Europäische Union

2013/163/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 26. März 2013 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Herstellung von Zement, Kalk und Magnesiumoxid (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2013) 1728) Text von Bedeutung für den EWR

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Vermeidung von CO-Trips, um die Stillstandszeiten des Elektrofilters zu reduzieren b Kontinuierliche automatische CO-Messungen mithilfe eines Überwachungssystems mit kurzer Ansprechzeit nahe an der CO-Quelle Beschreibung Da Explosionsgefahr besteht, müssen Elektrofilter bei erhöhten CO-Werten im Abgas aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Folgende Techniken verhindern CO-Trips und reduzieren so die Ausfallzeiten des Elektrofilters: — Kontrolle des Verbrennungsprozesses, — Kontrolle des Gehalts an organischen Bestandteilen im Rohmaterial, — Kontrolle der Qualität der Brennstoffe und der Brennstoffzufuhr. Störungen treten vor allem während der Inbetriebnahmephase auf. Für einen sicheren Betrieb muss der Gasanalysator zum Schutz des Elektrofilters in allen Betriebsphasen eingeschaltet sein. Filterstillstände lassen sich durch ein betriebsbereites Reserveüberwachungssystem reduzieren. Das System zur kontinuierlichen CO-Überwachung muss hinsichtlich seiner Ansprechzeit optimiert werden und sollte sich nahe der CO-Quelle, beispielsweise am Gasaustritt des Vorwärmerturms oder bei Nassöfen am Ofeneinlauf befinden. Bei Hybridfiltern wird eine Erdung der Stützkörbe für die Filterschläuche am Filtergehäuse empfohlen. 1.2.6.4   Emissionen an gesamtem organischen Kohlenstoff (TOC) 24.   BVT, um die TOC-Emissionen im Abgas der Ofenfeuerung gering zu halten, ist die Vermeidung des Einbringens von Rohmaterialien mit einem hohen Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in das Ofensystem über den Rohmaterialpfad. 1.2.6.5   Emissionen an Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) 25.   BVT zur Vermeidung/Reduzierung von HCl-Emissionen im Abgas der Ofenfeuerung ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden primären Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Verwendung von Rohmaterialien und Brennstoffen mit geringem Chlorgehalt b Begrenzung des Chlorgehalts in den Abfällen, die als Rohmaterial und/oder Brennstoff im Zementofen eingesetzt werden sollen Mit BVT verbundene Emissionswerte Der mit BVT verbundene Emissionswert für HCl-Emissionen beträgt < 10 mg/Nm3, angegeben als Tagesmittelwert oder als Mittelwert über den Stichprobenzeitraum (Einzelmessungen über mindestens eine halbe Stunde). 26.   BVT zur Vermeidung/Reduzierung von HF-Emissionen im Abgas der Ofenfeuerung ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden primären Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Verwendung von Rohmaterialien und Brennstoffen mit geringem Fluorgehalt b Begrenzung des Fluorgehalts in den Abfällen, die als Rohmaterial und/oder Brennstoff im Zementofen eingesetzt werden sollen Mit BVT verbundene Emissionswerte Der mit BVT verbundene Emissionswert für HF-Emissionen beträgt < 1 mg/Nm3, angegeben als Tagesmittelwert oder als Mittelwert über den Stichprobenzeitraum (Einzelmessungen über mindestens eine halbe Stunde). 1.2.7   PCDD/F-Emissionen 27.   BVT, um die Emissionen von PCDD/F im Abgas der Ofenfeuerung zu vermeiden oder gering zu halten, ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden primären Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik Anwendbarkeit a Sorgfältige Auswahl und Kontrolle der Einsatzstoffe (Rohmaterialien) hinsichtlich Chlor, Kupfer und flüchtigen organischen Verbindungen Allgemein anwendbar b Sorgfältige Auswahl und Kontrolle der Einsatzstoffe (Brennstoffe) hinsichtlich Chlor und Kupfer Allgemein anwendbar c Begrenzung/Vermeidung der Verwendung von Abfällen, die chlorierte organische Stoffe enthalten Allgemein anwendbar d Vermeidung der Zuführung von Brennstoffen mit einem hohen Halogengehalt (z. B. Chlor) über die Sekundärfeuerung Allgemein anwendbar e Schnelles Abkühlen der Ofenabgase auf unter 200 °C und Minimierung der Verweilzeit der Abgase und des Sauerstoffgehalts in Zonen mit Temperaturen zwischen 300 und 450 °C Anwendbar bei langen Nass- und langen Trockenöfen ohne Vorwärmer. In modernen Öfen mit Vorwärmer oder Vorkalzinator ist dies anlagebedingt bereits integriert. f Aussetzen der Mitverbrennung von Abfällen bei Betriebszuständen wie An- und/oder Abfahrvorgängen Allgemein anwendbar Mit BVT verbundene Emissionswerte Der mit BVT verbundene Emissionswert für PCDD/F-Emissionen im Abgas der Ofenfeuerung beträgt < 0,05-0,1 ng PCDD/F I-TEQ/Nm3, angegeben als Mittelwert über den Stichprobenzeitraum (6-8 Stunden). 1.2.8   Metallemissionen 28.   BVT zur Minimierung der Metallemissionen im Abgas der Ofenfeuerung ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Auswahl von Materialien mit einem geringen Gehalt an relevanten Metallen und Begrenzung des Gehalts an relevanten Metallen, vor allem Quecksilber b Anwendung eines Qualitätssicherungssystems, um die Eigenschaften der eingesetzten Abfallstoffe zu gewährleisten c Einsatz wirksamer Entstaubungsmaßnahmen/-techniken gemäß BVT 17 Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 5. Tabelle 5 Mit BVT verbundene Emissionswerte für Metalle im Abgas der Ofenfeuerung Metalle Einheit Mit BVT verbundener Emissionswert (Mittelwert über den Probenahmezeitraum bei Einzelmessungen über mindestens eine halbe Stunde) Hg mg/Nm3 < 0,05 (19) Σ (Cd, Tl) mg/Nm3 < 0,05 (18) Σ (As, Sb, Pb, Cr, Co, Cu, Mn, Ni, V) mg/Nm3 < 0,5 (18) 1.2.9   Prozessrückstände/Abfälle 29.   BVT zur Minderung fester Abfälle bei der Zementherstellung und zur Einsparung von Rohmaterialien ist die Anwendung folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik Anwendbarkeit a Rückführung der abgeschiedenen Stäube in den Produktionsprozess, wo immer es machbar ist Je nach chemischer Zusammensetzung der Stäube allgemein anwendbar b Verwendung der Stäube zur Herstellung anderer Handelsprodukte, soweit es möglich ist Auf die Entscheidung über die Verwendung der Stäube zur Herstellung anderer Handelsprodukte hat der Betreiber möglicherweise keinen Einfluss. Beschreibung Gesammelter Staub kann in den Produktionsprozess zurückgeführt werden, wo immer es machbar ist. Diese Rückführung kann direkt in den Ofen oder in das Rohmehl (dabei ist der Alkalimetallgehalt ein limitierender Faktor) oder durch Verschneiden mit fertigen Zementprodukten erfolgen. Die Rückführung der gesammelten Stäube in den Produktionsprozess erfordert möglicherweise ein Qualitätssicherungsverfahren. Für nicht rückführbares Material wären alternative Verwendungsmöglichkeiten denkbar (z. B. als Zusatz bei der Abgasentschwefelung in Verbrennungsanlagen). 1.3   BVT-Schlussfolgerungen für die Kalkindustrie Sofern nichts anderes angegeben ist, können die BVT-Schlussfolgerungen in diesem Abschnitt auf alle Anlagen in der Kalkindustrie angewandt werden. 1.3.1   Allgemeine primäre Maßnahmen/Techniken 30.   BVT zur Minderung der Ofenemissionen und zur effizienten Energienutzung ist, durch Anwendung der folgenden Maßnahmen/Techniken einen reibungslosen und stabilen Ofenprozess nahe den Sollwerten für die Prozessparameter zu erreichen:   Maßnahme/Technik a Optimierung der Prozesssteuerung, u. a. mit computergestützten automatischen Steuerungssystemen b Einsatz von modernen gravimetrischen Aufgabesystemen für feste Brennstoffe und/oder Gasdurchflussmessern Anwendbarkeit Eine Optimierung der Prozesssteuerung ist in allen Kalkwerken in unterschiedlichem Umfang möglich. Aufgrund unkontrollierbarer Faktoren wie der Qualität des Kalksteins lassen sich die Prozesse nicht vollständig automatisieren. 31.   BVT zur Vermeidung und/oder Minderung von Emissionen ist, die dem Ofen zugeführten Stoffe sorgfältig auszuwählen und zu kontrollieren. Beschreibung Die dem Ofen zugeführten Rohmaterialien haben durch die darin enthaltenen Verunreinigungen einen erheblichen Einfluss auf die Emissionen. Durch sorgfältige Auswahl der Rohstoffe lassen sich daher diese Emissionen an der Quelle reduzieren. So wirkt sich z. B. der unterschiedliche Schwefel- und Chlorgehalt von Kalkstein/Dolomit auf die Menge der SO2- und HCl-Emissionen im Abgas und der Gehalt an organischen Stoffen auf die TOC- und CO-Emissionen aus. Anwendbarkeit Die Anwendbarkeit hängt von der (lokalen) Verfügbarkeit von Rohmaterialien mit geringen Verunreinigungen ab. Durch die Art des Endprodukts und den Ofentyp können zusätzliche Einschränkungen gegeben sein. 1.3.2   Überwachung 32.   BVT ist, die Überwachung und Messung von Verfahrensparametern und Emissionen regelmäßig durchzuführen und Emissionen gemäß den maßgeblichen EN-Normen, oder, falls keine EN-Normen vorliegen, anhand von ISO-Normen, nationalen oder anderen internationalen Normen zu überwachen, die Daten von gleichwertiger wissenschaftlicher Qualität gewährleisten:   Maßnahme/Technik Anwendbarkeit a Kontinuierliche Messungen der Prozessparameter, die die Prozessstabilität aufzeigen, z. B. Temperatur, O2-Gehalt, Druck, Durchflussraten und CO-Emissionen Bei Ofenprozessen anwendbar b Überwachung und Stabilisierung kritischer Prozessparameter wie Brennstoffzufuhr, ordnungsgemäße Dosierung und Sauerstoffüberschuss c Kontinuierliche oder periodische Messungen der Staub-, NOx-, SOx- und CO-Emissionen und des NH3-Schlupfs bei Einsatz der SNCR-Technik Bei Ofenprozessen anwendbar d Kontinuierliche oder periodische Messungen der HCl- und HF-Emissionen bei Mitverbrennung von Abfällen Bei Ofenprozessen anwendbar e Kontinuierliche oder periodische Messungen der TOC-Emissionen und kontinuierliche Messungen bei der Mitverbrennung von Abfällen Bei Ofenprozessen anwendbar f Periodische Messungen von PCDD/F- und Metallemissionen Bei Ofenprozessen anwendbar g Kontinuierliche oder periodische Staubmessungen Bei allen Prozessen außer Ofenprozessen anwendbar. Bei kleinen Staubquellen (< 10 000  Nm3/h) sollte die Häufigkeit der Messungen auf einem Wartungsmanagementsystem basieren. Beschreibung Ob die unter BVT 32 c) bis f) genannten Messungen kontinuierlich oder periodisch durchgeführt werden, hängt von der Emissionsquelle und dem zu erwartenden Schadstoff ab. Für periodische Messungen von Staub-, NOx-, SOx- und CO-Emissionen dient eine Häufigkeit von einmal monatlich bis zu einmal jährlich unter normalen Betriebsbedingungen als Anhaltspunkt. Die Häufigkeit periodischer Messungen von PCDD/F-, TOC-, HCl-, HF- und Metallemissionen sollte sich nach den im Prozess eingesetzten Rohmaterialien und Brennstoffen richten. 1.3.3   Energieverbrauch 33.   BVT zur Minderung/Minimierung des Wärmeenergieverbrauch ist die Anwendung einer Kombination folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Einsatz verbesserter und optimierter Ofensysteme und ein reibungsloser, stabiler Ofenprozess nahe den Sollwerten der Prozessparameter durch: I. Optimierung der Prozesssteuerung; II. Wärmerückgewinnung aus den Abgasen (z. B. Nutzung der Abwärme aus Drehrohröfen zur Trocknung von Kalkstein für andere Prozesse wie das Mahlen von Kalkstein); III. moderne gravimetrische Aufgabesysteme für feste Brennstoffe; IV. Wartung der Anlage (z. B. hinsichtlich Luftdichtigkeit, Verschleiß des Feuerfestmaterials); V. optimierte Korngröße des Kalksteins. Die Regelparameter des Ofens nahe an ihren Optimalwerten zu halten, führt dazu, dass alle Verbrauchswerte sinken, was u. a. an einer geringeren Anzahl von Stillständen und Betriebsstörungen liegt. Für eine optimierte Korngröße müssen entsprechende Rohstoffe verfügbar sein. Maßnahme/Technik a) II ist nur in langen Drehrohröfen (LDO) anwendbar. b Verwendung von Brennstoffen mit Eigenschaften, die sich positiv auf den Wärmeenergieverbrauch auswirken. Brennstoffeigenschaften wie ein hoher Heizwert und ein geringer Feuchtegehalt können sich positiv auf den Energieverbrauch auswirken. Die Anwendbarkeit hängt davon ab, ob es technisch möglich ist, den Ofen mit dem gewählten Brennstoff zu befeuern, und ob geeignete Brennstoffe (mit hohem Heizwert und geringem Feuchtegehalt) verfügbar sind. Hierbei kann die Energiepolitik des Mitgliedstaates eine Rolle spielen. c Begrenzung des Luftüberschusses Eine Senkung des Luftüberschusses für die Verbrennung wirkt sich direkt auf den Brennstoffverbrauch aus, da ein hoher Luftanteil mehr Wärmeenergie benötigt, um die Überschussvolumen aufzuheizen. Nur in langen Drehrohröfen (LDO) und Drehrohröfen mit Vorwärmer (VDO) wirkt sich die Begrenzung des Luftüberschusses auf den Wärmeenergieverbrauch aus. Möglicherweise bewirkt diese Technik einen Anstieg der TOC- und CO-Emissionen. Anwendbar bei LDO und VDO, eingeschränkt durch die Möglichkeit einer Überhitzung des Ofens, wodurch sich die Lebensdauer der Ofenauskleidung verkürzen würde. Mit BVT verbundene Energieverbrauchswerte Siehe Tabelle 6. Tabelle 6 Mit BVT verbundene Werte für den Wärmeenergieverbrauch in der Kalk- und Dolomitindustrie Ofentyp Wärmeenergieverbrauch (20) GJ/t Produkt Lange Drehrohröfen (LDO, engl.: LRK) 6,0 – 9,2 Vorwärmer-Drehrohröfen (VDO, engl.: PRK) 5,1 – 7,8 Gleichstrom-Gegenstrom-Regenerativöfen (GGRO, engl.: PFRK) 3,2 – 4,2 Ringschachtöfen (RSO, engl.: ASK) 3,3 – 4,9 Mischgefeuerte Schachtöfen (MSO, engl.: MFSK) 3,4 – 4,7 Andere Öfen (AÖ, engl.: OK) 3,5 – 7,0 34.   BVT zur Minimierung des Stromverbrauchs ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Einsatz von Energiemanagementsystemen b Verwendung optimierter Korngrößen des Kalksteins c Einsatz von Zerkleinerungs- und anderen elektrischen Aggregaten mit hoher Energieeffizienz Beschreibung – Maßnahme/Technik b) Vertikale Öfen können üblicherweise nur größere Kalksteinkörnungen brennen. Drehrohröfen können auch kleinere Fraktionen verwerten, jedoch mit höherem Energieverbrauch. Neue vertikale Öfen brennen auch kleine Körnungen ab 10 mm. Die größeren Granalien des zu brennenden Gesteins werden eher in vertikalen Öfen als in Drehrohröfen eingesetzt. 1.3.4   Verbrauch an Kalkstein 35.   BVT zur Minimierung des Kalksteinverbrauchs ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik Anwendbarkeit a Selektiver Abbau, selektive Zerkleinerung und zielgerichteter Einsatz des Kalksteins (Qualität, Körnung) In der Kalksteinindustrie allgemein anwendbar. Allerdings ist die Verarbeitung des Kalksteins von seiner Qualität abhängig. b Auswahl von Öfen mit optimierter Ofentechnik, die ein breiteres Korngrößenspektrum des Kalksteins verarbeiten können, um den abgebauten Kalkstein optimal zu nutzen. Anwendbar bei neuen Anlagen und wesentlichen Änderungen des Ofens. Vertikale Öfen können im Prinzip nur grobe Kalksteinkörnungen brennen. In GGRO und/oder Drehrohröfen können auch kleinere Korngrößen gebrannt werden. 1.3.5   Auswahl der Brennstoffe 36.   BVT zur Vermeidung/Minderung von Emissionen ist, die dem Ofen zugeführten Brennstoffe sorgfältig auszuwählen und zu kontrollieren. Beschreibung Die dem Ofen zugeführten Brennstoffe können aufgrund ihrer Verunreinigungen erhebliche Auswirkungen auf die Luftemissionen haben. Der Gehalt an Schwefel (vor allem bei langen Drehrohröfen), Stickstoff und Chlor wirkt sich auf die SOx-, NOx- und HCl-Emissionen im Abgas aus. In Abhängigkeit von der chemischen Zusammensetzung des Brennstoffs und des eingesetzten Ofentyps kann die Wahl geeigneter Brennstoffe oder Brennstoffmischung zu einer Minderung der Emissionen führen. Anwendbarkeit Mit Ausnahme mischgefeuerter Schachtöfen können alle Ofentypen in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Brennstoffe, die durch die Energiepolitik des Mitgliedsstaates beeinflusst sein mag, mit allen Brennstoffen und Brennstoffmischungen befeuert werden. Die Brennstoffauswahl hängt auch von der gewünschten Qualität des Endprodukts, den technischen Voraussetzungen für die Brennstoffzufuhr am jeweiligen Ofen sowie von wirtschaftlichen Erwägungen ab. 1.3.5.1   Verwendung von Sekundärbrennstoffen 1.3.5.1.1   Abfallqualitätskontrolle 37.   BVT zur Gewährleistung der geforderten Eigenschaften der als Brennstoff im Kalkofen eingesetzten Abfälle ist die Anwendung folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Anwendung eines Qualitätssicherungssystems, um die geforderten Eigenschaften der Abfälle zu gewährleisten und sämtliche Abfälle, die als Brennstoff im Kalkofen eingesetzt werden sollen, auf folgende Kriterien hin zu prüfen: I. konstante Qualität; II. physikalische Eigenschaften wie Emissionsverhalten, Korngröße, Reaktivität, Brennbarkeit und Heizwert; III. chemische Eigenschaften wie Chlor-, Schwefel-, Alkali- und Phosphatgehalt sowie Gehalt an relevanten Metallen (z. B. Gesamtgehalt an Chrom, Blei, Cadmium, Quecksilber und Thallium) b Kontrolle der Menge relevanter Komponenten sämtlicher Abfälle, die als Brennstoff eingesetzt werden sollen, wie Halogene (gesamt), Metalle (z. B. Gesamtgehalt an Chrom, Blei, Cadmium, Quecksilber, Thallium) und Schwefel 1.3.5.1.2   Abfallzuführung in den Ofen 38.   BVT zur Vermeidung/Minderung von Emissionen durch den Einsatz von Sekundärbrennstoffen im Ofen ist die Anwendung folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Geeignete Brenner, denen je nach Ofentyp und Ofenbetrieb geeignete Abfälle zugeführt werden können b Betrieb der Öfen in einer Weise, dass das bei der Mitverbrennung von Abfällen entstehende Gas kontrolliert und gleichmäßig – selbst unter ungünstigsten Bedingungen - für 2 Sekunden auf eine Temperatur von 850 °C erhitzt wird c Erhöhung der Temperatur auf 1 100  °C, wenn gefährliche Abfälle mit einem Gehalt von mehr als 1 % an halogenierten organischen Stoffen, angegeben als Chlor, mitverbrannt werden d Kontinuierliche, gleichmäßige Abfallzuführung e Aussetzung der Zuführung von Abfällen bei Vorgängen wie dem Anfahren und/oder Abfahren des Ofens, bei denen die unter c) und d) genannten Temperaturen und Verweilzeiten nicht erreicht werden können 1.3.5.1.3   Sicherheitsmanagement bei Verwendung gefährlicher Abfälle 39.   BVT zur Vermeidung unkontrollierter Emissionen ist die Anwendung eines Sicherheitsmanagements für die Lagerung, Handhabung und Zuführung von gefährlichen Abfällen in den Ofen. Beschreibung Ein Sicherheitsmanagement für die Lagerung, Handhabung und Zuführung von gefährlichen Abfällen basiert auf einem risikobasierten Konzept für die Kennzeichnung, Kontrolle, Beprobung und Untersuchung der zu handhabenden Abfälle je nach Herkunft und Art des Abfalls. 1.3.6   Staubemissionen 1.3.6.1   Diffuse Staubemissionen 40.   BVT zur Minimierung/Vermeidung diffuser Staubemissionen aus staubenden Betriebsvorgängen ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Einhausung/Kapselung von staubenden Vorgängen wie Mahlen, Sieben und Mischen b Einsatz geschlossener Förderbänder und Höhenförderer, die als geschlossenes System konzipiert werden, wenn mit Staubemissionen aus staubhaltigen Materialien zu rechnen ist c Einsatz von Lagersilos mit ausreichender Kapazität, Füllstandsmeldern mit automatischer Abschaltung und Filtern für die staubbeladene Luft, die während der Füllvorgänge verdrängt wird d Kreislaufführung, die für pneumatische Fördersysteme bevorzugt wird e Handhabung des Materials in geschlossenen Systemen, die unter Unterdruck gehalten werden und deren Abluft vor der Abgabe an die Luft durch Gewebefilter entstaubt wird f Reduzierung der Luftleckagen und Lecks, an denen Rieselgut austreten kann; Dichtigkeit der Anlage g Ordnungsgemäße und vollständige Wartung der Anlage h Einsatz automatischer Apparaturen und Regeleinrichtungen i Einhaltung eines kontinuierlichen, störungsfreien Betriebs j Einsatz flexibler, mit Staubabsaugung ausgerüsteter Rohre zur Verladung des Kalks, die nahe an der Ladefläche des Transportfahrzeugs positioniert sind Anwendbarkeit Bei Prozessen zur Aufbereitung der Rohmaterialien wie Zerkleinerung und Siebung findet wegen des Feuchtigkeitsgehalts des Rohmaterials normalerweise keine Stauberfassung statt. 41.   BVT zur Minimierung/Vermeidung diffuser Staubemissionen von Schüttgutlagerplätzen ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Abdeckung oder Einfassung der Lagerplätze durch Abschirmungen, Mauern oder vertikale Begrünung (künstliche oder natürliche Windbarrieren als Windschutz für offene Halden). b Einsatz von Produktsilos und geschlossenen, vollautomatischen Rohmateriallagern. Derartige Lager sind mit einem oder mehreren Gewebefiltern ausgestattet, um die Entstehung diffuser Staubemissionen bei Be- und Entladevorgängen zu verhindern. c Minderung diffuser Staubemissionen von Lagerhalden durch ausreichende Befeuchtung der Haldenbe- und -entladestellen und Förderbänder mit verstellbarer Abwurfhöhe. Wenn Befeuchtungs- und Sprühmaßnahmen/-techniken eingesetzt werden, kann der Boden versiegelt und das Überschusswasser gesammelt, ggf. behandelt und in geschlossenen Kreisläufen verwendet werden. d Wenn diffuse Staubemissionen an den Be- und Entladestellen der Lagerstätten nicht verhindert werden können, werden sie durch eine nach Möglichkeit automatische Anpassung der Abwurfhöhe an die variierende Höhe der Halde oder durch Herabsetzung der Entladegeschwindigkeit gemindert. e Vor allem in trockenen Bereichen werden die Lagerflächen durch Sprühvorrichtungen feucht gehalten und von Reinigungsfahrzeugen gereinigt. f Einsatz von Unterdrucksystemen bei Entnahmevorgängen. Neubauten lassen sich problemlos mit stationären Absaugeinrichtungen ausstatten, während für bestehende Gebäude mobile Systeme mit flexiblen Verbindungen meist besser geeignet sind. g Die von Lastkraftwagen befahrenen Bereiche werden zur Minderung diffuser Staubemissionen nach Möglichkeit versiegelt, und ihre Oberfläche wird so sauber wie möglich gehalten. Durch Befeuchten der Fahrwege können diffuse Staubemissionen vor allem bei trockenem Wetter reduziert werden. Durch Ordnung und Sauberkeit lassen sich diffuse Staubemissionen auf ein Minimum begrenzen. 1.3.6.2   Gefasste Staubemissionen aus staubenden Betriebsvorgängen mit Ausnahme von Ofenprozessen 42.   BVT zur Minderung gefasster Staubemissionen aus staubenden Betriebsvorgängen mit Ausnahme von Ofenprozessen ist die Anwendung einer der folgenden Techniken und der Einsatz eines Wartungsmanagementsystems, das speziell auf die Leistungsfähigkeit der Filter ausgerichtet ist:   Technik (21)  (22) Anwendbarkeit a Gewebefilter Allgemein anwendbar auf Mahl- und Zerkleinerungsanlagen und Nebenanlagen in der Kalkindustrie, auf Materialtransport sowie Lagerungs- und Verladeeinrichtungen. Die Anwendbarkeit von Gewebefiltern in Kalklöschanlagen kann wegen der hohen Feuchtigkeit und der niedrigen Abgastemperaturen eingeschränkt sein. b Nassabscheider Vor allem in Kalklöschanlagen einsetzbar Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 7. Tabelle 7 Mit BVT verbundene Emissionswerte für gefasste Staubemissionen aus staubenden Betriebsvorgängen mit Ausnahme der Ofenfeuerung Technik Einheit Mit BVT verbundener Emissionswert (Tagesmittelwert oder Mittelwert über den Stichprobenzeitraum (Einzelmessungen über mindestens eine halbe Stunde)) Gewebefilter mg/Nm3 < 10 Nassabscheider mg/Nm3 < 10 – 20 Bei kleinen Staubquellen (<10 000 Nm3/h) sollte hinsichtlich der Häufigkeit der Überwachung der Leistungsfähigkeit der Filter ein Prioritätsansatz berücksichtigt werden (siehe auch BVT 5). 1.3.6.3   Staubemissionen aus der Ofenfeuerung 43.   BVT zur Minderung von Staubemissionen im Abgas der Ofenfeuerung ist eine trockene Abgasreinigung mit Filter. Folgende Techniken können einzeln oder in Kombination angewen

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.