Europäische Union

2004/124/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Oktober 2001 über die Unvereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2416 — Tetra Laval/Sidel) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3345)

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Quellenkennung: 32004D0124. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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in den relevanten Produktsegmenten vorantreiben wird. Die Hauptvorteile von PET sind seine Robustheit (im Vergleich zu Karton, HPDE und Glas), sein geringes Gewicht (insbesondere im Vergleich zu Glas) und sein transparentes, glasartiges Aussehen (im Gegensatz zu Karton, HDPE und Dosen). PET ist wiederverschließbar und ideal für unterwegs (im Gegensatz zu Karton, Dosen und bis zu einem gewissen Grad auch Glas und HDPE). Außerdem ist PET formelastisch (im Gegensatz zu Karton, Dosen und Glas). Die Hauptnachteile von PET sind die Kosten für Barrieren und seine niedrige Lichtbarriere. (102) Die Untersuchung der Kommission ergab, dass Getränkehersteller, Supermärkte und Verbraucher PET aufgrund dieser Vorteile vehement befürworten. Tetra bestreitet nicht, dass PET ein sehr attraktives Verpackungsmaterial ist, behauptet jedoch, dass PET seinen wichtigsten Vorteil, die Durchsichtigkeit, einbüßt, sobald eine Lichtbarriere erforderlich wird, insbesondere bei H-Milch, die eine trüb undurchsichtige Flasche erfordert. In diesem Falle habe PET, so Tetra, keinen Vermarktungsvorteil gegenüber HDPE. Die Kommission hat jedoch festgestellt, dass undurchsichtige Flaschen im EWR auf dem Markt sind und bei Verbrauchern gut ankommen. In einigen Fällen kann eine Teildurchsichtigkeit erzielt werden, indem man die Flasche mit einem semitransparenten Film überzieht. Die unabhängige Forschungsgesellschaft PCI(47) erläutert, dass aromatisierte Milch mit langer Haltbarkeit mit dieser Methode bereits sehr erfolgreich verpackt wurde. "Die Nesquick-PET-Flasche ist in vielerlei Hinsicht derzeit eine dem neuesten Stand entsprechende Flasche. Sie erreicht eine Haltbarkeit von 60-90 Tagen, was sie einer Kombination aus folgenden Faktoren verdankt: die Flasche wird direkt von der Blasmaschine in eine keimfreie Abfuellanlage weitergeleitet; sie verfügt über eine Folienversiegelung zur Verbesserung der Barriereeigenschaften Barriere. Schäden durch UV-Licht werden durch die Verwendung eines PETG-Schrumpfüberzugs unter Kontrolle gehalten; der Vertrieb der Packung erfolgt in der Kühlkette." 3.3.4. Wachstumsprognosen (103) Vor dem Hintergrund der jüngsten und noch kommenden technischen Entwicklungen, sowie in Anbetracht der kosten- und absatzstrategischen Erwägungen ist die Kommission zu dem Schluss gelangt, dass die Verwendung von PET in den gemeinsamen Produktsegmenten innerhalb der nächsten fünf Jahre erheblich zunehmen wird. (104) Zur Abschätzung des potenziellen Wachstums von PET zog die Kommission neben ihrer eigenen Marktuntersuchung auch die Daten verschiedener Marktstudien heran, darunter die von Tetra in Auftrag gegebene Canadeanstudie und eine Reihe von unabhängigen Studien (PCI - PET Packaging, Resin & Recycling: "The Potential For PET in the Packaging of Liquid Dairy Products" [Möglichkeiten für PET in der Verpackung von fluessigen Molkereierzeugnissen], 2001 Limited, Warrick Research Report Packaging Markets [Warrick-Forschungsbericht Verpackungsmärkte] (2000) und Pictet "European Packaging Machinery" [Europäische Verpackungsmaschinen], September 2000]. Die Ergebnisse dieser Studien werden nachstehend einer genaueren Betrachtung unterzogen. 3.3.4.1. Canadean-Studie für Tetra(48) (105) Die von Tetra in Auftrag gegebene Canadean-Studie prognostiziert kein wesentliches Wachstum von PET bei FMEs und Säften. Bei Milch macht PET derzeit 0,5 % aus; bis 2005 wird mit einem Anstieg auf 1,2 % gerechnet. Bei Säften hat PET derzeit einen Anteil von 0,5 %, der bis 2005 auf 1,1 % ansteigen soll. Die Ergebnisse der Canadean-Studie sind in den nachfolgenden Tabellen aufgeführt. Tabelle 5 Verpackungsmix bei FMEs und Säften im Jahr 2000 (aktuell) und Prognose für 2005((Canadean-Studie, die der Kommission am 24. August 2001 vorgelegt wurde.)) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (106) Für den FME-Markt wird Tetra zufolge insgesamt kein Wachstum erwartet; sein Volumen soll bei zirka 30,5 Mrd. Liter bleiben und die Aufteilung zwischen keimfreier und nicht keimfreier Abfuellung soll ebenfalls nahezu konstant bleiben. Der Saft-Markt soll bis 2004 ein Volumen von 10 Mrd. Liter erreichen bei gleichbleibender Aufteilung zwischen gekühltem und ungekühltem Vertrieb. (107) Canadean prognostiziert ein schnelleres Wachstum für FFDs und Tees und kommt zu dem Schluss, dass PET in diesen Segmenten eine Gefahr für Karton darstellt und Marktanteile von Karton übernehmen wird. Tabelle 6 Verpackungsmix bei Getränken mit Fruchtaroma ohne Kohlensäure (FFDs) sowie Eistee und Kaffee. 2000 (aktuell) und Prognose für 2005((Canadean-Studie, die der Kommission am 24. August 2001 vorgelegt wurde.)) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (108) Tetra zufolge wird der FFD-Absatz insgesamt auf 3,5 Mrd. Liter steigen, wobei das Verhältnis zwischen gekühltem und ungekühltem Vertrieb nahezu konstant bleiben wird, obgleich eine leichte Zunahme im Kühlsektor möglich ist. Beim Tee-/Kaffeegetränke-Markt wird bis 2004 ein Volumen von 2,7 Mrd. Litern erwartet. (109) Die Canadean-Studie liefert einige Argumente, weshalb ernsthafte Marktverschiebungen im Verhältnis zwischen Karton und PET innerhalb Europas in der Zukunft unwahrscheinlich sein dürften. Canadean nennt eine Reihe von Ereignissen, die eintreten müssten, damit sich der PET-Anteil drastisch erhöhen könnte. Erstens müsste ein multinationaler Getränkehersteller als gesamteuropäischer Vorkämpfer für PET-Verpackungen in Erscheinung treten. Canadean hält dies im Falle von fluessigen Molkereierzeugnissen für unwahrscheinlich. Zweitens müsste der Preis für in PET verpackte Produkte für längere Zeit deutlich unter dem Preis für entsprechende kartonverpackte Produkte liegen. In PET verpackte Produkte müssten außerdem deutlich billiger sein als entsprechende in HDPE verpackte Produkte. Drittens müsste eine Packungsgröße bzw. ein Größenspektrum entwickelt werden, das eine bis dato nicht befriedigte Nachfrage abdeckt. Viertens müssten auch die Hausmarken der Vertreiber und die Marken kleinerer Getränkehersteller die Verwendung von PET-Verpackungen nach dem Vorbild einer führenden multinationalen Gesellschaft übernehmen. Schließlich sei das italienische Beispiel einzigartig und eine Wiederholung des Vorgangs im EWR unwahrscheinlich. (110) Die Kommission kann der Argumentation von Canadean nicht folgen und ist der Ansicht, dass die Prognosen von Canadean allzu pessimistisch sind. i) Führende multinationale Gesellschaft (111) Canadean ist der Auffassung, dass PET von einem führenden multinationalen Getränkehersteller eingeführt werden müsste, der in der Lage ist, dem Markt durch sein eigenes System eine Veränderung aufzuzwingen, die die Zustimmung der Einzelhändler und Verbraucher findet und der seine Wettbewerber zum Nachziehen zwingen kann. Richtig ist zweifelsohne, dass die Einführung von PET durch einen führenden Hersteller die Verwendung von PET-Flaschen im größeren Stil beschleunigen könnte, doch ist dies keine notwendige Bedingung für ein Wachstum des PET-Marktes. Die Kommission ist außerdem der Auffassung, dass die italienische Molkerei Parmalat, auf die das in Italien verzeichnete schnelle Wachstum von PET hauptsächlich zurückgeht, als gesamteuropäischer Vorreiter den Markteinzug von PET in Europa weiter vorantreiben könnte. Obgleich sich die Aktivitäten von Parmalat in Europa hauptsächlich auf Italien konzentrieren, ist Parmalat auch in mehr als 20 weiteren europäischen Ländern vertreten, darunter Frankreich, Spanien, Deutschland, Portugal und Großbritannien, und verfügt über großangelegte Aktivitäten in aller Welt. Parmalat könnte sein erfolgreiches italienisches Modell auch auf andere Länder übertragen. Darüber hinaus hat die Kommission festgestellt, dass andere multinationale Gesellschaften wie [...]* als Reaktion auf das Vorbild von Parmalat ebenfalls fluessige Molkereierzeugnisse in PET-Flaschen auf den Markt bringen. (112) Auch ohne eine solche treibende Kraft hat die Marktuntersuchung der Kommission ganz klar ergeben, dass PET in punkto Vermarktung und Verbraucherkomfort das bevorzugte Verpackungsmaterial ist. PET muss daher dem Markt keineswegs aufgezwungen werden, da anscheinend sowohl die Hersteller als auch die Verbraucher diese Verpackungslösung bevorzugen. Genauso schienen auch die Einzelhändler bei einer Vielzahl von Produkten nichts gegen eine Einführung von PET zu haben. Tatsächlich wählten die meisten Einzelhändler für Milch, Saft, Eistee und Sportdrinks PET als ihr bevorzugtes oder zweitliebstes Verpackungsmaterial. Auch Dritte zweifelten kaum an einem künftigen stärkeren Vordringen von PET auf dem Markt, obgleich die Begeisterung für PET als Verpackungsmaterial eindeutig länderabhängig war (PET ist beispielsweise in Frankreich und Italien stärker vertreten als in Schweden und Finnland) und vom Produkt abhing (Eisteehersteller sind eher an PET gewöhnt als beispielsweise die meisten deutschen FME-Hersteller). (113) Unter diesen Umständen kann die Präsenz des führenden multinationalen PET-Maschinenausrüsters (Sidel) einen erheblichen Einfluss darauf haben, in welchem Umfang Hersteller von Flüssignahrungsmitteln bereit sind, einen Teil ihrer Produktion in PET abzufuellen. Es ist davon auszugehen, das sich ein solches Unternehmen seine Erfahrungen in einer Vielzahl von Ländern zunutze machen und mit nachgeordneten Herstellern (am wichtigsten sind hier die reinen Flaschenhersteller) zusammenarbeiten wird, um eine erfolgreiche Einführung von PET zu ermöglichen. Die Kommission ist der Ansicht, dass ein großer internationaler SBM-Maschinenausrüster gemeinsam mit großen unabhängigen Flaschenherstellern sowohl über den Anreiz als auch über die Einflussmöglichkeiten verfügt, um die Einführung von PET bei einer größtmöglichen Zahl von Unternehmen voranzutreiben. Die Untersuchung der Kommission hat bestätigt, dass Flaschenhersteller sich in Zusammenarbeit mit Sidel intensiv für die Verwendung von PET zur Verpackung von Markenprodukten eingesetzt haben. ii) Preise (114) Canadean argumentiert, dass der Einzelhandelspreis, zu dem in PET verpackte Produkte auf den Markt gebracht werden, unterhalb des Preises für entsprechende in Karton und HDPE verpackte Produkte liegen müsste. Es gibt jedoch keinen ersichtlichen Grund, weshalb dies so sein sollte, und Canadean liefert wenig Argumente, weshalb diese niedrigeren Preise eine Vorbedingung für ein erhebliches Wachstum sein sollten. In Italien beispielsweise wurde in PET verpackte Frischmilch, wie Canadean selbst bemerkt, erfolgreich auf dem Markt eingeführt und eroberte erhebliche Marktanteile, obwohl diese Milch zum gleichen Preis wie kartonverpackte Frischmilch angeboten wurde. (115) Angesichts der zahlreichen Vorteile von PET gegenüber Karton und der Bereitschaft der Verbraucher zur Akzeptanz von PET-verpackten Produkten ist nicht unmittelbar einsichtig, weshalb es notwendig sein sollte, diese vorteilhafte Verpackung mit einem Abschlag gegenüber anderen Verpackungsoptionen anzubieten. iii) Packungsgröße (116) Canadean bringt vor, dass Packungsgrößen und ein Packungsgrößensortiment entwickelt werden müssten, die auf eine bisher unbefriedigt gebliebene Verbrauchernachfrage eingehen. Dieses Argument beruht auf der Annahme, dass sich PET gegenüber Karton komplementär verhält und sein Vordringen auf dem Markt neues Marktwachstum voraussetzt. Zunächst zielt die Markteinführung von PET, wie am Eisteesegment zu beobachten ist, auf Märkte, wo das Eindringen durch Marktwachstum möglich ist und somit höhere Gewinnspannen erzielt werden können, anstatt sich einem verschärften Wettbewerb auf langsam wachsenden Märkten auszusetzen. Es besteht kein jedoch Grund, weshalb PET nicht auch auf Märkten erheblich zunehmen sollte, deren Wachstum begrenzt ist. Überdies kann PET bereits in vielen verschiedenen Größen hergestellt werden, da es in Bezug auf Design und Größen flexibler als Karton ist. Die Kommission sieht daher diese Bedingung zum gegenwärtigen Zeitpunkt als erfuellt an. iv) Einzelhändler und kleinere Hersteller (117) Schließlich bringt Canadean vor, dass die Hausmarken der Vertreiber und diejenigen kleinerer Getränkehersteller ebenfalls PET einführen müssten. Es gibt jedoch keinen Grund, weshalb Einzelhändler oder kleinere Getränkehersteller nicht in der Lage sein sollten, PET einzuführen. Die Marktuntersuchung der Kommission ergab keine fehlende Bereitschaft auf Seiten der Einzelhändler, PET als Verpackung für "empfindliche" Produkte anzunehmen. Ebenso gibt es keinen Grund, weshalb kleinere Unternehmen nicht gewillt sein sollten, auf PET umzustellen. Tatsächlich verpackten in Italien zahlreiche kleine Molkereien, die auf die Marktuntersuchung geantwortet haben, bereits in PET, während die überwältigende Mehrheit der übrigen Molkereien an PET interessiert war oder die Einführung von PET-Verpackungen für ihre Produkte planten. Tetra selbst erklärte in einer Presseveröffentlichung vom November 2000, dass "es noch immer eine große Anzahl kleinerer bis mittlerer unabhängiger Betriebe im ganzen Land [Italien] [gibt], die den Bedarf der Menschen in Dörfern und auf dem Land abdecken. Einige von diesen [Betrieben] folgen einem aktuellen internationalen Trend, der sich in den späten neunziger Jahren zu entwickeln begann, als immer mehr Molkereien anfingen, pasteurisierte Qualitätsmilch in 1-Liter-PET-Flaschen abzufuellen." v) Italien - ein Einzelfall? (118) Die Daten von Canadean zeigen, dass PET im Jahr 2000 bereits einen Anteil von 4,5 % am gesamten italienischen FME-Markt (nicht keimfreie Frischmilch und keimfreie H-Milch) erreicht hatte und dass im Jahr 2000 mehr als 10 % des italienischen Frischmilchmarktes auf PET entfielen. In Italien wurden 150 Mio. Liter Milch in PET abgefuellt, während es im übrigen EWR nur 26 Mio. Liter waren. Hieran zeigt sich das Wachstumspotenzial in anderen Regionen, wenn dort dem italienischen Beispiel gefolgte würde. Im Saftsegment lag der PET-Anteil in Westeuropa insgesamt bei 45 Mio. Litern, wovon drei Viertel allein auf die Schweiz. (18 Mio. Liter), Großbritannien (9 Mio. Liter) und Belgien (8,5 Mio. Liter) entfielen. (119) In ihrer Antwort argumentiert Tetra, das italienische Beispiel sei nicht auf den übrigen EWR übertragbar. Dies liege daran, dass der relative Erfolg der PET-Verpackung für Frischmilch in Italien unter sehr speziellen Umständen eingetreten sei, die sich in anderen Ländern des EWR kaum wiederholen dürften. Parmalat habe PET als ein Mittel der Umsatz- und Gewinnsteigerung auf den Markt gebracht, worauf Parmalats Konkurrent Granarolo mit einer eigenen PET-Verpackung und einer Werbekampagne geantwortet habe. Nach Ansicht von Tetra seien dadurch die mit der Einführung von PET verbundenen Gewinnerwartungen zunichte gemacht worden, was andere Molkereien leicht vom Markteintritt bei PET abschrecken könnte. (120) Es scheint jedoch im Gegenteil so, dass kleine und mittlere unabhängige Molkereien in Italien dem Beispiel der beiden wichtigsten Molkereien gefolgt sind und angefangen haben, ihre Erzeugnisse in PET-Flaschen abzufuellen. Tetra hat vor kurzem [...]* Tetra Plast LX-2 an den Flaschenhersteller [...]* verkauft, mit dessen Hilfe diese kleineren Molkereien Milch in PET-Flaschen verkaufen können, ohne die vollen Investitionskosten tragen zu müssen. (121) Der italienische Markt mag der erste gewesen sein, auf dem PET für Milch eingeführt wurde, doch ist Italien nach Ansicht der Kommission kein Einzelfall. Die Verwendung von PET hat bereits auf den Frischmilchmärkten in Belgien, den Niederlanden und Österreich Einzug gehalten. Entgegen dem Argument von Tetra, dass auf dem großen Frischmilchmarkt von Großbritannien Molkereien bereits große Investitionen in die Umstellung von Karton auf HDPE-Flaschen getätigt hätten und es deshalb unwahrscheinlich sei, dass sie sich kurz- bis mittelfristig erneut und diesmal auf PET umorientierten, sollen nach Angaben von Canadean in Großbritannien in PET verpackte FMEs im Verlauf des Jahres 2001 von zwei großen Supermarktketten ([...]*) auf den Markt gebracht werden. Die Markteinführung von Milch in PET wird ab 2003 auch in Spanien erwartet. vi) Fazit zur Canadean-Studie über das Wachstum von PET (122) Die Kommission ist daher zu dem Schluss gelangt, dass die von Canadean genannten Voraussetzungen für ein deutliches Wachstum von PET bereits weitgehend gegeben sind oder in naher Zukunft gegeben sein werden. Überdies räumt Canadean ein, dass PET in gewissen Segmenten auf bestimmten nationalen Märkten sowie bei Produkten auf Tee- und Kaffeebasis im gesamten EWR stark an Bedeutung zunehmen wird. (123) Anzumerken ist ferner, dass die Prognosen von Canadean bei der mündlichen Anhörung in Frage gestellt wurden. Zunächst wurde festgestellt, dass das differenzierte Prognosemodell für das Getränkegewerbe, das Canadean in Zusammenarbeit mit der City University of London entwickelt hat, bei der Durchführung der Prognosen für Tetra nicht angewandt wurde. Statt dessen kam ein Modell(49) zum Einsatz, welches das frühere Wachstum als Indikator für zukünftiges Wachstum zugrunde legt und die künftigen technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Barrieretechnik außer Acht lässt. Sodann basieren die Prognosen nicht auf Aussagen der Verbraucher oder der Supermärkte, während in der Marktuntersuchung der Kommission die Ansichten dieser Marktteilnehmer berücksichtigt wurden. Da es aber heißt, dass die Entscheidung, Produkte in PET zu verpacken, vom Verbraucherwunsch abhängig ist, erweist sich eine Studie, die die Ansichten der Verbraucher außer Acht lässt, als nicht sonderlich verlässlich. (124) Aufgrund der vorbezeichneten Gründe scheinen die Prognosen von Canadean für das PET-Wachstum allzu pessimistisch zu sein. Außer mit technischen Verbesserungen hat sich die Kommission auch intensiv mit dem erwarteten Wachstum des PET-Marktes in den neuen Segmenten der "empfindlichen" Produkte (FMEs, Säfte, FFDs, Tee-/Kaffeegetränke) aus der Sicht der Parteien, befragter Dritter und unabhängiger Analysten befasst. 3.3.4.2. Die unabhängigen Studien von Canadean vor der Fusion (125) Canadean erstellt jährliche Berichte mit Analysen verschiedener Getränkesegmente. Die Kommission ist im Besitz von Berichten Dritter über drei der vier relevanten Segmente: Säfte, FFDs und Tees. Es existiert kein unabhängiger Canadean-Bericht für FMEs (eine unabhängige Studie einer anderen Gesellschaft, PCI, wird nachstehend analysiert). (126) Die Berechnungen von Canadean für das Vordringen von PET in das Saftsegment in 2000 sind in Tabelle 7 aufgeführt. Sie stellen eine Momentaufnahme des Jahres 2000 dar und enthalten keine Wachstumsprognosen. Zu beachten ist, dass im Jahr 2000 PET in Europa im Saftsegment noch nicht verwendet wurde (mittlerweile taucht es auch dort auf) und dass Europa, sofern das Beispiel anderer Regionen Schule macht, ein enormes Wachstumspotenzial darstellt. Tabelle 7 Anteil am Verbrauch nach Verpackungsart >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: Canadean Global Juice and Nectar Report 2000. (127) In ihrer Vorlage vom 3. Oktober 2001 behauptete die anmeldende Partei, dass Entwicklungen in anderen Regionen wie Nordamerika und Australasien für eine Analyse des europäischen Marktes nicht relevant seien. Tetra behauptete, die Erfahrungen in den USA mit PET im Saftsegment seien aufgrund der dort weit verbreiteten Heißabfuellung, die bei europäischen Verbrauchern aufgrund von Geschmacksfragen keine Akzeptanz finde, nicht aussagekräftig. Die Kommission hat jedoch festgestellt, dass die Heißabfuellung auf einigen europäischen Märkten wie z. B. Deutschland durchaus gängig ist. In jedem Fall bedeuten die jüngsten Entwicklungen bei der keimfreien PET-Abfuellung von Getränken mit hohem Säuregehalt (die Tetra anders als bei säurearmen Getränken für machbar hält), dass unter Berücksichtigung der Vorliebe der Europäer für keimfrei abgefuellte Flüssigkeiten für die keimfreie anstatt für die Heißabfuellung optiert werden kann. 3.3.4.3. PCI-Studie über "The Potential for PET in the Packaging of Liquid Dairy Products" [Möglichkeiten für PET bei der Verpackung fluessiger Molkereierzeugnisse] (2001) ("PCI-Studie") (128) Laut PCI-Studie haben die Entwicklungen in der keimfreien Abfuellung von PET dazu geführt, dass PET eine Alternative zu keimfreiem Karton darstellt und dadurch die Einsatzmöglichkeiten von PET bei Molkereierzeugnissen erheblich gestiegen sind, da PET jetzt nicht mehr allein auf den Gebrauch als Verpackung von gekühlt vertriebener Frischmilch mit kurzer Haltbarkeit beschränkt ist(50). PCI zufolge bietet herkömmliches PET einen gewissen Schutz und eine angemessene Barriere für Produkte mit kurzer Haltbarkeit. Sofern eine längere Haltbarkeit erforderlich ist, müssen andere Verpackungsarten zum Einsatz kommen (z. B. beschichtete Kartons oder Plastikflaschen mit Barriere). Ersatzweise kann die UV-Barriere von PET durch den Zusatz spezieller UV-Barrierekomponenten oder durch Braunfärbung verbessert werden. (129) PET-Verpackungen mit langer Haltbarkeit erlauben Markeninhabern das Abfuellen großer Mengen an zentralen Standorten, von wo aus eine weiträumige Belieferung der Verkaufsstellen möglich ist. Die Verpackung erfuellt aus diesem Grund die Anforderungen der modernen Molkereiindustrie. Die PCI-Studie geht jedoch nicht davon aus, dass PET auf das Niedrigpreiswarensegment bei Weißmilch vordringen wird. "Wir gehen nicht davon aus, dass PET sehr erfolgreich bei der Verdrängung bereits vorhandener Verpackungsmaterialien im Frischmilchwarensektor - hauptsächlich Karton und HDPE - sein wird, da es sich hierbei im Großen und Ganzen um ein preisempfindliches Segment handelt. Es gibt jedoch Ausnahmen; erwähnenswert ist hier vor allem Italien, wo das Qualitätssegment Alta Qualità bereits zu einem großen Teil zu PET übergegangen ist. Das italienische Beispiel könnte für andere Molkereiunternehmen, die ihre einfachen Milchsorten voneinander abgrenzen möchten, Vorbildcharakter annehmen."(51) (130) Laut PCI-Studie ist ein Vordringen von PET auf das keimfreie Milchsegment, das mindestens 45 % des Milchmarktes ausmacht, unwahrscheinlich. Bei dieser Prognose hat es PCI unter Umständen versäumt, die Entwicklungen auf dem Gebiet der Lichtbarrieretechnik für weiße H-Milch zu berücksichtigen. PCI zeigt ebenfalls auf, dass Milchprodukte in PET-Flaschen bereits in den Mitgliedstaaten Belgien, Niederlande, Italien und Großbritannien eingeführt wurden. PCI prognostiziert, dass PET bis 2005 in Europa bei einfacher Frischmilch einen Anteil von 9,2 % und 25 % bei sonstigen Milchgetränken erreichen wird. Laut PCI ist das Segment "sonstige Milchgetränke"(52) "ein Sektor des Flüssigmilchproduktmarktes, der in Europa ein rapides Wachstum erlebt ... Einige der erfolgreichsten in jüngerer Zeit auf dem Markt erschienenen Produkte sind aromatisierte Milchgetränke auf Milch- oder Joghurtbasis."(53) Für den gesamten PET-Verbrauch bei Milchprodukten wird bis 2005 in Europa ein Anstieg von 4000 auf 430000 Tonnen prognostiziert. Laut PCI handelt es sich hierbei um "eine realistische Hochrechnung".(54) 3.3.4.4. Warrick-Forschungsbericht über die Verpackungsmärkte 2000(55) (131) Dem Warrick-Bericht einer anderen unabhängigen Studie über den Flüssignahrungsmittelsverpackungssektor zufolge machen Milch und Säfte etwa 80 % der keimfrei verpackten Warenmenge in Westeuropa aus. (132) Die Märkte für keimfreie Milch in Westeuropa sind "gesättigt - in vielen Fällen leicht rückläufig. Keimfreie PET-Systeme werden daher eher andere Arten von Verpackungen ersetzen als aufgrund zusätzlicher Nachfrage wachsen(56). Der Einsatz eines größeren Spektrums an Verpackungen hat zur Folge, dass Unternehmen mit größerer Wahrscheinlichkeit keimfrei abfuellen, weil sie nicht auf die Verwendung von 'Brik'-Kartons beschränkt sind, mit denen oftmals Billigprodukte assoziiert werden."(57) (133) Auf dem Saftmarkt "stellen Plastikflaschen langfristig eine Gefahr für Karton dar. Durch die zunehmende Bedeutung von Spitzen- und Markenprodukten rückt das Verpackungsdesign stärker in den Vordergrund, so dass Kartondesigns auch für die Verpackung von Qualitä

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.