Europäische Union

2004/124/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Oktober 2001 über die Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2416 — Tetra Laval/Sidel) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3345)

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Quellenkennung: 32004D0124. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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oher Kapazität ausschalten. Tetra bietet derzeit keine Maschinen in diesem Segment an. Durch den Aufkauf von Sidel würde Tetra als potenzieller Neuanbieter von SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz und als Wettbewerber in anderen PET-Ausrüstungssegmenten entfallen und die führende Gesellschaft im Bereich SBM-Maschinen mit der am weitesten entwickelten Technik und dem umfangreichsten Produktsortiment erwerben. Damit würde Tetra sicherstellen, dass es keine eigene PET-Technik entwickeln muss. 3.1.1.2. SBM-Maschinen mit niedrigem Durchsatz (266) Auf dem Markt für SBM-Maschinen mit niedrigem Durchsatz gibt es erhebliche horizontale Überschneidungen. Die Transaktion würde zu einem gemeinsamen Marktanteil in Höhe von [50-60 %]* ([30-40 %]* für Sidel(113) und [20-30 %]* für Tetra) gemessen an der zwischen 1998-2000 verkauften Maschinenkapazität führen. Die wichtigsten Wettbewerber auf diesem Markt sind ADS mit einem ungefähren Marktanteil von [10-20 %]*, Urola mit [0-10 %]*, Sipa mit [0-10 %]* und SIG mit [0-10 %]*. (267) Tetra bringt vor, dass diese horizontale Überschneidung im unteren Maschinensegment keine Wettbewerbsprobleme mit sich bringen würde: Die Maschinen von Sidel und Tetra in diesem Segment seien nicht zu 100 % austauschbar, da es große Unterschiede in punkto Technik, Preis und Kundenwahrnehmung gebe; die Parteien verfügten über keinen einzigen gemeinsamen Kunden im EWR und beteiligten sich nicht an denselben Ausschreibungen. Das untere Segment sei durch die Präsenz vieler Wettbewerber gekennzeichnet, die auf eine Preiserhöhung durch Tetra/Sidel reagieren und Marktanteile erobern könnten, und Kapazitätsengpässe oder größere Marktzutrittsschranken seien nicht erkennbar. (268) Die Marktuntersuchung und die Analyse der Kommission haben Tetras Behauptungen nur zum Teil bestätigt. Es scheint, dass die SBM-Maschinen von Sidel und Tetra mit niedrigem Durchsatz nicht den höchsten Grad an Austauschbarkeit aufweisen, zumindest was Kundenwahrnehmung, Prestige und technische Qualität anbelangt. Die Marktuntersuchung ergab, dass Sidels Maschinen (die im Gegensatz zu Tetras Maschinen, die die lineare Technik verwenden, mit der Rundlauftechnik arbeiten) bei den Kunden in dem Ruf stehen, komplexer, qualitativ besser und im Allgemeinen teurer zu sein als die Tetras Maschinen(114), die als Einstiegsstufe in den SBM-Maschinenmarkt für einfachere Anwendungen mit marginalen Auswirkungen auf den gesamten SBM-Maschinenmarkt angesehen werden. Entgegen Tetras wiederholter Behauptung, die Parteien würden nicht bei denselben Ausschreibungen aufeinander treffen, hat Sidel seit 1998 in [...]* von [...]* Fällen, bei denen Sidels Angebot nicht erfolgreich war, Tetra als die Gesellschaft identifizieren können, die den Zuschlag erhalten hat. Obgleich unter diesen [...]* Angeboten auch solche sein können, bei denen Sidel vom Kunden nicht einmal zur Teilnahme aufgefordert wurde, deutet die genaue Auflistung der Angebote darauf hin, dass Sidel und Tetra zumindest gelegentlich Angebote für dieselben Kunden abgaben. Es ist daher unzutreffend zu sagen, dass Tetra und Sidel in diesem Segment im EWR überhaupt nicht miteinander konkurrieren. Überdies haben die Parteien zugegeben, dass sie außerhalb des EWR über gemeinsame Kunden für ihr unteres Maschinensegment verfügen. 3.1.1.3. Fazit (269) Hieraus folgt, dass der Markt für SBM-Maschinen mit niedrigem Durchsatz in Folge des Zusammenschlusses eine Konzentration erfahren würde. Während es derzeit keinen einzelnen Anbieter mit einem Marktanteil von über [30-40 %]* gibt, wären Tetra und Sidel nach der Fusion bei weitem der größte Marktteilnehmer mit Marktanteilen um die 60 %. Es würden zwar mehrere Wettbewerber auf dem Markt verbleiben, doch wären ihre Marktanteile mit höchstens [10-20 %]* gering. (270) Nach der Fusion würde Tetra/Sidel sowohl im oberen als auch im unteren Maschinensegment über Marktanteile von [60-70 %]* oder darüber verfügen. Tetra/Sidel wäre mit Abstand die führende Gesellschaft im gesamten SBM-Maschinenspektrum, angefangen bei den einfachsten Maschinen mit niedrigem Durchsatz bis hin zu den leistungsfähigsten und technisch am weitesten entwickelten Maschinen. 3.1.2. Barrieretechniken (271) Wie im Abschnitt über die Marktdefinition dargelegt, gibt es derzeit mehrere verschiedene Barrieretechniken, die eine Lösung für das Sauerstoffbarriereproblem bei PET anbieten. Bereits auf dem Markt befindet sich die Mehrschichttechnik, wobei eine erhebliche Anzahl von Mehrschichtflaschen sowohl durch die Getränkehersteller selbst als auch durch reine Flaschenhersteller hergestellt werden, insbesondere für Saft, FMEs und in begrenztem Umfang auch für Bier. Auch die Plasmatechnik wurde bereits auf dem Markt eingeführt, sie befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium der Vermarktung. Einschichttechniken (verbesserte PET-Harze) sind noch nicht marktgängig, ihre Markteinführung wird jedoch für nächstes Jahr erwartet. (272) Beide Parteien sind auf dem Gebiet der Plasmatechnik tätig. Die Plasmatechnik wird mittels spezieller eigentumsrechtlich geschützter Maschinen in einem separaten Arbeitsgang nach dem Ausblasen der PET-Flaschen angewandt. (273) Sidel hat vor kurzem sein Actis-Sortiment auf den Markt gebracht. Bei Actis handelt es sich um eine Technik auf Kohlenstoffbasis, bei der eine bräunlich getönte Schicht auf der Innenseite der Flasche angebracht wird. Actis arbeitet mit der Rundlauftechnik und kann Geschwindigkeiten von bis zu 10000 Flaschen pro Stunde erreichen. Das Verfahren hat in den USA die Genehmigung durch die FDA (Food and Drug Administration = Nahrungs- und Arzneimittelbehörde) erhalten und befindet sich bereits auf der Stufe der Vermarktung. Entgegen Sidels optimistischen Erwartungen jedoch, die von einem Umsatz von mehreren hundert Actis-Maschinen ausgegangen waren, hat das Unternehmen bis dato [...]* [...]* Maschinen verkauft. Sidel hat außerdem eine weitere Version ihrer Actis-Technik entwickelt, Actis Lite. Bei Actis Lite handelt es sich um eine hellere, fast unsichtbare Gelbfärbung, die sich somit eher für Säfte eignet. (274) Tetra ist bei Plasmabeschichtungen durch ihre Glaskin-Technik und bei der Mehrschichttechnik durch ihre mehrschichtigen, barrierenverbesserten Sealica-Vorformlinge vertreten. Bei Tetras Glaskin handelt es sich um eine klare SiOX-Verbindung, mit der die Innenseite der Flasche beschichtet wird. Die Maschine kann Geschwindigkeiten von bis zu 12000 Flaschen pro Stunde erreichen. Die Technik befindet sich in einer frühen Phase der Vermarktung. Bei Sealica handelt es sich um eine Mehrschichttechnik, bei der mittels des Überspritzungsverfahrens (over-injection method) barrierenverbesserte Vorformlinge produziert werden. Die Vorformlinge werden dann auf herkömmlichen SBM-Maschinen ausgeblasen. Sealica befindet sich ebenfalls in einer frühen Phase der Vermarktung. Tetra hat kürzlich die wirtschaftliche Entscheidung getroffen, Sealica aufzugeben(115). (275) Auf dem Gesamtmarkt für Barrieretechniken ergäbe die Kombination der Techniken der Parteien für das fusionierte Unternehmen einen Marktanteil von zirka [10-20 %]* gemessen an den im Jahr 2000 hergestellten barrierenverbesserten Flaschen. (276) Einige der Marktteilnehmer, die auf die Erhebung der Kommission antworteten, drückten ihre Besorgnis hinsichtlich der Kombination der Plasmatechniken der Parteien aus und äußerten diese auch bei der mündlichen Anhörung. Sie sehen in Plasmabeschichtungen die derzeit am weitesten entwickelte und kostengünstigste verfügbare Barrieretechnik. Ein Marktteilnehmer beispielsweise erklärte im Rahmen der Marktuntersuchung der Kommission, dass Plasma langfristig die einzige kosteneffektive Technik sein werde und die einzige Technik sei, die sich für Hochgeschwindigkeitsanlagen eigne und dabei attraktive finanzielle Konditionen biete. Ein Unternehmen, das auf dem Gebiet der Barrieretechnik tätig ist, erklärte, dass "technisch gesehen die Verpackung von fluessigen Molkereierzeugnissen und Säften in den nächsten zwei bis drei Jahren mit Hilfe der PET-Barrieretechnik möglich sein wird. Da die Kosten mit wachsender Absatzmenge sinken werden, wird es wahrscheinlich eine Zunahme von PET-Behältern auf Kosten der Kartonverpackung geben. Neben der Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit des Produkts wird von der Recycelbarkeit der PET-Behältnisse abhängen, inwieweit PET-Verpackungen auf dem Markt für Milch und Säfte in Einwegpackungen Fuß fassen werden. Die beiden von Sidel und Tetra Laval angebotenen Barrieretechniken sind die einzigen Techniken, die sich innerhalb der bestehenden PET-Strömungen als recycelbar erwiesen haben. Eine Analyse des Kosten-/Leistungsverhältnisses für Säfte/Milch zeigt, dass diese technischen Plattformen die kostengünstigsten und umweltfreundlichsten Lösungen für die PET-Verpackungsindustrie darstellen." (277) Die Wirtschaftlichkeit der Plasmabeschichtungen, insbesondere von Sidels Actis, das bereits auf den Markt gebracht wurde, ist verlockend. Die Kosten einer Actis-Maschine liegen bei [...]* EUR. Dies ist keine große Investition für den Kunden. Sidel berechnet den Anwendern eine Lizenzgebühr für die Nutzung der Maschine. Die Lizenzgebühr ist wichtig, da "sie Sidel ein langfristiges, stabiles Einkommen sichert, das unabhängig vom zyklischen Ertragsstrom aus Maschinenlieferungen fortbesteht."(116) "... Wenn Actis erfolgreich ist, müsste aus den Lizenzerträgen für die fest installierten Maschinen ein stetiger, rentabler Einkommensstrom erzeugt werden. Modell hierfür könnte ... die keimfreie Kartonverpackungsindustrie sein, ... in der Maschinen mit geringer (oder sogar ohne) Gewinnmarge an die Kunden verkauft werden. Die Gewinne ergeben sich dann aus den langfristigen Serviceleistungs- oder Materiallieferverträgen, die an den ursprünglichen Maschinenverkauf gebunden sind."(117) (278) Einige Marktteilnehmer bestätigten jedoch die Auffassung der Parteien, wonach Plasmabeschichtungen auch erhebliche Nachteile hätten, da die Entwicklung noch immer nicht abgeschlossen sei und nach wie vor erhebliche technische Probleme mit sich bringe, wie z. B. das Abblättern unter Wärmeeinwirkung. Sidels Actis-Technik hat außerdem den technischen Nachteil, dass sie mit Pigmentierungen arbeitet (dunkelbraun), was sie zwar für Bierflaschen, nicht jedoch für andere Anwendungen geeignet macht. (279) Die Parteien haben wiederholt hervorgehoben, dass eine Kombination der Actis-Maschine von Sidel mit Tetras Glaskin-Plasma (das durchsichtig ist) nicht möglich sei und dass folglich eine Kombination der Techniken der Parteien nicht zu einer verbesserten "siegreichen" Plasmabarriere führen würde. Aufgrund der technischen Komplexität dieses Marktes war weder eine Bestätigung noch die Führung eines Gegenbeweises zu dieser Behauptung möglich. (280) Auf einem anderen Plasmamarkt sind die Parteien die beiden größten Akteure, aber nach wie vor der Konkurrenz vor allem durch Krones/Coca Cola (mit einer bereits etablierten Technik, Bestpet) und andere Wettbewerber ausgesetzt, die dabei sind, in diesen Markt von außerhalb des EWR einzudringen. Tetra erbrachte in ihrer Mitteilung der Beschwerdepunkte den Nachweis, dass [...]* über ein Plasmabarriereverfahren in der Versuchsphase und ein anderes Unternehmen, [...]*, über eine patentierte Technik auf Plasmabasis verfügt. (281) Schließlich besteht in der Branche die weitverbreitete Ansicht, dass die Entwicklung eines verbesserten einschichtigen PET letztlich die siegreiche Technik wäre. Dieses verbesserte Harz würde zur Herstellung von Standard-Vorformlingen verwendet, die die erforderlichen Barriereeigenschaften bereits enthielten und in herkömmlichen SBM-Maschinen ausgeblasen werden könnten. Die Marktuntersuchung der Kommission hat bestätigt, dass einschichtige Techniken sowohl aus technischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht besonderes attraktiv wären. Die Untersuchung hat ergeben, dass solche Techniken wahrscheinlich in naher Zukunft auf den Markt kommen werden. Fazit (282) Hieraus folgt, dass sich durch die Verbindung der Plasma- und Mehrschichttechniken der Parteien die Stellung des fusionierten Unternehmens auf dem Markt für Barrieretechniken erheblich verbessern würde (das fusionierte Unternehmen würde über zwei fortschrittliche und anpassungsfähige Plasmatechniken verfügen), jedoch nicht in dem Maße, dass dadurch eine beherrschende Stellung auf dem Gebiet der Barrieretechnik entstuende. 3.1.3. Keimfreie Abfuellmaschinen (283) Sowohl Tetra als auch Sidel stellen keimfreie PET-Abfuellmaschinen her; es besteht daher eine direkte horizontale Überschneidung zwischen den Aktivitäten der Parteien innerhalb dieses Marktes. (284) Tetra legte den Grundstein zu ihrem PET-Abfuellmaschinengeschäft 1999 durch den Kauf der entsprechenden Technik von einer italienischen Maschinenbaugesellschaft. Die Maschinen werden in Italien hergestellt; der Verkauf der Maschinen erfolgt über die allgemeinen Vertriebskanäle von Tetra in den einzelnen Ländern, die teilweise über Mitarbeiter verfügen, die sich auf Abfuellmaschinen für Plastikflaschen spezialisiert haben. Tetras keimfreie PET-Abfuellmaschine, die RFA-40, kann für Flaschen von 0,2 bis 1,5 Litern verwendet werden und hat einen Durchsatz von 12000 Flaschen pro Stunde. Die RFA-40 ist eher für Getränke mit hohem Säuregehalt (Säfte) geeignet, wurde jedoch in Asien auch für die Abfuellung von Teegetränken mit niedrigem Säuregehalt erfolgreich eingesetzt. Tetra zufolge ist die RFA-40 nicht für die Abfuellung von FMEs geeignet. Tetra hat im EWR [...]* Maschinen verkauft und erwirtschaftete im Jahr 2000 im EWR einen Umsatz von zirka [...]*. Weltweit sind [...]* Maschinen installiert. (285) Sidel betätigt sich auf dem Gebiet keimfreier PET-Abfuellmaschinen über seine Tochtergesellschaft Rémy, einem führenden Unternehmen im Bereich keimfreie PET-Technik mit Sitz in Frankreich (Octeville-sur-Mer). Rémy war eines der ersten auf dem Markt der keimfreien PET-Abfuellung operierenden Unternehmen, ist dort fest etabliert und profitiert von einem ausgezeichneten Ruf und einem ausgezeichneten Markenimage. Rémy wurde im Jahr 2000 in Sidels zentrales Vertriebsnetz für SBM-Maschinen integriert. In den letzten drei Jahren hat Sidel im EWR [...]* keimfreie Abfuellmaschinen verkauft. Außerdem hat Sidel eine keimfreie Kombi-Maschine, die Kombi SRA, auf den Markt gebracht, die die Verfahren des Ausblasens, der Abfuellung und des Verschlusses einer PET-Flasche in einer einzigen Maschine vereint. Sidel hat im Jahr 2001 im EWR [...]* keimfreie Kombi-Maschinen verkauft. (286) Bei der keimfreien PET-Abfuellung handelt es sich um eine relativ neue Technik, die den Parteien zufolge im EWR nunmehr in eine Phase rapiden Wachstums eingetreten ist. In der Anmeldung erklärte Tetra, dass die Gesamtanzahl der installierten keimfreien PET-Abfuellmaschinen im EWR im Jahr 2000 bei [40-50]* Maschinen gelegen habe. Der Anmeldung zufolge hat die Zahl der installierten Maschinen deutlich zugenommen, im Zeitraum 1997-2000 um [70-80 %]*. Es werde mit einem jährlichen Zuwachs von [20-30 %]* gerechnet. Auf dem Markt für keimfreie PET-Abfuellung sind mehrere Unternehmen tätig, die wichtigsten sind (außer den Parteien) Procomac, Serac und Krones. (287) Angesichts der geringen Größe des Marktes (nur [40-50]* installierte Maschinen im EWR) kann die Berechnung von Marktanteilen auf Grundlage des Jahresumsatzes irreführend sein. Tetra hat eine Berechnung der Marktanteile anhand der installierten Maschinen und des durchschnittlichen Umsatzes zwischen 1998 und 2000 vorgeschlagen. (288) Den in der Anmeldung vorgelegten Daten zufolge lag Tetras Anteil an der installierten Basis im EWR nach Kapazitäten bei [0-10 %]* und Sidels Anteil bei [10-20 %]*. Das fusionierte Unternehmen hätte damit einen Marktanteil von [20-30 %]* gemessen an der installierten Basis (sowie von [10-20 %]* gemessen am Absatzvolumen zwischen 1998 und 2000). Procomacs Anteil liegt bei [30-40 %]* der installierten Basis, Seracs Anteil bei [10-20 %]* und der von Krones bei [10-20 %]*. Am Umsatz zwischen 1998 und 2000 haben die Wettbewerber einen Anteil von jeweils [30-40 %]*, [0-10 %]* und [30-40 %]*. Tetra zufolge sind seit 1998 mehrere Neuanbieter auf den Markt vorgedrungen, die fast [40-50 %]* der Neuverkäufe zwischen 1998 und 2000 für sich verbuchen konnten. (289) Obgleich die Kommission die Tatsache anerkennt, dass gemessen an der Zahl der nach 1998 verkauften Maschinen neue Teilnehmer auf den Markt vorgedrungen sind, ist die Anzahl sämtlicher verkaufter Maschinen so gering, dass den anhand der Jahresumsätze errechneten Marktanteilen schwerlich eine besondere Bedeutung zuzumessen ist(118). Zu beachten ist ferner, dass Sidels Kombi-Maschine, die ein besonders innovatives Produkt darstellt, erst vor kurzem auf den Markt gebracht wurde und sich noch nicht voll auf den Markt hat auswirken können. Überdies drückt Tetra in internen Dokumenten, die der Kommission zusammen mit der Anmeldung vorgelegt wurden, die Ansicht aus, der Markt für keimfreie Abfuellmaschinen sei noch immer stark aufgefächert und weise keinen eindeutig etablierten Marktführer auf. [...]*(119). (290) Die Kommission kommt daher zu dem Ergebnis, dass das fusionierte Unternehmen über eine starke Stellung bei keimfreien PET-Abfuellmaschinen verfügen würde, da es mit [30-40 %]* der installierten Basis, seinem führenden Know-how in der keimfreien PET-Abfuelltechnik, seinem hohen Markenimage und seinem internationalen Vertriebssystem eines der drei größten im Bereich keimfreie PET-Abfuellmaschinen operierenden Unternehmen wäre. 3.2. Vertikale Folgen (291) Die Fusion hätte auch erhebliche vertikale Folgen. Sie würde zur vertikalen Integration der fusionierten Einheit in drei Verpackungssystemen führen (Karton, PET und HDPE) und könnte den vertikalen Wettbewerbsausschluss unabhängiger Flaschenhersteller nach sich ziehen. (292) Die Fusion würde zu einer Marktstruktur führen, bei der unabhängige Flaschenhersteller auf folgende Weise vom Markt ausgeschlossen werden könnten: i) die fusionierte Einheit wäre das einzige Unternehmen mit einer vertikalen Integration bei der Verpackung von Flüssignahrungsmitteln in Karton (Kartonverpackungsmaschinen und Kartonrollen), in HDPE (EBM-Maschinen und HDPE-Flaschen) und in PET (SBM-Maschinen, Barrieretechnik, keimfreie Abfueller, Vorformlinge und Flaschen); ii) die duale Stellung der fusionierten Einheit als Zulieferer und Wettbewerber von Flaschenherstellern würde wahrscheinlich auf dem Markt einen Versorgungskonflikt ("channel-conflict") auslösen. Unter Ausnutzung ihrer starken Marktstellung als Lieferant von SBM-Maschinen an Flaschenhersteller, die in gewissem Umfang von Sidel abhängig sind, könnte das Unternehmen nach der Fusion in der Lage sein, die Kosten der Flaschenhersteller anzuheben und sie damit als Anbieter von Vorformlingen und schlüsselfertigen Installationen an den Rand des Marktes zu drängen. Tetra/Sidel könnte möglicherweise analog zu Tetras erfolgreicher Geschäftsstrategie bei Karton SBM-Maschinen und Vorformlinge zusammen anbieten, d. h. die SBM-Maschinen zu einem niedrigen Preis abgeben und die Kosten durch langfristige Kopplungsverträge über die Lieferung von herkömmlichen und barriereverbesserten Vorformlingen wieder hereinholen. Das fusionierte Unternehmen könnte außerdem seinen Kunden schlüsselfertige Installationen unter Umgehung von Flaschenherstellern anbieten. 3.2.1. Vertikale Integration der fusionierten Einheit bei Karton, PET und HDPE (293) Sidel ist kein vertikal integriertes Unternehmen, sondern lediglich ein Ausrüstungshersteller, der Sondermaschinen liefert, die von Verpackungsgesellschaften zur Herstellung leerer PET-Flaschen (SBM-Maschinen) und HDPE-Flaschen (EBM-Maschinen) sowie zur Abfuellung der Flaschen mit Flüssigkeiten (keimfreie und nicht keimfreie PET- und HDPE-Abfuellmaschinen) verwendet werden. Sidel stellt keine Verbrauchsgüter (Vorformlinge) oder fertige Flaschen her. Sämtliche PET-Ausrüstungsanbieter (auch die Sidel- Hauptwettbewerber Sipa, SIG und Krones) verfahren nach demselben Unternehmenskonzept mit überwiegender Konzentration auf die Ausrüstung und nicht auf vertikal integrierte Angebote. Das bedeutet nicht, dass Ausrüstungshersteller keine Komplettanlagen schlüsselfertig anbieten; sie tun dies auf Anfrage ihrer Kunden sogar in zunehmendem Maße. Die Parteien schätzen (und dies wurde durch die Marktuntersuchung bestätigt), dass [20-30 %]* des Umsatzes auf schlüsselfertige Komplettanlagen entfallen. Komplettanlagen umfassen jedoch nur Ausrüstungsgüter wie SBM-Maschinen (und Gussformen), Abfuellmaschinen, Förderbänder, Etikettiermaschinen usw. Verbrauchsgüter wie Vorformlinge sind nicht Teil des Angebots. Anbieter von PET-Ausrüstungsgütern sind auf dem nachgeordneten Verpackungsmarkt nicht tätig, d. h. sie verkaufen keine fertigen Flaschen. (294) Infolge der Marktstruktur nehmen unabhängige Anbieter (Flaschenhersteller) auf dem Markt eine Sonderstellung ein. Flaschenhersteller kaufen SBM-Maschinen und Gussformen von Ausrüstungsanbietern (hauptsächlich von Sidel) und verwenden sie zur Herstellung leerer PET- und HDPE-Flaschen, die sie anschließend an ihre Kunden, die Getränkehersteller, verkaufen. Sie stellen auch Vorformlinge her, die sie an Getränkehersteller verkaufen, die über hauseigene Anlagen verfügen. Der Verkauf von Vorformlingen macht das Hauptgeschäft der unabhängigen Flaschenhersteller aus. Diese Branchenstruktur hat es den Getränkeherstellern ermöglicht, ihren Verpackungsbedarf durch eine Vielzahl von Quellen zu decken, indem sie ihre Ausrüstung von verschiedenen Anbietern oder bisweilen auch fertige Flaschen von Flaschenherstellern kaufen. (295) Im Gegensatz dazu ist Tetra eine vertikal integrierte Gesellschaft. Tatsächlich ist Tetra das "einzige Unternehmen auf der Welt, das der Lebensmittelindustrie einen 'One-Stop-Shop' für Verfahrens- und Verpackungsausrüstung anbieten kann."(120) Tetra liefert sowohl Prozess- und Verpackungsmaschinen als auch Verpackungen (das Kartonmaterial in Rollen oder PET-Vorformlinge und fertige Flaschen). Tetras vorgeschaltete (Vorformlinge) und nachgeordnete Aktivitäten (Verpackungen oder fertige Flaschen) werden im Folgenden dargestellt. 3.2.1.1. Kartonverpackungen (296) Hier ist Tetra Marktführer mit einem Marktanteil im Bereich von 80 % bei keimfreien und 50 % bei nicht keimfreien Kartonverpackungen. Tetra verfolgt ein Unternehmenskonzept, bei dem den Kunden integrierte Lösungen für Maschinen und Kartons (Rollen oder Rohlinge) angeboten werden. 3.2.1.2. HDPE-Flaschen (297) Tetra liefert fertige HDPE-Flaschen hauptsächlich an Molkereien in Großbritannien. Diese Flaschen dienen zur nicht keimfreien Abfuellung von pasteurisierter und länger haltbarer Milch (ESL milk = extended shelf life milk)(121). Sidel betätigt sich als Anbieter von EBM-Maschinen, jedoch nicht als nachgeordneter Anbieter von HDPE-Flaschen. Auf diesem nachgeordneten Markt fungiert Tetra als ein "converter". Tetras Flaschen werden im Rahmen sogenannter "Hole-through-the-wall"-Vereinbarungen geliefert. Tetra produziert die Flaschen unter Verwendung von Maschinen der Graham Engineering Corporation [...]*. Tetras Marktanteil auf diesem nachgeordneten Markt der Versorgung mit nicht keimfreien HDPE-Flaschen in Großbritannien liegt bei [20-30 %]* (der Marktführer ist Nampack, ein Konverter, mit einem Marktanteil von [60-70 %]*). Seit kurzem bietet Tetra auch in Belgien HDPE-Flaschen an. Die Marktuntersuchung der Kommission hat ergeben, dass zwischen Tetra und Graham Engineering eine [...]*-Vereinbarung bezüglich der Verwendung der EBM-Maschinen von Graham Engineering im EWR besteht. Dritte äußerten die Sorge, dass Sidels Stellung bei EBM-Maschinen in Verbindung mit der Stellung von Tetra/Graham zu Wettbewerbsproblemen führen könnte, da Tetra/Sidel nach der Fusion im EWR über eine sehr starke Stellung auf dem Markt für EBM-Maschinen verfügen würde(122). 3.2.1.3. PET-Vorformlinge, Flaschen und Plastikverschlüsse (298) Tetra ist der weltwe

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.