Europäische Union

2004/124/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Oktober 2001 über die Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2416 — Tetra Laval/Sidel) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3345)

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Quellenkennung: 32004D0124. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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ls führende Marktstellung bei SBM-Maschinen (232) Sidel konzipiert und produziert Verpackungssysteme, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Plastikverpackungen liegt. Die Märkte, auf denen Sidel tätig ist, sind Massenverbrauchsgüter; sie reichen von Getränken (Wasser, Fruchtsäfte, isotonische Getränke und Bier), Nahrungsmitteln wie Milch, Speiseöle und Soßen bis hin zu pharmazeutischen Produkten und Kosmetika (Shampoo, Kosmetikcremes und Zahnpasta)(106). (233) Sidel stellt sowohl Maschinen mit niedrigem als auch mit hohem Durchsatz her. Bei SBM-Maschinen mit niedrigem Durchsatz hatte Sidel der anmeldenden Partei zufolge im EWR im Jahr 2000 sowohl gemessen an den Kapazitäten als auch an den verkauften Einheiten einen Marktanteil von [30-40 %]*. Der zweitgrößte Marktteilnehmer war Tetra mit einem Marktanteil von [20-30 %]*, der jedoch mit Maschinen von geringerer Qualität erzielt wurde, die eher die lineare und nicht die kompliziertere Rotationstechnik verwenden, wie sie in Sidel-Maschinen zum Einsatz kommt. Andere Wettbewerber sind weitaus kleiner; zu ihnen gehört ADS mit einem Marktanteil von zirka [10-20 %]*, Urola mit [0-10 %]*, Sipa mit [0-10 %]* und SIG mit [0-10 %]*. Zu beachten ist auch, dass es sich bei Sidels Maschinen mit niedrigem Durchsatz um die qualitativ höherwertigen Rotationsmaschinen handelt. Sidels Marktanteil bei Rotationsmaschinen mit niedrigem Durchsatz liegt nach Angaben von Sidel bei [über 70 %]*. (234) Bei SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz erfreut sich Sidel sogar einer noch stärkeren Stellung. Sidel war mehr als 10 Jahre lang Vorreiterin und Weltmarktführerin bei der Herstellung von SBM-Maschinen; ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf SBM-Maschinen der Spitzenklasse mit hoher Kapazität. Dies hat unabhängige Analysten von BNP Paribas zu der Aussage veranlasst, dass "Sidel-Maschinen zum Branchenstandard geworden sind" und dass "Sidel nahezu über ein Monopol im gewinnträchtigen oberen Qualitätssegment verfügt."(107) In den Anhängen zur Anmeldung erklärt Tetra, dass "Sidel eine sehr starke Stellung im oberen Qualitätssegment mit hohen Gewinnspannen genießt. Diese Stellung wird durch Sidels Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, ihr weltweites Servicenetzwerk und durch den von ihr gesetzten Branchenstandard untermauert." (235) Von Sidel vorgelegten Daten zufolge belief sich der Marktanteil des Unternehmens in einzelnen Endverwendungssegmenten gemessen an den installierten Kapazitäten im Zeitraum von 1995-2000 auf [30-40 %]* bei Frischmilch, [60-70 %]* bei H-Milch (aromatisiert), [60-70 %]* bei FMEs insgesamt, [70-80]* % bei nicht keimfrei verpackten Säften (einschließlich Heißabfuellung), 50-60 % bei keimfreien Säften und [60-70 %]* bei Säften insgesamt. (236) 1999 machten Sidels SBM-Maschinen (sowohl mit niedrigem als auch mit hohem Durchsatz) [60-70 %]* der weltweit installierten und [60-70 %]* der in Europa installierten Ausrüstungen aus. Mehr als eine von zwei PET-Flaschen wurde mit Sidel-Maschinen hergestellt. Auf dem Markt für SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz (d. h. Maschinen, die mehr als 8000 Flaschen pro Stunde produzieren) ist Sidel klare Marktführerin, eine Stellung, die nicht nur durch Sidels hohen Marktanteil dokumentiert wird, sondern auch durch einige spezifische Stärken, über die das Unternehmen verfügt und die nachstehend näher erläutert werden sollen. (237) Bei SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz verfügte Sidel im Jahr 2000 im EWR über einen Marktanteil von [60-70 %]* (auf der Grundlage der vorhandenen Kapazitäten) und [60-70 %]* (auf der Grundlage der verkauften Einheiten). Im Vergleich zu SBM-Maschinen mit niedrigem Durchsatz, wo eine weniger komplizierte Technik zum Einsatz kommt, ist die Anzahl der Wettbewerber sehr begrenzt: es gibt nur drei auf diesem Markt tätige Wettbewerber. Gemessen am Marktanteil haben sämtliche Wettbewerber von Sidel eine weitaus schwächere Stellung. Krones hat einen Marktanteil von zirka [10-20 %]*, SIG von [10-20 %]* und Sipa von [0-10 %]*. Tetra behauptet, dass historische Marktanteile kein verlässlicher Indikator für den künftigen Erfolg auf dem Markt seien, da sämtliche SBM-Maschinenbestellungen aufgrund von Ausschreibungen getätigt würden. Solange es jedoch keinen spezifischen Anhaltspunkt dafür gibt, dass das vergangene Schema die gegenwärtige Situation nicht mehr wiedergibt, ist die Annahme zulässig, dass der Marktanteil eines Herstellers zumindest einen Hinweis auf seine Stärke darstellt. (238) Offenbar hat Sidel seit 1998 etwa [10-20 %]* seines Anteils am Markt für Maschinen mit hohem Durchsatz eingebüßt, dagegen nur [0-10 %]* seines Anteils am Markt für Maschinen mit niedrigem Durchsatz. Dieser Verlust von Marktanteilen wurde dem Wettbewerbsdruck seitens SIG, Krones und Sipa zugeschrieben, wobei kein einzelner dieser Wettbewerber konsequent an Marktanteilen zugelegt hat. (239) Im Zeitraum 1998-2000 erlebte das Unternehmen in einigen Regionen Einbußen. Weil man bei Sidel jedoch stark in Forschung und Entwicklung investierte, konnten 1999 beispielsweise die Markteinführungen der Actis-Barrieretechnik und der keimfreien Kombi-Techniken erfolgen. Mit diesen Techniken visierte Sidel die "empfindlichen" Produktsegmente (Bier, Milch und Fruchtsaft) an und versprach sich davon eine Zunahme von etwa [...]* Verpackungseinheiten bei einem potenziellen Volumen von 300 Mrd. Einheiten für kohlensäurehaltige und kohlensäurefreie Flüssigkeiten. Dies spiegelt sich auch in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im selben Jahr wider, die bei etwa 39,3 Mio. EUR - das sind zirka 4,5 % des Umsatzes von Sidel - lagen. Durch diese Investitionen konnte Sidel an Marktanteil bei Komplettverpackungsanlagen hinzugewinnen und sich neue Märkte bei Molkereierzeugnissen, Fruchtsaft und Bier erschließen(108). (240) Tetra hat argumentiert, dass die Kommission Sidels Marktanteile übertrieben dargestellt habe. Dies ist jedoch nicht zutreffend. Die Marktuntersuchung und die Analyse der Kommission haben bestätigt, dass Sidel über Marktanteile im Bereich von [mehr als 50 %]* verfügt. Sidel neuesten Schätzungen zufolge ist sein Marktanteil weiterhin sehr hoch: er liegt im Bereich von [60-70 %]* gemessen am Umsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres 2001 und bei [50-60 %]* gemessen an den installierten Anlagen. (241) Die Marktuntersuchung der Kommission hat außerdem bestätigt, dass im SBM-Maschinensegment hohe Gewinnspannen erzielt werden. Ausgehend von den von Sidel und seinen Wirtschaftsberatern vorgelegten Zahlen konnte das Unternehmen in den letzten drei Jahren bei seinen SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz Gewinnspannen in Höhe von zirka [...]* erzielen. In ihrer Antwort behauptet Tetra, dass die Gewinnspannen von Sidel in den vergangenen vier Jahren um [...]* Prozentpunkte zurückgegangen seien und dass ferner Bruttogewinnspannen in dieser Höhe alles andere als ungewöhnlich, sondern vielmehr notwendig seien, um die riskanten Forschungs- und Entwicklungskosten wieder hereinzubringen und um Personal- und sonstige Kosten zu decken. Die Analyse der Kommission zeigt jedoch, dass die Gewinnspannen von Sidel für die Branche vergleichsweise hoch sind. Der Unterschied zwischen den niedrigeren Gewinnspannen im wettbewerbsintensiveren Markt für Maschinen mit niedrigem Durchsatz und die höheren Gewinnspannen im konzentrierteren Markt für Maschinen mit hohem Durchsatz zeugen gewisserweise von Sidels Marktmacht auf dem Markt für Maschinen mit hohem Durchsatz. (242) Sidel wird von sehr vielen Kunden nach wie vor als das Unternehmen angesehen, das die besten SBM-Maschinen in Bezug auf Qualität und technische Unterstützung, Verlässlichkeit, Flexibilität, Langlebigkeit und pünktliche Lieferung anzubieten hat. Dies hat einige der größten Kunden dazu veranlasst, fast ausschließlich Sidel-Maschinen zu kaufen. Sidel ist außerdem das einzige Unternehmen, das einige ganz bestimmte Maschinentypen herstellt, wie z. B. Maschinen mit extrem hoher Kapazität (50000 bph). (243) Überdies entfällt ein wesentlicher Anteil des SBM-Maschinenumsatzes von Sidel (zirka [...]*) auf Komplettabfuellanlagen. Um der steigenden Nachfrage seitens der Kunden nach integrierten Serviceleistungen gerecht zu werden, kann Sidel ihren Kunden Serviceleistungen in großem Umfang anbieten. Dazu gehören: umfassende Kenntnisse beim Entwurf der Grundform der Verpackung (Shapes Design Department, Moulds Design Department, Blowing Test Center), automatisierte Systeme zur Kontrolle der Mischung von Produktzutaten (Guérin) zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit, Blasmaschinen erster Güte, innovative Abfuellverfahren (Kombi), Produktablaufmanagement-Lösungen (Gebo), die sich vom Entwurf bis zur Ablieferung eines schlüsselfertigen Systems einschließlich Steuerung der Außenverpackung und Palettierung erstrecken. (244) Sidel verfügt weltweit über ein Netzwerk von 25 Serviceorganisationen. Jährlich bietet Sidel seinen Kunden 12000 Schulungsstunden in sieben Schulungszentren in aller Welt an. Im Jahr 1999 machten Servicedienstleistungen 19 %, Maschinen 63 % und Komplettanlagen 18 % des Gesamtumsatzes von Sidel aus(109). (245) In ihrer Antwort(110) und bei der mündlichen Anhörung machte Tetra nachdrücklich geltend, dass Sidel im oberen Maschinensegment einem starken Wettbewerbsdruck seitens ihrer drei Wettbewerber ausgesetzt und daher nicht so stark sei, dass die Kommission daraus den Schluss ziehen könnte, Sidel könne unabhängig von seinen Wettbewerbern und Kunden handeln. Sidel nehme daher keine beherrschende Stellung bei SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz ein. Insbesondere argumentierte Tetra, dass der Markt für SBM-Maschinen mit hoher Kapazität durch Innovations- und Imitationszyklen gekennzeichnet sei. In der Branche gebe es keine bedeutenden Patente und den Wettbewerbern sei es in der Vergangenheit gelungen, die Maschinen von Sidel zu kopieren. Viele der Innovationen von Sidel würden innerhalb von 2 bis 3 Jahren nach ihrer Verkaufsreife nachgebaut. Die drei Wettbewerber von Sidel im oberen Maschinensegment könnten mit Sidel konkurrieren, da sie ähnliche Maschinen mit demselben Durchsatz anbieten können, ausgenommen die Spitzenmaschinen mit einem Ausstoß von 50000 Flaschen pro Stunde. Tetra legte einen Vergleich zwischen den Maschinen und Servicedienstleistungen von Sidel und denen ihrer Wettbewerber vor und kam zu dem Schluss, dass sich die drei größten Rivalen von Sidel - SIG, Krones und SIPA - in jeder Hinsicht, einschließlich Maschinenleistung und Service, mit Sidel messen können. Die Behauptungen der anmeldenden Partei wurden jedoch durch die Marktuntersuchung nicht bestätigt. Bei der mündlichen Anhörung hatte Tetra z. B. behauptet, dass SIPA Heißabfuell- und Weithals-Maschinen anbieten könne; dies trifft jedoch nicht zu. Tetra spielte auch Sidels Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen herunter. Die Kommission fand jedoch heraus, dass Sidel 1998 [...]* für Forschung und Entwicklung ausgegeben hatte, womit das Unternehmen, nach Worten ihres Vorstandsvorsitzenden, Herrn Olivier, "unsere Wettbewerber sehr weit hinter sich lässt."(111) (246) Die Kommission stimmt mit Tetra darin überein, dass Sidel bei SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz keine beherrschende Stellung innehat. Sie ist jedoch zu dem Schluss gelangt, dass die Stellung von Sidel bei SBM-Maschinen im oberen Segment eine sehr starke ist und dass das Unternehmen auf diesem Gebiet im EWR und weltweit führend ist. Sidels Maschinen sind technisch gesehen auf dem neuesten Stand und genießen auf dem Markt einen hervorragenden Ruf; daran besteht nach wie vor kein Zweifel, wie die Marktuntersuchung der Kommission ergab. Kunden von Sidel bestätigten auf Anfrage, dass Sidel seinen Wettbewerbern in punkto Qualität seines Maschinenangebots, Testmöglichkeiten, Fehlerkorrektur, Flaschendesign und Erfahrungsschatz voraus sei. (247) Technische Zugangsbarrieren auf den Markt für Maschinen im oberen Segment sind für kleinere Unternehmen, die sich im unteren Maschinensegment betätigen, nach wie vor unüberwindbar. Sidel ist noch immer der einzige Anbieter bestimmter Maschinentypen, z. B. von Maschinen mit einem Ausstoß von 50000 bph. Schließlich zeigt sich Sidels führende Stellung im SBM-Maschinenmarkt auch an seinem Marktanteil im Vergleich mit seinen Wettbewerbern (Sidel [60-70 %]*, größter Wettbewerber im oberen Maschinensegment [10-20 %]*, Sidel ist das größte Unternehmen im unteren Segment mit einem Marktanteil im Bereich von [über 30 %]*, [über 70 %]* bei Rotationsmaschinen mit niedrigem Durchsatz sowie [60-70 %]* bei Addition der Märkte für SBM-Maschinen mit hohem und mit niedrigem Durchsatz). Die Kombination dieser Faktoren deutet ebenfalls auf Sidels führende Stellung bei SBM-Maschinen hin. (248) Hieraus folgt, dass Sidel eine führende, jedoch nicht beherrschende Stellung bei SBM-Maschinen im unteren und oberen Segment einnimmt. Sidel ist das einzige Unternehmen, das das gesamte Spektrum von SBM-Maschinen vom niedrigsten bis zum höchsten Durchsatz anbieten kann, wobei in diesen Maschinen jeweils die führende Rotationstechnik zum Einsatz kommt. 2.2. Sidels umfassende Erfahrung auf dem Gebiet der keimfreien und nicht keimfreien PET-Abfuellung und die innovativen Kombi-Maschinen (249) Die effektive Steuerung von Abfuellvorgängen in Kombination mit dem Blasformverfahren ist besonders bei "empfindlichen" Produkten wie Milch und Fruchtsaft von Bedeutung, wo ein sauberes bzw. ultrasauberes Verpackungsverfahren gewährleistet sein muss. (250) Sidel stellt sowohl keimfreie (Rémy) als auch nicht keimfreie (Alsim, Girondine) Abfuellmaschinen her. Bei der keimfreien PET-Abfuellung handelt es sich um eine relativ neue Technik, die derzeit ein rapides Wachstum erlebt. Den von Tetra vorgelegten Informationen zufolge nahm die Nachfrage nach keimfreien PET-Abfuellmaschinen in Italien und Frankreich ihren Ausgang, ist jedoch in den vergangenen drei Jahren auch in anderen Ländern des EWR gestiegen. Das Gesamtvolumen an installierten keimfreien PET-Abfuellmaschinen hat zwischen 1998-2000 um [70-80 %]* zugenommen (von [...]* Maschinen auf [...]* Maschinen), wovon [30-40 %]* allein auf das Jahr 2000 entfielen. Für die nächsten Jahre geht man von einem weiteren Marktwachstum um [20-30 %]* jährlich aus, wobei in den Ländern mit einem derzeit noch geringen Anteil an keimfreien Abfuellmaschinen mit einem besonders starken Wachstum gerechnet wird. (251) Rémy, 1999 von Sidel übernommen, war einer der ersten Hersteller keimfreier PET-Abfuellmaschinen und außerdem führend bei der keimfreien PET-Technik. Vor 1998 waren nur vier große Anbieter auf diesem Markt tätig: Procomac ([30-40 %]*), Serac ([20-30 %]*), Sidel/Rémy ([30-40 %]*) und Tetra ([0-10 %]*). Zwischen 1998 und 2000 konnten fünf Marktneulinge erfolgreich auf dem Markt Fuß fassen (Krones, SIG, KHS-Kloeckner, Stork und GEA); sie halten zusammen bei der keimfreien PET-Abfuellung einen Marktanteil von [40-50 %]*. (252) Im Jahr 2000 lag Sidels Marktanteil ausgehend von den im EWR installierten Maschinen bei [20-30 %]* (Anzahl der Maschinen) bzw. [10-20 %]* (Flaschen pro Stunde). Der Marktanteil ist niedriger [0-10 %]*, wenn man sich an Sidels Umsatz an keimfreien PET-Abfuellmaschinen im Zeitraum 1998-2000 orientiert (eine Maschine). Im selben Jahr betrug der Marktanteil von Procomac zirka [30-40 %]*, von Krones [20-30 %]*, von Tetra [10-20 %]*, von SIG [10-20 %]* sowie von KHS-Kloeckner, Stork und GEA jeweils [0-10 %]*. (253) Tetra schätzt, dass sich die durchschnittliche Abfuellgeschwindigkeit der von KHS-Kloeckner, Stork und GE sowie seit neuestem von Sidel verkauften Maschinen im Bereich von 12000-13000 bph bewegt. Die von Procomac (12000-20000 bph) und Krones (20000 bph) verkauften Maschinen sind schneller, nur die SIG-Maschinen sollen langsamer sein (6000 bph). Aus Informationen von Sidel geht jedoch hervor, dass Sidels ultrasaubere und keimfreie PET-Abfuelltechnik mit Hilfe des sog. Flowmeter Feeding(112) Spitzengeschwindigkeiten von bis zu [...]* (fermentierte Milch, 100 ml), [...]* (pasteurisierte Vollmilch, 1 l) und [...]* (Orangensaft mit Fruchtfleisch, 1 l) erlaubt. Das Flowmeter Feeding ermöglicht eine Abfuellung ohne Düsen-/Verpackungskontakt, wodurch sich das Kontaminationsrisiko verringert. (254) Sidels Technik der keimfreien Abfuellung erfuhr 1999 eine weitere Verbesserung durch den Durchbruch von Sidels innovativer Kombi-Technik, die eine integrierte Lösung von Blasverfahren, Abfuellung und Verschluss einer PET-Flasche in einer einzigen Maschine bietet. Diese innovative Technik verfährt bei der Herstellung von PET-Flaschen nach einem ähnlichen Muster wie die traditionellen keimfreien Kartonverpackungsmaschinen. Im Vergleich zu einer aus einer SBM-Maschine und einer Abfuellmaschine bestehenden Anlage bietet die Kombi-Maschine für die Kunden den Vorteil eines geringeren Platzverbrauchs und geringerer Kosten. Insbesondere die für "empfindliche" Produkte wie Säfte und fluessige Molkereierzeugnisse entwickelten Maschinentypen Kombi SRU (nicht keimfrei, ultrasauber) und SRA (keimfrei) bieten Getränkeherstellern die Möglichkeit, "empfindliche" Produkte in einer einzigen Maschine bei gleichzeitiger Verringerung des Kontaminationsrisikos in PET-Flaschen abzufuellen. Die Kombi SRU, eine Kombi-Maschine, die in einer ultrasauberen, jedoch nicht keimfreien Umgebung arbeitet, verfügt über eine Kapazität von [...]* ([...]* Formvorgängen), [...]* ([...]* Formvorgängen) bis zu [...]* ([...]* Formvorgängen). Der Umsatz an Kombi-Maschinen hat sich von [...]* im Jahr 1998 auf [...]* im Jahr 1999 erhöht. Sidel hat [...]* Kombi-Maschinen im EWR verkauft. Außerdem hat Sidel eine vollständig keimfreie Kombi-Maschine entwickelt, die Kombi SRA, die im EWR bereits auf den Markt gebracht wurde und in der keimfreien Abfuellung von Säften und Molkereierzeugnissen mit langer Haltbarkeit zum Einsatz kommen wird. (255) Tetra hat behauptet - und die Untersuchung der Kommission hat dies bestätigt - dass andere Wettbewerber von Sidel ebenfalls angefangen haben, ihre eigenen Kombi-Maschinen anzubieten. Im Moment können drei weitere Anbieter eine Kombi-Maschine anbieten. Allerdings ist nur ein einziger anderer Wettbewerber, Sipa, zusammen mit einem Abfuellunternehmen, Procomac, in der Lage, eine keimfreie Kombi-Maschine zu liefern. Die Kombi von Sidel ist die erste, die im EWR auf den Markt gebracht wurde. 2.3. Sidels sonstige PET-Aktivitäten (256) Neben SBM-Maschinen, Barrieretechniken und Abfuellmaschinen liefert Sidel nach Angaben von Tetra weltweit auch nachgeordnete Anlagen (hauptsächlich Förderbänder), Ausrüstungen, mittels derer einzelne Produkteinheiten für den Vertrieb zusammengepackt werden, und damit verbundene Serviceleistungen für verschiedene Branchen. Im Einzelnen gehören hierzu: Förderbänder (luftbetrieben und mechanisch), die die Behälter zwischen den verschiedenen Verpackungsstadien einer Verpackungsanlage weiterbefördern; Maschinen, mittels derer die gefuellten Behälter für den Versand fertig gemacht werden (Verpackungsmaschinen (sog. Tray Packers), Folienverschweißmaschinen, Palettiermaschinen, Verpackungsroboter (boxing robots) und Klebemaschinen, Ent-Palettiermaschinen, die die Paletten mit den leeren Behältern zur nachfolgenden Abfuellung entnehmen, und Systeme, die die verschiedenen Teile einer Produktionsanlage steuern. (257) Die Abnehmer der Sidel-Maschinen kommen aus verschiedenen Branchen; es handelt sich vor allem um Hersteller von Flüssig- und Nicht-Flüssignahrungsmitteln, Gesundheits-/Kosmetikartikeln und Reinigungsmitteln. Sidels bedeutende Stellung auf diesen Märkten zeigt sich am Marktanteil, der, so Tetra, im Allgemeinen [20-30 %]* nicht übersteigt, dies jedoch könnte, wenn eine enggefasste Marktdefinition zugrunde gelegt würde. (258) Die Kommission stellt fest, dass Sidel sehr stark ist bei maßgeschneiderten Lösungen für Produktlinien, die der Beförderung, reihenweisen Anordnung, Verzweigung, Zusammenstellung, Stapelung und Verteilung der Verpackungen dienen, sowie im Servicebereich (Fehlerkontrolle und -beseitigung, Test- und Simulationscenter). Konkurrenz erhält Sidel hauptsächlich durch Krones und diverse kleinere lokale Wettbewerber. 2.4. Fazit (259) Hieraus folgt, dass Sidel über eine führende Stellung auf dem Markt für SBM-Maschinen mit hohem und mit niedrigem Durchsatz in sämtlichen Endverwendungssegmenten verfügt sowie über eine starke Stellung bei sonstigen PET-Verpackungsausrüstungen, darunter vor allem keimfreie Abfuellmaschinen, Nebenanlagen und Serviceleistungen. 3. BEGRÜNDUNG EINER BEHERRSCHENDEN STELLUNG AUF DEM MARKT FÜR PET-VERPACKUNGSAUSRÜSTUNGEN, INSBESONDERE SBM-MASCHINEN, SOWIE VERSTÄRKUNG EINER BEHERRSCHENDEN STELLUNG AUF DEM MARKT FÜR KARTONVERPACKUNGSSYSTEME (260) Entgegen Tetras Behauptung in der Anmeldung und auch später, allein der PET-Verpackungssektor sei von der Transaktion betroffen (insbesondere SBM-Maschinen, Barrieretechniken und keimfreie Abfuellmaschinen), ist klar, dass das Vorhaben aus den vorbezeichneten Gründen in erster Linie als Zusammenschluss zwischen der beherrschenden Gesellschaft auf dem Gebiet der Kartonverpackungsausrüstung und der führenden Gesellschaft auf dem Gebiet der PET-Verpackungsausrüstung - zwei unmittelbar benachbarten Märkten - mit erheblichen Auswirkungen auf den Verpackungssektor für Flüssignahrungsmittel zu werten ist. Eine große Anzahl von Auskunftspersonen (Wettbewerber und vor allem Abnehmer) bewertete den Zusammenschluss genauso und betrachtete die künftige Marktmacht des fusionierten Unternehmens mit Sorge. (261) Der Zusammenschluss würde die beherrschende Stellung des fusionierten Unternehmens bei Kartonverpackungsausrüstungen und Kartons verstärken und ihm eine beherrschende Stellung auf dem Gebiet der PET-Verpackungsausrüstungen und insbesondere bei SBM-Maschinen mit hohem und mit niedrigem Durchsatz verschaffen. Die Kombination dieser beiden beherrschenden Stellungen auf zwei unmittelbar benachbarten Märkten würde es dem fusionierten Unternehmen ermöglichen, seine Stellung bei Anlagen zur Verpackung von Flüssigkeiten und insbesondere "empfindlichen" Produkten (FMEs, Säfte, FFDs, Tee-/Kaffeegetränke) zu verbessern und seine beherrschenden Stellungen zu verstärken. (262) Für die Verstärkung und Begründung einer beherrschenden Stellung wären verschiedene Faktoren verantwortlich, u. a. auch horizontale und vertikale Auswirkungen des Zusammenschlusses, und vor allem die strategische Ausnutzung der beherrschenden Stellung bei gleichzeitiger Ausschaltung tatsächlichen und potenziellen Wettbewerbs auf einem benachbarten Markt. 3.1. Horizontale Folgen auf dem PET-Ausrüstungsmarkt (263) Das angemeldete Vorhaben hat direkte horizontale Auswirkungen, da beide Parteien auf drei eigenständigen Produktmärkten tätig sind: SBM-Maschinen (mit niedrigem Durchsatz), Barrieretechniken und keimfreie PET-Abfuellmaschinen. Die nachstehend beschriebenen horizontalen Folgen würden die Stellung des fusionierten Unternehmens auf diesen drei Märkten verbessern. Ihre Analyse wird daher an den Anfang gestellt, um zu zeigen, dass die ohnehin starke Stellung von Sidel durch die Fusion umgehend noch weiter verstärkt würde. Durch die Ausnutzung der beherrschenden Stellung des fusionierten Unternehmens bei keimfreien Kartonverpackungsausrüstungen und keimfreiem Karton würde hieraus eine beherrschende Stellung werden. 3.1.1. SBM-Maschinen (264) Die Kommission ist zu dem Schluss gelangt, dass der Markt für SBM-Maschinen allgemein in SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz (Kapazität > 8000 bph) und SBM-Maschinen mit niedrigem Durchsatz (Kapazität < 8000 bph) eingeteilt werden kann. 3.1.1.1. SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz (265) Der Zusammenschluss würde nicht zu einer unmittelbaren Verbesserung der führenden Position von Sidel auf dem Markt für SBM-Maschinen mit hohem Durchsatz aufgrund horizontaler Folgen führen, da Tetra in diesem Segment des Marktes nicht aktiv ist. Die Fusion würde jedoch Tetra als potenziellen Wettbewerber auf dem Markt für SBM-Maschinen mit h

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.