Europäische Union

96/204/EG: Entscheidung der Kommission vom 20. September 1995 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (IV/M.582 - Orkla/Volvo) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31996D0204. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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amtbelastung für Flaschen, die in Norwegen nicht wiederverwendet oder neu abgefuellt werden, beläuft sich somit auf 1,83 NKR je Flasche, verglichen mit dem Herstellerpreis von rund 2,5 NKR je 35 cl-Flasche vor Steuern. Für in Norwegen abgefuelltes Bier muß diese Steuer nicht entrichtet werden, da die norwegischen Brauereien ein System zur gemeinsamen Einsammlung und Wiederverwendung sämtlicher Bierflaschen eingeführt haben. Bei Bierdosen liegt diese Steuer noch höher, da die Steuer von 3 NKR je Dose bisher noch nicht gesenkt worden ist. Dosenbier ist auf dem norwegischen Markt praktisch nicht vorhanden, da sein Anteil am Gesamtverbrauch in Norwegen lediglich 0,4 % ausmacht (Quelle: Canadean-Bericht). Handelsströme (50) Im Jahr 1994 entfiel der Anmeldung zufolge auf Importbier ein Anteil von 2,6 % des norwegischen Verbrauchs. Ziel der Einfuhren, die überwiegend den Bierklassen 0 und II entsprechen, sind die städtischen Gebiete des Südens. Aus den statistischen Angaben des Brauereiverbands des Gemeinsamen Markts und des Canadean-Berichts geht hervor, daß sich die Biereinfuhren nach Norwegen in dem Zeitraum 1980 bis 1991 unterhalt von 1 % bewegten und im Jahr 1993 auf 1,5 % anstiegen. Im Jahr 1994 sind die Einfuhren demnach erheblich gestiegen. Marktbeobachter führen diese Zunahme auf den Wegfall des Reinheitsgebots in Norwegen, die Aufhebung des Einfuhrmonopols von Vinmonopolet und die Zustimmung Norwegens zu Flaschen der Standardgröße von 33 cl im Zuge des Inkrafttretens des EWR-Abkommens im Jahr 1994 zurück. Trotz einer erheblichen Zunahme der Einfuhren in diesem Jahr sind sie im Vergleich zu anderen Ländern als niedrig anzusehen. In Ländern wie Schweden und auch in der Gemeinschaft entfielen auf Importbiere rund 7 bis 8 % des Bierverbrauchs im Jahr 1994 (Quelle: Canadean-Bericht). Seit 1990 ist ihr Anteil am Verbrauch deutlich gestiegen. Nach Ansicht eines norwegischen Bierimporteurs werden die Einfuhren erst dann weiter zunehmen, wenn die norwegischen Rechtsvorschriften geändert werden. Im Rahmen der derzeit geltenden Vorschriften können die Einfuhren offenbar einen Anteil von 2 bis 3 % am Verbrauch nicht überschreiten. (51) Ähnlich gering sind auch die Ausfuhren: Während Ringnes 1994 [ . . . ] (16) seines Absatzes exportierte, führte Hansa überhaupt kein Bier aus. Da auf diese beiden Brauereien der überwiegende Teil der norwegischen Biererzeugung entfällt, sind dies aussagekräftige Zahlen für den Markt insgesamt. Nach den Aussagen des Verbandes der norwegischen Erfrischungsgetränkehersteller und Brauereien und des Canadean-Berichts entfällt auf die Ausfuhren weniger als 1 % der norwegischen Biererzeugung. Verhandlungen mit den Kunden (52) Sowohl im Hotel- und Gaststättengewerbe als auch im Lebensmitteleinzelhandel verhandeln die norwegischen Lieferanten unmittelbar mit den Abnehmern. Trotz der zunehmenden Internationalisierung des Lebensmitteleinzelhandels durch Fusionen oder Allianzen haben alle von der Kommission angesprochenen norwegischen Brauereien ausgesagt, daß mit den internationalen Einzelhandelsketten nicht direkt verhandelt wird, insbesondere nicht über Preise oder Rabatte. Ansichten der Marktbeteiligten (53) Die von der Kommission angesprochenen internationalen Brauereien haben ebenso wie die norwegischen Brauereien bestätigt, daß es sich in Norwegen um einen nationalen Biermarkt handelt, wobei die oben geschilderten Einfuhrprobleme von den internationalen Brauereien bestätigt wurden. Schlußfolgerung (54) Angesichts der Eigenheiten des Bierverbrauchs in Norwegen, der Auswirkungen der allgemeinen und spezifischen Regelungen für Bier und die Verwendung von Flaschen, der Besonderheiten des norwegischen Biervertriebssystems sowie der geringen Handelsströme zwischen Norwegen und anderen Ländern läßt sich auch im Einklang mit den Aussagen der von der Kommission angesprochenen Brauereien und Importeure feststellen, daß es sich bei dem norwegischen Biermarkt um einen nationalen Markt handelt. (55) In einem gewissen Maße weist der schwedische Markt ähnliche Merkmale auf, ist jedoch offener gegenüber Einfuhren. Da keine Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten der Parteien in Schweden vorliegen, könnten Wettbewerbsbedenken nur hinsichtlich eines möglichen Marktzutritts von Ringnes in Schweden bestehen. Deshalb kann für die Untersuchung dieses Falles die genaue Definition des geographischen Marktes offengelassen werden. VII. BEURTEILUNG Norwegen a) Marktstellung der Parteien (56) Die Parteien habe folgende Marktanteile für die vorstehend definierten relevanten Märkte angegeben: (57)>PLATZ FÜR EINE TABELLE> (58) Bei der Ermittlung ihrer Marktanteile haben die Parteien die Angaben des Canadean-Berichts und des norwegischen Verbandes der Getränkehersteller und Brauereien - bereinigt um die Einfuhren und die nicht dem Verband angeschlossenen Brauereien - zugrunde gelegt. (59) Die Kommission hat die Marktanteile für das Jahr 1994 neu berechnet, indem sie sich auf dieselben Angaben gestützt, jedoch die von den Wettbewerben der Parteien in Norwegen gelieferten Daten einbezogen hat. Der so ermittelte Gesamtmarkt hat einen um [ . . . ] (17) Millionen Liter größeren Umfang, wodurch sich der gemeinsame Marktanteil der Parteien im Jahr 1994 auf [ . . . ] (18) verringert. b) Bierabsatz im Lebensmitteleinzelhandel i) Lieferstruktur (60) Der Bierabsatz im norwegischen Einzelhandel (Quelle: Canadean-Bericht), die Verkäufe der Parteien und deren Marktanteil betragen in Millionen Liter: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (61) Die wichtigsten Wettbewerber der Parteien sind Mack in Tromsø, das rund zwei Drittel seines Absatzes in Nordnorwegen tätigt, Kristiansand (CB) im Bezirk Agder, das seinen Absatz auf Südnorwegen konzentriert, sowie Borg und Aass in der Nähe von Oslo, die den Großteil ihres Absatzes im südöstlichen Landesteil tätigen. Die Anteile dieser Wettbewerber am Einzelhandelsmarkt liegen in allen Fällen unterhalb von 10 %. Ringnes unterhält mehrere Brauereien und Abfuellanlagen in ganz Norwegen, so daß es die einzige Biermarke ist, die im gesamten Land vertrieben wird. Die Hansa-Brauerei befindet sich in Bergen und setzt ihr Bier überwiegend an der norwegischen Westküste ab. (62) Keiner der Wettbewerber bietet eine nationale Marke im Wettbewerb zu Ringnes an, und keiner von ihnen verfügt über ein landesweites Vertriebsnetz. Nur die Hansa-Brauerei wird in einigen Fällen vom Lebensmitteleinzelhandel und den Wettbewerbern der Parteien als eine landesweite bzw. im Entstehen begriffene landesweite Marke bezeichnet. (63) Die norwegischen Brauereien verfügen über erhebliche Überkapazitäten. Die Brauereikapazitäten lassen sich mit einiger Genauigkeit angeben. Nach den von den Parteien in ihrer Anmeldung gemachten Angaben verfügen die Brauereien Moss, CB, Mack, Borg, Aass und Grans zusammen über überschüssige Braukapazitäten von 90 Millionen Litern, was annähernd 40 % der norwegischen Biererzeugung entspricht. Eine Steigerung des Bierabsatzes über den Lebensmitteleinzelhandel ohne spürbare Investitionskosten würde jedoch auch von den Tank- und Abfuellkapazitäten abhängen. Die Abfuellkapazität ist schwierig zu ermitteln, da sie durch zusätzliche Schichten erhöht werden kann. Aus den Angaben der Parteien und auch aus denen von Wettbewerbern geht hervor, daß Überkapazitäten vorhanden sind. Es liegen Anhaltspunkte dafür vor, daß die Biererzeugung in Norwegen sowohl von den Parteien als auch von ihren Wettbewerbern gesteigert werden könnte. (64) Es ist jedoch wenig wahrscheinlich, daß die Wettbewerber ihre Erzeugung erhöhen würden, um den Wettbewerb mit dem GU aufzunehmen, wenn z. B. die Preise aufgrund des Zusammenschlußvorhabens steigen würden. In dieser Hinsicht sind drei grundlegende Faktoren zu berücksichtigen: die Vertriebskosten, der Zugang zu den Einzelhandelsregalen und das Preisgebaren der norwegischen Brauereien in der Vergangenheit. Vertriebskosten (65) Das Biervertriebssystem in Norwegen wurde im Rahmen der Marktdefinition bereits beschrieben. Der Kostenanteil der Vertriebskosten wurde von Ringnes mit rund [ . . . ] (19) Gesamtkosten angegeben. Bei Mack wäre aus geographischen Gründen dieser Anteil bedeutend höher. Die Antworten der Wettbewerber bestätigen, daß die Vertriebskosten eine solche Höhe erreichen. Die Vertriebskosten spielen somit eine wesentliche Rolle bei der Erzielung wettbewerbsfähiger Preise, insbesondere weil die Herstellungstechnik relativ einheitlich ist und alle Brauereien in Norwegen ihre Rohstoffe zu ähnlichen Bedingungen erwerben. Der Vertrieb ist daher eines der Hauptfelder für die Entfaltung des Preiswettbewerbs. Alle Wettbewerber haben auf die Bedeutung des Mengenumfangs hingewiesen, um zu wettbewerbsfähigen Preisen bei der Getränkebeförderung gelangen zu können. Insbesondere die Verknüpfung mit dem Verkauf von Colagetränken, bei denen größere Mengen anfallen, wird für einen wettbewerbsfähigen Biervertrieb als unerläßlich angesehen. Hierbei ist festzustellen, daß die Parteien hohe Marktanteile bei Bier mit einem umfangreichen Absatz an kohlensäurehaltigen Getränken in dem GU zusammenlegen werden. Zugang zum Einzelhandel (66) Der Zugang zu den Verkaufsregalen wurde von den Wettbewerbern, insbesondere den Kleinstbrauereien, als ein wesentliches Hindernis bei der Erhöhung des Absatzes erwähnt. Die Zugangsbedingungen zu den Verkaufsflächen im Einzelhandel werden im folgenden eingehend erörtert. Die Wettbewerber der Parteien haben hierbei zu bedenken gegeben, daß i) die finanziellen Ressourcen des Gemeinschaftsunternehmens, ii) die Zusammenlegung einer großen Anzahl von Getränkemarken einschließlich der landesweiten Biermarken, bestimmter regional begrenzter Marken und der wichtigsten ausländischen Biere, iii) die Eigenschaft des GU als Hauptlieferant von Coca Cola-Produkten und iv) die Lieferung einer Vielzahl anderer verpackter Lebensmittel an die Einzelhändler bewirken könnten, daß die Verfügbarkeit an Regalflächen für die Wettbewerber durch das GU in Zukunft erheblich eingeschränkt wird. Bierpreise (67) Da das Gemeinschaftsunternehmen nach dem Zusammenschluß in bezug auf Absatz und Ressourcen wesentlich größer sein wird als einer der Wettbewerber, ist davon auszugehen, daß die übrigen Brauereien in Norwegen bestrebt sein werden, sich auf ihre regionalen Märkte zu konzentrieren und nicht den Wettbewerb mit Ringnes/Hansa aufzunehmen. Den Preislisten der größten Brauereien für die letzten drei Jahre (ohne Alkoholsteuer) ist zu entnehmen, daß die in dem Gebiet von Oslo konzentrierten Brauereien ihre Preise in der Regel den Preisen von Ringnes angepaßt haben, was deren begrenzte Wettbewerbsfähigkeit zu bestätigen scheint und zur Folge hat, daß eine 35 cl-Flasche Pilsner von Ringnes, Aass und Borg in etwa gleich viel kostet. Schlußfolgerung (68) Die Parteien haben vorgebracht, daß das Gemeinschaftsunternehmen überall dem örtlichen Wettbewerb ausgesetzt sein werde, da zum einen die örtlichen Brauereien Überkapazitäten hätten und zum anderen die Einzelhandelsketten bestrebt sein würden, neben Ringnes/Hansa einen zweiten Lieferanten zu haben, weshalb der Gesamtmarktanteil des GU niedriger sein werde als die Marktanteile von Ringnes und Hansa zusammengenommen. Doch selbst wenn der Absatz des Gemeinschaftsunternehmens etwas niedriger sein sollte, würde sein Marktanteil sowohl in absoluten Zahlen als auch im Vergleich zu den Wettbewerbern auf einem sehr hohen Niveau bleiben. Außerdem hat sich im Verlauf der Untersuchung herausgestellt, daß es für die regionalen Wettbewerber schwierig wäre, ihre überschüssigen Kapazitäten zur Produktionssteigerung zu nutzen und ihren Absatz im Wettbewerb zu dem Gemeinschaftsunternehmen zu erhöhen. Auf jeden Fall würde die starke Marktstellung des GU die regionalen Anbieter daran hindern, sich zu landesweiten Anbietern zu entwickeln. In Anbetracht der absoluten Marktanteile, des erheblichen Abstands bei den Verkäufen und den Marktanteilen zwischen dem GU und den nächstfolgenden Wettbewerbern, der Unterschiede im Sortiment der angebotenen Marken und der Schlußfolgerungen aus der Bierpreisentwicklung der vergangenen Jahre in Norwegen ist vorerst davon auszugehen, daß die regionalen Brauereien nicht in der Lage sein werden, einen erheblichen Wettbewerbsdruck auf das Gemeinschaftsunternehmen auszuüben. ii) Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels (69) Der Lebensmitteleinzelhandel in Norwegen zeichnet sich durch einen besonders hohen Konzentrationsgrad aus, da auf die vier Einzelhandelskonzerne NorgesGruppen, Hakon-Gruppen, NKL/Coop und Rema 97 % des Umsatzes in diesem Sektor entfallen. Jeder Konzern tätigt seine Einkäufe und Verhandlungen mit den Herstellern zentral für seine eigenen oder die mit ihm verbundenen Einzelhandelsketten. Der Lebensmitteleinzelhandel ist vertikal integriert und verfügt entweder über seinen eigenen Großhandel, oder er knüpft enge vertragliche Beziehungen mit unabhängigen Großhändlern. Früher haben die Lebensmittellieferanten in Norwegen jeden einzelnen Laden mit ihren Produkten beliefert. Heute werden von den Einzelhandelsketten die meisten verpackten Lebensmittelerzeugnisse an die Verkaufsstätten über eigene Großhandelsbetriebe oder von unabhängigen Großhändlern für Rechnung des Einzelhandels geliefert. Die Einzelhandelsketten haben die Hersteller auch gegen ihren Willen gedrängt, den Vertrieb an die Verkaufsstellen aufzugeben (ein jüngstes Beispiel ist ein Schokoladenhändler, dessen Erzeugnisse ausgelistet wurden, bis er bereit war, an den Großhändler der Einzelhandelskette zu liefern). Der Großhandel glaubt, daß angesichts seiner Logistik, Größenvorteile und Effizienz seine Vertriebskosten um mehr als 50 % niedriger sind. Getränke, Tabak und frische Lebensmittel sind die einzigen Produktgruppen, bei denen die Lieferanten die einzelnen Verkaufsstellen weiterhin direkt beliefern. Von Marktbeobachtern wird die Ausnahmebestellung der Getränke auf das Mehrwegflaschensystem und auf die bereits beschriebene Umweltsteuer auf Flaschen zurückgeführt. (70) Die Parteien haben vorgebracht, daß die Einzelhandelsketten aufgrund ihres hohen Konzentrationsgrads, ihrer immer stärkeren vertikalen Integration und der damit verbundenen starken Verhandlungsstellung den Getränkemarkt beherrschten. Diese Stellung werde durch den Anschluß an internationale Einzelhandelsallianzen wie z. B. NAF International (NKL/Coop) und AMS Alliance (Hakon-Gruppen), oder durch grenzüberschreitende Erwerbungen (der schwedische Einzelhandelskonzern ICA hält eine wichtige Kapitalbeteiligung an Hakon-Gruppen) noch weiter gestärkt. Auch führten die beiden anderen Einzelhandelsketten Rema und NorgesGruppen gegenwärtig Verhandlungen, um internationalen Allianzen bzw. Kooperationen beizutreten, während ICA/Hakon-Gruppen mit dem finnischen Einzelhandelsunternehmen Kesko an der Allianz Viking Retail beteiligt sei. (71) Nach den Angaben der Parteien verfügt der Einzelhandel über ausreichende Marktmacht, indem er z. B. bestimmte Produkte auslisten oder abschirmen kann, Förderaktionen und -maßnahmen in den Verkaufsstellen kontrolliert oder Eigenmarken einführt. Internationale Allianzen (72) Die Untersuchung der Kommission hat nur geringe Anhaltspunkte dafür ergeben, daß internationale Allianzen im Einzelhandel eine bedeutsame Rolle auf dem norwegischen Biermarkt spielen. Die Parteien haben bestätigt, daß sie gegenwärtig keine unmittelbaren Verhandlungen über Getränke mit internationalen Einzelhandelsallianzen führen, was von sämtlichen von der Kommission angesprochenen Marktteilnehmern bestätigt wurde. Es trifft allerdings zu, daß sich der Einzelhandel in einigen Ländern zunehmend zusammenschließt, wobei jedoch die Funktionen und Ziele dieser Allianzen in jedem Einzelfall voneinander abweichen und es keine nennenswerten Beispiele für einen zentralisierten Einkauf gibt. Angesichts der Besonderheiten des Biermarkts in Norwegen (niedriger Alkoholgehalt, Bedeutung der nationalen Marken, fehlende Handelsströme und vor allem fast keine Ausfuhren) ist eine Änderung der gegenwärtigen Verhältnisse, die zu einem spürbaren Einfluß der internationalen Allianzen auf den norwegischen Biermarkt bei Preisen, Produktpaletten und Lieferbedingungen für Bier im norwegischen Einzelhandel führen würde, nicht zu erwarten. Verhandlungsmittel (73) Die Parteien haben Beispiele für die Auslistung oder das Abschirmen von Lebensmittelerzeugnissen im norwegischen und schwedischen Einzelhandel angeführt. Das erste Beispiel betrifft einen Schokoladenhersteller in Norwegen, dessen Erzeugnisse teilweise von allen vier Einzelhandelsketten aus den Regalen genommen wurden, da er sich weigerte, seine Erzeugnisse über den Großhandel zu vertreiben. Es ist jedoch hinzuzufügen, daß zumindest ein Schokoladenhersteller bereit war, seinen Vertrieb den Vorstellungen des Einzelhandels gemäß umzustellen. Für den Biermarkt wurden in bezug auf die Erzeugnisse der Parteien folgende zwei Beispiele genannt: i) Auslistung der Marke [ . . . ] (20) aus den meisten [ . . . ] (21) Läden, einer Discount-Kette von [ . . . ] (22), und weitere Verringerungen der Regalfläche für die [ . . . ] (23) Marken sowie ii) Auslistung der [ . . . ] (24) Marken aus den Läden der [ . . . ] (25), die [ . . . ] (26) angehört. Wenn auch von einem gewissen Verhandlungsspielraum der Einzelhändler ausgegangen werden muß, ist festzustellen, daß diese beiden Beispiele der Auslistung und des Abschirmens von begrenzter Auswirkung sind. [ . . . ] (27) ist nämlich ein [ . . . ] (28) Bier und gehört damit einem Marktsegment an, auf das ein sehr geringer Anteil [ . . . ] (29) des Bierverbrauchs in Norwegen entfallen. 1994 wurden [ . . . ] (30) Millionen Liter [ . . . ] (31) abgesetzt, die im Verhältnis zu den [ . . . ] (32) Millionen Liter Bier, die [ . . . ] (33) 1994 insgesamt verkauft hat, nicht weiter ins Gewicht fallen. Außerdem haben die Beispiele gezeigt, daß die Auslistung auf der Ebene der einzelnen Teilketten des Einzelhandelskonzerns und nicht auf zentraler Ebene erfolgte. Wegen des Konzentrationsgrads der vier Unternehmensgruppen erscheint die Stärke des Einzelhandels in dieser Hinsicht übertrieben. Auch ist zu bedenken, daß im Unterschied zu anderen Ländern, wo der Einzelhandel stärker integriert ist, Aufnahmegebühren oder Zahlungen für den Erwerb von Regalfläche keine übliche Vorgehensweise auf dem norwegischen Biermarkt sind, was von allen von der Kommission angesprochenen Lieferanten bestätigt wurde. (74) Wenn man von der Herausnahme von Marken als einer extremen Maßnahme absieht, kann der Einzelhandel dennoch eine gewisse Kontrolle - z. B. über die Herausstellung von Produkten in den Verkaufsstätten und Werbemaßnahmen - ausüben. Absatzfördernde Maßnahmen spielen bei Bier allerdings keine große Rolle, da Preisrabatte an die Endverbraucher für alkoholhaltiges Bier gesetzlich verboten sind. Alkoholfreies Bier darf zwar zu Discountpreisen angeboten werden, doch ist dies angesichts des geringen Umfangs dieses Marktsegments wenig attraktiv. Verkaufsfördernde Discountmaßnahmen in den Verkaufsstätten ohne Preissenkungen an die Verbraucher wurden zwar jüngst in Norwegen eingeführt, spielen aber offenbar bisher nur eine sehr begrenzte Rolle. Die Vereinbarungen zwischen Ringnes und dem Einzelhandel über verkaufsfördernde Maßnahmen, die Markenauswahl und den Umfang des Bierangebots haben zu einem Gesamtnachlaß von [ . . . ] (34) der Listenpreise geführt. Diese Rabatte wurden im Jahr 1994 eingeführt. Zum Vergleich machten die entsprechenden Nachlässe im Einzelhandel für kohlensäurehaltige Getränke rund [ . . . ] (35) der Listenpreise aus und haben in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Hieraus wird der Unterschied in der strategischen Bedeutung von Bier und Limonaden für den Einzelhandel deutlich. Vor allem Colagetränke sind eine wichtige Bezugsgröße im Wettbewerb des Einzelhandels, da sie eine Magnetwirkung auf die Verbraucher ausüben. Ähnliches läßt sich in diesem Ausmaß nicht für Bier feststellen, wo der Einzelhandel angesichts der Alkoholgesetzgebung und insbesondere des Kundenrabattverbots über einen geringeren Spielraum verfügt. (75) Die Einführung von Eigenmarken ging in Norwegen vergleichsweise langsam vonstatten. Nach einem von NERA für die Parteien ausgearbeiteten Bericht lag der Anteil von Eigenmarken in Norwegen bei 5 % des Gesamtabsatzes, verglichen mit einem Durchschnittssatz von 12 % in Europa und Anteilen von bis zu 47 % in der Schweiz, 37 % im Vereinigten Königreich und 16 % in Frankreich. Außerdem zählen die geschätzten Preisabschläge für Eigenmarken gegenüber den Markengetränken mit 9 % in Norwegen zu den niedrigsten in Europa, verglichen mit Rabatten von bis zu 36 % in der Schweiz, 30 % in Deutschland, 22 % in Frankreich und 17 % im Vereinigten Königreich. Bei Bier sind in Norwegen gegenwärtig keine Eigenmarken vertreten, und die Aussichten für ihre Einführung werden durch die allgemeine Politik der Eindämmung des Alkoholabsatzes beeinträchtigt. Bei anderen alkoholfreien Getränken wurden Eigenmarken in jüngster Zeit auf den Markt gebracht. Das wichtigste hiervon ist ein von der Hakon-Gruppe im Februar 1995 eingeführtes Colagetränk. Außerdem hat Coop im selben Monat ein Mineralwasser eingeführt. Schlußfolgerung (76) Trotz des offensichtlich hohen Konzentrationsgrads der Einzelhandelsketten in Norwegen unterscheidet sich die Struktur des Lebensmitteleinzelhandels spürbar von der in anderen europäischen Ländern. Bier spielt im Wettbewerb zwischen den Einzelhändlern eine relativ geringe Rolle. Selbst wenn die Einzelhändler sich in einer starken Verhandlungsstellung befinden mögen und versuchen würden, bessere Konditionen und Rabatte als ihre Wettbewerber zu erzielen, ist nicht unbedingt davon auszugehen, daß sie ein Interesse hätten, allgemeine Preiserhöhungen über Listenpreise zu verhindern. Der geringe Umfang von Rabatten bei Bier, die eingeschränkten Möglichkeiten der Verkaufsförderung in den Verkaufsstätten, das Fehlen von Aufnahmegebühren und das Nichtvorhandensein von Eigenmarken lassen darauf schließen, daß die Marktmacht der Einzelhändler keine spürbare Rolle in diesem Markt spielt. Der Lebensmitteleinzelhandel könnte jedoch seine Marktmacht ins Spiel bringen, wenn er zumindest auf einen alternativen Lieferanten zurückgreifen könnte. Die von der Kommission angesprochenen Einzelhändler haben angegeben, daß Einfuhren solange keine praktische Alternative darstellen, wie die Umweltsteuer in Norwegen in Kraft ist. Auch ist zu bedenken, daß das Gemeinschaftsunternehmen der einzige landesweite Bierlieferant wäre. In dem Maße, wie der Einzelhandel seine Einkaufs- und Absatzfunktionen zusammenlegt, wird er von einer Brauerei mit landesweit vertriebenen Marken abhängen. Hierbei ist zu bedenken, daß mit dem Wegfall von Hansa als Wettbewerber von Ringnes die wichtigste Brauerei entfallen würde, die das Potential hätte, sich entweder durch Kooperationen oder im Zusammenschluß mit kleineren Brauereien in benachbarten Regionen zu einem landesweiten Bieranbieter zu entwickeln. (77) Es bestehen demnach keine eindeutigen Anhaltspunkte dafür, daß der Lebensmitteleinzelhandel etwas gegen die starke Stellung des Gemeinschaftsunternehmens auf dem norwegischen Biermarkt unternehmen könnte. iii) Potentieller Wettbewerb und Marktzutritt (78) Die Parteien haben in ihrer Anmeldung eine Reihe von Wegen aufgezeichnet, auf denen ein Zutritt zum norwegischen Biermarkt erfolgen könnte. Hierzu zählt zunächst der Erwerb. Genannt wurden hier die schwedische Brauerei Spendrups, die CB im Jahr 1991 erwarb, und Pripps, das Hansa im selben Jahr übernahm. Beispiele eines Marktzutritts sind Tromi, ein Hersteller von kohlensäurehaltigen Limonaden, der im Jahr 1993 in den Biermarkt eintrat und gegenwärtig in der Stadt Trondheim einen Marktanteil von [ . . . ] (36) hält bei einem Absatz von [ . . . ] (37) Millionen Liter selbstgebrautem Bier und geringfügigen Mengen von Hansa-Bier. Tromi hat seinen Umsatz mit Erfrischungsgetränken durch den Biervertrieb für Mack, Hansa und Tou

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.