Ferner haben Abnehmer bestätigt, dass neue Kapazitäten nur sehr langsam auf den Markt gelangen könnten. (200) In ihrer Erwiderung bestreiten die beteiligten Unternehmen die Schlussfolgerungen der Kommission mit Hinblick auf die schwache Nachfragemacht der Stahlunternehmen. Das von ihnen unter Vertrag genommene Wirtschaftsberatungsunternehmen identifiziert zwei Drohmöglichkeiten, die den Abnehmern angeblich eine beträchtliche Macht gegenüber den Pellet-Anbietern verleihen würden: die Fähigkeit zum Wechsel des Anbieters und die Möglichkeit, Kapazitätsausweitungsprojekte konkurrierender Pellet-Produzenten finanziell zu unterstützen. (201) Die Kommission glaubt nicht, dass diese Möglichkeiten den Abnehmern eine tatsächliche Nachfragemacht an die Hand geben. Die Nachfragemacht, die ein Unternehmen aus dieser Möglichkeit schöpfen kann, hängt von seiner individuellen Bedeutung gegenüber dem fusionierten Unternehmen ab. Nur wenn auf einen Abnehmer ein wesentlicher Teil des Umsatzes des fusionierten Unternehmens entfällt und das fusionierte Unternehmen nur schwierig Zugang zu anderen Abnehmern finden könnte, wäre der Drohung des Lieferantenwechsels ein erhebliches Gewicht beizumessen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass dies nicht der Fall ist, da erstens die Stahlindustrie einen deutlich geringeren Konzentrationsgrad aufweist als die Eisenerzindustrie und zweitens die knappen Überkapazitäten es den Pellet-Produzenten leicht machen, andere Abnehmer zu finden. (202) Zu trifft auch, dass die Abnehmer die Entwicklung neuer Pellet-Kapazitäten bei rivalisierenden Anbietern finanziell unterstützen können. Wie schon erwähnt, dürfte dies jedoch aus folgenden Gründen nicht in nennenswertem Ausmaß geschehen: i) Zur Finanzierung von neuen Kapazitäten, die zur Einschränkung des Wettbewerbsverhaltens des fusionierten Unternehmens ausreichen würden, bedarf es einer großen Anzahl von Abnehmern; ii) CVRD plant bereits selbst die Hinzufügung neuer Kapazitäten, wodurch sich die Anreize für Abnehmer, zusätzliche Pelletisieranlagen zu finanzieren, weiter verringern; iii) wie die Gründung der brasilianischen Gemeinschaftsunternehmen von CVRD und überseeischen Abnehmern zeigt, ziehen es diese Abnehmer vor, neue Kapazitäten in den Gebieten mit den niedrigsten Produktionskosten (d. h. Brasilien) zu errichten, um einen möglichst hohen Investitionsertrag zu erzielen; iv) Pellet-Kapazitäten können nicht so einfach ausgeweitet werden, wie die beteiligten Unternehmen vorgeben, u. a. weil Pellet-Eingangsmaterial in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen muss. (203) Schließlich wiederholt die Kommission, dass die Abnehmer die Folgen des Vorhabens mit erheblicher Sorge betrachten. Auch die hohen Gewinnspannen der Eisenerzproduzenten(45) im Verhältnis zu den niedrigen Gewinnspannen der Abnehmer zeigen eindeutig, auf welcher Seite das Machtübergewicht liegt. Wie ein Abnehmer bei der Anhörung zum Ausdruck brachte, stellen die Stahlunternehmer fest, dass die Stahlpreise eine Abwärtstendenz aufweisen und die Eisenerzproduktionskosten in den vergangenen Jahren erheblich reduziert wurden, die Eisenerzpreise hingegen aber nicht zurückgehen. Folgen des Zusammenschlusses Ausschaltung von QCM als unabhängiger Anbieter (204) Durch die Übernahme von Caemi schaltet CVRD Quebec Cartier Mining als Wettbewerbsmacht auf dem Pellet-Markt aus. QCM erzielt auf dem relevanten Markt einen Anteil von [10-20]* %, und durch seine Beseitigung reduziert sich die Zahl der derzeitigen Wettbewerber von vier auf drei. Dabei hat CVRD erst vor kurzem (2001) mit Ferteco [...]* als Wettbewerbskraft ausgeschaltet. Mit der Übernahme von Ferteco durch CVRD reduzierte sich die Zahl der unabhängigen Pellet-Anbieter im EWR von fünf auf vier. (205) [...]*. Kapazitäten für selektive Wettbewerbssanktionen gegen IOC (206) Zurzeit produziert CVRD keine hochwertigen Pellets in Kanada. Nach dem angemeldeten Vorhaben wird CVRD (zusammen mit IOC/Rio Tinto, dem größten Anbieter hochwertiger kanadischer Pellets) QCM kontrollieren. Das neue Unternehmen könnte daher selektive Wettbewerbssanktionen gegen IOC ergreifen und danach trachten, die Anreize für IOC zu einem Ausbau seiner Pellet-Kapazitäten einzuschränken. Mögliche Maßnahmen wären [...]* oder eine Quersubventionierung des Pellet-Geschäfts zwischen CVRD und QCM, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit von IOC auf dem EWR-Pellet-Markt erheblich eingeschränkt würde. Die Marktuntersuchung der Kommission hat in der Tat ergeben, dass Abnehmer mehrfach zwischen IOC und QCM wechselten, je nachdem welcher der beiden Anbieter das bessere Angebot vorgelegt hatte. Wahrscheinliche Preisführerschaft von CVRD (207) CVRD ist bereits Preisführer auf dem Überseemarkt; in den letzten Jahren wurden die Orientierungspreise meist in Verhandlungen mit CVRD ermittelt. Durch die Übernahme von QCM (die kurz nach der Übernahme von Ferteco erfolgt) wird diese Preisführerschaft angesichts des erheblich höheren Anteils von Pellet-Verkäufen nach Übersee, die auf das neue Unternehmen entfallen werden, der Verringerung der Zahl unabhängiger Pellet-Anbieter von fünf auf drei in nur wenigen Monaten, der Wettbewerbsvorteile des fusionierten Unternehmens sowie seiner neuen Möglichkeiten zur Ausübung von Marktmacht voraussichtlich noch gestärkt. Der Markttest der Kommission hat bestätigt, dass eine solche Entwicklung wahrscheinlich ist. Sowohl Konkurrenten als auch Abnehmer haben angegeben, dass die anderen Pellet-Produzenten, die nach Übersee liefern, einer Preiserhöhung des Trendsetters CVRD/Mitsui/Caemi folgen würden. Wegen ihrer höheren Kosten und fehlender Möglichkeiten für eine kurzfristige Kapazitätsausweitung würden diese Anbieter ein größeres Interesse haben, die Preise auf das "neue Marktniveau" anzuheben, als mit niedrigeren Preisen als den von CVRD/Mitsui/Caemi angebotenen Konkurrenzdruck auszuüben. Höhere Preise [...]* (208) Aufgrund seiner neuen, noch mächtigeren Stellung wird das neue Unternehmen wahrscheinlich in der Lage sein, die realen Preise zu erhöhen. [...]*. Schlussfolgerung (209) Die Kommission ist daher zu der vorläufigen Schlussfolgerung gelangt, dass der Zusammenschluss aus den oben beschriebenen Gründen zumindest zur Gründung einer beherrschenden Stellung, wenn nicht gar zur Stärkung einer bereits vorhandenen beherrschenden Stellung, bei der Lieferung von Pellets nach Übersee führen wird. B. Beherrschende Stellung auf einem hypothetischen Markt für Direktreduktions-Eisenerz (210) Wie oben ausgeführt gibt es deutliche Hinweise auf einen eigenständigen Produktmarkt für DR-Eisenerz; innerhalb dieser Erzsorte müssten die Folgen des Vorhabens auf zwei Märkten untersucht werden, nämlich i) dem Markt für DR-Pellets und ii) einem gemeinsamen Markt von DR-Pellets und DR-Stückerz (wegen der einseitigen Substituierbarkeit von DR-Stückerz und DR-Pellets). Beherrschende Stellung auf dem Markt für DR-Pellets (211) Die Anteile auf dem Markt für DR-Pellets gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor. Da es über die Umsätze auf diesem Markt nur in begrenztem Umfang öffentlich zugängliche Informationen gibt, wurden die Anteile auf der Grundlage des Gesamtumsatzes auf dem weltweiten Handelsmarkt berechnet. Da somit auch die Produktion von Unternehmen einbezogen ist, die nicht nach Übersee liefern, dürften die tatsächlichen Marktanteile des fusionierten Unternehmens höher liegen. Nach den Angab

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.