Europäische Union

98/335/EG: Entscheidung der Kommission vom 23. April 1997 mit der ein Zusammenschluß für vereinbar mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen erklärt wird (Sache IV/M.754 - Anglo American Corporation/Lonrho) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31998D0335. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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nachfrage in Japan, dortige Wirtschaftslage und Yen/Dollar-Wechselkurse, sowie - in Verarbeitung befindliche Bestände. (77) Die aufgezählten Faktoren zeigen, daß der Platinpreis von den grundlegenden Angebots- und Nachfragefaktoren für Platin bestimmt wird. (78) Studie der Kommission zu den Faktoren, die Platinpreisbewegungen beeinflussen Zweck der Kommissionsstudie war es, soweit möglich die wichtigsten Faktoren zu ermitteln, die die Platinpreise bestimmen. Die Studie kommt zu folgenden Hauptergebnissen: a) Der Platinpreis korreliert statistisch kurzfristig mit dem Goldpreis, nicht notwendigerweise jedoch langfristig (der Zusammenhang wird weiter unten als Scheinkorrelation identifiziert); er wird jedoch auch durch das grundlegende Verhältnis von Angebot und Nachfrage innerhalb der Platinindustrie bestimmt. b) Eine signifikante Beziehung ist weder zwischen Platinpreisen und den wichtigsten makroökonomischen Indikatoren (Inflationsraten, Zinssätze, Wechselkurse und Wirtschaftswachstum) noch zwischen Goldpreisen und den wichtigsten makroökonomischen Indikatoren feststellbar. c) Der Platinterminmarkt ist im wesentlichen ein Markt für Termingeschäfte und in der Regel nicht durch ein hohes Maß an Spekulationsgeschäften gekennzeichnet. Langfristig herrschen daher die fundamentalen Daten als entscheidender preisbestimmender Faktor vor. d) Die Nachfrage nach Platin ist preisunelastisch (siehe unten, Ziffer iii)). e) Zwar ist der Platinmarkt kleiner als der Goldmarkt und größeren Schwankungen ausgesetzt, doch liegen keine Anzeichen für eine übermäßige Spekulation vor. Anders als bei Gold gibt es bestenfalls begrenzte Platinbestände, um eine periodisch auftretende Spitzennachfrage zu Anlagezwecken zu befriedigen. (79) Die Studie bestätigt daher, daß der Platinmarkt kein hochgradig spekulativer Markt ist und grundlegende Angebots- und Nachfragefaktoren preisbestimmend sind. (80) Scheinkorrelationen zwischen Platin-, Gold-, Silber-, Rhodium- und Palladiumpreisen Zwar korrelieren die Preise von Edelmetallen wie Gold und Platin hochgradig, eine ausgeprägte Korrelation impliziert für sich allein genommen jedoch noch keinen Kausalzusammenhang. Ökonomische Preisreihendaten sind häufig nichtstationär (d. h. weisen einen Trend auf) und korrelieren dadurch automatisch. Die Kommission hatte sich daher für eine gründlichere Analyse der Korrelation zwischen den Platin-, Gold-, Silber-, Rhodium- und Palladiumpreisen entschieden. (81) Die Kommission hat eine Kointegrationsanalyse der Preisdaten für Platin, Rhodium und Palladium sowie für Gold und Silber vorgenommen. Bei der Kointegrationsanalyse handelt es sich um ein ökonometrisches Verfahren, bei dem geprüft wird, ob eine systematische Gleichgewichtsbeziehung (oder langfristige Beziehung) zwischen zwei oder mehr Zeitreihendaten vorliegt. Nach den Analyseergebnissen belegen die Daten keine Gleichgewichtsbeziehung (oder langfristige Beziehung) zwischen den verschiedenen Preisniveaus für Platin, Rhodium, Palladium, Gold und Silber oder für eine beliebige Teilmenge dieser Metalle. Die ökonometrische Analyse der Metallpreise ergibt, daß die Platin-, Rhodium-, Palladium-, Gold- und Silberpreise sich langfristig unabhängig voneinander verändern. Dies bestätigt die Auffassung, daß Platin, Rhodium, Palladium, Silber und Gold separate relevante Produktmärkte sind. (82) Schlußfolgerung Eine Analyse der Faktoren, die den Platinpreis beeinflussen, zeigt, daß der Platinpreis längerfristig von den grundlegenden Faktoren des Angebots und der Nachfrage bestimmt wird, wie der Nachfrage nach Platin zur Verwendung in Kfz-Abgaskatalysatoren, für industrielle Anwendungen und für Schmuckwaren. Der Platinpreis kann zwar durch kurzfristige spekulative Bewegungen bei Edelmetallen wie Gold beeinflußt werden, steht aber längerfristig nicht mit den Preisen anderer Edelmetalle in Zusammenhang. iii) Preisunelastische Nachfrage nach Platin (83) Der Anteil der Platinnachfrage, der auf industrielle Anwendungen und Kfz-Abgaskatalysatoren entfällt, ist preisunelastisch, wahrscheinlich mit einer Preiselastizität nahe null, da Platin in diesen Anwendungen im Grunde nicht ersetzbar ist, wenn der Preis um einen kleinen, aber signifikanten Betrag steigen würde. Die Schmucknachfrage im japanischen Markt wurde in der obengenannten Studie als preisunelastisch mit einer Elastizität von -0,6 ermittelt. Da Kfz-Abgaskatalysatoren und industrielle Anwendungen 1995 etwa 55 % und die japanischen Schmuckwaren etwa 30 % des Gesamtmarktes ausmachten, bedeutet das, daß die Preiselastizität für 85 % des gesamten Platinmarkts äußerst gering ist. Die restlichen 15 % der Nachfrage entfallen auf Schmuckwaren außerhalb Japans (5 %) und auf Platin zu Anlagezwecken (10 %). Der Schmuckwarenmarkt außerhalb Japans dürfte eine unelastische Nachfrage aufweisen, da Platinschmuck ein besonderes Produkt des gehobenen Marktsegments darstellt. Die Nachfrage zu Anlagezwecken wirkt sich nur begrenzt auf die Preiselastizität aus. Insgesamt kann daher geschlossen werden, daß der gesamte Markt preisunelastisch ist (kleiner als eins). (84) Eine Preiselastizität kleiner als eins bedeutet, daß die Kreuzpreis-Substitutionselastizitäten gegenüber anderen Metallen noch kleiner sind, die Konkurrenzwirkung anderer Metalle also nicht sehr hoch ist. Eine preisunelastische Nachfrage deutet darauf hin, daß Platin einen separaten Produktmarkt darstellt. (85) Die Nachfrage nach Platin ist offensichtlich nur in der aktuellen Preisspanne unelastisch. Das bedeutet, daß beispielsweise eine Änderung des Preisniveaus von 10 % möglich wäre, ohne daß eine größere Substitution stattfindet. Die Kommission schließt jedoch nicht aus, daß eine umfangreichere Substitution von Platin durch andere Metalle nach einer gewissen Vorlaufzeit erfolgen könnte, wenn der Preis beispielsweise um 100 % oder mehr steigt. Dieses Phänomen konnte bei Rhodium beobachtet werden, dessen Preis Anfang der neunziger Jahre von 300 USD auf 7 000 USD pro Unze stieg. Wegen des Preisanstiegs von über 2 000 % begannen die Käufer von Rhodium, Alternativen zu suchen. Als Ergebnis sind viele Rhodiumanwendungen entfallen. Diese Extremsituation ist im vorliegenden Fall jedoch nicht vorrangig von Belang. iv) Schlußfolgerung (86) In ihrer Anmeldung hat AAC angegeben, daß die Hersteller von Kfz-Motoren Platin in bestimmten Katalysatoren durch Palladium ersetzen würden, daß Platin in Schmuckwarenverwendungen durch andere Edelmetalle ersetzt werden kann und daß Platin als Anlageobjekt mit sämtlichen anderen Anlageformen konkurriert. Die Kommission erkennt diese Faktoren an, kommt aber auf der Grundlage der obigen Analyse zu dem Ergebnis, daß diese Faktoren nicht von ausreichendem Gewicht sind, um z. B. Platin, Gold und Palladium demselben Produktmarkt zuzuordnen. Vielmehr hält die Kommission die Schlußfolgerung aus der Sache IV/M.619 - Gencor/Lonrho aufrecht, daß Platin einen separaten relevanten Produktmarkt darstellt, der sich von den Gold- und Palladium-Produktmärkten unterscheidet. A.3. Palladium (87) Palladium wird hauptsächlich für industrielle Anwendungen eingesetzt. Nur 4 % (200 000 Unzen) der Nachfrage pro Jahr entfallen auf Schmuckwaren, wo Palladium in Platinlegierungen oder als nicht allergener Aufheller für Gold verwendet wird. Insbesondere kann Palladium Platin in Schmuckwaren nicht ersetzen. (88) Palladium wird in großem Umfang in Kfz-Abgaskatalysatoren und Industriekatalysatoren in der Erdölraffination und der chemischen Industrie verwendet, z. B. zur Begrenzung des Platin- und Rhodiumverlusts bei der Umwandlung von Ammoniak in Salpetersäure. Palladium ist auch ein Rohmaterial von strategischer Bedeutung in elektronischen Bauelementen, insbesondere in palladiumhaltigen Bauelementen, die als Mehrschicht-Keramikkondensatoren (MLCC) bekannt sind. Diese Bauelemente sind in elektronischen Geräten und Telekommunikationsausrüstungen weit verbreitet. Ein Mobilfunktelefon enthält beispielsweise rund einhundert MLCC-Bauelemente. (89) Palladium kommt in denselben Erzen wie Platin vor und wird, wenn auch in einem anderen Raffinationsverfahren, von denselben Unternehmen produziert, die auch Platin anbieten. (90) Wie bereits für Platin ausgeführt, schwankt auch der Palladiumpreis unabhängig von den Preisen anderer Platinmetalle und unabhängig von den Gold- und Silberpreisen (Abschnitt V.A.2 ii)). Die Kommission kommt somit zu der Schlußfolgerung, daß Palladium einen separaten Produktmarkt darstellt. A.4. Rhodium (91) Rhodium wird hauptsächlich für kraftfahrzeugtechnische Anwendungen eingesetzt. Rhodium kommt in denselben Erzen wie Platin vor und wird, wenn auch in einem anderen Raffinationsverfahren, von denselben Unternehmen produziert, die auch Platin anbieten. Wie bereits für Platin ausgeführt, schwankt auch der Rhodiumpreis unabhängig von den Preisen anderer Platinmetalle und unabhängig von den Gold- und Silberpreisen (Abschnitt V.A.2 ii)). Rhodium ist nicht substituierbar (Abschnitt A.2 i)). Die Preiselastizität ist daher innerhalb der gegenwärtigen Preisspanne nahe null. Die Kommission kommt deswegen zu der Schlußfolgerung, daß Rhodium einen separaten Produktmarkt darstellt. A.5. Ruthenium, Iridium und Osmium (92) Die restlichen drei Platinmetalle (Iridium, Osmium und Ruthenium) sind von geringerer wirtschaftlicher Bedeutung und werden gemeinhin für Legierungen mit Platin oder Palladium verwendet. (93) Diese Metalle sind nicht substituierbar, und nach veröffentlichten Preisdaten scheinen sich ihre Preise zum gegenwärtigen Zeitpunkt unabhängig von denen anderer Metalle zu entwickeln. Daher scheinen diese Metalle jeweils separate relevante Produktmärkte darzustellen. B. Der relevante räumliche Markt (94) Platinmetalle sind fungible Güter, die leicht zu transportieren sind, weltweit nach denselben Reinheitsstandards raffiniert und ohne Zollschranken gehandelt werden. In der Sache Nr. IV/M.619 - Gencor/Lonrho hatte die Kommission festgestellt, daß der relevante räumliche Markt für Platinmetalle der Weltmarkt ist. Diese Feststellung wird aufrechterhalten. B.1. Platin und Palladium (95) Platin und Palladium werden weltweit entweder aufgrund langfristiger Verträge oder auf dem Metallmarkt gehandelt. Die Preise für Platin und Palladium sind bei langfristigen Lieferverträgen an einen Marktpreisindex gebunden und werden im allgemeinen monatlich anhand des Durchschnitts der täglichen Börsenpreisfeststellungen in dem der Lieferung vorausgehenden Monat ermittelt. Die Preise sind in US-Dollar je Feinunze angegeben. (96) Die Hauptbörsen für Platin und Palladium sind der London Platinum and Palladium Market (LPPM), die New York Mercantile Exchange (NYMEX) und die Tokyo Commodity Exchange for Industry (TOCOM). Sowohl für Platin als auch für Palladium liegen detaillierte Anforderungen hinsichtlich Form, Gewicht, Reinheit und Kennzeichnung vor, die für den Handel an diesen Börsen erfuellt sein müssen. Erzeuger müssen als "Good Delivery"-Hersteller oder -Verarbeiter anerkannt werden, bevor ihre Waren für den Handel zugelassen werden. Mehrere Hersteller sind im Rahmen dieser Vereinbarungen anerkannt worden. (97) Die LPPM-Börse ist der einzige Spot-Markt unter den drei Börsen, wohingegen NYMEX und TOCOM beides Terminbörsen sind, von denen NYMEX die größte Bedeutung zukommt. Die Börsen sind jedoch alle Teil desselben integrierten Weltmarkts für Platin und Palladium. Händler sind regelmäßig auf allen drei Börsen gleichzeitig tätig, beispielsweise im Handel am LPPM-Spot-Markt für die physische Lieferung, während sie am New Yorker Terminmarkt Sicherungsgeschäfte abschließen. (98) Die Metallbörsen sind miteinander verknüpft. Daher ist ein weltweiter räumlicher Markt gegeben, auf dem die Weltmarktpreise für Platin und Palladium in US-Dollar je Feinunze quotiert werden. Dies wird auch von AAC in ihrer Anmeldung zugegeben. AAC hat Zahlen zu ihren Lieferungen nach Europa vorgelegt, räumt aber ein, daß nach Europa gelieferte Platinmetalle wegen ihrer Vertretbarkeit nicht unbedingt auch in Europa tatsächlich verarbeitet oder verbraucht werden müssen. Umgekehrt mag anderswo geliefertes Metall in Europa verarbeitet werden. B.2. Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium (99) Die Märkte für Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium sind schwächer entwickelt. Diese Metalle werden jedoch im weltweiten Maßstab zu öffentlich quotierten Preisen in US-Dollar je Feinunze gehandelt. Da Rhodium, Ruthenium, Osmium und Iridium auf weltweiter Basis gehandelt und ihre Marktpreise entsprechend bestimmt werden, ist der relevante räumliche Markt für diese Metalle der Weltmarkt. AAC vertritt in ihrer Anmeldung mit Bezug auf Rhodium ebenfalls diese Auffassung; ihre Angaben zu den anderen drei Metallen reichen jedoch für eine Beantwortung dieser Frage nicht aus. VI. VEREINBARKEIT MIT DEM GEMEINSAMEN MARKT UND DEM EWR-ABKOMMEN (100) Die Kommission ist zu dem Ergebnis gelangt, daß der Zusammenschluß beherrschende Stellungen auf den Märkten für Platin und Rhodium begründen wird. Auf dem Markt für Palladium scheint die beherrschende Stellung des russischen Herstellers durch das Vorhaben nicht beeinträchtigt zu werden. Auch auf den Märkten für Iridium und Ruthenium wird keine beherrschende Stellung begründet oder gestärkt. Auf dem Osmium-Markt überschneidet sich die Tätigkeit der Parteien nicht, da Lonrho kein Osmium herstellt. Deswegen werden nachstehend lediglich die Märkte für Platin und Rhodium behandelt. A. Quellen für Platinmetalle Nachgewiesene und wahrscheinliche Vorkommen und vorhandene Abbaustätten von Platinmetallen (101) Platinmetalle treten zusammen in demselben Erz auf. Außerdem liegen sie aufgrund geologischer Prozesse häufig als Begleiter von Eisenmetallen (Eisen, Nickel, Kupfer, Chrom und Kobalt) vor. Die Anteile der verschiedenen Metalle im jeweiligen Erzvorkommen variieren je nach Region. In Südafrika enthalten die Erze z. B. mehr Platin als anderswo, wohingegen in Rußland vor allem Palladium produziert wird. Deswegen ist Rußland auf dem Palladiummarkt weltweit führend. (102) Platinmetalle werden hauptsächlich im Bushveld-Komplex in Südafrika und in der nordsibirischen Norilsk-Lagerstätte gewonnen. Der Bushveld-Komplex ist die einzige Lagerstätte der Welt, wo Vorkommen alleine wegen ihres Gehalts an Platinmetallen abgebaut werden. Bei Norilsk handelt es sich um ein Nickelerzvorkommen, bei dem Platinmetalle als Nebenprodukte anfallen. Auch in anderen Ländern gibt es kleinere Platinmetallvorkommen, deren Abbau in der Regel aber nicht rentabel ist. Die wichtigsten befinden sich in Ostsibirien, den USA (Stillwater) und Kanada (Inco). Nach den offiziellen Statistiken des European Minerals Yearbook entfallen auf den Bushveld-Komplex rund 89 % der weltweiten Platinmetallvorkommen und auf Rußland nur rund 10 %, wo Platinmetalle als Nebenprodukte des Nickelbergbaus gewonnen werden. Neue Bergbauprojekte (103) Nur das Hartley-Bergwerk in Simbabwe, ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden australischen Unternehmen Delta Gold und BHP, wird voraussichtlich als Quelle für Platinmetalle in Frage kommen. Die geförderten Mengen werden die Platinmetallmärkte jedoch kaum beeinflussen. Recycling von Platinmetallen (104) Auch das Recycling von Platinmetallen wird in absehbarer Zukunft nur begrenzte Auswirkungen auf den Platinmarkt haben. Das Platinmetallrecycling erfolgt in zwei Formen: a) Geschlossener Kreislauf: Bei industriell eingesetzten Katalysatoren müssen die Platinmetalle nach einer gewissen Betriebsdauer erneuert werden. Das Metall wird im Auftrag des Anlagenbetreibers raffiniert, so daß sich die Eigentumsverhältnisse durch das Recycling nicht ändern. Dabei treten geringfügige Verluste (rund 2 %) auf. Die rückgewonnenen Metalle kommen nie auf den Markt. Lediglich der Ersatz der geringen Platinmetallverluste hat Auswirkungen auf den Markt. b) Schrottrecycling: Platinmetalle werden im wesentlichen aus verschrotteten Kfz-Abgaskatalysatoren gewonnen. Nach Schätzungen von Johnson Matthey beläuft sich die Rückgewinnung von Platinmetallen aus Abgaskatalysatoren auf folgende Mengen (in Unzen): >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Die zurückgewonnenen Mengen machen 8 %, 2 % bzw. 10 % der Gesamtlieferungen von Platin, Palladium und Rhodium im Jahr 1996 aus. Auch wenn die Gesamtmenge der zurückgewonnenen Platinmetalle in den vergangenen 20 Jahren gewachsen ist, blieb ihr Anteil am Gesamtangebot trotz der Einführung von Umweltschutzvorschriften in zahlreichen Ländern gering. Selbst 1996 konnten nur etwa 13 % der zur Verwendung in Kfz-Katalysatoren nachgefragten Platinmetalle aus Altkatalysatoren wiedergewonnen werden. In den USA und Japan, wo die einschlägigen Umweltschutzvorschriften schon länger in Kraft sind, waren es immerhin 20 %. Für die geringe Rückgewinnungsquote gibt es mehrere Gründe: Gebrauchtfahrzeuge werden nicht unbedingt verschrottet, sondern oftmals exportiert, z. B. aus dem EWR nach Osteuropa oder Afrika und aus den USA nach Mexiko, wodurch die Zahl der verfügbaren Altkatalysatoren in Europa Schätzungen zufolge um 50 % abnahm. Außerdem werden die Katalysatoren auf den Schrotthalden nicht immer entfernt, und schließlich halten Kfz und ihre Katalysatoren länger als vorhergesagt. Zudem ist der Rückgewinnungsprozeß zeitaufwendig und kostspielig. Von der Einsammlung der Katalysatoren auf dem Schrottplatz bis zur Umwandlung in Platinmetalle können mehrere Monate vergehen, und die erforderlichen Sammel-, Schmelz- und Raffineriesysteme und -anlagen sind ohne entsprechende Investitionen nicht zu verwirklichen. Der finanzielle Ertrag hält sich somit in Grenzen, und da die Nachfrage nach Altkatalysatoren durch die Rückgewinnungsindustrie deren Preis in die Höhe treibt, ist es fraglich, wie lange sich unabhängige Unternehmen am Markt halten können. Trotz dieser Umstände glaubt die Industrie, daß wiedergewonnene Platinmetalle langfristig wegen der immer strengeren Umweltschutzvorschriften und der den Herstellern zugewiesenen Verantwortung für ihr Produkt über den gesamten Kreislauf hinweg bis zu zwei Drittel der Nachfrage für die Katalysatorherstellung decken werden. Nach den in den USA gesammelten Erfahrungen dürfte diese Vorhersage allerdings kaum schon in den nächsten fünf Jahren eintreffen. Ergebnis (105) Platinmetalle werden auch künftig in erster Linie aus den bekannten Lagerstätten in Südafrika und Rußland kommen. Aus Abgaskatalysatoren wiedergewonnene Platinmetalle werden nur begrenzt zusätzlich auf dem Markt angeboten. Diese Lage wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern. B. Platin Marktstellung der Parteien (106) AAC kontrolliert mittelbar oder unmittelbar folgende unter der gemeinsamen Bezeichnung Amplats bekannte Gesellschaften: Anglo American Platinum Corporation Limited und die mit dieser verbundenen Unternehmen Rustenburg Platinum Holdings Limited ("Rusplats"), Potgietersrust Platinums Limited ("PP Rust") und Lebowa Platinum Mines Limited ("Lebowa"). AAC und DBCM verfügen über 43,6 % der Anteile an der Anglo American Platinum Corporation Limited und kontrollieren mittelbar weitere 1,5 %. Die übrigen größeren Anteilseigner sind Standard Bank Nominees (Tvl) (Pty) Limited und die SA Mutual, die auch an AAC und DBCM in nicht unerheblichem Ausmaß beteiligt sind. (107) Lonrho ist mit 73 % an Western Platinum Limited und Eastern Platinum Limited beteiligt, die zusammen die LPD bilden. Die übrigen Anteile hält Impala Platinum Holdings Limited ("Implats"). 1995 betrug der kumulierte Marktanteil von Amplats und LPD 47 % bei Platinmetallen aus Primärquellen bzw. 44 %, wenn die recycelten Platinmetalle hinzugerechnet werden (siehe Anhänge II und III). (108) Überdies ist AAC an zwei der vier größten Unternehmen der nachgelagerten Verarbeitungsindustrie beteiligt: Johnson Matthey (VK) und Engelhard (USA). Bei beiden Unternehmen handelt es sich um Erzeuger, die reine Platinmetalle sowohl in andere Produkte wie Abgaskatalysatoren oder katalytische Drahtgeflechte umwandeln als auch in z. T. geringeren Mengen an nachgelagerte Wirtschaftszweige wie die Schmuckwarenindustrie weiterveräußern. Derzeitige Wettbewerbslage (109) Die Konkurrenten von Amplats/LPD sind zur Zeit vor allem Gencor über ihre Tochter Implats und die russische Regierung über das russische Finanzministerium ("der russische Hersteller") (14). (110) Unter den Herstellern liegt Amplats an erster Stelle, gefolgt von Implats. Zwischen 1985 und 1996 wurde der Wettbewerb in der Platinindustrie jedoch im wesentlichen von LPD und dem russischen Hersteller belebt. Der Markt hat sich in diesem Zeitraum von 2,8 Mio. Unzen auf 5,2 Mio. Unzen fast verdoppelt. Rußland hat seinen Marktanteil von 8 % auf über 21 % gesteigert, der von LPD wuchs von [<5 %] auf [10-15 %]. Die Anteile von Amplats und Implats sind entsprechend zurückgegangen. Die Expansion des russischen Herstellers und LPDs war die Hauptursache dafür, daß die Preise real auf dem Niveau von 1985 verharrten. Die Entwicklung des Platinpreises und die Veränderung der Marktanteile in diesem Wachstumsmarkt belegen, daß der Wettbewerb im vergangenen Jahrzehnt im wesentlichen von LPD und den Russen ausging. (111) Rußland ist zur Zeit einer der wichtigsten Platinanbieter. Das russische Platin wird vor allem im Nickelbergwerk von Norilsk als Nebenprodukt gewonnen. Wegen fehlender Investitionen und schwerwiegender Umweltprobleme ist das Bergwerk jedoch in einem schlechten Zustand. Die Beseitigung der Umweltschäden dürfte Schätzungen zufolge mehr als 1 Mrd. USD kosten. Es wird allgemein angenommen, daß die Produktion seit Ende der achtziger Jahre zurückgegangen ist und der Absatz in den letzten Jahren im wesentlichen aus Reserven bestritten wurde. Ihr Anteil dürfte derzeit bei 50 % (ca. 600 000 Unzen/Jahr oder mehr als 10 % des jährlichen Angebots laut Platinum 1996 von Johnson Matthey) liegen. Die Branche geht davon aus, daß diese Vertriebspolitik nur noch ein bis zwei Jahre durchgehalten werden kann und der anschließende Rückgang der russischen Verkäufe das Wettbewerbspotential des russischen Herstellers auf dem Platinmarkt schwächen wird. Nur die drei südafrikanischen Hersteller und insbesondere Amplats/LPD werden die durch den Wegfall des russischen Anbieters entstehende Angebotslücke fuellen können. (112) Neue Investitionen werden in Norilsk momentan nicht vorgenommen. Das Bergwerk ist jedoch Teil des Privatisierungsprogramms der russischen Regierung. Laut Johnson Matthey (Platinum 1996) ersteigerte 1995 die russische Bank Uneximbank die 38 % Anteile der russischen Regierung (und die damit verbundenen 51 % der Stimmrechte). Die Versuche der Bank, das Management umzustrukturieren, stießen jedoch auf starken Widerstand, so daß das Moskauer Schiedsgericht eingeschaltet wurde. Gleichzeitig befaßte sich ein zur Prüfung der Privatisierungen eingesetzter Untersuchungsausschuß der Staatsduma, in der die Kommunisten die stärkste Fraktion stellen, mit dem Unternehmen. Nach der Einschätzung von Johnson Matthey sind zur langfristigen Aufrechterhaltung der Produktion erhebliche Investitionen für die Erschließung neuer Erzvorkommen und die Verbesserung der Produktionsanlagen erforderlich, mit denen kaum zu rechnen sei, solange die Eigentumsfrage nicht geklärt sei (Platinum 1996, S. 18ff.). Die Geschäftsleitungs- und Eigentumsproblematik ist noch nicht gelöst. Aber auch wenn in naher Zukunft Investitionen vorgenommen werden sollten, ist wegen der langen Vorlaufzeiten bei Bergbauinvestitionen erst in mehreren Jahren mit Marktfolgen zu rechnen. (113) Von Implats dürfte in naher Zukunft nur wenig Wettbewerbsdruck ausgehen. Laut Implats, den Jahresberichten von Amplats und Implats und dem Rundschreiben an die Aktionäre im Zusammenhang mit der geplanten Fusion von Gencor und Lonrho werden Amplats und LPD gemeinsam den weitaus größten Teil der Vorkommen im Bushveld-Komplex kontrollieren. Noch schwerer wiegt die Tatsache, daß es sich dabei um die mit geringen Kosten abbaubaren Vorkommen handelt, wohingegen Implats nur Zugang zu den tiefer gelegenen u

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.