Europäische Union

89/22/EWG: Entscheidung der Kommission vom 5. Dezember 1988 betreffend ein Verfahren nach Artikel 86 EWG- Vertrag (IV/31.900, BPB Industries PLC) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 31989D0022. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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ichen Preisvorteil gegenüber den Kunden von BG, für die der Lieferpreis von East Leake in Cornwall um 16,5 % über dem Preis ab Werk lag. Der Preisunterschied war real nicht so groß, da viele Kunden den Lieferpreis von BG umgingen, indem sie die Waren vom Werk des Unternehmens abholten, wodurch die Gesamtkosten erheblich unter dem Lieferpreis lagen. (38) Das Produktangebot von Iberian beschränkte sich auf eine begrenzte Palette von Standardplatten verschiedener Grössen. Nach den Berechnungen von BG lieferte Iberian im Vergleich zu den bei BG erhältlichen 331 verschiedenen Grössen und Sonderanfertigungen lediglich elf verschiedene Artikel. (39) Wie BG festgestellt hat, sah sich Iberian mehrfach vor Versorgungsschwierigkeiten gestellt, die auf Versäumnisse des EPYSA-Werks, auf einen Dockarbeiterstreik und auf andere Probleme beim Versand und beim Transport zurückzuführen waren. Ein Nachteil für die Händler, die ihre Waren von Iberian bezogen, bestand in der Tat in dem Risiko nicht kontinuierlich beliefert zu werden. Dies führte dazu, daß die Händler, die spanische Gipsplatten im Sortiment hatten, für höhere durchschnittliche Lagerbestände sorgen mussten, als wenn sie ihre Waren von BG bezogen hätten, und möglicherweise hinnehmen mussten, daß sie ihre Kunden bei ernsten Lieferschwierigkeiten des spanischen Werks nicht normal mit spanischen Gipsplatten beliefern konnten. In solchen Fällen konnte sich der Händler entweder an einen anderen Lieferanten wenden oder seine Kunden rechtzeitig darauf hinweisen, daß die Lieferungen zeitweise ausgesetzt würden. Iberian bemühte sich allerdings, ihre besten Kunden regelmässig zu beliefern. (40) Anfang 1985 erfuhr BG, daß Iberians Lieferant EPYSA seine Ausfuhrpreise erhöht hatte. Daraufhin erhöhte Iberian ebenfalls ihre Preise, doch profitierten einige ihrer Kunden offensichtlich anfangs von einem niedrigeren Preisanstieg. c) Marktstellung von BG (41) 1985 und 1986 lieferte BG rund 96 % der im Vereinigten Königreich verwendeten Gipskartonplatten und einen ähnlich hohen Anteil der in Großbritannien gelieferten Platten. Den verbleibenden Anteil teilten sich Lafarge und Iberian. (42) Im Laufe des Verfahrens führte BG zahlreiche Faktoren an, weshalb die Kunden BG als Gipsplattenlieferanten deren Konkurrenten vorzögen. Das Unternehmen wies vor allem auf seinen umfassenden Service hin. BG liefert ein Sortiment von Standard- als Spezialgipskartonplatten, Zubehör und Systemen und deckt damit praktisch alle Verwendungsmöglichkeiten für Gipskartonplatten. Alle Erzeugnisse werden von BG selbst hergestellt, mit Ausnahme einiger Zubehörteile, die von anderen Herstellern bezogen werden. Die Gipskartonplatten des Unternehmens werden in einer grossen Auswahl verschiedener Ausführungen, Grössen und Stärken geliefert. Die Produktpalette ist sehr viel grösser als das Warenangebot, das ein Importeur nach Wirtschaftlichkeitskriterien bereithalten kann. Nach Ansicht von BPB kann der Markt - Verbraucher und Händler - nur dann gewinnbringend beliefert werden, wenn eine breite Auswahl kurzfristig erhältlicher Waren als Teil eines umfassenden Service bereitgehalten wird. BG hat Zahlen vorgelegt, wonach [ . . . ] ihrer Lieferungen mehr als einen Gipskartonplattentyp und [ . . . ] der Lieferungen mindestens [ . . . ] Plattenarten umfassen. (43) BG unterhält aufgrund des Umfangs ihrer Geschäftstätigkeit auf dem Markt für Gipserzeugnisse ein dichtes Netz von Vertretern, die technische Beratung und Kundendienst bieten. Unterstützt wird dieses Netz durch die unbestrittene Sachkompetenz von BPB als Pionier auf dem Gipskartonplattensektor und als einer der weltweit grössten Hersteller mit seinen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und Versuchslabors. Durch technische Beratung und Werbung für BG-Produkte auf Baustellen steht BG in direktem Kontakt mit den Bauunternehmen. Die Vertreter von BG holen Informationen über Bauprojekte ein und kontaktieren die beteiligten Architekten, um sie dazu zu bewegen, BG-Produkte, in ihrer Bau- und Leistungsbeschreibungen aufzunehmen. Viele Aussendienstmitarbeiter von BG sind ausschließlich dafür abgestellt, solche Kontakte mit Architekten zu pflegen. BG wies auch darauf hin, daß sie die Händler durch Schulung des Personals, Beteiligung an Werbemaßnahmen wie Empfängen, Ausstellungen und Seminaren für Kunden und durch spezielle Beiträge für die gemeinsame Werbung unterstützt. Diese verschiedenen Formen der direkten und indirekten Unterstützung der Händler beim Verkauf von BG-Produkten sind wichtiger Bestandteil des von BG angebotenen Leistungspakets und bieten den Händlern, die BG-Gipskartonplatten vertreiben, gegenüber dem Angebot der Konkurrenten beträchtliche Vorteile. (44) Die Marktposition von BG wird zusätzlich durch die integrierte Produktionsweise - das Unternehmen fördert Gipsstein und stellt Gips und Gispkartonplatten her - gestärkt. BG kontrolliert derzeit praktisch die gesamte Gipsherstellung und die im Betrieb befindlichen Gipssteinbrüche. Darüber hinaus stellt BPB das gesamte von BG verwendete Deckpapier her. Die Kontrolle der in der Produktion benötigten Stoffe spielt eine wichtige Rolle, da Deckpapier bei der Herstellung von Standardgipskartonplatten über die Hälfte der Herstellungskosten ausmacht. Im Vergleich dazu belaufen sich die Materialkosten für Gips auf weniger als ein Viertel der Herstellungskosten. Fast alle Gipskartonplatten von BG werden in Fabriken hergestellt, die vollständig mit angrenzenden Gipswerken und Gipsbrüchen gekoppelt sind. Grosse Produktionsstätten, die kürzlich in Betrieb genommen wurden, sowie Anlagen, deren Pläne öffentlich bekanntgemacht wurden, sind auf diese Weise konzipiert, was nach Ansicht von BG bedeutende Kosteneinsparungen ermöglicht. (45) Jeder neue Marktteilnehmer, der eine Gipsplattenfabrik in Großbritannien errichten will, muß mit einer beträchtlichen Anlaufzeit und hohen Kapitalaufwendungen rechnen, um die notwendigen integrierten Produktionsstätten für das Brechen von Gipsstein, die Herstellung des Gipses und die Fertigung der Gipskartonplatten errichten zu können. Die Mindestproduktionskapazität für eine leistungsfähige Gipsplattenfabrik liegt bei rund 20 Millionen m2 im Jahr. Ein neuer Marktteilnehmer würde ausserdem dadurch benachteiligt, daß er Gips einführen oder neue Gipsbrüche unter grossem Kapitaleinsatz erschließen muß. Wie BG festgestellt hat, muß ein Gipsvorkommen, wenn der Gipsabbau rentabel sein soll, groß genug sein, um die Produktion für zwanzig Jahre sicherzustellen. Ein neuer Hersteller müsste auch den Auswirkungen einer möglichen Überkapazität auf dem Markt unter Berücksichtigung der Finanzstärke von BPB und ihrer Politik, ausreichende Kapazitäten bereitzuhalten, um die Nachfrage nach Gipskartonplatten in Großbritannien jederzeit - d. h. auch in Spitzenzeiten - mit einer zusätzlichen Marge für unvorhergesehene Umstände befriedigen zu können, Rechnung tragen. (46) Angesichts der zahlreichen, von BG auf jeder Produktionsstufe betriebenen Produktionsstätten und ihrer Unternehmensstrategie bezueglich der Produktionskapazitäten, ist das Unternehmen in der Lage, auch bei grösseren Störungen die Kontinuität der Lieferungen zu gewährleisten. Wie BG ausgeführt hat, sind 85 % ihrer Produkte innerhalb von drei Tagen nach Bestellung erhältlich. Nach ihrer Unternehmenspolitik soll die Lieferfrist für Gipsplatten mit grossem Volumen vier Tage keinesfalls überschreiten. (47) Angesichts der durch die Lagerhaltung und die Kosten für trockene Lagerräume entstehenden finanziellen Belastung sind regelmässige und zuverlässige Lieferungen für die Händler von grösster Bedeutung. Baustoffhändler achten sehr auf die Lagerhaltungskosten, die für ihr Geschäft eine beträchtliche finanzielle Belastung darstellen. Dies gilt insbesondere für Gipskartonplatten, von denen Baustoffhändler, vor allem Händler grösserer Handelsgruppen, die dazu tendieren, strenge interne Finanzkontrollen über Lagerbestände und Lagerumsatz auszuüben, nur geringe Mengen vorrätig haben. Viele Handelsniederlassungen verfügen über keine ausreichenden trockenen Lagerräume, um ihre Gipsplattenbestände ohne weiteres erhöhen zu können. Diejenigen Händler, die ihre Gipsplattenbestände auf Kosten anderer Erzeugnisse aufstocken könnten, sind wohl kaum bereit, die damit verbundenen Opportunitätskosten zu akzeptieren. (48) Die Händler, die Gipskartonplatten von Lafarge oder Iberian vertreiben, sind im allgemeinen nicht in der Lage, ihre Handelsbeziehungen zu BG abzubrechen. Erstens werden viele Gipsplattenerzeugnisse, die bei BG erhältlich sind, von Lafarge und vor allem von Iberian nicht geliefert. Zweitens werden BG-Produkte, einschließlich Standardgipskartonplatten aufgrund der langjährigen Marktpräsenz von BG und der Bemühungen der BG-Vertreter, Architekten dazu zu bewegen, BG-Produkte vorzuschreiben, häufig in den Leistungs- und Baubeschreibungen der Architekten namentlich genannt. Soweit die Händler daher ohnehin bei BG bestellen müssen, bietet es sich für sie geradezu an, ihr gesamtes Gispkartonplattensortiment aus dieser Quelle zu beziehen. Abgesehen von der organisatorischen Zweckmässigkeit, ist es für einen Händler oder - im Falle einer Handelskette - für eine Zweigniederlassung vorteilhaft, die Lageraufträge für Spezialgipsplatten mit einer bestimmten Menge Standardgipsplatten so zu kombinieren, daß die bei der BG bestellte Lieferung dem grösstmöglichen Ladeumfang entspricht, um die günstigsten Lieferpreise oder Transportkosten je Einheit zu erhalten und um unnötig hohe Lagerbestände zu vermeiden. d) Auswirkungen der Einfuhren auf den Markt (49) Durch den Wettbewerb - vor allem durch den Preiswettbewerb - als Folge der Einfuhren wurden die bis dahin stabilen Marktbedingungen aus dem Gleichgewicht gebracht. Als einige Händler begannen, importierte Gipskartonplatten zu verkaufen, und mit anderen Händlern, die ihre Waren von BG bezogen, in einen Preiswettbewerb eintraten, sah sich BG gezwungen nachzuziehen. Aus den Unterlagen von BG wird die von dem Preiswettbewerb zwischen Lafarge und Iberian hervorgerufene Kettenreaktion deutlich, die bewirkte, daß Händler als Reaktion auf die Konkurrenz von Lafarge-Gipsplatten Produkte von Iberian ins Angebot aufnahmen und umgekehrt. Aufgrund des einfuhrbedingten Preiswettbewerbs übten vor allem grössere Handelsunternehmen auf BG Druck aus, um die Preise durch Mengenrabatte zu senken. Die grossen Handelsunternehmen mit vielen Zweigniederlassungen waren für Iberian besonders wichtige Kunden, weil sie spanische Gipskartonplaten in beträchtlichen Mengen flächendeckend auf den Markt bringen konnten. (50) BG maß zwar dem Preiswettbewerb der Importeure, vor allem den Preisen von Iberian, besonderes Gewicht bei, doch ergibt sich aus internen Unterlagen, daß die Gipskartonplatten von Iberian und Lafrage auch qualitativ konkurrenzfähig waren. Zudem war Lafarge offensichtlich in der Lage, einer begrenzten Zahl ihrer wichtigsten Kunden einen besseren Service als BG zu bieten, vor allem was die Flexibilität und Zuverlässigkeit der Lieferungen anbelangt. (51) In der Zeit von Juni 1984 bis Mitte August 1986 erhielt BG immer wieder Marktberichte, wonach Händler und Verbraucher die Qualität der Gispkartonplatten von Lafarge bzw. Iberian als besser und beständiger beurteilten als die Qualität der Gips kartonplatten von BG. Aus den nachstehenden Unterlagen wird deutlich, wie sich dies auf die Unternehmensstrategie von BG auswirkte. (52) Der Jahresbericht des Verkaufsleiters von Dezember 1984 zeigt, daß sich während des Jahres die Kunden in einigen Fällen aus Qualitätsgründen an Importeure gewandt haben. (53) Im Februar 1986 berichtete der Vekaufsleiter von BG: »Während sich unsere Auseinandersetzung mit den Importeuren (vorwiegend im Süden) hauptsächlich um die Preise dreht, wächst die Zahl der Kunden, die den eingeführten Gipsplatten wegen ihrer Qualität den Vorzug geben. Unter diesen Umständen ist es - anders, als wenn der Preis der ausschlaggebende Faktor wäre - sehr viel schwieriger, den Geschäftsverlust wieder wettzumachen." (54) In einem Bericht des für den Süden zuständigen Verkaufsleiters von BG vom März 1986 heisst es: »Als wir mit der Konkurrenz der Gipsplattenimporte konfrontiert wurden, bestand unsere Politik zunächst darin, die Konkurrenten in bezug auf Qualität und Service zu schlagen, doch leider ist uns dies nicht gelungen. Wir erhalten zur Zeit zu viele Berichte, aus denen hervorgeht, daß die importierten Gipsplatten bevorzugt werden, weil sie einfach von besserer Qualität sind. Selbst wenn wir die Qualität merklich verbessern, ist es sehr viel schwieriger, die dadurch verlorenen Kunden zurückgewinnen, als wenn es lediglich darum ginge, mit den niedrigeren Preisen der Konkurrenten fertig zu werden." (55) Ab Juni/Juli 1984 begann der Verkaufsleiter von BG, über spanische Gipskartonplattenlieferungen an die Baustoffhändler [ . . . ] und [ . . . ] zu berichten. Im August 1984 hieß es, daß [ . . . ] in fünf Filialen spanische Gipskartonplatten - allerdings nur in kleinen Mengen, um den Markt zu testen - in das Warensortiment aufgenommen hatten und diese Gipsplatten zu BG-Preisen verkauften. Dies wurde auf einer Zusammenkunft zwischen BG und [ . . . ] am 31. August 1984, auf der ihre Beteiligung am Handel mit spanischen Gipskartonplatten erörtert werden sollte, bestätigt. [ . . . ] teilten BG mit, sie würden weiterhin den grössten Teil ihrer Gipskartonplatten von BG beziehen und seien nicht übermässig daran interessiert, Importwaren zu kaufen. Ihr Vorgehen sei eine Verteidigungsmaßnahme für den Fall, daß sie sich dem Preiswettbewerb durch andere Konkurrenten mit eingeführten Gipsplatten stellen müssten. In einem BG-Vermerk aus dieser Zeit heisst es, daß zwei grosse Handelsketten - [ . . . ] - erklärt hätten, sie beabsichtigten nicht, eingeführte Gipskartonplatten zu erwerben. (56) In dem Gesamtabsatzbericht von BG für September 1984 wird allerdings festgestellt, daß der Gipsplattenmarkt durch die Einfuhren aus Frankreich und Spanien aus dem Gleichgewicht gebracht worden sind. Aufgrund ihrer Preise war die Firma Iberian sehr wettbewerbsstark. Infolge des zunehmenden Wettbewerbs forderten vor allem grössere Handelsketten Mengenrabatte. Spanische Gipsplatten wurden von einem Händler in [ . . . ] und [ . . . ] von [ . . . ] in [ . . . ] und von [ . . . ] in [ . . . ] vertrieben. [ . . . ] Konzernleitung hatte beschlossen, daß alle [ . . . ] Zweigniederlassungen in [ . . . ] (unter dem Namen [ . . . ]) spanische Gipsplatten in ihr Sortiment aufnehmen sollten. BG sah spanische Gipsplatten vor allem aufgrund der Aktivitäten von [. . . . ], die diese Platten in immer mehr Filialen vertrieben, auch in Mittelengland als Bedrohung an. Der Hauptkonkurrent in Südengland war immer noch Lafarge, obwohl auch Iberian über Filialen von [ . . . ] und [ . . . ] spanische Gipsplatten in Südwestengland verkaufte. In dem Bericht für Oktober 1984 wurde auf die Zunahme des Angebots an spanischen Gipskartonplatten im ganzen Land unter Beteiligung weiterer Filialen von [ . . . ] hingewiesen. Im November 1984 wurde berichtet, daß die Märkte von BG unter wachsendem Konkurrenzdruck stuenden. In Südengland gewann Lafarge durch einen Sonderrabatt für 25-Tonnen-Ladungen nach dem »Supertarif A", der von BG für Lieferungen in Hampshire und Dorset eingeführt worden war, Marktanteile zurück. (57) Von Januar bis März 1985 zahlte BG an [ . . . ] monatlich £ [ . . . ], die als »Beiträge für Sachaufwendungen bei der Werbung für Waren des Unternehmens British Gypsum" ausgewiesen wurden. Im April 1985 wurden die monatlichen Zahlungen an [ . . . ] auf £ [ . . . ] und im Oktober 1985 auf £ [ . . . ] gesenkt. Im Laufe des Verfahrens erklärte BPB, daß sich BG bereit erklärt hatte, der Forderung von [ . . . ] nachzugeben, ihre Kaufkraft durch die Unterstützung eines ehrgeizigen Werbeprojekts von [ . . . ] anzuerkennen. BG sah darin auch ein Experiment, das zeigen sollte, ob eine solche Zusammenarbeit erfolgreich sein könnte. Als BG zu der Ansicht gelangte, daß ihr Beitrag im Verhältnis zu den Werbeanstrengungen, die [ . . . ] ihrer Erwartung nach hätte unternehmen können, zu hoch war, wurden die Zahlungen nach und nach gesenkt. e) Loyalitätszahlungen von BG (58) Am 16. Januar 1985 untersuchte ein Ausschuß höherer Führungskräfte von BG die durch die französischen und spanischen Konkurrenten geschaffene Wettbewerbssituation auf dem Gipskartonplattenmarkt. Im Anschluß daran forderte der Geschäftsführer von BG den Marketingleiter auf, bei der Entwicklung von Absatzstrategien zu berücksichtigen, wie BG die Loyalität von Händlern belohnen könne, die ihre Waren ausschließlich von BG beziehen. Zahlreiche Unterlagen von BG belegen, daß in der Zeit zwischen Januar und Juni 1985 ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet wurde, wonach grössere Handelsketten, die bereit waren, Gipskartonplatten und Zubehör ausschließlich von BG zu beziehen, regelmässig Zahlungen erhalten sollten. Diese Zahlungen sollten in Form regelmässiger Zuschüsse zu den Aufwendungen der Händler für Werbe- und Absatzförderungsmaßnahmen erfolgen. Händler, die sich damit einverstanden erklärten, Gipskartonplatten ausschließlich von BG zu beziehen, erhielten finanzielle Leistungen in Höhe von [ . . . ] % des Kaufwertes der Gipsplattenerzeugnisse und Zubehörteile. Es wurde ein Verzeichnis der Grossabnehmer von BG erstellt. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, diesem Kundenkreis die Möglichkeit zu geben, ihre Waren ausschließlich von BG zu beziehen. (59) Die Gewinne, die für BG aus der Ausschließlichkeitserklärung im Rahmen des geplanten Konzepts erwachsen sollten, wurden gesondert in zwei Unterlagen von BG geprüft. In einem Vermerk vom 1. März 1985 überschlug der Marketingleiter die Kosten für die Zahlungen und stellte fest, daß sich das Zahlungssystem für den Fall, daß BG durch die Ausschließlichkeitsvereinbarung den Importeuren [ . . . ] m2 Gipskartonplatten abnehmen könnte, selbst tragen würde. Seinerzeit beliefen sich die Einfuhren von Iberian auf jährlich [ . . . ] m2 und die von Lafarge auf [ . . . ] m2. In einem Vermerk an den Betriebsleiter der BG-Gruppe vom 1. Mai 1985 mit dem Titel »Die Konkurrenz auf dem Gipskartonplattenmarkt - Absatz- und Preisstrategie" legte der Geschäftsführer die Bedingungen dar, unter denen BG grosse Handelsketten unterstützen würde. Die erste Bedingung war eine Ausschließlichkeitserklärung, mit der sich der Händler verpflichtet, sämtliche Gipskartonplatten und damit verwandte Erzeugnisse von BG zu beziehen. In diesem Zusammenhang heisst es in dem Vermerk: »Es ist schwierig, die Vorteile, die wir aus dieser Aktion ziehen können, in Zahlen auszudrücken. Einerseits können wir so verhindern, daß wir noch mehr Kunden und damit Einnahmen verlieren. Andererseits können wir Marktanteile von unseren Konkurrenten zurückgewinnen, die entweder einen niedrigeren Marktanteil hinnehmen oder versuchen werden, ihn anderswo zurückzugewinnen. Sollten sie sich dazu entschließen, den Kampf aufzunehmen, so hieße das auch, daß sie mehr Anstrengungen unternehmen und mehr Kapital aufwenden müssten, um ihre Produkte absetzen zu können." (60) Am 2. Juli 1985 oder kurz davor wurde beschlossen, dem Handelsunternehmen [ . . . ] dieses Unterstützungsangebot zu unterbreiten. Jewsons war einer der grössten Kunden, der BG die Treue gehalten hatte. Wegen der Konkurrenz durch andere Händler, die Gipsplatten von Lafarge und Iberian verkauften, wurde die Geschäftsleitung allerdings zunehmend dazu gedrängt, ihre Einkaufspolitik zu überdenken. Ab August 1985 erhielt [ . . . ] monatlich £ [ . . . ]. Ähnliche Vereinbarungen wurden in der Folge auch anderen Händlern, die alle - mit einer Ausnahme - Gipsklartonplatten von Lafarge oder Iberian vertrieben hatten oder zu diesem Zeitpunkt noch verkauften, angeboten. (61) Auf der Versammlung des Vorstands von BPB im Juli 1985 wurde berichtet, daß der Hauptabsatz von Iberian weiterhin über die grösseren Handelsketten wie [ . . . ], [ . . . ] und [ . . . ] abgewickelt wurde. Im Gesamtabsatzbericht für August 1985 hieß es: »Mit einer Reihe grösserer Handelsgruppen, die importierte Gipsplatten vertreiben, fanden Gespräche statt: es besteht die Hoffnung, daß sie dazu bewogen werden könnten, ihre Waren ausschließlich von uns zu beziehen." (62) Im September und Oktober 1985 begann BG mit den Zahlungen an [ . . . ] (£ [ . . . ]) und [ . . . ] (£ [ . . . ]). Auf der Versammlung des BPB-Vorstands vom Oktober 1985 wurde berichtet, daß [ . . . ] und [ . . . ] kurz vorher ihre Zweigniederlassungen angewiesen hatten, keine weiteren spanischen Gipskartonplatten mehr zu ordern. (63) Im Dezember 1985 begann BG, der [ . . . ] monatlich £ [ . . . ] zu überweisen. Dieses Handelsunternehmen, das Gipskartonplatten von Lafarge bezogen hatte, war im Begriff, ein attraktives Preisangebot der Firma Iberian zu prüfen, die jetzt über Exmouth importieren wollte. Exmouth war von dem Geschäftsgebiet von [ . . . ] nicht so weit entfernt wie Shoreham. Als Antwort auf das Angebot von BG, einen Finanzbeitrag zur Absatzförderung zu leisten, teilte das Unternehmen [ . . . ] schriftlich mit, daß es künftig sämtliche Gipserzeugnisse von BG beziehen wolle. (64) Etwa im Dezember 1985 übernahm [ . . . ] die Handelskette [ . . . ] einen der wichtigsten Vertreiber spanischer Gipsplatten, der durch »Sonderangebote" für andere Händler zum grössten Problem geworden war. Diese Kette wurde in das Unternehmen [ . . . ] eingegliedert: ihre Filialen stellten nach und nach den Bezug spanischer Gipskartonplatten ein. Im Februar 1986 stand fest, daß die von [ . . . ] übernommenen Zweigniederlassungen ihren Handel mit spanischen Gipsplatten einstellten. Die monatlichen Zahlungen an [ . . . ] wurden daraufhin von monatlich £ [ . . . ] auf £ [ . . . ] erhöht. Als das Baustoffunternehmen [ . . . ] von [ . . . ] übernommen wurde, stiegen die Zahlungen an Croßley [ . . . ] von monatlich £ [ . . . ] auf £ [ . . . ]. (65) Im Gesamtabsatzbericht von BG für Februar 1986 hieß es: »Da einige der anderen grossen Handelsketten spanische Gipsplatten nicht länger vertreiben, sucht Iberian Trading offenkundig nach anderen Absatzmärkten. [ . . . ] haben kürzlich erstmals Lieferungen erhalten." Auf der Vorstandsversammlung von BPB im März 1986 hieß es: »Fortschritte sind bei alten Kunden von Iberian erzielt worden: da sich die Handelsunternehmen jedoch wieder British Gypsum zuwenden, ist Iberian nach wie vor noch sehr aktiv, um alternative Absatzmärkte zu erschließen." (66) Am 7. April 1986 übermittelte der Marketingleiter dem Geschäftsführer einen Vermerk über den gegenwärtigen Stand der »spanischen Einfuhren über Exmouth", in dem die von der Marketingabteilung geprüften Unternehmensstrategien und seine eigenen Vorschläge dargelegt wurden. Diesem Überblick zufolge »gibt es jetzt in Cornwall keine ausländischen Gipsplatten mehr, da die [ . . . ], [ . . . ] und [ . . . ] nunmehr von British Gypsum beziehen." »Die beiden einzigen Unternehmen in Südwestengland, von denen bekannt ist, daß sie spanische Gipsplatten beziehen, sind [ . . . ] und [ . . . ] - beide beziehen aber keine grossen Mengen." Als Unternehmensstrategie wird in diesem Papier unter anderem vorgeschlagen: »die Politik des Abwerbens ausgewählter Kunden kurzfristig fortzusetzen. Die Berichte aus Cornwall lassen erkennen, daß sich dies als sehr wirkungsvoll erwiesen hat: da die Handelsketten grösser werden, wird sich unser Einfluß verstärken." (67) Im April, Juni und August 1986 begann BG, allmonatlich an [ . . . ] £ [ . . . ], an [ . . . ] £ [ . . . ] und an [ . . . ] (die [ . . . ] kontrollieren) £ [ . . . ] zu zahlen. Am 23. Juni 1985 berichtete das Verkaufsbüro von BG für Mittelengland, daß »alle Niederlassungen von [ . . . ] von ihrer Geschäftsleitung angewiesen worden sind, die Lagerung und den Verkauf spanischer Gipsplatten einzustellen". Im Juli 1986 zahlte BG einem anderen Kunden, [ . . . ], im Rah

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.