Europäische Union

Beschluss (EU) 2021/2054 der Kommission vom 8. November 2021 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für den Sektor Telekommunikationsdienste und Informations- und Kommunikationstechnologiedienste (IKT-Dienste) für die Zwecke der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32021D2054. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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rkeit Die bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Arten von Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind, angewendet werden, unabhängig davon, ob Unternehmen eigene Softwarelösungen entwickeln oder Lösungen von anderen erwerben. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Anteil der Standorte, die die bewährten Praktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf die Entwicklung und die Einführung neuer IT-Dienste umgesetzt haben — Menge der übertragenen Daten im Verhältnis zur Softwarenutzung (Bit/Webseitenaufruf oder Bit/Minute der Nutzung einer mobilen Anwendung) — Anteil neu erworbener Software, bei der die Energieeffizienz als Auswahlkriterium bei der Beschaffung berücksichtigt wurde (%) — Anteil neu entwickelter Software, bei der die Energieeffizienz als Entwicklungskriterium berücksichtigt wurde (%) — Anteil an Software, die an den Bedarf angepasst ist — Anteil bestehender Software, die für eine bessere Energieeffizienz ein Upgrade erfahren hat oder einer Codeüberprüfung unterzogen wurde (%) — Anteil der Software, deren Energieeffizienz bewertet oder überwacht wurde (%) — Anteil der Software, für die eine vollständige Lebenszyklusanalyse durchgeführt wurde — Anteil der Softwareentwickler (Mitarbeiter), die im Bereich energieeffiziente Software geschult wurden (%) — In allen Rechenzentren wurden die bewährten Praktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf die Entwicklung und die Einführung neuer IT-Dienste umgesetzt — Alle Mitarbeiter (Softwareentwickler) wurden im Bereich energieeffiziente Software geschult — Mindestens ein Projekt zur Verringerung des Datenverkehrs durch umweltfreundliche Software wurde im Laufe eines Jahres umgesetzt 3.2.   Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Rechenzentren Dieser Abschnitt befasst sich mit Praktiken, mit denen die Umweltleistung der Betriebsvorgänge in Rechenzentren verbessert wird. Viele der in diesem Kapitel beschriebenen Techniken können auch in Telekommunikationszentralen umgesetzt werden. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Rechenzentren und viele verschiedene Möglichkeiten, diese zu kategorisieren; zur Unterscheidung von Rechenzentren können aber die folgenden Merkmale herangezogen werden: Größe des Rechenzentrums (bestimmt durch die physische Fläche, die Anzahl der Server und/oder die Kapazität); ihr geografischer Standort; Zweck oder Art des Betreibers (z. B. Rechenzentren eines Unternehmens, gemeinsame Nutzung (Co-Location) (11), Co-Hosting oder Einrichtungen von Netzbetreibern); ihre Qualitätsstufen (Tier 1 bis 4). All diese Merkmale wirken sich auf die Anwendbarkeit der folgenden bewährten Umweltmanagementpraktiken auf verschiedene Rechenzentren aus. 3.2.1.   Einführung eines Energiemanagementsystems für Rechenzentren (einschließlich Messung, Überwachung und Verwaltung von IKT- und anderen Geräten) Der Energieverbrauch von Rechenzentren ist für einen großen Teil ihrer Umweltauswirkungen verantwortlich. Es ist es daher wichtig, dass Betreiber von Rechenzentren einen klaren und ausführlichen Überblick über den Energieverbrauch auf den entsprechenden Granularitätsstufen haben und systematisch alle Möglichkeiten zu dessen Verringerung ausschöpfen. Die bewährte Praxis umfasst folgende Maßnahmen: — Einführung eines Energiemanagementsystems (z. B. ISO 50001 oder im Rahmen des EMAS); — Prüfung bestehender Geräte und Dienste, um sicherzustellen, dass alle Bereiche, in denen Optimierungs- und Konsolidierungspotenzial besteht, ermittelt werden, um nicht genutzte Kapazitäten zu maximieren, bevor in neues Material investiert wird; — Installation von Geräten zur Messung des Energieverbrauchs und der Umweltparameter auf verschiedenen Ebenen (auf der Ebene von Reihen, Schränken, Racks oder IKT-Geräten); — Überwachung und Berichterstattung über die wichtigsten Leistungsindikatoren zur Geräteauslastung, zum Energieverbrauch und zu Umweltbedingungen. Anwendbarkeit Es gelten allgemeine Hinweise zur Anwendbarkeit der bewährten Umweltmanagementpraktiken für Rechenzentren. Die meisten bewährten Praktiken für das Energiemanagement sind eher für lokale, mittlere und große Rechenzentren geeignet. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — KPIDCEM Global KPI for Data Centre (allgemeiner wesentlicher Leistungsindikator für Rechenzentren) gemäß ETSI-Norm — Anteil der Einrichtungen, die über ein ISO 50001-zertifiziertes oder EMAS-geprüftes Energiemanagementsystem verfügen oder den EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 umsetzen — Anteil von IKT-, Kühlungs- oder Energiesystemen mit spezifischen Messgeräten (zur Messung der Nutzung, des Energieverbrauchs, der Temperatur- oder der Feuchtigkeitsbedingungen) — Anteil der Mitarbeiter, die im Laufe eines Jahres Informationen über Energieziele oder Schulungen zu einschlägigen Energiemanagementmaßnahmen erhalten haben — Der KPIDCP für bestehende Rechenzentren ist gleich oder kleiner als 1,5 — Alle Rechenzentren verfügen über ein Energiemanagementsystem, das ISO 50001-zertifiziert oder EMAS-geprüft ist, oder setzen die im EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren empfohlenen Mindestpraktiken oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 um 3.2.2.   Festlegung und Umsetzung einer Richtlinie zum Datenmanagement und zur Datenspeicherung Eine wichtige Maßnahme zur Verringerung des Energieverbrauchs von Rechenzentren besteht darin, die auf den Laufwerken gespeicherte Datenmenge und die für den Betrieb von Anwendungen, Datenbanken und Diensten erforderliche Rechenkapazität zu minimieren, indem die Anzahl der betriebenen Geräte (Server und Speichergeräte) reduziert wird. Die bewährte Praxis umfasst folgende Maßnahmen: — Umsetzung einer wirksamen Richtlinie zum Datenmanagement und zur Datenspeicherung, um den Anteil der gespeicherten Daten, die entweder unnötig sind, dupliziert wurden oder auf die kein schneller Zugriff erforderlich ist, zu verringern; — Einführung von Netz- und Virtualisierungstechnologien, um die Nutzung gemeinsamer Plattformen zu fördern; — Konsolidierung bestehender Dienste und Außerbetriebnahme nicht benötigter Hardware (und virtueller Maschinen), um die Anzahl zuverlässiger Geräte mit hoher Verfügbarkeit (Server, Netzwerk- und Speichergeräte) zu reduzieren. Bei ordnungsgemäßer Anwendung führen diese Techniken dazu, dass weniger Hardware angeschafft werden muss, wodurch auch erhebliche Einsparungen bei den materiellen Ressourcen möglich sind. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann allgemein von allen Unternehmen und Organisationen des Sektors unabhängig von ihrer Größe, ihrem Sicherheitsgrad oder ihrem Zweck angewendet werden, obwohl die Anwendbarkeit für Unternehmen oder Rechenzentren mit Co-Location-Lösungen unterschiedlich sein kann. Obwohl die Virtualisierung häufiger in größeren Rechenzentren zum Einsatz kommt, kann diese Technik auch in kleineren Serverräumen implementiert werden. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Energieverbrauch (kWh) pro Rack — Durchschnittliche Auslastung des Speicherplatzes auf Festplatten (in %) — Durchschnittliche Serverauslastung (%) — Durchschnittliche Schrankauslastung (%) — Anteil der virtualisierten Server (%) — Anteil der Rechenzentren, die die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf das Datenmanagement und die Datenspeicherung sowie in Bezug auf das Management bestehender IKT-Geräte und -Dienste umgesetzt haben — In allen Rechenzentren wurden die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf das Datenmanagement und die Datenspeicherung sowie in Bezug auf das Management bestehender IKT-Geräte und Dienste umgesetzt 3.2.3.   Verbesserung des Luftstrommanagements und -designs Die Zuverlässigkeit von IT-Systemen hängt von den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Staub usw.) ab, die durch eine angemessene Überwachung der Raumluftqualität sichergestellt werden müssen. Durch das Luftstrommanagement für Rechenzentren sollen die Luftrezirkulation und die Vermischung von zugeführter Kühlluft und abgeführter Warmluft der Geräte vermieden werden. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Implementierung einer Warmgang-/Kaltgangkonfiguration für IKT-Ausrüstung, um sicherzustellen, dass eine gemeinsame Luftstromrichtung für die gesamte Hardware gilt, ohne dass kalte und warme Luft vermischt werden; — Sicherstellung der Trennung der Gänge, um die Luftrezirkulation um die Server herum zu vermeiden; — Trennung der IKT-Geräte entsprechend ihrer Umgebungsanforderungen (hauptsächlich nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur) und Sicherstellung geeigneter Luftströme für die getrennten Umgebungsbereiche; — Verbesserung der Boden- und Deckenkonstruktion zur Verringerung des Umluftstroms, zur Vermeidung der Luftrezirkulation und zur Vermeidung von Behinderungen durch Verkabelung oder andere Konstruktionen; — Anpassung der Menge und Qualität der zugeführten gekühlten Luft an den Bedarf der IT-Geräte (abhängig von der erzeugten Wärme und den Umweltanforderungen) und Bereitstellung einer leichten Überversorgung mit Luft, um die Rezirkulation der erwärmten Luft zu minimieren. Ein verbessertes Luftstrommanagement steigert sowohl die Effizienz als auch die Kapazität der Kühlausrüstung, verringert die Auslastung von Ventilatoren und Befeuchtern (und deren Energieverbrauch) und reduziert die Erzeugung von Abwärme. Anwendbarkeit Die meisten dieser Maßnahmen können nur vom Betreiber des Rechenzentrums umgesetzt werden, da Änderungen der Betriebsbedingungen, Entwicklungen in Bezug auf die Konstruktion der Einrichtungen oder die Installation neuer Geräte erforderlich sind. Die ermittelten bewährten Praktiken können zwar in Rechenzentren jeder Größe angewendet werden, jedoch sind Skaleneffekte in größeren Rechenzentren mit kürzerer Kapitalrendite festzustellen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Luftstromleistung (Ventilatorleistung in kWh/Gebläsevolumenstrom in m3/h) — Return Temperature Index (RTI, Indikator zur Messung der Luftrezirkulation) — Durchflussleistung des Klimageräts (ohne Einheit) — Wärmeverhalten des Klimageräts (ohne Einheit) — Rack Cooling Index (RCI, Differenz zwischen der zulässigen Ansaugtemperatur und der von der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) empfohlenen Temperatur) — Anteil der Racks mit Warmgang-/Kaltgangkonfiguration (mit Einhausung) — Anteil der Rechenzentren, die die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf das Luftstrommanagement und -design umgesetzt haben — 100 % der neuen Racks werden mit Warmgang-/Kaltgangkonfiguration (mit Einhausung) installiert — Alle Rechenzentren haben die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf das Luftstrommanagement und -design sowie in Bezug auf die Installation von IKT-Geräten zur Optimierung des Luftstrommanagements umgesetzt 3.2.4.   Verbesserung des Kühlmanagements Kühlung ist erforderlich, um die von den IKT-Geräten in einem Rechenzentrum oder einem Netzwerkraum erzeugte Wärme abzuführen und dafür zu sorgen, dass die richtigen Betriebsbedingungen herrschen, damit die IKT-Geräte zuverlässig arbeiten können. Die Dimensionierung des erforderlichen Kühlsystems eines Rechenzentrums hängt von der Umgebung, in der sich das Rechenzentrum befindet, von der Effizienz der im Rechenzentrum verwendeten IT-Ausrüstung und von der Leistung des Luftstrommanagements ab. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Instandhaltung des Kühlsystems in optimalem Zustand je nach Anforderungen an die IT-Auslastung, um seine Effizienz zu erhalten; — Überprüfung und Anpassung der Kapazität des Kühlsystems durch Abschaltung ungenutzter Geräte und bessere Berücksichtigung spezifischer Betriebsanforderungen der Geräte; — Optimierung und Automatisierung der Kühlsystemleistung durch den Anschluss von CRAC-Einheiten oder den Einsatz von intelligenten und Multifaktor-Einheiten. Anwendbarkeit Die bewährte Umweltmanagementpraxis kann allgemein von allen Unternehmen des Sektors angewendet werden. Die Wartung des Kühlsystems und die regelmäßige Überprüfung seiner Kapazitäten können in den meisten Rechenzentren durchgeführt werden, unabhängig von ihrer Größe, ihrem Sicherheitsgrad oder ihrem Zweck. Die Automatisierung der Kühlsystemleistung kann jedoch zu Kosten führen, da intelligente Geräte angeschafft werden müssen, daher ist dies eher für große Rechenzentren geeignet. Es ist darauf hinzuweisen, dass spezifische Vorschriften und Umweltleitlinien mit der Verringerung des Kühlbedarfs kollidieren können. So vergeben beispielsweise die Zertifizierungssysteme BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) und LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) Punkte für eine verbesserte Isolierung von Rechenzentren. Eine verbesserte Isolierung der Rechenzentren führt zu einem zusätzlichen Kühlbedarf, da die von den Servern erzeugte Wärme nicht abgeführt werden kann. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — COP-Kennwert (Heizleistungszahl): durchschnittliche Kühllast (kW)/durchschnittliche Leistung des Kühlsystems (kW) — Anteil des gesamten Energieverbrauchs des Kühlsystems im Rechenzentrum (%) — CO2-Nutzungseffizienz (CUE) — Wassernutzungseffizienz (WUE) — Anteil der Rechenzentren, die die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren (Teile 5.2, 5.4 und 5.5) oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf das Kühlmanagement umgesetzt haben — Auswahl von Geräten mit einem COP-Kennwert von 7 oder höher für Wasserkühler und von 4 oder höher für DX-Kühlsysteme — In allen Rechenzentren wurden die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren (Teile 5.2, 5.4 und 5.5) oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf das Kühlmanagement umgesetzt 3.2.5.   Überprüfung und Anpassung der Temperatur- und Feuchtigkeitseinstellungen IKT-Einrichtungen werden oft überkühlt, und der Sollwert für die Ansaugtemperatur des Servers kann innerhalb der empfohlenen oder zulässigen Temperaturbereiche (gemäß Herstellerangaben) erhöht werden, um die Kühlleistung und den Energieverbrauch des Kühlsystems zu verringern. Ähnlich verhält es sich im Allgemeinen mit der Luftfeuchtigkeit. Der Energie- und Wasserverbrauch von Luftbefeuchtern kann reduziert werden, indem ein breiterer Bereich von Feuchtigkeitswerten zugelassen wird. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Überprüfung und Erhöhung der Temperatur-Sollwerte von Kühlsystemen, sofern dies praktikabel ist, um den Kühlbedarf zu verringern und den Einsatz von Luftvorwärmern zu maximieren; — Überprüfung und Änderung der Feuchtigkeitseinstellungen der Kühlsysteme, sofern dies praktikabel ist, um den Bedarf an Luftbefeuchtern zu verringern. Anwendbarkeit Die bewährte Umweltmanagementpraxis kann allgemein von allen Arten von Unternehmen, die in dem Sektor tätig sind, angewendet werden. Die Erhöhung der Temperatur-Sollwerte, die Anpassung des Volumens und der Qualität der zugeführten Kühlluft und die Überprüfung der Feuchtigkeitseinstellungen kann in den meisten Rechenzentren unabhängig von ihrer Größe, ihrem Sicherheitsgrad oder ihrem Zweck innerhalb der vom Serverhersteller vorgegebenen Betriebsspezifikation und unter akzeptablen Arbeitsbedingungen durchgeführt werden. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Luftstromleistung (Ventilatorleistung in kWh/Luftstromleistung in m3/h) — Return Temperature Index (RTI, Indikator zur Messung der Luftrezirkulation) — Anteil der Rechenzentren, die die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf Temperatur- und Feuchtigkeitseinstellungen umgesetzt haben — In allen Rechenzentren wurden die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf Temperatur- und Feuchtigkeitseinstellungen umgesetzt 3.2.6.   Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Auswahl und den Einsatz von neuen Geräten für Rechenzentren Dieser Abschnitt befasst sich mit Praktiken zur Verbesserung der Energieeffizienz einzelner Geräte und IKT-Dienste, die in Rechenzentren eingesetzt werden: 3.2.6.1.   Auswahl und Einsatz umweltfreundlicher Geräte für Rechenzentren Die Auswahl und der Einsatz von IKT-Geräten sowie von Geräten zur Kühlung und Stromversorgung müssen auf einer integrierten Strategie beruhen, um ihre allgemeine Umweltleistung (Energieverbrauch, Wasserverbrauch, graue Energie, Ressourceneffizienz) zu verringern. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Umsetzung einer umweltorientierten Beschaffungspolitik speziell für die Ausrüstung von Rechenzentren, von der Vorbereitung des Verfahrens bis zur Angebotsbewertung; — Auswahl und Installation von Servern und Speichergeräten, die zu einer hohen Umweltleistung beitragen; d. h. von Geräten mit integrierten Energiesparmodi, Geräten, die für die Leistungsdichte und Kühlleistung des Rechenzentrums geeignet sind, Geräten, die den erwarteten Umweltbedingungen (Temperatur und Feuchtigkeit) entsprechen usw.; — Auswahl von Kühlgeräten, die zu einer hohen Umweltleistung beitragen; d. h. von Geräten mit hohem COP-Kennwert oder variabler Drehzahlregelung, Kühlaggregaten in angemessener Größe, zentralisierten Kühlsystemen, Luftvorwärmern usw.; — Auswahl von Stromgeräten, die zu einer hohen Umweltleistung beitragen, d. h. von hocheffizienten oder modularen unterbrechungsfreien Stromversorgungssystemen (USV-Systemen). Anwendbarkeit Die Techniken für die umweltorientierte Beschaffung und für Server, die zu einer hohen Umweltleistung beitragen, sind auf jedes neue und bestehende Rechenzentrum anwendbar. Bei Kühlsystemen ist der Standort des Rechenzentrums ein wesentlicher Faktor für die Machbarkeit und die Leistung eines Freikühlsystems. Alternative Kühlsysteme wie Flüssigkühlsysteme oder Systeme mit freier Kühlluftzufuhr lassen sich am einfachsten in neuen Rechenzentren installieren und weniger in bestehenden. In Bezug auf Stromsysteme variieren die Aspekte, die bei der Einführung neuer, effizienterer USV-Systeme zu berücksichtigen sind, je nachdem, wann eine neue Infrastruktur gebaut bzw. eine bestehende Infrastruktur aufgerüstet wird. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Design-PUE (dPUE, Verhältnis aus geplantem Energiebedarf des Rechenzentrums zu geplantem Energiebedarf der IT) — Anteil der vom Unternehmen erworbenen IKT-Produkte oder -Dienste, die bestimmte Umweltkriterien erfüllen (z. B. EU-Umweltzeichen, Energy-Star-Umweltzeichen) — Anteil der Lieferanten mit einem Umwelt- oder Energiemanagementsystem (z. B. EMAS-geprüft, ISO 14001- oder ISO 50001-zertifiziert) — Anteil der Einrichtungen, die die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf die Auswahl und den Einsatz umweltfreundlicher IT-Geräte/Stromgeräte/Kühlgeräte umgesetzt haben — Durchschnittliche Energieeffizienz von USV-Systemen (nach den Herstellerangaben) — Durchschnittlicher COP-Kennwert der Kühlgeräte (nach den Herstellerangaben) — Alle neuen IKT-Geräte des Rechenzentrums verfügen über ein Umweltzeichen nach dem ISO-Typ I (z. B. EU-Umweltzeichen, Blauer Engel usw.) (falls verfügbar) oder tragen das Energy-Star-Umweltzeichen — Alle Rechenzentren haben die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf die Auswahl und den Einsatz umweltfreundlicher IKT-Geräte/Kühlgeräte/neuer Stromgeräte/andere Geräte für Rechenzentren umgesetzt — USV-Systeme erfüllen die Anforderungen des Verhaltenskodex für unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme — Auswahl von Geräten mit einem COP-Kennwert von 7 oder höher für Wasserkühler und von 4 oder höher für DX-Kühlsysteme 3.2.7.   Bewährte Umweltmanagementpraktiken für den Neubau oder die Renovierung von Rechenzentren Dieser Abschnitt befasst sich mit Praktiken zur Verbesserung der Energieeffizienz neu gebauter oder renovierter Rechenzentren. 3.2.7.1.   Planung neuer Rechenzentren Beim Bau oder bei der Renovierung eines Rechenzentrums ergeben sich in der Planungsphase die größten Chancen, die Umweltleistung zu verbessern. Rechenzentren sind oft überdimensioniert, um künftige Erweiterungen zu ermöglichen, wodurch Energieineffizienz entsteht. In vielen Fällen ist das Gebäude der Grund dafür, dass keine neuen und energieeffizienten Geräte für das Rechenzentrum verwendet werden können. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Begrenzung der Ausfallsicherheit der physischen Infrastruktur und der Verfügbarkeit der Dienste entsprechend den betrieblichen Anforderungen; — Aufbau eines modularen Rechenzentrums, um eine Überdimensionierung zu vermeiden und die Effizienz der Infrastruktur unter Bedingungen der teilweisen und variablen Auslastung zu maximieren. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann allgemein von allen Unternehmen des Sektors angewendet werden, wobei sie für lokale, mittelgroße Rechenzentren und Rechenzentren auf Unternehmensebene am relevantesten ist. Der Aufbau eines Rechenzentrums nach einer modularen Architektur ist besonders für große Rechenzentren relevant. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Energieverbrauch des Rechenzentrums pro Fläche (kWh/m2) — Design-PUE (dPUE, Verhältnis aus geplantem Energiebedarf des Rechenzentrums zu geplantem Energiebedarf der IT) — Anteil der Standorte, die die empfohlenen Mindestpraktiken des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Datenzentren oder die empfohlenen Praktiken nach CLC/TR 50600-99-1 in Bezug auf die Nutzung, das Management und die P

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.