Europäische Union

2003/2/EG: Entscheidung der Kommission vom 22. November 2001 in einem Verfahren nach Artikel 81 EG-Vertrag und Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/E-1/37.512 — Vitamine) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3695) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32003D0002. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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immung der Gesamtnachfrage für das Jahr 1993 sowie ausgehend von dem zu erwartenden Marktwachstum eine Anpassung der Quoten der einzelnen Produzenten für 1992 zwecks Aufrechterhaltung der vereinbarten prozentualen Marktaufteilung von 42:58; - die mit "Market and Competition Monitoring" [Markt und Wettbewerbsüberwachung] überschriebene Unterlage vom 24. Juni 1994 vergleicht die Voraussagen mit den im ersten Quartal 1994 von den einzelnen Produzenten erzielten Umsätzen; - die Tabelle "Allocation 94" [Zuweisungen 94] veranschaulicht die Entwicklung der zugewiesenen Quoten im Zeitraum 1991-1993 und vergleicht diese mit den Zahlen für 1994 (der gesamte verfügbare Markt abzüglich der chinesischen Produzenten beläuft sich auf 275 Tonnen; entsprechend den vereinbarten Anteilen entfallen auf Roche 115 Tonnen und auf die japanischen Produzenten 160 Tonnen); - Aufschlüsselung des Plans für 1994 nach Region; - Tabelle vom 30. Januar 1995 mit den von den Produzenten im Zeitraum 1991-1993 erzielten Ergebnissen (für 1994 wurden keine Eintragungen vorgenommen). 1.4.6.3. Listen- und Mindestpreise (362) Im Herbst eines jeden Jahres wurde der Mindestverkaufspreis in DEM für Europa und in US-Dollar für die sonstigen Märkte festgelegt. Für jedes Land wurde ein Mindestpreis unter Zugrundelegung des entsprechenden Wechselkurses festgesetzt. (363) Takeda hat für den Zeitraum 1991-1994 eine Preisliste mit den in den einzelnen Regionen (USA, Kanada, Europa, Übersee) geltenden "Listen"- und "Mindest"-Preisen vorgelegt. Für Europa wurden die nachstehenden Preise vereinbart: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Ab Oktober 1992 durften die japanischen Produzenten das Produkt zum alten Preis (d. h. einem Preis, der unter dem von Roche lag) verkaufen. 1.4.6.4. Arbeitsweise des Kartells im Zeitraum 1991-1994 (364) Takeda und Roche führten vierteljährlich Kartellberatungen durch. Während der Besuche von Roche in Japan, bei denen dessen Vertreter Gespräche mit Takeda zu den Vitaminen des B-Komplexes führten, wurde Folsäure auf separaten Sitzungen behandelt, an denen zumindest in einigen Fällen auch Vertreter von Kongo und Yodogawa (später Sumika(22)) teilnahmen. Bei den Beratungen in Europa vertrat Takeda die anderen japanischen Hersteller. (365) Vor den vierteljährlichen Treffen zwischen Takeda und Roche erfolgte unter den japanischen Herstellern eine Abstimmung im Rahmen einer unter dem Namen "Yosankai" ("Folsäuregruppe") bekannten Gruppe, ursprünglich eine Handelsorganisation des MITI (Ministerium für internationalen Handel und Industrie Japans). (366) Takeda setzte Kongo und Yogodawa (später Sumika) über die Wünsche und Vorschläge von Roche in Kenntnis und stellte die Umsatzergebnisse zusammen. Das Unternehmen vertrat die beiden japanischen Hersteller in den Verhandlungen mit Roche. (367) Auf den regelmäßigen Zusammenkünften zwischen Takeda und Roche wurden die Absatzergebnisse der vier Unternehmen bei Folsäure anhand der von diesen vorgelegten Berichte analysiert. Bei Überschreitung der zugewiesenen Quoten durch eines der Unternehmen erfolgte eine Berichtigung zwecks Ausgleich der zusätzlichen Absatzmengen. (368) Auf der ersten dokumentierten Zusammenkunft, die am 13. April 1992 in Basel stattfand, berichtete Takeda, dass es sein Angebot bewusst beschränkt, um auf diese Art und Weise den Preis anheben zu können, obgleich weiterhin Händler auf dem Markt mit Billigangeboten aufwarten. Ferner warnte Takeda Roche davor, Vormischungen zu Billigpreisen anzubieten. (Takeda hatte Kenntnis davon erhalten, dass Roche Folsäure "rein" zum vereinbarten Preis von 190 DEM/kg, die Folsäure enthaltende Vormischung jedoch zu lediglich 150 DEM verkaufte; die japanischen Unternehmen verkauften keine Vormischungen.) (369) An dem Treffen vom 17. November 1992 in Tokio nahmen Vertreter von Sumika und Kongo teil. Diesmal beklagte sich Roche darüber, dass die japanischen Hersteller unter dem Listenpreis verkauften ("Stellen Sie das bitte schnell ab." [Originalzitat Englisch]). Takeda verteidigte die japanischen Hersteller mit dem Hinweis auf den Verkauf von Vormischungen durch Roche. Es sei durchaus möglich, dass Roche das Produkt "rein" zum Listenpreis anbiete (und auf diese Weise Kunden verliere), doch verletze es Treu und Glauben, da es seine Folsäure zum größten Teil in Form von Vormischungen verkaufe und seine Verluste ausgleiche, indem es Folsäure enthaltende Vormischungen zu einem niedrigen Preis verkaufe. (370) Laut Takeda war Roche daran interessiert, dass die japanischen Produzenten den unabhängigen Vormischeinrichtungen, die Roches Konkurrenten in diesem Erzeugnissektor waren, Folsäure weiterhin zu hohen Preisen verkauften, da sie dadurch einem Preisdruck ausgesetzt wurden. Roche konnte diese Konkurrenten durch Verkauf der eigenen Vormischungen zu künstlich niedrig gehaltenen Preisen unterbieten. Diese Diskussionen führten dazu, dass Roche sich bereit erklärte, den Preis für Vormischungen zu erhöhen, und die japanischen Firmen versprachen, ihre Preise für Folsäure so bald als möglich an die Listenpreise anzugleichen. (371) Die neuen Quoten für 1993 wurden auf der Grundlage eines geschätzten Gesamtmarktvolumens von 320 Tonnen (20 Tonnen mehr als 1992) festgelegt. Jedoch sollten die Zuweisungen im Folgejahr überprüft werden. Takeda betonte, dass die "Absatzquoten nur unter der Voraussetzung des Bemühens um Absatzsteigerung festgelegt werden sollten" [Originalzitat Englisch]. Roche hielt sein Versprechen, die Nachfrage nach Folsäure weltweit zu verdoppeln, das das Unternehmen bei der Inbetriebnahme einer eigenen Folsäure-Produktionsanlage abgegeben hatte. Aber auch Takeda konnte auf intensive Bemühungen um Zugang zu neuen Märkten verweisen. (372) Auf der Beratung zu Folsäure, die im Februar 1993 in Japan stattfand und an der alle japanischen Produzenten wie auch Roche teilnahmen, wurde die genaue Aufteilung der Mengenzuweisungen für 1993 auf die einzelnen Regionen ausführlich erörtert. Zwar waren diese ausgehend von einem Gesamtmarkt von 320 Tonnen bereits vereinbart worden, jedoch wünschten Takeda und Kongo Änderungen. (373) Schließlich blieben die regionalen Zuweisungen für Roche und Sumika unverändert; bei Takeda wurde eine Verlagerung von 2 Tonnen zwischen den USA und der Gemeinschaft vorgenommen, und für Kongo erfolgte eine vollständige Neuverteilung zwecks Erhöhung des Absatzes des Unternehmens in Europa. (374) Erneut beklagte sich Roche über die Preisgestaltung der japanischen Hersteller: Sie verkauften das Produkt in Europa zu einem Preis von 169-178 DEM, also weit unter den vereinbarten 195 DEM, während der übliche Preis von Roche 205 DEM und der Listenpreis sogar 215 DEM betrug. (375) Damals planten die Hersteller für alle Vitamine eine Preisanhebung zum 1. April 1993. Sofern die Bedingungen dies zuließen, wollte Roche im Rahmen dieser Maßnahme auch den Preis für Folsäure von 215 DEM auf 225 DEM/kg anheben. (376) Zum großen Verdruss von Roche wurde der vereinbarte Mindestpreis in keiner Region eingehalten. So führt das Unternehmen an, dass die japanischen Produzenten auf allen Treffen stets versprachen "we will try" [wir werden es versuchen], ohne dass dem Versprechen ernsthafte Bemühungen folgten. Sie mussten (so Roche) bis Ende Februar eine Entscheidung zu den Preisen ab April treffen. (377) Auf dem nächsten Treffen vom 25. Mai 1993 in Zürich meldete Takeda steigende Preise. Bis zum Beginn des nächsten Jahres wurde eine Preissteigerung um 7 % erwartet. Die japanischen Hersteller bemühten sich um Einhaltung der Listenpreise und stimmten einer weiteren Preiserhöhung für Januar 1994 zu. Jedoch sollten im Oktober/November weitere Gespräche stattfinden, da sie eine genaue Beobachtung der Markttendenzen für erforderlich hielten. (378) Auf ihrer "Yosankai"-Beratung vom 24. September 1993 analysierten die japanischen Produzenten die einzelnen Märkte und stellten fest, dass sich eine Preissteigerung in Europa nur schwer realisieren lässt und die tatsächlich erzielten Preise trotz ihrer Anstrengungen, den Mindestpreis von 195 DEM durchzusetzen, eher bei 180-185 DEM liegen. (Ferner erklärten sie, dass die auf einer Gesamtmenge von 320 Tonnen beruhenden Absatzquoten einer Änderung bedürfen.) (379) Sie stellten fest, dass das Vordringen preisgünstiger chinesischer Folsäure auf dem Weltmarkt, einschließlich Europa, bewirke, dass die Steigerung der Preise und die Erreichung der Quoten schwierig sei. (380) So lagen die im Jahr 1993 erzielten Ergebnisse deutlich unter der erwarteten Nachfrage und den vereinbarten Mengenzuweisungen; in Europa wurde bei einer zugewiesenen Menge von 110,6 Tonnen für die vier Produzenten ein Gesamtumsatz von 80 Tonnen erreicht. (381) Für 1994 musste eine Reduzierung der Mengenquoten entsprechend der zu erwartenden Nachfrage von 275 Tonnen (Europa, 96,3) vorgenommen werden. Aus den Ergebnissen für dieses Jahr ging jedoch ein beträchtliches Defizit von etwa 50 t hervor. Laut Takeda war der Verkaufspreis Ende 1993 wegen einer großen Menge chinesischen Materials, die auf den Markt gelangte, eingebrochen. (382) Laut Takeda teilte auf dem Treffen mit Roche vom 10. Juni 1994 in Tokio sein Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Vitamine und Feinchemikalien dessen Gegenüber bei Roche mit, dass die Abmachung "nicht mehr in Kraft sei". Dies ist das letzte bekannte Treffen zwischen La Roche und Takeda in Bezug auf Folsäure. (383) In seiner Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte bestreitet Sumika einige der von der Kommission beschriebenen Fakten. Allerdings räumt Sumika gleichzeitig ein, dass es den größten Teil dieser Fakten weder bestätigen noch widerlegen könne, da es zu den Personen, die zum betreffenden Zeitpunkt für Folsäure zuständig waren, keinen Kontakt mehr habe. Sumika weist auf einige faktische "Irrtümer" hin, die seiner Meinung nach Zweifel an der Verlässlichkeit zumindest einiger von Takeda vorgelegter Beweise aufkommen ließen. Diese betreffen hauptsächlich die Namen der Personen, die an bestimmten Sitzungen teilgenommen haben sollen, und die Art der Beratung auf einigen Sitzungen. (384) Gleichwohl räumt Sumika ein, dass es an dem Treffen vom 17. November 1992 und an dem Treffen vom Februar 1993, an denen Roche beteiligt war, teilgenommen hat. Ferner räumt es eine Teilnahme an den Yosankai-Treffen ein. (385) In Bezug auf den Zeitraum 1991 bis 1993 räumt Sumika ein, dass "Takeda Sumika und Kongo aufforderte, in den ihm vorliegenden Zollabfertigungsstatistiken, die in den von der japanischen Regierung regelmäßig veröffentlichten Handelsstatistiken enthalten sind, anzugeben, welche Ausfuhren auf sie entfielen". [Originalzitat Englisch]. Sumika sieht sich außerstande, Angaben über das Jahr 1993 zu machen, bestätigt jedoch, dass von Mitte 1993 bis 1995 die Unternehmen auf Wunsch von Takeda erneut gegenseitig ihre Ausfuhrumsätze offen legten. (386) Sumika bestreitet die Schlussfolgerung der Kommission, dass Takeda in den Verhandlungen mit Roche als "Vertreter" der beiden anderen japanischen Unternehmen aufgetreten sei. Allerdings stimmt dies vollständig mit den Tatsachen überein, wie sie sowohl von Takeda als auch von Roche beschrieben wurden; hinzu kommt die Tatsache, dass die Aufschlüsselung der japanischen Ausfuhren auf den Yosankai-Treffen sorgfältig berechnet wurde. (387) Die Kommission stellt fest, dass die von Sumika zur Bestreitung der Tatsachen vorgebrachten Argumente durch die von Sumika selbst eingeräumten Tatsachen und durch die ausführlichen, von Roche und Takeda vorgelegten Beweise widerlegt werden. Sie sind daher zurückzuweisen. 1.4.7. VITAMIN C (ASCORBINSÄURE) 1.4.7.1. Ursprung des Kartells (388) Das Kartell auf dem Vitamin-C-Sektor entstand 1990-1991, Angaben zufolge nach einem Preisverfall von 10 % in einem Jahr. Am 7. April 1990 traf der Vitamin-Marketingleiter von Roche in Basel mit dem Vertreter von Takeda zusammen. Eine weitere Beratung auf der obersten Leitungsebene zwischen den beiden führenden Produzenten fand am 4. September 1990 im Zürcher Hotel Schweizer Hof statt. (389) Im Januar 1991 kam es in der Schweiz zu einem Treffen von Roche, BASF und Merck (auf unterer Leitungsebene), bei dem der für den 30. und 31. Januar vorgesehene Besuch leitender Mitarbeiter von Roche und der BASF in Tokio vorbereitet wurde. (390) Am 30./31. Januar 1991 trafen Mitarbeiter von Roche mit ihren Kollegen bei Takeda in Tokio zusammen. Zu diesem Zusammentreffen kam es anlässlich des Besuchs leitender Mitarbeiter von Roche (und BASF) in Japan, die Gespräche mit mehreren japanischen Vitaminproduzenten führten, um sich deren definitiver Zusage zum Beitritt zu den Kartellvereinbarungen bei verschiedenen Produkten (einschließlich der Vitamine E, B1, B6, C) zu versichern. (391) Eine weitere Zusammenkunft von Roche und Takeda auf der obersten Ebene zu Vitamin C fand am 10. April 1991 statt. Da das Kartell im Mai auf "operativer" Ebene bereits funktionierte (siehe Erwägungsgrund 420), müssen die einzelnen Bedingungen also spätestens Anfang 1991 vereinbart worden sein. 1.4.7.2. Grundstruktur des Kartells (392) Der allgemein anerkannte Grundsatz, auf dem das Vitamin-C-Kartell beruhte, bestand darin, dass der bestehende Weltmarktanteil der vier Hersteller stabilisiert werden sollte. (393) Zwecks Festlegung der Quoten bestimmten die Beteiligten zunächst, ausgehend von ihrem eigenen Absatz und dem geschätzten Absatz der chinesischen und osteuropäischen Produzenten von Vitamin C, das Gesamtmarktvolumen. Der erwartete Absatz Dritter wurde sodann abgezogen und der verbleibende Markt als der "verfügbare Markt" bezeichnet. Die Bestimmung der Zielmengen der jeweiligen Hersteller für den bevorstehenden Zeitraum erfolgte auf der Grundlage ihrer Schätzung des "verfügbaren Marktes". (394) Die Zuweisungen beruhten auf den 1990 erzielten Anteilen am verfügbaren Markt (Roche 52 %, T 30 %, Merck 10 % und BASF 8 %). (395) Es sollte eine "parallele Entwicklung von Absatz und Marktanteil" erreicht werden, d. h., die Quoten wurden zwecks Berücksichtigung einer größeren Nachfrage angepasst, während die jährlich für die einzelnen Regionen festgelegten prozentualen Anteile und Ziele beibehalten wurden. Die Kontrolle des Absatzes erfolgte vierteljährlich, und wenn erforderlich, wurden entsprechende Korrekturen vorgenommen. (396) Wie auch bei den anderen Vitaminen vereinbarten die Hersteller Zielpreise und stimmten ihre Preiserhöhungen ab. (397) Für die größeren nationalen Märkte wurden die Hauptkunden bestimmt. Dabei ging es darum, einen Absatzplan für diese festzulegen, so dass die Produzenten ihre Bemühungen um Anhebung der Preise auf dem Markt verstärken konnten (siehe Erwägungsgründe 402-406). 1.4.7.3. Budgets (398) Das Quotensystem wurde einer ständigen Kontrolle unterzogen, die den bei den Vitaminen A und E angewandten Maßnahmen ähnelte und die Festlegung und Umsetzung von "Budgets" beinhaltete. Die folgenden repräsentativen Beispiele (von 1993 und 1994) verdeutlichen die Funktionsweise des Budgetsystems während der Existenz des Kartells: - Aus einem Dokument(23) ist die Zuweisung von Absatzmengen für Vitamin C an die einzelnen Unternehmen auf regionaler Basis für 1993 und 1994 ersichtlich. - Ein auf dem Treffen vom 25. Mai 1993 verwendeter Vermerk mit handschriftlichen Anmerkungen eines Mitarbeiters von (BASF): Die Zahlen im Kasten "2nd estimation" [2. Schätzung] beschreiben die vorgesehene neue Marktaufteilung. - Ein Dokument (überschrieben mit "Confidential" [Vertraulich]) enthält 1. das "Ist" (d. h. erzielter Absatz) für Roche, Takeda, Merck und BASF in den einzelnen geografischen Regionen für 1992 (in Anmerkungen wird der tatsächlich erzielte Absatz mit dem Budget verglichen) und 2. das eigene "Budget" der BASF für 1993, das mehrfach überarbeitet wurde. Die Anmerkung steht in der rechten unteren Ecke: "1993 muss Kompensation für ein Zuviel von Takeda 1992 erfolgen (burden sharing)." - Ein weiteres Dokument enthält die Korrekturen für das "Budget" 1993, die aufgrund der Beratung vom 5. August 1993 vorgenommen wurden. - Aufschlüsselung des Absatzes der einzelnen Hersteller nach Land und Region für 1994: Hier scheint ein (erfolgloser) Versuch zur Verschleierung der eigentlichen Bedeutung der aufgeführten Daten unternommen worden zu sein. Das Arbeitsblatt hat vier Spalten, die mit "VIPS", "Lager", "Captive Use" [Eigenverbrauch] und schließlich "Ist" überschrieben sind. Aus einer handschriftlichen Anmerkung geht jedoch hervor, dass die Werte in den Spalten in Wirklichkeit die von "Roche", "Tak", "Merck" und "BASF" sind. 1.4.7.4. Ziel- und Mindestpreise (399) Zu Beginn wurden die Preise vierteljährlich festgelegt (später dann jährlich). Dabei fand das übliche System der "Listen"-, "Ziel"- und "Mindest"-Preise Anwendung; für Europa wurden DEM-Preise angegeben. (400) Im ersten Jahr (1991) bestand das Ziel darin, den Marktpreis von 20 DEM/kg durch quartalsweise Anhebung des "Mindest"-Preises auf den "Listen"-Preis von 24 DEM/kg zu erhöhen. Die "Mindest"-Preise wurden in der jeweiligen Landeswährung zum 1. März, 1. Juli, 1. Oktober (letztere Preisanhebung nur in Frankreich und Italien) und 1. Januar 1992 festgelegt. Die Mindestpreise betrugen 20,50 DEM, 22 DEM und 24 DEM. (401) Nachstehend sind die "Listen"- und "Mindest"-Preise für Vitamin C (und andere Vitamine) aufgeführt, die vom 1. Januar 1992 bis 1. April 1994 galten. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> 1.4.7.5. Kundenzuweisung/Hauptkunden (402) Zwecks Untermauerung ihrer gemeinsamen Bemühungen um Anhebung des Preises für Vitamin C auf allen Märkten hatten die Produzenten ein gut durchdachtes System für ihre Arbeit mit "Hauptkunden" entwickelt, d.h. wichtige Einzelkunden, für die ein detaillierter Absatzplan vereinbart wurde. (403) Aus Takedas Anmerkungen zu einem Treffen mit Roche vom 15./16. Mai 1991 ist ersichtlich, wie dieses System damals funktionierte. Für jeden ausgewiesenen "Hauptkunden" schätzten die Hersteller dessen jährlichen Gesamtbedarf, führten den zum damaligen Zeitpunkt gezahlten Preis an, stellten fest, ob die Lieferungen auf der Grundlage eines Mengenvertrages oder eines Vertrages mit fester Laufzeit erfolgten, und vereinbarten, wer im Jahr 1991 welche Mengen liefert. (404) In einigen Fällen bestand ein Hersteller auf seinem Recht, einen bestimmten "traditionellen" Kunden ausschließlich selbst zu beliefern; in anderen Fällen wurde gefordert, dass die Aufträge des Kunden nach einer festgelegten Formel aufgeteilt werden. (405) Im Mai 1993 erfolgte eine Überarbeitung des Zuweisungssystems für Hauptkunden. Die neue Verfahrensweise wird in den Anmerkungen von Takeda zu einem Treffen aller vier Produzenten, das am 25. Mai in Zürich stattfand, beschrieben. "Umgang mit Hauptkunden 1) Seit 1991 wird eine Zuweisung wichtiger europäischer Kunden vorgenommen, jedoch ist dabei kaum Erfolg zu verzeichnen. Um eine bessere Kontrolle der Hauptkunden zu gewährleisten, sollte sich jeweils ein Unternehmen um einen Kunden kümmern. (Gegenwärtig kontrolliert R.) (Vorsitzender bei der Entscheidungsfindung) Beispiel: B: Puratos M: Astra T: Kabi Pharma R: Bayer 2) Forderung nach unverzüglicher Umsetzung zur Erfolgsmessung (dies wird von B nachdrücklich gefordert). T entgegnete, dass das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt Stellung nehmen wird, da es sich hierbei um eine europäische Angelegenheit handelt, die einer Vereinbarungen mit Hamburg bedarf(24). T stimmte dem Ansatz aber grundsätzlich zu. 3) Da R ein hohes Routineauftragsvolumen besitzt, unterstützte das Unternehmen diesen Vorschlag vehement. Da der Vorschlag jedoch bedeuten würde, dass R die Kontrolle über alle Hauptkunden verliert, lässt sich kaum mit Bestimmtheit sagen, wie das Unternehmen trotz seiner nach außen vorgetragenen Zustimmung denkt. Aus diesem Grund ist R direkt zu dieser Angelegenheit zu befragen." [Originalzitat Englisch] (406) Bei den Beratungen auf technischer Ebene machten die vier Hersteller zum Teil sehr ausführliche Angaben zu ihren Lieferungen an die jeweiligen Hauptkunden und zu den ihnen angebotenen Preisen. Ein - nicht immer erfolgreich - angewandter Kunstgriff war der Verbraucher-"Schutz"(25): "ASTRA(S) R und T unterstützen M und B. M und B teilten den Anteil. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Die Zuweisung des Anteils verlief bei Puratos erfolglos. Insbesondere T verzeichnete aufgrund seiner Einhaltung der Preise einen Anteilsrückgang. Die von B getroffenen Vorkehrungen waren ungenügend. T übernahm bei Astra den Anteil von 1993, erreichte jedoch 1994 null." [Originalzitat Englisch] 1.4.7.6. Coca Cola (407) Zu den weltweit größten Kunden zählte Coca Cola. Der Gesamtbedarf an Vitamin C des Unternehmens beläuft sich auf über 1000 Tonnen pro Jahr. In Bezug auf diesen Hauptkunden, der einen Sonderstatus genoss (Coca Cola handelte mit seinen Lieferanten einen weltweit geltenden Liefervertrag aus), vereinbarten die Vitaminhersteller untereinander die Aufteilung der Lieferaufträge sowie die angebotenen Preise. Im Protokoll der bilateralen Beratung vom 10. November 1993 heißt es: "(6) Pool-Vertrag mit Coca Cola 1994 Erstes Angebot >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Die Verhandlungstermine für Puerto Rico wurden noch nicht festgelegt. [Originalzitat Englisch]" (408) Bei späteren Treffen erörterten die Produzenten ihre jeweiligen Anteile an den Liefermengen für Coca Cola in den einzelnen Regionen: "(4) Vertrag mit Coca Cola 1994 - R musste einem geringeren Anteil zustimmen. In den USA wurde das Problem in lokalen Diskussionen geklärt. Eingang von Aufträgen von Kellogg. - Europa: Von B und M wurde auf dem Treffen der vier Parteien die Forderung nach Aufbesserung [sic] erhoben. - Die von T für Österreich vorgesehenen 9 Tonnen zu einem Cif-Preis von 17,00 USD scheinen eine Strafe zu sein, die Herr [...] R auferlegt hat. Daran ist nichts zu ändern, wenn Herr [...] von teureren Quellen kauft." [Originalzitat Englisch] (409) Bei weiteren Gesprächen, die sich mit der gemeinsamen Strategie gegenüber Coca Cola befassten, wies Roche die Teilnehmer darauf hin, dass Merck und die BASF ihre Preise geringfügig (unter den Stand des Angebots von Roche) gesenkt und den Zuschlag für einen "Pool-Vertrag" für Europa erhalten hatten. Die BASF verteidigte sich damit, dass das Unternehmen von Coca Cola zu einer Preissenkung gezwungen wurde. "- T stellte fest, dass die Vorgespräche aus Sicht des Unternehmens erfolgreich verliefen und es R unterstützt (der japanische Markt hat sich genauso entwickelt, wie von T erhofft). Jedoch wäre es angebracht, wie auch von B und M betont, wenn bei der nächsten Gelegenheit mehr Zeit für die Diskussion des Verhaltens gegenüber Coca Cola zur Verfügung stuende. Sie schlugen vor, dass die Preise bei der nächsten Gelegenheit nicht einheitlich gestaltet werden, sondern eine Differenzierung nach Ländern vorgenommen wird, so dass auf den einzelnen Märkten unterschiedliche Preise angeboten werden können. Andernfalls werde Coca Cola stets versuchen, alle Verträge zu dem niedrigeren Marktpreis abzuschließen. (Alle drei Parteien schienen dem Vorschlag zuzustimmen). Bei der nächsten Gelegenheit wird sich eine Vorberatung mit den Preisangeboten für die einzelnen Regionen befassen." [Originalzitat Englisch] (410) Bei den Gesprächen zum Bedarf von Coca Cola im Jahr 1995 schlug Roche vor, dass sich die Hersteller "zusammensetzen" sollten, um unverzüglich ihre Position abzustimmen, wenn Coca Cola im Oktober mit der Suche nach Lieferanten beginnt. Die BASF und Merck stimmten dem Vorschlag von Roche sofort zu; Takeda wollte sich bei den Einzelheiten nicht festlegen (bei dem Treffen handelte es sich um die erste multilaterale Beratung zu Vitamin C "im Land einer Gegenpartei", an der das Unternehmen teilnahm), sagte jedoch zu, dass "wir unsere Zusammenarbeit wie bisher gewähren könnten". (411) Selbst auf der letzten dokumentierten Zusammenkunft zu Vitamin C im August 1995 stimmten sich die Produzenten hinsichtlich der bevorstehenden (separaten) Verhandlungen mit Coca Cola ab: "R(oche) gab an, dass Coca Col

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.