Europäische Union

2004/134/EG: Entscheidung der Kommission vom 3. Juli 2001 zur Erklärung der Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2220 — General Electric/Honeywell) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 1746)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0134. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Zur amtlichen Quelle ↗

Originaldateien und Anlagen

Durchsuchbarer Text in vereinfachter Darstellung. Tabellen, Abbildungen und verbindliche Gestaltung bitte anhand der Originaldateien prüfen.

ses Marktes (nur Direkteinbau in neue Flugzeuge) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 11. Tabelle 11 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (246) Kommunikations-/Navigationssysteme (Com/Nav - VHF/VOR) senden bzw. empfangen Meldungen des Piloten und andere Informationen zu bzw. von boden- oder bordseitigen Funkstellen. Honeywells einzige Wettbewerber sind Rockwell Collins und Thales. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 12. Tabelle 12 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (247) Satellitenkommunikationssysteme (SatCom) senden und empfangen Daten und Telefongespräche über Satellit an den bzw. vom Boden. Honeywell steht auf diesem Markt mit Rockwell Collins im Wettbewerb. Thales, das vor kurzem RACAL übernommen hat, hätte die Möglichkeit, auf dem SatCom-Markt für große Verkehrsflugzeuge einzusteigen, da RACAL Honeywells Partner bei der SatCom-Fertigung ist. Allerdings [Beschreibung von Honeywells strategischer Vereinbarung über die Kooperation mit RACAL, von Honeywell als vertrauliche Information erachtet]*(94). Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 13. Tabelle 13 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (248) Mehrmodus-Empfangsgeräte (Multi-Mode Receiver bzw. MMR) ermöglichen die Präzisionsanflugführung zu Flughäfen mit traditionellen bodengestützten Instrumentenlandesystemen (ILS) und die satellitengestützte Nichtpräzisionsanflugführung unter Verwendung eines eingebauten globalen Positionsierungssystems (GPS). Honeywells Wettbewerber sind Rockwell Collins und Thales. Rockwell Collins ist allerdings von Smiths für die Zulieferung der FMS abhängig, die in das MMR-Produkt von Rockwell eingebaut werden. Honeywell ist auch ein wichtiger Anbieter von GPS-Einzelgeräten, die aber auf dem Markt für große Verkehrsflugzeuge zunehmend an Bedeutung verlieren, da ihre Funktion im MMR integriert ist. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigen die Tabellen 14 und 15. Tabelle 14 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Tabelle 15 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (249) Aufzeichnungsgeräte zeichnen Flugdaten und Gespräche im Cockpit auf. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Honeywell ist der führende Anbieter vor L3 Communications. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 16. Tabelle 16 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (250) CMU/ACARS (Communication Maganement Unit/Aircraft Communication Addressing and Reporting System) ist die Kommunikationseinheit für die wechselseitige Übertragung von Text- und Datensignalen zwischen Luftfahrzeug und Flugsicherung. Honeywell ist der wichtigste Lieferant für Boeing-Maschinen, auf den Plätzen folgen Rockwell Collins und Teledyne. Honeywell ist auch praktisch der einzige Anbieter von CMU für den Direkteinbau, da sein AIMS(95)-System das zur Zeit einzige zertifizierte und eingebaute System (in der B777)(96) ist. Airbus verwendet in seinen Maschinen statt CMU das von Airbus Aerospatiale selbst hergestellte ATSU, das die gleichen Funktionen erfuellt wie CMU in Boeing-Flugzeugen. Ein CMU-Markt für Regionalflugzeuge ist so gut wie nicht vorhanden. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 17. Tabelle 17 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (251) Der ACAS-Prozessor (Airborne Collision Avoidance System/TCAS)(97) ist ein bordseitiges System zur Vermeidung von Kollisionen, das Zusammenstöße durch Ermittlung und Anzeige der Positionen in der Umgebung befindlicher Luftfahrzeuge sowie durch akustische Warnsignale und - in technisch fortgeschrittenen Versionen - Hinweise für Ausweichmanöver verhüten hilft. Mode-S-Transponder dienen in Verbindung mit ACAS-Prozessoren dazu, andere Flugzeuge zu identifizieren, ihre Lage festzustellen und einen drohenden Zusammenstoß zu vermeiden. Auf diesem Markt steht Honeywell im Wettbewerb mit Rockwell Collins und L3 (das den Geschäftsbereich übernahm, von dem sich Honeywell als Bedingung für die Fusion mit AlliedSignal trennen musste). Die Parteien bringen vor, dass L3 als Unternehmen mit einem begrenzten Avioniksortiment seinen Umsatz auf dem ACAS-Markt gesteigert habe, Honeywell hingegen Einbußen hinnehmen musste. Das Wachstum von L3 steht jedoch in direktem Zusammenhang mit dem ACAS-Geschäftsfeld, das L3 von Honeywell gekauft hat, damit die AlliedSignal/Honeywell-Fusion genehmigt werden konnte. Dabei musste sich Honeywell von seinen technologisch fortgeschritteneren Produkten trennen und die ältere AlliedSignal-Technologie behalten. Im Zeitraum 2000-2001 konnte sich L3 nach der ACAS-Übernahme von Honeywell auf eine Reihe von begleitenden Übergangsmaßnahmen stützen. Der Marktanteil von Rockwell Collins ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 18. Tabelle 18 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (252) Bodenabstandsmelder (EGPWS/GPWS/TAWS, Terrain Avoidance Warning System - TAWS) zeigen der Besatzung auf einer Art Landkarte das nahe liegende Gelände an und geben ein akustisches Signal, wenn der Abstand zum Gelände (Boden, Berge usw.) nur noch etwa eine Minute (oder mehr) Flugzeit beträgt. Honeywell hat bei zugelassenen TAWS mit seinem Bodenabstandsmelder EGPWS (Enhanced Ground Proximity Warning System) eine nahezu dominierende Stellung inne. Der Vorläufer des EGPWS ist der Bodenabstandsmelder GPWS (Ground Proximity Warning System). Honeywell hält fast 100 % des Marktes. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* Mio. EUR pro Jahr. (253) Nach Aussage der Parteien gibt es keinen Markt, auf dem Honeywell eine beherrschende Stellung innehat, da der Wettbewerb selbst bei EGPWS/GPWS ausgeprägter sei als zum Zeitpunkt der AlliedSignal/Honeywell-Fusion. Die Parteien machen geltend, dass Thales ein TAWS-Gerät entwickelt und auf den Markt gebracht hat, dass andere Unternehmen, z. B. BF Goodrich und UPS Technologies Systeme anbieten und dass Universal Avionics (im Verbund mit Rockwell) bereits eine Ausschreibung gewonnen hat, und zwar bei der Fluggesellschaft Airborne für deren B767-Flotte. (254) Es trifft zu, dass Thales ein Konkurrenzprodukt (mit der Bezeichnung "GCAS") zu EGPWS entwickelt hat, doch es ist bis dato von keiner Fluggesellschaft bestellt worden. Seit der Bekanntgabe vor mehr als einem Jahr ist noch keines der Systeme verkauft worden. Nach Auskunft von Thales ist es sehr schwer, mit einem unbekannten Erzeugnis gegen ein etabliertes TAWS-Produkt anzutreten. (255) BF Goodrich hat ebenfalls seinen Markteintritt bekannt gegeben, allerdings mit einem TAWS-Produkt, das sich nur zum Einbau in einigen wenigen Geschäftsflugzeugen eignet. (256) Universal Avionics hat ein TAWS-System entwickelt und zertifizieren lassen und im Januar tatsächlich einen Auftrag eingeholt, und zwar für die B767-Flotte von Airborne. Die Parteien gaben zu bedenken, dass Universal die Ausschreibung gewinnen konnte, weil es sich mit Rockwell Collins zusammengetan hatte. Letzteres hat diese Darstellung jedoch zurückgewiesen und erklärt, es gebe keinerlei Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen. (257) Honeywells führende Position bei TAWS ist jedoch nicht auf Einzelprodukte beschränkt. Honeywell verfügt auch über einen beträchtlichen Marktanteil bei Produkten, die dem TAWS vor- bzw. nachgeschaltet sind und mit diesem kompatibel sein müssen (GPS- und FMC-Geräte, Autopilotsysteme und Anzeigen) und profitiert davon, dass es eine Reihe von Produkten liefert, die mit dem EGPWS kompatibel sein müssen (z. B. ACAS). Im Zusammenhang mit der AlliedSignal/Honeywell-Fusion hat sich Honeywell zu offenen Standards und dazu verpflichtet, EGPWS-Module und künftige TAWS-Produkte zu nicht diskriminierenden Konditionen an Dritte zu verkaufen. (258) Honeywell ist damit in der Lage, seinen Kunden umfassendere Paketangebote zu unterbreiten als jeder andere Anbieter. Im Gegensatz dazu wird es ein Unternehmen wie Universal Avionics, das nur ein anderes Produkt im Segment große Verkehrsflugzeuge aufweisen kann (FMS zur Nachrüstung), schwer haben, auf den Markt vorzudringen, und es hat nur begrenzte Möglichkeiten, die gleichen (finanziellen und anderen) Anreize im Rahmen von Gesamtpaketen anzubieten. Das IRS/AHRS (Inertial Reference System/Attitude-Heading Reference System) ist ein Trägheitsmesssystem bzw. Fluglage-Kursreferenzmesssystem, das aus Bewegungs- und Navigationssensoren in der Flugzeugzelle besteht und wichtige Daten für andere Navigationssysteme liefert. Honeywell besitzt einen Marktanteil von 80-90 % (da es alleiniger Lieferant bei Boeing ist), Litton die restlichen 10-20 %. Bei Regional-/Geschäftsflugzeugen kommt Honeywell auf 80-90 %, der Rest entfällt auf Litton. Bei AHRS, die als kostengünstigere Alternative zu IRS auf dem Regionaljetmarkt fungieren können, sind sowohl Thales als auch Collins stark vertreten. Das Gesamtvolumen des IRS/AHRS-Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. (259) Die Parteien haben geltend gemacht, Honeywells starke Position bei IRS sei nicht relevant, da die Mehrzahl der Fluggesellschaften in den letzten zehn Jahren von IRS/AHRS-Einzelgeräten zu ADIRS-Hybridgeräten gewechselt habe. (260) Auf jeden Fall nimmt Honeywell in beiden Produktgruppen eine führende Stellung ein. Darüber hinaus haben die Parteien vorgetragen, dass Littons IRS-Umsatz auf dem Markt für Regional-/Geschäftsflugzeuge in den letzten fünf Jahren auf Kosten von Honeywell gestiegen ist (Litton [200 % Zuwachs]* gegenüber [50-60 %]* für Honeywell). Litton hat diese Behauptung mit Nachdruck zurückgewiesen und erklärt, es habe 1995 [100-150]* IRS-Einheiten (für [30-40 Flugzeuge]*) verkauft und seine Umsätze seien bis zu einem Einbruch auf [100-120]* Einheiten im Jahre 2000 gleich geblieben. Damit ist Littons Präsenz auf diesem Markt begrenzt. c) Produkte für Hersteller-Ausrüstungen (261) FMS (Flight Management System) ist das Flugkontrollsystem, das der Besatzung bei der Berechnung des effizientesten Flugprofils hilft und das Luftfahrzeug automatisch steuert. FMS ist ein Wachstumsmarkt (mit jährlichen Steigerungsraten von etwa 8,5 %), und bei großen Verkehrsflugzeugen verfügt Smiths Industries über einen beträchtlichen Anteil. Führender Anbieter ist jedoch nach wie vor Honeywell. Thales ist derzeit dabei, auf den Markt vorzudringen (Option für Hersteller-Ausrüstungen bei Airbus, sobald das Produkt zertifiziert ist). Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 19. Tabelle 19 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (262) Im Segment Regional-/Geschäftsflugzeuge konnten kleine Akteure wie Trimble Navigation, Chelton Avionics und Universal (mit einem Produkt zur Nachrüstung von Geschäftsflugzeugen) erhebliche Marktanteile erobern. (263) Flight Controls sind Autopilotsysteme. Honeywell steht hier im Wettbewerb mit Rockwell Collins und Thales. Honeywells Position wird sich in der Zukunft verschlechtern, da die nächste Generation von Autopilotsystemen auf der Fly-by-Wire-Technologie basiert, wo Collins und Thales stark vertreten sind. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 20. Tabelle 20 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (264) Flugdatenrechner berechnen die wahre Eigengeschwindigkeit, die Höhe sowie die Steig- und Sinkgeschwindigkeit eines Luftfahrzeugs. Honeywell hält hier beträchtliche Anteile, die ihm von den bedeutenden Avionikanbietern nicht streitig gemacht werden. Allerdings werden Flugdatenrechner seltener als Einzelgeräte verkauft (zunehmend als Bestandteil der Kombination aus Flugdatenrechner und Trägheitsmesssystem). Smiths ist auch auf diesem Markt bei Nachrüstungen vertreten. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 21. Tabelle 21 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (265) Anzeigen sind elektronische Instrumente, die Informationen von Avionik-Teilsystemen anzeigen. Thales hat hier eindeutig die Spitzenposition inne (als Alleinlieferant für Airbus), während Honeywell der führende Anbieter für den kleineren Regionalflugzeugmarkt ist. Das Gesamtvolumen dieses Marktes (nur Direkteinbau) beläuft sich auf [...]* EUR pro Jahr. Eine entsprechende Aufschlüsselung zeigt Tabelle 22. Tabelle 22 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (266) ADIRS/ADIRU (Air Data Inertial Reference System/Unit) sind Geräte, die die Funktionen des Flugdatenrechners und des Trägheitsmesssystems miteinander verbinden. Honeywell ist der bedeutendste Anbieter mit einem Marktanteil von [80-90 %]*, der Rest entfällt auf Litton. (267) Fluginformationssysteme sind nur für den Regional-/Geschäftsflugzeugmarkt von Belang. Honeywell ist hier der führende Anbieter mit [80-90 %]*. Der Rest entfällt auf Universal Weather. 3. Sonstige Erzeugnisse (268) Die Kosten für sonstige Erzeugnisse machen 3-5 % des Anschaffungspreises eines Flugzeugs aus(98). Bei einer Reihe dieser Erzeugnisse ist Honeywell besonders gut positioniert. (269) APU (Auxiliary Power Units) sind die Hilfsturbinen - kleine Gasturbinentriebwerke, die im Heckbereich des Flugzeugs untergebracht sind und die Flugzeugkabine mit Strom und Luft und die pneumatischen Starter mit Luft versorgen, wenn sich die Maschine am Boden befindet (sie liefern keinen Antrieb). Honeywell ist hier mit einem Marktanteil von [70-80 %]* führend, der Rest entfällt auf UTC (Hamilton Sundstrand und P& W Canada). UTC hat derzeit keine APU für das Segment der 200-400-Sitzer in seinem Sortiment. Die Parteien haben vorgebracht, dass RR Deutschland, Microturbo (SNECMA) und TRW Lucas ebenfalls APU herstellen und verkaufen. Microturbo, das nach eigener Aussage überwiegend im Bereich der Reparatur und Überholung von Gasturbinen tätig ist, erklärt jedoch, es habe kein entsprechendes Geschäftsfeld. RR Deutschland und TRW Lucas haben bisher keine APU für große Verkehrsflugzeuge entwickelt und verfügen bei anderen Luftfahrzeugen nur über geringe Erfahrungen. Bei APU für große Verkehrsflugzeuge wären die Zugangsbarrieren für die genannten Unternehmen so hoch wie für einen Neueinsteiger. (270) Zu den Umweltkontrollsystemen (Environment Control Systems - ECS) gehören viele Arten von Geräten, die unterschiedliche Funktionen erfuellen: i) Klimaanlagen zur Versorgung der Kabine mit Warm-/Kaltluft; ii) Luftkontrollsysteme zur Steuerung der Verteilung der aus dem Triebwerk entnommenen Luft und deren Weiterleitung zur Klimaanlage, zur Enteisungs- und zur Triebwerksstartanlage; iii) Kabinendrucksysteme zur Aufrechterhaltung eines angenehmen Drucks in der Kabine, wenn das Flugzeug seine Höhe ändert, sowie iv) Enteisungssysteme, bei denen heiße Luft aus den Triebwerken zu den Tragflächen und den Triebwerkseinlässen geleitet wird, um Eisbildung zu verhindern. Honeywell hält [30-40 %]* des Marktes, Liebherr kommt auf [20-30 %]*, UTC auf [30-40 %]* und Parker auf [0-10 %]*. Der Rest entfällt auf andere Anbieter, z. B. Smiths. (271) UTC ist der Marktführer für Stromgeneratoren mit einem Marktanteil von [40-50 %]*. Honeywell besitzt [10-15 %]*, Smiths und TRW/Lucas verfügen über jeweils [20-30 %]*. Auf den APU-, ECS- und Stromerzeugungsmärkten wird die Systemintegration als Wettbewerbsfaktor in der Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen. (272) Bei Rädern und Bremsen halten Honeywell [30-40 %]*, BF Goodrich [30-40 %]*, ABS [10-20 %]* und SNECMA [0-10 %]* des Marktes. Honeywell konzentriert seit kurzem seine Aktivitäten auf den Markt für große Verkehrsflugzeuge und ist auf dem Markt für Regional-/Geschäftsflugzeuge nicht mehr vertreten. [Beschreibung einer Vereinbarung über eine strategische Allianz mit einer dritten Partei zur Lieferung von integrierten Fahrwerksystemen, von Honeywell als vertrauliche Information erachtet]* (273) Bei der Flugzeugbeleuchtung ist Honeywell der führende Lieferant mit [40-50 %]*. Wettbewerber auf diesem Markt sind Hella [(10-20 %)]*, Diehl [(0-10 %)]* und Teleflex [(0-10 %)]*. Der Rest entfällt auf eine Reihe von Nischenakteuren (Bruce, Luminator) und BF Goodrich. (274) Bei der Gewichts- und Schwerpunktbestimmung, die nur bei großen Verkehrsflugzeugen zum Einsatz kommen, hält Honeywell 100 % des Marktes. (275) Bei Geräten für die Unterhaltung an Bord (In Flight Entertainment - IFE) ist Honeywell derzeit nicht vertreten. Auf diesem Markt hält Collins die Spitzenposition [(50-60 %)]* vor Thales [(20-30 %)] und Matsushita [(30-40 %)]*. [Bemerkungen zur Strategie von Honeywell zur Bereitstellung von IFE, von Honeywell als vertrauliche Information erachtet]*. 2.B.2. Honeywells einzigartige Produktpalette (276) Im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern hat Honeywell die Möglichkeit, ein komplettes Sortiment von Avionikausrüstungen zu liefern. Dies ist von Dritten bestätigt worden, die erklärten, sie würden kein wichtiges System im Bereich der Avionikprodukte und sonstiger Erzeugnisse kennen (abgesehen von Triebwerken für große Verkehrsflugzeuge), das für den Betrieb eines Luftfahrzeugs notwendig ist und nicht von Honeywell geliefert werden könnte. (277) In ihrer Erwiderung auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte haben die Parteien vorgetragen, dass kein Unternehmen alle Systeme für ein Flugzeug liefern könne und dass konkurrierende Avionikanbieter einige teurere Produkte (z. B. IFE) herstellten, die Honeywell nicht produziert. Die Tatsache, dass Collins und Thales die führenden Anbieter von IFE sind, beeinträchtig nicht die führende Stellung von Honeywell. Erstens sind IFE für den Betrieb eines Flugzeugs nicht so unerlässlich wie Avionikprodukte und sonstige Erzeugnisse, wie z. B. die APU, das Fahrwerk oder die ECS. Zweitens spielt bei IFE die Präferenz der Fluggesellschaften eine wichtige Rolle, während sie bei diesen anderen Systemen keines besonders bevorzugen. Drittens [Honeywells Strategie für den IFE-Markt, von Honeywell als vertrauliche Information erachtet]*. (278) Die Parteien haben ferner vorgebracht, dass Honeywells größte Abnehmer für Avionikprodukte und sonstige Erzeugnisse in der Regel die Flugzeughersteller und nicht die Fluggesellschaften sind. Dies ist richtig, da Honeywell [das Gros]* seines Umsatzes mit Produkten für Hersteller-Ausrüstungen und damit bei Flugzeugherstellern erzielt. Bei Avionikerzeugnissen ist Honeywell jedoch der einzige Lieferant mit einem ausgewogenen Angebot an Produkten sowohl für Käufer- als auch für Hersteller-Ausrüstungen. Honeywells umfangreiche Kontakte zu Flugzeugherstellern sind nicht nur für Hersteller-Ausrüstungen von Bedeutung (die, sobald die Auswahl getroffen ist, für gewöhnlich während der gesamten Nutzungsdauer der Luftfahrzeuge und bisweilen ihrer Ableitungen von einem einzigen Anbieter geliefert werden), sondern auch ein großer Vorteil bei Käufer-Ausrüstungen. Da Produkte für Käufer-Ausrüstungen vom Flugzeughersteller zugelassen werden müssen und das erste zugelassene Produkt in der Regel dann auf einen Marktanteil von 50 bis 70 % kommt, befindet sich Honeywell in der einzigartigen Lage, Aufträge sowohl für Hersteller- als auch für Käufer-Ausrüstungen erhalten zu können. (279) Nach Auskunft der Parteien ist das komplette Produktangebot von Honeywell nicht einzigartig, da Wettbewerber kooperieren, um die Lücken in ihren Sortimenten zu schließen. Wie die Marktuntersuchung jedoch zeigte, handelt es sich bei dieser Kooperation ("teaming") um unbefriedigende geschäftliche Absprachen, die die Wettbewerber nicht in die Lage versetzen, die gleiche Bandbreite an Produkten wie Honeywell anzubieten. Zudem haben die Parteien den Begriff der Kooperation nicht definiert und korrekt angewendet, denn bei den meisten Beispielen, die sie dafür angeführt haben, handelte es sich um einfache Verkäufer-Käufer-Beziehungen, die eindeutig keine angemessene Alternative zur einzigartigen Angebotsvielfalt und den Integrationsmöglichkeiten von Honeywell darstellen. (280) Honeywell ist unzweifelhaft der einzige Hersteller von Ausrüstungen, der nahezu alle Avionik-Teilsysteme in jedem Segment liefern kann. Rockwell Collins, sein wichtigster Herausforderer, hat einige Lücken in seinem Leistungsangebot, und zwar speziell bei Trägheitsmesssystemen (die es von Litton kaufen muss), EGPWS und Flugdatensensoren. Thales, der dritte Akteur, ist stark auf Airbus ausgerichtet und hat Schwächen im Funk- und Frühwarnbereich. (281) Dank seines kompletten Produktsortiments konnte Honeywell auf dem Markt für große Verkehrsflugzeuge eine Vorreiterrolle übernehmen und den Kunden Vorschläge für fortgeschrittene Lösungen unterbreiten. So war Honeywell z. B. in der Lage, die AIMS-Baugruppe für die B777 vorzuschlagen, da hier seine selbst aufgebauten Stärken bei FMS, Anzeigen und Wartungsfunktionen vereint sind. Rockwell Collins konnte kein gleichwertiges Angebot vorlegen, da es im Segment Flugkontrolle bei großen Verkehrsflugzeugen nicht vertreten ist. (282) Alle Avionikbereiche abdecken zu können ist ein erheblicher Vorteil, wenn es um die Übernahme von Integrationsvorhaben im Segment Regional-/Geschäftsflugzeuge geht. Da die Konstruktion eines Flugzeugs immer komplizierter wird und die Konstruktionskapazitäten der Flugzeughersteller sinken, müssen alle Kunden (aber vor allem die Hersteller von Regional- und Geschäftsflugzeugen) mit Systemauftragnehmern arbeiten. Dabei besitzt der Lieferant, der eine größere Bandbreite von Produkten bieten kann, einen Wettbewerbsvorteil. 2.B.3. Honeywells Stärke bei Dienstleistungen 1. Wartung, Reparatur und Überholung für Avionikprodukte und sonstige Erzeugnisse (283) Auf den Anschlussmärkten für die Luftfahrt werden jährlich [...] USD* umgesetzt und Wachstumsraten von 5 bis 10 % erreicht. Sie lassen sich in verschiedene Segmente unterteilen: Umbau/Modifizierung, Vorflugwartung (LRU: Line Replaceable Unit, die Black-Box-Standardausrüstung), Überholung, Triebwerkswartung und Ausrüstungswartung. Von den MRO-Ausgaben insgesamt entfallen 20 % auf die Vorflugwartung, 26 % auf die Triebwerke, 17 % auf die Flugzeugzelle, 15 % auf die Modifizierung von Systemen und 23 % auf die Wartung von Komponenten bzw. Ausrüstungen. (284) Wettbewerber im Bereich der Avionikprodukte und sonstigen Erzeugnisse warten in aller Regel nur ihre eigenen Produkte. Im Anschlussmarktsegment allgemein sind Fluggesellschaften die Hauptakteure (65 %), gefolgt von den OEM (30 %) und unabhängigen Anbietern(99) (5 %). (285) Aufgrund des Tempos der technologischen Entwicklung werden Avionikprodukte auf dem Anschlussmarkt üblicherweise nicht repariert, sondern ersetzt oder aufgerüstet. Aufrüstungen sind eine konstante Einnahmequelle, und der Lieferant mit dem größten vorhandenen Bestand gewinnt meist auch den eventuellen Aufrüstungsauftrag. (286) Honeywell beschreibt die Bedeutung des Anschlussmarktes wie folgt: [Zitat aus einem internen Dokument von Honeywell, von Honeywell als vertrauliche Information erachtet]*(100). Für Honeywell liegt der Anteil der OEM-Einnahmen bei 30-40 % der Gesamteinnahmen mit Gewinnspannen von etwa [...]*. Auf dem Anschlussmarkt werden 40-50 % der Gesamteinnahmen mit Gewinnspannen von etwa [...]*(101) erzielt. (287) Honeywell ist ein wichtiger Akteur auf dem Anschlussmarkt, wo es mit MCPH-Programmen ("Maintenance-Cost-Per-Hour") [...]* USD umsetzt, davon [30-40 %]* bei Avionikprodukten, [70-80 %]* bei Turbofans, [40-50 %]* bei Hilfsturbinen und [20-30 %]* bei Rädern und Bremsen. Der Gesamtwert des Anschlussmarktes von Honeywell beträgt [...]* USD, wovon 50-60 % mit dem Verkauf von Teilen an Dritte erzielt werden. 2. Komplettleistungen (288) Honeywell ist der einzige OEM-Lieferant, der integrierte Komplettlösungen anbieten kann (Avionikprodukte, sonstige Erzeugnisse und in einigen Fällen auch Triebwerke). Daneben gibt es noch eine

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.