Europäische Union

98/475/EG: Entscheidung der Kommission vom 11. Februar 1998 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und mit dem EWR-Abkommen (Sache Nr. IV/M.986 - Agfa-Gevaert/DuPont) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1998) 1290) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31998D0475. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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uanbieter nicht in Sicht wären. Agfa hat darauf hingewiesen, daß ein Unternehmen aus der Medienindustrie auf dem Markt tätig würde, hat aber weder in der Anmeldung noch im Laufe des Verfahrens Namen potentieller Neuanbieter oder Daten für einen etwaigen Marktzutritt genannt. Präsenz auf verwandten Märkten (76) Wie schon weiter oben festgestellt wurde, sind Agfa und DuPont auch auf verwandten Märkten der Filme für grafische Zwecke, andere Druckplatten und Geräte, Chemikalien und Service stark vertreten, wie in den Randnummern 78 bis 108 untersucht wird. Nach dem Zusammenschluß wird Agfa seine Angebotspalette sogar noch ausweiten können. Die Präsenz in Nachbarmärkten stellt einen eindeutigen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Lastra, Horsell und anderen dar, deren Produktangebot weniger umfassend ist. 66 % der Wettbewerber und 78 % der Händler (von den 9 Wettbewerbern und 26 Händlern, die der Kommission geantwortet haben) gaben an, daß die Endnutzer Bezugsquellen nachfragen, bei denen sie eine vollständige Produktpalette erhalten können (Filme, Druckplatten, Geräte, Chemikalien und Service). Die Präsenz von Agfa/DuPont auf verwandten Märkten stellt einen zusätzlichen Grund dar, aus dem das fusionierte Unternehmen seine Marktanteile erfolgreich wird verteidigen können. Abschließende Feststellung (77) Die Kommission stellt fest, daß die Zusammenlegung des Negativplattengeschäfts von Agfa und DuPont zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem EWR-Markt führen wird. Ausschlaggebend hierfür sind, wie oben dargelegt wurde, der hohe kombinierte Marktanteil der beiden Unternehmen, der Vorsprung des neuen Unternehmens gegenüber den Konkurrenten, der Wegfall von DuPont als Wettbewerber, die unzureichende Gegenmacht auf der Nachfrageseite, das Vorhandensein von Marktzutrittsschranken, die mit dem Wechsel des Lieferanten verbundenen Schwierigkeiten (wegen der Paketgeschäfte und der Ausschließlichkeitsvereinbarungen), die starke Präsenz auf verwandten Märkten und das Fehlen potentiellen Wettbewerbs. B. Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Markt für Positivdruckplatten Marktgröße (78) Die wert- und mengenmäßige Größe des Marktes für Positivdruckplatten zwischen 1994 und 1996 ist dem Anhang III (5) zu entnehmen. 1996 war dies vom Absatz her der größte aller betroffenen Märkte (385 Mio. ECU). Seit 1994 hat der EWR-Markt wertmäßig ab-, mengenmäßig aber zugenommen. Marktanteile >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Stellung des neuen Unternehmens (79) Im Vergleich zum Markt für Negativdruckplatten verfügen Agfa und DuPont am Markt für Positivdruckplatten einzeln über weit geringere Anteile. 1996 war Agfa gemessen an seinem Marktanteil der zweitgrößte Marktteilnehmer, DuPont hingegen nur der sechstgrößte. Sowohl Agfa als auch DuPont haben zwischen 1994 und 1996 Marktanteile verloren. Ihr gemeinsamer Marktanteil betrug 1996 [< 30] % gegenüber [< 35] % im Jahr 1994. (80) Die relative Bedeutung des neuen Unternehmens wäre also auf diesem Markt weit geringer als auf dem Markt für Negativdruckplatten, da Agfa/DuPont lediglich 1,3mal so groß wie sein größter Konkurrent ist, wobei drei andere Unternehmen über bedeutende Marktanteile von mindestens rund 12 % verfügen. Stellung der Wettbewerber (81) Die Stellung der Wettbewerber am Markt für Positivdruckplatten ist sehr viel ausgewogener als am Markt für Negativdruckplatten. Abgesehen von Agfa und DuPont sind vier andere Hauptkonkurrenten präsent, wobei Kodak/Polychrome mit rund 24 % des Marktes der Marktführer ist. Außerdem verfügen Horsell, Lastra und Fuji über bedeutende Marktanteile von rund 12 % bis 17 %. (82) Zudem haben mehrere Agfa- und DuPont-Konkurrenten ihre Marktanteile zwischen 1994 und 1996 vergrößert (rund 3 % für Polychrome und rund 2 % für Fuji und Lastra). Abschließende Feststellung (83) Angesichts der weniger ausgeprägten Marktstellung von Agfa/DuPont am Markt für Positivdruckplatten im Vergleich zu seiner Stellung am Markt für Negativdruckplatten und der größeren Präsenz von Wettbewerbern vertritt die Kommission die Auffassung, daß das Vorhaben nicht zu einer Situation führen wird, in der der Wettbewerb infolge der Begründung einer beherrschenden Stellung am EWR-Markt für Positivdruckplatten erheblich behindert wird. C. Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Markt für CTP-Technik Allgemeine Bemerkungen (84) Der Markt für CTP-Technik ist ein echter Wachstumsmarkt, sowohl hinsichtlich des mengenmäßigen Plattenabsatzes als auch hinsichtlich der Zahl der in diesen Markt eintretenden Anbieter, wie nachfolgend ausgeführt wird. Tatsächliche und potentielle Wettbewerber an diesem Markt vertreten die Auffassung, daß CTP erst in ungefähr fünf Jahren eine etablierte Technik sein wird. Die Frage, welchen Anteil CTP-Platten dann am gesamten Offsetplattenmarkt haben werden, wird von den Wettbewerbern unterschiedlich beantwortet, doch wird damit gerechnet, daß CTP-Platten im Jahr 2001 mit 11 % bis 14 % am EWR-Markt beteiligt sein werden und daß andererseits möglicherweise 25 % des Offset-Metallplattenmarkts aus CTP-Platten bestehen werden. Voraussagen sind schwierig. Das Wachstum ist nämlich dadurch begrenzt, daß die CTP-Technik noch nicht ausgereift ist und die Abnehmer weitere Produktentwicklungen abwarten, zumal die Umstellung auf die CTP-Technik erhebliche Investitionen in neue Geräte nach sich ziehen würde, da CTP-Plattenbelichter gegenwärtig 100 000 bis 500 000 ECU kosten. (85) Im Bereich der technologischen Entwicklung ist zwischen verschiedenen CTP-Techniken zu unterscheiden, wie in dem Kapitel über die Abgrenzung des sachlich relevanten Marktes dargelegt wurde. Obwohl Silber-, Photopolymer- und Hybridplatten bereits zwischen 1994 und 1996 verkauft wurden, kamen thermische Platten, die zunächst von Kodak in den USA verkauft wurden, erst 1997 auf den EWR-Markt. Über den Anteil dieser Technik am Gesamtabsatz liegen keine genauen Daten vor. Mehrere tatsächliche und potentielle Wettbewerber haben jedoch die Ansicht vertreten, daß thermische Platten die am weitesten verbreitete Technik sein werden. Die thermische CTP-Technik hat nämlich für den Benutzer den eindeutigen Vorteil, daß im Gegensatz zu den anderen CTP-Platten bei Tageslicht gearbeitet werden kann. Thermische CTP-Platten würden nach der Kommission vorliegenden Schätzungen möglicherweise rund 50 % bis 80 % der gesamten CTP-Plattenverkäufe ausmachen. Marktgröße (86) Der Verbrauch wurde auf der Grundlage der Absatzzahlen der auf dem Markt für CTP-Platten tätigen Parteien berechnet. Der Absatz im EWR erreichte 1996 keine 1,6 Mio. m2 bzw. 15,6 Mio. ECU. Obwohl der CTP-Plattenabsatz 1996 nur 2 % bis 3 % des Gesamtabsatzes am Markt für Offsetdruckplatten darstellte, war der Absatz 1996 gegenüber 1994 um über 250 % gestiegen. Marktanteile (87) Auf der Grundlage der von Agfa, DuPont und Polychrome unterbreiteten Absatzdaten wurden für 1994-1996 die nachstehenden Marktanteile berechnet: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Stellung des neuen Unternehmens und der Wettbewerber (88) In Anbetracht ihrer Marktanteile im Jahr 1996 sind Agfa und insbesondere DuPont auf dem neuen Markt für CTP-Platten starke Marktteilnehmer. Nach den für 1996 vorliegenden Daten wird DuPont als CTP-Marktführer von einem seiner einzigen beiden Konkurrenten übernommen. Der gemeinsame Marktanteil von Agfa und DuPont wird daher fast dreimal größer als der Marktanteil von Polychrome sein. Bei der Untersuchung dieses Marktes mit einem derart großen Entwicklungspotential müssen jedoch die neueren und künftigen Entwicklungen berücksichtigt werden, um die Stärke des Unternehmens nach dem Zusammenschluß einschätzen zu können. In diesem Zusammenhang sind folgende Faktoren von Bedeutung: (89) Agfa und DuPont haben als erste die CTP-Technik im EWR eingeführt. Wie jedoch der vorstehenden Tabelle zu entnehmen ist, konnte Polychrome nach seinem Markteintritt mit einer eigenen hybriden CTP-Technik im Jahr 1995 vor allem dem Unternehmen DuPont erhebliche Marktanteile abgewinnen. Dies deutet auf die Wahrscheinlichkeit hin, daß andere neue Wettbewerber ebenfalls beim Eintritt in diesen Markt in der Lage sein werden, Marktanteile an sich zu ziehen. (90) Diese Wahrscheinlichkeit beruht teilweise darauf, daß thermische CTP-Technik erst seit kurzem am EWR-Markt besteht und sich voraussichtlich als die am weitesten verbreitete Technik durchsetzen wird. Im Gegensatz zu vier anderen Konkurrenten (Kodak, Polychrome, Presstek und Printing Development Inc.) können DuPont und Agfa thermische CTP-Platten noch nicht kommerzialisieren. Agfa hat erklärt, daß es seine thermischen Platten [ . . . ] einführen will. Kodak, das mit CTP-Platten in den USA offensichtlich Erfolg hat, hat sich 1997 bereits einen Anteil von rund 10 % am EWR-Markt gesichert und wird voraussichtlich noch weiter in den Markt vorstoßen. Wegen des technologischen Vorsprungs von Kodak wird auf jeden Fall damit gerechnet, daß sein Anteil am CTP-Plattenmarkt (bzw. der von Kodak Polychrome Graphics nach Gründung des Gemeinschaftsunternehmens) in stärkerem Maße als an anderen Plattenmärkten zunehmen wird, vor allem sobald es seine CTP-Platten über die bereits bestehenden Absatzkanäle von Polychrome vermarkten kann. (91) Nachweislich haben 1997 mindestens drei andere große Hersteller als Agfa, DuPont und Polychrome mit dem Verkauf von CTP-Platten am EWR-Markt begonnen (Kodak, Fuji, Mitsubishi). Anfang 1998 wurde mit dem Eintritt weiterer Hersteller in den Markt innerhalb eines Zeitraums von einigen Monaten bis zu zwei Jahren gerechnet (Horsell, Lastra, usw.). Im Laufe der Untersuchung erklärten auch mehrere Händler und Endnutzer, daß sie (innerhalb von höchstens zwei bis drei Jahren) mit Neueintritten am CTP-Markt rechnen. Nach Angaben von Agfa und DuPont sind insgesamt 15 Hersteller schon jetzt oder demnächst präsent, von denen 14 in der Lage wären, thermische CTP-Technik anzubieten. Die meisten von ihnen verfügen über eine eigene CTP-Technik und haben bestätigt, daß Patente den Marktzugang nicht versperren. (92) Abgesehen von Agfa stellen im übrigen auch noch andere Konkurrenten am CTP-Plattenmarkt eigene Geräte her (wie Fuji und Presstek). Außerdem besteht eine Vielzahl selbständiger Gerätehersteller (darunter über 25 Hersteller von CTP-Plattenbelichtern). Das Angebot an CTP-Plattenbelichtern dürfte also ausreichen, zumal angesichts der offensichtlichen Notwendigkeit für die Konkurrenz sowohl Platten als auch Belichter zu verkaufen, um beides in einem Paket anbieten zu können. Andere Faktoren Marktzugangsschranken (93) Nach Angaben des anmeldenden Unternehmens sind für den Zutritt zum CTP-Markt bedeutende FuE sowie Investitionen erforderlich, deren Umfang allerdings davon abhängt, ob ein potentieller Neuanbieter mit seiner eigenen Technologie oder mit der Technologie Dritter kommt. Der Aasmelder hat erklärt, daß der Einstieg in den CTP-Markt rund drei bis fünf Forschungsjahre und rund [ . . . ] Mio. ECU voraussetzt. An Anlageinvestitionen wären außerdem rund [< 20] Mio. ECU notwendig, und möglicherweise [< 5] Mio. ECU, falls die Technologie aufgrund einer Lizenz erworben wird. Konkurrenten, die vor kurzem am Markt in Erscheinung getreten sind oder dies vorhaben, haben erklärt, daß der notwendige Investitionsaufwand längst nicht so umfangreich zu sein braucht. Das Auftreten mehrerer Wettbewerber am CTP-Plattenmarkt im Jahr 1997 und der bevorstehende Eintritt neuer Teilnehmer beweisen jedenfalls, daß der Investitionsaufwand keine unüberwindbare Marktzutrittsschranke darstellt. In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, daß Agfa und DuPont ebenso wie ihre Wettbewerber erklärt haben, daß Patente den Zutritt zum Markt nicht behindern, da die meisten Hersteller ihre eigene Technologie entwickelt haben. Produzentenwahl (94) Der CTP-Plattenmarkt befindet sich noch immer in der Entwicklung und verfügt nur über eine beschränkte Gerätebasis. Noch wurde keine Industrienorm für die CTP-Technologie entwickelt. Beim gegenwärtigen Stand der Marktentwicklung siedelt sich daher der Wettbewerb im Bereich der CTP-Technologie eher auf der Ebene der verschiedenen Systeme als auf der Ebene der CTP-Platten an. CTP-Platten sind allerdings in stärkerem Maße als herkömmliche Platten an ein bestimmtes System gebunden. Deswegen ist es für die Endnutzer schwieriger, Platten von einem anderen Hersteller zu beziehen, wenn dieser Hersteller keine Platten für dasselbe CTP-System anbietet. Beispielsweise läßt sich eine CTP-Silberplatte nicht ohne weiteres durch eine Polymerplatte ersetzen, da bei beiden unterschiedliche Prozessoren verwendet werden. Beim gegenwärtigen Stand der Entwicklung aber und im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Geräten anderer Hersteller und den Eintritt einer Vielzahl von Anbietern in den CTP-Plattenmarkt, wie in den Randnummern 93 ff. dargelegt wurde, wird jedoch damit gerechnet, daß mehrere andere Anbieter verschiedener CTP-Systeme und -Plattenarten präsent sein werden. Abschließende Feststellung (95) Angesichts der oben beschriebenen Aspekte des künftigen CTP-Marktes vertritt die Kommission die Auffassung, daß die schnelle Marktanteilsverlagerung mit der Ankunft von Polychrome als Wettbewerber auf einen wahrscheinlichen Rückgang des Agfa/DuPont-Marktanteils hindeutet. Diese Entwicklung wird sich sicherlich mit dem Eintritt mehrerer anderer Wettbewerber fortsetzen. In den letzten Monaten sind Gesellschaften wie Kodak auf den Markt getreten und haben bereits offensichtlich bedeutende Marktanteile erobert. Noch andere Wettbewerber werden sich auf dem Markt mit Konkurrenzerzeugnissen niederlassen, wodurch für Agfa/DuPont ein bedeutender Wettbewerbsdruck entstehen wird. Unter diesen Umständen wird die Stellung von Agfa/DuPont trotz der gegenwärtigen hohen Marktanteile nicht als eine Position erachtet, die den Wettbewerb am EWR-Markt für CTP-Platten erheblich behindern wird. D. Auswirkungen des Zusammenschlusses auf die Märkte der Filme für grafische Zwecke (96) Die Märkte der Filme für grafische Zwecke zeichnen sich im allgemeinen durch ähnliche Merkmale aus, z. B. hinsichtlich der Wettbewerber und des Vertriebs. Deswegen betrifft die nachstehende Würdigung alle fünf sachlich relevanten Märkte. Marktgröße (97) Nach Angaben von Agfa erreichten die nachstehenden Märkte 1996 folgende Größe: Kamerafilm: 17,0 Mio. m2/93,6 Mio. ECU, Kontaktfilm: 17,4 Mio. m2/100,5 Mio. ECU, Blaulicht-Laser-Recorder-Film: 12,5 Mio. m2/56,1 Mio. ECU, Rotlicht-Laser-Recorder-Film: 51,2 Mio. m2/272 Mio. ECU, Infrarot-Laser-Recorder-Film: 13,1 Mio. m2/72,5 Mio. ECU. (98) Die Märkte für Kamera-, Kontakt- und Blaulicht-Laser-Recorder-Filme entwickeln sich in raschem Tempo rückläufig. Während der Markt für Infrarot-Laser-Recorder-Filme eine eher konstante Entwicklung aufweist, findet auf dem Markt für Rotlicht-Laser-Recorder-Filme eine rasante Entwicklung statt (siehe Anhang II). Die anmeldende Partei hat Marktdaten unterbreitet, aus denen hervorgeht, daß der gegenwärtige Absatztrend bei den verschiedenen Filmarten mindestens bis 2002 anhalten wird (siehe Anhang I**). Marktanteile >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Stellung des neuen Unternehmens (99) 1996 haben Agfa und DuPont Marktanteile von [< 40] % bis [< 45] % auf sich vereinigt. In der Zeit von 1994 bis 1996 ging ihr gemeinsamer Anteil an den einzelnen Märkten mit Ausnahme des Markts für Rotlicht-Laser-Filme, auf dem das neue Unternehmen seine Position etwas verstärkt hat (siehe Anhang II), um 2 % bis 5 % zurück. Stellung der Wettbewerber (100) Durch die Marktanteilsaddition von Kodak und Polychrome ist der Marktanteilsunterschied zwischen Agfa/DuPont und dem größten Wettbewerber erheblich geschrumpft, und zwar bei Marktanteilen von Kodak/Polychrome im Jahr 1996 von < 24 % bis < 33 %. Der nächstgrößte Wettbewerber in dem EWR ist Fuji mit Anteilen von < 7 % bis < 11 %. Weitere Wettbewerber wie Konica, Imatioin, Horsell und Misubishi halten Anteile von < 2 % bis < 7 %. In den Jahren 1994 bis 1996 konnten die Hauptkonkurrenten (Kodak/Polychrome, Fuji) generell Marktanteile dazugewinnen. Durch den kürzlichen Zusammenschluß zwischen Kodak und Sun Chemical (Entscheidung der Kommission vom 15. Januar 1998 in der Sache IV/M. 1042 (6)) ist auf den Märkten für Filme für grafische Zwecke ein mächtiger Konkurrent entstanden, von dem im EWR ein bedeutender Wettbewerb ausgehen und der hinreichend in der Lage sein wird, Agfas Stellung anzugreifen. (101) Auf dem Markt für Rotlicht-Laser-Recorder-Filme, dem einzigen Markt, auf dem der Absatz erheblich steigt und auf dem Agfa/DuPont über eine besonders starke Stellung verfügt und seine Marktposition noch etwas verstärkt hat, entfallen auf den nächstgrößten Wettbewerber rund 27 % des Marktes und nimmt der Absatz anderer internationaler Wettbewerber ebenfalls zu. Demnach gilt die vorerwähnte Feststellung auch für den Markt der Rotlicht-Laser-Recorder-Filme. Nachfragemacht (102) Nach Angaben von Agfa und DuPont gibt es 1 170 Händler und insgesamt 42 750 Endnutzer von Filmen für grafische Zwecke (150 Buchdruckereien, 1 300 Zeitungsdruckereien, 30 000 gewerbliche Druckereien, 300 Verpackungsdruckereien und 11 000 Fach- oder Servicegeschäfte). Auf dem Markt, auf dem das neue Unternehmen am besten positioniert sein wird (Rotlicht-Laser-Filme), entfallen auf den umsatzmäßig größten Abnehmer von DuPont [ . . . ] des Gesamtabsatzes von DuPont. Bei Agfa entfallen auf den größten Endnutzer von Filmen für grafische Zwecke nur [ . . . ] seines gesamten Absatzes in diesem Bereich. Bei den Händlern ist der größte Händler mit nur [ . . . ] am EWR-Absatz von DuPont und mit nur [ . . . ] an dem von Agfa beteiligt. (103) Angesichts der geringen Bedeutung der Endnutzer und Händler für den Absatz von Agfa und DuPont sowie der Tatsache, daß diese in noch geringerem Umfang am Absatz des neuen Unternehmens beteiligt wären, da die Agfa- und die DuPont-Kunden generell nicht dieselben Kunden sind, hat es nicht den Anschein, daß die Abnehmer gegenwärtig oder in Zukunft über eine erhebliche Nachfragemacht verfügen werden. Die Abnehmer haben dies im übrigen in ihren Antworten auf die Kommissionsumfrage bestätigt. Potentieller Wettbewerb und Marktzugangsschranken (104) Was Produzentenwechsel, Investitionen, Präsenz in verwandten Märkten und die Abwesenheit voraussehbarer neuer Wettbewerber betrifft, so wird auf die Untersuchung des Negativdruckplattenmarktes verwiesen, da dieser Markt und die Märkte der Filme für grafische Zwecke in dieser Hinsicht im allgemeinen ähnliche Merkmale aufweisen. Abschließende Feststellung (105) Betrachtet man die gemeinsame Position von Agfa/DuPont auf den Märkten der Filme für grafische Zwecke (außer bei Rotlicht-Laser-Filmen), so treten der Rückgang ihrer Marktanteile in den letzten drei Jahren im Vergleich zu konstanten Marktanteilen ihrer Hauptkonkurrenten und die Herausbildung eines mächtigen Wettbewerbers in neuester Zeit als die wichtigsten Faktoren im Rahmen der obigen Analyse hervor. Angesichts dieser Faktoren, die durch die begrenzte Nachfragemacht der Abnehmer und die Abwesenheit voraussehbarer neuer Wettbewerber ausgeglichen werden, vertritt die Kommission die Auffassung, daß das Vorhaben zu keiner Situation führen wird, in der der Wettbewerb infolge der Begründung einer beherrschenden Stellung auf diesen Märkten erheblich behindert wird. E. Märkte für Geräte, Chemikalien und Service (106) Sowohl Agfa als auch DuPont bieten Chemikalien und Geräte sowie einen Geräteservice als notwendige Beigabe zu ihrem Film- und Plattengeschäft an. Die Geräte und Chemikalien können grundsätzlich für Filme oder Platten sämtlicher Hersteller verwendet werden. Dennoch kann sich ein Produzentenwechsel als schwierig erweisen, da die Geräte auf eine bestimmte Art von Filmen oder Platten abgestellt sein können. Die Wettbewerber von Agfa und DuPont im Film- und Plattengeschäft bieten ebenfalls Geräte, Chemikalien und Service an, allerdings in geringerem Umfang. (107) Die anmeldende Partei hat vorgebracht, daß Geräte, Chemikalien und Service als eine "Nebentätigkeit" betrachtet werden und daher keine getrennten Marktdaten vorliegen. Sie nimmt jedoch an, daß der gesamte EWR-Markt für Geräte, Chemikalien und Service für Filme und Platten für grafische Zwecke rund 910 Mio. ECU darstellt, von denen [< 100] Mio. ECU auf Agfa und [< 50] Mio. ECU auf DuPont entfallen. Auf den relevanten Märkten würde das neue Unternehmen mit einer größeren Vielfalt von Wettbewerbern als auf den anderen betroffenen Märkten konfrontiert sein. Im Gegensatz zu den Anbietern von Filmen für grafische Zwecke und/oder von Offsetdruckplatten (wie Kodak/Polychrome und Fuji) besteht hier eine Vielzahl von Herstellern und Händlern, die von Verbrauchsgüterherstellern unabhängig sind. Auf dem Gerätemarkt sind Hersteller wie Man Roland, Heidelberg, Rockwell, Presstek, Scitex, Creo und Dainippon weltweit tätig. Trotz fehlender Marktdaten nimmt Agfa an, daß das neue Unternehmen mit einem EWR-Marktanteil von [< 40] % im Vergleich zu anderen Wettbewerbern mit Anteilen von 10 % bis 20 % im Bereich der Laser-Belichter für Rotlicht-Laser-Recorder-Filme am stärksten sein wird. Im Bereich der Druckplattenprozessoren wird das neue Unternehmen mit [< 30] % Marktführer sein, wobei allerdings mehrere bedeutende Wettbewerber bestehen. Im Chemikalienbereich geht Agfa davon aus, daß das neue Unternehmen bei Chemikalien für Filme für grafische Zwecke den größten Marktanteil, höchstens allerdings [< 45] % im EWR halten wird, während seine Stellung bei den anderen Chemikalien einen derartigen Umfang nicht erreichen wird. Im Servicesektor wird davon ausgegangen, daß das neue Unternehmen mit höchstens [< 25] % am gesamten EWR-Markt beteiligt sein wird und auf nationaler Ebene viele lokale Wettbewerber bestehen, die Wartungsdienste anbieten. Wettbewerber und Abnehmer, die auf die Kommissionsumfrage geantwortet haben, vertreten nicht die Auffassung, daß die Stellung des neuen Unternehmens auf irgend einem der vorerwähnten, in den Randnummern 9 bis 42 definierten Märkte Anlaß zu Wettbewerbsbedenken gibt. (108) Obwohl also die vorerwähnten Daten darauf hindeuten, daß das neue Unternehmen auf den Märkten für Geräte, Chemikalien und Service eine starke Stellung haben wird, wird es selbst unter Zugrundelegung der engsten Marktdefinition keine beherrschende Stellung auf diesen Märkten erlangen. VI. ABSCHLIESSENDE FESTSTELLUNG (109) Hieraus ergibt sich, daß das angemeldete Vorhaben zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf dem EWR-Markt für Negativdruckplatten führen wird, wodurch wirksamer Wettbewerb im Sinne des Artikels 2 Absatz 3 der Fusionskontrollverordnung erheblich behindert würde. VII. ZUSAGEN DER PARTEIEN (110) Um die Wettbewerbsbedenken auszuräumen, hat Agfa folgende Zusagen gemacht: a) Agfa-Gevaert wird alle OEM-Hersteller von Prozessoren für Negativplatten von den vertraglichen Vorschriften entbinden, wonach sie als Belieferer von Agfa-Gevaert derartige Prozessoren nicht an Dritte ihrer Wahl verkaufen dürfen. Außerdem wird Agfa-Gevaert, insoweit Prozessoren für Negativplatten im Eigentum von Agfa-Gevaert befindliches Know-how enthält, alle OEM-Hersteller von Prozessoren für Negativplatten von ihrer Verpflichtung entbinden, dieses Know-how nicht bei Verkäufen an Dritte zu verwenden, und den OEM-Herstellern für das betreffende Know-how unter annehmbaren kommerziellen Bedingungen, insbesondere gegen Entrichtung einer Gebühr von höchstens [ . . . ] % der Verkäufe von unter Lizenz hergestellten Erzeugnissen, eine Lizenz erteilen, damit sie das betreffende Know-how in die zum Verkauf an Dritte bestimmten Prozessoren für Negativplatten integrieren können. Derartige Lizenzen werden auf der Grundlage einer Meistbegünstigungsklausel für den Lizenznehmer erteilt, die eine nicht diskriminierende Behandlung gewährleistet. b) Im Negativplattenbereich wird Agfa-Gevaert allen Alleinvertriebshändlern von DuPont, die nach dem Zusammenschl

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.