Europäische Union

92/553/EWG: Entscheidung der Kommission vom 22. Juli 1992 betreffend ein Verfahren nach Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Fall IV/M.190 - Nestlé/Perrier) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 31992D0553. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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eschlossene Vereinbarung zu berücksichtigen sein, in der sich die beiden Parteien vorbehaltlich der Übernahme der Aktienmehrheit von Perrier durch Nestlé darauf verständigt haben, Volvic, eines der bekanntesten stillen Mineralwässer von Perrier, an BSN zu übertragen. Bei der Beurteilung des geplanten Zusammenschlusses muß die Kommission alle bestehenden Vereinbarungen berücksichtigen, deren Durchführung spürbare Auswirkungen auf die künftige Marktstruktur haben würde. Eine solche Vereinbarung kann nämlich wie jedes andere Marktelement zu der Schlußfolgerung führen, daß die Übernahme von Perrier unter solchen künftigen Marktbedingungen nicht für mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar erklärt werden kann. Die Beurteilung hat für zwei Szenarios zu erfolgen: eines, wo die Vereinbarung betreffend Volvic realisiert wird, und eines, wo die Parteien beschließen, die Vereinbarung betreffend Volvic nicht umzusetzen. A. Marktanteile (38) In ihrer Anmeldung des beabsichtigten Zusammenschlusses hat Nestlé Zahlen zum gesamten Marktvolumen und zu den mengenmässigen Marktanteilen der Parteien (für die Jahre 1986 bis 1991) auf der Basis ihrer eigenen Daten und derjenigen der Chambre Syndicale des Eaux Minérales und der Chambre Syndicale des Eaux de Source vorgelegt. Ausserdem hat Nestlé Zahlen für den wertmässigen Marktumsatz und für die wertmässigen Marktanteile vorgelegt. (39) Danach erreichten 1991 die wert- und mengenmässigen Gesamtumsätze auf dem Markt und die jeweiligen Marktanteile der drei landesweiten Anbieter Nestlé, Perrier und BSN und der lokalen Anbieter ( "andere") folgende Werte: WertVolumenInsgesamt (5 250 Millionen l)Stille Wasser (4 394 Millionen l)Sprudelwässer (856 Millionen l)19919 334 Millionen ffrs1991alle Wässer nur Mineral- wässeralle Wässernur Mineral- wässeralle Wässernur Mineral- wässer Nestlé[...]Nestlé[...][...][...][...][...][...]Perrier[...]Perrier[...][...][...][...][...][...]BSNBSNSumme 382,3Summe 376,094,174,293,585,496,5Andere17,7Andere24,0 5,925,8 6,514,6 3,5 (40) Die wertmässigen Marktanteile spiegeln in diesem Markt die wirkliche Marktstärke besser wider als die mengenmässigen Marktanteile, da sich der französische Markt aus zwei in preislicher Hinsicht sehr unterschiedlichen Produktgruppen zusammensetzt, nämlich die national vertriebenen Mineralwässer und die lokalen Wässer, die hauptsächlich Quellwässer sind. Es besteht zwischen diesen zwei Wasserkategorien ein grosses und wachsendes Preisgefälle. Während die Ab-Werk-Preise für lokale Quellwässer durchschnittlich bei 1 ffrs pro 1,5-Liter-PVC-Flasche liegen, rangieren die Ab-Werk-Preise für nationale Mineralwässer für die gleichen Abfuellmengen gegenwärtig zwischen 2,49 ffrs und 2,56 ffrs. Nach Abzug eines durchschnittlichen Rabatts von 10% beträgt die Differenz zwischen nationalen Mineralwässern und lokalen Quellwässern folglich 1,24 ffrs bis 1,30 ffrs. Bei diesem erheblichen Preisunterschied zwischen den beiden Brunnenwasserkategorien und angesichts der in dieser Branche vorhandenen beträchtlichen finanziellen Möglichkeiten für Werbe- und Marketinginvestitionen hält es die Kommission für angemessener, nicht die mengenmässigen, sondern die wertmässigen Marktanteile zu berücksichtigen. Nach den von Nestlé genannten wertmässigen Mengenanteilen haben die drei nationalen Anbieter einen Anteil von 82,3 % am gesamten französischen Markt für abgefuelltes Wasser, die lokalen Anbieter hingegen einen Marktanteil von nur 17,7%. (41) In ihren schriftlichen und mündlichen Äusserungen zu den Einwänden der Kommission gemäß Artikel 18 der Fusionskontrollverordnung hat Nestlé die in ihrer Anmeldung ursprünglich genannten Volumenzahlen, die sich auf Angaben der beiden einschlägigen Branchenverbände stützen, zugunsten der Zahlen aus dem Canadean Report 1990 geändert. Danach würde sich das gesamte Marktvolumen nicht auf 5 250 Millionen Liter, sondern auf 5 900 Millionen Liter belaufen, wobei sich die Differenz in erster Linie aus einem höheren Marktanteil der lokalen Anbieter - bei stillen Wässern 35,5 % statt 25,8 % - ergibt. Auch BSN, die von der Kommission gehört worden ist, hat Schätzungen von zwei Instituten (Intercor und Secodip) vorgelegt, die auf ein höheres als das von Nestlé in ihrer Anmeldung angegebene Marktvolumen hindeuten. (42) Nestlé hat ihre Zahlen zum wertmässigen Marktumsatz (nämlich 9,334 Milliarden ffrs) nicht geändert. BSN spricht von einem gesamten wertmässigen Marktumsatz von 9,4 Millionen ffrs. Dieser wertmässige Umsatz liegt auffallend dicht bei der von Nestlé in ihrer Anmeldung genannten Zahl, die somit bestätigt wird. Die Diskussion um das Marktvolumen verliert damit an Bedeutung, da in jedem Fall der wertmässige Marktanteil der drei nationalen Anbieter bei 82 % und der der lokalen Wasseranbieter bei 17 bis 18 % des gesamten Marktes bleiben würde. (43) Bei den im Canadean Report 1990 und von Intercor/Secodip genannten Zahlen zum volumenmässigen Marktumsatz handelt es sich nur um Schätzungen, die nicht glaubwürdiger sind als die ursprünglich von Nestlé vorgelegten Zahlen, denen vor allem Angaben der einschlägigen Branchenvereinigungen zugrunde liegen. Im Canadean Report und in den Statistiken von Intercor/Secodip sind in der Gruppe "andere Anbieter" auch lokale Mineral- und Quellwässer im Besitz von Nestlé und Perrier aufgeführt. 1991 repräsentierten diese Wässer ein Volumen von 221 Millionen Litern. Hinzu kommt, daß diese Berichte und Erhebungen im Gegensatz zu den Zahlen der Branchenvereinigungen nur auf Schätzungen und Stichproben von Teilen der Einzelhandelsverkäufe oder der Verbraucherkäufe basieren. Schließlich widersprachen sie sich offensichtlich, da sie alle drei zu ganz verschiedenen Marktvolumen gelangen: Intercor 5 390 Millionen Liter, Canadean 5 900 Millionen Liter und Secodip 6 690 Millionen Liter. (44) Der 1989 und 1990 (vor allem als Folge der aussergewöhnlich heissen Sommer) verzeichnete kräftige Nachfrageanstieg erfuhr 1991 eine Unterbrechung und sank unter 1 %. In den in ihrer Anmeldung genannten Zahlen berücksichtigt Nestlé diese Unterbrechung in der Nachfrageentwicklung und gibt ein Marktvolumen für 1991 von 5 250 Millionen Litern an. In Anhang 2 nennt die Kommission die Verkaufsvolumen, die sie aufgrund ihrer eigenen Nachforschungen und aus den Angaben der einschlägigen Branchenvereinigungen ermittelt hat. Diese Berechnung ergibt ein gesamtes Marktvolumen von 5 249 Millionen Litern (stille Wässer 4 419 Millionen Liter; Sprudelwässer 830 Millionen Liter). Diese Zahlen liegen erstaunlich nahe bei den von Nestlé in ihrer Anmeldung genannten Zahlen. Die Zahlen der Chambre Syndicale des Eaux Minérales und der Chambre Syndicale des Eaux de Source für 1991 lassen erkennen, daß die Verkäufe von lokalen Mineralwässern gegenüber 1990 rückläufig waren und daß nur bei lokalen Quellwässern eine Verkaufszunahme um 3,3 % erzielt wurde. Dies bestätigt den allgemeinen Trend des Marktes, wonach es 1991 nur zu einem geringen volumenmässigen Umsatzzuwachs gegenüber 1990 kam. (45) Aus dem oben Gesagten kann gefolgert werden, daß sowohl die Wert- als auch die Volumenangaben in der Anmeldung von Nestlé verläßliche Zahlen sind, die für die Beurteilung des geplanten Zusammenschlusses verwendet werden können. Diese Zahlen werden auch weitgehend durch den Anteil der lokalen Wässer an den gesamtenWasserverkäufen (stille Wässer und Sprudelwässer) einer Reihe führender Einzelhändler und Großhändler bestätigt. Der gewichtete Durchschnitt des Anteils der lokalen Wässer an den gesamten Wasserverkäufen beläuft sich auf ungefähr 22 % nach Volumen und ungefähr 16 bis 17 % nach Wert. (46) Nach den eigenen Zahlen von Nestlé entwickelten sich die Marktanteile für den gesamten französischen Brunnenwassermarkt von 1986 bis 1991 wert- und volumenmässig wie folgt: 198619871988198919901991Durch- schnittDifferenz geringster/ höchster Anteil Nach dem Wert Nestlé[...][...][...][...][...][...][...]2,4 %Perrier[...][...][...][...][...][...][...]1,9 %BSN[...][...][...][...][...][...][...]2,1 %andere[...][...][...][...][...][...][...]2,3 %Nach dem Volumen Nestlé[...][...][...][...][...][...][...]3,2 %Perrier[...][...][...][...][...][...][...]1,4 %BSN[...][...][...][...][...][...][...]2,6 %andere[...][...][...][...][...][...][...]4,7 % Die obige Tabelle lässt erkennen, daß die Marktanteile der drei landesweiten Anbieter in dem betrachteten Zeitraum relativ stabil bleiben. Die durchschnittliche Veränderung der Marktanteile für alle drei Anbieter betrug 2,1 % wertmässig und 2,4 % volumenmässig. Dem steht eine Veränderung der Marktanteile aller "anderen" Anbieter in Höhe von 2,3 % wertmässig und 4,7 % mengenmässig gegenüber. In absoluten Zahlen konnten die drei landesweiten Anbieter ihre Verkäufe sowohl wertmässig (um durchschnittlich 9,4 %) als auch mengenmässig (um durchschnittlich 4,6 %) ständig ausweiten. Erst 1991 (deutliche Verlangsamung des Nachfrageanstiegs) hatten die drei landesweiten Anbieter dem Volumen nach ein Verkaufsminus von 49 Millionen Litern (siehe nachstehender Erwägungsgrund 68), dem Wert nach aber weiterhin ein Verkaufsplus von 4,9 %. Im selben Jahr haben auch die lokalen Mineralwässer an Volumen verloren. Lediglich die lokalen Quellwässer konnten ihren Volumenumsatz um 3,3 % steigern. Da der Nachfrageanstieg weitgehend auf umweltbedingte Gründe zurückzuführen ist, die den Verbraucher veranlassen, Leitungswasser durch das billigste abgefuellte Wasser, also Quellwasser ( "Leitungswasserersatz-Segment") zu ersetzen, sind die obenerwähnten Veränderungen der Marktanteile relativ gering. Sie spiegeln keine grundlegende Veränderung in den Marktpositionen der drei landesweiten Anbieter untereinander oder im Verhältnis zu lokalen Wasseranbietern wider. (47) Nach den Zahlen von Nestlé würden sich nach dem Zusammenschluß die Marktanteile im Segment stille Wässer unter den beiden Hypothesen "mit und ohne Verkauf von Volvic an BSN" wie folgt stellen: Ohne Verkauf von Volvic an BSN Nur stille Wässer 1991WertVolumenalle Wässeralle Wässernur MineralwässerNestlé[...][...][...]BSNSumme 282,474,293,5Andere17,625,8 6,5 Mit Verkauf von Volvic an BSN Nur stille Wässer 1991WertVolumenalle Wässeralle Wässernur MineralwässerNestlé[...][...][...]BSNSumme 282,474,293,5Andere17,625,8 6,5 (48) Aus dem vorstehend Gesagten lässt sich folgern, daß der französische Markt für abgefuelltes Wasser bereits vor dem Zusammenschluß ein sehr stark konzentrierter Markt ist und daß der Zusammenschluß diese Konzentration weiter verstärken würde, da zwei Anbieter 82 % des Marktes nach dem Wert und ungefähr 75 % des Marktes nach dem Volumen mit mehr als 90 % des gesamten Marktes für stille Mineralwässer innehaben würden. B. Brunnenkapazitäten und Brunnenbestand (49) Nestlé hat vorgetragen, daß fast alle grossen Brunnen von Nestlé, Perrier und BSN nahezu ausgelastet sind und folglich ihren Marktanteil auf einem kräftig expandierenden Markt nicht halten können. (50) Nestlé selbst räumt jedoch ein, daß sich das Wachstum auf dem französischen Markt für abgefuelltes Wasser verlangsamen dürfte und 1991 tatsächlich unter 1 % blieb. Nestlé spricht von einer realistischen Wachstumsrate von 5 % während der nächsten Jahre. (51) Im Segment stille Wässer, um das sich in dieser Sache die Diskussion vor allem dreht, hat Nestlé folgende freie Kapazitäten bei Mineralwasser (Brunnenkapazität pro Jahr): 1. Vittel: - jährliche Kapazität: [...] Millionen Liter, - freie Kapazität: [...] Millionen Liter 2. Hépar: - jährliche Kapazität: [...] Millionen Liter, - freie Kapazität: [...] Millionen Liter; 3. Abatilles: - jährliche Kapazität: [...] Millionen Liter, - freie Kapazität: [...] Millionen Liter. Nestlé besitzt ferner den Quellwasserbrunnen Pierval mit einer Jahreskapazität von [...] Millionen Litern und einer freien Kapazität von [...] Millionen Litern. (52) Perrier besitzt zwei grosse stille Mineralwasserbrunnen mit erheblichen freien Kapazitäten, nämlich Contrex und Volvic. Die genauen Zahlen sind der Kommission bekannt, können aber aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses nicht preisgegeben werden. Die freie Kapazität beider Brunnen zusammen überschreitet das gesamte Marktvolumen bei stillen Wässern. Perrier besitzt darüber hinaus noch weitere Mineralwasserbrunnen, insbesondere Thonon, mit einer geschätzten Kapazität von [...] Millionen Litern und einer freien Kapazität von ungefähr [...] Millionen Litern (Schätzungen von Nestlé). Ferner besitzt Perrier mehrere grosse Brunnen für sprudelndes Mineralwasser: Perrier, Saint-Yorre, Vichy und mehrere kleine Brunnen. Die beiden ersteren Brunnen besitzen bedeutende Kapazitäten und Reserven. Perrier besitzt ebenfalls eine grosse Zahl lokaler Quellwasserbrunnen, so Castel, Saint-Roch, Les Ormes, Carola, Saint-Lambert, Montegut, Regina und Sergentale. (53) BSN besitzt einen grossen Brunnen für stilles Mineralwasser, nämlich Evian, mit einer geschätzten freien Kapazität von etwa [...] Millionen Litern, sowie einen grossen Brunnen für sprudelndes Mineralwasser, Badoit, der seine Kapazitäten völlig ausgeschöpft hat. BSN ist dabei, einen neuen Brunnen für sprudelndes Mineralwasser zu entwickeln (Salvetat). (54) Nach dem Zusammenschluß und dem Verkauf von Volvic an BSN würden die beiden Anbieter über eine beträchtliche Anzahl von Brunnen verfügen, deren gesamte freie Kapazität bei weitem das gesamte Brunnenwassermarktvolumen (5 250 Millionen Liter) überschreiten würde, und jeder der beiden Anbieter würde zumindest über einen grossen Brunnen für stille Mineralwässer mit im Vergleich zum gesamten Marktvolumen und allen anderen lokalen Wasseranbietern riesigen freien Kapazitäten verfügen. Sie könnten ohne jeglichen Kapazitätsengpaß auf einen Nachfrageanstieg - selbst wenn ein konstantes jährliches Nachfragewachstum von 5 % zugrunde gelegt würde, reagieren. Obgleich Mineralwässer aus verschiedenen Brunnen nicht gemischt werden dürfen, würden Nestlé und BSN ihren Bestand an grossen und bekannten Brunnen und Marken beträchtlich vergrössern, so daß sie ihre Vermarktungsstrategien besser an die Nachfrageentwicklung anpassen können. (55) Keiner der lokalen Wasseranbieter besitzt Brunnen in einer vergleichbaren Zahl oder Grösse wie Nestlé und BSN nach dem Zusammenschluß. Die meisten lokalen Brunnen haben eine Kapazität von weniger als 200 Millionen Liter und viele eine noch weit geringere Kapazität. Selbst wenn verschiedene Quellwässer unter einer Marke (beispielsweise einer Einzelhandelsmarke) verkauft werden können, müssen sie dennoch am Brunnenstandort abgefuellt werden, was zur Folge hat, daß sie wegen ihres geringen Preises nicht über grössere Entfernungen (200 bis 250 km) transportiert werden können. Konkret bedeutet dies, daß eine grosse Einzelhandelskette, die eine Einzelhandelsmarke mit verschiedenen Quellwässern aufbauen will, dies nur mit Wässern aus verschiedenen Quellen und folglich mit unterschiedlichem Geschmack und unterschiedlichen Eigenschaften tun kann. Diese Wasserkategorien rangieren am untersten Skalenende der lokalen Quellwässer und stellen somit keine echte Konkurrenz für die nationalen Mineralwässer dar, die für ihre mineralische Beschaffenheit, ihre stabile Zusammensetzung und ihre identische geographische Herkunft bekannt sind. Dieser Umstand wird von den meisten Einzelhandelsunternehmen bestätigt (siehe Anhang 15(8) ). (56) Es kann gefolgert werden, daß nach dem Zusammenschluß und dem Verkauf von Volvic an BSN sowohl Nestlé als auch BSN über sehr beträchtliche Kapazitätsreserven verfügen würden und damit in der Lage wären, ohne Kapazitätsengpässe auf einen Nachfrageanstieg zu reagieren. Der Erwerb von Perrier und die anschließende Aufteilung des Unternehmens würden die Gesamtkapazität und die freie Kapazität von Nestlé und BSN beträchtlich erhöhen. C. Preise (57) Selbst ohne den Zusammenschluß besteht ein enges Oligopol dreier Anbieter mit erheblich geschwächtem Preiswettbewerb und sehr hoher Markttransparenz. (58) Preisgefälle zwischen lokalen Quellwässern und nationalen Mineralwässern Die Ab-Werk-Preise (vor Rabatten und MwSt.) von Nestlé, Perrier und BSN für ihre fünf bekanntesten stillen Mineralwässer liegen derzeit zwischen 2,49 ffrs und 2,56 ffrs für die 1,5-Liter-PVC-Flasche: Contrex 2,56 ffrs, Hépar 2,55 ffrs, Evian 2,52 ffrs, Vittel 2,49 ffrs und Volvic 2,49 ffrs. Nach Abzug eines pauschalen Rabatts von [...]% liegen diese Preise um 1,24 ffrs bis 1,30 ffrs pro 1,5-Liter-Flasche über den durchschnittlichen Ab-Werk-Preisen für lokale Quellwässer (siehe weiter oben Erwägungsgrund 40). (59) Preiserhöhungen und Preisparallelität Die Ab-Werk-Preise (vor Rabatten und MwSt.) für die fünf bekanntesten stillen Mineralwässer der drei landesweiten Anbieter haben sich zumindest seit 1987 ständig gleichlaufend erhöht (siehe Anhänge 5 und 6). Die durchschnittliche jährliche Preiserhöhung zwischen 1987 und 1992 betrug: bei Contrex 5,10 % nominal, 1,69 % real; bei Volvic 4,83 % nominal, 2,10 % real; bei Vittel 5,17 % nominal, 1,41 % real; bei Hépar 5,70 % nominal, 1,60 % real; bei Evian 5,82 % nominal, 2,29 % real. Jedesmal, wenn einer der drei Anbieter seine Preise erhöhte, zogen die beiden anderen kurze Zeit später nach. Während des gesamten untersuchten Zeitraums kam es kein einziges Mal zu einer Preisrücknahme. Preisführer scheint stets Perrier gewesen zu sein, der traditionell für die meisten seiner Produkte das höchste Preisniveau hatte. Die von den drei Anbietern gewährten Rabatte lagen nach den Informationen der Kommission zwischen [...] % und [...] %. (60) Nachfrageelastizität Was die lokalen Wässer (hauptsächlich Quellwässer) betrifft, so ist die Kreuzpreiselastizität der Nachfrage bei den nationalen stillen Mineralwässern relativ gering. Die drei landesweiten Anbieter haben durch langjährige und aufwendige Werbekampagnen für ihre Marken eine starke Kundentreue gegenüber nationalen Mineralwässern aufgebaut. Dies wird durch die Tatsache bestätigt, daß Einzelhändler, die ihr Sortiment nur nach der Nachfrage der Verbraucher ausrichten, im Preis nicht das erste Kriterium für die Wahl nationaler Mineralwässer sehen (siehe Anhang 14(9) ), aber auch durch die Tatsache, daß sie sich selbst als von den führenden nationalen Mineralwassermarken abhängig bezeichnen (siehe Anhang 15). Diese geringe Kreuzpreiselastizität der Nachfrage gegenüber lokalen Brunnenwässern wird eindeutig durch die Tatsache belegt, daß zumindest seit 1986 die drei nationalen Anbieter ihre absoluten Verkaufsvolumen (mehr als 70 % des gesamten Marktes) halten und ständig erweitern konnten und nur einmal, nämlich 1991 (deutliche Verlangsamung des Nachfrageanstiegs), eine geringe Volumeneinbusse hinnehmen mussten. Diese geringe Kreuzpreiselastizität der Nachfrage erleichtert Preiserhöhungen oder zumindest die Aufrechterhaltung hoher Preise, ohne daß nennenswerte Verkaufsvolumen an lokale Wasseranbieter verloren gingen. (61) Produktionskosten-Preis-Spanne Die Produktionskosten-Preis-Spanne der drei landesweiten Anbieter für die 1,5-Liter-PVC-Flasche nationales stilles Mineralwasser ist sehr hoch und liegt zwischen annähernd [...] ffrs und [...] ffrs. Die verwendete Bewertungsgrundlage für die Kostenberechnung umfasst veränderliche und feste Produktionskosten und Werbekosten. Aus dieser sehr hohen Produktionskosten-Preis-Spanne und dem hohen Preisabstand zu lokalen Quellwässern kann gefolgert werden, daß die Preise für nationale Mineralwässer wahrscheinlich bereits auf einem sehr hohen, von Wettbewerbszwängen unabhängigen Niveau liegen. (62) Markttransparenz Die drei landesweiten Anbieter veröffentlichen ihre Listenpreise mit den Basis-Mengenrabatten. Da alle drei die gleichen Kunden beliefern, ist auch ein umfänglicher Informationsrückfluß gewährleistet. Ausserdem teilen die drei Anbieter der Chambre Syndicale des Eaux minérales ihre monatlichen Verkaufszahlen mit; im Gegenzug erhält jeder Anbieter Angaben über die nach Marken aufgeschlüsselten monatlichenVerkaufsmengen der anderen Anbieter. In einem engen Oligopol erhöht eine solche Praxis die Markttransparenz und erlaubt es jedem Anbieter, die Entwicklung der Marktpositionen der anderen zu verfolgen. D. Kostenstrukturen (63) Nestlé erkennt an, daß die grossen Marken der drei landesweiten Anbieter ähnliche Kostenstrukturen haben (siehe Lexecon Report, Seite 45). Der Produktionsprozeß besteht im wesentlichen im Abfuellen der Brunnenwässer. Die Notwendigkeit, die Abfuellung am Brunnenstandort vorzunehmen, und die daraus resultierende Vielzahl von Abfuellbetrieben schränken die Möglichkeit von Skalenerträgen ein. Die Folge ist, daß weder Nestlé noch BSN einen nennenswerten Kostenvorteil hat, der für das eine oder andere Unternehmen Anreiz zu aggressivem Wettbewerbsverhalten gegenüber dem anderen sein könnte. Nestlé räumt ausserdem ein, daß die drei landesweiten Anbieter sämtlich ein System von Ab-Werk-Preisen anwenden, bei dem die Transportkosten direkt von den Kunden (Einzelhandel/Großhandel) getragen werden. E. Wettbewerb seitens lokaler Wasseranbieter (64) Nestlé hat in Übereinstimmung mit BSN vorgetragen, daß von lokalen Brunnenwässern (vor allem Quellwässern) ein Wettbewerbsdruck auf die drei landesweiten Anbieter ausgeht. In ihren schriftlichen Erwiderungen nach Artikel 18 der Fusionskontrollverordnung trägt Nestlé vor, daß die lokalen Anbieter 34 % (stille Wasser: 35,5 %) des französischen Marktes für abgefuelltes Wasser innehaben und daß in bestimmten Supermärkten ihr Anteil 50 % erreicht hat. (65) Nach eigenen Zahlen von Nestlé betrug der Marktanteil der "anderen" 1991 nach dem Wert nur 17,7 %. Wegen der beträchtlichen Differenz zwischen den durchschnittlichen Ab-Werk-Preisen für lokale Quellwässer und für nationale Mineralwässer spiegelt der wertmässige Marktanteil am besten die Marktposition der lokalen Wässer im gesamten Markt für abgefuelltes Wasser wider (siehe Erwägungsgrund 40). Nestlé bestreitet nicht, daß der wertmässige Marktanteil der "anderen" in der Regel unter 20 % des Gesamtmarktes liegt. (66) Was die volumenmässigen Verkäufe "anderer" betrifft, so betrug ihr Marktanteil 1991 nach den Zahlenangaben von Nestlé 24 % für den gesamten Markt für abgefuelltes Wasser und 25,8 % für das Segment stille Wässer. Diese Marktanteile werden durch den Verkaufsanteil der lokalen Wässer an den gesamten Wasserverkäufen einer repräsentativen Gruppen von Einzel- und Großhändlern bestätigt. Der gewichtete Anteil der lokalen Wässer beläuft sich auf ungefähr 22 % der gesamten Wasserverkäufe dieser Einzel- und Großhändler. (67) Die Marktanteile "anderer" am gesamten Markt für abgefuelltes Wasser entwickelte sich in den letzten fünf Jahren wie folgt: wertmässig: 16 % 1986, 17,7 % 1991 (Anstieg um 1,7 %);volumenmässig: 20,3 % 1986, 24 % 1991 (Anstieg um 3,7 %) (siehe Erwägungsgrund 46). In absoluten Zahlen entwickelten sich die Verkäufe der drei landesweiten Anbieter und der lokalen Anbieter ( "andere") wertmässig und volumenmässig wie folgt: 19871988198919901991Ins- gesamt 1987- 1991Durchschnitt 1987- 1991Ins- gesamt 1989- 1991Durchschnitt 1989- 1991Alle Wässer nach dem Wert (in Millionen ffrs) Nestlé/Perrier/BSN+289+520+833+781+364+2 787+557+1 978+659Andere+ 20+ 90+240+200+170+ 720+144+ 610+203Alle Wässer nach dem Volumen (in Millionen Liter) Nestlé/Perrier/BSN+ 80+186+301+285- 49+ 803+160+ 537+179Andere- 5+ 19+209+125+ 99+ 447+ 89+ 433+144Stille Wässer nach dem Volumen (in Millionen Liter) Nestlé/Perrier/BSNn.a.n.a.n.a.+261- 47n.a.n.a.+ 214+107Anderen.a.n.a.n.a.+113+ 90n.a.n.a.+ 203+101 (68) Wie aus der vorstehenden Tabelle deutlich wird, verlangsamte sich 1991 das Marktwachstum - nach zwei Jahren sehr kräftigen Wachstums vor allem als Folge der aussergewöhnlich heissen Sommer - spürbar von 8,5 % 1990 auf 0,9 % 1991. Trotz dieser deutlichen Ve

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.