Europäische Union

Beschluss (EU) 2021/2054 der Kommission vom 8. November 2021 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für den Sektor Telekommunikationsdienste und Informations- und Kommunikationstechnologiedienste (IKT-Dienste) für die Zwecke der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32021D2054. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Herstellung von IKT-Geräten (NACE-Code 26.1, 26.2, 26.3 und 26.8), der Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (NACE-Code 46.5), die Installation von Maschinen und Ausrüstungen a. n. g. (NACE-Code 33.20) sowie das Recycling, die Wiederverwendung und die Reparatur von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten (NACE-Code 95.1) werden im Bericht über bewährte Praktiken für die Elektro- und Elektronikgeräteindustrie (7) behandelt. — Der Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (NACE-Codes 47.1 und 47.4) wird im Bericht über bewährte Praktiken für den Einzelhandel (8) berücksichtigt. Dieses Dokument deckt die Kerntätigkeiten von Organisationen ab, die in der Telekommunikations- und IKT-Dienstleistungsbranche tätig sind. Neben der direkten Verwaltung von IKT-Vermögenswerten umfassen die Kerntätigkeiten auch die Beziehungen zu den wichtigsten Interessenträgern, auch wenn sie sich auf Praktiken beschränken, die Anbieter von Telekommunikations- und IKT-Diensten selbst umsetzen können (z. B. Festlegung von Umweltkriterien bei der Beschaffung von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik, Bereitstellung von Informationen für Kunden über den Energieverbrauch der ihnen bereitgestellten Geräte). Die Verwaltung der Büros und des allgemeinen Unternehmensverkehrs wird auch nicht berücksichtigt, da diese bei allen Arten von Organisationen übereinstimmt und nicht nur für Organisationen des Sektors Telekommunikations- und IKT-Dienste typisch ist. Darüber hinaus werden die bewährten Umweltmanagementpraktiken für Mobilität (Geschäftsreisen und Pendeln von Arbeitnehmern) und Nachhaltigkeitspraktiken in Büros bereits im Dokument über bewährte Umweltmanagementpraktiken für die öffentliche Verwaltung (9) dargelegt. In diesen Bereichen wurde keine für den Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste spezifischen bewährten Umweltmanagementpraktiken ermittelt. Die Herstellung von, der Handel mit und das Recycling von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik werden in diesem Bericht nicht berücksichtigt, da sie in den Dokumenten über bewährte Umweltmanagementpraktiken für andere Sektoren behandelt werden. In diesem Bericht wird unterschieden zwischen — bewährten Umweltmanagementpraktiken, mit denen die Umweltauswirkungen von Organisationen des Sektors Telekommunikations- und IKT-Dienste minimiert werden, was als Praktiken zur „umweltfreundlichen Gestaltung der IKT“ bezeichnet wird; — bewährten Umweltmanagementpraktiken, die Organisationen des Sektors Telekommunikations- und IKT-Dienste umsetzen können, um die Umweltauswirkungen anderer Sektoren, die über jene des Sektors Telekommunikations- und IKT-Dienste hinausgehen, zu minimieren („umweltfreundliche Gestaltung durch IKT“). Abbildung 1 liefert einen Überblick über den Geltungsbereich der bewährten Umweltmanagementpraktiken für den Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste. Abbildung 1: Überblick über den Geltungsbereich des Dokuments Die wesentlichen Umweltaspekte und damit zusammenhängenden Umweltbelastungen im Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste sind Tabelle 1 zu entnehmen. Diese Umweltaspekte wurden als die wichtigsten in dem Sektor ausgewählt und werden in diesem Dokument behandelt. Mit welchen Umweltaspekten sich bestimmte Organisationen befassen müssen, ist jedoch auf Einzelfallbasis zu beurteilen. Tabelle 1 Bedeutendste Umweltaspekte und -belastungen für den Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste Dienstleistung/Tätigkeit Bedeutendste Umweltaspekte Wichtigste Umweltbelastungen Rechenzentrum — IKT-Ausrüstung (Server, Speichergeräte usw.) — Software (Prozessoren) — Heizung, Lüftung und Klimatisierung (HLK) — Energieversorgung — Gebäude — Energie- und Wasserverbrauch — Anfall von Elektro- und Elektronik-Altgeräten und Abwasser — Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung und Leckagen von Kältemitteln Geräte der Endnutzer — IKT-Geräte (Computer, periphere Geräte usw.) — Datenverarbeitungsprogramme (Software) — Energieverbrauch bei der Stromversorgung von Hardware — Anfall von Elektro- und Elektronik-Altgeräten — Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung Telekommunikationsinfrastruktur und -netze — Gebäude (Zentralen, Basisstationen usw.) — Knoten (Antennen, Satelliten, Router usw.) — Verbindungen (Kabel, Fasernetze, Festnetzanschlüsse usw.) — Terminals (Telefone, Computer, Modems usw.) — Software (Prozessoren usw.) — Stromverbrauch von Netzwerkausrüstung und Kühlsystemen — Kraftstoffverbrauch im Zusammenhang mit dem Transport — Anfall von Elektro- und Elektronik-Altgeräten — Erzeugung elektromagnetischer Wellen — Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung — Veränderungen der Landschaft und der Lebensräume aufgrund des Baus von Infrastrukturen Rundfunkdienste — Gebäude (Basisstationen) — Sender (Antennen, Satelliten usw.) — Verbindungen (Kabel, Fasernetze usw.) — Terminals (Radios, Fernsehgeräte usw.) — Software (Prozessoren) — Energieverbrauch — Anfall von Elektro- und Elektronik-Altgeräten — Erzeugung elektromagnetischer Wellen — Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung — Veränderungen der Landschaft und der Lebensräume Die Zuordnung der bewährten Umweltmanagementpraktiken dieses Referenzdokuments ist Tabelle 2 zu entnehmen. Tabelle 2 Struktur des Dokuments Abschnitt Beschreibung 3.1. Bewährte Umweltmanagementpraktiken für bereichsübergreifende Fragen In diesem Abschnitt werden Praktiken beschrieben, die von allen Akteuren des Sektors Telekommunikations- und IKT-Dienste umgesetzt werden können (Einführung eines Umweltmanagementsystems, Einführung einer umweltorientierten Beschaffungspolitik, Vermeidung von und Umgang mit Elektro- und Elektronik-Altgeräten, Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen usw.). 3.2. Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Rechenzentren Bei diesen bewährten Umweltmanagementpraktiken liegt der Fokus auf spezifischen Praktiken für Rechenzentren (Kühlungs- und Luftstrommanagement, Server-Virtualisierung usw.), auf die im technischen Bericht zur Informationstechnik CLC/TR 50600-99-1 des Europäischen Komitees für elektrotechnische Normung (Cenelec) Bezug genommen wird. 3.3. Bewährte Umweltmanagementpraktiken für elektronische Kommunikationsnetze Dieser Abschnitt enthält Praktiken zum besseren Management bestehender kabelgebundener und drahtloser Netze (in Bezug auf Energieverbrauch und elektromagnetische Felder), zur Installation von Netzwerkausrüstung mit besserer Energieeffizienz und zur Verringerung der Auswirkungen beim Bau oder bei der Aufrüstung von Netzinfrastrukturen. 3.4. Bewährte Umweltmanagementpraktiken zur Verbesserung der Umweltleistung in anderen Branchen („umweltfreundliche Gestaltung durch IKT“) In diesem Abschnitt werden Praktiken beschrieben, die zeigen, wie IKT die Umweltauswirkungen in anderen Branchen verringern kann, und zwar auf der Grundlage realer Beispiele von Unternehmen, die im Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste tätig sind. 3.   BEWÄHRTE UMWELTMANAGEMENTPRAKTIKEN, BRANCHENSPEZIFISCHE UMWELTLEISTUNGSINDIKATOREN UND LEISTUNGSRICHTWERTE FÜR DEN SEKTOR TELEKOMMUNIKATIONS- UND IKT-DIENSTE 3.1.   Bewährte Umweltmanagementpraktiken für bereichsübergreifende Fragen Dieser Abschnitt befasst sich mit bereichsübergreifenden Maßnahmen, die von allen Arten von Organisationen im Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste auf verschiedenen Ebenen (Rechenzentren, Telekommunikationsnetze, Endgeräte usw.) umgesetzt werden können. 3.1.1.   Bestmögliche Nutzung eines Umweltmanagementsystems IKT-Einrichtungen haben durch Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Abfallaufkommen erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Es ist insbesondere wichtig, dass Unternehmen, die im Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste tätig sind, Umweltauswirkungen überwachen und ein Umweltmanagementsystem einführen, um diese Auswirkungen systematisch zu minimieren. Die bewährte Praxis umfasst folgende Maßnahmen: Festlegung des IKT-Bedarfs der Organisation und Prüfung vorhandener IKT-Geräte, -Dienste und -Software; Messung, Überwachung und Management der Umweltleistung von IKT-Geräteinfrastrukturen und -Einrichtungen; Festlegung von Zielen und Aktionsplänen auf der Grundlage von Leistungsvergleichen und bewährten Praktiken; Sicherstellung, dass die festgelegten Ziele und Aktionspläne Teil einer wirksamen unternehmensweiten Umweltpolitik werden, wie z. B. einer Energieeffizienzstrategie. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Unternehmen und Organisationen des Sektors angewendet werden. Die dem Prozess zugewiesenen Ressourcen und Mittel müssen jedoch an die Größe und die Umweltauswirkungen des Standorts oder des Unternehmens angepasst werden. Bei kleinen und mittleren Unternehmen müssen die erforderlichen Anstrengungen bewertet und überprüft werden. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte     — Einführung eines Verwaltungssystems für Vermögenswerte (Asset Management), z. B. ISO 55001-zertifiziert (J/N) — Anteil der Betriebsvorgänge mit fortschrittlichem Umweltmanagementsystem (% der Einrichtungen/Betriebsvorgänge), z. B. EMAS-geprüft, ISO 14001-zertifiziert — Anteil der Betriebsvorgänge zur Messung und Überwachung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie der Abfallbewirtschaftung — Anteil der Mitarbeiter, die mindestens einmal Informationen über Umweltziele und Schulungen zu einschlägigen Umweltmanagementmaßnahmen erhalten haben — Verwendung von Energieeffizienzindikatoren (J/N) — Erzeugung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten (in kg oder Tonnen) pro Umsatzeinheit (EUR) — Verwendung von Effizienzindikatoren für Wasser (J/N) — Gesamte Kohlendioxidemissionen (in tCO2-Äq.) für die Anwendungsbereiche 1 und 2 (10) — Ausgeglichene Gesamtkohlenstoffemissionen (in tCO2-Äq.) — Kohlenstoffemissionen (in tCO2-Äq.) für die Anwendungsbereiche 1 und 2 pro Umsatzeinheit (EUR) — Das Unternehmen verfügt über ein globales und integriertes Verwaltungssystem für Vermögenswerte, z. B. ISO 55001-zertifiziert — Bei 100 % der Betriebsvorgänge wird ein fortschrittliches Umweltmanagementsystem umgesetzt, z. B. EMAS-geprüft oder ISO 14001-zertifiziert — Bei 100 % der Betriebsvorgänge wird der Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abfallbewirtschaftung gemessen und überwacht — Das Unternehmen hat Klimaneutralität (Anwendungsbereich 1 und 2) erreicht, unter anderem durch die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen und CO2-Kompensation, nachdem es alle Anstrengungen zur Verbesserung der Energieeffizienz unternommen hat 3.1.2.   Beschaffung nachhaltiger IKT-Produkte und -Dienste Die Auswahl und der Einsatz von IKT-Produkten und -Diensten muss auf einer integrierten Strategie beruhen, damit ihre inhärenten Umweltauswirkungen wie ihr Energieverbrauch und die Verwendung spezifischer Materialien wie seltene Metalle und Chemikalien berücksichtigt werden können. Die bewährte Praxis umfasst folgende Maßnahmen: — Bewertung der vorhandenen Vermögenswerte der IKT-Ausrüstung und des Bedarfs bei der Vorbereitung des Beschaffungsprozesses; — Aufnahme der erforderlichen spezifischen Umweltkriterien in die Ausschreibung; — Bereitstellung von Schulungen und Anleitungen für Endnutzer bei der Einführung von IKT-Lösungen, damit sie die Produkte und Dienste optimal nutzen können; Festlegung von Energie- und Umweltleistungskriterien für IKT-Geräte, die den Kunden zur Verfügung gestellt werden, um sie in die Lage zu versetzen, ihre Umweltauswirkungen zu verringern. Anwendbarkeit Die Umsetzung einer Richtlinie für die Beschaffung nachhaltiger IKT-Dienste und -Produkte ist in jedem Unternehmen anwendbar, erfordert jedoch spezifische Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit. Große Organisationen können mehr Einfluss auf ihre Zulieferer nehmen, doch KMU können erheblichen Einfluss auf lokale Anbieter ausüben. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Anteil der vom Unternehmen erworbenen Produkte oder Dienste, die bestimmte Umweltkriterien erfüllen (z. B. EU-Umweltzeichen, beste Energieeffizienzklasse, Energy-Star-Umweltzeichen, TCO-Umweltzeichen usw.) — Nutzung der Gesamtbetriebskosten als Kriterium in der Ausschreibung (J/N) — Anteil der vom Unternehmen erworbenen Geräte, die international anerkannten bewährten Verfahren oder Anforderungen entsprechen (z. B. EU-Verhaltenskodizes) — Anteil der vom Unternehmen gekauften Verpackungen, die aus recyceltem Material bestehen oder mit dem Gütesiegel des Forest Stewardship Council (FSC) ausgezeichnet sind — Anteil der Gewichtung von Umweltkriterien in Ausschreibungen — Anteil der Lieferanten, die über ein Umweltmanagementsystem oder Energiemanagementsystem verfügen (z. B. EMAS-geprüft, ISO 14001- oder ISO 50001-zertifiziert) — Anteil der IKT-Produkte und -Dienste, die das Unternehmen Kunden bereitstellt, für die Umweltinformationen für Endnutzer verfügbar sind — Alle von dem Unternehmen erworbenen IKT-Geräte verfügen über ein Umweltzeichen nach dem ISO-Typ I (z. B. EU-Umweltzeichen, Blauer Engel) (falls vorhanden) oder über das Energy-Star-Umweltzeichen oder erfüllen bei der Beschaffung die Bestimmungen der EU für ein umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen (sofern vorhanden) — Alle von dem Unternehmen erworbenen Breitbandgeräte erfüllen die Kriterien des EU-Verhaltenskodex für Breitbandgeräte — 100 % der vom Unternehmen erworbenen Verpackungen bestehen aus recyceltem Material oder wurden mit dem FSC-Gütesiegel ausgezeichnet — 10 % der Gewichtung des Angebots entfallen auf die Umweltleistung beim Erwerb von IKT-Geräten — Für 100 % der Produkte und Dienste, die das Unternehmen anbietet, stehen entsprechende Umweltinformationen für Endnutzer zur Verfügung — Nutzung der Gesamtbetriebskosten als Kriterium für Ausschreibungen 3.1.3.   Optimierung des Energieverbrauchs von Endgeräten Durch gezielte Maßnahmen des Strommanagements besteht ein großes Potenzial, den Energieverbrauch von Endgeräten, die in den Büros und Einrichtungen von Unternehmen eingesetzt werden, die im Sektor Telekommunikations- und IKT-Dienste tätig sind, zu reduzieren. Die bewährte Praxis umfasst folgende Maßnahmen:   Umsetzung technischer Lösungen: — Installation von Geräten, die in Bezug auf die Energieeffizienz und die Funktionen entsprechend den Anforderungen der Nutzer geeignet sind; — geeignete Konfiguration der Geräte, um unnötige Funktionen auszuschalten und den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten; — Durchführung regelmäßiger Energieaudits zur Überprüfung der Konfiguration von Geräten und abgeschalteten Geräten; — Entwicklung von Stromsparlösungen unter Verwendung verschiedener Arten von Stromsparfunktionen (manuelle Einstellung, Standardeinstellung, Einstellung durch Software) oder unter Verwendung spezieller Geräte (intelligente Steckerleisten usw.);   Umsetzung organisatorischer Lösungen: — Bewertung der individuellen Nutzerakzeptanz; — Sensibilisierung der Nutzer. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann sowohl von großen als auch von kleinen Unternehmen angewendet werden, obwohl Techniken, die auf der individuellen Sensibilisierung der Nutzer beruhen, für KMU eher geeignet sein können als Techniken, die auf der Einführung automatischer Steuerungen beruhen, die für große Unternehmen besser geeignet sind. Die Umsetzung des Strommanagements hängt von der Bereitschaft der Unternehmensleitung ab, die allgemeinen Energieeinsparziele zu erreichen und die Umweltleistung zu verbessern. Sie hängt auch von der Bereitschaft der Mitarbeiter, die Maßnahmen zum Strommanagement umzusetzen, sowie von der Unterstützung durch die IT- und Beschaffungsabteilung ab. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Energieverbrauch in den Büroräumen (kWh) pro Umsatzeinheit oder Anzahl der Arbeitsplätze oder Beschäftigten, die vor Ort arbeiten (wenn möglich ohne HLK und Beleuchtung) — Anteil der IKT-Endgeräte, die bei der Installation mit optimalen Stromsparfunktionen konfiguriert wurden — Anteil der IKT-Endgeräte, die in angemessenen regelmäßigen Abständen (z. B. jährlich, nur einmal während der Nutzungsdauer des Produkts usw.) in Bezug auf Stromsparfunktionen überprüft wurden — Anteil des Personals, das mindestens einmal zum Thema Energieeinsparungen geschult wurde — Alle IKT-Endgeräte wurden bei der Installation mit optimalen Stromsparfunktionen konfiguriert — Alle IKT-Endgeräte wurden mindestens einmal während ihrer Nutzungsdauer in Bezug auf Stromsparfunktionen überprüft — Das gesamte Personal wurde mindestens einmal zum Thema Energieeinsparungen geschult 3.1.4.   Nutzung von Energie aus erneuerbaren oder kohlenstoffarmen Quellen IKT-Einrichtungen weisen aufgrund des intensiven Energieverbrauchs einen großen CO2-Fußabdruck auf. Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen wie Biomasse, Solar- und Windenergie und geothermische Kühlsysteme reduzieren ihren CO2-Fußabdruck erheblich. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Erwerb von umweltfreundlichem Strom von Dritten; — eigene Erzeugung von Strom entweder vor Ort oder außerhalb des Standorts; — effiziente Speicherung von Strom vor Ort. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann allgemein von allen Arten von Unternehmen des Sektors, einschließlich KMU, angewendet werden. Der geografische Standort der Einrichtung und ihre Größe können sich jedoch auf ihre Anwendbarkeit auswirken. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Anteil des gekauften Stroms aus erneuerbaren Quellen (mit Herkunftsnachweis) am gesamten Stromverbrauch (%) — Anteil des vor Ort erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen am Gesamtstromverbrauch (%) — Renewable Energy Factor (REF, Anteil erneuerbarer Energien) gemäß EN 50600-4-3 — Carbon Usage Efficiency (CUE, CO2-Nutzungseffizienz) = Emissionen aus dem Energieverbrauch der Einrichtung in CO2-Äquivalenten (kgCO2-Äq.)/Gesamtenergieverbrauch der IKT (kWh) — Kohlenstoffgehalt der verbrauchten Energie = Emissionen aus dem Energieverbrauch der Einrichtung in CO2-Äquivalenten (kgCO2-Äq.)/Gesamtenergieverbrauch (kWh) — 100 % des verbrauchten Stroms stammt aus erneuerbaren Quellen (entweder gekauft oder vor Ort erzeugt) 3.1.5.   Ressourceneffizienz von IKT-Geräten durch Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling von Abfällen Ressourceneffizienz und eine angemessene Abfallbewirtschaftung sind im IKT-Sektor wichtig, da spezifische Materialien verwendet werden, die am Ende der Nutzungsdauer ordnungsgemäß entsorgt werden müssen, um Schäden für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu vermeiden. Außerdem bietet sich dadurch ein enormes Potenzial zur Begrenzung des Ressourcenabbaus durch Recycling. Es können spezifische Abfallbewirtschaftungstechniken eingeführt werden, um die Abfallbewirtschaftung in jeder Phase der Abfallhierarchie in Unternehmen des IKT-Sektors zu verbessern. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Ausarbeitung eines Plans zur Vermeidung von Abfällen; — Förderung des auf einer vollständigen Lebenszyklusanalyse beruhenden Ökodesigns durch die Beschaffung; — Verlängerung des Lebenszyklus von Geräten und Verringerung der Obsoleszenz von IKT-Ausrüstung; — Einführung von Systemen, um die Wiederverwendung von IKT-Geräten zu ermöglichen; — Gewährleistung einer rückverfolgbaren Sammlung und ordnungsgemäßen Sortierung von IKT-Geräten am Ende ihrer Nutzungsdauer. Anwendbarkeit   Die bewährte Umweltmanagementpraxis kann grundsätzlich von allen Arten von Unternehmen in diesem Sektor angewendet werden. In der Praxis können kleine Unternehmen einige Vorgänge im Bereich der Abfallbewirtschaftung auslagern. Das Eigentumsmodell des Geräts bestimmt auch die verfügbaren Optionen in Bezug auf die Ressourceneffizienz. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte — Anteil der Einrichtungen oder Standorte mit einem geprüften Bewirtschaftungssystem ohne Abfallerzeugung oder mit einem zertifizierten Verwaltungssystem für Vermögenswerte (% der Einrichtungen/Standorte) — Berechnung der durchschnittlichen Nutzungsdauer von IKT-Geräten für verschiedene Produktgruppen (z. B. Server, Router, Endgeräte) — Anteil der IKT-Abfälle aus eigenen Betriebsvorgängen, die zur Wiederverwendung oder Aufbereitung verwertet oder dem Recycling zugeführt werden — Anteil der Elektro- und Elektronik-Altgeräte oder IKT-Abfälle, die zur Wiederverwendung oder Aufbereitung verwertet oder dem Recycling zugeführt werden — Menge der IKT-Abfälle, die auf Deponien verbracht werden (t) — 100 % der Einrichtungen verfügen über ein zertifiziertes Bewirtschaftungssystem ohne Abfallerzeugung oder ein zertifiziertes Verwaltungssystem für Vermögenswerte — 90 % der eigenen IKT-Geräte werden zur Wiederverwendung oder Aufbereitung verwertet oder dem Recycling zugeführt — 30 % der IKT-Geräte von Kunden werden zurückgenommen und zur Wiederverwendung oder Aufbereitung verwertet oder dem Recycling zugeführt (für Unternehmen des IKT-Sektors, die Kunden Geräte zur Verfügung stellen) — Keine IKT-Abfälle werden auf Deponien verbracht 3.1.6.   Minimierung des Datenverkehrs durch umweltfreundliche Software Software ist zwar kein direkter Stromverbraucher, hat aber großen Einfluss auf die Energieeffizienz der IKT-Hardware, auf der sie betrieben wird. Bei einem Großteil der Software-Codes wird der Energieverbrauch jedoch nicht berücksichtigt. Dabei gibt es Möglichkeiten, Software zu optimieren, das Volumen der verarbeiteten und übermittelten Daten zu reduzieren und letztlich den Energieverbrauch der Hardware zu senken. Die bewährte Umweltmanagementpraxis ist auf Maßnahmen ausgerichtet, die entweder bei der Entwicklung neuer Software oder beim Upgrade bestehender Software für Server und Netzwerke umgesetzt werden können, wobei sowohl mobile Anwendungen (für Smartphones und Tablets) als auch Computersoftware (für Laptop und Desktop-PC) sowie Webportale und webbasierte Anwendungen berücksichtigt werden. Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst folgende Maßnahmen: — Auswahl oder Entwicklung energieeffizienterer Software, die den Energieverbrauch von IKT-Geräten während des Betriebs minimiert; — Entwicklung von bedarfsadaptiver Software auf der Grundlage der Bewertung des Endnutzerbedarfs, um einen übermäßigen Energieverbrauch in der Nutzungsphase zu vermeiden und die Nutzungsdauer bestehender IKT-Geräte zu verlängern; — Überwachung des Energieverbrauchs von Software, um die tatsächliche Leistung der erworbenen Software zu beurteilen oder um die Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz vorhandener Software zu bewerten; — Bewertung der Umweltauswirkungen von Software durch eine vollständige Lebenszyklusanalyse in der Entwicklungsphase und durch Leistungsmessung (CPU, RAM und Energieverbrauch) in der Nutzungsphase; — Upgrade vorhandener Software zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz. Anwendba

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.