Europäische Union

2003/437/EG: Entscheidung der Kommission vom 11. Dezember 2001 in einem Verfahren nach Artikel 81 EG-Vertrag und Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/E-1/37.027 — Zinkphosphat) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 4237) (Text von Bedeutung für den EWR.)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32003D0437. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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* stressed that he would like to have W. as main supplier of ZP provided, of course, that we were competitive. I think this is due to a general suspicion of the zinc producers regarding agreed price-cooperation. [...] Finally, it can be mentioned that [...]* on purpose plays the suppliers off against one another by showing data-outprints of competitors' offers. From oral conversations with Alloys/J. Brown I know that the above-mentioned offers are correct." (Auf die direkte Frage, warum wir nicht [...]*, Erfuellungsort [...]*, anbieten konnten, erwiderte ich, dies hänge damit zusammen, dass die Frachtkosten von [...]* nach [...]* höher seien als nach [...]*. Das wurde akzeptiert. [...]* betonte, dass er gern W. als Hauptlieferant von ZP sehen würde, vorausgesetzt, wir seien wettbewerbsfähig. Ich denke, dies ist auf einen allgemeinen Verdacht zurückzuführen, dass die Zinkproduzenten Preisabsprachen treffen [...] Schließlich möchte ich noch erwähnen, dass [...]* die Lieferanten bewusst gegeneinander ausspielt, indem er Ausdrucke von Angeboten der Wettbewerber zeigt. Aus Gesprächen mit Alloys/J. Brown weiß ich, dass die oben genannten Angebote korrekt sind.) (107) Das nächste Treffen fand am 3. Mai 1994 im Londoner Hotel Excelsior, Flughafen Heathrow, statt. Daran nahmen Vertreter von Britannia, Heubach, James Brown, SNCZ und Waardals teil. (108) Die endgültige Vereinbarung darüber, Absatzzahlen an den CEFIC zu schicken, wurde spätestens bei dieser Zusammenkunft erreicht, denn am folgenden Tag, dem 4. Mai 1994, sandte ein Vertreter von Britannia ein Fax an den CEFIC, in dem die Akzeptanz des Angebots vom CEFIC seitens der Produzenten bestätigt wurde, Namen und Ansprechmöglichkeiten der fünf Produzenten angegeben wurden und der CEFIC ersucht wurde, Fragebögen bezüglich der Jahre 1991, 1992, 1993 (jährlich) und 1994 (monatlich) an jeden von ihnen zu schicken(51). (109) Mit Schreiben vom 26. Mai 1994, das an Vertreter von Britannia, Heubach, James Brown, SNCZ und Waardals gerichtet war, bezog sich der CEFIC auf die Gründung der statistischen Gruppe Zinkphosphat im Rahmen der CEFIC-Sektorgruppen und bat darum, bis zum 15. Juni 1994 "historical statistics 1991, 1992 1993" (statistische Angaben von 1991, 1992 und 1993) bereitzustellen(52). Am 15. Juni 1994 forderte der CEFIC Waardals in einer schriftlichen Mahnung auf, die verlangten Angaben für die Jahre 1991-1993 und für die Monate Januar bis Mai 1994 zu übermitteln(53). (110) Alle fünf Produzenten schickten ihre Zahlenangaben an den CEFIC, Waardals beispielsweise mit Fax vom 15. Juni 1994 und SNCZ mit Schreiben vom 14. Juni 1994(54). (111) Ein an Vertreter von Britannia, Heubach, James Brown, SNCZ und Waardals gerichtetes Schreiben mit dem Titel "Statistics - historical investigation 1991 - 1993" (Untersuchung statistischer Daten aus den Jahren 1991 bis 1993) bestätigt, dass der CEFIC für diese Jahre eine Analyse des Gesamtmarktvolumens angefertigt hatte, die er bis Ende Juni 1994 an die fünf Zinkphosphathersteller übermittelte(55). (112) Die Marktanteile wurden den einzelnen Kartellmitgliedern auf der Zusammenkunft zugeteilt, die am 9. August 1994 in London im Hotel Ramada, Flughafen Heathrow, stattfand. An dem Treffen nahmen Vertreter von Britannia, Heubach, James Brown, SNCZ und Waardals teil(56). (113) Gleichzeitige Notizen eines Vertreters von Britannia und eines Vertreters von Waardals (beide Notizen auf Papier des Hotels Ramada) zeigen eine Aufstellung des Marktanteils jedes Unternehmens für die Jahre 1991, 1992, 1993 und 1994. Die Marktanteile dieser Jahre wurden für die Zuteilung der Marktanteile wie folgt aufgerundet: Heubach 24 %, Britannia 24 %, SNCZ [...]* %, Waardals [...]* % und James Brown 6 %. Besonders auffallend ist die Ähnlichkeit der beiden Schriftstücke: Auszug aus dem Originalschriftstück Nr. 1: Handschriftliche Notizen des Vertreters von Britannia >PIC FILE= "L_2003153DE.001201.TIF"> Auszug aus dem Originalschriftstück Nr. 2: Handschriftliche Notizen des Vertreters von Waardals >PIC FILE= "L_2003153DE.001202.TIF"> (114) Der Vertreter von Britannia brachte auf dem Treffen vom 9. August 1994 zum Ausdruck, dass keine Notwendigkeit für die aggressive Preisdrückerei früherer Jahre bestehe, wenn alle Unternehmen mit ihren vorhandenen Marktanteilen zufrieden und diese Marktanteile über eine Reihe von Jahren konstant geblieben sind, solange diese Anteile nicht wesentlich geändert werden(57). (115) Trident zufolge wurde diese Ansicht von allen Teilnehmern des Treffens akzeptiert. Das Ergebnis war, dass alle fünf Unternehmen zustimmten, ihre bisherigen Anteile am europäischen Markt als Benchmark für ihre künftige Marktposition zu nehmen(58). (116) Eine weitere Zusammenkunft des Kartells fand am 25. November 1994 in London im Hotel Novotel, Flughafen Heathrow, statt. An ihr nahmen Vertreter von Britannia, Heubach, James Brown, SNCZ und Waardals teil(59). 1995 (117) Anfang 1995 fand im Forte Crest Hotel am Flughafen von Manchester (Vereinigtes Königreich) eine "dreiseitige" Zusammenkunft statt, an der Vertreter von James Brown, Britannia und Waardals teilnahmen. James Brown hatte die Zusammenkunft arrangiert, um zu versuchen, bessere Beziehungen zwischen Britannia und Waardals herzustellen. (118) James Brown wollte eine Vereinbarung zustande bringen, in deren Rahmen Waardals nicht länger Abnehmer im Vereinigten Königreich, insbesondere International Paint, mit Billigangeboten umwerben und Britannia Alloys seine Aktivitäten in Skandinavien, insbesondere im Hinblick auf einen norwegischen Abnehmer, nämlich Jotun, einschränken würde. Trident zufolge wurde keine derartige Vereinbarung erreicht. (119) Waardals bestätigt, dass die Zusammenkunft mit diesem Inhalt stattgefunden hat und dass die angestrebte Vereinbarung nicht zustande gekommen ist. Als Ergebnis fügt Waardals hinzu, das Unternehmen "lost Jotun, its biggest customer, to Britannia Alloys" (verlor Jotun, seinen größten Abnehmer, an Britannia Alloys)(60). (120) Die erste "Vollversammlung" des Kartells im Jahr 1995 fand am 27. März in London im Hotel Novotel, Flughafen Heathrow, statt. Für die Organisation war Waardals verantwortlich(61). An dem Treffen nahmen Vertreter von Britannia, Heubach und Waardals teil. Waardals zufolge war bei allen Zusammenkünften jeweils auch ein Vertreter von James Brown bzw. von der SNCZ anwesend(62). James Brown erklärt, dass sein Vertreter bei dieser Konferenz nicht zugegen war(63). Das Unternehmen SNCZ hat nicht angegeben, dass sein Vertreter an dieser Zusammenkunft teilnahm. Bei der Nachprüfung durch die Kommission wurde jedoch eine Tagesordnung dieser Zusammenkunft des Kartells in den Geschäftsräumen der SNCZ gefunden(64). Das Papier ist mit vielen Anmerkungen versehen, die offenbar von der betreffenden Person während des Treffens, auf dem dieses Schriftstück zur Sprache kam, gemacht wurden. Es kann daher darauf geschlossen werden, dass auch SNCZ bei diesem Treffen anwesend war. (121) Die Tagesordnung des Treffens lautet wie folgt: "AGENDA - MEETING 27.03.95 - (1)1994: Total sales and market shares in West Europa; (2) 1994: Sales, competition, price development in Germany, France, Benelux, UK, Nordic countries, USA, Rest of the world; (3) Development 1st Quarter -95 and prospects for rest of -95; (4) New production of phosphate in Australia by Larvik-capacity?; (5) Question / answers; (6) Summary; (7) Date for new meeting" (TAGESORDNUNG - TREFFEN VOM 27.03.95 - (1) 1994: Gesamtumsätze und Marktanteile in Westeuropa; (2) 1994: Umsätze, Wettbewerb, Preisentwicklung in Deutschland, Frankreich, Benelux, im Vereinigten Königreich, in den nordischen Ländern, den USA, der übrigen Welt; (3) Entwicklung im 1. Quartal 1995 und Aussichten für den Rest des Jahres 1995; (4) Neue Produktion von Phosphat in Australien durch Larvik - Kapazität?; (5) Fragen/Erwiderungen; (6) Zusammenfassung; (7) Termin für neue Zusammenkunft.) (122) In einer bei Waardals gefundenen Notiz vom 30. März 1995(65), die an die höhere Leitungsebene des Unternehmens gerichtet war, wird über das Treffen Bericht erstattet. Daraus geht hervor, dass Waardals eine Erhöhung des ihm zugestandenen Marktanteils forderte. In der Notiz heißt es: "In our last meeting, 27.03.95, they (the other cartel members) were not willing to discuss larger market share for our company" (Bei unserem letzten Treffen, 27.03.95, waren sie (die anderen Kartellmitglieder) nicht bereit, über einen größeren Marktanteil für unser Unternehmen zu sprechen)(66). In der Tat hatte Waardals offensichtlich beabsichtigt, die folgende Forderung zu stellen: "(1) [...]*; (2) [...]*; (3) [...]*; (4) full member with allocation of clients (Vollmitglied mit der Zuteilung der Kunden werden); (5) our contribution: reduced activity ton for ton (unser Beitrag: reduzierte Aktivität Tonne für Tonne)"(67). Diese Formulierungen beziehen sich offensichtlich auf die Möglichkeit, an [...]* zu verkaufen, [...]* % des Marktanteils in Finnland und [...]* % des gesamten Marktes zu erlangen und Vollmitglied des Kartells mit entsprechender Zuteilung von Kunden zu werden. (123) Die Forderung nach einer Erhöhung des Marktanteils wurde jedoch von den anderen Teilnehmern abgelehnt, und die übrigen Vorschläge wurden während des Treffens nicht vorgetragen(68). (124) Das Treffen und die negative Einstellung der anderen Unternehmen bestärkten das Unternehmen Waardals in der Annahme, dass es von den anderen übervorteilt wurde. Nach Aussagen von Waardals wurde während des Treffens vom 27. März 1995 eindeutig zugegeben, dass Heubach, Britannia und SNCZ den finnischen Kunden Teknos aufgeteilt hatten, wobei sich die einzelnen Unternehmen in der Lieferung der entsprechenden Mengen für jeweils ein Quartal abwechselten(69). In der Notiz des Vertreters von Waardals vom 30. März 1995 heißt es: "(3) Our market share, [...]* %, is too low. Alloys, Heubach and SNCZ have [...]* % each. The remaining 6 % go to James Brown. (4) Our competitors, who are all manufacturers of ZnO, have an internal cooperation within the 'club'. They have shared customers/markets between them at our cost. They have themselves admitted that this cooperation has taken place a.o. in Finland and this is also the reason why all three have [...]* %" ((3) Unser Marktanteil, [...]* %, ist zu niedrig. Alloys, Heubach und SNCZ verfügen jeweils über [...]* %. Die übrigen 6 % gehen an James Brown. (4) Unsere Mitbewerber, die alle Hersteller von ZnO sind, praktizieren eine interne Kooperation innerhalb des "Klubs". Sie haben die Abnehmer/Märkte zu unseren Lasten untereinander aufgeteilt. Sie haben selbst eingestanden, dass diese Zusammenarbeit unter anderem in Finnland erfolgt, und dies ist auch der Grund, weshalb alle drei über [...]* % verfügen)(70). (125) In der Notiz vom 30. März 1995 werden auch die Vorteile (z. B. "have obtained higher prices in 1st quarter -95" (haben im ersten Quartal 1995 höhere Preise erzielt)) und Nachteile (z. B. "Illegal. Can have large, negative consequences for us if we are discovered." (Illegal. Kann erhebliche negative Folgen für uns haben, wenn man uns auf die Schliche kommt))(71) einer Mitgliedschaft in dem Kartell bewertet. Verärgerung über die anderen Produzenten führte im April 1995 zum vorübergehenden Ausstieg von Waardals aus dem Kartell, als das Unternehmen dem CEFIC ankündigte, dass es seine Absatzzahlen nicht mehr mitteilen würde(72). (126) Der CEFIC informierte die anderen Zinkphosphathersteller am 3. Mai 1995 über die Entscheidung von Waardals, keine Absatzzahlen mehr zur Verfügung zu stellen(73). Am 2. Juni 1995 schickte das Unternehmen SNCZ dem CEFIC ein Fax(74) und erklärte darin, dass es den CEFIC über seinen Standpunkt hinsichtlich der weiteren Übermittlung der statistischen Angaben am 13. Juni 1995 unterrichten würde, d. h. einen Tag, nachdem die darauf folgende Zusammenkunft des Kartells stattgefunden hatte. Wie Schriftstücke belegen, stellte das Unternehmen dem CEFIC weiterhin Informationen zur Verfügung(75). (127) Trident zufolge fand am 12. Juni 1995 in London in einem Hotel am Flughafen Heathrow ein weiteres Treffen des Kartells statt, an dem zwei seiner Vertreter teilnahmen(76). (128) Der Kommission liegen Beweise vor, dass sich Vertreter von Waardals vom 11. bis 12. Juni 1995 im Hotel Novotel in Heathrow, London, aufhielten(77). Nach den Notizen eines Mitarbeiters von Waardals in seinem Terminkalender war bei dieser Zusammenkunft auch ein Vertreter von Heubach anwesend. (129) Das Unternehmen Waardals bestätigt in seiner Erwiderung auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte, dass es am besagten Datum tatsächlich an einer Zusammenkunft in London mit einem Vertreter von Heubach teilgenommen hat, fügt jedoch hinzu, dass es "did not attend any club meeting that day" (an jenem Tag an keinem Treffen des Klubs teilgenommen hat)(78). (130) Aus den Unterlagen geht hervor, dass Waardals die geforderten Marktdaten für 1995 letztendlich an den CEFIC geschickt hat. Waardals und die anderen Produzenten ließen dem CEFIC aufbereitetes Zahlenmaterial für den Zeitraum vom Januar bis zum Juni 1995 zugehen(79). Ab Juli 1995 wurde das Absatzvolumen wieder einmal monatlich übermittelt. Somit dauerte der Ausstieg von Waardals aus dem Kartell, wenn er überhaupt je erfolgte, nur eine ganz kurze Zeit. Dies wird von Waardals in seiner Erwiderung auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte zugegeben. (131) Waardals gibt jedoch des Weiteren an, dass "after having pulled out of the Club in April 1995, Waardals did obtain an order from Teknos, on its own and outside the sharing agreement operated by the others, and delivered a container to Teknos on week 16" (es nach seinem Rückzug aus dem Klub im April 1995 eine Bestellung von Teknos erhielt, und zwar unabhängig und außerhalb der von den anderen ausgeübten Aufteilungsvereinbarung, und in der Woche 16 einen Behälter an Teknos geliefert hat)(80). (132) Die nächste Zusammenkunft des Kartells fand am 15. September 1995 in London im Hotel Novotel, Flughafen Heathrow, statt. An diesem Treffen nahmen Vertreter von Waardals, Britannia, Heubach, James Brown und SNCZ teil(81). 1996 (133) 1996 fanden Zusammenkünfte des Kartells am 22. Januar(82) in Paris im Hotel Mercure sowie am 21. Mai(83) und am 10. September(84) in London im Hotel Novotel, Flughafen Heathrow, statt. An allen Treffen nahmen Vertreter von Britannia, Heubach, SNCZ und Waardals teil. James Brown war bei den Zusammenkünften am 22. Januar und am 10. September 1996 vertreten(85). Die Diskussionen auf diesen Treffen bewegten sich im üblichen Rahmen, so wurden unter anderem die Absatzzahlen der einzelnen Mitglieder offen gelegt und verglichen und "empfohlene" Preise festgelegt(86). (134) Handschriftliche Notizen(87), die bei der Nachprüfung in einer Mappe mit der Aufschrift "Cefic 21.5.96" gefunden wurden, enthalten eine Berechnung für das von Waardals 1995 verkaufte Zinkphosphat und geben am Ende die Zinkphosphatgesamtmenge an, die von dem Unternehmen in Europa abgesetzt wurde [...]*. Es folgt die Gesamtmenge an Zinkphosphat, die in dem Jahr von allen Produzenten in Europa verkauft wurde ([...]*, was mit der CEFIC-Statistik für 1995 übereinstimmt) und die dann weiter in die von den fünf einzelnen Produzenten verkauften Mengen aufgeteilt ist; außerdem sind deren jeweilige Marktanteile ausgewiesen. Die vor "SNCZ" und "(Alloys)" (Britannia) stehenden Zahlen stimmen exakt mit den Angaben überein, die diese Unternehmen für das Jahr 1995 beim CEFIC eingereicht haben(88). Die Notizen enthalten zudem Tiefstpreise für verschiedene europäische Länder. Unten auf der Seite ist ein Datum "21.5." angegeben (bei dem es sich um das Datum der Zusammenkunft handelt). Auszug aus dem Originalschriftstück Nr. 3(89): Handschriftliche Notizen des Vertreters von Waardals >PIC FILE= "L_2003153DE.001401.TIF"> (135) 1996 teilte der CEFIC den Unternehmen mit, dass der ZIPHO, in dessen Rahmen die Aufbereitung der statistischen Angaben erfolgte, formell gegründet werden müsse. Die Unternehmen waren nicht bereit, die daraus resultierenden zusätzlichen Ausgaben auf sich zu nehmen(90), weshalb sie nach anderen Möglichkeiten zur Aufbereitung der statistischen Daten Ausschau hielten. 1997 (136) Die nächste Zusammenkunft des Kartells war ursprünglich für den 22. Januar 1997 geplant. Am 5. Dezember 1996 ließ Waardals im Hotel Novotel, Heathrow, einen Konferenzraum für acht Personen reservieren. Die Zusammenkunft musste jedoch verschoben werden, und die Reservierung wurde von Waardals am 9. Januar 1997 storniert(91). (137) Die Zusammenkunft wurde schließlich für den 4. Februar 1997 im Holiday Inn Crown Plaza, London Heathrow(92), anberaumt. Der Konferenzraum wurde von Britannia bestellt. An dem Treffen nahmen Vertreter von Britannia, Heubach, James Brown, SNCZ und Waardals teil(93). (138) Handschriftliche Notizen auf Papier des Hotels Holiday Inn(94) lassen erkennen, dass die europäischen Zinkphosphatverkäufe 1996 erörtert und die jeweiligen Marktanteile der Unternehmen berechnet wurden. In seiner Erklärung während der Nachprüfung gab ein Vertreter von Waardals an, dass dieses Schriftstück wahrscheinlich im Januar 1997 in London bei einem Treffen mit den fünf Zinkphosphatproduzenten angefertigt wurde. Die nach "SNCZ" und "BA" (für Britannia) stehenden Zahlen stimmen mit denen überein, die diese Unternehmen dem CEFIC für das Jahr 1996 übermittelt hatten(95). Auszug aus dem Originalschriftstück Nr. 4(96): Handschriftliche Notizen des Vertreters von Waardals >PIC FILE= "L_2003153DE.001501.TIF"> (139) SNCZ hatte anscheinend die vorgegebenen Absatzzahlen nicht erreicht und erhielt Teknos für 6 Monate "zugeteilt". Der Preis von SNCZ gegenüber Teknos sollte [...]* betragen, und der Preis von Waardals [...]*. (140) Für verschiedene europäische Länder wurden Tiefstpreise festgelegt. In Deutschland sollten sofort 3,30 DEM/kg (3,40 DEM/kg unter 5 t) gelten. Im Vereinigten Königreich lag der entsprechende Wert bei 1,20 GBP (1,24 für weniger als 5 t). In Frankreich waren es 10,80 FRF (11,10 für weniger als 5 t. Für Belgien belief sich der Mindestpreis zunächst auf 62 BEF, aber ab dem zweiten Quartal dann auf 65 BEF. Ebenso wurde in den Niederlanden der zunächst geltende Preis von 3,35 NLG (3,65 unter 5 t) im zweiten Quartal auf 3,50 NLG (3,80 unter 5 t) erhöht. Während Dänemark sich am deutschen Preis orientieren sollte, betrug die Vorgabe für Finnland 10 FIM und für Italien 3000 ITL. Für Norwegen wurde offensichtlich kein Preis empfohlen. (141) Die genannten Preise stimmen genau mit den internen Preisanweisungen von Britannia für Februar 1997(97) im Hinblick auf Zinkphosphatverkäufe von "1000-4999 kg" und "über 5000 kg" überein. In diesen Instruktionen ist auch angegeben, dass es sich bei den Preisen um "minimum price levels" (Mindestpreisniveaus) handelt und dass sie "should not be reduced without prior discussions with [name of employee] (nicht ohne vorherige Absprache mit [Name des Mitarbeiters] verringert werden sollten)", wobei den Namen die Person trägt, die im Auftrag von Britannia an den Zusammenkünften des Kartells teilgenommen hat. (142) Außer Angelegenheiten im Zusammenhang mit Zinkphosphat wurden auch Themen wie Kalziumphosphat- oder Zinkoxidpreise besprochen, wie es aus den handschriftlichen Notizen hervorgeht(98). (143) Bei der Nachprüfung wurde noch eine weitere undatierte handschriftliche Notiz(99) des Vertreters von Waardals gefunden, die mit der Berechnung von Marktanteilen zu tun hat. Geschrieben wurde sie aller Wahrscheinlichkeit nach kurz vor oder während des Treffens. Die Notiz enthält einen Vergleich des tatsächlichen und des zugewiesenen Marktanteils von Waardals im Jahr 1996. Zunächst gibt die Tabelle den Gesamtabsatz von Zinkphosphat für jeden Kalendermonat und daneben die Verkäufe von Waardals an und zeigt dann, dass Waardals seinen Marktanteil von [...]* %, der dem Unternehmen am 9. August 1994 zugewiesen worden war, um 25 t überzogen hat. Auszug aus dem Originalschriftstück Nr. 5(100): Handschriftliche Notizen des Vertreters von Waardals >PIC FILE= "L_2003153DE.001502.TIF"> (144) Nach der anfänglichen Einsendung von "historical figures" (die Vergangenheit betreffenden Zahlen) an den CEFIC im Juni 1994 übermittelten die Zinkphosphathersteller dem CEFIC mindestens bis Januar 1997 Absatzdaten über Zinkphosphat. Die Fristen, die der CEFIC den Produzenten für die Übermittlung der monatlichen Daten gesetzt hatte, waren sehr kurz. Im Gegenzug erhielten die Zinkphosphathersteller die zusammengestellten Daten vom CEFIC sehr rasch, in den meisten Fällen um den 20. des Folgemonats. Damit waren die Produzenten zu jedem Zeitpunkt gut über die auf dem Markt abgesetzten Mengen informiert. (145) Die Unstimmigkeiten mit dem CEFIC im Jahr 1996 bezüglich der Extrakosten für dessen Leistungen führten am 14. Februar 1997 dazu, dass ein Vertreter von Heubach in einem Fax Britannia, James Brown, SNCZ und Waardals darüber in Kenntnis setzte, dass Heubach beschlossen habe, die Übermittlung weiterer Daten an den CEFIC einzustellen, und die anderen Produzenten ersuchte, dasselbe zu tun(101). Gleichzeitig erbat Heubach die Ansichten der anderen Produzenten über die Beauftragung des VdMI mit der Bearbeitung der statistischen Angaben. Ein Vertreter von Heubach und ein Vertreter des VdMI sollten die Einzelheiten in Kürze erörtern(102). (146) Heubach informierte den CEFIC am 6. März 1997 per Fax, dass das Unternehmen im ZIPHO weder in statistischer Hinsicht noch auf Sektorgruppenebene weiter mitarbeiten wolle und dass es von dem Tage an keine statistischen Angaben mehr vorlegen würde. Eine Kopie dieser Faxmitteilung ging jeweils an Waardals, Britannia, SNCZ und James Brown(103). (147) Trident informierte den CEFIC am 25. März 1997 durch ein Fax darüber, dass das Unternehmen seine Mitarbeit im ZIPHO einstelle(104). (148) Am 29. März 1997 sandte Heubach ein Fax an Waardals, in dem es letzterem Unternehmen Name und Anschrift eines Mitarbeiters des VdMI, d. h. der Organisation mitteilte, an die von da an Marktdaten zu schicken seien. Die Daten für das erste Quartal 1997 waren Anfang April dorthin zu übermitteln(105). (149) Die vordem vom CEFIC erfuellte Aufgabe wurde im April 1997 vom VdMI übernommen. Bereits am 1. April 1997 ersuchte der VdMI die Produzenten per Fax, ihre Zahlen für das erste Quartal 1997 bis zum 14. April 1997 einzusenden(106). (150) Am 14. April 1997 schickte ein Vertreter des VdMI ein Fax an Trident (Kopien für alle anderen Zinkphosphathersteller), um den Verband vorzustellen und seine Aufgaben zu erläutern(107). (151) Die folgende Zusammenkunft des Kartells fand am 22. April 1997 in Paris im Hotel Novotel am Flughafen Roissy/Charles de Gaulle statt. Der Konferenzraum wurde unter dem Namen "Silar", dem "Schwester"-Unternehmen von SNCZ, bestellt. Silar buchte auch Zimmer für zwei Vertreter von Waardals im Hotel Ibis am Flughafen Roissy/Charles De Gaulle(108). Vertreter von Heubach, James Brown, SNCZ, Trident und Waardals nahmen an der Zusammenkunft teil(109). (152) Aus Notizen und Reiseunterlagen geht hervor, dass die beiden Vertreter von Waardals am 21./22. April 1997 im Pariser Hotel Ibis waren und mit Vertretern von Trident und Heubach zusammentrafen(110). (153) Bei der Nachprüfung gefundene handschriftliche Notizen(111) eines Vertreters von Waardals zeigen, dass bei dieser Zusammenkunft sensible Absatzinformationen ausgetauscht wurden. Die Zahlen und die Marktanteile betreffen den Absatz während des ersten Quartals 1997. Auszug aus dem Originalschriftstück Nr. 6: Handschriftliche Notizen des Vertreters von Waardals >PIC FILE= "L_2003153DE.001601.TIF"> (154) In seiner Erklärung zu diesen Notizen während der Nachprüfung vom 13. Mai 1998 bestätigt ein Vertreter von Waardals, dass sie sich auf ein Treffen im Pariser Hotel Novotel am Flughafen Charles de Gaulle am 22. April 1997 beziehen. (155) Die in diesen Notizen für "SNCZ", "Trident" und "Heubach" angegebenen Zahlen stimmen genau mit den Angaben überei

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.