Europäische Union

98/666/EG: Entscheidung der Kommission vom 6. Mai 1998 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache IV/M.970 - TKS/ITW Signode/Titan) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1998) 1257) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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der Parteien des Zusammenschlusses vor. Auf die befragten Abnehmer entfallen etwa 14 % des Gesamtverbrauchs in Westeuropa. (35) Fast alle Abnehmer haben der Kommission geantwortet, daß sie nur mit erheblichen Problemen in der Lage wären, Stahlband in sämtlichen Verpackungsanwendungen zu ersetzen. Als Gründe nannten die meisten Endnutzer die höhere Festigkeit und die sehr hohe Bruchfestigkeit von Stahlband, die im Vergleich zum Kunststoff größere Hitzebeständigkeit, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Einwirkungen scharfkantiger Objekte (Abriebwiderstand), die außergewöhnliche Formbeständigkeit und geringe Dehnung sowie die besseren Recyclingeigenschaften. Großabnehmer aus der Stahlindustrie haben angegeben, daß sie in 60-70 % oder mehr ihrer derzeitigen Verpackungsanwendungen wegen der erforderlichen Hitzebeständigkeit, Bruchfestigkeit und Abriebfestigkeit nur Stahl verwenden können. Betonblock-, Kalk- und Ziegelhersteller, die zur Zeit beide Umreifungsbandsorten verwenden, haben der Kommission geantwortet, daß für sie beide Materialien nicht in sämtlichen Anwendungen austauschbar wären, sondern sich vielmehr ergänzten. Abnehmer aus der Kalkindustrie haben angegeben, daß in 90-100 % der gegenwärtigen Anwendungen Stahlband nicht durch Kunststoffalternativen ersetzbar ist. (36) Die Parteien des Zusammenschlusses haben der Kommission allerdings die Ergebnisse einer Umfrage unter 518 Verbrauchern von Umreifungsband vorgelegt, nach der Unternehmen, die zur Zeit Stahlband verwenden, schon in erheblichem Ausmaß Kunststoffalternativen nutzen und einen Umstieg von Stahl auf Kunststoff in Erwägung ziehen. Um diese Ergebnisse zu verifizieren, hat die Kommission eine zweite Umfrage in ganz Westeuropa durchgeführt, auf die 191 Abnehmer aus den wichtigsten Industriezweigen, in denen Stahlumreifungen verwendet werden, geantwortet haben. (37) Von insgesamt 69 Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren auf ein anderes Umreifungsmaterial umgestiegen sind, wechselten 39 (20,4 % der Umfrageteilnehmer) von Stahlband zu PET-Band, aber nur 20 (10,5 %) von Stahlband zu PP-Band. Dieses Zahlenverhältnis unterscheidet sich von Branche zu Branche: der Umstieg von Stahlband auf PP-Band ist viel seltener in der Wald- und Forstwirtschaft oder der Stapelfaser- und Textilindustrie (unter den befragten Unternehmen dieser Wirtschaftszweige kam er überhaupt nicht vor) sowie der metall- und stahlverarbeitenden Industrie (nur 8,6 %). In der Baustoffindustrie hingegen sind 15,3 % und in der Kfz-Industrie 16,7 % der Abnehmer von Stahlband auf PP-Band umgestiegen. (38) Insgesamt 59 Unternehmen (30,9 % der Umfrageteilnehmer) gaben an, einen Wechsel des Umreifungsmaterials ins Auge zu fassen. 49 Unternehmen (25,7 %) würden von Stahlband auf PET-Band wechseln und nur 17 (8,9 %) von Stahlband auf PP-Band. Auch hier gibt es branchenbedingte Unterschiede. In der Forstwirtschaft, der Stapelfaser- und der Kfz-Industrie plante keines der Unternehmen, die der Kommission geantwortet haben, einen Umstieg von Stahlband auf PP-Band, in der Baustoffindustrie waren es 2,6 %. In der metall- und stahlverarbeitenden Industrie hingegen ziehen 11,6 % der Abnehmer einen solchen Wechsel in Betracht. (39) Außerdem nutzt ein beträchtlicher Teil der umsteigewilligen Abnehmer Stahlumreifungen und Kunststoffumreifungen nicht für ähnliche Anwendungen (ähnliche Güter, ähnliches Gewicht). In der Metallindustrie würden nur 32,1 % der Abnehmer Kunststoffumreifungen für ähnliche Anwendungen nutzen, für die sie jetzt Stahlband verwenden. Die meisten dieser Abnehmer (61,1 %) verwenden PET-Band und nur 38,9 % (12,5 % aller Abnehmer außer jenen, die derzeit nur Kunststoffband verwenden) PP-Band als direkten Ersatz für Stahlband. Auch in der Bauindustrie nutzen nur 14,8 % der Abnehmer Kunststoffband in ähnlichen Anwendungen wie Stahlband, und als Ersatz für Stahlband wird dort ausschließlich PET-Band verwendet. In der Holzwirtschaft und der Faserindustrie würden nur 10,5 % PP-Band in Anwendungen nutzen, in denen sie derzeit Stahlband verwenden. 3. Schlußfolgerungen zum Umreifungsmarkt (40) Aus diesen Erwägungen ist die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, daß PET-Band eindeutig ein unmittelbares und ausreichendes Substitutionsprodukt für Stahlumreifungen in den meisten Anwendungen darstellt, in denen die Verbraucher derzeit Stahlumreifungen nutzen. PET-Umreifungsband ist daher Teil des gleichen relevanten Produktmarktes wie Stahl-Umreifungsband. Insbesondere die Ergebnisse der Kommissionsumfrage unter Anbietern und Endnutzern von Umreifungsband stützen die Feststellung, daß PET-Band in fast allen Anwendungen als echtes Substitut für Stahlband angesehen wird. Eine Ausnahme bilden Anwendungen, bei denen große Hitzebeständigkeit erforderlich ist. Letztere machen jedoch lediglich zwischen 3 und 10 % des Gesamtverbrauchs von Stahlumreifungen in Westeuropa aus, und eine preisliche Diskriminierung zwischen einzelnen Abnehmergruppen aufgrund einer etwaigen Nutzung in Hochtemperaturanwendungen erscheint generell unrealistisch. (41) Wegen der Unterschiede bei den physikalischen Eigenschaften, den absoluten Preisen und der Preisentwicklung in der jüngsten Vergangenheit bezweifelt die Kommission jedoch, daß auch PP-Band dem gleichen relevanten Produktmarkt zuzurechnen ist wie Stahlumreifungen. Ergebnisse der Kommissionsumfrage unter Endnutzern von Umreifungsband in verschiedenen Branchen deuten darauf hin, daß der Wechsel von Stahlband zu PP-Band in den meisten Fällen im wesentlichen aus anderen Gründen in Betracht gezogen wird als den relativen Preisen. Die Kommission ist sich allerdings der Tatsache bewußt, daß eine signifikante Zahl von Abnehmern in den letzten drei Jahren von Stahlband auf PP-Band umgestiegen ist oder einen solchen Umstieg zur Zeit erwägt. In einigen Branchen trifft dies auf mehr als 10 % der Endnutzer zu, die auf die Kommissionsumfrage geantwortet haben. Dieser Anteil kann als ausreichend gelten, um die Hersteller von Stahlumreifungen von einer geringen, aber signifikanten Preisanhebung abzuhalten, zumal die Nachprüfungen der Kommission nicht ergeben haben, daß Stahlbandhersteller für unterschiedliche Endnutzungen unterschiedliche Preise praktizieren können. Wegen dieser widersprüchlichen Anhaltspunkte konnte die Kommission nicht zweifelsfrei nachweisen, daß PP-Band nicht dem gleichen relevanten Produktmarkt zuzurechnen ist wie Stahlumreifungen. Sie hat daher in diesem Fall einen breiteren Produktmarkt für Stahlumreifungen zugrunde gelegt, der auch Kunststoffumreifungen aus Polyester und Polypropylen einschließt. A.2 Bindeköpfe für Umreifungsband bilden einen relevanten Produktmarkt (42) Bindeköpfe sind das anspruchsvollste und komplizierteste Teil und das Herzstück von Umreifungsmaschinen und -systemen, bei denen das Umreifungsband gespannt und die Enden miteinander verbunden werden. Handbetriebene Geräte haben keine Bindeköpfe; das Umreifungsband wird mit der Hand ins Gerät eingelegt und die Enden zusammengefügt. Bindeköpfe lassen sich von der übrigen Maschine getrennt betrachten, da sie regelmäßig einzeln an unabhängige Maschinenbauer verkauft werden, die solche Bindeköpfe nicht selber oder nur in geringer Zahl oder wenigen Varianten herstellen (16). Von 1995 bis 1997 verkaufte der ITW-Konzern zwischen 15 und 25 % seiner Bindekopfproduktion an unabhängige Fertigungsunternehmen und Konkurrenten, Titan zwischen 80 und 90 %. (43) Aus Nachfragersicht können Bindeköpfe für Stahlumreifungen nicht durch Bindeköpfe für Kunststoffumreifungen oder umgekehrt ersetzt werden, da die beiden Umreifungstypen unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und die Enden auf unterschiedliche Weise verbunden werden, nämlich durch Stanzen des Stahlbands bzw. durch Zusammenschweißen des Kunststoffbands. Generell vergleichbar sind allerdings die grundlegenden technischen Merkmale der Bindeköpfe und das Know-how für ihre Herstellung. Die meisten Produzenten stellen überdies beide Sorten her, wenn auch mit unterschiedlichen Anteilen. Aus diesen Gründen ist die Kommission zu der Auffassung gelangt, daß auf der Angebotsseite beide Bindekopfsorten zum gleichen relevanten Produktmarkt gehören. B. RÄUMLICH RELEVANTE MÄRKTE B.1 Der Markt für Stahl- und Kunststoffumreifungsband 1. Der räumliche Markt reicht über die nationalen Grenzen hinaus (44) Der räumlich relevante Markt für Umreifungen reicht über die Grenzen der einzelnen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und der EFTA hinaus, da die Erzeugnisse in allen diesen Ländern grenzübergreifend angeboten werden. Sowohl ITW Signode als auch Titan beliefern Kunden in allen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft. Darüber hinaus sind die Marktanteile der Parteien in den größeren Mitgliedstaaten und EFTA-Staaten - mit Ausnahme von Schweden, Finnland und Norwegen - in etwa gleich (17). (45) Umreifungsband unterliegt verschiedenen international anerkannten Normen und Standardspezifikationen (18) sowie Verpackungs- und Belastungsanforderungen und ist Gegenstand von Auswahlhilfen. Nach Ansicht der anmeldenden Parteien bestehen daher innerhalb der Gemeinschaft und der EFTA-Staaten keine nennenswerten Unterschiede in der Art und Beschaffenheit der betreffenden Produkte. 2. Der relevante Markt ist auf den EWR und die Schweiz begrenzt Nähe zu den Endabnehmern und Verbraucherpräferenzen zugunsten der westeuropäischen Hersteller (46) Umreifungsband wird von den Endabnehmern entsprechend ihrem tatsächlichen Verbrauch mehrmals pro Jahr bestellt. Da jegliche Unterbrechung der Belieferung mit Umreifungsband sich sehr nachteilig auf den Produktionsprozeß beim Endabnehmer auswirkt, stufen die Kunden die Verläßlichkeit des Lieferanten und die Liefersicherheit als zwei der wichtigsten Kriterien für die Auswahl der Lieferanten ein. Der Marktstudie der Kommission zufolge sehen die Kunden Lieferanten außerhalb des EWR und der Schweiz aus diesen Gründen offenbar nicht als echte Alternativen zu ihren derzeitigen Lieferanten an. Keiner der Endabnehmer, die die Fragebögen der Kommission beantwortet haben, hat Umreifungsband von Lieferanten importiert, die außerhalb Westeuropas ansässig sind. Transportkosten (47) Nach Angaben der Parteien würden sich die Transportkosten von den USA nach Europa auf etwa 5-10 % der Endpreise von Stahlumreifungen belaufen, wobei der genaue Prozentsatz vom Wert des Produkts und vom Transportmittel abhinge. Bei Kunststoffumreifungen würden die Beförderungskosten weniger als 5 % betragen. Darüber hinaus belaufen sich die Fracht- und Versicherungskosten für Fern- und Überseetransporte von Stahlumreifungen nach Angaben von ITW Signode in der Regel insgesamt auf mehr als 10 % der Abnehmerpreise. Diese Kosten erscheinen zunächst niedrig. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, daß Umreifungen niedrigwertige Produkte sind, deren Mehrwert gegenüber den Rohstoffen nur 15-30 % beträgt. Daher werden die Lieferungen durch die Transportkosten beeinflußt. Einfuhrzölle und nichttarifliche Handelshemmnisse (48) Die seit 1. Januar 1998 geltenden Zölle auf Einfuhren aus WTO-Staaten in die Gemeinschaft (Vertragszollsätze) betragen für Stahlbandumreifungen 3,2 %, für PP-Band 10,1 % und für PET-Band 10,4 %. Die Zölle für Einfuhren aus anderen Ländern (autonome Zollsätze) belaufen sich auf 10 %, 23 % bzw. 20 %. Folglich liegen zumindest die Zölle für Kunststoffumreifungen im Verhältnis zum geringen Mehrwert dieser Produkte recht hoch, weshalb eher unwahrscheinlich ist, daß die Einfuhren bei einem geringeren, aber spürbaren Anstieg der Preise in Westeuropa wesentlich zunehmen würden. Handelsströme und Einfuhren (49) Es liegen keine offiziellen Zahlen über die Handelsströme im Sektor Umreifungsband vor, da die zolltarifliche und statistische Nomenklatur der Europäischen Gemeinschaft keine gesonderte Zolltarifkennziffer für Umreifungsband enthält (19). Nach Angaben der Parteien wurden 1996 jedoch rund 20 000 Tonnen Stahlband und etwa 2 000 Tonnen Kunststoffband in den EWR importiert, was etwa 6 % bzw. 3 % des Gesamtabsatzes in diesem Gebiet entsprach. Es wird geschätzt, daß diese Einfuhren zusammen etwa 5 % des Gesamtmarkts für Umreifungen ausmachen. Wegen ihres geringen Umfangs hatten die Einfuhren von Umreifungsband auf die Wettbewerbslage in Westeuropa und vor allem auf die Preisgestaltung der führenden Lieferanten in diesem Gebiet keine wesentlichen Auswirkungen. 3. Schlußfolgerung (50) Aus den obenstehenden Gründen ist die Kommission zu dem Schluß gelangt, daß der räumlich relevante Markt für Stahl- und Kunststoffumreifungen sich auf den EWR und die Schweiz ("Westeuropa") beschränkt, da die Wettbewerbsverhältnisse in diesem Gebiet ausreichend homogen sind und sich von den benachbarten Gebieten abgrenzen lassen und da Einfuhren für die im EWR ansässigen Hersteller aufgrund der Transportkosten und Zölle mit erheblichen Nachteilen verbunden sind. B.2 Der Markt für Bindeköpfe (51) Der räumliche Markt für Bindeköpfe ist ein weltweiter Markt. Es bestehen keine nennenswerten Schranken für Einfuhren in die Gemeinschaft. Da Bindeköpfe Produkte mit relativ hohem Mehrwert sind, beeinflussen die Transportkosten weder den räumlichen Tätigkeitsbereich der Hersteller, noch die Kaufentscheidungen ihrer Kunden. Darüber hinaus verkaufen sowohl ITW Signode als auch Titan Bindeköpfe an Kunden in der ganzen Welt. Im Zeitraum 1995-1997 erzielte Titan 50-80 % seines gesamten Absatzes von einzelnen Bindeköpfen außerhalb des EWR. C. WÜRDIGUNG (52) Der nachstehenden Beurteilung liegt die in der Anmeldung enthaltene Angabe zugrunde, daß Titan gemäß dem Kaufvertrag seinen Geschäftsbereich Umreifungsmaschinen und -ausrüstung an das unabhängige Unternehmen P. W. Lenzen verkauft, sobald die Parteien die gemeinsame Kontrolle über Titan erwerben (siehe Randnummer 7). Die Parteien schätzen auf Grundlage des 1996 erzielten Umsatzes, daß das künftige Gemeinschaftsunternehmen im EWR einen Gesamtumsatz von rund [. . .] Millionen ECU erreichen wird, wenn im bisherigen Umfang weiterproduziert wird. Von diesem Betrag wären etwa [. . .] Millionen ECU dem derzeitigen Unternehmen Titan und [. . .] Millionen ECU den von ITW Signode eingebrachten Produktionsanlagen zuzurechnen. Ziel des angemeldeten Vorhabens (53) Der geplante Zusammenschluß beruht auf dem Beschluß des Krupp-Hoesch-Konzerns, sich aus der Produktion und dem Vertrieb von Verpackung und Verpackungsausrüstung zurückzuziehen. Ursprünglich plante Krupp-Hoesch eine Aufteilung der Aktivitäten seiner auf diesem Gebiet tätigen Tochter Titan zwischen dem Unternehmen ITW Signode, das alle Tätigkeiten außerhalb Deutschlands übernehmen sollte, und dem deutschen Unternehmen P. W. Lenzen GmbH & Co. KG, das den deutschen Teil des Geschäfts übernehmen sollte. Dieses Vorhaben, das nach deutschen Wettbewerbsrecht angemeldet worden war, wurde im April 1997 aufgegeben, nachdem das Bundeskartellamt in einem Warnschreiben erhebliche Wettbewerbsbedenken geäußert hatte. (54) Das vorliegende Vorhaben ist anders strukturiert. ITW Signode erwirbt die Mitkontrolle lediglich über das Umreifungsbandgeschäft von Titan (siehe Randnummer 7). Aus Sicht von ITW Signode spiegelt das geplante Gemeinschaftsunternehmen die derzeitigen Veränderungen auf den deutschen und europäischen Stahl- und Verpackungsmärkten wider. Im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens wird ITW Signode seine Produktionsstätten in Deutschland durch die bestehenden Produktionslinien von Titan ergänzen, die teilweise komplementär zu seinen Produktionsanlagen in Dinslaken sind. C.1 Die führenden Lieferanten von Umreifungsband in Westeuropa (55) Der ITW-Konzern ist der Welt größter Hersteller von Umreifungen und zugehöriger Ausrüstung und in Westeuropa durch seine Töchter Burseryds Bruk AB (Schweden), Signode Systems GmbH (Deutschland) und Orgapack Holding AG (Schweiz) mit Tochtergesellschaften in Frankreich, Schottland und den USA vertreten. Burseryds und Orgapack wurden 1995 bzw. 1996 von ITW übernommen. Das Unternehmen ITW ist auch auf den benachbarten Märkten für Verpackungsmaterialien tätig und betrachtet sich selbst als weltweiten Marktführer unter den Anbietern von Stretch-Verpackungsmaschinen und Stretchfolie aus ein und derselben Quelle (20). Der ITW-Konzern erzielte 1996 weltweit einen Umsatz von 3,935 Milliarden ECU. (56) Titan verfügt in Deutschland über eine Produktionsanlage für Stahlumreifungen und Verschlußhülsen in Hagen-Kabel sowie über ein Werk für die Konzipierung und Herstellung von Umreifungsmaschinen in Schwelm (21). Gegenstand des Zusammenschlusses sind jedoch lediglich die Produktionsstätten in Hagen-Kabel, da die Aktivitäten in Schwelm an die Lenzen-Gruppe veräußert werden. Titan hat sowohl dem Konzern ITW als auch P. W. Lenzen für die Anwendung eines patentierten Verfahrens zur Befestigung von Ballenband Lizenzen erteilt. (57) Der wichtigste Hersteller von Stahlumreifungen ist neben den Parteien des Zusammenschlusses das Familienunternehmen M. J. Maillis SA, das drei Produktionsanlagen für Stahlumreifungen in Griechenland betreibt. Seit 1996 verfügt es außerdem über eine Produktionslinie für PP- und PET-Band und errichtete 1997 eine neue Heißbehandlungsanlage zur Herstellung von hochfesten Stahlumreifungen sowie eine Produktionslinie für Stretchfolie. Da Maillis außerhalb Griechenlands nicht über eigene Vertriebsstrukturen verfügt, setzt es den größten Teil seiner Produktion über unabhängige Vertriebsunternehmen ab. Maillis erzielte 1996 einen weltweiten Umsatz von rund 35 Millionen ECU. (58) Cyclop International ist ein Großhersteller von Kunststoffumreifungen und stellt auch Umreifungsausrüstung her. Derzeit sind ITW Signode und Titan die größten Stahlumreifungslieferanten von Cyclop. Das Unternehmen verfügt in Schweden und Finnland über Alleinvertriebsrechte für Bindeköpfe und Stahlumreifungsmaschinen des Herstellers Orgapack, eines Unternehmens des ITW-Konzerns, und vertreibt überdies auch Orgapack-Geräte auf nicht ausschließlicher Grundlage in anderen Mitgliedstaaten. Darüber hinaus haben Cyclop und ITW vor kurzem das Gemeinschaftsunternehmen CS Packaging Corporation gegründet, das potentielle Märkte im Fernen Osten bedienen soll. Die Cyclop-Gruppe erzielte 1996 einen weltweiten Umsatz von rund 150 Millionen ECU. (59) Brevetti Signode Labea S.p.A. stellt Stahl- und Kunststoffumreifungen sowie Umreifungsausrüstung auf der Grundlage lizenzierter ITW-Technologie her. Der ITW-Konzern ist nicht an Brevetti beteiligt, hat dem Unternehmen jedoch das Alleinvertriebsrecht für den italienischen Markt erteilt. Brevetti erzielte 1996 einen weltweiten Umsatz von rund 30 Millionen ECU. (60) Das Unternehmen Samuel Strapping Systems Company, ein Teil der Samuel Manu-Tech Inc. of Canada, ist ein führender Hersteller von Stahl- und Kunststoffumreifungen und Umreifungsausrüstung in Nordamerika. In Westeuropa ist Samuel durch seine britischen Töchter Acme Gerrard Ltd und Pakseal Industries Ltd auf den Märkten für Stahl- und Kunststoffumreifungen vertreten. Die Samuel-Gruppe erzielte 1996 einen weltweiten Umsatz von etwa 304 Millionen ECU. (61) P. W. Lenzen, ein deutsches Familienunternehmen, das Stahlumreifungen herstellt und Umreifungsmaschinen konzipiert, erzielte 1996 einen Gesamtumsatz von etwa 21 Millionen ECU. Die Familienunternehmen Brockhaus und Theis sind mittelständische Unternehmen, die Kaltwalzwerke in Deutschland betreiben. Das Unternehmen Etilam/Sollac gehört zu dem französischen Stahlhersteller Usinor SA. C.2 Der Markt für Stahl- und Kunststoffumreifungen 1. Die derzeitige Marktstellung der Parteien Größe des Marktes (62) Der Kommission sind weder offizielle noch inoffizielle (von Handelsverbänden usw. erstellte) Statistiken über die Größe dieses Marktes bekannt. Außerdem sind die Absatzzahlen der führenden Verpackungshersteller nicht direkt vergleichbar, da einige Anbieter über keine eigene Vertriebsorganisation verfügen und daher auf unabhängige Vertriebs- und Zwischenhändler zurückgreifen. Die Kommission hat deswegen eigene Berechnungen vornehmen müssen, um die Marktgröße zuverlässig zu schätzen, und sich dabei auf die Absatzzahlen aller größeren Hersteller in Westeuropa gestützt. Dabei wurde die aus Lieferungen zwischen den Herstellern resultierende Doppelerfassung von Absatzzahlen eliminiert und der Absatz unabhängiger Vertriebs- und Zwischenhändler außen vor gelassen, da diese ihre Materialien fast ausschließlich bei westeuropäischen Herstellern beziehen. Der Absatz kleinerer Hersteller wurde geschätzt, und zudem wurden die von den anmeldenden Parteien angegebenen Einfuhrmengen berücksichtigt (Randnummer 49). Auf dieser Grundlage schätzt die Kommission, daß der Gesamtabsatz von Stahl- und Kunststoffumreifungsband in Westeuropa 1997 - bereinigt um die Spanne der Vertriebs- und Zwischenhändler - etwa 489,4 Millionen ECU betrug (22). Davon entfielen etwa 267,4 Millionen ECU auf Stahlumreifungen, 56,3 Millionen auf PET-Umreifungen und etwa 165,7 Millionen auf PP-Umreifungen. Marktanteile (63) Der Umreifungsabsatz von ITW Signode betrug 1997 insgesamt etwa [. . .] Millionen ECU, von denen [. . .] Millionen ECU (74,2 %) auf Stahlumreifungen, [. . .] Millionen ECU (8,2 %) auf PET-Umreifungen und [. . .] Millionen ECU (15,6 %) auf PP-Umreifungen entfielen. Diese Absatzzahlen spiegeln einen Marktanteil von ungefähr [30-35 %] des westeuropäischen Gesamtmarkts für Stahl- und Kunststoffumreifungen wider. Titan erzielte einen Gesamtumsatz von etwa [. . .] Millionen ECU (nur Stahlumreifungen), der einem Marktanteil von etwa [5-10 %] entspricht. Die nächstgrößten Hersteller von Umreifungen in Westeuropa sind in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt. Keiner dieser Hersteller verfügt über Marktanteile von mehr als 10 %, die meisten sogar über weniger als 5 %. (64) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Kapazitäten und Produktion (65) Nach Schätzungen der anmeldenden Parteien lag die Gesamtkapazität für Stahlumreifungen in Westeuropa in den letzten drei Jahren bei 410 000 bis 450 000 Tonnen jährlich. Dies wurde durch die Marktstudie der Kommission bestätigt, der zufolge die Kapazität sich 1997 auf 437 300 Tonnen belief. Davon entfielen [45-55 %] auf die Produktionsanlagen beider Parteien zusammen. Maillis, der größte Wettbewerber, hat seine Stahlumreifungskapazitäten kürzlich von 60 000 auf 80 000 Tonnen jährlich bzw. auf etwa 18 % der Gesamtkapazität erhöht. Die Kapazitätsauslastung in Westeuropa betrug 1997 insgesamt etwa 84 %. Da bei der Nachfrage nach Stahlumreifungen in den nächsten zwei bis vier Jahren eine Stagnation erwartet wird, dürften keine wesentlichen Kapazitätsreserven übrigbleiben, durch die die Parteien nach dem Zusammenschluß wirksam in ihrem Verhalten eingeschränkt werden könnten. (66) Die Gesamtkapazität für Kunststoffumreifungen betrug 1996 rund 100 000 Tonnen. Davon entfallen auf die Produktionsanlagen von ITW Signode 15-20 %. Da bestimmte Wettbewerber ihre Kunststoffumreifungskapazitäten kürzlich erweitert haben, dürfte der Marktanteil der Parteien derzeit unter 15 % liegen. Die größten Wettbewerber auf dem Kunststoffmarkt, Strapex und Cyclop, verfügen zusammen über 20-30 % der gesamten Produktionskapazität für Kunststoffumreifungen. Die Produktionskapazität für PET-Umreifungen betrug etwa 20 000 bis 25 000 Tonnen und war durchschnittlich zu 60-70 % ausgelastet. Maillis hat vor kurzem mit der Produktion von PET- und PP-Band begonnen, und bei Brevetti liegen konkrete Pläne für Investitionen in neue PET-Anlagen vor. 2. Die Marktstellung der Parteien nach dem Zusammenschluß Marktanteile (67) Als Ergebnis des geplanten Zusammenschlusses würden auf der Grundlage der von der Kommission geschätzten Marktgröße ITW Signode und das künftige Gemeinschaftsunternehmen zusammen einen wertmäßigen Marktanteil von [35-45 %] des Gesamtmarkts für Stahl- und Kunststoffumreifungen erreichen. Allerdings rechnet ITW Signode mit dem Verlust von [. . .]-[. . .] % des derzeitigen Stahlumreifungsabsatzes von Titan, da die Absatzorganisation und die Handelsmarken an Lenzen veräußert werden. Dieser

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.