Europäische Union

2014/687/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 26. September 2014 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Herstellung von Zellstoff, Papier und Karton (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2014) 6750) Text von Bedeutung für den EWR

Konsolidierte Fassung

Konsolidierungsdatum: 2014-09-30

Quellenkennung: 32014D0687. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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fweisen (etwa 25 mg/l bei einer 24-Stunden Mischprobe). 1.2.2.    Emissionen in die Luft 1.2.2.1.    Reduzierung der Emissionen von Stark- und Schwachgasen BVT 20.   Die BVT zur Reduzierung der Geruchsemissionen und der TRS-Emissionen durch Stark- und Schwachgase besteht in der Vermeidung diffuser Emissionen durch Erfassen aller schwefelhaltigen Prozessabgase einschließlich aller Entlüftungen mit schwefelhaltigen Emissionen durch Einsatz aller im Folgenden beschriebenen Techniken.   Technik Beschreibung a Systeme zur Erfassung von Stark- und Schwachgasen mit folgenden Vorrichtungen: — Abdeckungen, Abzugshauben, Leitungen und Absaugsysteme mit ausreichender Kapazität; — System zur kontinuierlichen Leckageerkennung; — Sicherheitsmaßnahmen und -ausrüstung. b Verbrennung nicht kondensierbarer Stark- und Schwachgase Die Verbrennung kann durchgeführt werden in: — Ablaugekessel, — Kalkofen (1), —  ►C2  Geruchsgaskessel mit Nasswäscher zur SOx-Abscheidung oder ◄ — Kesselanlage zur Energiegewinnung (2). Um die konstante Verbrennung geruchsbehafteter Starkgase zu gewährleisten, werden Ersatzsysteme eingerichtet. Kalköfen können als Ersatz für Ablaugekessel dienen; außerdem kommen Fackelanlagen und Hilfsdampfkessel („Kompakt-Dampfkessel“) als Ersatzausrüstung in Betracht. c Führen von Aufzeichnungen über Zeiten, in denen das Verbrennungssystem nicht verfügbar ist, und über die entsprechenden freigesetzten Emissionen. (3) (1)   Die SOx-Emissionen der Kalköfen erhöhen sich beträchtlich, wenn nicht kondensierbare Starkgase in die Öfen geleitet und keine alkalischen Wäscher verwendet werden. (2)   Anwendbar bei der Behandlung von Schwachgasen. (3)   Anwendbar bei der Behandlung von Starkgasen. Allgemein anwendbar bei neuen Anlagen und bei umfangreicheren Modernisierungen bestehender Anlagen; der Einbau der erforderlichen Ausrüstung kann bei bestehenden Anlagen je nach Bauart und Platzverhältnissen schwierig sein. Aus Sicherheitsgründen ist der Einsatz von Verbrennungsanlagen nicht uneingeschränkt möglich. In diesen Fällen könnten Nasswäscher zur Anwendung kommen. Die BVT-assoziierten Emissionswerte für den TRS-Gehalt von Restschwachgasen liegen im Bereich von 0,05-0,2 kg S/Tonne lutro. 1.2.2.2.    Reduzierung der Emissionen aus Ablaugekesseln SO2- und TRS-Emissionen BVT 21.   Die BVT zur Reduzierung von SO2- und TRS-Emissionen aus Ablaugekesseln besteht aus einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik Beschreibung a Erhöhung des Trockengehalts der Schwarzlauge Die Schwarzlauge kann vor dem Verbrennen durch einen Eindampfprozess eingedickt werden. b Optimierte Feuerung Die Feuerungsbedingungen können z. B. durch eine gute Mischung von Luft und Brennstoff oder durch geeignete Kontrolle der Lastbedingungen verbessert werden. c Nasswäscher Siehe Abschnitt 1.7.1.3 Siehe Tabelle 3. Tabelle 3 BVT-assoziierte Emissionswerte für SO2- und TRS-Emissionen aus einem Ablaugekessel Parameter Tagesmittelwert (1) (2) mg/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert (1) mg/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert (1) kg S/Tonne lutro SO2 DS < 75 % 10-70 5-50 — DS 75-83 % (3) 10-50 5-25 — TRS-Gehalt (gesamte reduzierte Schwefelverbindungen) 1-10 (4) 1-5 — Gasförmige Schwefelverbindungen (TRS-S + SO2-S) DS < 75 % — — 0,03-0,17 DS 75 –83 % (3) 0,03-0,13 (1)   Eine Erhöhung des Trockengehalts der Schwarzlauge führt zu geringeren SO2-Emissionen und höheren NOx-Emissionen. Daher können bei Ablaugekesseln mit niedrigen SO2-Emissionen höhere NOx-Emissionen auftreten und umgekehrt. (2)   Die BVT-assoziierten Emissionswerte beziehen sich nicht auf Zeiträume, in denen der Ablaugekessel mit einem deutlich geringeren Trockengehalt als normal betrieben wird, weil die Anlage zum Eindicken der Schwarzlauge heruntergefahren oder gewartet wurde. (3)   Wenn in einem Ablaugekessel Schwarzlauge mit einem Trockengehalt > 83 % verbrannt werden soll, sollten die SO2-Emissionen und die Emissionen gasförmiger Schwefelverbindungen im Einzelfall geprüft werden. (4)   Die Werte in diesem Bereich gelten für den Betrieb ohne die Verbrennung von Starkgasen. DS (Dry Solids); Trockengehalt der Schwarzlauge. NOx-Emissionen BVT 22.   Die BVT zur Reduzierung der NOx-Emissionen aus Ablaugekesseln besteht im Einsatz eines optimierten Feuerungssystems mit allen folgenden Merkmalen:   Technik a Elektronische Verbrennungsregelung b Gute Mischung von Brennstoff und Luft c Systeme mit gestufter Luftzufuhr, z. B. durch getrennte Luftregister und getrennte Lufteinlässe Technik cist bei neuen Ablaugekesseln und bei umfangreicheren Modernisierungen vorhandener Ablaugekessel anwendbar, da diese Technik erhebliche Änderungen an den Luftzufuhrsystemen und dem Feuerraum erfordert. Siehe Tabelle 4. Tabelle 4 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen aus einem Ablaugekessel Parameter Jahresmittelwert (1) mg/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert (1) kg NOx/Tonne lutro NOx Weichholz 120-200 (2) DS < 75 %: 0,8-1,4 DS 75-83 % (3): 1,0-1,6 Hartholz 120-200 (2) DS < 75 %: 0,8-1,4 DS 75-83 % (3): 1,0-1,7 (1)   Eine Erhöhung des Trockengehalts der Schwarzlauge führt zu geringeren SO2-Emissionen und höheren NOx-Emissionen. Daher können bei Ablaugekesseln mit niedrigen SO2-Emissionen höhere NOx-Emissionen auftreten und umgekehrt. (2)   Die tatsächlichen NOx-Emissionen eines Ablaugekessels hängen vom Trockengehalt und vom Stickstoffgehalt der Schwarzlauge sowie vom Anteil und von der Kombination der verbrannten nicht kondensierbaren Geruchsgase und der sonstigen stickstoffhaltigen Ströme ab (z.B. Gase aus dem Auflösetank, aus dem Kondensat abgeschiedenes Methanol, Bioschlamm). Je höher der Trockengehalt, der Stickstoffgehalt der Schwarzlauge und der Anteil an nicht kondensierbaren Geruchsgasen und sonstigen verbrannten stickstoffhaltigen Strömen, desto eher werden die Emissionswerte im oberen Bereich der BVT-assoziierten Emissionswerte liegen. (3)   Wenn in einem Ablaugekessel Schwarzlauge mit einem Trockengehalt > 83 % verbrannt werden soll, sollten die NO2-Emissionen im Einzelfall geprüft werden. DS (Dry Solids); Trockengehalt der Schwarzlauge. Staubemissionen BVT 23.   Die BVT zur Reduzierung von Staubemissionen aus einem Ablaugekessel besteht im Einsatz eines Elektrofilters (ESP = Electrostatic Precipitator) oder der Kombination eines ESP mit einem Nasswäscher. Siehe Abschnitt 1.7.1.1. Siehe Tabelle 5. Tabelle 5 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus einem Ablaugekessel Parameter Entstaubungssystem Jahresmittelwert mg/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert kg Staub/Tonne lutro Staub Neu oder umfangreich modernisiert 10-25 0,02-0,20 Bestehend 10-40 (1) 0,02-0,3 (1) (1)   Bei einem bestehenden Ablaugekessel mit Elektrofilter können die Emissionswerte gegen Ende der Betriebslebensdauer des Filters auf bis zu 50 mg/Nm3 (entspricht 0,4 kg/Tonne lutro) ansteigen. 1.2.2.3.    Reduzierung der Emissionen aus Kalköfen SO2-Emissionen BVT 24.   Die BVT zur Reduzierung von SO2-Emissionen aus Kalköfen besteht im Einsatz einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik Beschreibung a Brennstoffauswahl/Brennstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt Siehe Abschnitt 1.7.1.3 b Begrenzung der Verbrennung von schwefelhaltigen Starkgasen in den Kalköfen c Kontrolle des Na2S-Gehalts der Kalkschlammzufuhr d Einsatz eines alkalischen Wäschers Siehe Tabelle 6. Tabelle 6 BVT-assoziierte Emissionswerte für SO2- und Schwefelemissionen aus einem Kalkofen Parameter (1) Jahresmittelwert mg SO2/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert kg S/Tonne lutro SO2, wenn im Kalkofen keine Starkgase verbrannt werden 5-70 — SO2, wenn im Kalkofen Starkgase verbrannt werden 55-120 — Gasförmige Schwefelverbindungen (TRS-S + SO2-S), wenn im Kalkofen keine Starkgase verbrannt werden — 0,005-0,07 Gasförmige Schwefelverbindungen (TRS-S + SO2-S), wenn im Kalkofen Starkgase verbrannt werden — 0,055-0,12 (1)   Zu „Starkgasen“ werden auch Methanol und Terpentin gerechnet. TRS-Emissionen BVT 25.   Die BVT zur Reduzierung von TRS-Emissionen aus Kalköfen besteht im Einsatz einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik Beschreibung a Kontrolle des überschüssigen Sauerstoffgehaltes Siehe Abschnitt 1.7.1.3 b Kontrolle des Na2S-Gehalts der Kalkschlammzufuhr c Kombination eines Elektrofilters mit einem alkalischen Wäscher Siehe Abschnitt 1.7.1.1 Siehe Tabelle 7. Tabelle 7 BVT-assoziierte Emissionswerte für TRS-Emissionen aus einem Kalkofen Parameter Jahresmittelwert mg S/Nm3 bei 6 % O2 TRS-Gehalt (gesamte reduzierte Schwefelverbindungen) < 1-10 (1) (1)   Wenn in Kalköfen Starkgase verbrannt werden (u. a. Methanol und Terpentin), können die höheren assoziierten Emissionswerte bis zu 40 mg/Nm3 betragen. NOx-Emissionen BVT 26.   Die BVT zur Reduzierung von NOx-Emissionen aus Kalköfen besteht aus einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik Beschreibung a Optimierte Verbrennung und Verbrennungsregelung Siehe Abschnitt 1.7.1.2 b Gute Mischung von Brennstoff und Luft c Brenner mit niedrigen NOx-Emissionen (Low-NOx Burner) d Brennstoffauswahl/Brennstoffe mit niedrigem Stickstoffgehalt Siehe Tabelle 8. Tabelle 8 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen aus einem Kalkofen Parameter Jahresmittelwert mg/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert kg NOx/Tonne lutro NOx Flüssige Brennstoffe 100-200 (1) 0,1-0,2 (1) Gasförmige Brennstoffe 100-350 (2) 0,1-0,3 (2) (1)   Wenn flüssige Brennstoffe pflanzlichen Ursprungs (z. B. Terpentin, Methanol oder Tallöl), einschließlich solcher, die als Nebenprodukte beim Zellstoffaufschluss anfallen, eingesetzt werden, können Emissionen bis zu 350 mg/Nm3 (entspricht 0,35 kg NOx/Tonne lutro) auftreten. (2)   Wenn gasförmige Brennstoffe pflanzlichen Ursprungs (z. B. nicht kondensierbare Gase), einschließlich solcher, die als Nebenprodukte beim Aufschließen des Zellstoffs anfallen, eingesetzt werden, können Emissionen bis zu 450 mg/Nm3 (entspricht 0,45 kg NOx/Tonne lutro) auftreten. Staubemissionen BVT 27.   Die BVT zur Reduzierung von Staubemissionen aus Kalköfen besteht im Einsatz eines Elektrofilters (ESP, Electrostatic Precipitator) oder der Kombination eines ESP mit einem Nasswäscher. Siehe Abschnitt 1.7.1.1. Siehe Tabelle 9. Tabelle 9 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus einem Kalkofen Parameter Entstaubungssystem Jahresmittelwert mg/Nm3 bei 6 % O2 Jahresmittelwert kg Staub/Tonne lutro Staub Neu oder umfangreich modernisiert 10-25 0,005-0,02 Bestehend 10-30 (1) 0,005-0,03 (1) (1)   Bei einem vorhandenen Kalkofen mit Elektrofilter können die Emissionswerte gegen Ende der Betriebslebensdauer des Filters auf bis zu 50 mg/Nm3 (entspricht 0,05 kg/Tonne lutro) ansteigen. 1.2.2.4.    Reduzierung der Emissionen aus einem Brenner für Starkgase (Geruchsgaskessel) BVT 28.   Die BVT zur Reduzierung von SO2-Emissionen bei der Verbrennung von Starkgasen in einem Geruchsgaskessel besteht im Einsatz eines alkalischen SO2-Wäschers. Siehe Tabelle 10. Tabelle 10 BVT-assoziierte Emissionswerte für SO2- und TRS-Emissionen bei der Verbrennung von Starkgasen in einem Geruchsgaskessel Parameter Jahresmittelwert mg/Nm3 bei 9 % O2 Jahresmittelwert kg S/Tonne lutro SO2 20-120 — TRS 1-5   Gasförmige Schwefelverbindungen (TRS-S + SO2-S) — 0,002-0,05 (1) (1)   Dieser BVT-assoziierte Emissionswert basiert auf einem Abgasvolumenstrom von 100-200 Nm3/Tonne lutro. BVT 29.   Die BVT zur Reduzierung von NOx-Emissionen aus der Verbrennung von Starkgasen in einem Geruchsgaskessel besteht im Einsatz einer der folgenden Techniken oder in einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Optimieren des Brenners/der Feuerung Siehe Abschnitt 1.7.1.2. Allgemein anwendbar. b Gestufte Verbrennung Siehe Abschnitt 1.7.1.2. Allgemein anwendbar bei neuen Anlagen und umfangreicheren Modernisierungen; bei bestehenden Fabriken nur dann anwendbar, wenn die Platzverhältnisse den Einbau der Ausrüstung zulassen. Siehe Tabelle 11. Tabelle 11 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx-Emissionen bei der Verbrennung von Starkgasen in einem Geruchsgaskessel Parameter Jahresmittelwert mg/Nm3 bei 9 % O2 Jahresmittelwert kg NOx/Tonne lutro NOx 50-400 (1) 0,01-0,1 (1) (1)   Wenn die Umstellung bestehender Anlagen auf eine gestufte Verbrennung nicht machbar ist, können Emissionswerte bis zu 1 000  mg/Nm3 (entspricht 0,2 kg/Tonne lutro) auftreten. 1.2.3.    Abfallaufkommen BVT 30.   Die BVT zur Vermeidung von Abfall und zur Minimierung zu beseitigender fester Abfälle besteht in der Rückführung von Staub aus dem Elektrofilter des Ablaugekessels in den Prozess. Anwendbarkeit Die Rückführung von Staub kann durch prozessfremde Inhaltsstoffe im Staub eingeschränkt werden. 1.2.4.    Energieverbrauch und -effizienz BVT 31.   Die BVT zur Reduzierung des Verbrauchs an Wärmeenergie (Dampf), zur bestmöglichen Verwertung der eingesetzten Energieträger und zur Verringerung des Stromverbrauchs besteht in der Anwendung einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik a Hohe Trockensubstanzgehalte der Rinde durch Einsatz wirksamer Pressen oder durch Trocknung b Hocheffiziente Dampfkessel, z. B. mit niedrigen Rauchgastemperaturen c Wirksame sekundäre Heizsysteme d Schließen von Wasserkreisläufen, u. a. in der Bleichanlage e Hohe Faserkonzentration (Technik mit mittlerer oder hoher Stoffdichte) f Hocheffiziente Verdampfungsanlagen g Wärmerückgewinnung aus Auflösebehältern z. B. durch Abgaswäscher h Rückgewinnung und Nutzung von Niedertemperaturwärme in Abwasserströmen und sonstigen Abwärmequellen zur Beheizung von Gebäuden, Kesselspeisewasser und Prozesswasser i Angemessene Nutzung von Sekundärwärme und Sekundärkondensaten j Überwachung und Regelung von Prozessen mit fortschrittlichen Steuerungssystemen k Optimierung des integrierten Wärmetauschernetzes l Wärmerückgewinnung aus dem Rauchgas des Ablaugekessels zwischen dem Elektrofilter und dem Lüfter m Sicherstellung möglichst hoher Stoffdichte durch Sortierung und Reinigung n Regelung der Drehzahl verschiedener großer Motoren o Einsatz wirksamer Vakuumpumpen P Geeignete Dimensionierung von Leitungen, Pumpen und Gebläsen q Optimierte Pegelstände der Behälter BVT 32.   Die BVT zur Verbesserung der Effizienz der Stromerzeugung besteht in der Anwendung einer Kombination der folgenden Techniken.   Technik a Hoher Trockensubstanzgehalt der Schwarzlauge (erhöht den Wirkungsgrad des Kessels, der Dampferzeugung und damit auch der Stromerzeugung) b Betrieb des Ablaugekessels mit hohen Druck- und Temperaturwerten; bei neuen Ablaugekesseln kann der Druck mindestens 100 bar und die Temperatur mindestens 510 °C betragen. c Dampfdruck am Auslass der Gegendruckturbine so niedrig wie technisch machbar d Kondensationsturbine zur Stromerzeugung aus überschüssigem Dampf e Hoher Wirkungsgrad der Turbinen f Vorheizung des Speisewassers fast bis zur Siedetemperatur g Vorheizung der Verbrennungsluft und des in die Kessel zuzuführenden Brennstoffs 1.3.   BVT-SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DEN SULFITZELLSTOFFPROZESS Bei integrierten Fabriken zur Herstellung von Sulfitzellstoff und Papier sind ergänzend zu den BVT-Schlussfolgerungen in diesem Abschnitt die prozessspezifischen BVT-Schlussfolgerungen aus Abschnitt 1.6 anzuwenden. 1.3.1.    Abwasser und Emissionen in Gewässer BVT 33.   Die BVT zur Vermeidung und Verringerung von Schadstoffemissionen aus einer Fabrik in aufnehmende Gewässer besteht in der Anwendung einer geeigneten Kombination der Techniken in BVT 13, BVT 14, BVT 15 und BVT 16 und der im Folgenden beschriebenen Techniken.   Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Erweiterte modifizierte Kochung vor der Bleiche. Siehe Abschnitt 1.7.2.1 Je nach Anforderungen an die Zellstoffqualität kann die Anwendbarkeit eingeschränkt sein (z. B. wenn eine hohe Festigkeit benötigt wird). b Sauerstoff-Delignifizierung vor der Bleiche c Sortieren des ungewaschenen Zellstoffs im geschlossenen Kreislauf und hochwirksame Braunstoffwäsche Allgemein anwendbar. d Verdampfung von Abwässern aus der Heiß-Alkaliextraktion und Verbrennung von Konzentraten in einem Sodakessel Eingeschränkte Anwendbarkeit bei Chemiezellstoff-Fabriken, wenn eine biologische Behandlung der Abwässer in mehreren Schritten eine insgesamt günstigere Ökobilanz ergibt. e TCF-Bleiche Eingeschränkte Anwendbarkeit bei Fabriken zur Herstellung von Markt-Papierzellstoff, in denen hochweißer Zellstoff oder Spezialzellstoff für chemische Anwendungen erzeugt wird. f Bleiche im geschlossenen Kreislauf Nur anwendbar bei Anlagen, in denen bei der Kochung und bei der Einstellung des pH-Werts bei der Bleiche dieselbe Basis verwendet wird. g Vorbleiche auf MgO-Basis und Rückführung von Waschflüssigkeiten aus der Vorbleiche in die Braunstoffwäsche Die Anwendbarkeit kann durch Faktoren wie die Produktqualität (z. B. Reinheit, Sauberkeit, Weißgrad), die Kappa-Zahl nach dem Kochen, die hydraulische Kapazität der Anlage sowie die Kapazität der jeweiligen Behälter, Eindampfanlagen und Ablaugekessel und je nach Möglichkeit zur Reinigung der Wascheinrichtung eingeschränkt sein. h Neutralisierung der Schwachlauge vor/in der Eindampfanlage Allgemein anwendbar bei Anlagen auf Magnesiumbasis; im Ablaugekessel und im Aschekreislauf wird freie Kapazität benötigt. i Anaerobe Behandlung der Kondensate aus der Eindampfanlage Allgemein anwendbar. j Strippung und Rückgewinnung von SO2 aus den Kondensaten der Eindampfanlage Anwendbar, wenn zum Schutz einer anaeroben Abwasserbehandlung erforderlich. k Wirksames Leckageüberwachungs- und Rückhaltesystem, kombiniert mit dem Chemikalien und Energierückgewinnungssystems Allgemein anwendbar. Mit den BVT assoziierte Emissionswerte Siehe Tabelle 12 und Tabelle 13; diese BVT-assoziierten Emissionswerte sind nicht anwendbar bei Fabriken zur Herstellung von Chemiezellstoff und von Spezialzellstoff für chemische Anwendungen. Die Referenz-Abwassermenge bei Sulfitzellstoff-Fabriken ist BVT 5 zu entnehmen. Tabelle 12 BVT-assoziierte Emissionswerte für die direkte Einleitung von Abwasser aus einer Fabrik zur Herstellung von gebleichtem Sulfitzellstoff und Magnefite-Zellstoff zur Papierherstellung in aufnehmende Gewässer Parameter Gebleichter Sulfitzellstoff zur Papierherstellung (1) Magnefite-Zellstoff zur Papierherstellung (1)   Jahresmittelwert kg/Tonne lutro (2) Jahresmittelwert kg/Tonne lutro Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) 10-30 (3) 20-35 Abfiltrierbare Stoffe (AFS) 0,4-1,5 0,5-2,0 Gesamtstickstoffgehalt 0,15-0,3 0,1-0,25 Gesamtphosphorgehalt 0,01-0,05 (3) 0,01-0,07   Jahresmittelwert mg/l   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX) 0,5-1,5 (4) (5)   (1)   Die BVT-assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Herstellung von Marktzellstoff und auf die Zellstoffproduktion in integrierten Fabriken. (Emissionen aus der Papierherstellung wurden nicht berücksichtigt.) (2)   Die BVT-assoziierten Emissionswerte gelten nicht für Fabriken zur Herstellung von natürlichem fettdichtem Zellstoff. (3)   Die BVT-assoziierten Emissionswerte für CSB und Gesamtphosphor gelten nicht für Marktzellstoff auf Eukalyptus-Basis. (4)   Fabriken, in denen Marktzellstoff im Sulfitverfahren hergestellt wird, können eine schonende ClO2-Bleiche vornehmen, um die Produktanforderungen zu erfüllen; dabei entstehen entsprechende AOX-Emissionen. (5)   Nicht anwendbar bei Fabriken mit TCF-Verfahren. Tabelle 13 ▼C2 BVT-assoziierte Emissionswerte für die direkte Einleitung von Abwasser aus einer Fabrik zur Herstellung von Neutralsulfit-Halbzellstoff in aufnehmende Gewässer ▼B Parameter Jahresmittelwert kg/Tonne lutro (1) Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) 3,2-11 Abfiltrierbare Stoffe (AFS) 0,5-1,3 Gesamtstickstoffgehalt 0,1-0,2 (2) Gesamtphosphorgehalt 0,01-0,02 (1)   Die BVT-assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Herstellung von Marktzellstoff und auf die Zellstofffraktion integrierter Fabriken (Emissionen aus der Papierherstellung wurden nicht berücksichtigt). (2)   Aufgrund der prozessspezifischen höheren Emissionen gelten die BVT-assoziierten Emissionswerte für den Gesamtgehalt an Stickstoff nicht für die Herstellung von Neutralsulfit-Halbzellstoff (NSSC) auf Ammoniumbasis. Das behandelte Abwasser sollte eine geringe BSB-Konzentration aufweisen (etwa 25 mg/l in der 24-Stunden Mischprobe). 1.3.2.    Emissionen in die Luft BVT 34.   Die BVT zur Vermeidung und Reduzierung von SO2-Emissionen besteht in der Abtrennung aller hochkonzentrierten SO2-Gasströme aus der Kochsäureproduktion sowie aus Kochern, Ausblasetanks oder Waschaggregaten (Diffuser) und aus der Rückgewinnung der Schwefelanteile. BVT 35.   Die BVT zur Vermeidung und Reduzierung diffuser schwefelhaltiger und geruchsbehafteter Emissionen aus der Wäsche, Sortierung und Eindampfung besteht in der Erfassung dieser Schwachgase und der Anwendung einer der folgenden Techniken.   Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Verbrennung in einem Ablaugekessel Siehe Abschnitt 1.7.1.3 Nicht anwendbar bei Fabriken, in denen Sulfitzellstoff durch Kochen auf Kalziumbasis hergestellt wird; in diesen Fabriken werden keine Ablaugekessel eingesetzt. b Nasswäscher Siehe Abschnitt 1.7.1.3 Allgemein anwendbar. BVT 36.   Die BVT zur Reduzierung der NOx-Emissionen aus Ablaugekesseln besteht im Einsatz eines optimierten Feuerungssystems unter Anwendung einer der folgenden Techniken oder einer Kombination dieser Techniken.   Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Optimierung des Ablaugekessels durch Regelung der Feuerungsbedingungen Siehe Abschnitt 1.7.1.2 Allgemein anwendbar. b Gestufte Ablauge-Einspritzung Anwendbar bei neuen großen Ablaugekesseln und umfangreicheren Modernisierungen von Ablaugekesseln c Selektive nicht-katalytische Reduktion (SNCR) Die Möglichkeit einer Nachrüstung bestehender Ablaugekessel kann durch Verkrustungsprobleme und damit verbundenem erhöhtem Reinigungs- und Wartungsbedarf eingeschränkt sein. Für Fabriken auf Ammoniumbasis liegen keine Berichte über die Anwendung dieser Technik vor. Wegen der spezifischen Zusammensetzung des Abgases dürfte eine selektive nicht-katalytische Reduktion jedoch wirkungslos sein. Bei Fabriken auf Natriumbasis ist die Technik wegen der Explosionsgefahr nicht anwendbar. Mit den BVT assoziierte Emissionswerte Siehe Tabelle 14. Tabelle 14 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOx- und NH3-Emissionen aus einem Ablaugekessel Parameter Tagesmittelwert mg/Nm3 bei 5 % O2 Jahresmittelwert mg/Nm3 bei 5 % O2 NOx 100-350 (1) 100-270 (1) NH3 (Ammoniak-Schlupf bei selektiver nicht-katalytischer Reduktion) < 5 (1)   Bei Fabriken auf Ammoniumbasis können höhere NOx-Emissionen auftreten: Tagesmittelwerte bis zu 580 mg/Nm3 und Jahresmittelwerte bis zu 450 mg/Nm3.

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.