Europäische Union

2004/269/EG: Entscheidung der Kommission vom 18. Januar 2000 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.1630 — Air Liquide/BOC) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 62) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0269. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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sinfrastruktur unterhalten, während die übrigen Hersteller technischer Gase in diesem Bereich nicht mithalten können. Weltweit würde die Flotte von Air Liquide/BOC über [...]* große kryogene Transportbehälter (11000 Gallonen oder mehr) umfassen. Gemäß den Überprüfungen der Kommission hätte lediglich Air Products eine ähnliche weltumspannende Vertriebskapazität. Praxair verfügt weltweit über eine beachtliche, wenn auch kleinere Anzahl von Transportbehältern. Im Vergleich dazu ist die Vertriebskapazität von Messer unerheblich. Schlussfolgerungen zur Marktstruktur (264) Die Kommission betrachtet die Kontrolle des Zugangs zu veredeltem Helium als Gradmesser für die Marktmacht von Air Liquide/BOC und Air Products. Die Kommission geht davon aus, dass Air Liquide/ BOC und Air Products gemeinsam den Zugang zu ungefähr [...]* % der Heliumveredlungskapazität in der Welt kontrollieren. Ferner kontrollieren sie den Zugang zu allen europanahen Heliumvorkommen. Ihre mächtige Stellung geht auch aus den hohen gemeinsamen Marktanteilen hervor. b) Stellung der übrigen Hersteller von technischen Gasen Die Stellung der übrigen Hersteller von technischen Gasen ist schwach, da sie bei der Lieferung von Helium vollständig von Air Liquide/BOC und Air Products abhängen (265) Keiner der übrigen Hersteller von technischen Gasen in Europa oder weltweit wäre in der Lage, Helium für den Eigenbedarf zu erzeugen, oder hätte einen vertraglichen Zugang zu veredeltem Helium(56). Sie sind vollkommen abhängig von der Belieferung mit veredeltem Helium durch die vier großen Unternehmen. In Europa hängen die Wettbewerber weitgehend von Air Liquide/BOC und Air Products ab, die zusammen [...]* % der Heliumeinfuhren in den EWR kontrollieren. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass andere Hersteller technischer Gase vom Wettbewerb auf dem Einzelhandelsmarkt für Helium abgeschottet werden könnten. Die meisten der von der Kommission angesprochenen Unternehmen haben derartige Bedenken geäußert. (266) Die drohende Abschottung ist als schwerwiegende Beeinträchtigung des Wettbewerbs einzustufen. Von Herstellern technischer Gase wurde hervorgehoben, dass Helium ein strategisches Produkt ist, das jeder Hersteller in seinem Angebot haben muss. Das trifft unabhängig davon zu, ob es sich bei dem Gasanbieter um ein großes oder relativ unbedeutendes Unternehmen handelt. So kaufen auch kleinere, regional tätige Gasanbieter Helium für den Weiterverkauf. Durch die hohen Investitionen in die erforderlichen Produktions- und Vertriebseinrichtungen wird das Auftreten eines starken Konkurrenten noch weniger wahrscheinlich (267) Für die Errichtung von Heliumextraktions- und -veredlungsanlagen sind umfangreiche Investitionen erforderlich. In der Regel ist eine Anlage zur Gewinnung von Rohhelium an ein Erdgasverarbeitungswerk angeschlossen. Nach Schätzungen von Wettbewerbern belaufen sich die Kosten für eine solche Anlage auf 50-100 Mio. EUR (für eine Einzelanlage). Die Investitionen in eine große Veredlungsanlage können bis zu [...]* Mio. EUR betragen ([...]*) und werden bei einer Anlage mittlerer Größe (bis zu 350 Mio. Kubikfuß/a) auf 10-30 Mio. EUR geschätzt. Ferner sind umfangreiche Investitionen zum Aufbau einer Speicher-, Transport- und Vertriebsinfrastruktur für Helium erforderlich. Standardlagerbehälter für 30000 Gallonen (3 Mio. Kubikfuß), wie sie in den meisten Verfluessigungsanlagen zu finden sind, kosten bis zu 0,9 Mio. EUR (Kaufpreis und Installationskosten) und Standardtransportbehälter mit einem Fassungsvermögen von 11000 Gallonen bis zu 0,75 Mio. EUR. Um eine Containerflotte aufzubauen, die größenmäßig mit jener der drei führenden Heliumanbieter (Air Liquide/BOC, Air Products und Praxair) vergleichbar wäre, müsste jeder Wettbewerber mindestens [...]* (weitere) Behälter anschaffen. Die Kosten für ein Heliumumfuellzentrum (wird benötigt, um Helium von großen Behältern in kleinere, für den Weiterverkauf verwendete Behälter umzufuellen) wird auf 1-1,5 Mio. EUR geschätzt. Jeder Wettbewerber müsste neue Umfuellzentren errichten. (268) Unabhängig davon, ob es sich ein Wettbewerber leisten kann, so umfangreiche Investitionen vorzunehmen, ist es unwahrscheinlich, dass er Zugang zu ausreichenden Mengen Helium erlangen würde, damit sich die erforderlichen Ausgaben rechtfertigen. Rohhelium geht in der Regel im Rahmen von langfristigen Ausschließlichkeitsverträgen an die vier großen Unternehmen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es einem Neueinsteiger gelingen würde, eines der vier etablierten Unternehmen zu verdrängen. Die Unternehmen, die bereits über eine umfangreiche Vertriebsinfrastruktur verfügen (Air Liquide/BOC, Air Products und in geringerem Maße Praxair) würden weiterhin die wahrscheinlichsten Käufer von veredeltem Helium von unabhängigen Herstellern bleiben. Selbst wenn sich ein unabhängiger Veredler von Helium, beispielsweise Exxon, entschließen würde, einen Teil seiner veredelten Heliumproduktion einem Neueinsteiger zu überlassen, wären die entsprechenden Mengen gering. Es ist unwahrscheinlich, dass allein schon der Kauf so geringer Mengen - ohne Eigenproduktion ausreichender Mengen - einen neuen Anbieter in die Lage versetzen würde, der gemeinsamen Marktmacht von Air Liquide/BOC und Air Products Paroli zu bieten. Air Products kontrolliert den einzigen Anbieter von kryogenen Helium-transportbehältern (269) Der einzige Hersteller und Anbieter von großen kryogenen Transportbehältern für Helium (11000 Gallonen) ist Gardner Cryogenics, eine Tochter von Air Products mit Sitz in den Vereinigten Staaten. Die von diesem Unternehmen hergestellten Tieftemperaturbehälter halten das fluessige Helium auf der erforderlichen niedrigen Temperatur, um einen Transport über große Entfernungen zu ermöglichen. Sie sind die einzigen für den Überseetransport von Helium verwendeten Behälter. Die Kommission geht davon aus, dass gegenwärtig kein anderes Unternehmen solche Container herstellen kann. Große Hersteller von technischen Gasen (einschließlich von Air Liquide) haben bestätigt, dass sie nicht über die Fertigungsmöglichkeiten für derartige Behälter verfügen. c) Schaffung einer gemeinsamen beherrschenden Stellung Zwischen Air Liquide/BOC und Air Products bestehen signifikante Verflechtungen (270) [...]*. (271) [...]*. (272) [...]*. Der vorgesehene Zusammenschluss würde einen wichtigen Wettbewerber ausschalten (273) BOC macht beachtliche Großhandelsgeschäfte mit Helium im EWR ([...]* % Marktanteil) und im Weltmaßstab ([...]* % Marktanteil). Bei den Umsatzerlösen ist BOC weltweit der zweitgrößte Heliumanbieter(57). Das Unternehmen kontrolliert zwischen [...]* % der europäischen und [...]* % der Veredlungskapazität in der Welt und verfügt über eine der umfassendsten Vertriebsinfrastrukturen hinsichtlich Transportbehälter und Umfuellzentren. (274) Gegenwärtig deckt BOC [...]* % des Heliumbedarfs des EWR aus seinen Vorkommen in Polen und Russland. Durch den Zusammenschluss würde der Wettbewerbsdruck wegfallen, der durch BOCs unabhängigen Zugang zur Veredlungskapazität in Polen und Russland entsteht. Die Tatsache, dass BOC auch Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten in Otis, Kansas, besitzt, bedeutet, dass das Wettbewerbspotenzial von BOC als Heliumgroßhändler nicht nur von seinem fortgesetzten Zugang zu den polnischen und russischen Vorkommen abhängt. Der Wegfall von BOC als unabhängiger Wettbewerber würde damit den Wettbewerbsdruck auf Air Liquide und Air Products erheblich mindern. Nach dem Zusammenschluss in der vorgesehenen Form hätten Air Liquide/BOC und Air Products eine ähnliche Kostenstruktur (275) Rohhelium wird durch kryogene Extraktionsprozesse aus Erdgas gewonnen. Für die Reinigung (Veredlung) des Rohheliums findet hauptsächlich die Druckwechseladsorption Anwendung. Anschließend wird das reine Helium verfluessigt, in große kryogene Behälter (11000 bis 30000 Gallonen) gefuellt und entweder für einen begrenzten Zeitraum gelagert oder sofort versandt. (276) Da sowohl Air Liquide als auch Air Products ihr Helium aus Algerien beziehen, haben beide Unternehmen identische Kostenstrukturen. In den Vereinigten Staaten würde Air Liquide/BOC die Heliumveredlungsanlage in Otis, Kansas, von BOC (Kapazität bis zu [...]* Mio. Kubikfuß/a) betreiben, Air Products die Veredlungsanlagen in Liberal, Kansas, und Sherman, Texas (Gesamtkapazität gegenwärtig unter 1000 Mio. Kubikfuß/a)(58). Diese Einrichtungen haben etwa die gleiche Kapazität und werden von einer Reihe von Lagerstätten mit Erdgas beliefert, die sich in Kansas, Oklahoma und Texas befinden. Die Kommission ist der Meinung, dass Air Liquide/BOC und Air Products ähnliche Produktionskosten haben(59). (277) Auch ihre Vertriebskosten sind vergleichbar. Kryogene Transportbehälter werden weltweit nur von der Firma Gardner Cryogenics hergestellt und an sämtliche Gasunternehmen zu den gleichen Kosten geliefert. Die Kosten der Umfuellzentren sind ebenfalls ähnlich. Gemäß den von den beteiligten Unternehmen vorgelegten Angaben würden Air Liquide/BOC und Air Products weltweit sowie in Europa vergleichbar große Umfuell- und Containernetze unterhalten. Helium ist ein homogenes Produkt, das auf einem äußerst transparenten Markt angeboten wird (278) Veredeltes Helium ist ein homogenes Produkt, das gemäß einer internationalen Qualitätsnorm (Helium der Sorte A hat eine Reinheit von mindestens 99,995 %) erzeugt wird. Die Hersteller von technischen Gasen betrachten Helium als ein Massenprodukt, das sie untereinander kaufen und an andere Einzelhändler verkaufen. Da sie Helium voneinander kaufen, sind sie über die Preise gut informiert. (279) Eine Reihe von Faktoren gewährleisten eine hohe Markttransparenz. Die Anzahl der vertikal integrierten Heliumgroßhändler ist gering und würde nach dem Zusammenschluss auf drei zurückgehen. Air Liquide/BOC und Air Products beziehen Helium überwiegend von den gleichen oder ähnlichen Vorkommen und zu gleichen Bedingungen. Die Produktionstechnologie ändert sich nur langsam, da die vorhandenen Anlagen zwar eventuell modernisiert, aber nicht häufig ersetzt werden. Die Vertriebseinrichtungen sind normiert und weisen weitgehend die gleichen Merkmale auf. Die Transparenz des Produktionsprozesses geht aus der internen Studie eines Industriegasunternehmens hervor, die von der Kommission geprüft wurde(60). In dieser Studie untersucht der betreffende Hersteller von technischen Gasen genau die Kostensituation jedes seiner Wettbewerber im Zusammenhang mit der jeweiligen Bezugsquelle, und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um Eigenproduktion oder um Fremdbezug handelt. Großhandelskunden haben nur eine begrenzte gegengewichtige Marktmacht (280) Die Kunden auf dem Großhandelsmarkt, d. h. Einzelhändler und andere Hersteller von technischen Gasen, haben in der Regel nur geringe Möglichkeiten, der geballten angebotsseitigen Macht von Air Liquide/BOC und Air Products entgegenzutreten. Sie benötigen Helium als Schlüsselprodukt für ihre eigenes Sortiment. Diese Sachlage wird noch dadurch erschwert, dass sie Wettbewerber von Air Liquide/BOC und Air Products in den Einzelhandelsmärkten für technische Gase sind. Anderen Herstellern von technischen Gasen droht nicht nur eine Marktabschottung, sondern auch die Benachteiligung in anderen Märkten. Hinzu kommt, dass viele Kunden kleinere regional ausgerichtete Einzelhandelsunternehmen sind. Bedenken in dieser Richtung wurden auch von Großunternehmen geäußert. d) Schlussfolgerung (281) Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass durch das angemeldete Vorhaben eine gemeinsame beherrschende Stellung im Markt der Großhandelsbelieferung mit Helium für den EWR geschaffen würde. Sie ist der Ansicht, dass die gleiche Schlussfolgerung gezogen werden müsste, wenn der Großhandelsmarkt als weltweit eingestuft würde. 5. ELEKTRONIKSPEZIALGASE a) Die gegenwärtige Marktstruktur Der europäische Markt für Elektronikspezialgase weist bereits einen hohen Konzentrationsgrad auf, wobei Air Liquide, Air Products und BOC die führenden Anbieter sind (282) Elektronikspezialgase werden überwiegend von Chemieunternehmen in den USA und in Asien hergestellt. Hersteller technischer Gase produzieren diese Spezialgase nur in geringem Umfang, vor allem wenn sie wie Air Products auch andere chemische Erzeugnisse herstellen. Die Chemieunternehmen vertreiben diese Gase jedoch nicht an die Endabnehmer, bei denen es sich im Wesentlichen um Halbleiterhersteller handelt. Der Vertrieb erfolgt über Hersteller von technischen Gasen. Im Gegensatz dazu werden die Chemieunternehmen nicht als gleichwertige Lieferanten angesehen, da sie normalerweise nicht über das erforderliche Know-how und die Anlagen zum Umfuellen und zur Analyse von Elektronikspezialgasen einschließlich des Umgangs mit den Gasflaschen verfügen. (283) Bei der mündlichen Anhörung führte die Anmelderin aus, Hersteller von technischen Gasen seien lediglich Verteiler der Elektronikspezialgase, die keine echte Marktmacht besäßen. Die Spezialgase für die Elektronikbranche vertreibenden Industriegashersteller wie Air Products, Praxair, Air Liquide und BOC bieten jedoch wesentliche Leistungen und Waren an, die nicht zum Spektrum der Gashersteller gehören. Sie spielen eine wichtige Rolle, die über die eines einfachen Verteilers hinausgeht. Erstens handelt es sich bei der Veredlung, dem Mischen und Umfuellen der Elektronikspezialgase nach detaillierten Kundenspezifikationen um hochspezialisierte Verfahren, die in "Umfuellzentren" ablaufen, welche von den Herstellern technischer Gase betrieben werden. Jede einzelne Gasspezifikation unterliegt einem Zertifizierungsverfahren, das bis zu zwei Jahre dauern kann. Die Hersteller von Elektronikspezialgasen wie beispielsweise chemische Betriebe besitzen keine solche "Umfuell"-Kenntnisse. Zweitens werden Spezialgase für die Elektronikindustrie in Spezialbehältern befördert und ausgeliefert, die auch nur von Gasunternehmen angeboten werden. Drittens benötigen Halbleiterhersteller auch hochreine Luftgase und Helium beispielsweise als Plasmagase oder für Oxidations- und Reduktionsprozesse. Sie beziehen diese Gase in zunehmendem Maße gemeinsam mit Elektronikspezialgasen. Viertens projektieren, installieren und zertifizieren Industriegashersteller vielfach Ausrüstungen (Gassysteme) wie Rohrleitungen, Gaskammern (für den Umgang mit giftigen Gasen) und Ähnliches. Zum Angebot von Air Liquide und BOC gehört ein breites Spektrum solcher Erzeugnisse. (284) Ausgehend von den Zahlen, die im Rahmen der Überprüfungen der Kommission zusammengetragen wurden, belief sich der Wert des Marktes für Elektronikspezialgase im EWR 1998 auf ungefähr 80 Mio. EUR. Die wertmäßige Aufteilung der Marktanteile sah wie folgt aus: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (285) Auf die drei führenden Anbieter Air Liquide, Air Products und BOC entfielen zusammen über [...]* % des Marktes. Zwischen BOC als dem drittgrößten Anbieter und Praxair als Nummer vier bestand ein großer Abstand. Die übrigen Lieferanten spielten nur eine untergeordnete Rolle. Globale Präsenz und technische Kompetenz verleihen den führenden Anbietern einen großen Wettbewerbsvorteil (286) Air Liquide, Air Products, BOC und Praxair gelten auch als globale Marktführer bei Elektronikspezialgasen. Im Gegensatz zu den anderen Wettbewerbern besitzen alle diese Unternehmen Produktionsstätten (Umfuellzentren) im EWR, in den Vereinigten Staaten und im Fernen Osten. Allerdings ist die globale Präsenz von Air Liquide, Air Products und BOC stärker ausgeprägt als die von Praxair. (287) Schätzungen zufolge liegt der globale Marktanteil von Air Products beim Gasumsatz für die Elektronikbranche insgesamt (also beispielsweise auch Bulkluftgase eingeschlossen) zwischen 22 % und 25 %, der von Air Liquide zwischen [...]* und [...]* % und der von BOC zwischen [...]* und [...]* %, während Praxair lediglich auf 7-9 % kommt(61). Die starke globale Präsenz der drei führenden Anbieter verleiht ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem europäischen Markt. Zwar werden nach Aussagen des anmeldenden Unternehmens die eigentlichen Aufträge für Elektronikspezialgase am Standort des Kunden unter Berücksichtigung konkreter örtlicher Faktoren entschieden, vergeben und abgewickelt, doch spielt dabei der Fakt eine wichtige Rolle, dass die großen Halbleiterhersteller weltweit operieren. Besitzt ein Anbieter von Spezialgasen für die Elektronikbranche eine starke weltweite Präsenz, kann er in der ganzen Welt die gleiche Qualität der an die Halbleiterhersteller gelieferten Gase anbieten. (288) Air Liquide, Air Products und BOC werden auch als die führenden technischen Wettbewerber im Bereich der Elektronikspezialgase angesehen. Außerdem nehmen Air Liquide und Air Products eine Spitzenstellung bei den so genannten Totalen Gas- und Chemikalienmanagementdiensten (TGCM-Diensten) ein, die folgendes umfassen: Umweltsicherheitsdienste, On-site-Wartung, Qualitätsüberwachung, Kontrolle und Leitung, Flaschenwechsel für Elektronikspezialgase, Verwendungspunktanalyse und Lagerwirtschaft. Air Liquide unterhält weltweit ungefähr [...]* "TGCM"-Dienstleistungszentren, und die Teams von Air Products Megasys betreiben [...]* Einrichtungen für [...]* verschiedene Kunden in [...]* Ländern. (289) Insgesamt kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Air Products und Air Liquide und in erheblichem Maße auch BOC besonderes Gewicht auf die Elektronikbranche legen. Air Products tätigt 17 % seines Gesamtumsatzes in diesem Sektor und Air Liquide [...]* %. BOC erreicht [...]* %, während lediglich 5 % der Umsätze von Praxair auf die Elektronik entfallen. b) Lage nach dem Zusammenschluss Auf zwei Wettbewerber - Air Liquide und Air Products - würden über [...]* % des Marktes entfallen (290) Da das Europageschäft von BOC von Air Liquide übernommen würde, hätte letzteres Unternehmen dann bei Elektronikspezialgasen mit einem Marktanteil zwischen [...]* und [...]* % eindeutig die Marktführerschaft im EWR inne. Auf Air Liquide und Air Products zusammen würden über [...]* % entfallen. Der restliche Markt würde aufgeteilt. (291) Im Weltmaßstab hätten Air Liquide and Air Products wahrscheinlich mehr oder weniger den gleichen Stand, [...]*. Neben der engen Marktstruktur wäre auch die sich aus dem Zusammenschluss ergebende Zusammenlegung der technischen Ressourcen einem Wettbewerb zwischen Air Liquide und Air Products abträglich (292) Zutreffend ist, dass etwa 30 verschiedene Elektronikspezialgase bei der Herstellung von Halbleiterkomponenten Verwendung finden. Bei den verschiedenen Gasen selbst handelt es sich jedoch um homogene Produkte. Da die Industriegasunternehmen diese Gase nicht selbst herstellen, beziehen sie diese von den gleichen Chemieunternehmen. Angesichts der sehr begrenzten Anzahl von Wettbewerbern ist folglich auch der Markt transparent. Unter diesen Umständen besteht bei einer Marktstruktur, bei der zwei Anbieter gemeinsam einen Anteil von [...]* % halten, ein starker Anreiz für ein gleichgerichtetes Vorgehen. (293) Neben der sehr engen Marktstruktur würden durch die angemeldete gemeinsame Übernahme und Aufteilung von BOC beachtliche Verflechtungen zwischen Air Liquide und Air Products entstehen. So könnte insbesondere die Zusammenlegung der Technologie von BOC zu einer ständigen Zusammenarbeit führen, die sich außerdem nachteilig auf den Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen auswirken würde. Unter diesen Voraussetzungen wäre zu erwarten, dass nach dem Zusammenschluss auf dem Markt der Elektronikspezialgase kein echter Wettbewerb zwischen Air Liquide und Air Products mehr stattfinden würde. Schlussfolgerung zur Marktstellung von Air Liquide/BOC und Air Products (294) Angesichts ihres gemeinsamen hohen Marktanteils, ihrer globalen Präsenz und ihrer technischen Führungsposition muss geschlussfolgert werden, dass Air Liquide/BOC und Air Products gemeinsam in der Lage wären, in erheblichem Maße unabhängig von ihren Wettbewerbern und ihren Kunden zu agieren. Es ist unwahrscheinlich, dass neue Wettbewerber auf den Markt vordringen (295) Es bestehen hohe Schranken für den Zutritt zum Markt für Elektronikspezialgase. Ein Gasanbieter muss die besonderen Anforderungen der Halbleiterhersteller, die sich aus dem komplexen Herstellungsverfahren für Computerchips und den besonderen Eigenschaften der Gase ergeben, erfuellen. Die Anbieter müssen einen besonders hohen Reinheitsgrad garantieren, der unter anderem das Arbeiten unter Reinraumbedingungen erfordert. Außerdem müssen sie die vollständige Palette von Produkten anbieten können. Schließlich ist zu bedenken, dass eine Reihe von Elektronikspezialgasen äußerst giftig sind. Das Umfuellen, die Lagerung und die Beförderung dieser Gase erfordern somit besondere Sicherheitsvorkehrungen. Aus diesen Gründen benötigt ein Anbieter von Elektronikspezialgasen Erfahrungen im Umfang mit diesen Gasen sowie ein besonderes Know-how und eine spezifische Technik. V. ZUSAGEN DER ANMELDERIN UND ÄNDERUNGEN AN DEM ZUSAMMENSCHLUSSVORHABEN (296) Am 21. Dezember 1999 bot die Anmelderin Zusagen an, um die Wettbewerbsbedenken der Kommission auszuräumen. Die Zusagen umfassen Folgendes: a) Veräußerung des Tonnagevermögens und -geschäfts einschließlich der On-site-Anlagen, Pipelines, sämtlicher Kundenverträge im Tonnagegeschäft und des Vertriebs-, Wartungs- und Beratungspersonals für solche Einrichtungen. Es werden folgende Tonnageanlagen veräußert: Runcorn, Sheerness, Cardiff, Brinsworth, Fawley (alle Vereinigtes Königreich), Pardies, Tarnos (beide Frankreich), Mons (Belgien) und Terneuzen (Niederlande). Die Gesamtveräußerungen im Tonnagegeschäft (Vereinigtes Königreich und europäischer Kontinent) entsprechen einem Jahresumsatz bei Sauerstoff und Stickstoff in Höhe von rund [...]* t/d gleich [...]* Mio. EUR; b) Veräußerung der Bulkeinrichtungen und des Bulkgeschäfts im Zusammenhang mit bestimmten Tonnageanlagen (Brinsworth, Fawley, Pardies, Mons und Terneuzen). Das zu veräußernde Vermögen und Geschäft umfasst die Bulkproduktion und Lagereinrichtungen, die dazugehörigen Bulkvertriebseinrichtungen (Tankwagen), die bei den Kunden befindlichen Bulktanks sowie das Personal für den Verkauf, die technische Beratung, den Vertrieb und den Kundendienst zusätzlich zu den Kunden-Bulkverträgen. Auf die Veräußerung des Bulkgeschäfts im Vereinigten Königreich entfallen rund [...]* t/d fluessiger Sauerstoff, Stickstoff und Argon und der Gesamtjahresumsatz von fluessigem Sauerstoff, Stickstoff und Argon in Höhe von ungefähr [...]* Mio. EUR. Die Veräußerungen im Bulkgeschäft auf dem europäischen Festland entsprechen einem Absatz von rund [...]* t/d fluessigem Sauerstoff und Stickstoff und einem Gesamtjahresabsatz von fluessigem Sauerstoff, Stickstoff und Argon von rund [...]* Mio. EUR und gemeinsam mit dem Bulkgeschäft von Carboxique (einer 100%igen Tochter von Air Liquide) von etwa [...]* Mio. EUR; c) Veräußerung des Flaschengasvermögens und -geschäfts einschließlich bestimmter Flaschenfuellanlagen, der damit verbundenen Gasflaschen, Vertriebsausrüstungen (LKW) sowie des Produktions- und Vertriebspersonals zusätzlich zu den Kundenverträgen. Es werden insbesondere folgende Gasflaschenfuellanlagen veräußert: Brinsworth, Bristol (einschließlich einer Acetylenanlage) und Ipswich (alle Vereinigtes Königreich), Bobigny und Hauconcourt (beide Frankreich). Auf die Gasflaschenveräußerungen im Vereinigten Königreich entfällt ein Absatz von rund [...]* Mio. EUR. Das in Frankreich veräußerte Gasflaschengeschäft macht einen Absatz von rund [...]* Mio. EUR aufgrund der Veräußerung des Gasflaschengeschäfts von Carboxique aus; d) Veräußerung der Verträge über Flüssigheliumvorkommen von BOC in Russland und Polen gemeinsam mit der entsprechenden Vertriebsstruktur (Transportbehälter). Auf die insgesamt veräußerten Verträge entfallen rund [...]* Mio. Kubikfuß pro Jahr. Bei dem von Air Liquide/BOC in den Vereinigten Staaten gekauften Flüssighelium wird der Zugang auch anderen Herstellern von technischen Gasen (einschließlich bestehender Großhandelskun

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.