Europäische Union

2006/621/EG: Entscheidung der Kommission vom 2. August 2004 über die staatliche Beihilfe, die Frankreich zugunsten von France Télécom gewährt hat (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen C (2004) 3060) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32006D0621. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Zur amtlichen Quelle ↗

Originaldateien und Anlagen

Durchsuchbarer Text in vereinfachter Darstellung. Tabellen, Abbildungen und verbindliche Gestaltung bitte anhand der Originaldateien prüfen.

ould be limited to one notch and that its short-term ratings were affirmed. This indication is still valid today’. (29)   ‘[…] Despite expectations that FT's EBITDA will grow to around €14 billion in 2002, FT's substantial interest and capex requirements means the company is not expected to generate material free cashflow for deleveraging in the near term. FT is dependant upon asset disposals and its treasury stock to make any significant inroads into reducing its debt: — Moody's regard FT's ability to reduce debt within a relatively short period as having become increasingly constrained by the fall in its equity value, which reduces the potential value of the treasury stock FT holds, reducing the probability of conversion of numerous convertible bonds and potentially implying a lower realizable value for expected non-core asset disposals, although Moody's acknowledges that it is possible this may change. Additionally, the positive impact of expected asset disposals is expected to be partly offset by various contingent liabilities adversely impacting upon FT; — The negative outlook attached to the Baa3 rating reflects the execution risks associated with FT's high debt refinancing needs of this highly leveraged company. Although Moody's does not have any immediate liquidity concerns, the rating agency notes that FT faces around €15 billion of total long-term debt maturities in 2003;’ (30)   ‘Standard & Poor's said today that it has lowered its long- and short-term corporate credit ratings on France Telecom (FT) to triple-‚B‘/‚A-3‘ from triple-‚B‘-plus/‚A-2‘. The downgrade primarily reflects Standard & Poor's expectations that FT will acquire the 71,5 % stake it does not already own in German wireless operator Mobilcom, as well as FT's inability to reduce debt sufficiently and rapidly enough to maintain credit measures consistent with the previous ratings. Standard & Poor's also lowered to triple-‚B‘ from triple-‚B‘-plus its long-term corporate credit rating on Orange S.A., FT's majority-owned wireless subsidiary. The long-term ratings on both companies remain on CreditWatch with negative implications, where they were placed on March 28, 2002, reflecting FT's challenging refinancing needs, including €15 billion of financial obligations in 2003’. (31)  Fitch senkte die Bewertung von FT am 5. Juli 2002, S & P am 12. Juli 2002. In ihrer Pressemitteilung vom 12. Juli bekräftigte S & P, dass FT „gewisse Schwierigkeiten bei der Refinanzierung seiner 2003 fälligen Finanzschulden haben könnte“. („FT could face certain difficulties refinancing its debt obligations coming due in 2003“.) (32)  Anhörung von V. de la Bachelerie, Wirtschaftsprüfer von FT, vor der oben genannten Enquetekommission: „Das Gesetz verpflichtet uns, das Verfahren zur Abwendung einer drohenden Insolvenz einzuleiten, sobald bestimmte Kriterien und Indikatoren erkennbar sind. Dieser Fall trat erst Mitte 2002 ein, als der Markt ein nicht zu übersehendes Signal setzte: die Herabstufung des Ratings von France Télécom. So waren wir im Rahmen unseres Auftrags als Wirtschaftsprüfer veranlasst, dieses Thema im Prüfungsausschuss und im Verwaltungsrat anzusprechen und zu verlangen, dass den Verwaltungsratsmitgliedern ein kurzfristiger Finanzplan zur Bewältigung des Liquiditätsproblems vorgelegt wird. Dazu ist zu sagen, dass sich diese Notwendigkeit erst spät ergab, da das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt über die Mittel zur Refinanzierung verfügte und im Übrigen erhebliche Finanzierungsmaßnahmen, insbesondere Großkredite, in die Wege geleitet hatte. Daher verlangten wir, als mit der Herabsetzung des Ratings die Zahlungsunfähigkeit drohte, eine Aktualisierung der Liquiditätsberechnung. Anlässlich des Halbjahresabschlusses, der Anfang September 2002 abgeschlossen und bei der Verwaltungsratssitzung vom 12. September 2002 fertig gestellt wurde, fand eine Überprüfung der kurzfristigen Liquiditätslage statt — die Einschätzung der Liquiditätslage erfolgt auf kurze Sicht, d. h. über einen Zeitraum unter einem Jahr. Die mittlerweile kritische Situation wurde durch die Anhänge zum Finanzbericht vom 30. Juni 2002 offiziell bekannt gemacht.“ (33)  Die Erklärungen der französischen Regierung werden weiter unten im Wortlaut wiedergegeben (siehe Erwägungsgrund 204). (34)  Goldman Sachs: „FT stand kurz vor der Einstufung als Junk Bond, sowohl durch Moody's als auch durch S & P“. („FT was on the brink of ‚junk‘ status with both Moody's and S & P's“.) (35)  Off Watch; Outlook Stable; Teleconf 3:30PM BST Today, Standard & Poor's Ratings direct, (12. Juli 2002). (36)  Anhörung von Thierry Breton, Vorstandsvorsitzender von FT, vor dem Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung am 11. Dezember 2002: „Er stellt fest, der aufgestellte Finanzplan sei nicht aufrechterhalten worden und die Situation habe sich Anfang 2001 dermaßen verschlechtert, dass abzusehen gewesen sei, dass es im Sommer 2003 zu einer Liquiditätskrise kommen würde ... Thierry Breton erklärt, das Unternehmen habe sich angesichts der drohenden Zahlungseinstellung ... aufgrund der Dimension seiner Schuldenlast in einem Schockzustand befunden, da es die erforderlichen Mittel für Rückzahlungen in Höhe von 15 Milliarden Euro im Jahr 2003, dann in 2004 sowie 20 Milliarden Euro in 2005 aufbringen musste.“ (37)  Sitzung des Senats vom 21. November 2002, Stellungnahme des Wirtschafts- und Planungsausschusses zum von der Nationalversammlung verabschiedeten Haushaltsgesetzentwurf für 2003. (38)  Die Zahlen stammen aus dem Anhang zum Schreiben der französischen Regierung vom 3. Dezember 2002. Andererseits schätzt die französische Regierung auf Seite 25 des Schreibens das Volumen der in 2003 fälligen Schuldverschreibungen auf 15 Mrd. EUR. Eine entsprechende Differenz findet sich in der Schätzung der im Zeitraum bis Ende 2004 fälligen Obligationenschuld, die im Anhang 2 mit 18,8 Mrd. EUR beziffert wird, auf Seite 20 des fraglichen Schreibens dagegen mit 23,9 Mrd. EUR. (39)  Siehe Bericht der Enquetekommission über das Management öffentlicher Unternehmen und zur Verbesserung der Entscheidungsprozesse, beim Präsidium der Nationalversammlung registriert am 3. Juli 2003 (nachstehend „Bericht der Enquetekommission“ oder kurz „Enquetekommission“): „Angesichts der schwerwiegenden Konsequenzen für die Finanzlage der beiden Unternehmen wünschte die Kommission eine genaue Analyse der Strategie und des Verfahrens, die France Télécom und EDF bei ihren internationalen Akquisitionen anwandten (bei France Télécom belaufen sich die Verluste aufgrund der Sonderrückstellungen und Sonderabschreibungen für die Akquisitionen des Zeitraums 1998-2002 für die Jahre 2001 und 2002 auf 28,5 Milliarden Euro). In beiden Fällen finden sich mehr oder weniger dieselben Merkmale: überstürzte Akquisitionen von enormer Tragweite (France Télécom gab hierfür innerhalb eines Jahres, von 1999 bis 2000, 65 Mio. EUR aus), ungenügende Beachtung der wirtschaftlichen, politischen oder geopolitischen Risiken, besonders leichtsinnige Finanzierungsmodalitäten ... In diesem von Unsicherheit, Dringlichkeit und Zweifel geprägten Klima stürzte sich das Unternehmen ab 1999 in eine ehrgeizige und unkontrollierte Expansion, vor allem mit dem Ziel, sich Zugang zum britischen und deutschen Markt zu verschaffen“. Siehe auch die Pressemitteilung des Wirtschafts- und Finanzministers vom 5. Dezember 2002: „... das Unternehmen muss heute eine unausgeglichene Finanzstruktur sowie einen mittelfristigen Eigenkapital- und Refinanzierungsbedarf bewältigen. Diese Situation ist das Ergebnis vergangener Fehlinvestitionen, die auf dem Höhepunkt der Spekulationsblase und im weiteren Sinne der Marktwende durchgeführt wurden. Sie wurde zusätzlich verschärft durch die Unfähigkeit von France Télécom, seine Entwicklung auf andere Weise als durch Aufnahme von Schulden zu finanzieren“. (40)   „Den Verlautbarungen der französischen Behörden zufolge lässt sich die Höhe der Verschuldung damit erklären, dass FT seit 1999 eine beträchtliche Expansion erlebt habe, die ausschließlich durch Anleihen finanziert worden sei, ohne sich wie seine Konkurrenten anderer Quellen wie Kapitalerhöhung oder Aktientausch zu bedienen. Der Grund hierfür sei in der rechtlichen Verpflichtung zur Aufrechterhaltung der Mehrheitsbeteiligung des Staates an France Télécom zu sehen. Darüber hinaus verweist die französische Regierung auf die Marktwende, aufgrund derer die verschiedenen Schuldenpläne nicht hätten umgesetzt werden können... Im Laufe des Jahres 2000 hat das Unternehmen daher seine Akquisitionen in erheblichem Umfang über die Anleihe- und Bankenmärkte finanziert: Die Emissionen langfristiger Anleihen durch FT erreichten 2000-2001 ein Gesamtvolumen von 59 Mrd. EUR, und die 15-Milliarden-Euro-Kreditlinie ist nichts weiter als eine teilweise Refinanzierung einer Akquisitionsfinanzierung über die Banken in Höhe von 30 Mrd. EUR, die Mitte 2000 erfolgte...“ (Randnr. 20-21 des Verfahrenseröffnungsbeschlusses). (41)  Pressemitteilung von FT vom 5. Dezember 2002, S. 2. Siehe auch Anhörung von Thierry Breton, Vorstandsvorsitzender von FT, vor dem Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung am 11. Dezember 2002: „im Laufe des Jahres 2000 Akquisitionen in einem Gesamtvolumen von 106 Milliarden Euro getätigt (Übernahme von Orange PLC, NTL, Equant, TPSA)“. (42)  Anhörung von Thierry Breton, Vorstandsvorsitzender von FT, vor dem oben genannten Wirtschaftsausschuss: „Insgesamt, stellt er fest, wurden von den für Akquisitionen aufgebrachten rund 100 Milliarden Euro 75 Milliarden in die strategische Entwicklung im Mobilfunksektor investiert, 10 Milliarden für TPSA, 11,2 Milliarden für Mobilcom und 9 Milliarden für NTL“. Siehe auch der Bericht von Goldman Sachs vom 26. September 2002, in dem deutlich gemacht wurde, dass der Schuldenberg „durch eine Reihe von Transaktionen im Jahr 2000 angehäuft wurde, vor allem durch die Übernahme von Orange und das Jointventure Mobilcom“ (‘amassed through a series of transactions in 2000, mainly the acquisition of Orange and the Mobilcom joint venture’). (43)  Die vorgenannte Enquetekommission: „Im Falle von Orange, das entscheidend zur Explosion der Konzernverschuldung beigetragen hat“. Informationsbericht des Senats Nr. 274, Anlage zum Protokoll der Sitzung vom 21. Februar 2002: „Am 29. Mai 2000 vereinbarten France Télécom und Vodafone, dass France Télécom sämtliche Anteile des britischen Mobilfunkbetreibers Orange plc von Mannesmann erwerben sollte. Diese Vereinbarung wurde am 22. August 2000 mit dem Kauf von 664 743 658 Orange-Aktien durch France Télécom zum Preis von 21,5 Milliarden Euro in bar und dem Verkauf von 544 559 931 Orange-Aktien von Vodafone an France Télécom im Tausch gegen die Emission von 129 201 742 Aktien durch France Télécom zum Stückpreis von 140,2 Euro in die Tat umgesetzt, wobei Vodafone auf die Ausübung der damit verbundenen Stimmrechte verzichtete. Gleichzeitig erhielt Vodafone von France Télécom eine Reihe von Verkaufsoptionen auf die zu seinen Gunsten emittierten FT-Aktien, im Gegenzug räumte Vodafone France Télécom eine Kaufoption auf sämtliche oder einen Teil der von Vodafone gehaltenen FT-Aktien ein. France Télécom kaufte Vodafone unverzüglich 15 355 531 FT-Aktien zum Emissionspreis ab, so dass Vodafone nicht mehr als 9,9 % an France Télécom hielt ... Nach der Börseneinführung von Orange SA am 13. Februar 2001 trafen Vodafone und France Télécom am 28. Februar 2001 eine Vereinbarung über die Modalitäten des Verkaufs der restlichen im Besitz von Vodafone befindlichen 113,85 Millionen FT-Aktien an France Télécom. In dieser Vereinbarung werden die Modalitäten der Ausübung der Verkaufs- bzw. Kaufoptionen auf die von Vodafone gehaltenen FT-Aktien umfassend festgelegt und der Gesamtpreis dieser Anteile auf etwa 11,63 Milliarden Euro festgesetzt ... Die dritte Zahlung kann in Form einer Zusatzzahlung erfolgen ... Die Zusatzzahlung könnte sich auf etwa 1,5 Milliarden Euro belaufen ... Aufgrund dieser Vereinbarung betragen die Gesamtkosten des Erwerbs von Orange plc 35,472 Milliarden Euro.“ Siehe auch der Bericht der vorgenannten Enquetekommission: „Der Erwerb im Wert von 43,2 Milliarden Euro (im Februar 2001 verringert auf 35,4 Milliarden Euro) wurde je zur Hälfte aus Barmitteln (21,5 Milliarden Euro) und durch Aktientausch (18,1 Milliarden Euro) finanziert. Beim Aktientausch verpflichtete sich France Télécom zum Rückkauf der ausgegebenen Aktien zum Mindestpreis von 104 Euro. Es gab kaum einen Zweifel, dass der Verkäufer auf der Ausübung dieser Rückkaufsoptionen bestehen würde ... Und aufgrund des Kursverfalls ab Herbst 2000 bewahrheitete sich die Befürchtung, dass der französische Konzern gezwungen sein würde, die Übernahme von Orange zu 100 % in bar zu bezahlen, und zwar durch zwei Zahlungen an Vodafone in Höhe von 6,631 Milliarden Euro bzw. 4,973 Milliarden Euro im März 2001 bzw. 2002“. (44)  Die vorgenannte Enquetekommission: „In dieser schwierigen Situation entstand das Vorhaben einer Beteiligung an Mobilcom ... Augenscheinlich war die überaus hohe Beteiligung nicht Gegenstand wirklich gründlicher Überlegungen, obwohl sie beträchtliche Risiken in sich trug ... So investierte France Télécom im März 2000 3,7 Milliarden Euro für eine Beteiligung von 28,5 %; damit wurde das Unternehmen mit dem 80fachen seines EBITDA bewertet (die Börsenbewertung lag vor den Gerüchten über diese Operation beim 65fachen EBITDA), was einer Prämie von 570 Millionen Euro entsprach. Diese Einlage, die zunächst in Form eines unwiderruflich garantierten Darlehens erfolgte, hatte France Télécom auch dann zu leisten, wenn der Erwerb der UMTS-Lizenz nicht gelingen sollte. Darüber hinaus verpflichtete sich France Télécom in einer Kooperationsvereinbarung, von der der Berichterstatter Kenntnis erhielt, Mobilcom in unbegrenzter Höhe finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an der UMTS-Versteigerung und die Entwicklung des UMTS-Geschäfts in Deutschland zu gewähren. Die von Mobilcom im Gegenzug für diese Verpflichtung zu tragenden Risiken waren beträchtlich. Der zur Unterstützung dieser Operation aufgestellte Geschäftsplan war offenkundig sehr unvollkommen. Zunächst einmal wurde der Preis der UMTS-Lizenzen auf 2 oder 3 Milliarden Euro geschätzt, obwohl der Verlauf der britischen Versteigerung im März und April 2000 die inflationäre Entwicklung der Lizenzkosten offenkundig gemacht hatte. Im August 2000 stieg der Preis der deutschen Lizenzen auf 8,4 Milliarden Euro, ohne dass France Télécom einen Rückzug auch nur in Erwägung zog, obwohl das Unternehmen zwei Monate zuvor bereits 43 Milliarden Euro in die Übernahme von Orange investiert hatte [Hervorhebung hinzugefügt]... Erst im Sommer 2002 wurden zwei Wirtschaftsprüfungen in Auftrag gegeben, um die Zukunftsaussichten des deutschen Unternehmens zu untersuchen. Sie enthüllten die extreme Anfälligkeit des Unternehmens, seinen schwachen Kundenstamm und die offenkundige Unmöglichkeit, aus dieser Investition einen Gewinn zu erzielen“. (45)  Die vorgenannte Enquetekommission: „Im Übrigen sei daran erinnert, dass France Télécom nicht nur größere Beteiligungen [NTL, Mobilcom, Orange] anstrebte, sondern gleichzeitig Gelegenheitskäufe tätigte, die nur am Rande mit seiner internationalen Strategie in Verbindung standen. Selbst wenn hier häufig tatsächlich ein industrieller Nutzen vorlag, verschärften sie doch unnötigerweise die industriellen Risiken für das Unternehmen und erhöhten seine finanziellen Verpflichtungen ... Noch einmal: Selbst wenn die Investitionen verführerisch erscheinen mochten, ist doch ihre Größenordnung in Frage zu stellen (7,69 Milliarden Euro zuzüglich 1,5 Milliarden Euro in Gestalt der dem Partner eingeräumten Rückkaufsoption und ein Investitionsprogramm mit einem über 7 Jahre verteilten Volumen von 6,7 Milliarden Euro, das zum größten Teil aus Eigenmitteln finanziert werden müsste), und dies zu einem Zeitpunkt, da die Finanzkapazitäten des Konzerns vor allem durch die Übernahme von Orange weitestgehend ausgeschöpft waren (mit einer Verschuldung, die mehr als dem 2,7 fachen des Eigenkapitals entsprach) und da erste Anzeichen einer Börsenkrise erkennbar wurden ... Was war demnach von den Erklärungen Michel Bons zu dieser Operation vor Ihrer Kommission zu halten: ‚Es wäre besser gewesen abzubrechen, aber da war der Startschuss schon gefallen...‘?“. TPSA ist ein erhellendes Beispiel: Der französische Konzern stellte sich praktisch in dem Moment als potenzieller Käufer des etablierten polnischen Telekommunikationsbetreibers auf, als dieser im September 1999 privatisiert wurde. (46)  Die vorgenannte Enquetekommission: „im Juli [1999] wollte France Télécom die Gelegenheit nutzen, um als Referenzaktionär von NTL auf dem britischen Markt Fuß zu fassen. Sicher gab es solide industrielle Gründe für dieses Vorhaben ... Insgesamt ist das französische Unternehmen Verbindlichkeiten in Höhe von 8,122 Milliarden Euro für eine Investition eingegangen, die mit dem konkret geplanten Kauf von Orange fast jeden strategischen Nutzen verlor und mit der es darüber hinaus nur eine Minderheitsbeteiligung erreichte. Über die Unbekümmertheit, mit der die Unternehmensleitung diese Situation analysiert zu haben scheint, kann man sich nur wundern“. (47)   „Der Minister für Wirtschaft, Finanzen und Industrie dementiert Informationen, denen zufolge Thierry BRETON zugestimmt hätte, als Nachfolger von Michel BON den Vorsitz von FRANCE TELECOM zu übernehmen“. Pressemitteilung des Wirtschafts- und Finanzministers vom 12. September 2002 zum Comité technique paritaire ministériel. (48)  Pressemitteilung des Wirtschafts- und Finanzministers vom 13. September 2002 zur Finanzlage von France Télécom. (49)   „Moody's verändert den Ausblick für France Télécom und Orange von negativ zu stabil und bestätigt das Langfristrating Baa3 und das kurzfristige Rating Prime-3“. (Moody's changes France Télécom and Orange's outlook to stable from negative and affirms the Baa3 long-term debt ratings and prime-3 short-term rating), Moody's Investors services, September 13, 2002. Der entsprechende Teil der Pressemitteilung lautet: „Das Vertrauen von Moody's wurde durch die Erklärung der Regierung gestärkt, die ihre starke Unterstützung für France Télécom erneut bekräftigt hat. Auch wenn die Bedenken von Moody's hinsichtlich des Ausmaßes des Finanzrisikos im Allgemeinen und der schwachen Liquiditätslage von FT im Besonderen nicht ausgeräumt sind, ist ihre Zuversicht angesichts der Erwartung, dass die französische Regierung dem Unternehmen unter die Arme greifen wird, falls FT mit der Rückzahlung seiner Schulden in Schwierigkeiten geraten sollte, doch gewachsen“. (‘ Moody's have taken increased comfort from the governments statement, which once again confirmed their strong support for FT. Whilst Moody's concerns regarding the overall level of financial risk and particularly FT's weak liquidity position remain, Moody's has grown more comfortable with expectation that the French government will act in a supportive manner, if FT started to encounter difficulties with its debt repayment schedule’ .) (Hervorhebung hinzugefügt) (50)  Pressemitteilung des Wirtschafts- und Finanzministers vom Mittwoch, den 2. Oktober 2002, zu France Télécom. (51)  Pressemitteilung von FT vom 5. Dezember 2002, S. 1. (52)  Seite 27 des Schreibens der französischen Regierung vom 3. Dezember 2002. (53)  Pressemitteilung des Wirtschafts- und Finanzministers vom 4. Dezember 2002 zur Unterstützung des Staates für den vom Verwaltungsrat von France Télécom gebilligten Aktionsplan. (54)  Siehe auch Jahresbericht von France Télécom für 2002: „Am 29. Juli 2002 hat France Télécom eine ausschließlich in Aktien von ST Microelectronics zu tilgende und mit 6,75 % verzinste Obligationenanleihe in Höhe von 442 Millionen Euro mit Fälligkeit 6. August 2005 ausgegeben. Die Zinssätze sind an die Geldmarktsätze zuzüglich einer Marge gebunden“. (55)  AFP-Meldung vom 13. Januar 2003: „France Télécom hat mit der Ausgabe einer Obligationenanleihe über 3 Milliarden Euro eine weitere Stufe seines Refinanzierungsplans eingeleitet […]. Die Bedingungen werden vor Wochenende bekannt gegeben“. In einem Artikel der Financial Times vom 15. Januar 2003 heißt es: „FT wird heute durch die Aufnahme von 5,5 Milliarden Euro auf dem Anleihemarkt Zweifel an seiner Cashflow-Situation 2003 bei den Anlegern ausräumen. [...] Damit dürfte das Unternehmen über die erforderlichen Mittel verfügen, um seine in diesem Jahr fälligen Schulden in Höhe von 15 Milliarden Euro zu begleichen. [...] FT muss 2004 und 2005 weiteren Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 35 Milliarden Euro nachkommen“. („FT will today settle investor doubt about its cash flow situation in 2003 by raising €5.5 billion in the bond market. […] It would now have all the cash it needs to honor €15 billion of debts that falls due for repayment this year […] FT also faces €35 billion of debt repayments in 2004 and 2005“.) (56)  Research France Télécom, STANDARD & POOR'S RATINGSDIRECT, 17. Dezember 2002: „Ab Juli 2002 war die Unterstützung seitens der französischen Regierung einer der Schlüsselfaktoren für die weitere Bewertung von FT als ‚Investment Grade‘.“ (‘ Since July 2002, support from the French state has been a key rating factor, underpinning the group's investment-grade status ’.) (Hervorhebung hinzugefügt) Dieser Aussage ging folgende Meldung vom 5. Dezember voraus: „Die Ratingagentur Standard & Poor`s gab heute bekannt, das langfristige Kreditrating BBB- und das kurzfristige Kreditrating A-3 [von FT] werde bestätigt. Seit Juli 2002 hat Standard & Poor`s erkennen lassen, dass die zu erwartende Unterstützung des französischen Staates, der mit 56 % Mehrheitsaktionär von FT ist, voraussichtlich dazu beitragen wird, dass der Konzern weiterhin mit ‚Investment Grade‘ bewertet wird. Die heutige Ankündigung der Regierung, FT einen sofortigen Aktionärskredit von 9 Milliarden Euro zu gewähren, damit das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen in 2003 nachkommen könne, wird von Standard & Poor`s als verlässlicher Beweis für diese Unterstützung betrachtet“. (‘Standard & Poor's rating services said today that it has affirmed its BBB- long term and A-3 short term corporate credit ratings [on FT] … Since July 2002 Standard & Poor's has indicated that expected support from FT's 56 % shareholder, the French State, is a likely factor underpinning the group investment–grade status. The French State's announcement today that it will immediately grant a 9€ billion shareholder loan to help FT face its 2003 debt obligations is viewed by Standard & Poor's as strong evidence of this support’.) (Standard & Poor's, 5. Dezember 2002) (Hervorhebung hinzugefügt). (57)  Research France Télécom, STANDARD & POOR'S RATINGSDIRECT, 17. Dezember 2002: ‘The state's December 2002 announcement that it will grant a €9 billion shareholder loan, coupled with its commitment to subscribe to a €15 billion capital increase, underscores this support and provides significant credit protection for FT's debtholders. Although the rights issue's timing has not been specified yet, FT and the state's targets in this respect meet Standard & Poor's expectations for the ratings. While market conditions may challenge the operation, the state's commitment to subscribe to the equity injection — so as to at least maintain its stake — strongly mitigates execution risks’. (58)  Am 17. Dezember 2002 schätzte S & P die Bedeutung dieses Faktors noch sehr hoch ein. Auch für Moody's war er noch im Februar 2003 von

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.