Europäische Union

2013/163/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 26. März 2013 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Herstellung von Zement, Kalk und Magnesiumoxid (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2013) 1728) Text von Bedeutung für den EWR

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er NH3-Emissionen bei Anwendung von SNCR Allgemein anwendbar d Kontinuierliche Messungen der Staub-, NOx-, SOx- und CO-Emissionen Bei Ofenprozessen anwendbar e Periodische Messungen der PCDD/F- und Metallemissionen f Kontinuierliche oder periodische Messungen der HCl-, HF- und TOC-Emissionen g Kontinuierliche oder periodische Staubmessungen Bei Betriebsabläufen mit Ausnahme von Ofenprozessen anwendbar. Bei kleinen Staubquellen (<10 000 Nm3/h) staubender Betriebsvorgänge außer Kühlung und wesentlichen Mahlprozessen sollte die Häufigkeit von Messungen oder Leistungskontrollen auf einem Wartungsmanagementsystem basieren. Beschreibung Ob die unter BVT 5 f) genannten Messungen kontinuierlich oder periodisch durchgeführt werden, hängt von der Emissionsquelle und der Art der zu erwartenden Schadstoffe ab. 1.2.3   Energieverbrauch und Verfahrensauswahl 1.2.3.1   Verfahrensauswahl 6.   BVT zur Minderung des Energieverbrauchs ist die Anwendung des Trockenverfahrens mit mehrstufiger Vorwärmung und Vorkalzinierung. Beschreibung In diesem Ofensystem können Abgase und rückgewonnene Abwärme aus dem Kühler zum Vorwärmen und Vorkalzinieren des Rohmaterials verwendet werden, bevor es in den Ofen eingeführt wird. Dadurch wird eine beträchtliche Energieeinsparung erreicht. Anwendbarkeit Anwendbar in neuen Anlagen und bei wesentlichen Änderungen bestehender Anlagen, in Abhängigkeit vom Feuchtigkeitsgehalt des Rohmaterials. Mit BVT verbundene Energieverbrauchswerte Siehe Tabelle 1. Tabelle 1 Mit BVT verbundene Energieverbrauchswerte für neue Anlagen und wesentliche Änderungen bestehender Anlagen, die das Trockenverfahren mit mehrstufiger Vorwärmung und Vorkalzinierung anwenden Verfahren Einheit Mit BVT verbundene Energieverbrauchswerte (5) Trockenverfahren mit mehrstufiger Vorwärmung und Vorkalzinierung MJ/t Klinker 2 900 – 3 300  (6)  (7) 1.2.3.2   Energieverbrauch 7.   BVT zur Minderung/Minimierung des Wärmeenergieverbrauchs ist die Anwendung einer Kombination folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik Anwendbarkeit a Verbesserte und optimierte Ofensysteme und ein reibungsloser und stabiler Ofenprozess nahe an den Sollwerten der Prozessparameter durch: I. Optimierung der Prozesssteuerung, u. a. mit computergestützten, automatischen Regelungssystemen; II. moderne gravimetrische Zufuhrsysteme für feste Brennstoffe; III. Vorwärmung und Vorkalzinierung, unter Berücksichtigung der bestehenden Konfiguration der Ofenanlage Allgemein anwendbar. Inwieweit eine Vorwärmung und Vorkalzinierung bei bestehenden Öfen angewandt werden kann, hängt von der Konfiguration der Ofenanlage ab. b Rückgewinnung der überschüssigen Ofenwärme, insbesondere aus der Kühlzone. Vor allem die Überschusswärme aus der Kühlzone des Ofens (Heißluft) oder aus dem Vorwärmer kann zur Trocknung der Rohmaterialien verwendet werden. In der Zementindustrie allgemein anwendbar. Die Rückgewinnung von Überschusswärme aus der Kühlzone ist möglich, wenn Rostkühler eingesetzt werden. Bei Rotationskühlern ist die Effizienz der Rückgewinnung begrenzt. c Verwendung einer den speziellen Eigenschaften der verwendeten Rohmaterialien und Brennstoffe entsprechenden Anzahl an Zyklonstufen. Zyklonstufen sind in neuen Anlagen und bei wesentlichen Änderungen bestehender Anlagen anwendbar. d Verwendung von Brennstoffen mit Eigenschaften, die einen positiven Einfluss auf den Wärmeenergieverbrauch haben. In Abhängigkeit von der Brennstoffverfügbarkeit ist die Technik in Zementöfen allgemein anwendbar. In bestehenden Öfen hängt die Anwendbarkeit von den technischen Möglichkeiten für die Brennstoffzufuhr ab. e Einsatz optimierter und für die Verbrennung von Abfällen geeigneter Zementöfen, wenn konventionelle Brennstoffe durch Sekundärbrennstoffe ersetzt werden. Bei allen Zementöfen allgemein anwendbar f Minimierung von Bypassströmen In der Zementindustrie allgemein anwendbar Beschreibung Verschiedene Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch moderner Ofensysteme, z. B. die Eigenschaften der Rohmaterialien (Feuchtegehalt, Brennbarkeit usw.), die Verwendung von Brennstoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften und auch der Einsatz eines Gasbypass-Systems. Darüber hinaus beeinflusst auch die Produktionskapazität des Ofens den Energiebedarf. Maßnahme/Technik 7 c): Die geeignete Anzahl an Zyklonstufen für die Vorwärmung wird durch den Durchsatz und den Feuchtegehalt der Rohmaterialien und der Brennstoffe bestimmt, die durch die Restwärme des Rauchgases getrocknet werden müssen, da die lokal verfügbaren Rohmaterialien in ihrem Feuchtegehalt und ihrer Brennbarkeit sehr unterschiedlich sind. Maßnahme/Technik 7 d): In der Zementindustrie können konventionelle und Sekundärbrennstoffe eingesetzt werden. Die Kenndaten der eingesetzten Brennstoffe wie ein geeigneter Heizwert und ein geringer Feuchtegehalt wirken sich positiv auf den spezifischen Energieverbrauch des Ofens aus. Maßnahme/Technik 7 f): Die Entnahme von heißem Rohmaterial und heißem Gas führt zu einem höheren spezifischen Energieverbrauch von 6-12 MJ/t Klinker pro Prozent entferntes Gas am Ofeneinlauf. Somit wirkt sich die Minimierung der Verwendung eines Gasbypasses positiv auf den Energieverbrauch aus. 8.   BVT zur Senkung des Primärenergieverbrauchs ist die Reduzierung des Klinkergehalts von Zement und Zementprodukten. Beschreibung Die Reduzierung des Klinkergehalts von Zement und Zementprodukten kann durch Zugabe von Füllstoffen und/oder Zusatzstoffen wie Hochofenschlacke, Kalkstein, Flugasche und Puzzolan im Mahlprozess gemäß entsprechenden Zementnormen erfolgen. Anwendbarkeit In der Zementindustrie je nach (lokaler) Verfügbarkeit von Füllstoffen und/oder Zusatzstoffen und Besonderheiten des lokalen Marktes allgemein anwendbar. 9.   BVT zur Senkung des Primärenergieverbrauchs ist die Errichtung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen/ Anlagen mit kombinierter Wärme- und Stromerzeugung. Beschreibung Der Einsatz von Dampferzeugern zur Stromgewinnung oder von Anlagen zur kombinierten Bereitstellung von Strom und Wärme in der Zementindustrie ist durch Rückgewinnung der Abwärme aus dem Klinkerkühler oder den Ofenabgasen im konventionellen Dampfkreislauf oder durch andere Techniken möglich. Darüber hinaus kann Überschusswärme aus dem Klinkerkühler oder den Ofenabgasen als Fernwärme oder für die Nutzung in industriellen Anwendungen zurückgewonnen werden. Anwendbarkeit Die Technik ist in allen Zementöfen anwendbar, wenn ausreichend Überschusswärme zur Verfügung steht und entsprechende Prozessparameter eingehalten werden können und wenn die Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist. 10.   BVT zur Senkung/Minimierung des Stromverbrauchs ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Energiemanagementsysteme b Einsatz von Mahl- und anderen elektrischen Aggregaten mit hoher Energieeffizienz c Verbesserte Überwachungssysteme d Reduzierung von Falschlufteintritten in die Anlage e Optimierung der Prozesssteuerung 1.2.4   Abfalleinsatz 1.2.4.1   Überwachung der Abfallqualität 11.   BVT zur Gewährleistung der Eigenschaften der als Rohstoff und/oder Brennstoff im Zementofen einzusetzenden Abfälle und zur Minderung von Emissionen ist die Anwendung folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Anwendung von Qualitätssicherungssystemen, um die Eigenschaften der als Rohmaterial und/oder Brennstoff im Zementofen einzusetzenden Abfälle zu gewährleisten und diese Abfälle auf folgende Kriterien hin zu prüfen: I. konstante Qualität; II. physikalische Eigenschaften wie Emissionsverhalten, Korngrößenverteilung, Reaktivität, Brennbarkeit, Heizwert; III. chemische Eigenschaften wie Chlor-, Schwefel-, Alkali-, Phosphatgehalt und Gehalt an relevanten Metallen. b Kontrolle der relevanten Parameter, wie des Gehalts an Chlor, relevanten Metallen (z. B. Cadmium, Quecksilber, Thallium), Schwefel und Halogenen insgesamt, bei jedem Abfall, der als Rohmaterial und/oder Brennstoff im Zementofen eingesetzt werden soll c Durchführung einer Qualitätssicherung bei jeder Abfallcharge Beschreibung Verschiedene Abfallarten können Primärrohstoffe und/oder fossile Brennstoffe in der Zementherstellung ersetzen und so zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. 1.2.4.2   Abfallzuführung in den Ofen 12.   BVT zur Gewährleistung der geeigneten Behandlung der als Brennstoff und/oder Rohmaterial in den Öfen eingesetzten Abfälle ist die Anwendung folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Nutzung geeigneter Zugabestellen am Ofen für die Abfälle hinsichtlich Temperatur und Verweilzeit, die vom Ofendesign und der Ofenführung abhängig sind b Zuführung von Abfällen mit organischen Bestandteilen, die sich vor der Brennzone verflüchtigen können, in Ofenzonen mit ausreichend hoher Temperatur c Die Öfen so betreiben, dass das bei der Mitverbrennung von Abfällen entstehende Gas kontrolliert und gleichmäßig - selbst unter ungünstigsten Bedingungen - für 2 Sekunden auf eine Temperatur von 850 °C erhitzt wird d Die Temperatur auf 1 100  °C erhöhen, wenn gefährliche Abfälle mit einem Gehalt von mehr als 1 Gewichtsprozent an halogenierten organischen Stoffen, angegeben als Chlor, mitverbrannt werden e Abfälle kontinuierlich und gleichmäßig zuführen f Die Mitverbrennung von Abfällen bei Vorgängen wie dem Anfahren und/oder Abfahren des Ofens, bei denen die unter a) bis d) geforderten Temperaturen und Verweilzeiten nicht erreicht werden können, auf einen späteren Zeitpunkt verschieben oder aussetzen 1.2.4.3   Sicherheitsmanagement bei Verwendung gefährlicher Abfälle 13.   BVT ist, ein Sicherheitsmanagement für die Handhabung, Lagerung und Zuführung von gefährlichen Abfällen anzuwenden, beispielsweise in Form eines risikobasierten Ansatzes für die Kennzeichnung, Kontrolle, Beprobung und Untersuchung der zu handhabenden Abfälle entsprechend ihrer Herkunft und Art. 1.2.5   Staubemissionen 1.2.5.1   Diffuse Staubemissionen 14.   BVT zur Minimierung/Vermeidung diffuser Staubemissionen von staubenden Vorgängen ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik Anwendbarkeit a Einfache, geradlinige Gestaltung der Anlage Nur bei neuen Anlagen anwendbar b Einhausung/Kapselung von staubenden Vorgängen wie Mahlen, Sieben und Mischen Allgemein anwendbar c Abdeckung von Förderbändern und Höhenförderern, die als geschlossenes System konzipiert werden, wenn mit Staubemissionen aus staubhaltigem Material zu rechnen ist d Reduzierung von Luftleckagen und Lecks, aus denen Rieselgut austreten kann e Einsatz von automatischen Apparaturen und Kontrolleinrichtungen f Sicherstellung eines störungsfreien Betriebs g Mobile und stationäre Absaugsysteme für eine ordnungsgemäße und umfassende Pflege der Anlage: — Bei Wartungsvorgängen oder Störungen an Fördereinrichtungen kann Rieselgut austreten. Um die Bildung diffuser Staubemissionen bei Entnahmevorgängen zu vermeiden, sollten Unterdrucksysteme eingesetzt werden. Neubauten können problemlos mit stationären Absaugeinrichtungen ausgestattet werden, während für bestehende Bauwerke mobile Systeme mit flexiblen Verbindungen meist besser geeignet sind. — In bestimmten Fällen könnte für pneumatische Fördersysteme eine Kreislaufführung bevorzugt werden. h Entlüftung und Aufnahme der Stäube in Gewebefiltern: — Die gesamte Materialhandhabung sollte so weit wie möglich in geschlossenen Systemen mit Unterdruck erfolgen. Die abgesaugte Luft wird dann vor Abgabe an die Atmosphäre durch einen Gewebefilter entstaubt. i Geschlossene Lagerungssysteme mit automatischen Fördervorrichtungen: — Klinkersilos und geschlossene, vollautomatische Rohmateriallager werden als wirksamste Lösung für das Problem der diffusen Staubemissionen aus großen Materiallagern betrachtet. Derartige Lager sind zur Vermeidung diffuser Staubemissionen bei Be- und Entladevorgängen mit einem oder mehreren Gewebefiltern ausgestattet. — Lagersilos mit ausreichender Kapazität, mit Füllstandsmeldern und automatischen Abschaltvorrichtungen sowie mit Filtern für die staubbeladene Luft, die während der Füllvorgänge verdrängt wird. j Flexible Abfüllrohre zum Verladen des Zements, die mit einer Staubabsaugung ausgerüstet und nahe der Ladefläche des Transportfahrzeugs positioniert sind. 15.   BVT zur Minimierung/Vermeidung diffuser Staubemissionen von Schüttgutlagerbereichen ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a Abdeckung oder Einfassung von Schüttgutlagerbereichen oder -halden durch Abschirmungen, Mauern oder vertikale Begrünung (künstliche oder natürliche Windbarrieren zum Windschutz für offene Halden) b Windschutz für offene Halden: — Offene Lagerhalden mit staubenden Materialien sollten vermieden werden. Falls solche Halden vorhanden sind, kann der diffuse Staub durch geeignete Windbarrieren gemindert werden. c Wasserbedüsung und Einsatz chemischer Staubbindemittel: — Wenn die Quelle von diffusem Staub eindeutig lokalisiert ist, kann ein Wassersprühsystem installiert werden. Die Befeuchtung von Staubpartikeln begünstigt deren Agglomeration und erleichtert so den Staubniederschlag. Zur Verbesserung der Wirksamkeit der Wasserbedüsung steht auch eine große Auswahl an Bindemitteln zur Verfügung. d Befestigung und Befeuchtung von Fahrwegen und organisatorische Maßnahmen: — Von Lastkraftwagen genutzte Bereiche sollten nach Möglichkeit befestigt sein und so sauber wie möglich gehalten werden. Durch Befeuchten der Fahrwege vor allem bei trockenem Wetter können diffuse Staubemissionen reduziert werden. Die Fahrwege können auch mit Straßenkehrmaschinen gereinigt werden. Durch Ordnung und Sauberkeit lassen sich diffuse Staubemissionen auf ein Minimum begrenzen. e Befeuchtung von Halden: — Diffuse Staubemissionen von Lagerhalden können mittels ausreichender Befeuchtung der Be- und Entladepunkte und durch Gebrauch von Förderbändern mit verstellbarer Abwurfhöhe reduziert werden. f Wenn diffuse Staubemissionen an den Be- und Entladepunkten von Lagerplätzen nicht zu vermeiden sind, können sie durch eine nach Möglichkeit automatische Anpassung der Abwurfhöhe an die variierende Höhe der Halde oder durch Herabsetzung der Entladegeschwindigkeit gemindert werden. 1.2.5.2   Gefasste Staubemissionen aus staubenden Betriebsvorgängen Dieser Abschnitt betrifft Staubemissionen, die aus anderen staubenden Vorgängen als der Ofenfeuerung, der Kühlung oder den wesentlichen Mahlprozessen stammen. Hierunter fallen Prozesse wie das Brechen der Rohmaterialien, Förderbänder und Höhenförderer für das Rohmaterial, die Lagerung von Rohmaterialien, Klinker und Zement, die Lagerung der Brennstoffe und der Versand des Zements. 16.   BVT zur Minderung gefasster Staubemissionen ist, ein Wartungsmanagementsystem anzuwenden, das speziell auf die Leistungsfähigkeit der Filter, die für staubende Betriebsvorgänge außer der Ofenfeuerung, Kühlung und wesentliche Mahlprozesse eingesetzt werden, ausgerichtet ist. Unter Berücksichtigung dieses Managementsystems ist es BVT, eine trockene Abgasreinigung mit Filter einzusetzen. Beschreibung Bei staubenden Betriebsvorgängen erfolgt die trockene Abgasreinigung üblicherweise mit einem Gewebefilter. In Abschnitt 1.5.1 werden Gewebefilter beschrieben. Mit BVT verbundene Emissionswerte Der mit BVT verbundene Emissionswert für gefasste Staubemissionen aus staubenden Betriebsvorgängen (außer Ofenfeuerung, Kühlung und den wesentlichen Mahlprozessen) beträgt <10 mg/Nm3, angegeben als Mittelwert über den Stichprobenzeitraum (Einzelmessung über mindestens eine halbe Stunde). Bei kleinen Staubquellen (<10 000 Nm3/h) sollte ein Prioritätsansatz, der hinsichtlich der Häufigkeit der Überwachung der Leistungsfähigkeit der Filter auf dem Wartungsmanagementsystem basiert, berücksichtigt werden (siehe auch BVT 5). 1.2.5.3   Staubemissionen aus der Ofenfeuerung 17.   BVT zur Minderung von Staubemissionen im Abgas der Ofenfeuerung ist der Einsatz einer trockenen Abgasreinigung mit Filter.   Technik (8) Technik (8) a Elektrofilter In allen Ofensystemen anwendbar b Gewebefilter c Hybridfilter Mit BVT verbundene Emissionswerte Der mit BVT verbundene Emissionswert für Staubemissionen aus dem Abgas der Ofenfeuerung beträgt < 10-20 mg/Nm3, angegeben als Tagesmittelwert. Mit Gewebefiltern und mit neuen oder nachgerüsteten Elektrofiltern wird der untere Wert erreicht. 1.2.5.4   Staubemissionen aus Kühl- und Mahlprozessen 18.   BVT zur Minderung von Staubemissionen aus dem Abgas von Kühl- und Mahlprozessen ist der Einsatz einer trockenen Abgasreinigung mit Filter.   Technik (9) Anwendbarkeit a Elektrofilter Allgemein anwendbar an Klinkerkühlern und Zementmühlen b Gewebefilter Allgemein anwendbar an Klinkerkühlern und Mühlen c Hybridfilter Allgemein anwendbar an Klinkerkühlern und Zementmühlen Mit BVT verbundene Emissionswerte Der mit BVT verbundene Emissionswert für Staubemissionen aus dem Abgas von Kühl- und Mahlprozessen beträgt <10-20 mg/Nm3, angegeben als Tagesmittelwert oder Mittelwert über den Stichprobenzeitraum (Einzelmessung über mindestens eine halbe Stunde). Mit Gewebefiltern und neuen oder nachgerüsteten Elektrofiltern wird der untere Wert erreicht. 1.2.6   Gasförmige Verbindungen 1.2.6.1   NOx-Emissionen 19.   BVT zur Minderung der NOx-Emissionen aus dem Abgas der Ofenfeuerung und/oder Vorwärmung/Vorkalzinierung ist die Anwendung einer oder einer Kombination der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik (10) Anwendbarkeit a Primärmaßnahmen/-techniken I. Flammenkühlung Anwendbar bei allen Ofentypen zur Zementherstellung. Eine Das Maß der Anwendbarkeit kann durch die Anforderungen an die Produktqualität und mögliche Auswirkungen auf die Prozessstabilität begrenzt sein. II. Low-NOx-Brenner Anwendbar bei allen Drehrohröfen, sowohl im Hauptofen als auch im Vorkalzinator III. Feuerung in der Ofenmitte (engl.: mid-kiln firing) Allgemein anwendbar bei langen Drehrohröfen IV. Zugabe von Mineralisatoren, um die Brennbarkeit des Rohmehls zu verbessern (mineralisierter Klinker) Allgemein anwendbar bei Drehrohröfen in Abhängigkeit von den Anforderungen an die Qualität des Endprodukts V. Prozessoptimierung Allgemein anwendbar bei allen Öfen. b Gestufte Verbrennung (bei konventionellen oder Sekundärbrennstoffen), auch in Kombination mit einem Vorkalzinator und optimiertem Brennstoffmix Im Allgemeinen nur bei Öfen mit Vorkalzinator anwendbar. An Zyklonvorwärmeröfen ohne Vorkalzinator müssen wesentliche Änderungen vorgenommen werden. In Öfen ohne Vorkalzinator kann durch Zufeuerung von stückigen Brennstoffen die NOx-Minderung positiv beeinflusst werden, wenn es gelingt, eine kontrollierte Reduktionsatmosphäre zu erzeugen und die entsprechenden CO-Emissionen zu kontrollieren. c Selektive nichtkatalytische Reduktion (SNCR) Grundsätzlich in Drehrohröfen zur Zementherstellung anwendbar. Die Eindüsungszonen variieren je nach Art des Ofenprozesses. In langen Nass- und langen Trockenöfen kann es schwierig sein, die richtige Temperatur und die erforderliche Verweilzeit zu erreichen. Siehe auch BVT 20. d Selektive katalytische Reduktion (SCR) Die Anwendbarkeit unterliegt einem geeigneten Katalysator und der Weiterentwicklung des Verfahrens für die Zementindustrie. Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 2. Tabelle 2 Mit BVT verbundene Emissionswerte für NOx im Abgas der Ofenfeuerung und/oder Vorwärmung/Vorkalzinierung in der Zementindustrie Ofentyp Einheit Mit BVT verbundener Emissionswert (Tagesmittelwert) Vorwärmeröfen mg/Nm3 < 200 – 450 (11)  (12) Lepolöfen und lange Drehrohröfen mg/Nm3 400 – 800 (13) 20.   Bei Anwendung von SNCR ist BVT, durch Anwendung der folgenden Maßnahmen/Techniken eine wirksame NOx-Minderung zu erreichen und dabei den Ammoniakschlupf so gering wie möglich zu halten:   Maßnahme/Technik a Einhaltung eines angemessenen und ausreichenden NOx-Minderungsgrads bei stabilem Betriebsablauf b Sicherstellung einer guten stöchiometrischen Verteilung des Ammoniaks, um eine maximale Wirksamkeit der NOx-Minderung zu erreichen und den NH3-Schlupf zu begrenzen c Den NH3-Schlupf im Abgas (bedingt durch nicht umgesetztes Ammoniak) unter Berücksichtigung der Wechselbeziehung zwischen dem NOx-Minderungsgrad und dem NH3-Schlupf so gering wie möglich halten Anwendbarkeit Die SNCR-Technik ist grundsätzlich in Zement-Drehrohröfen einsetzbar. Die Eindüsungszonen variieren je nach Art des Ofenprozesses. In langen Nass- und Trockenöfen kann es schwierig sein, die richtige Temperatur und die erforderliche Verweilzeit zu erreichen. Siehe auch BVT 19. Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 3. Tabelle 3 Mit BVT verbundene Emissionswerte für den NH3-Schlupf im Abgas bei Einsatz der SNCR-Technik Parameter Einheit Mit BVT verbundener Emissionswert (Tagesmittelwert) NH3-Schlupf mg/Nm3 < 30 – 50 (14) 1.2.6.2   SOx-Emissionen 21.   BVT zur Minderung/Minimierung der SOx-Emissionen im Abgas der Ofenfeuerung und/oder Vorwärmung/Kalzinierung ist die Anwendung einer der folgenden Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik (15) Anwendbarkeit a Zugabe von Absorptionsmitteln Die Zugabe von Absorptionsmitteln ist grundsätzlich in allen Ofensystemen möglich, obwohl sie vorwiegend bei Zyklonvorwärmern eingesetzt wird. Eine Kalkzugabe über den Rohmaterialpfad mindert die Qualität der Granalien/Kügelchen und verursacht in Lepolöfen Strömungsprobleme. In Vorwärmeröfen hat sich das direkte Einblasen von gelöschtem Kalk in den Abgaspfad als weniger effizient erwiesen als die Zugabe von Kalkhydrat über den Rohmaterialpfad. b Nasswäscher In allen Zementöfen mit entsprechenden (ausreichenden) SO2-Niveaus für die Herstellung von Gips anwendbar Beschreibung In Abhängigkeit von der Rohmaterial- und Brennstoffqualität können die SOx-Emissionen gering gehalten werden, so dass keine Minderungstechnik erforderlich ist. Gegebenenfalls können Primärtechniken und/oder Minderungstechniken wie die Zugabe von Absorptionsmitteln oder Nasswäscher zur Reduzierung der SOx-Emissionen eingesetzt werden. Nasswäscher werden bereits in Anlagen mit ungeminderten SOx-Anfangsemissionen über 800-1 000 mg/Nm3 eingesetzt. Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 4. Tabelle 4 Mit BVT verbundene Emissionswerte für SOx im Abgas der Ofenfeuerung und/oder Vorwärmung/Vorkalzinierung in der Zementindustrie Parameter Einheit Mit BVT verbundener Emissionswert (16)  (17) (Tagesmittelwert) SOx, angegeben als SO2 mg/Nm3 < 50 – 400 22.   BVT zur Reduzierung der SO2-Emissionen aus dem Ofen ist, die Rohmahlprozesse zu optimieren. Beschreibung Die Technik besteht aus der Optimierung des Rohmahlprozesses, so dass die Rohmühle zur SO2-Minderung für den Ofen fungiert. Zu erreichen ist dies durch die Anpassung von Faktoren wie: — Feuchtegehalt des Rohmaterials, — Mühlentemperatur, — Verweildauer in der Mühle, — Feinheit des Mahlgutes. Anwendbarkeit Anwendbar, wenn der Trockenmahlprozess im Verbundbetrieb eingesetzt wird. 1.2.6.3   CO-Emissionen und CO-Trips 1.2.6.3.1   Minderung von CO-Trips 23.   Um bei der Verwendung von Elektro- oder Hybridfiltern die Häufigkeit von CO-Trips zu minimieren und ihre Gesamtdauer auf unter 30 Minuten im Jahr zu halten, ist BVT die Anwendung einer Kombination folgender Maßnahmen/Techniken:   Maßnahme/Technik a

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.