Europäische Union

2003/790/EG: Entscheidung der Kommission vom 28. Juni 2000 über die Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.1741 — MCI WorldCom/Sprint) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 1693)

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Quellenkennung: 32003D0790. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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inen gemeinsamen Marktanteil von 35-45]* % käme. (127) Gemessen am Datenfluss beträgt der Marktanteil von MCI WorldCom jetzt 32- 36]* % im Vergleich zu 30-40]* % im Jahr 1998. 1998 war bei der Berechnung der Marktanteile von weniger (16) Top-Anbietern ausgegangen worden. (128) In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte hielten die Parteien der Kommission Fehler in ihrer Tabellenkalkulation vor. Außerdem sei die von der Kommission verwendete Methode zur Berechnung der Marktanteile auf der Grundlage des Verkehrsaufkommens nicht hieb- und stichfest. Die Kommission legte daraufhin sämtliche von ihr anhand der verfügbaren Informationen angestellten Berechnungen den in Rdnr. 113 genannten wichtigsten Alternativanbietern vor mit der Bitte, die sie betreffenden Zahlen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen und sich zur Zuverlässigkeit der von der Kommission gewählten Berechnungsmethode zu äußern. Die befragten Unternehmen stellten einige Schreibfehler fest, erklärten aber auch, dass die Zahlen ihre Berechnungen exakt widerspiegelten und sie mit der von der Kommission gewählten Methode einverstanden seien. Bei der nochmaligen Berechnung der Marktanteile unter Berücksichtigung der ihr von den anmeldenden Parteien und Dritten signalisierten Schreibfehler stellte die Kommission minimale Abweichungen (weniger als einen halben Prozentpunkt) von den ersten Schätzungen fest. Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Wettbewerb a) Aktuelle Marktlage (129) Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass MCI WorldCom derzeit über eine sehr starke Marktstellung verfügt. Diese Stellung läuft nicht unbedingt auf eine Beherrschung des Marktes im Bereich der universellen Internet-Konnektivität durch ein einzelnes Unternehmen hinaus; es ist aber offensichtlich, dass MCI WorldCom kurz davor steht. Schon 1997 hielt die MCI-WorldCom-Tochter UUNet im Verhältnis zu ihren Wettbewerbern einen beträchtlichen Marktanteil. Ein Anzeichen hierfür war, dass das Unternehmen Anfang 1997 beschloss, den (letztlich fehlgeschlagenen) Versuch zu unternehmen, den Datenaustausch auf Peering-Basis mit einigen Partnern einseitig einzustellen. (130) MCI WorldCom konnte seine führende Stellung seit der Fusion beider Unternehmen bewahren und wird von vielen Konkurrenten als nahezu marktbeherrschend angesehen. Ein Beleg dafür ist, dass MCI WorldCom in der Lage ist, deutlich (um 20 bis 100 %) höhere Preise zu verlangen als alle seine Wettbewerber und Sprint und trotzdem seine Stellung als Marktführer zu behaupten. [...]*(38) [...]*(39) [...]*(40). Die Frage, ob MCI WorldCom den Markt alleine beherrscht, kann in diesem Zusammenhang allerdings offen bleiben, weil die Ermittlungen der Kommission ergeben haben, dass der Zusammenschluss eine beherrschende Stellung begründen würde. (131) Die Parteien bestritten, dass ihre Preise und die ihrer Wettbewerber auseinander klaffen; als Beleg führten sie vor allem AT& T an, das ähnliche Preise wie MCI WorldCom verlange. Dennoch werden sehr schnell erhebliche Preisunterschiede sichtbar, sobald auch andere Marktteilnehmer als AT& T zum Vergleich herangezogen werden. (132) Aus den Unterlagen, die die an der Fusion beteiligten Unternehmen eingereicht haben, geht ferner hervor, dass zwischen [40-80]* % ihres Verkehrsaufkommens aus internem Datenverkehr bestehen (d. h. Daten, die nicht aufgrund eines Peering-Abkommens mit anderen Netzbetreibern ausgetauscht werden). Bei keinem Wettbewerber beträgt der Anteil des betreiberinternen Datenverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen mehr als 30 bis 35 %. Selbst die drei Hauptwettbewerber des neuen Unternehmens befördern mehr als 15 % ihres Verkehrs im Austauschverfahren. Dies ist ein Beleg dafür, dass die fusionswilligen Unternehmen wesentlich unabhängiger sind als ihre Konkurrenten und dass umgekehrt die Konkurrenten schon jetzt in erheblichem Maße von den fusionierenden Unternehmen abhängen. Es macht zugleich deutlich, dass mit der Fusion einer der größten Wettbewerber von MCI WorldCom ausgeschaltet wird. Die genannten Zahlen unterstreichen auch, wie wichtig der Kundenbestand ist. (133) Eine weitere Bestätigung hierfür liefern die Zahlen, die die Beteiligten über den Anteil ihrer Multihome-Kunden vorgelegt haben. [...]*. (134) Mit der Stärke von MCI WorldCom und - in geringerem Maße - von Sprint kontrastiert die Entwicklung des Netzwerks von C& W, das 1998 aus der Veräußerung des Internet-Netzwerks von MCI hervorging. Bei diesem Anbieter ist seither der relative Anteil des betreiberinternen Verkehrs gesunken und eine Schwächung der Marktposition festzustellen. Die Gründe für die schwächere Stellung sind wahrscheinlich vielfältig; eine Erklärung ist der in der Branche verbreitete Eindruck, die Übernahme sei nicht vollständig vollzogen worden und die Qualität des Dienstleistungsangebots habe nachgelassen. (135) Der Vergleich zwischen den Quoten des von den führenden Netzbetreibern intern abgewickelten Datenverkehrs macht das bestehende Ungleichgewicht unter den Marktteilnehmern in Bezug auf Größe und Abhängigkeit noch deutlicher. Die übrigen Netze beziehen ihre Konnektivität zu einem weitaus geringeren Teil von ihren Kunden, weshalb sie viel stärker als MCI WorldCom und Sprint auf Peering-Abkommen (namentlich mit MCI WorldCom und Sprint) angewiesen sind, um eine umfassende Internet-Anbindung zu bieten. (136) Die Unternehmen, die die Kommission im Verlauf ihrer Nachforschungen befragte, haben im Großen und Ganzen eingeräumt, dass das weiträumige Netzwerk des neuen Unternehmens und dessen Zugriff auf die größte Zahl von Zentralrechnern und Kunden sowie auf wichtige Internet-Sites auch für ihre eigene Leistungsfähigkeit von außerordentlicher Wichtigkeit ist, weil ihre Kunden den Anschluss an das Netzwerk des fusionierten Unternehmens verlangen würden. Mit dem größten Kundenbestand könne das neue Unternehmen auch Zugang zu den größten Teilen des Internets bieten. [...]*(41) [...]*(42). (137) Es wurde eingewandt, dass eine eigene Infrastruktur nicht wichtig sei und dass es reichlich Kapazitäten zum Mieten gebe. Dies widerspricht jedoch den eigenen Voraussagen von MCI WorldCom(43). [...]*(44). Die Nachforschungen der Kommission haben auch ergeben, dass die Durchleitungskosten trotz eines vor allem in den letzten Jahren in Europa beobachteten deutlichen Rückgangs nicht immer so stark gesunken sind wie die Kosten für das Anmieten von Infrastruktureinrichtungen. Die Internet-Anbindung stellt also einen Bonus dar, der speziell den großen etablierten Netzbetreibern, die über eine größere Zahl von Routen verfügen, zugute kommt. Um das Anmieten von Übertragungskapazitäten oder die Entrichtung von Gebühren für Transitleistungen zu umgehen und so Durchleitungskosten zu sparen, haben große europäische Internet-Diensteanbieter mittlerweile eigene Leitungen in die USA verlegt. Sie beziehen aber auch weiterhin Transitleistungen von den führenden US-amerikanischen Netzbetreibern. (138) Die beteiligten Unternehmen behaupten ferner, dass ein großes Netzwerk keine Garantie für Qualität ist. Dies widerspricht sowohl den Untersuchungsergebnissen der Kommission als auch den Angaben in den von den Beteiligten vorgelegten Unterlagen. [...]*(45) Wie schon erwähnt, spricht die Nachfrage großer Geschäftskunden nach "privaten" Austauschpunkten, die die Zusammenschaltung zuverlässiger machen, für die Bedeutung "privater" Peering-Geschäfte(46). Da nur die größten der zur Spitzengruppe zählenden Netzbetreiber untereinander Datenverkehr "privat" austauschen, haben Größe und Architektur des Netzwerks auch Auswirkungen auf dessen Zuverlässigkeit. [...]*(47) Die Ermittlungen der Kommission haben außerdem ergeben, dass UUNet schon jetzt mit seiner Qualitätssicherungsvereinbarung eine viel niedrigere Latenzrate als alle Wettbewerber garantiert. Neben dem Kundenbestand würde das neue Unternehmen somit auch über eines der größten Netzwerke mit Zugriffsmöglichkeiten in mindestens [...]* Ländern verfügen und könnte ein von den Konkurrenten bislang unerreichtes Qualitätsniveau vorweisen. b) Auswirkungen infolge der Ausbreitung des Internets seit 1998 (139) Das Internet hat in den vergangenen Jahren ein noch nie da gewesenes Wachstum verzeichnet. Dieses rasche Wachstum hatte nach Ansicht der beteiligten Unternehmen den Einstieg zahlreicher neuer Anbieter in den Markt und eine steigende Nachfrage zur Folge, wodurch sich der Konkurrenzdruck auf die Netzbetreiber erhöht habe. Außerdem habe sich der Datenverkehr infolge der verstärkten Inanspruchnahme von Diensten wie Multihoming und Content Delivery von den großen Netzen weg auf kleinere Netze verlagert. Vor allem müsse jedoch berücksichtigt werden, dass sich die Verkehrsströme aufgrund des erhöhten Angebots von Netzwerken und lokalen Inhalten in anderen Teilen der Welt nicht mehr so sehr auf die USA konzentrierten, sondern verstärkt auf einzelne Regionen und insbesondere Europa verlagert hätten. (140) Dennoch könnten sich laut Aussage des Vize-Vorstandsvorsitzenden von MCI WorldCom John Sidgmore die Netzbetreiber außerstande sehen, ihre Kapazitäten analog zur wachsenden Nachfrage zu erweitern. Immer mehr Menschen würden über immer leistungsstärkere Computer und lokale Hochgeschwindigkeitsverbindungen Zugang zum Internet suchen und daher immer mehr Daten in die Grundnetze schicken. Auch neue Multimedia-Anwendungen würden zum wachsenden Verkehr beitragen. Zitat: "UUNet see demand increasing by eight to 10 times so we need to increase capacity by 800 to 1,000 percent just to meet current usage" [Nach Ansicht von UUNet wächst die Nachfrage um das Acht- bis Zehnfache, so dass wir unsere Kapazitäten um 800 bis 1000 % erhöhen müssten, um allein die laufende Nachfrage zu decken.] Sidgmore räumte ein, dass ihm der Gedanke, für die Bewältigung der wachsenden Nachfrage nicht genug Netzkapazität zur Verfügung zu haben, Sorgen bereite(48). (141) Das rasche Wachstum des Internet-Verkehrs hat aber die beteiligten Unternehmen entgegen ihren Äußerungen nicht davon abgehalten, sich bei der Bereitstellung einer umfassenden Internet-Anbindung nach wie vor beträchtliche Marktanteile zu sichern. Es hat entgegen ihrer Behauptungen nicht zu weniger Konzentration unter den führenden Netzbetreibern geführt. Trotz des Marktzutritts zahlreicher bedeutender Internet-Zugangsanbieter und Netzbetreiber ist die Zahl derjenigen, die eine umfassende Anbindung bieten, nach den Erkenntnissen der Kommission noch immer begrenzt. Der Grund dafür liegt in den hohen Marktzutrittsschranken. Umfassende Konnektivität lässt sich nur auf verrechnungsfreier Basis erreichen, wenn der betreffende Netzbetreiber über einen hinreichend großen Kundenstamm verfügt und ein hinreichend großes geografisches Gebiet abdeckt. Da die Top-Netze mit dem Internet wachsen, wird die Herausforderung für Dritte, ein ebenbürtiger Partner für Austauschgeschäfte zu werden, immer größer. (142) Die meisten neuen Anbieter im Markt sind kleine lokale oder regionale Internet-Zugangsanbieter oder kleine Netzbetreiber, die zur Erlangung der umfassenden Internet-Anbindung Transitleistungen von den führenden Netzbetreibern erwerben. Die Neuen in der Spitzengruppe - C& W und AT& T - sind im Wege der Übernahme bestehender Netzwerke in den Markt eingestiegen (C& W erwarb das Internet-Geschäft von MCI nach dessen Fusion mit WorldCom, AT& T den Unternehmensbereich Global Network von IBM (IGN)); doch auch sie waren nicht in der Lage, den am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen in nennenswertem Umfang Marktanteile streitig zu machen. (143) Die beteiligten Unternehmen haben zwar behauptet, dass sich das Geschäft nicht mehr so stark auf die USA konzentriere, sondern dass das Inhalte-Angebot europäischer Firmen rasant zugenommen habe. Dem wiedersprechen jedoch ihre eigenen Recherchen, denen zufolge die 50 bedeutendsten Web-Sites der Welt in den USA angesiedelt sind. Dies stimmt auch mit den Erkenntnissen der Kommission überein, wonach es von Seiten der europäischen Endabnehmer trotz des größeren europäischen Angebots eine starke Nachfrage nach dem Zugriff auf US-amerikanische Web-Sites gibt. Infolgedessen fließen noch immer 50 bis 80 % des von Europa abgehenden Verkehrs in die USA, auch wenn das Verkehrsaufkommen in dieser Richtung einen gewissen Rückgang verzeichnet hat. Die Ermittlungen der Kommission haben weiterhin ganz klar ergeben, dass selbst große europäische Zugangsanbieter und Netzbetreiber, die für ihre Kunden entsprechende Dienste erbringen wollen, entgegen der Behauptung der beteiligten Unternehmen noch immer auf Durchleitungsdienste eines oder mehrerer Top-Netzbetreiber angewiesen sind. (144) Die Untersuchungen der Kommission haben darüber hinaus ergeben, dass sich auch der zunehmende Rückgriff auf Multihoming und Content Delivery nicht wirklich auf die Marktposition der führenden Netzbetreiber ausgewirkt hat, weil alle - europäischen wie US-amerikanischen - neuen Anbieter und Nutzer dieser Techniken nach wie vor von den Top-Anbietern Konnektivitätsleistungen beziehen müssen. c) Marktmerkmale nach Vollzug der Fusion (145) Durch den Zusammenschluss von MCI WorldCom und Sprint entsteht ein Netzbetreiber, der allein durch seine Größe in der Lage wäre, in hohem Maße unabhängig von seinen Wettbewerbern und Kunden zu agieren. Angesichts der weltweiten Dimension des Markts wären dadurch Kunden sowohl in Europa wie auch anderswo betroffen. (146) Aus der Fusion erwächst ein Netzbetreiber der Superklasse, der aufgrund seiner absoluten Größe und der relativen Größe im Vergleich zu seinen Wettbewerbern von vorneherein eine starke Marktstellung einnehmen wird. Aufgrund seiner Größe wäre dieser Riese imstande, Einfluss auf die Preise seiner Wettbewerber und Kunden sowie auf technische Entwicklungen zu nehmen. Das neue Unternehmen könnte ein solches Verhalten dauerhaft an den Tag legen, weil es den Markt mit der Drohung, das Internet-Anschlussangebot seiner Wettbewerber selektiv zu schwächen, in seine Schranken verweisen (siehe Randnummern 152 bis 164) und die Richtung für Neuentwicklungen auf technischem Gebiet, die fortgeschrittene Internet-Dienste ermöglichen, vorgeben und festlegen kann (siehe Randnummern 147 bis 151). 1. Fähigkeit zur Beeinflussung technischer Entwicklungen (147) Das neue Unternehmen wird dank seines Netzwerks in der Lage sein, Dienste von einer Qualität zu erbringen, die Wettbewerber gegebenenfalls nur aufgrund entsprechender Vereinbarungen mit ihm erreichen können. Dieser Umstand gewinnt bei neuen fortgeschrittenen Internet-Diensten zunehmend an Bedeutung. So müssen Daten zur Versendung von Sprachsignalen oder Videobildern erst einmal komprimiert werden, bevor sie über ein Netzwerk im Internet übertragen werden können(49). (148) Bei der Paketvermittlung(50) werden die Daten über die günstigste Route verschickt, die zur Verfügung steht (und nicht immer dieselbe Route sein muss). Hochwertige Dienste setzten voraus, dass alle Daten in der richtigen Reihenfolge und zum gewünschten Zeitpunkt wieder zusammengesetzt werden. Bestehen keine Abmachungen darüber, dass bestimmte Arten von Daten im Internet Vorfahrt bekommen, besteht die Gefahr, dass das Bild- oder Tonsignal erst zum Computer des Nutzers gelangt, wenn alle Pakete angekommen sind (was zu Verzögerungen führt), oder möglicherweise unvollständig übertragen wird. (149) Für die Qualität fortgeschrittener Internet-Dienste wie z. B. Sprachübermittlung mit Internet-Protokoll, Videokonferenzen und Internet-Banking ist eine zuverlässige Verbindung sehr wichtig. Um die Qualität zu gewährleisten, müssen sich die Netzbetreiber auf eine Norm (Protokoll) einigen, die sicherstellt, dass die Daten beim Transport über die verschiedenen Netze nicht leiden. Für die genannte Art von Diensten gibt es derzeit aber noch kein Protokoll. Das neue Unternehmen wäre somit in der idealen Lage, Normen für diese Dienste zu entwickeln, die entweder ausschließlich oder in viel besserer Qualität in seinem Netzwerk angeboten werden, es sei denn, die Konkurrenz ist bereit, bestimmte Bedingungen zu akzeptieren. Dank seiner absoluten und relativen Größe könnte es die Bedingungen für solche künftigen Qualitätsnormen diktieren. Dies geht auch aus den Unterlagen der beteiligten Unternehmen hervor. [...]*(51). (150) Bei der Fusion von MCI WorldCom und Sprint würden mehr als [40-80]* % des Datenverkehrs im Netz der neuen Einheit verbleiben ("on-net"). Bei allen anderen Netzbetreibern beträgt der Anteil des internen Datenverkehrs höchstens 32 %. Während die Konkurrenten in der Spitzengruppe rund 20 % ihres gesamten Datenverkehrs mit dem neuen Unternehmen austauschen würden, würde umgekehrt letzteres nur [0-5]* % seines gesamten Verkehrsaufkommens über Netze anderer erstrangiger Betreiber abwickeln. (151) Wichtige neue Anwendungen wie IP-Sprachübermittlung, Live-Videokonferenzen und fortgeschrittene Lösungen für den elektronischen Geschäftsverkehr stehen nur zur Verfügung, wenn in allen Netzen, über die die Daten fließen, eine angemessene Dienstequalität gewährleistet ist. Dies ist der Fall, wenn der gesamte Verkehr von Anfang bis Ende innerhalb ein und desselben Netzes abgewickelt wird. [...(52)]* Außerdem kann es, wenn der Datenverkehr über einen Austauschpunkt abgewickelt wird, zum Verlust von Datenpaketen und zu Verzögerungen kommen, die die Möglichkeit zur Erbringung dieser Dienste in Frage stellen. Das fusionierte Unternehmen wird aufgrund seines hohen Prozentsatzes an intern abgewickeltem Verkehr noch stärker versucht sein, die Zusammenschaltungsqualität zu verschlechtern und die Entwicklung netzübergreifender Qualitätsstandards zu blockieren, um die Attraktivität seines eigenen Netzes zu erhöhen. 2. Fähigkeit zur Anhebung der Preise (152) Das neue Unternehmen wird dank seiner Größe und des betreiberinternen Verkehrsaufkommens imstande sein, den relativen Preis für die Anbindung seiner Kunden an das Netz zu erhöhen. Es hätte keinen Wettbewerbsdruck zu fürchten, da es der Konkurrenz mit einer selektiven Verschlechterung der Zusammenschaltungsqualität drohen könnte. Das neue Unternehmen wäre in der einmaligen Lage, die Qualität sowohl seiner eigenen Verbindungen als auch der seiner Wettbewerber und Kunden zu beeinflussen, während es im Gegensatz zu den anderen führenden Netzbetreibern selbst nur in begrenztem Maße auf den Zugang zum Netz der Konkurrenz angewiesen ist. 3. Fähigkeit zur Steuerung des Markts (153) Es ließe sich argumentieren, dass sich das neue Unternehmen kein wettbewerbswidriges Verhalten leisten kann, da es wegen der generellen Nachfrage nach umfassender Internet-Anbindung ebenfalls auf konkurrierende Netze angewiesen ist, um diese herzustellen. Es wäre aber in der Lage, den Markt zu steuern, und zwar allein schon durch die Drohung, die Anschlussfähigkeit seiner Wettbewerber selektiv zu schwächen. Damit könnte es sowohl auf bestehende und potenzielle Konkurrenten als auch auf Kunden im Markt Einfluss nehmen. (154) Netzbetreiber, die den Markt nicht beherrschen, sind zu sehr auf Wettbewerber und deren Kundenbestand angewiesen, um das Risiko einer Verschlechterung der Qualität ihres Anschlussangebots einzugehen. Eine Verschlechterung der Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen zwei Betreibern gleicher Größe würde sich für beide Seiten nachteilig auswirken, da aufgrund der wechselseitigen Abhängigkeit die Qualität des Angebots beider Seiten nachlassen würde. Als Reaktion hierauf würden die Kunden beider Betreiber wahrscheinlich den Anbieter wechseln. Sind die Betreiber hingegen nicht gleich groß, ist der größere weniger stark auf das Konnektivitätsangebot des kleineren angewiesen als umgekehrt. In diesem Fall wären die Folgen einer Verschlechterung für den kleinen Netzbetreiber gravierender, da er in höherem Maße von dem marktbeherrschenden Betreiber abhängt, der die umfassende Anbindung gewährleistet, als dieser von den kleineren Betreibern. (155) Dennoch bliebe auch der große Betreiber nicht davor verschont, dass sein Anschlussangebot gegenüber anderen, von der Verschlechterung nicht betroffenen Betreibern an Wettbewerbsfähigkeit verliert, es sei denn, die Schwächung fällt so minimal aus, dass sie für seine Kunden unmerklich ist, oder wird durch besondere Vorzüge seines Netzes (z. B. die absolute Größe oder das Spektrum seines Konnektivitätsangebots) kompensiert. Es ist fraglich, ob die Internet-Netze von MCI WorldCom und Sprint auch ohne Fusion im Vergleich zu konkurrierenden Netzwerken bereits eine Größe erreicht haben, die es ihnen erlaubt, von einer Verschlechterung der Qualität des Datenaustauschs mit Wettbewerbern zu profitieren. Fest steht jedoch, dass die Fusion der Internet-Geschäfte von MCI WorldCom und Sprint ein Netzwerk entstehen lässt, dessen absolute Größe ([30-55]* % des Internet-Markts mit [40-80]* % an betreiberinternem Datenverkehr) und relative Größe (um [ein Vielfaches]* größer als der stärkste Wettbewerber) den Betreiber in die Lage versetzt, unabhängig von den früheren Austauschpartnern zu agieren und den Grad ihrer Konnektivität nach Belieben zu verschlechtern. Allein schon mit der Androhung einer solchen Verschlechterung kann das neue Unternehmen sowohl die technischen Entwicklungen im Markt als auch die Preise seiner Konkurrenten beeinflussen. (156) Sollte das neue Unternehmen beschließen, die Kapazität an "privaten" Austauschpunkten (den zentralen Stellen, an denen die Top-Betreiber untereinander Datenverkehr austauschen) zu verringern oder nicht entsprechend der Nachfrage zu erhöhen, würde sich die Verschlechterung für andere Top-Anbieter oder die eigenen Kunden nicht unmittelbar bemerkbar machen. Unmittelbar betroffen wären nur der Wettbewerber, gegen den sich die Maßnahme richtet, und dessen Kunden. Sowohl aus den Ergebnissen der Befragung Außenstehender (Wettbewerber und Kunden) als auch aus den internen Unterlagen der beteiligten Unternehmen geht hervor, dass die Kunden hohe Ansprüche an die Qualität der Dienste haben. Hieraus folgt, dass sich die Kunden eines Netzbetreibers, dessen Anschlussfähigkeit geschwächt wird, nach Alternativen in Form des Multihoming und/oder des Betreiberwechsels umsehen würden. (157) Erstens haben die Nachforschungen der Kommission ergeben, dass die Multihoming-Technik aus sicherheitstechnischen Erwägungen (Back-up und Redundanz) sowie zur Gewährleistung der weltweiten Internet-Anbindung eingesetzt wird. Ein weiteres Ergebnis war, dass Direktverbindungen zum Kunden die Dienstequalität erhöhen (kürzere Wartezeiten und geringeres Risiko von Paketverlusten). Die Kunden des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmens hätten somit keinen wirtschaftlichen Anreiz, um den Großteil ihres Verkehrs auf ein Netz mit geschwächter Anschlussfähigkeit zu verlagern, wenn das neue Unternehmen ihnen Direktverbindungen und den direkten Zugriff auf einen größeren Kundenbestand bietet. Umgekehrt wäre es für die Kunden des geschwächten Wettbewerbers aufgrund der vom neuen Unternehmen gebotenen Dienstequalität vorteilhafter, einen Großteil ihres Verkehrs auf dessen Netz zu verlagern. Schon allein das Wissen darum, dass das fusionierte Unternehmen die Internet-Konnektivität anderer Konkurrenten jederzeit verschlechtern kann, würde bewirken, dass sich auch deren Kunden dem neuen Unternehmen zuwenden, das über das weitaus größte Netzwerk verfügt und den direkten Zugang zur größtmöglichen Zahl an Kunden garantieren kann. Selbst bei umfassendem Multihoming würde eine Verschlechterung der Internet-Konnektivität zur Verlagerung von Verkehrsströmen von anderen Top-Netzbetreibern auf das Netz des marktbeherrschenden Unternehmens führen und dessen Vorsprung in Bezug auf die Zahl der Kunden noch weiter erhöhen. Am Ende wird aus dem ehemaligen Konkurrenten ein Kunde des neuen Unternehmens, weil er nicht mehr für Peering-Geschäfte in Betracht kommt. (158) Sodann wäre der Abschluss umfassender Peering- und Durchleitungsabkommen für den Wettbewerber mit zusätzlichen zeitlichen und finanziellen Belastungen verbunden. Noch schwerer wiegt allerdings der Umstand, dass sich die Qu

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.