Europäische Union

Beschluss (EU) 2019/63 der Kommission vom 19. Dezember 2018 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für die Elektro- und Elektronikgeräteindustrie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)Text von Bedeutung für den EWR.

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Quellenkennung: 32019D0063. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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tels Durchfluss kühlerer Außenluft, freie Trockenkühlung, bei der ein Wasserkreislauf über die Außenluft gekühlt wird, sowie Nasskühlung (Kühlturm). — Einsatz einer Wärmerückgewinnungs- und Belüftungsanlage zur Kühlung und Entfeuchtung der einströmenden Umgebungsluft. — Nutzung der Absorptionskältetechnik als Alternative für Kompressionskältemaschinen. Rückgewonnene Abwärme kann für die Thermo-Kompression des Kühlmittels genutzt werden. Anwendbarkeit Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz der Kühlung können von allen Produktionsfirmen von Elektro- und Elektronikgeräten angewandt werden. Um eine freie Kühlung umsetzen zu können, muss das Temperaturniveau des Rückflusses aus dem Kühlsystem über dem der Außentemperatur liegen, außerdem muss im Außenbereich der Produktionsanlage genügend Raum zur Verfügung stehen. Absorptionskältetechnik kann dort angewandt werden, wo am Produktionsstandort oder in seiner Umgebung eine Abwärmequelle oder erneuerbare Wärme kontinuierlich zur Verfügung steht. Die wirtschaftliche Machbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen hängt erheblich ab vom Bestehen einer ganzjährigen Kühllast. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i6) Leistungszahl (COP) für Einzelkühlanlagen (kW gelieferte Kühlleistung/kW genutzte Leistung) (i7) Anlagenleistungszahl (SCOP) einschließlich der erforderlichen Energie für zusätzliche Geräte des Kühlsystems wie z. B. Pumpen (kW gelieferte Kühlleistung/kW genutzte Leistung) (i8) Nutzung von Kühlkaskaden (J/N) (i9) Nutzung von freier Kühlung (J/N) (i10) Nutzung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (J/N) (i11) Nutzung von Kompressionskältemaschinen (J/N) (i12) Energieverbrauch des Kühlsystems pro Umsatzeinheit (kWh/EUR) Nicht anwendbar 3.1.3.   Energieeffizientes Löten Die bewährte Umweltmanagementpraxis dient der Verbesserung der Energieeffizienz bei Reflow-Lötverfahren. Bei bestehenden Lötanlagen ist folgende bewährte Umweltmanagementpraxis anzuwenden: — Maximierung des Durchlaufs der bestehenden Lötanlage zur Reduzierung des spezifischen Strombedarfs pro Quadratmeter produzierter Leiterkarten. Dies wird erreicht durch die Optimierung der Geschwindigkeit der Lötanlagen unter Beibehaltung eines akzeptablen Prozessfensters. — Installation einer nachträglichen Dämmung der Lötanlage. Bei neuen Lötanlagen ist folgende bewährte Umweltmanagementpraxis anzuwenden: — Auswahl einer Anlage mit i) einem verbesserten Leistungsüberwachungssystem (z. B. verfügbarem Standby- oder Ruhestatus), ii) einem flexiblen Kühlsystem, welches den Wechsel von einer internen zu einer externen Anlage sowie die Wärmerückgewinnung ermöglicht, und iii. ein verbessertes Verbrauchsüberwachungs- und Steuerungssystem für Flüssigstickstoff. — Einsatz von Lüftern mit Gleichstrom- (DC) statt mit Wechselstrommotoren (AC), um die Drehzahl der verschiedenen Motoren unabhängig voneinander regulieren zu können. Sowohl für bestehende als auch für neue Systeme und neue Lötanlagen kann die folgende bewährte Umweltmanagementpraxis umgesetzt werden: — Vermeidung der Verwendung von Flüssigstickstoff für weniger sensible Anwendungen wie etwa für Baugruppen geringerer Komplexität. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist anwendbar für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten mit Reflow-Lötverfahren und besonders relevant bei der Produktion von Leiterkarten. Die Maßnahmen für neue Lötanlagen sind anwendbar, wenn die Entscheidung getroffen wird, eine neue Reflow-Lötlinie zu installieren. Die Kapitalrendite hängt wesentlich stärker ab von steigendem Ertrag, Leistung und Wartungsanforderungen als von den Energieeinsparungen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i13) Gesamtenergiebedarf pro Flächeneinheit der bearbeiteten Leiterkarten (kWh Strom/m2 Leiterkarten) (i14) Stickstoffverbrauch pro Flächeneinheit der bearbeiteten Leiterkarten (kg Stickstoff/m2 Leiterkarten) Nicht anwendbar 3.1.4.   Vor-Ort-Kupferrecycling in Prozesschemikalien Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, Kupfer mittels Elektrolyse aus den Ätzmitteln zurückzugewinnen, die bei der Herstellung von Leiterkarten eingesetzt werden. Dies ermöglicht die Rückgewinnung hochwertigen Kupfers, die Reduzierung der verwendeten Ätzmittelmenge sowie die Wiederverwendung von Wasser. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist anwendbar in Produktionsanlagen für Leiterkarten. Die wirtschaftliche Machbarkeit hängt jedoch maßgeblich von den Produktionsmengen ab und somit von der Menge hochwertigen Kupfers, die zurückgewonnen werden kann (z. B. 60 t Kupfer pro Jahr). Eine weitere Einschränkung ist der Platz, der für ein Recyclingsystem vor Ort erforderlich ist, nämlich zwischen 50 m2 und 80 m2, je nach Aufbau der Anlage und Volumen der Pufferbecken. Es ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, dass sich das System in unmittelbarer Nähe zum Ätzverfahren befindet. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i15) Vor-Ort-Kupferrecycling eingeführt (J/N) (i16) Menge des recycelten Kupfers aus Ätzmitteln (t/Jahr) Nicht anwendbar 3.1.5.   Mehrfachspülkaskadensysteme Ziel der bewährten Umweltmanagementpraxis ist die Reduzierung des Wasserverbrauchs bei der Herstellung von Leiterkarten durch die Installation von vier- oder mehrstufigen Mehrfachspülkaskadensystemen. Zusätzlich optimiert diese bewährte Umweltmanagementpraxis den Wasserverbrauch, etwa durch die Einstellung der Wasseraufnahme in den Spülbecken entsprechend den jeweiligen verfahrensspezifischen Qualitätsanforderungen sowie die Wiederverwendung des Wassers aus den Spülbädern für verschiedene andere Verfahrensschritte. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein auf Produktionsfirmen von Leiterkarten anwendbar. Die Optimierungsmaßnahmen sowie die Installation von Mehrfachspülkaskadensystemen mit mindestens vier Stufen sind beide sowohl in bestehenden als auch in neuen Anlagen anwendbar. Im Zusammenhang mit Mehrfachspülkaskadensystemen mit mindestens vier Stufen kann der verfügbare Raum gewisse Einschränkungen darstellen. Fünfstufige Kaskadenspülsysteme sind am ehesten bei Systemen mit einem hohen Maschinendurchsatz oder hoch konzentrierten Elektrolyten anwendbar, außerdem müssen die folgenden einschränkenden Faktoren berücksichtigt werden: — hochkonzentriertes Spülwasser führt zu einem verstärkten Einsatz von Chemikalien, dadurch ist mehr Zeit erforderlich für die Sedimentation bei der Deionisierung für die Abwasser-Aufbereitung; — die Erwärmung des Spülwassers durch eine erhöhte Anzahl von Pumpen erhöht den Druck durch die Keimbelastung; — zur Abschwächung der Keimbelastung ist die Implementierung geeigneter Wasserdesinfektionstechniken erforderlich. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i17) Gesamtwasserverbrauch in der Fabrikationsanlage (l/m2 produzierte Leiterkarten) (i18) Anteil vier- oder fünfstufiger Kaskadenspülsysteme an der Gesamtanzahl der Spülanlagen (%) (i19) Wasserverbrauch in vier- bis fünfstufigen Kaskadenspülsystemen im Vergleich zum Wasserbrauch in dreistufigen Kaskadenspülsystemen (%) (i20) Fünfstufiges Kaskadenspülsystem vorhanden (J/N) (b1) Mindestens 50 % der Spülanlagen sind mit Kaskadenspülsystemen mit mindestens vier Stufen ausgestattet 3.1.6.   Minimierung von PFC-Emissionen Ziel der bewährten Umweltmanagementpraxis ist die Minimierung von PFC-Emissionen (Perfluorkohlenwasserstoffe) in Produktionsanlagen für Halbleiter durch folgende Maßnahmen: — Ersetzen von PFC-Gasen mit einem hohen spezifischen Treibhauspotenzial durch andere Gase mit einem geringeren Erderwärmungspotenzial, z. B. Ersatz von C2F6 durch C3F8 bei der Kammerreinigung mittels chemischer Gasphasenabscheidung (CVD). — Optimierung des CVD-Kammerreinigungsverfahrens zur Steigerung des Umwandlungsfaktors der verwendeten PFC-Gase, um zu vermeiden, dass ungenutzte PFC-Gase nach dem Kammerreinigungsprozess ausgestoßen werden. Dies erfordert die Überwachung der Emissionen und die Anpassung der Betriebsparameter wie Kammerdruck und -temperatur, Plasmareinigungsleistung, Gasdurchflussraten und Gasverhältnis, falls PFC-Gasgemische verwendet werden. — Einsatz der Remote-Plasmareinigungstechnologie als Ersatz für die Nutzung von PFC-Gasen vor Ort (z. B. C2F6 und CF4) mit NF3-Remote-Plasmareinigung. Bei diesem Verfahren wird NF3 vom Plasma dissoziiert, bevor es in die Prozesskammer gelangt, dadurch wird es effizienter genutzt und nur geringe Mengen NF3 werden nach der Reinigung von der Prozesskammer ausgestoßen. — Installation von Entsorgungsanlagen am Verwendungsort wie z. B. Brenner-Wäscher-Systeme, die hinter der Vakuumpumpe angebracht werden, oder kleine Plasmaquellen, die vor der Vakuumpumpe angebracht werden, um die PFC-Emissionen aus dem Plasma-unterstützten Ätzverfahren zu vermindern. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein anwendbar für Produktionsanlagen für Halbleiter, in denen PFC-Gase eingesetzt werden. Die spezifischen Maßnahmen, die in einer Anlage umgesetzt werden können, sind jedoch jeweils von Fall zu Fall zu prüfen. Verfahrensoptimierung ist eine allgemein anwendbare Maßnahme und kann sowohl bei bestehenden als auch bei neugebauten CVD-Kammern wirksam eingesetzt werden. Es ist die einzige Maßnahme, die auch Kosteneinsparungen ermöglicht, da sie einen geringeren Gasverbrauch und einen besseren Durchsatz bewirkt. Die Substitution von PFC-Gasen ist oftmals technisch nicht machbar, speziell in Plasma-unterstützten Ätzverfahren. Die Remote-Plasmareinigungstechnologie mit Verwendung von NF3 ist auf Produktionsanlagen allgemein anwendbar. Ihre Implementierung kann jedoch den Austausch bestehender Prozessanlagen erfordern. Sie ist daher eher umsetzbar, wenn eine neue Produktionsanlage gebaut wird oder eine veraltete Produktionsanlage erneuert werden muss. Bezüglich der Entsorgungstechniken am Verwendungsort sind Brenner-Wäscher-Systeme allgemein leichter umzusetzen als eine Plasma-Entsorgung am Verwendungsort. Einschränkungen in der Anwendbarkeit von Wäscher-Systemen sind verfügbarer Platz, bestehende Infrastrukturen und Kosten. Bei Plasma-Entsorgungsvorrichtungen ist eine der größten Einschränkungen ihre geringe Durchflussleistung. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i21) Normalisierte Emissionsrate für PFC-Emissionen (kg CO2eq/cm2) (i22) Minimierung der PFC-Emissionen durch Anwendung einer der folgenden Techniken (J/N): — Substitution von PFC-Gasen mit hohem spezifischem Erderwärmungspotenzial durch andere Gase mit geringerem Erderwärmungspotenzial — Anwendung von Verfahrensoptimierung mit Schwerpunkt auf CVD-Kammerreinigungsverfahren — Installation von Remote-Plasmareinigungstechnologie — Nutzung von Entsorgungstechniken am Verwendungsort (b2) Die normalisierte Emissionsrate für PFC-Emissionen in neu errichteten Produktionsanlagen für Halbleiter oder in Anlagen, die umfassend renoviert wurden, liegt unter 0,22  kg CO2eq/cm2 3.1.7.   Rationelle und effiziente Nutzung von Druckluft Bewährte Umweltmanagementpraxis für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten ist eine Senkung des Energieverbrauchs im Zusammenhang mit der Verwendung von Druckluft in den Produktionsverfahren durch folgende Maßnahmen: — Bestandsaufnahme und Bewertung der Nutzung von Druckluft. Wenn ein Teil der Druckluft für ineffiziente Anwendungen oder in ungeeigneter Weise eingesetzt wird, sind vielleicht andere technische Lösungen besser für die Zwecke geeignet oder effizienter. Falls für bestimmte Anwendungen ein Wechsel von Druckluftwerkzeugen zu strombetriebenen Werkzeugen in Betracht gezogen wird, ist eine sachgerechte Beurteilung durchzuführen, die nicht nur den Stromverbrauch, sondern alle Umweltaspekte sowie die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung berücksichtigt. — Optimierung des Druckluftsystems durch: — Identifizierung und Beseitigung von Leckagen unter Einsatz geeigneter Steuerungstechnologie, wie etwa Ultraschallmessgeräte für Luftlecke, die versteckt liegen oder schwer zugänglich sind; — bessere Anpassung von Angebot und Nachfrage von Druckluft innerhalb der Produktionsanlage, d. h. Anpassung von Druckluft, Volumen und Qualität an den Bedarf der verschiedenen Endnutzungsgeräte sowie gegebenenfalls Produktion von Druckluft an einem den Verbrauchszentren jeweils nahegelegenen Ort durch die Wahl dezentralisierter Einheiten statt einer großen zentralisierten Kompressorversorgung für alle Anwendungen; — Produktion von Druckluft mit geringerem Druck durch Senkung der Druckverluste im Verteilungsnetz und gegebenenfalls durch Hinzufügung von Druckverstärkern nur bei solchen Geräten, die höheren Druck erfordern als die meisten Anwendungen; — Planung der Druckluftanlage auf der Grundlage der Jahresdauerlinie, um die Versorgung bei Grund-, Spitzen- und Mittellast mit minimalem Energieverbrauch gewährleisten zu können; — Auswahl hochleistungsfähiger Komponenten für die Druckluftanlage wie etwa hocheffiziente Kompressoren, frequenzgeregelte Antriebe und Luftentfeuchter mit integrierter Kühllagerung; — Nach erfolgter Optimierung der vorgenannten Punkte: Rückgewinnung der Abwärme der Kompressoren durch Installation eines Plattenwärmetauschers innerhalb des Ölkreislaufs des Kompressors. Die rückgewonnene Wärme kann für eine Vielzahl verschiedener Anwendungen genutzt werden, z. B. für das Trocknen von Produkten, die Regeneration des Absorptionstrockners, die Raumheizung, die Kühlung über den Betrieb einer Kompressionskältemaschine oder zur Umwandlung in mechanische Energie im organischen Rankine-Kreisprozess. Anwendbarkeit Die Maßnahmen dieser bewährten Umweltmanagementpraxis sind allgemein anwendbar auf Produktionsfirmen von Elektro- und Elektronikgeräten, die Druckluft verwenden. Hinsichtlich der Wärmerückgewinnung ist eine ständige Nachfrage an Prozesswärme erforderlich, um die entsprechenden Energie- und Kosteneinsparpotenziale zu verwirklichen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i23) Stromverbrauch des Druckluftsystems pro Volumeneinheit an der Verwendungsstelle (kWh/m3) (i24) Luftleckindex (8) (Anz.) (b3) Der Stromverbrauch des Druckluftsystems liegt unter 0,11 kWh/m3 gelieferter Druckluft, bei großen Anlagen, die mit einem Überdruck von 6,5  bar arbeiten und bei einem normierten Volumenstrom von 1 013 mbar und 20 oC sowie Druckschwankungen, die 0,2  bar nicht überschreiten. (b4) Nachdem alle Luftverbraucher ausgeschaltet sind, bleibt der Netzdruck stabil und die Kompressoren (im Standby-Betrieb) wechseln nicht in den Lastzustand. 3.1.8.   Schutz und Steigerung der Biodiversität Ziel der bewährten Umweltmanagementpraxis ist die Entwicklung, Umsetzung und regelmäßige Überprüfung eines Aktionsplans für den Schutz und die Steigerung der Biodiversität an den Produktionsstandorten und in ihrer näheren Umgebung. Unter anderem können folgende Maßnahmen in den Aktionsplan aufgenommen werden: — Anpflanzung von Bäumen oder Wiedereinführung heimischer Arten in einen zerstörten Naturbereich; — Beobachtung der Flora und Fauna mit dem Ziel der Dokumentation und Überwachung des Zustands der Artenvielfalt an einem bestimmten Standort; — Freilandflächen innerhalb der Anlagen zulassen, um sie wieder der Natur zu überlassen; — Entwicklung von Biotopen, um neue Lebensräume zu schaffen; — Einbeziehung der Mitarbeitenden, ihrer Angehörigen und der örtlichen Gemeinschaften in Biodiversitätsprojekte. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein anwendbar für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i25) Flächennutzung — Landfläche innerhalb einer Produktionsanlage und ihr ermittelter Landschaftswert (z. B. Industriebrachen, an Schutzgebiete angrenzende Flächen, Flächen mit hohem Biodiversitätswert) (m2) (i26) Flächen geschützter oder renaturierter Lebensräume innerhalb der Produktionsanlage oder außerhalb der Anlage, die jedoch vom Hersteller verwaltet und geschützt werden (m2) (i27) Umsetzung eines Aktionsplans zur Biodiversität am Standort in allen Produktionsanlagen (J/N) (b5) In allen Produktionsanlagen wurde ein Aktionsplan zur Biodiversität eingeführt, um den Zustand der Artenvielfalt (Flora und Fauna) am jeweiligen Standort zu schützen und zu verbessern 3.1.9.   Nutzung erneuerbarer Energien Bewährte Umweltmanagementpraxis für Produktionsfirmen von Elektro- und Elektronikgeräten ist die Nutzung erneuerbarer Energien für ihre Produktionsverfahren durch: — Strom aus zusätzlichen zuverlässigen Quellen erneuerbarer Energieträger aufzukaufen oder eigene Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen; — eigene Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energiequellen. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Unternehmen der Branche angewendet werden. Die Nutzung von Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern (selbst erzeugt oder eingekauft) ist in allen Fällen möglich. Die Integration von Wärme aus erneuerbaren Energiequellen hingegen ist in der Produktion von Elektro- und Elektronikgeräten schwieriger aufgrund der Komplexität, des Bedarfs an hohen Temperaturen und in einigen Fällen aufgrund der Unvereinbarkeit von Wärmebedarf und der Saisonabhängigkeit des Angebots erneuerbarer Wärme. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i28) Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energieträgern (Eigenerzeugung oder Einkauf mit geprüfter Zusätzlichkeit) am gesamten Stromverbrauch (%) (i29) Anteil der Wärme aus erneuerbaren Quellen am gesamten Wärmeverbrauch (%) Nicht anwendbar 3.1.10.   Optimierte Abfallwirtschaft in Produktionsanlagen Bewährte Umweltmanagementpraxis für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten ist die Entwicklung und Umsetzung einer Abfallmanagementstrategie, die anderen Behandlungsoptionen als einer Entsorgung aller Abfälle aus den Produktionsanlagen Priorität einräumt und die Abfallhierarchie (9) einhält. Diese Strategie muss sowohl Anteile nicht gefährlicher als auch gefährlicher Abfälle umfassen, ehrgeizige Zielvorgaben für Verbesserungen festlegen und überwachen und nach Möglichkeiten suchen, den Ansatz einer industriellen Symbiose umzusetzen. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein auf Produktionsfirmen von Elektro- und Elektronikgeräten anwendbar. Einer der einschränkenden Faktoren für die effektive Umsetzung einer industriellen Symbiose ist der Kommunikations- und Koordinationsbedarf zwischen den verschiedenen Unternehmen, d. h. es besteht ein Mangel an Kenntnis und Verständnis hinsichtlich der Aktivitäten anderer Unternehmen und folglich hinsichtlich potenzieller Wege für die Nutzung von Neben- oder Abfallprodukten. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i30) Entwicklung und Umsetzung einer wirksamen Abfallmanagementstrategie (J/N) (i31) Anteil der Standorte mit einer Abfallmanagementstrategie (%) (i32) Rate der Verwertung des in Produktionsanlagen anfallenden Abfalls (%) (i33) Rate der Reduzierung der Deponieentsorgung des in Produktionsanlagen anfallenden Abfalls (%) (i34) Abfallerzeugung für ein spezifisches Produkt oder einen spezifischen Produktbereich pro Tonne Produkt oder andere geeignete Funktionseinheit (kg/t) (b6) Das Unternehmen hat an allen Standorten eine Abfallmanagementstrategie umgesetzt (b7) Das Unternehmen erreicht eine Abfalltrennungsrate von durchschnittlich 93 % in allen Produktionsanlagen zusammen 3.2.   Bewährte Praktiken im Umweltmanagement für das Lieferkettenmanagement Dieser Abschnitt ist relevant für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten und beschäftigt sich mit Praktiken in Bezug auf ihre Lieferkette. 3.2.1.   Bewertungswerkzeuge für die kosteneffiziente und umweltschonende Substitution gefährlicher Stoffe Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, Referenzinstrumente zu nutzen, um Gefahrstoffe in eingekauften Werkstoffen zu bewerten, mit dem Ziel, sie zu substituieren. Hersteller nutzen Eingabedaten der Zulieferer, die im Idealfall als vollständige Materialdeklaration oder Konformitätserklärungen vorliegen, um Substanzen rückverfolgen zu können. Die Bewertung konzentriert sich anschließend auf drei Schwerpunkte: — Klärung, ob die zur Diskussion stehende Substanz ein sehr bedenklicher Stoff ist (auf der Grundlage der REACH-Kandidatenliste) oder ein Stoff (10) mit eingeschränkter Verwendung gemäß RoHS, in welchem Falle seine Substitution hohe Priorität hat; — Klassifizierung der zur Diskussion stehenden Substanz entnommen aus dem Sicherheitsdatenblatt und Bestätigung durch Vergleich mit einer Datenbank der gefährlichen Stoffen; — Verwendung eines zusätzlichen Bewertungswerkzeugs für spezifische Stoffe, wie zum Beispiel bestimmte Phthalate und halogenierte Flammschutzmittel, um die beste Alternative zu ermitteln. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann im Prinzip von allen Unternehmen der Branche angewendet werden. KMU sind jedoch nicht unbedingt in ausreichend starker Position, um von vielen Zulieferern vollständige Materialdeklarationen zu fordern, in diesem Fall können sie die Konformitätserklärungen der Zulieferer anfordern, ergänzt durch Labortests. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i35) Anteil der Zulieferer, die vollständige Materialdeklarationen bereitstellen (% der Lieferkettenausgaben) (i36) Anteil der Zulieferer, die Konformitätserklärungen für eine unternehmensspezifische Liste von Einschränkungen bereitstellen, ergänzt durch eine entsprechende Zertifizierung (vorzugsweise durch Dritte) auf der Grundlage von Labortests (% der Lieferkettenausgaben) (i37) Offenlegung (z. B. über die Website und in jährlichen Nachhaltigkeitsberichten) der zwei vorgenannten Indikatoren (J/N) (b8) Obligatorische Anforderungen für alle großen Zulieferer (in Bezug auf den Anteil in % an den Lieferkettenausgaben) zur Vorlage einer vollständigen Materialdeklaration wurden eingeführt 3.2.2.   Offenlegung und Festsetzung von Zielvorgaben für Treibhausgasemissionen der Wertschöpfungskette Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in einer Bewertung nach anerkannten Standards sowie der regelmäßigen Offenlegung aller direkten und indirekten Treibhausgasemissionen (aller Scope-1- und Scope-2- sowie der wichtigsten Scope-3-Emissionen (11)). Basierend auf dieser Bewertung ist die bewährte Umweltmanagementpraxis die Festlegung von Zielvorgaben zur Reduzierung dieser direkten und indirekten Treibhausgase sowie regelmäßiger Nachweis und die Veröffentlichung tatsächlicher absoluter und/oder relativer Verringerungen der Treibhausgasemissionen. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Unternehmen der Branche angewendet werden. Es bestehen jedoch aufgrund der Komplexität der Wertschöpfungskette von Elektro- und Elektronikgeräten gewisse Einschränkungen hinsichtlich der Berechnung der Scope-3-Emissionen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i38) Periodische (z. B. jährliche) Veröffentlichung der Treibhausgasemissionen errechnet nach anerkannten Standardverfahren (J/N) (i

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.